Denkmal für ermordete russische Zwangsarbeiter auf dem ev.-ref. Cronenberger Friedhof

Es war der 28.August 1945, als man nach Ver­hö­ren von drei Poli­zis­ten im Burg­holz ein Mas­sen­grab mit 28 ermor­de­ten Rus­sen, Polen und Bel­gi­ern fand. Es waren Zwangs­ar­bei­ter, dar­un­ter fünf Frau­en, die in den letz­ten Tagen des Krie­ges getö­tet wur­den. Am 31.August 1945 wur­den sie ein­zeln auf dem Refor­mier­ten Fried­hof in Cro­nen­berg an der Schor­fer Str. beer­digt. Anwe­send waren deut­sche Poli­zis­ten, fran­zö­si­sche, eng­li­sche und rus­si­sche Sol­da­ten.
Der genaue Tat­her­gang ist im Ein­trag zur 2004 am Ort des Ver­bre­chens errich­te­ten Gedenk­ta­fel beschrie­ben.

Im Okto­ber des Jah­res wur­de eine Anord­nung des eng­li­schen Mili­tär­re­gie­rung aus­ge­führt und vom Bar­mer Stein­bild­hau­er Hugo Wes­sel­mann nach einem Ent­wurf rus­si­scher Offi­zie­re ein Denk­mal errich­tet.


Denk­mal für ermor­de­te rus­si­sche Zwangs­ar­bei­ter

Die rus­si­sche Inschrift lau­tet in Über­set­zung laut einer Infor­ma­ti­ons­ta­fel:

“Ewi­ges Geden­ken den Kämp­fern
gegen den Faschis­mus.
Hier lie­gen die Lei­chen von
30 sowje­ti­schen Patrio­ten.
Erschos­sen von deut­schen
faschis­ti­schen Hen­kern.”

Die Grä­ber, die sich unmit­tel­ba­rer Nähe befin­den, stam­men von 23 rus­si­schen Zwangs­ar­bei­tern, die bei Luft­an­grif­fen auf Cro­nen­berg ums Leben kamen.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­te­rin

Die Grab­plat­ten ver­zeich­nen in der Regel Namen und Lebens­da­ten der Ver­stor­be­nen. Unter den Toten waren auch zwei Kin­der.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­ters

Die­ses anony­me Grab ist eine Aus­nah­me. Die Grab­mä­ler wur­den 1987 erneu­ert.

Schon wäh­rend des Krie­ges wur­den auf dem evan­ge­lisch-refor­mier­ten Fried­hof, rus­si­sche (viel­leicht ortho­do­xe, viel­leicht athe­is­ti­sche) Zwangs­ar­bei­ter bestat­tet.1 2004 wur­de am Ort des Ver­bre­chens eine Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht.
2015 wur­de die Anla­ge saniert.2

 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Fußnoten:

  1. RMK, S. 338.
  2. Gedenk­stät­te wie­der her­ge­rich­tet, in: Wup­per­ta­ler Rund­schau online vom 7. Dezem­ber 2015.