Todesengel an der Ottenbrucher Straße

Wo die Otten­bru­cher von der Bril­ler Stra­ße abzweigt, befin­det sich eine hohe Stütz­mau­er, die die ober­halb gele­ge­ne Mari­en­stra­ße von der dar­un­ter­lie­gen­den Otten­bru­cher Stra­ße trennt und sie stützt. In die­ser Stütz­mau­er befand sich bis zum Juli 1985 eine lee­re Nische. Seit jenem Monat ist sie wie­der bewohnt. Mit einer Ket­te gesi­chert schaut den Pas­san­ten ein auf einer Stee­le ange­brach­ter Toten­kopf von oben her­ab an. Die Pres­se tauf­te die Figur Todes­en­gel, da der Urhe­ber uner­kannt blieb. Man ent­schied sich, die Figur an Ort und Stel­le zu belas­sen. Erst spä­ter stell­te sich her­aus, dass Frank Brei­den­bruch  mit Freun­den die 120 x 26 cm gro­ße Figur aus bel­gi­schem Gra­nit mit Dübeln und Haken befes­tigt hat­te.


Todes­en­gel an der Otten­bru­cher Stra­ße.

Ver­gleicht man älte­re Bil­der mit dem heu­ti­gen, z.B. Ruth Mey­er-Kahr­wegs von 1985 (S. 512), fällt auf, dass eine schwe­re Ket­te mit ihre Vor­hän­ge­schloss inzwi­schen fehlt, an der lin­ken Sei­te sieht man noch die Befes­ti­gung und die Rost­fle­cken.1


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Gedenkstein für in Wuppertal verstorbene “Ostarbeiter” auf dem Friedhof Norrenberg

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wur­den bis zu 30.000 Rus­sen, Polen, Ita­lie­ner, Jugo­sla­wen, Fran­zo­sen Tsche­chen, Bel­gi­er und Hol­län­der als Kriegs­ge­fan­ge­ne und depor­tier­te Zivi­lis­ten in Wup­per­ta­ler Fir­men als Zwangs­ar­bei­ter ein­ge­setzt. Für in Wup­per­tal Ver­stor­be­ne wur­den 1123 Grab­stel­len her­ge­rich­tet. Auf dem Fried­hof Schor­fer Stra­ße in Cro­nen­berg und auf dem Fried­hof Nor­ren­berg in Hecking­hau­sen wur­den auch Denk­mä­ler errich­tet.


Ehren­grab­an­la­ge auf dem luth. Fried­hof Nor­ren­berg

184 Rus­sen und Polen wur­den auf dem Fried­hof Nor­ren­berg beer­digt und die Grab­stel­len mit Lie­ge­stei­nen ver­se­hen.





 Der Gedenk­stein aus Muschel­kalk, wur­de kurz nach dem Ende des Krie­ges auf­ge­stellt und mit kyril­li­schen Buch­sta­ben beschrif­tet. 1985 wur­de von der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes  — Bund der Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten (VVN-BdA) eine Tafel am Fuß des Gedenk­steins hin­zu­ge­fügt, die die rus­si­sche Inschrift ins deut­sche über­setzt.1

Gedenk­stein für in Wup­per­tal ver­stor­be­ne Ost­ar­bei­ter auf der Ehren­grab­an­la­ge des Fried­hofs Nor­ren­berg.


Die deut­sche Über­set­zung der Inschrift lau­tet:

Hier lie­gen 184
sowje­ti­sche Bür­ger
die in faschis­ti­schen
Gefäng­nis 1941–45
umge­kom­men sind.”

Neben den bei­den genann­ten Ehren­grab­an­la­gen befin­den sich wei­te­re auf dem kath.Friedhof Uel­len­dahl, dem ev.Friedhof Krum­ma­cher­stra­ße, dem kath.Friedhof Zu den Doli­nen und auf dem jüdi­schen Fried­hof Hugo­stra­ße.

