Gedenktafel für die Gefallenen des Elberfelder Kriegervereins in den Feldzügen 1864/66

Anzei­ge des Elberf. Krie­ger-Ver­eins mit der Ein­la­dung zur Geburts­tags­fei­er des Königs und zur Ent­hül­lung der Gedenk­ta­fel, ent­nom­men aus: Täg­li­cher Anzei­ger vom 22.März 1868.

Am 22.März 1868, einem Sonn­tag, fei­er­te König Wil­helm I. von Preu­ßen sei­nen Geburts­tag. Die­sem Anlaß fol­gend fei­er­te auch der Elber­fel­der Krie­ger­ver­ein, der im Täg­li­chen Anzei­ger als “Ver­ein für jun­ge Krie­ger” bezeich­net wird, den Geburts­tag des Staats­ober­haupts und die Kame­ra­den erin­ner­ten sich an die errun­ge­nen Sie­ge “bei Düp­pel und Alsen, in Böh­men und am Main”. Die­ser Fei­er im reich geschmück­ten Ver­eins­lo­kal von Adam Stoll, Döp­pers­berg 25 (heu­te ent­steht dort, gegen­über des IC-Hotels, der neue Bus­bahn­hof) war eine Gedenk­fei­er vor­aus­ge­gan­gen.1 Um fünf Uhr, so berich­tet der Täg­li­che Anzei­ger, wur­de die Gedenk­ta­fel für 13 “hie­si­ge Bür­ger” ent­hüllt,


die kamp­fes- und sie­ges­mu­tig dem Rufe ihres Königs gefolgt waren und die der Ehren­tod für’s Vater­land auf dem Schlacht­feld ereilt hat. Ihre Namen blei­ben der Erin­ne­rung für Kind und Kin­des­kin­der; — Das Vater­land, beson­ders ihre Kame­ra­den, die die Gedenk­ta­fel gestif­tet, wer­den ihnen ein dau­ern­des, ehren­des Andenken bewah­ren.“2


Als Gäs­te des Ver­eins waren der Vor­stand des Land­wehr-Offi­zier­corps und Ver­tre­ter könig­li­cher und städ­ti­scher Behör­den anwe­send. Eine Abbil­dung der Gedenk­ta­fel exis­tiert nicht, spä­tes­tens im Zwei­ten Welt­krieg ist sie mit­samt der Häu­ser der Stra­ße Döp­pers­berg zer­stört wor­den.3

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Denkmal für Friedrich Wilhelm III. (“Königs-Denkmal”)

Die Unt­er­bar­mer Haupt­kir­che.
Nach­dem 1813 die Fran­zo­sen aus dem Wup­per­tal ver­trie­ben wor­den waren, kam das Her­zog­tum Berg 1815 zum König­reich Preu­ßen und des­sen Staats­ober­haupt, König Fried­rich Wil­helm III., wur­de auch Herr­scher über die Ber­gi­schen. Im Jahr 1817 rief Fried­rich Wil­helm III. anläß­lich des 300. Jah­res­ta­ges der Refor­ma­ti­on die Pro­tes­tan­ten dazu auf, die Spal­tung in Luthe­ra­ner und Refor­mier­te zu been­den und ver­ei­nig­te evan­ge­li­sche Gemein­den zu grün­den. Die ers­te Gemein­de, die die­sem Auf­ruf im Ber­gi­schen Land nach­kam, war die Unt­er­bar­mer Gemein­de im Jahr 1822. Sie errich­te­te anschlie­ßend die Unt­er­bar­mer Haupt­kir­che, die zehn Jah­re spä­ter 1832 ein­ge­weiht wer­den konn­te.
Am 7.Juni 1840 starb Fried­rich Wil­helm III. nach 43 Regie­rungs­jah­ren und 25 Jah­ren der Herr­schaft über das Ber­gi­sche Land. Kurz nach dem Tod des Königs baten die Bar­mer des­sen Sohn, Fried­rich Wil­helm IV., um die Geneh­mi­gung ein Denk­mal für den Ver­stor­be­nen zu errich­ten.1 Eine auf den 15.August 1840 datier­te Urkun­de, die bei der Grund­stein­le­gung des Denk­mals ein­ge­mau­ert wur­de, ent­hält die Erlaub­nis des Königs:

Ich habe die von den Bür­gern der Stadt Bar­men in der Anzei­ge vom 21. v.M. aus­ge­spro­che­ne Gesin­nung wohl­ge­fäl­lig auf­ge­no­menn, und will die beab­sich­ti­ge Errich­tung des bezeich­ne­ten Denk­mals ger­ne geneh­mi­gen.
Sans-sou­ci, den 8.August 1840

