Gedenktafel für die Wuppertaler Trümmerfrauen

Am 8.Mai 2012, 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde im Rathaus Barmen eine Gedenktafel für die Trümmerfrauen Wuppertals eingeweiht, die der „Förderverein Trümmerfrauen e.V.“ gestiftet hatte. Sie erinnert an jene Frauen, die  teils freiwillig, teils von den Besatzungsmächten verpflichtet, nach dem Krieg dabei halfen, ca. fünf Millionen Tonnen Schutt aus den Ruinen der Stadt wegzuräumen. Die meisten von ihnen, wie Helga Stefes, die noch 2011 einem Fernsehteam des WDR (Beitrag ist online verfügbar) von ihrer Arbeit erzählen konnte, erlebten diese späte öffentliche Ehrung nicht mehr mit.[1] Anwesend waren ca. 90 Freunde, Förderer und Mitglieder des Vereins, Vertreter aus den Fraktionen und Bürgermeisterin Ursula Schulz, als die Vorsitzende und Initiatorin des Fördervereins, Ingeborg Galbrecht, zusammen mit Oberbürgermeister Peter Jung die Tafel enthüllte.[2]  Sie hängt im Foyer des Rathauses am Zugang zum Lichthof und damit, wie vom Förderverein erbeten, gegenüber der Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs.
„Wir hoffen, dass viele Menschen die Tafel lesen und sich erinnern. Nur durch eine starke Solidarität sind Krisen jeglicher Art gemeinsam zu bewältigen. Dafür stehen die Trümmerfrauen gestern und heute gleichermaßen.“[3]
Ingeborg Galbrecht
Die Gedenktafel zur Erinnerung an die Wuppertaler Trümmerfrauen.


Die Gedenktafel wurde von Steinmetzmeister Jörg Herhausen aus Granit geschaffen und enthält folgende Inschrift:

„In Erinnerung an die
Trümmerfrauen,
die mit ihrem Einsatz
halfen, nach 1945
unsere zerstörte Stadt
wieder aufzubauen.“
Die Idee zu dieser Ehrung kam der Initiatorin Ingeborg Galbrecht bei einer Stadtführung mit dem Sozialverband VdK im Jahr 2008 in Hamm, wo sie auf ein Denkmal für die Trümmerfrauen der Stadt aufmerksam wurde. Sie begann zu recherchieren. Die Trümmerfrauen in Wuppertal sind nicht so bekannt wie die anderer Städte, z.B. Berlin, aber auch in Wuppertal leisteten sie harte Arbeit bei schrecklichen Lebensbedingungen in der zur Hälfte zerstörten Stadt. Sie rissen die Ruinen der Bombennächte mit einfachem Gerät ab, führten die Baustoffe der Wiederverwertung zu, befreiten zum Beispiel Ziegelsteine von Mörtel, und sorgten so dafür, dass aus den Ruinen neuer Wohnraum geschaffen werden konnte.
2009 gründete Ingeborg Galbrecht dann den Förderverein Trümmerfrauen und überzeugte Freunde und Verwandte von ihrem Anliegen, am Ende waren es 40 Mitglieder, die mit einer Präsentation durch die Vereine, Institutionen und Firmen zogen und um Spenden warben. Die Stadtsparkasse, die Barmenia Versicherung und die Jackstädt-Stiftung und andere zeigten sich bereit, das Vorhaben zu unterstützen.[2]

[1] Manfred Görgens, Aufräumen nach der Apokalypse: Ehrung für die Trümmerfrauen, in: WZ-online vom 9.Mai 2012, abgerufen am 30.08.2012.
[2] Auskunft Ingeborg Galbrecht per Mail vom 30.August 2012.
[3] Ruth Hoffmann, „Übermenschliche Arbeit“, in: Evergreen 03/12, Beilage zur Wuppertaler Rundschau vom 29.August 2012.

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