Denkmal gegen Vivisektion

Denk­mal gegen Vivi­sek­ti­on.

Unweit des Rin­gel-Denk­mals, an der Kur­ve der Josef-Haydn-Stras­se, wo ein Weg in die Bar­mer Anla­gen führt, steht ein klei­ner unschein­ba­rer Sand­stein, den Johann Cas­par Engels, der in der Nähe wohn­te, vemut­lich vor dem Jahr 1930 errich­ten ließ. Im Namen des Wup­per­ta­ler Tier­schutz­ver­eins, der 1862 von Johann Carl Fuhl­rott gegrün­det wor­den war, mahnt er mit Hil­fe eines Zita­tes des Phi­lo­s­o­hen Scho­pen­hau­er den Kampf gegen Tier­miss­hand­lung und vor allem die Vivi­sek­ti­on an. Die Inschrift lau­tet:


Mot­to
“Tue Dei­nen Mund auf
für die Stum­men und für
die Sache aller, die ver-
las­sen sind”

Arthur Scho­pen­hau­er
1788–1860

In sei­nem Kamp­fe gegen
die “scheuss­li­che Tier­miss-
hand­lung” und gegen die
“ruch­lo­se Vivi­sek­ti­on”.

Der Wup­per­ta­ler Tier­schutz-
ver­ein”


Johann Cas­par Engels war auch der Stif­ter des ver­lo­re­nen Bron­ze­re­li­efs “Jesus heilt ein miß­han­del­tes Tier”, das an der Dicke-Ibach-Trep­pe zu fin­den ist.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ernst-von-Eynern-Gedenkstein

Im Juli 1907  errich­te­te der Bar­mer Grot­ten­bau­er Fried­rich Sauer­zapf im Auf­trag des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins in den Bar­mer Anla­gen einen Gedenk­stein für den Bar­mer Abge­ord­ne­ten Ernst von Eynern. Sauer­zapf türm­te Hau­stei­ne zu einem etwa drei Meter hohen Hügel und plat­zier­te im Zen­trum einen Gra­nit­stein, der damals wie heu­te die Inschrift trug:

Ernst
v.Eynern
Platz”


Der Ernst von Eynern Gedenk­stein im Ursprungs­zu­stand. Die Auf­nah­me ent­stand vor 1914. Bild ent­nom­men aus der Fest­schrift: Ver­schö­ne­rungs­ver­ein zu Bar­men zum 50jährigen Jubi­lä­um am 8.Dezember 1914, S.26. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Heu­te ist von dem “Stein­hau­fen” fast nur noch der Gra­nit­stein übrig geblie­ben.


Ernst v. Eynern Gedenk­stein.

Ernst von Eynern wur­de 1838 in Wup­per­feld gebo­ren und war der Sohn des Bar­mer Kauf­manns, Stadt­ver­ord­ne­tem und Abge­ord­ne­ten des preu­ßi­schen Land­tags, Fried­rich von Eynern. Der Sohn schick­te sich an den Pfa­den sei­nes Vaters zu fol­gen und wur­de 1875 Stadt­ver­ord­ne­ter auf Sei­ten der Natio­nal­li­be­ra­len. 1879 wur­de er in den Pro­vin­zi­al­land­tag und als Abge­ord­ne­ter für Len­nep-Rem­scheid-Solin­gen in den preu­ßi­schen Land­tag gewählt. 1894 ver­lieh ihm Wil­helm II. den erb­li­chen Adel. Ernst von Eynern galt als duld­sam und hilfs­be­reit und war Anhän­ger Bis­marcks und folg­lich Geg­ner des demo­kra­ti­schen Fort­schritts, des Ultra­mon­ta­nis­mus und des Mar­xis­mus. Außer­dem kämpf­te er gegen den Ein­fluss der Kir­chen und war auf­grund sei­ner schlag­fer­ti­gen Rede gefürch­tet. Er starb durch einen Unglücks­fall in der Nacht vom 1. auf den 2.November 1906 in Bar­men. Sei­ne Wit­we übewies dem Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein 1907 20.000 Mk zum Andenken an ihren Mann, der lan­ge Jah­re Mit­glied des Ver­eins gewe­sen war.1

In unmit­tel­ba­rer Nähe zum Gedenk­stein steht das Krie­ger­denk­mal des Reser­ve-Infan­te­rie-Regi­ments 53 .

