Hardtstein

Der Hardt­stein auf der Hardt

Im Früh­jahr 1905 schaff­te der Hardtver­ein, der von Rein­hardt Schmidt am 17.Dezember 1880 gegrün­det wor­den war, den oben ste­hen­den drei­stu­fi­gen Obe­lis­ken vom Has­pel auf die Hardt, um die­sen zum anste­hen­den 25 jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Ver­eins auf­zu­stel­len. Zur Erin­ne­rung brach­te man an der Vor­der­sei­te eine Inschrift­ta­fel an, die am 19.Juli 1930 ersetzt wur­de:

“50 Jah­re Hardtver­ein
1880–1930”
Mit­te der 1930er wur­de der Ver­ein auf­ge­löst. Heu­te steht der Hardt­stein ohne jede Inschrift auf der Hardt und sym­bo­li­siert für den keu­chen­den Spa­zier­gän­ger, dass der Auf­stieg voll­bracht ist.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mahnmal zur Erinnerung an die Barmer Theologische Erklärung

Mahn­mal zur Erin­ne­rung an Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung.

Am 27. Mai 1984  — heu­te vor 27 Jah­ren — wur­de auf dem Werth Ecke Röder­gas­se aus Anlass des 50.Jahrestages der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung ein Denk­mal zur Erin­ne­rung dar­an von Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land und Super­in­ten­dent Pil­der ent­hüllt. Es soll an die muti­gen und auf­rech­ten Kir­chen­män­ner erin­nern, die in der Erklä­rung sich gegen den Ein­fluss die natio­nal­so­zi­lais­ti­schen Ideo­lo­gie wand­ten und die Beken­nen­de Kir­che grün­de­ten.

Das Mahn­mal wur­de geschaf­fen von Ulle Hees, die auch das Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Gewerk­schafts­pro­zes­se schuf. Die Kos­ten betru­gen 27.000 DM, wovon die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che 6.000 DM trug und den Rest die Stadt Wup­per­tal über­nahm. Ulle Hees ver­zich­tet auf ein Hono­rar.

Das Denk­mal besteht aus einem Bron­ze­ku­bus, der auf einem 1,50 m hohen Sockel ange­bracht ist. Es zeigt über den Bron­ze­plat­ten, die die Inschrift tra­gen, eine Grup­pe Men­schen, von denen die vor­de­ren den Hit­ler­gruß zei­gen und die hin­ter sich abwen­den und in Rich­tung der Gemar­ker Kir­che bli­cken, wo die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung ver­fasst wur­de. Sie wider­set­zen sich der Ver­füh­rung und dem blin­den Glau­ben an die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gie.1


Ansicht aus Rich­tung Alter Markt.

Ansicht aus Rich­tung Rat­haus.

Ansicht von vorn.

An der “Vor­der­sei­te” trägt die Bron­ze­ta­fel fol­gen­de Inschrift:

Des Herrn Wort bleibt
in Ewig­keit”


Die bei­den Sei­ten tra­gen die gleich­lau­ten­de Inschrift:

Jesus Chris­tus, wie er uns in der
hei­li­gen Schrift bezeugt wird, ist das
eine Wort Got­tes, das wir zu hören,
dem wir im Leben und Ster­ben
zu ver­trau­en und zu gehor­chen haben.”


Auf der “Rück­sei­te”, also der Gemar­ker Kir­che zuge­wandt, steht:

Am 31. Mai 1934 beschloß die ers­te Bekennt­nis-
syn­ode der Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­che die
Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung in der Gemar­ker
Kir­che. Sie bekann­te sich damals zu den in 6 The­sen
aus­ge­spro­che­nen bibli­schen Wahr­hei­ten und wies
mit die­ser Erklä­rung “ange­sichts der die Kir­che
ver­wüs­ten­den Irr­tü­mer” einen kla­ren Weg.”

