Bernhard-Letterhaus-Gedenktafel in der Kirche St. Johann Baptist

Am 6.November 1999 wurde in der Oberbarmer Kirche St. Johann Baptist durch den Weihbischof Dr. Klaus Dick eine Gedenktafel für den in dieser Kirche getauften Widerstandskämpfer Bernhard Letterhaus eingeweiht. Sie wurde neben dem Eingang der Taufkapelle angebracht. Wenige Tage später, am 14.November 1999 jährte sich der gewaltsame Tod Letterhaus‘ zum 55.Mal.[1]
Links die Gedenktafel für Bernhard Letterhaus.
Emil Bernhard Letterhaus wurde am 10.Juli 1894 in Barmen geboren. Sein Vater war Schuhmachermeister und das Elternpaar streng katholisch. Er absolvierte die Volksschule, anschließend eine Lehre als Bandwirker und ging dann an die Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie, wo er zum Textiltechniker ausgebildet wurde. Im Ersten Weltkrieg erlitt er mehrere Verwundungen und erhielt das Eiserne Kreuz I.Klasse. 1920 ging er zum Zentralverband der christlichen Textilarbeiter nach Düsseldorf und bildete sich an der Staatlichen Fachschule für Wirtschaft sowie in eigenen Studien fort. 1927 kam er zum Westdeutschen Verband der katholischen Arbeitervereine, 1928 wurde er Abgeordneter im Rheinischen Provinziallandtag und im Preußischen Landtag für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost, den er als Mitglied der katholischen Zentrumspartei gewann. Bereits Anfang September 1930 rief er als Vizepräsident des Deutschen Katholikentages zur Abwehr der NSDAP auf. Nachdem diese 1933 die Regierungsgewalt übernommen hatte, warb er in katholischen Kreisen für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Bis 1939 verlor er peu á peu seine Beschäftigungsfelder in kirchlichen Vereinen und Organen, da diese verboten und aufgelöst wurden. 1939 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und nahm an Kriegshandlungen sowohl an der West- als auch an der Ostfront teil. 1942 wurde er zum Hauptmann befördert und zum Oberkommando der Wehrmacht nach Berlin versetzt. Spätestens seit 1942 war Letterhaus Mitglied des sog. „Kölner Kreises“ in dem sich Gegner der NS-Regimes aus den ehemaligen katholischen Arbeitervereinen, christlichen Gewerkschaften und der Zentrumspartei trafen. Er hatte enge Kontakte zu den Attentätern des 20.Juli 1944 und war von ihnen als „Politischer Beauftragter“ des Wehrkreises VI mit Sitz in Münster vorgesehen und sollte im Kabinett Goerdeler Aufbauminister werden. Eine persönliche Beteiligung am Hitler-Attentat lehnte Letterhaus allerdings ab. Auf eine Flucht in die Niederlande nach dem Scheitern des Attentats verzichtete er. Am 25.7.1944 wurde er verhaftet. Am 13.11.1944 wurde Bernhard Letterhaus vom berüchtigten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am nächsten Tag im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.[2]
Die Gedenktafel.
Die Gedenktafel, die „Beleg sein soll, für die Kraft eines lebendigen Glaubens in gottloser Zeit“[3] trägt folgende Inschrift:

“ ‚Ihr sollt meine Zeugen sein‘
Zum Gedenken an
Bernhard Letterhaus
Märtyrer des 20.Jahrhunderts

Geboren am 10.7.1894 in Heckinghausen
getauft am 23.7.1894 in dieser Kirche
Verbandssekretär der kath. Arbeitervereine
Mitglied des Preussischen Landtages
Vizepräsident des 69.Deutschen Katholikentages
wegen Widerstand gegen das NS-Regime
am 14.11.1944 in Berlin hingerichtet.“

Weitere Online-Quellen zum Leben Bernhard Letterhaus‘ finden sich auf der Webseite zur Fußnote 2.In Wuppertal wurde nach Bernhard Letterhaus eine Straße benannt, es gibt ein Bernhard-Letterhaus-Archiv und außerdem eine Bernhard-Letterhaus-Gedenktafel am Standort des Hauses, in dem er seine Jugend verbrachte, einen Bernhard-Letterhaus-Gedenkstein, ein Letterhaus-Relief an der nach ihm benannten katholischen Hauptschule und ein Ehrengrab auf dem Friedhof Schützenstraße.

[1] „Ihr sollt meine Zeigen sein“, in: Wuppertaler Rundschau vom 12.Januar 2000.
[2] Jennifer  Striewski, Bernhard Letterhaus (1894-1944), christlicher Gewerkschaftsführer und NS-Widerstandskämpfer,
abgerufen vom Portal Rheinische Geschichte des LVR am 21.03.2012.
(http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/L/Seiten/BernhardLetterhaus.aspx)
[3] „Ihr sollt meine Zeigen sein“, in: Wuppertaler Rundschau vom 12.Januar 2000.

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