                                                                                 Fried­rich Wil­helm“2


Denk­mal für Fried­rich Wil­helm III., im Hin­ter­grund die Unt­er­bar­mer Haupt­kir­che. Dazwi­schen ist die heu­ti­ge Fried­rich-Engels-Allee zu sehen. Ent­nom­men aus: Deut­sches Geschlech­ter­buch, Genea­lo­gi­sches Hand­buch Bür­ger­li­cher Fami­li­en, her­aus­ge­ge­ben von Bern­hard Kör­ner, Bd.35, zugleich Ber­gi­sches Geschlech­ter­buch, her­aus­ge­ge­ben von Bern­hard Körner,Bd.2, Gör­litz 1922, vor S.65. Laut RMK S.32. han­delt es sich um einen Stahl­stich, gez. v. L.Rohbock, gest.v.G.Heisinger.

Am 28.August 1842 wur­de das Denk­mal auf dem Fried­rich-Wil­helm-Platz (heu­te Fried­rich-Wil­helm-Stra­ße/Wit­ten­stein­stra­ße) in Anwe­sen­heit des Königs Fried­rich Wil­helm IV. und sei­ner Gemah­lin ein­ge­weiht. Die Nacht hat­te das könig­li­che Paar in der Woh­nung der Wit­we Bredt-Rübel in Unter­dör­nen ver­bracht, zum ers­ten Mal hat­te ein Fürst in Bar­men über­nach­tet. Das Denk­mal wur­de im neu­go­ti­schen Stil errich­tet und stand auf einer klei­nen Anhö­he gegen­über der Unt­er­bar­mer Haupt­kir­che, um den Bezug zwi­schen dem Gebäu­de und der Idee Fried­rich Wil­helms her­zu­stel­len. Der Schaft des Denk­mals dien­te nicht zur Auf­nah­me einer Figur, son­dern bot Platz für die bron­ze­nen Gedenk­ta­feln.3[3] Die­se ent­hiel­ten an den vier Sei­ten des Denk­mals


“[…]die könig­li­chen Wor­te der bei­den vom 1.Dezember 1827 datier­ten Doku­men­te, von denen das eine bezeich­net war ‘Mein letz­ter Wil­le’ und das ande­re mit den Wor­ten: ‘Auf Dich Mei­nen lie­ben Fritz’.“4[4]

Ober­halb der Gedenk­ta­feln befand sich im Gie­bel über dem Maß­werk je ein preu­ßi­scher Adler, ver­mut­lich auch aus Bron­ze gefer­tigt.


Auf die­ser Post­kar­te aus dem Jahr 1912 wird das Denk­mal als “Krie­ger­denk­mal” bezeich­net. Die Gedenk­ta­feln sind aus wei­ßem Stein. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.7

Eine wei­te­re Post­kar­te mit einer eben­so fal­schen Beschrif­tung, das Denk­mal was Fried­rich Wil­helm III. gewid­met. Die Per­son vor dem Denk­mal macht die Grö­ßen­ver­hält­nis­se deut­lich. (Bild ergänzt am 24. Janu­ar 2014)

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Denk­mal so beschä­digt, dass man es bei anste­hen­den Stra­ßen­bau­ar­bei­ten nicht ver­set­zen konn­te. 1946 beschloss man des­halb die Besei­ti­gung. Im April 1955 ent­deck­te man bei Bau­ar­bei­ten unter den Res­ten des Denk­mals eine ein­ge­mau­er­te Kas­set­te, die dem Stadt­ar­chiv über­ge­ben wur­de. Dar­in fan­den sich die oben erwähn­te Urkun­de, sechs Mün­zen aus dem Jahr 1841, zwei Amts­blät­ter der Regie­rung zu Düs­sel­dorf vom 23. und 24.August 1841 sowie das Werk “Bar­men in his­to­ri­scher, topo­gra­phi­scher und sta­tis­ti­scher Bezie­hung von sei­ner Ent­ste­hung bis zum Jah­re 1841”.5


Eine sel­te­ne Foto­gra­fie des Denk­mals. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/8/137. Dort wird ver­wie­sen auf: “Stü­ring, Album von Bar­men von 1891” (Bild ergänzt am 8.November 2012)

Das Bar­mer Denk­mal, das auch Königs-Denk­mal genannt wird, gilt als das ers­te Denk­mal für Fried­rich Wil­helm III. in Preu­ßen. An der Stel­le des Denk­mals befin­det sich heu­te der Spiel­platz Wittensteinstraße/ Fried­rich-Wil­helm-Stra­ße.6


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Die Friedenseiche auf dem Wupperfelder Markt

Von die­sem Denk­mal exis­tiert kei­ne bekann­te Abbil­dung.