Gedenkstein für Peter de Weerth

Im Som­mer 1961 ließ die Stadt am Trep­pen­auf­gang von der Lui­sen­stra­ße zur Otten­bru­cher Stra­ße einen Gedenk­stein für Peter de Weerth errich­ten. Jener Peter de Werth, an den hier erin­nert wer­den soll, wur­de am 29.Dezember 1767 in Elber­feld gebo­ren. Die ange­se­he­ne Fami­lie de Weerth läßt sich seit der Mit­te des 16.Jahrhundert in Elber­feld nach­wei­sen, im Werth in Bar­men wur­de sie 1466 erst­mals urkund­lich erwähnt. Peter de Weerth war wie einst sein Vater Wer­ner von 1798–1805 und von 1807–1831 Mit­glied des Elber­fel­der Stadt­rats und erleb­te die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, die Fran­zo­sen­zeit 1806 in Berg, deren Abzug 1813 und die Restau­rie­rung 1815, Berg kam zu Preu­ßen und schließ­lich kam es im März ’48 zu einer Revo­lu­ti­on.

Peter de Weerth, ver­hei­ra­tet mit Eli­sa­beth Ger­trud Wül­fing, ließ 1802 vom kur­fürst­li­chen Hof­gärt­ner Peter Joseph Len­né aus Bonn den Deweerth­schen Gar­ten anle­gen, der bis 1926 in vol­lem Umfang in den Besitz der Stadt Elber­feld über­ging.1


Gedenk­stein für Peter de Weerth.

Der Gedenk­stein wur­de von Hugo Wes­sel­mann aus Bar­men ange­fer­tigt und er trägt fol­gen­de Inschrift.

“Zur
Erin­ne­rung an
Peter de Weerth
1767 — 1855
der die­sen
Gar­ten
im Jah­re 1802
anle­gen liess”

 

Sie­he auch das von Peter de Weerth gestif­te­te Denk­mal zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für Else Lasker-Schüler


Die­se klei­ne unschein­ba­re Gedenk­ta­fel wur­de am 25. Juli 1967 auf Anre­gung des NRZ-Redak­teurs Her­mann Plan­ker­mann von Georg Abe­ler gestif­tet. Sie ist 63x23cm groß und aus Glo­cken­bron­ze gefer­tigt. Dr. Fink, Lei­ter der Stadt­bi­blio­thek, ent­warf damals die Inschrift:


“In die­sem Hau­se ver­leb­te die
gros­se deut­sche Lyri­ke­rin
ELSE LASKER-SCHÜLER
(geb.1869) ihre Kind­heit und
Jugend. Sie starb fern von
hier am 22.1.1945 in Jeru­sa­lem.”
Zur fei­er­li­chen Ent­hül­len am Haus Sado­wa­str. 7 spra­chen der dama­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Fro­wein, der Vor­sit­zen­de des Kul­tur­aus­schus­ses Nord­rhein-West­fa­len Johan­nes Rau und der Vor­sit­zen­de der jüdi­sche  Kul­tus­ge­mein­de Paul Rosen­thal.1
Wei­te­re Denk­mä­ler für Else-Las­ker Schü­ler fin­den sich an der Her­zogs­tr.:
Gedenk­ta­fel am Geburts­haus von Else Las­ker-Schü­ler
Denk­mal für Else Las­ker-Schü­ler: “Mein­wärts”
Eben­falls an Else Las­ker-Schü­ler erin­nert Das zer­bro­che­ne Herz

