Hubert-Pfeiffer-Stele

Irgendwann am Anfang des Jahres 2006[1], das Datum oder der Monat konnte von den Beteiligten bislang nicht ermittelt werden, wurde auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche in Unterbarmen eine Stele zur Erinnerung an Hubert Pfeiffer aufgestellt. Anlass dafür war ein Artikel in der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Gemeinde im Jahr 2003, in dem an den Organisten und Kantor der Gemeinde erinnert wurde. Der Pfarrgemeinderat entschloss sich daraufhin, dem „Musikant Gottes“ eine sichtbare Ehrung zu stiften. [2]
Hubert-Pfeiffer-Steele.

Hubert Pfeiffer wurde am 14.Oktober 1891 in der Bendahler Straße Nr.2 geboren. Kurz nach der Geburt verlor er seine Sehfähigkeit, entwickelte aber schon in seiner Jugend mit Hilfe einer Zitter sein musikalisches Talent. Zunächst erhielt er Privatunterricht, später besuchte er die Blindenschule in Düren, die er mit 18 Jahren abschloss. Zwei Jahre später bestand er die Organisten- und Chorleiterprüfung. Da er keine einzige Note schreiben und lesen konnte, entwickelte er ein phänomenales musikalisches Gedächtnis und konnte beispielsweise ein Fuge von Johann Sebastian Bach nach einmaligem Hören fehlerfrei wiedergeben.
Von 1911-1914 studierte am Elberfelder Konservatorium Potthof-Zimmermann, anschließend arbeitete er als Privatmusiklehrer, Komponist und gab Konzerte. Besonders gern spielte er Orgel, Klavier und Cello. Bei der Niederschrift seiner Kompositionen half ihm der mit der Familie Pfeiffer befreundete Generalmusikdirektor Franz von Hosselin. Von 1922 bis 1926 wirkte er als Organist und Kantor an der Unterbarmer Kirche Herz-Jesu und schuf Musik für Messen, Violine und Klavier, Orgel, Orgel und Blechbläser, Klarinette, Motetten und Antiphone, sowie Klaviersonaten. Hubert Pfeiffer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Beethoven Preis und den Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste. Am Ersten Weihnachtstag des Jahres 1932 starb er an einer Blutvergiftung. [3]
Foto und Inschrift
Die Stele entwarf das Wuppertaler Designbüro Visuelle Kommunikation Neisser | Zöller, gefertigt wurde sie von der Kunst- und Bauschlosserei Richard Bogusch.[4] Sie zeigt den Musiker auf einer Fotografie im Profil und darunter die Inschrift:
Die Rückseite der Stele

 

„Zur Erinnerung an
den blinden Wuppertaler
Künstler, Musik- und
KompositionslehrerHubert Pfeiffer
1891-1931von 1922-1926
Kantor und Organist
unserer Gemeinde
Herz-Jesu“

Auf der Rückseite der Steele stehen in Blindenschrift der Name und die Lebensdaten des Musikers.[5]
Die Einweihung der Stele ist nach der Fertigstellung der Neugestaltung  des Kirchplatzes geplant, die nach der Sanierung der Kirche in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll. [6]
Hubert Pfeiffer wurde auf dem kath.Friedhof an der Liebigstraße begraben, wo heute noch sein Grab zu finden ist. Außerdem benannte die Stadt Wuppertal eine Straße und einen Platz im Komponistenviertel im Barmer Süden nach ihm.
Vielen Dank an den Mitinitiator der Stele, Helmut Frink, für die Hilfe bei der Recherche.

[1] Die Stele ging im November 2005 in Produktion (Auskunft Daniel Neisser, Email vom 19.April 2012), wurde aber nicht mehr in diesem Jahr aufgestellt. (Auskunft Helmut Frink, Email vom 1.Februar 2012.)
[2] Helmut Frink, Wir erinnern uns an Hubert Pfeiffer (1891-1932), Gemeindebrief vom Herbst 2005, S.11
[3] Elisabeth Thiel, Wer war Hubert Pfeiffer?, in: Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Herz-Jesu-Kirche, Wuppertal 2003, S.36f.
[4] Auskunft Helmut Frink, Email vom 1.Februar 2012.
[5] Auskunft Daniel Neisser, Email vom 19.April 2012.
[6] Auskunft Helmut Frink, Email vom 27.Januar 2012.

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