Am Vor­abend des 2.Jahrestag der Völ­ker­schlacht bei Leip­zig wur­de der Sieg über Napo­le­on in Bar­men fest­lich began­gen. Ober­bür­ger­meis­ter Carl Wil­helm Brü­ning­hau­sen hat­te am 18.Oktober 1815 zur Fei­er gela­den, bei der “auf den Ber­gen” “Sie­ges­flam­men” ange­zün­det wur­den, pas­sen­de Lie­der gesun­gen und “all­ge­mei­nes Jubel­ge­schrei” ange­stimmt wur­de. Am nächs­ten Tag ver­sam­mel­ten sich die Bür­ger Wup­per­felds, um auf dem Wup­per­fel­der Markt eine Eiche zu pflan­zen.1 In der ein­zi­gen Quel­le zu die­sem Denk­mal heißt es zu der Fei­er­lich­keit am 19.Oktober 1815:

Herr Obrist­haupt­mann Herr Carl Bredt, umge­ben von einer gro­ßen Anzahl Land­sturms-Offi­zie­re, der Haupt­mann Herr Nickel mit sei­nem geüb­ten Fähn­lein Land­stür­mer, die Corps der frei­wil­li­gen Jäger zu Pfer­de und zu Fuß mit ihren Haupt­leu­ten waren gegen­wär­tig, als unter dem Jubel­ge­schrei einer zahl­lo­sen Volks­men­ge, und unter dem Gebrül­le der Böl­ler die Eiche auf­ge­rich­tet und gepflanzt wur­de.

Möge die­ser Baum, wel­cher unge­ach­tet sei­nes viel­leicht zwan­zig jäh­ri­gen Alters, unter sorg­sa­mer Pfle­ge der Wup­per­fel­der gut gedeiht, einst unse­ren Enkeln und Uren­keln mit der Erin­ne­rung an die Befrei­ung ihrer Vor­el­tern von frem­der Herr­schaft zugleich die Nach­ei­fe­rung der Sit­ten und Fröm­mig­keit der­sel­ben geben.“2


Ver­mut­lich muss­te die Eiche 1884 dem Bau des Blei­cher­brun­nens wei­chen, wei­te­re Quel­len zu ihr gibt es nicht.3

Suidbert-Denkmal

Bereits im Jahr 1817, kurz vor Weih­nach­ten, wur­de der Grund­stein für das ers­te Suid­bert-Denk­mal auf der Hardt gelegt. Der Begrün­der der Anla­gen, Dr.Diemel, dem spä­ter ein eige­nes Denk­mal errich­tet wur­de, hat­te es initi­iert. Im nächs­ten Jahr konn­te das Denk­mal ein­ge­weiht wer­den. Das sehr schlich­te und ein­fa­che Denk­mal bestand aus einem qua­dra­ti­schen Block aus Bruch­stei­nen, auf dem eine “Urne in den schwuls­ti­gen For­men des Roko­ko prank­te. Eine dar­auf ange­brach­te Tafel belehr­te über den Zweck.“1 Die Urne hat­te ursprüng­lich auf dem Tor­pfei­ler eines Hau­ses gestan­den, ins­ge­samt, so Ruth Mey­er-Kahr­weg, hat­te das Denk­mal eine unwür­di­ge Form. Die Trau­er um das Denk­mal, das Mit­te des 19.Jahrhunderts bereits ver­wit­tert und schließ­lich zer­stört war, hielt sich ver­mut­lich in Gren­zen.2
Eine Abbil­dung des ers­ten Suid­bert-Denk­mals exis­tiert in RMK, S.23. Als Quel­le dafür gibt Ruth Mey­er-Kahr­weg die Samm­lung des His­to­ri­schen Zen­trums an. Die Abbil­dung habe ich nicht fin­den kön­nen.

Suid­bert (auch Suid­bert, Swit­bert oder Swid­bert genannt, der Name bedeu­tet: der star­ke Glän­zen­de) war ein angel­säch­si­scher Mis­sio­nar, der 690 mit dem Mis­sio­nar Wil­li­brord von Eng­land zum Kon­ti­nent über­setz­te. Prä­zi­se und glaub­wür­di­ge Infor­ma­tio­nen über den um 637 gebo­re­nen Kir­chen­mann fin­den sich vor allem in der His­to­ria eccle­si­asti­ca gen­tis Anglo­rum (Kir­chen­ge­schich­te des eng­li­schen Vol­kes) des angel­säch­si­schen Theo­lo­gen Beda Venera­bi­lis. 693 wur­de er in Eng­land zum Mis­si­ons­be­schof geweiht. Suid­bert wid­me­te sich zunächt der Mis­sio­nie­rung der frän­ki­schen Bruk­te­rer, die zwi­schen Ruhr und Lip­pe wohn­ten. Um 695 wur­de die­ser Stamm von den Sach­sen unter­wor­fen. Suid­bert erhielt dar­auf­hin von Pip­pin dem Mitt­le­ren die Erlaub­nis auf der Rhein­in­sel Kai­sers­werth ein Klos­ter zugrün­den. Er gilt als Apos­tel des Ber­gi­schen Lan­des, auch wenn für eine Mis­si­ons­tä­tig­keit Suid­berts nach der Klos­ter­grün­dung kei­ne ein­deu­ti­gen Bele­ge vor­lie­gen. Am 1.März 713 starb der Angel­sach­se, sei­ne Reli­qi­u­en fin­den sich bis heu­te in der ehe­ma­li­gen Stifts­kir­che im Suit­ber­tus­schrein.3