Gedenktafel für Friedrich Bayer

Im Dezem­ber 1963 stif­te­te die Fir­ma Bay­er eine Gedenk­ta­fel anläss­lich ihres hun­dert­jäh­ri­gen Bestehens am ehe­ma­li­gen Stand­ort des Wohn­hau­ses ihres Grün­ders, Fried­rich Bay­er. Die Gedenk­ta­fel hängt in der Durch­fahrt des Hau­ses Hecking­hau­ser Stra­ße 162. Beim Wie­der­auf­bau des im Krieg zer­stör­ten Haus fand man an den Grund­mau­ern Gerät­schaf­ten, die den Schluss zulie­ßen, dass im Haus ein Fär­ber Ver­su­che mit Ani­lin­far­ben gemacht hat­te. Wei­te­re Nach­for­schung kamen zu dem Ergeb­nis, dass die Fär­ber Johann Fried­rich West­kott und Fried­rich Bay­er gewe­sen waren. Jener Fried­rich Bay­er, des­sen Nach­na­me weit über das Tal der Wup­per hin­aus bekannt gewor­den ist, wur­de 1825 in Wich­ling­hau­sen gebo­ren und besaß bereits 1858 eine Farb­stoff­hand­lung in Bar­men. 1861 begann er die ers­ten Ver­su­che che­mi­sche Farb­stof­fe her­zu­stel­len und damit die Natur­far­ben zu erset­zen. Am 1.August 1863 grün­de­te er die Fir­ma “Fried­rich Bay­er et Comp.”, die in Bar­men Ani­lin und am West­rand von Elber­feld wegen der Umwelt­be­las­tung Fuch­sin her­stell­te. Fried­rich Bay­er starb 1880 wäh­rend einer Rei­se in Würz­burg an einer Rip­pen­fell­ent­zün­dung.1


Gedenk­ta­fel für Fried­rich Bay­er

Die Inschrift lau­tet:

“Hier stand bis zur Zer­stö­rung
durch Kriegs­ein­wir­kun­gen im Jah­re
1943 das Wohn­haus des Far­ben-
Kauf­manns
FRIEDRICH BAYER
Gemein­sam mit dem Fär­ber­meis­ter
Johann Friedr. Wes­kott begann er
1861 mit der Her­stel­lung von Ani­lin
Far­ben und grün­de­te am 1.Aug. 1863
die Fa. Fried­rich Bay­er et Comp aus der
das Welt­un­ter­neh­men der Far­ben
Fabri­ken Bay­er AG Lever­ku­sen
her­vor­ging.”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Hoeft-Denkmal am Portal der Eisenbahndirektion

Das Hoeft-Denk­mal.

Am 7. Dezem­ber 1919 weih­te man in der damals noch vor­han­de­nen Grün­an­la­ge vor der Reichs­bahn­di­rek­ti­on am Döp­pers­berg ein Denk­mal für Chris­ti­an Hoeft ein, das von der Stadt Elber­feld gestif­tet wor­den war. Jener Hoeft wur­de am 10.Mai 1847 in Schle­si­en (Rie­sen­berg) gebo­ren und war seit dem 15.Oktober 1894 in der König­li­chen Eisen­bahn­di­rek­ti­on Elber­feld tätig, ein Jahr spä­ter wur­de er zum Direk­tor ernannt. 1902 wur­de er nach Königs­berg ver­setzt und kehr­te 1903 als Prä­si­dent der Eisen­bahn­di­rek­ti­on nach Elber­feld zurück.
Die­ses Amt übte er bis zu sei­nem Ruhe­stand am 30.September 1919 aus. 1910 wur­de er bereits zum Ehren­bür­ger der Stadt Elber­feld ernannt. In sei­ner Amts­zeit wur­de die Ber­gisch-Mär­ki­sche Eisen­bahn­li­nie (BME), die heu­ti­ge Eisen­bahn­stre­cke durchs Tal, zwi­schen Voh­win­kel und Ober­bar­men auf vier Glei­se erwei­tert, 15 wei­te­re Eisen­bahn­stre­cken wur­den im Zustän­dig­keits­be­reich der Direk­ti­on Elber­feld gebaut.1 Die schlich­te Inschrift des Denk­mals, das aus einem vier­kan­ti­gen Sockel aus Muschel­kalk und einer Büs­te Hoefts besteht lau­tet:


Ihrem
Ehren­bür­ger
Hoeft
Die
Stadt
Elber­feld”


