Bernhard-August-Thiel-Gedenktafel

Am Pfarr­haus, an der Lau­ren­ti­us-Kir­che und an der West­sei­te des ehe­ma­li­gen Kol­ping-Hau­ses fin­den sich drei bron­ze­ne Gedenk­ta­feln für drei bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten, die in einer klei­nen Serie vor­ge­stellt wer­den sol­len.
Mehr als sieb­zig Jah­re nach der Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel für Adolf Kol­ping folg­te am 8. Dezem­ber 1984 die Gedenk­ta­fel für Bern­hard August Thiel an der West­sei­te der Lau­ren­ti­us­kir­che, vis-a-vis mit Kol­pings-Gedenk­ta­fel. Anwe­send waren unter ande­rem Erz­bi­schof Arrie­ta, Pater San­cho und der Bot­schaf­ter von Cos­ta Rica, was schon auf den Haupt­wir­kungs­ort die­ses Man­nes hin­weist. Stif­ter der Tafel war die Gemein­de St. Lau­ren­ti­us.

Bern­hard August Thiel wur­de am 1. April 1850 in Elber­feld gebo­ren, sein Vater war jener Josef Thiel, mit dem Johann Gre­gor Breu­er und Adolf Kol­ping den kath. Gesel­len­ver­ein grün­de­ten. 1874 wur­de er in Paris (er muss­te 1872 das Land wegen Bis­marcks Kul­tur­kampf ver­las­sen) im Alter von 24 Jah­ren zum Pries­ter geweiht. Er lehr­te zunächst am Pries­ter­se­mi­nar in Qui­to, Ecua­dor und floh nach der Revo­lu­ti­on 1877 nach Cos­ta Rica. Dort wur­de er drei Jah­re spä­ter in San José zum Bischof geweiht. 1884 floh er vor poli­ti­schen Unru­hen nach Euro­pa und leg­te in Elber­feld die Grund­stei­ne der Kir­chen St.Marien und Herz Jesu. 1885 kehr­te der ange­se­he­ne Seel­sor­ger und Wis­sen­schaft­ler nach Cos­ta Rica zurück, wo er 1901 starb. Er wur­de in der Kathe­dra­le von San José bei­ge­setzt.



Die Bron­ze­ta­fel von Heinz Vel­ten ent­spricht im Auf­bau der Adolf Kol­pings. Das Reli­ef zeigt Thiel im Alter von 40 Jah­ren. Der Bogen wird auf der rech­ten Sei­te von Tabak­stau­de und Orchi­dee geschmückt, auf der lin­ken von Stech­pal­me und Efeu. Auch hier sind fünf Sym­bol zu fin­den. Oben das Elber­fel­der Wap­pen, dar­un­ter die Lau­ren­ti­us­kir­che (li.) und die Kathe­dra­le in San José. Unten links zeigt ein Wap­pen den hei­li­gen Josef (San José), das Kreuz der Vin­zen­ti­ner und in Lie­be ent­brann­te Her­zen. Auf der rech­ten Sei­te fin­det sich das Wap­pen Cos­ta Ricas. Es zeigt vier Vul­ka­ne zwi­schen zwei Ozea­nen und sie­ben Ster­ne, die für die sie­ben Pro­vin­zen ste­hen.1


Die Inschrift lau­tet:

Dem Bischof von San José/Costa Rica
Vin­zen­ti­ner — India­ner­mis­sio­nar
Kir­chen­his­to­ri­ker — Sprach­wis­sen­schaft­ler
BERNHARD AUGUST THIEL
* Am 1.April 1850 in Elber­feld
Getauft am 6.April in St.Laurentius
+ am Sep­tem­ber 1901 in San José
in Cos­ta Rica
als “Hoch­ver­dien­ter um das Vater­land” geehrt”



Fußnoten:

  1. RMK, S. 509.