Der Siegesbrunnen in Vohwinkel

Als am 24.Oktober 1900 Kaiser Wilhelm II. zusammen mit Kaiserin Auguste das Wuppertal besuchte, weihte er erst in Barmen die Kaiserstandbilder in der Ruhmeshalle ein, dann das neue Elberfelder Rathaus und kam anschließend gegen 13:00 Uhr mit der Schwebebahn nach Vohwinkel. Bevor sich die Majestäten auf den Weg nach Mettmann machten, weihten sie am Kreishaus in der Solinger Straße (heute Gräfrather Straße) den Siegesbrunnen ein. Kaiser Wilhelm I. sprach dem Künstler mehrfach seiner Anerkennung aus, wie die Elberfelder Zeitung notierte. Postkartenansichten von diesem Ereignis finden sich auf www.wuppertal-vohwinkel.net

Die Anlage mit dem Siegesbrunnen vor dem ehem. Kreishaus in der Gräfrather Straße in Vohwinkel.
Postkartensammlung Historisches Zentrum

Anlässlich des 100.Jahrestages der Geburt Kaiser Wilhelms I. hatten sich 1897 die patriotisch gesinnte Bürger Vohwinkels entschlossen, diesem Anlass ein entsprechendes Monument zu errichten. Im Frühjahr 1900 waren dann 30.000 Mark zusammengekommen, von denen 24.000 Mark von den Vohwinkler Bürgern und auswärtigen Freunden stammten und der Rest von der Gemeinde Vohwinkel.

Der Siegesbrunnen auf einer Postkarte.
Stadtarchiv Wuppertal, 19.4.

Die Figur der Siegesgöttin, mit geflügeltem Helm und dem Reichsapfel auf der gen Himmel gestreckten rechten Hand, wurde vom Bildhauer Gustav Rutz entworfen und von der Galvanoplastischen Kunstanstalt Geislingen-Steige in Galvanobronze ausgeführt. Auf dem Schild zeigt die Göttin ein Relief eines Männerkopfes, vermutlich der geehrte Kaiser Wilhelm I. Die Göttin fand ihren Platz auf einem gewaltigen mehrstufigem Unterbau aus Granit, der von der Firma Rademacher Söhne aus Aachen hergestellt wurde. Das Wasserbecken des Brunnens befand sich auf einem 25 m breiten Fundament, von dem das Wasser dem Betrachter in einer Kaskade entgegen rauschte.

Die Siegesbrunnen auf einer Fotografie im August 1940.
Sammlung Untere Denkmalbehörde, Nr. 2757.

Am 27.Januar 1901, dem Geburtstag Kaiser Wilhelms II., wurde der Brunnen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, der Schulen und der Vereine in die Obhut der Gemeinde übergeben. Vermutlich  wurde der Siegesbrunnen im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Gustav Rutz schuf 1907auch die allegorische Bronzefigur der Musik vor der Elberfelder Stadthalle.


[1] RMK, S.125f.


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