Der Wort­laut der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung fin­det sich hier.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Die starke Linke” im Engelsgarten

Das Denk­mal von Hrdlicka

Vor dem His­to­ri­schen Zen­trum im Bar­men steht die Skulp­tur “Die star­ke Lin­ke” des öste­rei­chi­schen Bild­hau­ers Alfred Hrdlicka. Die Skulp­tur wur­de 1975 von der Stadt Wup­per­tal in Auf­trag gege­ben, um den Engels­gar­ten auf­zu­wer­ten und man wünsch­te sich einen Bezug zu Fried­rich Engels. 130.000 DM stan­den zur Ver­fü­gung, 60% über­nahm das Land NRW im Rah­mens eines Städ­te­bau­pro­gramms. Die Wahl fiel schließ­lich auf den Wie­ner Pro­fes­sor Hrdlicka, der die Fer­tig­stel­lung für das Jah­res­en­de 1976 anvi­sier­te. Ers­te Ent­wür­fe sahen ein mar­mor­nes Buch vor, aus des­sen Mit­te reli­ef­ar­tig dar­ge­stell­te Men­schen drän­gen soll­ten. Dann gab es Schwie­rig­kei­ten mit der Beschaf­fung des Mar­mors, wodurch 10.000 DM Zusatz­kos­ten ent­stan­den. 1977 ent­schied sich Hrdlicka das Motiv zu ver­än­dern und eine Rund­um-Plas­tik anzu­fer­ti­gen, die eine Men­schen­men­ge dar­stellt, die sich von ihren Ket­ten befreit. Aller­dings ver­gaß er dies der Stadt mit­zu­tei­len, die dann durch ein Foto im SPIEGEL (46/1980, PDF) auf­ge­schreckt wur­de. Schließ­lich wur­de die Lie­fe­rung für Okto­ber 1980 ange­kün­digt, was auf ein­mal die Fra­ge auf­warf, wer Trans­port und Sockel sowie Arbeits­auf­wand des Künst­lers bezah­len soll­te. Bei­de Ver­trags­part­ner waren unter­schied­li­cher Mei­nung. Hrdlicka for­der­te im Okto­ber 1980 300.000 DM, was die SPD-Frak­ti­on im Febru­ar 1981 durch den Stadt­rat brach­te, zusätz­lich zahl­te man Trans­port und Sockel.


Ansicht Rich­tung Engels-Haus

Am 2. Juli 1981 wur­de das Engels-Denk­mal dann in Anwe­sen­heit von Minis­ter­prä­si­dent Rau und Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land und in Abwe­sen­heit der CDU ein­ge­weiht. 8 Ton­nen schwer, 3,5 Meter hoch, auf einem 1 Meter hohen Sockel steht es seit dem vor dem Engels-Haus des His­to­ri­schen Zen­trums.1 Eine Beschrei­bung:
“Ohne ein­zel­ne Figu­ren im enge­ren natu­ra­lis­ti­schen Sinn nach­rech­nen zu wol­len, kann man die Grup­pe so beschrei­ben, dass sie aus etwa drei bis vier Män­ner­ge­stal­ten und wei­te­ren Tor­si besteht, deren Pro­por­tio­nen nicht natu­ra­lis­tisch prä­zi­se wie­der­ge­ge­ben sind — man­che Ein­zel­tei­le hin­ge­gen sind es.
Nähert man sich dem Werk vom Ein­gang des Engels-Hau­ses her, so erkennt man in der rech­ten Längs­sei­te einen mäch­ti­gen Sit­zen­den, des­sen ange­win­kel­tes Knie tra­gen­de Funk­ti­on hat und des­sen star­ke Lin­ke nach oben führt und Ket­ten trägt. Davor drängt ein wuch­ti­ger Tor­so-Arm, eine Lin­ke, aus dem Blockin­ne­ren; die­se ist unge­ket­tet und greift nach links her­um — wie der Betrach­ter auch gehen müss­te — an die Ket­ten der ande­ren, sie packend. In der Schmal­sei­te und wei­ter schräg, nach links gehend, sieht man vier Knie, die zwei Gestal­ten tra­gen: Ein schlan­ker jun­ger Mann wächst aus dem rohen Stein­block. Sein Kopf wur­de zur Faust, die vor­ragt. Und links neben ihm sieht der Betrach­ter einen hoch­auf­ge­rich­te­ten, kräf­ti­gen Mann, des­sen Leib von einem tie­fen Schmerz gespannt sich auf­bäumt. Die Bauch­par­tie ist stark ein­ge­zo­gen — künst­le­risch von höchs­ter Qua­li­tät, in der Tra­di­ti­on von Michel­an­ge­lo. Sei­ne Lin­ke aber scheint die Faust zu sein, die dem Jün­ge­ren neben ihm aus dem Kopf­be­reich vor­stößt. Kopf (Idee) wird zur Faust, die zur Tat drängt.” (Her­vor­he­bung im Ori­gi­nal,)2
Eine wei­te­re Ansicht

