Mina-Knallenfalls-Denkmal

Seit dem 7. Juni 1979 steht mitten in der Elberfelder Innenstadt eine stolze Frauenfigur, in Lebensgröße und aus Bronze. Geschaffen wurde sie von der Wuppertaler Bildhauerin Ulle Hees. Es handelt sich um Mina Knallenfalls, die Heldin aus der gleichnamigen Mundartdichtung von Otto Hausmann (erschienen 1870). Das dralle und kesse „Weit“ steht ohne Sockel mitten im Leben und wird von den Wuppertalern getäschelt, mit Blumen versehen oder trägt auch schon mal einen Luftballon am Handgelenk. Mittlerweile ist sich die Forschung sicher, dass die Großmutter des Dichters, Maria Wilhelmina Hausmann, geb. Maas, der Figur als Vorbild diente. Sie lebte vor über 150 Jahren „an der Fuhr“, dem späteren Islandufer, einem Armutsviertel, das inzwischen komplett überbaut und verschwunden ist.[1] Der bronzenen Mina hingegen diente Heike Jesberger, eine Freundin Hees‘, als Vorbild für die Plastik.[2]
Vor der Figur klärt eine Bronzetafel den Verweilenden auf:

„Mina Knallenfalls
Figur aus der um 1870 erschienen
Mundartdichtung von Otto Hausmann

Eck si an de Foahr ertrocken
Mi Vader wor fuselkrank
Mi Moder, die streckten Socken
On spolden onger de Hank

Plastik * Ulle Hees-Schettler * 1979

Die erste Gedenktafel ist die obere.
Im Jahr 2008 finanzierten die Elberfelder Bezirksvertretung und der Bergische Geschichtsverein ein zweite Gedenktafel, die im September 2008 eingelassen wurde.[2] Sie erzählt:
„Die Weberin ‚Mina‘

über ihre Arbeit in der Fabrik
Orleansdöker leahrt eck maken,
Die per Damp gefitschkataut
On ok wat geblömde Saken
Woaden meck it alt aanvertraut“

Als die Bildhauerin Ulle Hees im Juli 2012 verstarb, wurde aus Anteilnahme vor ihrem bekanntesten, aber bei weitem nicht einzigen Kunstwerk von den Wuppertalern Blumen abgelegt.
17. Juli 2012.

[1] RMK, S. 459 f.

[2] Barbara Opitz, Wer war eigentlich Mina Knallenfalls?, in: WZ online vom 17.9.2008 (abgerufen am 11.10.2013)


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