 

Gedenkstein für Adolph Werth

Adolph Werth wur­de am 25. April 1839 gebo­ren und starb am 22. Febru­ar 1915 in sei­ner Geburts­stadt Bar­men. Er war Inha­ber der väter­li­chen Fabrik für Bar­mer Arti­kel, die am Müh­len­weg ange­sie­delt war. Adolph Werth fühl­te sich der Geschichts­for­schung ver­pflich­tet. Er war Mit­glied des Ber­gi­schen Geschichts­ver­eins seit des­sen Bestehen und grün­det die Abtei­lung Bar­men 1868, deren Schrift­füh­rer er war. 1869 wur­de er Vor­sit­zen­der die­ser Abtei­lung. 1887 gehör­te zu den Grün­dern des Schloß­bau­ver­eins Burg a.d. Wup­per, wo er 15 Jah­re Schrift­füh­rer war. Ab 1913 küm­mer­te er sich um den Auf­bau eines Archivs und einer ber­gi­schen Biblio­thek. Als Nach­fol­ger sei­nes Vaters ver­wal­te­te er das Archiv der refor­mier­ten Gemein­de Gemar­ke seit 1872. Zu sei­nem For­schungs­ge­biet gehör­te die Geschich­te der Gemein­de Gemar­ke, die Geschich­te der Garn­nah­rung und der Stadt Bar­men und er doku­men­tier­te die Wie­der­errich­tung von Schloss Burg.
Denk­mal für Adolph Werth in den Bar­mer Anla­gen

Am 15. Juli 1916 ent­hüll­te der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein Bar­men unter Vor­sitz des Geheim­rats Albert Moli­n­eus das Denk­mal für Adolph Werth. Es besteht aus einem Gra­nit­find­ling aus dem Oden­wald mit einer bron­zier­ten Kup­fer­plat­te. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Pla­ket­te ein­ge­schmol­zen, am 5.Februar 1955 konn­te sie durch Bemü­hun­gen des Ber­gi­schen Geschichts­ver­eins und des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins ersetzt wer­den. Die neue Tafel  mit gering­fü­gig ver­än­der­ter Inschrift fer­tig­te die Fir­ma August Lan­ge, aus Kup­fer­blech mit Bron­ze­buch­sta­ben.


Die Inschrift

Die Inschrift lau­tet:

ADOLF WERTH
1839–1915
Der Begrün­der des Berg.
Geschichts­ver­eins von
Bar­men. Sein Lebens­werk
war die Erfor­schung der
Geschich­te sei­ner
Vater­stadt.”

Adolph Werth wur­de auf dem Fried­hof Batho­lo­mä­us­stra­ße bei­ge­setzt, bis 1986 befand sich dort sein Grab und ein wei­te­rer Gedenk­stein des Ber­gi­schen Geschichts­ver­eins.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Knabe mit Taube

Kna­be mit Tau­be.

Die Bron­ze­plas­tik “Kna­be mit Tau­be” fer­tig­te  Pro­fes­sor Kurt Leh­mann aus Han­no­ver im Jahr 1953 im Auf­trag des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs- ver­eins. Am 28.September 1954 wur­de sie der Bevöl­ke­rung als Geschenk zum 25jährigen Stadt­ju­bi­lä­um über­ge­ben und ist seit­dem am Klin­ker­teich in den Bar­mer Anla­gen zu fin­den. Die 7000 DM teu­re Figur nach einem Ent­wurf aus dem Jahr 1936 ist 110 cm hoch. Die Stadt Kas­sel kauf­te im sel­ben Jahr einen zwei­ten Abguss,1 die Figur steht heu­te im Bota­ni­schen Gar­ten der Stadt.2 Eine wei­te­re Skulp­tur steht in der Neu­mark­ter Stra­ße in Osna­brück,3 laut Wiki­pe­dia stammt sie aus dem Jahr 1958.4


Detail­an­sicht

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Gedenkstein für Hans Heinrich Schwalm

In den Jah­ren 1956 und 1954 ver­star­ben die Ehe­leu­te Hans Hein­rich und Ali­ce Schwalm. In den Tes­ta­men­ten wur­de ver­fügt, dem Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein 10.000 DM für Neu­pflan­zun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. 1957 beschloss der Ver­ein, das Geld in Rho­do­dend­ren zu inves­tie­ren, die ent­lang des Pro­me­na­den­wegs unter­halb der Ver­wal­tungs­ge­bäu­de, in dem heu­te der Wup­per­ver­band zu Hau­se ist, anzu­pflan­zen.