Das zwei­te Suit­ber­tus-Denk­mal auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Der Inha­ber der Far­ben­hand­lung Gebr. Lüttring­hau­sen, Johann Jakob Lüttring­hau­sen, initi­ier­te 1857 die Errich­tung eines zwei­ten Suid­bert-Denk­mals. Am 26.März 1857 trat die Kom­mis­si­on unter dem Vor­sitz des Ober­bür­ger­meis­ters Lisch­ke zusam­men. Der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Juli­us Bay­er­le wur­de mit dem Auf­trag bedacht und fer­tig­te 1858 das Denk­mal, wel­ches am 12.Mai 1859 in Elber­feld ein­traf und spä­ter ein­ge­weiht wur­de. Es stand auf dem heu­ti­gen Spiel­platz­ge­län­de auf der Alten Hardt. Das Denk­mal aus Sand­stein war ins­ge­samt 3,40 Meter hoch, die Figur stell­te Suid­bert über­le­bens­groß dar. Er trug ein lan­ges, wal­len­des Gewand, in der lin­ken Hand hielt er ein Buch, die rech­te war zur Pre­digt erho­ben.


Die Inschrift auf dem Sockel lau­te­te:

Dem ers­ten Boten des
Evan­ge­li­ums
im Lan­de der Ber­ge
Suid­bert
Gebo­ren in Eng­land, gestor­ben
in Kai­sers­werth
am 1.November DCCXII


Offen­sicht­lich waren die 1859 ver­wen­de­ten Quel­len zu Suid­bert feh­ler­haft, sei­ne Bedeu­tung zur Mis­sio­nie­rung des Ber­gi­schen Lan­des wur­de über­schätzt und sein Todes­da­tum falsch ange­ge­ben.


Das Suid­bert-Denk­mal mit sei­ner Ein­fas­sung auf der Alten Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Finan­ziert wur­de das Denk­mal aus pri­va­ten Spen­den. Die Kos­ten betru­gen 1326 Taler, 1 Sil­ber­gro­schen und 8 Pfen­ni­ge. 800 Taler erhielt der Bil­hau­er Bay­er­le, die schmie­de­ei­ser­ne Umfas­sung schlug mit 360 Talern und 15 Sil­ber­gro­schen zu Buche. Bereits im Juli 1859 war das Denk­mal Opfer von “Unfug”, im Mai 1934 berich­te­te die Ber­gisch-Mär­ki­sche Zei­tung, dass das Denk­mal mut­wil­li­ge Beschä­di­gung auf­wies. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Beschä­di­gun­gen ver­mehrt, doch erst in den 1960er wur­de es ent­fernt, als man das Spiel­platz­ge­län­de umge­stal­te­te. Das Denk­mal wur­de auf den Lager­platz auf der Hardt ver­bracht.4

Das Drei-Kaiser-Denkmal und die Freiheitseiche

Am 9. Novem­ber 1814 wur­de auf dem Elber­fel­der Neu­markt eine Eiche gepflanzt, die dar­an erin­nern soll­te, dass genau ein Jahr zuvor die Stadt von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft befreit wor­den war. Dem vor­aus­ge­gan­gen war ein Auf­ruf “zahl­rei­cher ächt deutsch gesinn­ter Män­ner” im Nie­der­rhei­ni­schen Anzei­ger (Nr. 37 vom 2.November 1814), einer Bei­la­ge der Pro­vin­zi­al-Zei­tung Elber­feld. In dem Auf­ruf wur­den die stol­zen Gefüh­le der wie­der­ge­won­nen deut­schen Frei­heit beschwo­ren. Die auf­ru­fen­den Män­ner konn­ten “unmög­lich umhin, den Wunsch, der in ihrer See­le ruht, laut aus­zu­spre­chen, daß man doch auch hier zum ewi­gen Andenken der ret­ten­den Schlacht bei Leip­zig ein Denk­mal stif­ten möch­te[…]”. Die­ses Denk­mal soll­te um die zu pflan­zen­de Eiche ent­ste­hen, wes­we­gen das Denk­mal auch den Namen “Frei­heits­ei­che” trägt. Auf vier Qua­der­stei­nen soll­ten die drei ver­bün­de­ten Mäch­te geehrt und der Grund der Errich­tung erklärt wer­den. Der Ober­bür­ger­meis­ter Brü­ning stimm­te in der nächs­ten Aus­ga­be am Fol­ge­tag der Errich­tung zu und reg­te an, dem Denk­mal eine “Fon­tai­ne” hin­zu­zu­fü­gen, da für kla­res, hel­les Was­ser auf dem Markt­platz ein drin­gen­des Bedürf­nis bestand. Schließ­lich über­leg­te man einen Tag spä­ter sogar, hei­len­des Mine­ral­was­ser zuzu­füh­ren und so “sie­chen Kör­pern” Gene­sung zu ver­schaf­fen. Doch zunächst wur­de die Eiche gepflanzt.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf dem Neu­markt, vor dem 21.6.1894, an dem der Düs­sel­dor­fer Hof (das Haus an der rech­ten Sei­te hin­ter dem der Schorn­stein zu sehen ist) abge­ris­sen wur­de. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/2