Zeit­ge­nös­si­sche Berich­te

Friedrich-Engels-Gedenkstein

Am öst­li­chen Ende des Engels­gar­ten, nahe am Opern­haus stand das Geburts­haus von Fried­rich Engels, in dem er am 28. Novem­ber 1820 das Licht der Welt erblick­te. Im zwei­ten Welt­krieg war es zer­stört wor­den und so weih­te Ober­bür­ger­meis­ter Her­berts am 5. August 1958 — 63 Jah­re nach dem Tod Engels — den Gedenk­stein ein, um des­sen Errich­tung eine län­ge­re Dis­kus­si­on im Haupt­aus­schuss der Stadt gege­ben hat­te. In Zei­ten des Kal­ten Krie­ges war die Errich­tung eines Gedenk­steins für den Mit­ver­fas­ses des Kom­mu­nis­ti­schen Mani­fes­tes nicht unum­strit­ten. Ledig­lich acht Stim­men befür­wor­te­ten die Errich­tung bei sie­ben Ent­hal­tun­gen. Das Gelän­de des Engels­gar­tens wur­de der Stadt zu güns­ti­gen Bedin­gun­gen von der Fami­lie Engels-Schu­chard ver­kauft.


Fried­rich-Engels-Gedenk­stein im Engels­gar­ten

Die Inschrift

Der von Kurt Schwip­pert geschaf­fe­ne Gedenk­stein aus Muschel­kalk trägt fol­gen­de die Inschrift:

“Hier stand das Geburts­haus

des gros­sen Soh­nes unse­rer
Stadt Fried­rich Engeld Er ist
der Mit­be­grün­der des Wis­sen-
schaft­li­chen Sozia­lis­mus.“1


Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal auf eine Post­kar­te von 1898. Das obe­re Bild zeigt den Brau­sen­wert­her Platz, wo sich heu­te die Kreu­zung Döp­pers­berg erstreckt.

Auf die­ser Post­kar­te, gelau­fen 1899, sieht man schön die Anla­ge um das Denk­mal. (Bild ergänzt am 07.11.2012)

Am 9.März 1888 starb Kai­ser Wil­helm I. und damit begann das Drei­kai­ser­jahr. Weni­ge Tage spä­ter ent­schloss man sich in Elber­feld dem Kai­ser ein Denk­mal zu set­zen und sam­mel­te in der Bevöl­ke­rung 100.000 Mark. Prof. Gus­tav Eber­lein aus Ber­lin wur­de mit der Aus­füh­rung des Denk­mals beauf­tragt. Am 18.Oktober 1893, dem Tag der Völ­ker­schlacht bei Leip­zig, wur­de das Denk­mal in Anwe­sen­heit vie­ler Bür­ger ein­ge­weiht.


Foto­gra­fie des Kai­ser-Wil­helm-Denk­mals. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/3/92 (Bild ergänzt am 13.01.2012)

Foto­gra­fie der Ger­ma­nia, Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/3/107 (Bild ergänzt am 13.01.2012)

Foto­gra­fie des Löwen, (Bild ergänzt am 13.01.2012) Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/3/108

Das Denk­mal zeigt eine Rei­ter­sta­tue des Kai­sers als Feld­herr auf einem Gra­nit­pos­ta­ment. An die­sem lehnt sit­zend die Ger­ma­nia und hält Sym­bo­le des Krie­ges und des Frie­dens in den Hän­den: Schwert und Eiche, Lor­beer und Pal­me. Auf der Rück­sei­te des Denk­mals schritt ein bron­ze­ner Löwe die Stu­fen hin­ab, unter den Pran­ken Tro­phä­en des Sie­ges. An den bei­den Sei­ten­flä­chen zeig­ten Bron­ze­re­li­efs den Aus­zug und die Heim­kehr der Elber­fel­der Krie­ger.
Foto­gra­fie des Kai­ser-Wil­helm-Denk­mals. Bild ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Elber­feld, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben von Stadt­bau­rat Koch, “DARI”, Ber­lin 1922, Abb.79. (Bild ergänzt am 07.09.2012)