Hans-Hein­rich-Schwalm-Gedenk­stein

Nach Abschluss  der Arbei­ten, im Herbst 1962, errich­te­te man einen ca. 1,20m hohen Gedenk­stein aus Muschel­kalk, der an die Spen­de erin­nern soll­te. Sei­ne Inschrift lau­tet:1

“Hans Hein­rich
Schwalm
Stif­tung”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Emil-Rittershaus-Denkmal

Das Emil Rit­ters­haus Denk­mal in den Bar­mer Anla­gen.

Als Dich­ter und Kauf­mann, Bür­ger und Künst­ler, Schwär­mer und Idea­list, Frei­mau­rer und Christ wur­de der am 3.April 1834 in Bar­men gebo­re­ne Emil Rit­ters­haus beschrie­ben. Als er am 8.März 1897 in der Beck­manns­hof­stra­ße starb, wur­de die­se kurz nach sei­nem Tod mit sei­nem Namen bedacht. Das viel­leicht bekann­tes­te Werk des Dich­ters und Red­ners Rit­ters­haus ist das West­fa­len­lied (s.Wikipedia). Nach sei­nem Tod führ­te man in ganz Deutsch­land eine Samm­lung zur Schaf­fung eines Denk­mals durch, die 26.162,12 Mk erlös­te, sogar aus Mos­kau und Zürich tra­fen Spen­den in Bar­men ein. Den noch feh­len­den Betrag zur Deckung der Aus­ga­ben in Höhe von 30.132,949 Mk steu­er­te die Loge “Les­sing” bei, deren Ehren­meis­ter und Meis­ter vom Stuhl Rit­ters­haus gewe­sen war.


Die Signa­tur des Bild­hau­ers Fried­rich Scha­per

Am 20.Juni 1900 wur­de das Denk­mal, geschaf­fen von Rit­ters­haus’ Schwie­ger­sohn Prof. Fried­rich Scha­per, unter Beglei­tung einer gro­ßen Men­schen­men­ge ein­ge­weiht. Das Stand­bild zeigt den Dich­ter “lebens­wahr und über­ra­schend ähn­lich”, wie der Bericht der Stadt Bar­men fest­hielt. Den Kra­genm­na­tel umge­hängt, den Hut in der Hand, die Rech­te auf den Stab gestützt, bewohnt er seit­dem die Bar­mer Anla­gen, auf dem Sockel aus schwe­di­schem Gra­nit ste­hend.


Das Emil-Rit­ters­haus-Denk­mal vor dem Ers­ten Welt­krieg. Bild ent­nom­men aus der Fest­schrift: Ver­schö­ne­rungs­ver­ein zu Bar­men zum 50jährigen Jubi­lä­um am 8.Dezember 1914, S.13. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


Wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus muss­ten die Zei­chen der Frei­mau­re­rei am Denk­mal ver­schwin­den, wäh­rend des Welt­kriegs soll­te das Stand­bild ein­ge­schmol­zen wer­den. Doch mit­hil­fe eines Mit­glieds der Fami­lie Rit­ters­haus wur­de das Denk­mal auf einem städ­ti­schen Bau­hof ver­steckt und konn­te am 50.Todestag des Dich­ters 1947 wie­der sei­nen Platz neben dem inzwi­schen zer­stör­ten Pla­ne­ta­ri­um ein­neh­men. 1954 wur­de der im Krieg beschä­dig­te Stock durch ein Gas­rohr ersetzt.


Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


1960 wur­de das Denk­mal an sei­nen heu­ti­gen Stand­ort ober­halb der Unte­ren Lich­ten­plat­zer Stra­ße ver­setzt. Dabei wur­de der beschä­dig­te Sockel gedreht, sodass die eins­ti­ge vor­der­sei­ti­ge Inschrift

Emil Rit­ters­haus
1834–1897”

nun auf der Rück­sei­te steht.
Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus

Die ehe­ma­li­ge Inschrift auf der Rück­sei­te wur­de nun noch um den Namens­zug des Dich­ters ergänzt, sodass sie heu­te lau­tet:

Emil Rit­ters­haus
Dem Dich­ter
und Men­schen­freun­de
errich­tet im Jah­re
1900”


Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


1984, zum 150. Geburts­tag Rit­ters­haus’ wur­de eine Gedenk­fei­er abge­hal­ten, die von der Gesell­schaft Con­cordia, der Johan­nis­lo­ge “Her­mann zum Lan­de Ber­ge” und dem Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein ver­an­stal­tet wur­de. Anschlie­ßend wur­de am Denk­ta­fel eine wei­te­re Gedenk­ta­fel ent­hüllt, deren Inschrift lau­tet:

“Ihrem Meis­ter vom Stuhl
1877–79 u.1883–89
Frei­mau­rer­lo­gen
Her­mann zum Lan­de der Ber­ge
Les­sing
im Wup­per­ta­le
als Stif­te­rin­nen”

Dar­un­ter ist das Sym­bol der Frei­mau­rer zu sehen, Win­kel­maß und Zir­kel. Gefer­tigt wur­de die Tafel im Auf­trag der Logen von Wal­ter Bar­do­lat­zy.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ringel-Denkmal

Ein­trag aktua­li­siert am 6. August 2013. Am 18.September 1883 beschloss die Bar­mer Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung, dass man im sog. Rin­gel­tal in den Bar­mer Anla­gen ein Denk­mal für Lud­wig Rin­gel errich­ten wol­le. Die­ser war Begrün­der vie­ler städ­ti­scher und pri­va­ter gemein­nüt­zi­ger Stif­tun­gen und man hat­te bereits einen Teil der Bar­mer Anla­gen nach ihm benannt, da er die­ses Gründ­stück erwor­ben und dem Ver­schö­ne­rungs­ver­ein über­las­sen hat­te. Der gebür­ti­ge Len­ne­per Kauf­mann war auch in sei­nem Tes­ta­ment frei­gie­big und bestimm­te, dass ca. 1 Mil­li­on Mark für ver­schie­de­ne Zwe­cke in Bar­men und Len­nep ver­wen­det wur­den, u.a. 400.000 Mk zum Bau der Chris­tus­kir­che in Unt­er­bar­men.


Blick vom Rin­gel-Denk­mal auf das Rin­gel­tal.

Für den Ent­wurf des Stadt­bau­meis­ters Carl Win­chen­bach stell­ten die Stadt­ver­ord­ne­ten 40.000Mk zur Ver­fü­gung. Am 22.Juni 1886 wur­den noch ein­mal 13.000 Mk zuge­schos­sen, um Ände­run­gen bei der Aus­füh­rung zu finan­zie­ren. Ver­mut­lich wur­de das Denk­mal in die­sem Jahr (1886) dann auch fest­ge­stellt, auch wenn die Inschrift auf das vor­an­ge­gan­ge­ne Jahr ver­weist.


Das Rin­gel-Denk­mal auf einer alten Post­kar­te im Ori­gi­nal-Zustand.

Bereits 1900 gab es die ers­ten Zer­stö­run­gen am Denk­mal. Eine Gedenk­ta­fel für den Erbau­er Carl Win­chen­bach wur­de zer­stört, eine Vase  in der rech­ten Nische beschä­digt. 1938 beschäf­tig­te sich der Denk­mal­aus­schuss der Stadt mit dem Denk­mal, dass es ver­wit­tert war und “häss­lich” aus­sah. Plä­ne zur Besei­ti­gung wur­den aber fal­len gelas­sen, dafür “über­flüs­si­ges Bau­werk” besei­tigt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war das Denk­mal ver­fal­len, die Nischen zuge­mau­ert, Trep­pen und Balus­tra­de bau­fäl­lig. 1968 erneu­er­te Stein­metz­meis­ter Man­fred Stöl­zel das Denk­mal, aller­dings konn­ten die Trep­pen nicht wie­der­her­ge­stellt wer­den.1


Das Rin­gel­denk­mal auf einer alten Post­kar­te. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Das Rin­gel-Denk­mal heu­te 2011. Es ist zuge­wach­sen, vie­le Zier­ele­men­te sind ver­schwun­den, die Nischen ver­schlos­sen.