Gedenktafel für Johann Carl Fuhlrott


Am 25. Okto­ber 1971 fei­er­te der Natur­wis­sen­schaft­li­che Ver­ein sein 125jähriges Jubi­lä­um und ent­hüll­te aus die­sem Anlass eine Gedenk­ta­fel für Johann Carl Fuhl­rott, den Begrün­der des Ver­eins. Ort war das Haus Lau­ren­ti­us­stra­ße 22 (Bj. 1867), in dem der Leh­rer und Wis­sen­schaft­ler sei­ne letz­ten Jah­re ver­brach­te.

Johann Carl Fuhl­rott wur­de am 31.Dezember 1803 in Lei­ne­fel­de im Eichs­feld gebo­ren und kam 1830 als Leh­rer an die Real­schu­le Elber­feld, dem spä­te­ren Real­gym­nai­sum Aue, das ab 1970 Gym­na­si­um Süd (im Schul­zen­trum Süd) hieß und seit 1986 sei­nen Namen trägt. 47 Jah­re unter­rich­te­te er Mathe­ma­tik und Natur­wis­sen­schaf­ten, pro­mo­vier­te 1835 in Tübin­gen und wur­de 1862 zum Pro­fes­sor ernannt. Im Jahr 1856 iden­ti­fi­zier­te er Kno­chen­fun­de aus einem Stein­bruch im Nean­de­tal als Über­res­te eine aus­ge­stor­be­nen Urmen­schen­art, dem “homo nean­der­talen­sis”. Er starb am 17.Oktober 1877.1



Die Gedenk­ta­fel trägt die Inschrift:

In die­sem Hau­se leb­te und starb
Prof.Dr.J.C.Fuhlrott
1803–1877
Ent­de­cker
des Nean­der­tal­men­schen
Begrün­der des Natur­wis­sen­schaftl.
Ver­eins


Johann-Gregor-Breuer-Gedenktafel

Am Pfarr­haus, an der Lau­ren­ti­us-Kir­che und an der West­sei­te des ehe­ma­li­gen Kol­ping-Hau­ses fin­den sich drei bron­ze­ne Gedenk­ta­feln für drei bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten, die in einer klei­nen Serie vor­ge­stellt wer­den sol­len.
Dem Leh­rer Johann Gre­gor Breu­er wur­de am 9.November 1986 eine Gedenk­ta­fel gewid­met, die bei den Fei­er zum 140jährigen Bestehen der Elber­fel­der Kol­ping­fa­mi­lie am dama­li­gen Kol­ping­haus am Lau­ren­ti­us­platz ein­ge­weiht wur­de.

Johann Gre­gor Breu­er wur­de 1820 in Neuss gebo­ren und kam als 18jähriger Hilfs­leh­rer an die kath. Mäd­chen­schu­le in der Elber­fel­der Grün­stra­ße. Im indus­tri­el­len Elber­feld erleb­te er das Elend von Kin­dern und Hand­werks­ge­sel­len haut­nah. Er setz­te sei­ne Aus­bil­dung in Kem­pen fort und leis­te­te sei­ne Mili­tär­zeit in Kre­feld ab. 1844 kehr­te er als Haupt­leh­rer nach Elber­feld zurück und grün­de­te zahl­rei­che kari­ta­ti­ve Ver­ei­ne wie die Gesell­schaft “Par­la­ment” (1845), die 1856 das St.Josef-Hospital errich­te­te, den Kir­chen­ge­sang­ver­ein “Cäci­lia” (1850) und den “Spar- und Dar­le­hens­ver­ein zum hl.Josef” (1856). Sei­ne bedeu­tends­te Grün­dung war der ers­te katho­li­sche Gesel­len­ver­ein (1846), der heu­te zum Kol­ping­werk gewor­den ist. Adolf Kol­ping und Josef Thiel, Vater von Bern­hard August Thiel, waren damals sei­ne Mit­strei­ter. 1896 ver­ließ er schwer krank Elber­feld und ver­starb in fol­gen­den Jahr in San Remo. Er wur­de auf dem kath.Friedhof an der Hoch­stra­ße bestat­tet.



