Nagelbild Eiserner Ritter

Am 21.Oktober 1915, es der Hohenzollern-Gedenktag, an dem an die Übernahme der Herrschaft über die Mark Brandenburg durch die Hohenzollern gedacht wurde, begann im Elberfelder Kaiser-Wilhelm-Museum, dem heutigen Von der Heydt-Museum, die Nagelung des Eisernen Ritters. Mit diesem Nagelbild, einer aus Österreich-Ungarn stammenden Aktion, sammelte der Verein „Kriegshülfe“ im Ersten Weltkrieg spenden für in Not geratene Bürger. Dazu konnte man eiserne, silberne und goldene Nägel erwerben und diese in das Bildnis nageln. Die Preise begannen bei einer Mark und lagen deutlich über dem Materialwert des Nagels. Vereine und Schulen leisteten sich auch Schilder mit Sinnsprüchen zu entsprechenden Preisen.[1] Der Allgemeine Turnverein 1860 Elberfeld zahlte beispielsweise 100 Mark und brachte ein Schild mit der Inschrift „Einigkeit macht stark – Allgemeiner TV 1860 Elberfeld“ an.[2] Der Verein erhoffte sich einen Reingewinn von 8.000 – 15.000 Mark, erzielte aber bereits am ersten Tag die Summe von 11.000 Mark. Am Ende der Aktion, am 30.April 1916 betrug der Reingewinn 70.000 Mark.[1]
Abbildung des Nagelbilds
Zur Erinnerung an die Nagelung des Eisernen Ritters von Elberfeld,
Kriegshülfe, 1915, Akte S XIII 176, Stadtarchiv Wuppertal

Am 2.August 1915 hatte der Zentralvorstand des Vereins „Kriegshülfe“ beschlossen, die Gestaltung des Nagelbilds Prof. Louis Heitsch zu übertragen. Sein Entwurf wurde dann von den Holzbildhauern Paul Krause und Viktor Szlowoda ausgeführt. Das Nagelbild war 4,20 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Es zeigt einen gepanzerten, mittelalterlichen Ritter mit Schwert und Schild, auf dem ein Adler zu sehen ist. Die Ritterfigur wird umdrängt von Schlangen. Über ihm steht in großen Lettern „Gott mit uns“, sein Kopf wird an den Seiten flankiert von zwei Wappen, die den Bergischen Löwen und das Elberfelder Stadtwappen zeigen. Darunter finden sich Eiserne Kreuze. Das Podest, auf dem das Nagelbild angebracht ist, zeigt den Schriftzug „Kriegshülfe“ und darunter die Jahreszahl „1915“.[1]
Fotografie des Eisernen Ritters unbekannten Datums.
Postkartensammlung Historisches Zentrum.
Nach Abschluss des Krieges sollte die Figur in eine Wand der Kirche am Kolk eingelassen werden, aber die Figur blieb bis März 1934 im Museum und kam dann ins Rathaus am Neumarkt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Nagelbild zerstört.[3]
In Vohwinkel wurde im Jahr 1916 ein „Eisernes Schwert“ als Nagelbild aufgestellt.

[1] RMK, S.182 f.
[2] Allgemeiner Turnverein 1860 Elberfeld, Fest-Buch zur Hundert Jahrfeier, Wuppertal 1960, o.S. (Information ergänzt am 26.09.2012.


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