Im März 1937 wur­de der Brau­sen­wert­her Platz ver­kehr­lich neu gestal­tet und das Denk­mal unter Pro­tes­ten der Bevöl­ke­rung abge­bro­chen. Im Dezem­ber 1937 wur­de das Rei­ter­denk­mal dann im Deweerth’schen Gar­ten auf einem neu­en vier­ein­halb Meter hohen Sockel neu auf­ge­stellt, aber ohne die Figu­ren der Ger­ma­nia und des Löwen und ohne die Reli­efs. Bis 1942 exis­tier­te das Denk­mal dort, infol­ge des Zwei­ten Welt­krieg wur­de es zer­stört oder ein­ge­schmol­zen. Der 1937 neu geschaf­fe­ne Sockel ist heu­te Teil des Mahn­mals für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus.1


Das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal an sei­nem letz­ten Stand­ort im Deweerth­schen Gar­ten, im Hin­ter­grund die Neue refor­mier­te Kir­che an der Sophi­en­stra­ße. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.8 (Bild ergänzt am 13.01.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Vohwinkler Denkmal “Gegen das Vergessen”

Am 17. März 2007 weih­te man in Voh­win­kel im Sta­ti­ons­gar­ten einen klei­nen Gedenk­stein mit einer bron­ze­nen Pla­ket­te ein, die von Ulle Hees geschaf­fen wur­de. Anlass war die 650-Jahr-Fei­er des Stadt­teils im Jahr 2006 und das Ziel war die Schaf­fung eines zen­tra­len Gedenk-Ortes für die Opfer von Gewalt und Krieg. Zur Ein­wei­hung spra­chen Bezirks­vor­ste­her Hans Georg Held­mann und Pfar­rer Kurt-Eugen Mel­chi­or, der Blä­ser­chor der Frei­en Evan­ge­li­schen Gemein­de Voh­win­kel beglei­te­te die Ein­wei­hung musi­ka­lisch. (Bil­der von der Ein­wei­hung auf vohwinkel.net)


Der Gedenk­stein

Die Gedenk­ta­fel

Die Bron­ze­ta­fel zeigt ver­schie­de­ne Gesich­ter und Hän­de, dar­un­ter lau­tet die Inschrift:

Gegen das Ver­ges­sen
Wir geden­ken der Opfer
von Krieg, Not u. Gewalt
Voh­win­kel
2006”

Die dar­un­ter ange­brach­te Pla­ket­te erklärt:

Gestif­tet 2006 von
Bezirks­ver­tre­tung Voh­win­kel
Deut­sche Bank
Kalk­wer­ke Oetels­ho­fen
Aus Anlass der 650-Jahr-Fei­er Voh­win­kel”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafeln für die Elberfelder Barrikade 1849

Gedenk­ta­fel für Wil­helm Kra­ne­feld, Schuh­ma­cher aus Elber­feld, 45 Jah­re.

Am 8. Mai 1999 weih­te man an der Ein­mün­dung der Her­zogstra­ße in den Wall mit­ten in der Elber­fel­der City Gedenk­ta­feln ein, die an die Ereig­nis­se des 9.Mai 1849 erin­nern sol­len. Die IG Metall stif­te­te die Tafeln aus Anlass des 150.Jahrestages die­ser Ereig­nis­se. Damals hat­te die preu­ßi­sche Regie­rung und der preu­ßi­sche König Fried­rich Wil­helm IV. die Ver­fas­sung und die Kro­ne der ers­ten deut­schen Natio­nal­ver­samm­lung, die in Frank­furt tag­te, abge­lehnt. Bereits am 29.April hat­ten sich über 1000 Men­schen in der Stadt ver­sam­melt. Preu­ßen ver­häng­te den Bela­ge­rungs­zu­stand und rief die Land­wehr ein. Nicht alle Män­ner folg­tem dem Auf­ruf, denn die Ein­be­ru­fung dien­te der Unter­drü­ckung der demo­kra­ti­schen Ele­men­te, die in der März­re­vo­lu­ti­on 1848 für die Demo­kra­tie gekämpft hat­ten. 153 Land­wehr­män­ner ver­wei­ger­ten den Gehor­sam und so rück­ten am 9.Mai 1849 Düs­sel­dor­fer Ula­nen vom Stein­be­cker Bahn­hof mit zwei Geschüt­zen in die rebel­lie­ren­de Stadt ein. Nach einem ers­ten Auf­ein­an­der­tref­fen am Neu­markt zog sich das Mili­tär zurück, in der Stadt wur­den Bar­ri­ka­den errich­tet, die größ­te an der Ein­mün­dung Her­zogstra­ße auf den Wall, gegen­über dem alten Elber­fel­der Rat­haus (hier ist heu­te das von-der-Heydt-Muse­um). Am Abend des 9.Mai 1849 ging das Mili­tär gegen die “Auf­stän­di­schen” vor, Schüs­se fal­len. Der preu­ßi­sche Kom­pa­nie­chef starb, eben­so drei Ver­fas­sungs­treue: Mat­thi­as Buch­mül­ler, ein 38jähriger Tage­löh­ner, Johann Busch­mann, 28 Jah­re alter Fär­ber und Wihelm Kra­ne­feld, 45, der von Beruf Schu­ma­cher war. Das Mili­tär zog sich zum Lau­ren­ti­us­platz zurück und ver­ließ am nächs­ten Tag die Stadt.