Die Bron­ze­ta­fel, eben­falls von H.Velten gefer­tigt, für Adolf Kol­ping zeigt in der obe­ren Hälf­te ein Reli­ef mit dem Leh­rer als Halb­fi­gur. Im Hin­ter­grund fin­den sich die Lau­ren­ti­us­kir­che, St.Suitbertus, die Herz-Jesu-Kir­che, das St.Joseph-Hospital und zahl­rei­che Men­schen stell­ver­tre­tend für alle,  denen Johann Greo­gor Breu­er half.1


Die Inschrift dar­un­ter lau­tet:

“*1820 + 1897
Johann Gre­gor Breu­er
Haupt­leh­rer
Aus christ­li­cher Ver­ant­wor­tung
Grün­der vie­ler bei­spiel­haf­ter Ver­ei­ne
und Ein­rich­tun­gen in Elber­feld
einem sozia­len Brenn­punkt
des 19.Jahrhunderts.
Geis­ti­ger Vater
des katho­li­schen Gesel­len­ver­eins,
der heu­te als Kol­ping­werk
welt­weit ver­brei­tet ist.
Wup­per­tal 1986”

Bernhard-August-Thiel-Gedenktafel

Am Pfarr­haus, an der Lau­ren­ti­us-Kir­che und an der West­sei­te des ehe­ma­li­gen Kol­ping-Hau­ses fin­den sich drei bron­ze­ne Gedenk­ta­feln für drei bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten, die in einer klei­nen Serie vor­ge­stellt wer­den sol­len.
Mehr als sieb­zig Jah­re nach der Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel für Adolf Kol­ping folg­te am 8. Dezem­ber 1984 die Gedenk­ta­fel für Bern­hard August Thiel an der West­sei­te der Lau­ren­ti­us­kir­che, vis-a-vis mit Kol­pings-Gedenk­ta­fel. Anwe­send waren unter ande­rem Erz­bi­schof Arrie­ta, Pater San­cho und der Bot­schaf­ter von Cos­ta Rica, was schon auf den Haupt­wir­kungs­ort die­ses Man­nes hin­weist. Stif­ter der Tafel war die Gemein­de St. Lau­ren­ti­us.

Bern­hard August Thiel wur­de am 1. April 1850 in Elber­feld gebo­ren, sein Vater war jener Josef Thiel, mit dem Johann Gre­gor Breu­er und Adolf Kol­ping den kath. Gesel­len­ver­ein grün­de­ten. 1874 wur­de er in Paris (er muss­te 1872 das Land wegen Bis­marcks Kul­tur­kampf ver­las­sen) im Alter von 24 Jah­ren zum Pries­ter geweiht. Er lehr­te zunächst am Pries­ter­se­mi­nar in Qui­to, Ecua­dor und floh nach der Revo­lu­ti­on 1877 nach Cos­ta Rica. Dort wur­de er drei Jah­re spä­ter in San José zum Bischof geweiht. 1884 floh er vor poli­ti­schen Unru­hen nach Euro­pa und leg­te in Elber­feld die Grund­stei­ne der Kir­chen St.Marien und Herz Jesu. 1885 kehr­te der ange­se­he­ne Seel­sor­ger und Wis­sen­schaft­ler nach Cos­ta Rica zurück, wo er 1901 starb. Er wur­de in der Kathe­dra­le von San José bei­ge­setzt.