Am 3.Januar 1815 grün­de­ten dann 46 Män­ner mit “ächt deut­scher Gesin­nung” die Eichen­ge­sell­schaft und began­nen mit der Pla­nung des Denk­mals. Am 29.August 1817 konn­te der Grund­stein gelegt wer­den, am 26.September erklär­te der König sei­ne Zustim­mung zu dem Denk­mal und am 9.November 1817 fand die Ein­wei­hung statt.


Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts vor 1894. Links vom Mit­tel­punkt des Bil­des die Frie­dens­ei­che und ihre Ein­he­gung. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve vor 1894. Im Zen­trum die Frie­dens­ei­che. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Im Jahr 1894 wur­de der Neu­markt umge­stal­tet und das Denk­mal muss­te an einen neu­en Stand­ort ver­setzt wer­den. Man ent­schied sich für die Alte Hardt. Am 9.November 1894 rief der “Hülfs-Ver­ein für gedien­te Wehr­män­ner” zur Teil­nah­me an einer neu­en Pflan­zung einer Eiche am sel­ben Tag um 10:30 Uhr auf.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal um 1910 auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Der genaue Stand­ort ist ein wenig schwer zu bestim­men, da die Hardt ja auch mehr­fach umge­baut und ver­än­dert wur­de. Auf jeden Fall erkennt man im Hin­ter­grund der Post­kar­te die Kirch­tür­me von Sankt Mari­en. Ruth Mey­er-Kahr­weg loka­li­siert das Denk­mal ober­halb des Suid­bert-Denk­mals, wel­ches wie­der­um auf dem heu­ti­gen Spiel­platz­be­reich der Alten Hardt stand.


Die Inschrif­ten der Säu­len lau­ten:
“Franz
dem I.
Kai­ser
von
Oes­ter­reich”
“Alex­an­der
dem I.
Kai­ser
aller
Reus­sen.”

Fried­rich
Wil­helm
dem III.
König
von Preus­sen.”

 “Zum Andenken
des IX.Novembers
MCCCXIII
des Ein­zugs­ta­ges
der ers­ten
ver­bün­de­ten
Trup­pen
Errich­tet
von der
Eichen
Gesell­schaft

Nach­dem das Denk­mal an sei­nem neu­en Stand­ort auf­ge­stellt wur­de, ergänz­te man, ohne dass sich heu­te ein Datum ermit­teln lie­ße, eine Tafel, wie auf dem fol­gen­den Foto zu erken­nen ist. Die Tafel exis­tiert nicht mehr.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/15

Die Inschrift lau­te­te:

Errich­tet
auf dem Neu­markt
A.D.1817
————
Über­ge­führt
nach der Hardt
im Novem­ber
1894”

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Eiche beschä­digt und muss­te ent­fernt wer­den, der Rest blieb zunächst erhal­ten, bis man das Denk­mal (in den 50er Jah­ren 1) wegen der Erwei­te­rung des Spiel­plat­zes demon­tier­te und auf dem Lager­platz auf der Hardt depo­nier­te.2


