Der Elberfelder Ehrenfriedhof wurde schon im November 1914 eingerichtet und war für 150 Grabstellen vorgesehen. Bereits im Dezember 1914 fand der erste Gefallene hier seine letzte Ruhestätte. In den folgenden Jahren musste der Friedhof jedes Jahr erweitert werden. Der Friedhof liegt am Hang des Kiesbergs, unweit des Königshöher Wegs, hinter einem Obelisken, der 1913 zur Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon 1813 aufgestellt wurde. Von dem Obelisken konnten man früher wahrscheinlich wunderbar über die Stadt gucken. Heute verhindern viele Bäume allerdings einen ungetrübten Blick ins Tal. Einige historische Aufnahmen zeigen die Entwicklung des Friedhofs, dessen Grabstellen anfangs noch mit Holzschildern gekennzeichnet waren.
| Der Ehrenfriedhof mit den ersten Grabstellen. Postkartensammlung Historisches Zentrum (Bild hinzugefügt am 27.12.2011) |
| Der Ehrenfriedhof vermutlich gegen Ende des Krieges oder sogar danach. Sammlung Historisches Zentrum, 010/19/12 (Bild hinzugefügt am 27.12.2011) |
Linkus und rechts führen zwei Wege um eine große Lichtung hoch zum Kriegerdenkmal am oberen Ende des Friedhofs. Die Wege sind gesäumt von Grabstellen.
Auf dem Ehrenfriedhof liegen heute 546 gefallene Soldaten, davon sind 416 geborene Elberfelder und 13 Ausländer. Die Friedhofsbestimmungen sahen vor, dass folgende Gefallene dort bestattet werden konnten: im Felde gefallene Elberfelder, in Elberfelder Lazaretten Verstorbene, Kriegsinvaliden und Gefallene der Feindstaaten. Alle Franzosen und Engländer, die dort einmal bestattet waren, wurden nach dem Krieg wieder in ihre Heimat überführt.
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| Blick auf den Ehrenfriedhof vom "linken" Weg. |
Am Rande des Ehrenfriedhofs gibt es eine kleine Besonderheit. Auf einer Mauer, abgetrennt vom Ehrenfriedhof, stehen vier Grabsteine mit Namen aus dem slawischen Sprachraum. Was es wohl mit diesen Männern auf sich hatte?
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| Das Denkmal und die Grabsteine erinnert an die Opfer des Kapp-Putsches. |
Man kann den Unterschied zwischen den Grabsteinen gut erkennen. Dennoch die Grabsteine auf dem Ehrenfriedhof noch einmal von nahem:
Die Grabsteine sind Eisernen Kreuzen nachempfunden und sehr schlicht gestaltet, im Vergleich zu denen auf dem Ehrenfriedhof Barmen. Genannt werden Name, Dienstgrad und Lebensdaten.
Das Kriegerdenkmal wurde 1926 eingeweiht, nachdem man 1921 den Beschluss zur Errichtung in der Elberfelder Stadtverordnetenversammlung gefasst hatte. Nach zwei Wettbewerben mit 255 und 22 Einsendungen entschied man sich 1922 für den Entwurf des in Elberfeld geborenen Architekten H. Rudolph Jaobs und des Hamburger Bildhauers Wilhelm Rex. Die Kosten betrugen 6 1/2 Mio. RM, die zum Großteil von der Elberfelder Bürgerschaft gespendet wurden.
Einige andere Entwürfe:
| Der Wettbewerbsentwurf von Paul Wynand, Berlin. Das Denkmal zeigt ein Relief aus Soldaten und einer zentralen, möglicherweiser weiblichen Figur. Die Bedeutung wird durch die Inschrift darüber deutlich: Invitis - Victi - Victuri "Den Unbesiegten, von den Besiegten, den künftigen Siegern". (Quelle) Einer andere Übersetzung lautet: "Den Unbesiegten die Besiegten, die wieder siegen werden" (Quelle) Bild entnommen aus: Deutschlands Städtebau, Elberfeld, bearbeitet und herausgegeben von Stadtbaurat Koch, "DARI", Berlin 1922, S.44. (Bild ergänzt am 07.09.2012) |
Am Ende sah der finale, vom Stadtrat abgesegnete Entwurf so aus:
| Bild entnommen aus: Deutschlands Städtebau, Elberfeld, bearbeitet und
herausgegeben von Stadtbaurat Koch, "DARI", Berlin 1925, S.43. (Bild ergänzt am 07.09.2012) |
Und so sieht das Mahnmal heute aus:
Das Denkmal hat einen Durchmesser von 12 Metern und ist aus fränkischem Muschelkalk gefertigt. An den Säulen, die die beiden Figuren-Darstellungen verbinden, sind Namenstafeln angebracht. Sie verzeichnen chronologisch jeden einzelnen der 4704 gefallenen Söhnen der Stadt Elberfeld.
Die Inschrift, gesäumt von den Wappen der Stadt, lautet:
Abschließend noch ein paar Impressionen des Ehrenfriedhofs im Schnee vom letzten Samstag:"Im Weltkrieg 1914/1918 gaben ihr Leben für das Vaterland die Söhne der Stadt Elberfeld"
Was mag dieser Mann erlebt haben in vier Jahren grausamster Kriegsführung, bevor er 1919 an den Folgen starb? Vier Jahre voll Tod und Sterben unter den Völkern Europas und dann war Frieden und er ein geschlagener Soldat. War er verstümmelt, ein Kriegskrüppel? Hatte er grausam verunstaltete Gesichtszüge, war er von Gasangriffen gekennzeichnet, welche Schmerzen hat er durchlitten? War der Tod für ihn eine Erlösung?
Angehörige der Familie Lefringhausen. Zwei Männer fielen im ersten, einer im Zweiten Weltkrieg.Die linke Figurengruppe.
Die rechte Figurengruppe.
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RMK, S.246.Vorgestellte Denkmäler in Wuppertal auf einer größeren Karte anzeigen













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