Klad­de­ra­datsch, 20. Mai 1849.

Fried­rich Engels eil­te aus Köln nach Elber­feld, um sich den Auf­stän­di­schen anzu­schlie­ßen, der Ver­such die Bahn­li­nie zu unter­bre­chen wur­den von der königs­treu­en Bar­mer Bür­ger­wehr ver­ei­telt. Aus dem Gefäng­nis am Turm­hof wur­den Gefan­ge­ne befreit, der Bru­der des preu­ßi­schen Minis­ter August von der Heydt, Dani­el, wur­de fest­ge­setzt. Eine Dele­ga­ti­on wur­de nach Ber­lin gesandt, dort jedoch offi­zi­ell nicht emp­fan­gen. Am 16.Mai signa­li­sier­te ein Tele­gramm das Ein­len­ken des Königs und der Wider­stand brö­ckel­te. Die 500 Auf­rüh­rer zogen für 6000 Taler ab und ver­lie­ßen am 17.Mai die Stadt, um wenig spä­ter in Rem­lin­gra­de fest­ge­nom­men zu wer­den. Am 19.Mai bes­tetz­te das Mili­tär die Stadt, der Ober­bür­ger­meis­ter von Car­nap wur­de abge­setzt. Der König lob­te die Bar­mer Treue und vor dem Elber­fel­der Land­ge­richt wur­de 122 Auf­stän­di­schen der Pro­zeß gemacht. Die Stadt Elber­feld setz­te der Wit­we des preu­ßi­schen Kom­pa­gnie­chefs eine Jah­res­ren­te aus, die Namen der gestor­be­nen Arbei­ter blie­ben lan­ge unbe­kannt.


Gedenk­ta­fel für Johann Busch­mann, Fär­ber aus Nevi­ges, 28 Jah­re.

Die IG Metall stif­te­te die von Ulle Hees kos­ten­los ange­fer­tig­ten Gedenk­ta­feln, die in das Pflas­ter ein­ge­las­sen sind, da sie sich als Indus­trie­ar­bei­ter­ge­werk­schaft in der Tra­di­ti­on des Kamp­fes der Arbei­ter für Mit­be­stim­mung sehe, sag­te damals der Wup­per­ta­ler IG-Metall-Vor­sit­zen­de Axel Dirx. Zusam­men mit Ober­bür­ger­meis­ter Kre­men­dahl weih­te er die Tafeln ein. Paral­ell zur Ein­wei­hung fand eine Aus­stel­lung im Haus der Jugend mit dem Titel “Michels Erwa­chen — Eman­zi­pa­ti­on durch Auf­stand” statt. Obwohl damals drei Arbei­ter star­ben, habe ich nur zwei Tafeln gefun­den.1


Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Elber­fel­der Bar­ri­ka­de

Die Inschrift der Haupt­ta­fel lau­tet:

“Erin­ne­rung an die demo­k­rat­sche Revo­lu­ti­on
1848/49

Hier star­ben am 9.Mai 1849
die demo­kra­ti­schen Bar­ri­ka­den­kämp­fer
gegen das preu­ßi­sche Mili­tär.