Blick von der ande­ren Sei­te.

Auch von oben sieht das Denk­mal ver­nach­läs­sigt aus.

Die Tafel mit der Inschrift. Das Reli­ef Rin­gels ging im Zwei­ten Welt­krieg ver­lo­ren.

 Die Inschrift auf der braun­ro­ten Gra­nit­ta­fel lau­tet:

Zur Erin­ne­rung
an
Lud­wig Rin­gel
geb. 10.Nov.1808
gest. 15.Nov 1881
die dank­ba­re Stadt
Bar­men
1885”


Ergän­zung vom 6. August 2013:
Das Denk­mal im August 2013

2012 wur­de das Denk­mal durch den Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein gründ­lich reno­viert. Das nöti­ge Geld (70.000 von ins­ge­samt 75.000 €) stell­te die Ilse­lo­re-Luc­kow-Stif­tung zur Ver­fü­gung. Der Erhalt von Denk­mä­lern des 19. Jahr­hun­derts gehört zum aus­drück­li­chen Stif­tungs­zweck. Rüdi­ger Hof­mann vom BVV-Arbeits­kreis für die Denk­mä­ler und Gott­hard Geis­ler von der Fir­ma Con­cret, die bereits die Sanie­rung des Bar­mer Krie­ger­denk­mals für die Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864 und 1866 zusam­men durch­ge­führt hat­ten, nah­men fol­gen­de Arbei­ten vor:


“Alle frei­ge­leg­ten Fugen und Fehl­stel­len wur­den mit spe­zi­el­lem Stein­re­stau­ra­ti­ons­mör­tel bei­ge­ar­bei­tet. Das gesam­te, 250 Qua­drat­me­ter gro­ße Objekt wird gerei­nigt: Aus­sichts­platt­form, Ansichts­tei­le Park­sei­te und Sei­ten­tei­le, Strahl­ar­bei­ten. Die losen mine­ra­li­schen Tei­le (Fugen), Algen und Wur­zeln wur­den ent­fernt, Aus­blü­hun­gen bear­bei­tet. Alle Stei­ne wur­den mit Anti­graf­fi­ti-Pro­tec­to­sil schutz­be­schich­tet.“2
Außer­dem wur­de die Ter­ras­se abge­dich­tet, die Boden­plat­ten neu­ver­legt und Was­ser­ab­läu­fe her­ge­stellt. Die bepflanz­te Flä­che vor dem Denk­mal wur­de “plat­tiert” und die Sei­ten­be­rei­che gesi­chert.
Neu und hübsch.

Zwei neue Mar­mor­ta­feln infor­mie­ren über Lud­wig Rin­gel und die Sanie­rung des Denk­mals. Die zen­tra­le Mar­mor­ta­fel wur­de restau­riert und mit einem Foto (anstatt des ursprüng­li­chen Por­traitme­dail­lons) Rin­gels ver­se­hen. Die neue Frei­flä­che vor dem Denk­mal ermög­li­che viel­leicht Sonn­tags-Kon­zer­te, träum­te Rüdi­ger Hof­mann anläss­lich der Ein­wei­hung.


Die neue Tafel.

Die neue lin­ke Tafel trägt fol­gen­de, sehr schlecht les­ba­re Inschrift:

“Denk mal — ein Denk­mal für einen Mäzen­die Bar­mer Stadt­ver­ord­ne­ten beschloss­sen am 18.02.1883 zu Ehren des am / 15.11.1881 Bei­ge­ord­ne­ten Lud­wig Rin­gel ein Denk­mal zu errich­ten. [sic!] / Bewil­ligt wur­de die Bau­sum­me von 53.000,- Mark. / Den Ent­wurf lie­fer­te Stadt­bau­meis­ter Carl Win­chen­bach. Obwohl das / Bau­werk im Rin­gel­tal bereits 1884 fer­tig war, fand die Ein­wei­hungs­fei­er erst / am 10.November 1887, dem Geburts­tag Lud­wig Rin­gels und sechs Jah­re nach / sei­nem Tod statt. 1938/1939 woll­te die Stadt Wup­per­tal das stark ver­wit­ter­te / Denk­mal abrei­ßen las­sen. Nach­dem sich der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein für / den Erhalt aus­ge­spro­chen hat­te, wur­de nur angeb­lich über­flüs­si­ges Bei­werk / besei­tigt. Nach dem zwei­ten Welt­krieg (1939–1945) war das Denk­mal teilweise/ ver­fal­len. 1968 restau­rier­te Stein­meis­ter Man­fred Stöl­zel das Bau­werk. Auf die / Wie­der­her­stel­lung der monu­men­ta­len Trep­pen­an­la­ge wur­de aus Kos­ten­grün­den / ver­zich­tet. Ursprüng­lich befand sich über dem Text im Mit­tel­bo­gen ein bron­ze­nes / Por­traitme­dail­lon des Geehr­ten, das ver­mut­lich im Krieg ein­ge­schmol­zen wur­de. / Sti­lis­tisch weist die Anla­ge Ele­men­te der Renais­sance und des Barock aus, / was für die Zeit des His­to­ris­mus im 19. Jahr­hun­dert cha­rak­te­ris­tisch ist. 2012 hat die Düs­sel­dor­fer Ilse­lo­re-Luc­kow-Stif­tung, die sich neben ande­ren Zwe­cken der Erhal­tung von
Denk­mä­lern wid­met, eine behut­sa­me Restau­rie­rung durch die Fir­ma
Con­cret GmbH ermög­licht.”

Die rech­te Tafel, die mit einer Post­kar­ten­an­sicht des ursprüng­li­chen Denk­mals ver­se­hen ist, erklärt:

Was kann ich für mei­ne Stadt tun?

Lud­wig Rin­gel sag­te vor der Wahl der Bei­ge­ord­ne­ten der Stadt Bar­men
am 19. Janu­ar 1858: “Ich freue mich, wenn ich mit mei­nen schwa­chen
Kräf­ten etwas zum Woh­le und Bes­ten der Stadt bei­zu­tra­gen ver­mag.”
Über eige­ne gute Taten zu reden war nicht sei­ne Sache. Lud­wig Rin­gel
(10. Novem­ber 1808–15.November 1881) ver­mach­te der Stadt Bar­men,
der Unt­er­bar­mer Kir­chen­ge­mein­de für die Chris­tus­kir­che und der
Anstalt für ver­las­se­ne Kin­der, auch in sei­ner Geburts­stadt Len­nep
gro­ße Stif­tun­gen. 1000.000,- [sic!] Mark depo­nier­te der Unter­neh­mer 1880 für den Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein bei der Stadt Bar­men.
Die Zin­sen soll­ten für die Pfle­ge des spä­ter nach ihm benann­ten
Rin­gel­ta­les ver­wen­det wer­den. Rin­gel hat­te das “Vor­me­tal” erwor­ben
und von zwei mit gekauf­ten Wohn­häu­sern befrei­en las­sen.
Mit der Park­ge­stal­tung wur­de Hof­gar­ten­di­rek­tor Hering beauf­tragt.
Fazit damals wie heu­te: “schöns­te von allen Par­ti­en”.
Bit­te gehen Sie links oder rechts vom Denk­mal die Wege hin­auf.
Die obe­re Platt­form ist erhal­ten geblie­ben und von einer Balus­tra­de
begrenzt, die frü­her an den Außen­sei­ten je zwei Vasen trug.
Die­ser “Archi­tek­tur-Kulis­se” war ein mehr­fach geglie­der­te Frei­trep­pe
vor­ge­la­gert. Die Ter­ras­se erlaubt einen herr­li­chen Blick auf das
gar­ten­ar­chi­tek­to­nisch her­vor­ra­gend gestal­te­te, ehe­mals tief ein­ge­schnit­te­ne Tal und das Bar­mer Zen­trum bis hin­über zu den Nord­hö­hen.”