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal 2011.
Am 13.Januar 1990 erin­ner­te Ulla Dah­men-Ober­bos­sel in der West­deut­sche Zei­tung an das Denk­mal und beklag­te, dass es auf der Hardt ver­gam­me­le. Ein bereits zwei­ein­halb Jah­re zuvor durch die WZ ange­reg­te Auf­stel­lung im Hof des His­to­ri­schen Zen­trums wur­de aus Platz­grün­den vom Gar­ten­amt abge­lehnt.3 Erst fünf Jah­re spä­ter konn­te die WZ einen neu­en Sach­stand ver­mel­den: am 4.März 1995 pflanz­te Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau einen neu­en Baum, der eben­so wie das Fun­da­ment des Denk­mals vom Bezirks­ver­band Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land gestif­tet wor­den war. Als Stand­ort bot das Gar­ten- und Forst­amt die ehe­ma­li­ge Kut­schen­auf­fahrt des Ber­gi­schen Hau­ses an. Minis­ter­prä­si­dent Rau bezeich­ne­te die Pflan­zung als “gute Tra­di­ti­on” und Bäu­me als “Sinn­bild des Lebens”. Das Pflan­zen von Bäu­men habe er in Isra­el gelernt, gleich­wohl war er froh, dass er ange­sichts der Grö­ße des Bau­mes die Pflan­zung nur sym­bo­lisch vor­neh­men muss­te. Die Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus freu­te sich über einen neu­en Anzie­hungs­punkt auf der Hardt, aller­dings fehl­ten noch 50.000 DM zur Sanie­rung der Säu­len.4 War­um die WZ in ihren Arti­keln 1995 den Baum hart­nä­ckig als Frie­dens­ei­che bezeich­net, ist unklar, die Moti­va­ti­on war 1814 ein­deu­tig ein Sym­bol der Frei­heit zu schaf­fen.
Wei­te­re vier Jah­re spä­ter konn­te die WZ end­lich die Ret­tung des Denk­mals berich­ten. Die Fir­ma Vor­werk & Co. schenk­te der Stadt zum 70jährigen Stadt­ju­bi­lä­um am 1.August 1999 die Restau­rie­rung der Säu­len in Höhe von 50.000 DM.5 Zunächst muss­te jedoch ein Rück­schlag ver­kraf­tet wer­den, Unbe­kann­te hat­ten im Früh­jahr 2000 die von Johan­nes Rau gepflanz­te Eiche zer­stört. Der Bezirks­ver­ein Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land stif­te­te erneut eine Eiche für das Denk­mal. Am 9.November 2000 — ent­spre­chend der his­to­ri­schen Tra­di­ti­on — wur­de das restau­rier­te Denk­mal vom Ober­bür­ger­meis­ter Hans Kre­men­dahl in Anwe­sen­heit des Stif­ters Dr.Jörg Mit­tels­ten Scheid (der per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­ter der Fir­ma Vor­werk & Co.) sei­ner Bestim­mung über­ge­ben.6 Am 15.November 2001 muss­te die WZ erneut ver­kün­den, dass die Eiche ersetzt wer­den muss­te, da man sie gefällt hat­te.7

Zur Neu­errich­tung wur­de auch eine neue Tafel ange­fer­tigt, die am Rand des klei­nen Plat­zes über das Denk­mal und sei­ne Geschich­te auf­klärt:


Die neue Tafel unweit des Denk­mals.

Die Inschrift lau­tet:

 “Drei-Kai­ser-Denk­mal
Die Frei­heits­ei­che
Denk­mal der Eichen­ge­sell­schaf­tAm 9.November 1814 Jah­res­tag der Befrei­ung Elber­felds von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft auf dem Neu­markt in Elber­feld gepflanzt. Am 9.November 1817 mit einem stei­ner­nen Denk­mal umge­ben.
1894 zur Hardt über­führt
1943, im 2.Weltkrieg, stark zer­stört
Am 4.März 1995 vom Bezirks­ver­band Gar­ten- und Land­schafts­bau Ber­gisch Land unter der Schirm­herr­schaft  des Minis­ter­prä­si­den­ten von Nord­rhein-West­fa­len, Johan­nes Rau, als neu­er Baum gepflanzt.
Rekon­struk­ti­on des Denk­mals unter Ver­wen­dung der his­to­ri­schen Stein­frag­men­te mit einer gross­zü­gi­gen Spen­de der Fami­lie Mit­tels­ten Scheid anläss­lich des 70.Jahrestages der Grün­dung der Stadt Wup­per­tal im Jahr 1999 und Wie­der­eröff­nung des Denk­mals am 9.November 2000.”
[Es fol­gen die Inschrif­ten der vier Säu­len.]
Im Dezem­ber 2011 wur­de bekannt, dass rus­si­sche Poli­ti­ker der Stadt ange­bo­ten haben, die Instand­set­zung des gesam­ten Denk­mals zu finan­zie­ren.8 Urhe­ber des Vor­schlags war das Wup­per­ta­ler Deutsch-Rus­si­sche Kul­tur­zen­trum “Applaus”.9  Laut Radio Wup­per­tal zwei­felt die Stadt aber am Wil­len, die Sanie­rung ent­spre­chend dem deut­schen Denk­mal­schutz-Richt­li­ni­en durch­zu­füh­ren.10 Ende Dezem­ber erklär­te die Ver­wal­tung zum Vor­ha­ben des rus­si­schen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten Gen­adj Kli­mow, dass kei­ne denk­mal­schutz­recht­li­chen Beden­ken vor­lä­gen. Aller­dings mahn­te man eine gründ­lich über­leg­te poli­ti­sche Ent­schei­dung an, schließ­lich besitzt eine Instand­set­zung die­ses Denk­mals, das drei auto­ri­tä­re Herr­scher ehrt, erheb­li­chen Sym­bol­cha­rak­ter — eben­so wie die Ableh­nung die­ses Vor­schlags.11 Ergän­zung vom 29.November 2012:
Am 21. Mai 2012 stell­te die Kom­mis­si­on der Kul­tur des Erin­nerns fest:

Dr. Ill­ner erläu­tert die his­to­ri­sche Aus­gangs­si­tua­ti­on des Drei-Kai­ser-Denk­mals. Wie ande­re Denk­mä­ler sei auch das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt als Hin­weis auf die Macht des rus­si­schen Zaren zu ver­ste­hen. Aus sei­ner Sicht ist es frag­lich, das Denk­mal in sei­nen ursprüng­li­chen Zustand zurück­zu­ver­set­zen. Auf­grund einer Restau­rie­rung des Denk­mals vor acht Jah­ren mit Unter­stüt­zung von Dr. Mit­tels­ten Scheid befin­det es sich in einem gepfleg­ten Zustand. Eine Hin­weis­ta­fel zur Bedeu­tung des Denk­mals ist vor­han­den.
Die Kom­mis­si­on ist sich einig, dem Anlie­gen der Initia­to­ren nicht zu ent­spre­chen.”
12


Im Juni 2012 fand auf Ein­la­dung des Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Kul­tur­fo­rums im Deutsch-Rus­si­schen Kul­tur­zen­trums “Applaus” eine Podi­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge der Restau­rie­rung des Denk­mals statt. Teil­neh­mer waren der Lei­ter des His­to­ri­schen Zen­trums, Dr. Ill­ner, der Wup­per­ta­ler His­to­ri­ker Micha­el Oko­ry, Lud­mil­la Guti­na, die Geschäfts­füh­re­rin von “Applaus”, Jew­ge­nij Schma­gin, Gene­ral­kon­sul der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on in Bonn und der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Rein­hard Grätz. Wäh­rend Schma­gin und Guti­na die rus­si­sche Initia­ti­ve als Bei­trag zur deutsch-rus­si­schen Völ­ker­ver­stän­di­gung  und eine Erin­ne­rung an deutsch-rus­si­sche Gemein­sam­keit (der Kampf gegen Napo­le­on) ver­stan­den wis­sen woll­ten, lehn­ten die His­to­ri­ker Okroy und Ill­ner die Ein­mi­schung Russ­lands in eine Denk­mal der Elber­fel­der Bür­ger­schaft ab. Außer­dem ver­deut­li­che der jet­zi­ge Zustand die wech­sel­vol­le Geschich­te des Denk­mals und der Stadt und eben­so die Geschich­te der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen.13
Im Juli 2012 beton­te Lud­mil­la Guti­na noch ein­mal den Wil­len, das Denk­mal mit Hil­fe von Spen­den, unter ande­rem aus Russ­land, zu restau­rie­ren, da es ein­zig­ar­tig in Euro­pa sei. Im Vor­der­grund ste­he das Geden­ken an die Befrei­ung Elber­felds von den Fran­zo­sen und nicht das Geden­ken an die Mon­ar­chen. Die Moti­va­ti­on der rus­si­schen Initia­ti­ve, die das Kul­tur­zen­trum ver­trat, sei die Erin­ne­rung an die Rus­si­sche Geschich­te.14
Im Novem­ber 2012 star­te­ten dann 15 Wup­per­ta­ler Bür­ger einen neu­en Auf­ruf zur Restau­rie­rung des Denk­mals, unter ihnen die His­to­ri­ker Klaus Goe­bel, Ruth Mey­er-Kahr­weg und der ehe­ma­li­ge Kul­tur­de­zer­nent Heinz Theo­dor Jüch­ter. Idea­ler­wei­se soll­te die Restau­rie­rung des Bür­ger­denk­mals von den Wup­per­ta­ler Bür­gern auch finan­ziert wer­den.15
Am 28. Novem­ber 2012 beschloss über­ra­schen­der Wei­se der Kul­tur­aus­schuss der Stadt auf einen am sel­ben Tag ein­ge­reich­ten Antrag der CDU und der SPD, dass die Ver­wal­tung das Denk­mal restau­rie­ren soll­te und die Finan­zie­rung dafür ver­trag­lich mit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on geklärt wer­den soll­te. Begrün­det wur­de der Antrag damit, dass die Hardt-Anla­ge als Gar­ten­denk­mal ins Euro­päi­sche Gar­ten­netz­werk auf­ge­nom­men wur­de und dabei auch das Denk­mal als eines der ältes­ten in Deutsch­land eine Rol­le gespielt habe. Die­se Sach­ver­hal­te sei­en der Kom­mis­si­on für die Kul­tur des Erin­nerns bei ihrer gegen­tei­li­gen Ent­schei­dung nicht bekannt gewe­sen.16
Im Okto­ber 2013 berich­te­te die West­deut­sche Zei­tung, dass Gaz­prom Ger­ma­nia 70.000 € für die Restau­rie­rung des Denk­mals zur Ver­fü­gung stel­le. Den Kon­takt her­ge­stellt habe der Duma-Abge­ord­ne­te Vla­di­mir Sche­mya­kin. Obwohl damit augen­schein­lich die 71.000 € teu­re Sanie­rung des Denk­mals bis zum 200. jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Denk­mals am 9. Novem­ber 2014 erfol­gen könn­te, sah Lud­mil­la Guti­na eine Finan­zie­rungs­lü­cke, da man die “dile­t­an­ti­sche” Teil­re­stau­rie­rung aus dem Jahr 2000 kor­ri­gie­ren müs­se, um eine ori­gi­nal­ge­treue Wie­der­her­stel­lung zu errei­chen.17