Doch fall ich unbe­siegt, und mei­ne Waf­fen
sind nicht gebro­chen — nur mein Herz brach
H. Hei­ne, Enfant Per­du, 1851

IG Metall Wup­per­tal”


Ehrentafel für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen des ehem. Neusprachlichem Gymnasiums Aue

Am 8. Juli 1955 weih­te man aus Anlass der 125-Jahr-Fei­er des Neu­sprach­li­chen Gym­na­si­ums Aue, dem heu­ti­gen Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um im Schul­zen­trum Süd, die eicher­ne Ehren­ta­fel zur Erin­ne­rung an die 239 gefal­le­nen und 33 ver­miß­ten frü­he­ren Schü­lern der Lehr­an­stalt ein. Ange­fer­tigt wur­de sie auf Initia­ti­ve des Ver­eins der Ehe­ma­li­gen vom Holz­bild­hau­er Carl Zim­mer­mann. Um den zen­tra­len Teil mit den Jah­res­zah­len 1939–1945, der einen abs­trak­ten Stahl­helm dar­stel­len soll, sind die Namen der Opfer des Krie­ges in die fünf Zent­ner schwe­re Eichen­holz­ta­fel gear­bei­tet. Anfangs hing die Tafel im Schul­ge­bäu­de am Robert-Daum-Platz neben dem Leh­rer­zim­mer, heu­te hat sie ihren Platz im Schul­zen­trum Süd.1


Die Ehren­ta­fel im Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die Geschwister Scholl


An der rech­ten Mau­er der Trep­pe zum Haupt­ein­gang zum Haus der Jugend in Bar­men ist seit dem 2.September 1989 eine schlich­te Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die an die Namens­ge­ber des davor lie­gen­den Plat­zes erin­nert: die muti­gen Geschwis­ter Hans und Sophie Scholl.1


Die Inschrift erklärt:

“Geschwis­ter Scholl
Hans Scholl (22.9.1918 — 22.2.1943)
Sophie Scholl (9.51921 — 22.2.1943)
Mit­glie­der der stu­den­ti­schen Wider­stands-
orga­ni­sa­ti­on “Weis­se Rose” in Mün­chen.
Nach Flug­blatt­ak­tio­nen gegen das
natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Regime  wur­den sie
ver­haf­tet, zum Tode ver­ur­teilt und in
Mün­chen-Sta­del­heim hin­ge­rich­tet.”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mahnmal zur Erinnerung an die Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse

Mahn­mal mit Blick auf das alte Gebäu­de des Land­ge­richts.

Seit Mai 1995 erin­nert am Land­ge­richt in Wup­per­tal ein Mahn­mal, das die Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulla Hees geschaf­fen hat, an die Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts­pro­zes­se. Bereits zum 50.Jahrestag der Gewerk­schafts­pro­zes­se gab es Über­le­gun­gen ein Mahn­mal zu errich­ten. Die Wup­per­ta­ler Künst­le­rin Ulle Hees hat­te 1984 einen Ent­wurf im Rah­men einer Rei­he namens “Fin­ger­zei­ge der Geschich­te” vor­ge­legt, jedoch fehl­te es trotz Unter­stüt­zung durch den DGB und des Land­tags­prä­si­den­ten zunächst an finan­zi­el­len Mit­teln, sodass sich Hees 1990 an die WZ wand­te. Damals waren, so geht aus dem Arti­kel her­vor, bereits 2/3 auf 30.000 DM ver­an­schlag­ten Kos­ten als Spen­den gesam­melt wor­den, wie Hei­no Ahr, der Vor­sit­zen­de des DGB Ber­gisch Land, fest­stell­te.1


Das Mahn­mal von oben

1992 war das 36.000 DM Mahn­mal dann fer­tig gestellt, doch Ter­min­schwie­rig­kei­ten, Dis­kus­sio­nen über den Inhalt der Gedenk­ta­fel und der Inschrift, sowie tech­ni­sche Pro­ble­me ver­zö­ger­ten die Auf­stel­lung des Denk­mals.2 Am 6.Mai  1995 wur­de das Denk­mal schließ­lich durch Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau, Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, DGB-Kreis­vor­sit­zen­den Hei­no Ahr, NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Dr. Rolf Krum­sieck und Rudi Höff­gen, der sei­ner­zeit selbst zu den Opfern gehör­te, ein­ge­weiht. Der Minis­ter­prä­si­dent dank­te dem DGB dafür, dass er die “Män­ner und Frau­en des Arbei­ter­wi­der­stan­des” aus der Ver­gan­gen­heit geholt habe.3