Das Rin­gel-Denk­mal von oben

Am 23. Novem­ber 2012 wur­de das reno­vier­te von dem BVV- Vor­sit­zen­dem Peter Pran­ge und Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung wie­der­ein­ge­weiht. Der Ober­bür­ger­meis­ter erklär­te:

“Es ist schön die­ses wun­der­ba­re Denk­mal wie­der in Besitz zu neh­men. Lud­wig Rin­gel gilt noch heu­te als Vor­bild für ehren­amt­li­chen Ein­satz für unse­re Stadt, um den uns vie­le ande­re Städ­te benei­den. Das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment des Ver­schö­ne­rungs­ver­eins seit 1864 macht Wup­per­tal zu einer rei­chen Stadt. Die Bar­mer Anla­gen sind ein Schmuck­stück und ein kos­ten­lo­ses groß­ar­ti­ges, täg­li­ches Geschenk an die Mit­bür­ger. Es soll­te selbst­ver­ständ­lich sein, dass jeder Nut­zer pfleg­lich mit dem Ver­eins­ei­gen­tum umgeht!”

Werlé-Denkmal

Am 21. August 1881 weih­ten Bar­mer Bür­ger um den Ober­bür­ger­meis­ter Dr.Bredt in den Bar­mer Anla­gen das Denk­mal zu Ehren von Wil­hem Wer­lé, des ein Jahr zuvor ver­stor­be­nen Grün­ders des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins, ein. Schon zu des­sen Leb­zei­ten hat­te eine Kom­mis­si­on Bar­mer Bür­ger unter dem Vor­sitz des Ober­bür­ger­meis­ters den Ber­li­ner Bild­hau­er Bern­hard Afin­ger mit der Anfer­ti­gung einer Büs­te beauf­tragt. Die geplan­te Anfer­ti­gung eines Gips­mo­dells geriet wegen einer Erkran­kung des zu Ehren­den ins Sto­cken. Die Kos­ten für die Büs­te in Höhe von 3300 Mk wur­den in drei Raten gezahlt, nach­dem man vor­her bei ange­se­hen Bar­mer Fami­li­en gesam­melt und 5175 Mk erlöst hat­te. Am 9. Novem­ber 1878 wur­de die Büs­te schließ­lich vom fer­nen Ber­lin nach Bar­men gelie­fert.


Büs­te zu Ehren von Wil­helm Wer­lé

Die Inschrift

Schon seit vie­len Jah­ren fehlt der Büs­te die Nase, 1950 ver­such­te man sie zu erneu­ern, doch das Ergeb­nis hielt nicht lan­ge. Die Büs­te steht auf einem ca. 2 Meter hohen Gra­nit­so­ckel, der auf einem drei­stu­fi­gen Unter­bau ruht.

Die Inschrift lau­tet:

“Gestif­tet
zum Andenken
an den Grün­der des
Bar­mer Verschönerungs=Vereins
HERRN
WILHELM WERLÉ
gebo­ren am 26.September 1804
gestor­ben am 28.August 1880”

Das Wer­lé-Denk­mal war bis zum zwei­ten Welt­krieg noch von einem kunst­voll geschmie­de­ten Git­ter umge­ben.

Wil­helm Wer­lé war seit 1836 in Bar­men zu Hau­se und hei­ra­te­te, obwohl selbst katho­lisch, eine pro­tes­tan­ti­sche Frau aus einer der ange­se­hens­ten Fami­li­en des Wup­per­tals. 1840–46 war er Bei­ge­ord­ne­ter in Bar­men und anschlie­ßend bis 1875 Stadt­ver­ord­ne­ter. 1846 grün­de­te er die “Bar­mer Gas-Erleuch­tungs-Gesell­schaft”, des­sen Vor­sit­zen­der Direk­tor er bis zu sei­nem Tode war. 1848 war er Depu­tier­ter im Frank­fur­ter Vor­par­la­ment, 1856–1862 Abge­ord­ne­ter für Wald­bröl im Preu­ßi­schen Abge­ord­ne­ten­haus und Ange­hö­ri­ger der Libe­ra­len. 1864 grün­de­te er den Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein und war bis zu sei­nem Tod des­sen Vor­sit­zen­der.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te