Die Bron­ze­ta­fel von Heinz Vel­ten ent­spricht im Auf­bau der Adolf Kol­pings. Das Reli­ef zeigt Thiel im Alter von 40 Jah­ren. Der Bogen wird auf der rech­ten Sei­te von Tabak­stau­de und Orchi­dee geschmückt, auf der lin­ken von Stech­pal­me und Efeu. Auch hier sind fünf Sym­bol zu fin­den. Oben das Elber­fel­der Wap­pen, dar­un­ter die Lau­ren­ti­us­kir­che (li.) und die Kathe­dra­le in San José. Unten links zeigt ein Wap­pen den hei­li­gen Josef (San José), das Kreuz der Vin­zen­ti­ner und in Lie­be ent­brann­te Her­zen. Auf der rech­ten Sei­te fin­det sich das Wap­pen Cos­ta Ricas. Es zeigt vier Vul­ka­ne zwi­schen zwei Ozea­nen und sie­ben Ster­ne, die für die sie­ben Pro­vin­zen ste­hen.1


Die Inschrift lau­tet:

Dem Bischof von San José/Costa Rica
Vin­zen­ti­ner — India­ner­mis­sio­nar
Kir­chen­his­to­ri­ker — Sprach­wis­sen­schaft­ler
BERNHARD AUGUST THIEL
* Am 1.April 1850 in Elber­feld
Getauft am 6.April in St.Laurentius
+ am Sep­tem­ber 1901 in San José
in Cos­ta Rica
als “Hoch­ver­dien­ter um das Vater­land” geehrt”



Adolf-Kolping-Gedenktafel

Am Pfarr­haus, an der Lau­ren­ti­us-Kir­che und an der West­sei­te des ehe­ma­li­gen Kol­ping-Hau­ses fin­den sich drei bron­ze­ne Gedenk­ta­feln für drei bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten, die in einer klei­nen Serie vor­ge­stellt wer­den sol­len.

Die ältes­te Gedenk­ta­fel ist Adolf Kol­ping gewid­met und wur­de am 5.Oktober 1913 ein­ge­weiht. Anlass war der hun­derts­te Geburts­tag des Geist­li­chen. Adolf Kol­ping wur­de am 8.Dezember 1813 in Ker­pen gebo­ren und lern­te das Schus­ter­hand­werk. Als wan­dern­der Gesel­le erleb­te er das Elend eben­falls wan­dern­der Hand­wer­ker und er ent­schloss sich Pries­ter zu wer­den. Im Mai 1845 wur­de er Kaplan an der Lau­ren­ti­us­pfar­re in Elber­feld. In Elber­feld traf er den Leh­rer Johann Gre­gor Breu­er und den Schrei­ner­meis­ter Josef Thiel. Am 6.November 1846 grün­de­te Breu­er den katho­li­schen “Jung­ge­sel­len­ver­ein”, in dem Kol­ping sehr aktiv war. Ab März 1849 wirk­te Kol­ping in Köln, wo er am 4.Dezember 1865 starb. Zu die­sem Zeit­punkt gab es bereits 420 Gesel­len­ver­ei­ne in der gan­zen Welt, die auf Kol­pings Wir­ken zurück gehen.1 Am 27.Oktober 1991 wur­de er selig gespro­chen.


Die Gedenk­ta­fel

Die Tafel, ange­fer­tigt von W.Feldmann, zeigt in der obe­ren Hälf­te ein Reli­ef­bild­nis Adolf Kol­pings, das von einem Bogen aus Efeu umge­ben ist. Fünf Sym­bo­le schmü­cken den Bogen: Das Sym­bol der Brü­der­lich­keit, das Chris­tus­mo­no­gramm, das Elber­fel­der Wap­pen, Zir­kel und Win­kel als Zei­chen der Hand­wer­ker- schaft und die Lei­er als Zei­chen der Musik. Die Tafel misst 127 cm x 80 cm.2 Die Inschrift im unte­ren Teil lau­tet:

Dem Gesel­len­va­ter
u. gros­sen christl. Stan­des­re­for­mer
ADOLF KOLPING
Kaplan an St.Laurentius
in Lie­be u. Dank­bar­keit gewid­met
vom kath. Gesel­len­ver­ein
Elber­feld (gegr. 1846)