Bis 2002 stand das Denk­mal neben dem Jus­tiz­hoch­haus, als die­ses abge­ris­sen wur­de, lager­te man das Mahn­mal ein. Am 29.November 2005 wur­de das Mahn­mal auf dem neu­ge­stal­te­ten Platz vor dem neu­en Jus­tiz­ge­bäu­de wie­der ein­ge­weiht, am glei­chen Tag wur­de auch eine Inter­net­sei­te online gestellt, die sich mit den Gewerk­schafts­pro­zes­sen beschäf­tigt, wes­we­gen an die­ser Stel­le nicht detail­lier­ter auf den Hin­ter­grund ein­ge­gan­gen wird.4


Als der Gesta­po ab dem 17. Janu­ar 1935 die Fest­nah­me meh­re­rer KPD-Funk­tio­nä­re gelang, konn­te sie im Lau­fe ihrer Ermitt­lun­gen die meis­ten ille­ga­len Par­tei- und Gewerk­schafts­grup­pen, die seit Früh­jahr 1934 auf­ge­baut wor­den waren, zer­schla­gen. Die fol­gen­den Mas­sen­ver­haf­tun­gen, bei denen nach einem Bericht des Sicher­heits­diensts der SS (SD) wahr­schein­lich an die 1900 Frau­en und Män­ner aus Wup­per­tal, Vel­bert, Solin­gen und Rem­scheid bis Ende 1936 in die Gewalt der Gesta­po gerie­ten, führ­ten zu den in der Öffent­lich­keit viel beach­te­ten Wup­per­ta­ler Gewerkschaftsprozessen.Der Ver­haf­tungs­er­folg der Gesta­po basier­te unter ande­rem auf deren bru­ta­len Ver­hör­me­tho­den. Im Zuge die­ser Ver­neh­mun­gen kamen meh­re­re Män­ner ums Leben. Ob sie Selbst­mord begin­gen oder an den Fol­gen der Fol­te­run­gen star­ben, lässt sich heu­te nicht mehr klä­ren.

Auch die Jus­tiz trug wesent­lich zum Macht­er­halt des NS-Regimes bei, indem sie Oppo­si­tio­nel­le ver­folg­te und ver­ur­teil­te. Die Staats­an­walt­schaf­ten beim Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Hamm und Volks­ge­richts­hof (VGH) in Ber­lin klag­ten meh­re­re hun­dert Per­so­nen wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat“ an. Mehr als 600 von ihnen wur­den für schul­dig befun­den und zwi­schen 1935 und 1937 vom OLG Hamm und dem VGH in meh­re­ren Teil­ver­fah­ren zu Gefäng­nis- und Zucht­haus­stra­fen ver­ur­teilt.” 5


Das Denk­mal besteht aus einem nied­ri­gen Sockel aus Pflas­ter­stei­nen, der an eine Pyra­mi­de erin­nert. Dar­auf fin­det sich die Bron­ze­skulp­tur, die dar­stellt, wie vie­le Men­schen unter einem Urteil lei­den und ver­su­chen Wider­stand dage­gen zu leis­ten.


 


Vor dem Mahn­mal sind zwei Bron­ze­plat­ten mit Inschrif­ten in den Boden ein­ge­las­sen:

 “In den Jah­ren 1935–1937 sind über 700 Wup­per­ta­ler
Arbei­ter und Arbei­te­rin­nen in einem der gröss­ten
Mas­sen­pro­zes­se der NS-Zeit zu dras­tisch hohen
Zucht­haus- und Gefäng­nis­stra­fen ver­ur­teilt wor­den.
Die ein­zel­nen Pro­zes­se wur­den von Straf­se­na­ten
des Ober­lan­des­ge­rich­tes Hamm  und von dem I.Senat des
Volks­ge­richts­ho­fes Ber­lin am Land­ge­richt Wup­per­tal
und in Hamm durch­ge­führt.

Im Geden­ken an die Frau­en und Män­ner, die wider­stan­den
und als akti­ve Kämp­fe­rin­nen und Kämp­fer der
Arbei­ter­be­we­gung unter dem Unrecht gelit­ten haben.

Deut­scher Gewerk­schafts­bund
Kreis Ber­gisch Land”


”… denn wo Unrecht  herrscht, da gibt es
immer auch Sehn­sucht von
Men­schen, die­ses Unrecht zu
besei­ti­gen. Die­se zutiefst mensch­li­che
Eigen­schaft ist unaus­lösch­bar…”

Zur Erin­ne­rung an den geleis­te­te Wider­stand und an die
Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts­pro­zes­se

DGB Kreis Ber­gisch Land”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te