Ergän­zung vom 15. Novem­ber 2014
Die für den 9. Novem­ber 2014 geplan­te Ein­wei­hung wur­de auf­grund eines Beschlus­ses des Ältes­ten­ra­tes des Stadt­ra­tes ver­scho­ben. Grund hier­für war die Ankün­di­gung des rus­si­schen Bot­schaf­ters aus Ber­lin anrei­sen zu wol­len, was vor dem Hin­ter­grund des wei­ter schwe­len­den, undurch­sich­ti­gen Ukrai­ne-Kon­flikts für pro­ble­ma­tisch gehal­ten wur­de. “Es sah so aus, als ob das eine groß­rus­si­sche Ver­an­stal­tung wer­den könn­te”, sagt Kul­tur­de­zer­nent Mat­thi­as Nocke der Süd­deut­schen Zei­tung.18 “Ich wün­sche mir, dass Russ­land zu einer inne­ren Sou­ve­rä­ni­tät zurück­fin­det, die es ihm gestat­tet, die äuße­re Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät sei­ner Nach­barn zu ach­ten”, äußer­te Nocke gegen­über der WZ. Andern­falls gibt es dem­nach kei­ne Ein­wei­hungs­fei­er mit dem rus­si­schen Bot­schaf­ter.19 Die­ser beschwer­te sich dar­auf­hin bei der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung, die die­sen Brief nach Rück­spra­che mit der Stadt­ver­wal­tung beant­wor­te­te. Die Ent­hül­lung erfolg­te nun am 9.11 infor­mell, die Arbei­ten sind abge­schlos­sen. Eine Ein­wei­hung wird es erst 2015 geben — wenn über­haupt.20

Ergän­zung vom 16. Febru­ar 2015
So sieht das reno­vier­te Denk­mal aus.


Win­ter auf der Hardt
Blick von der ande­ren Sei­te.
Inschrift für Alex­an­der I.

Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2017:
Am 18. Novem­ber 2017 wur­de eine Infor­ma­ti­ons­ste­le gegen­über dem Denk­mal ein­ge­weiht. Sie erklärt die Geschich­te des Denk­mals und sei­ner Restau­rie­rung. Finan­ziert wur­de sie von der Spar­kas­se. Damit wur­de der Streit um das Denk­mal in Anwe­sen­heit des rus­si­schen Gene­ral­kon­suls und in Abwe­sen­heit des Ver­eins Applaus e.V. abge­schlos­sen. “Erin­nern ist gar nicht so ein­fach”, erklärt Ste­fan Seitz von der Wup­per­ta­ler Rund­schau.21


Reno­vier­tes, besprüh­tes Denk­mal mit Ergän­zungs­ta­fel aus dem Jahr 2000 (li.) und 2017 (re.)

Die Ste­le, mit QR-Code für mehr­spra­chi­ge Über­set­zung.

Denkmal zur Erinnerung an die Befreiungskriege

Peter de Weerth (1767–1855) — Mit­glied des Elber­fel­der Stadt­rats und der in Wup­per­tal bekann­ten Fami­lie de Weerth, Stif­ter des Deweerth­schen Gar­tens — ent­schloss sich im Jahr 1815, nach dem Ende der Napo­leo­ni­schen Krie­ge und dem Beginn der Restau­ra­ti­on, den “gro­ßen Welt­ver­än­de­run­gen […] ein Denk­mahl [sic!] zu set­zen.” Dazu erhielt er am 1.März 1815 vom Düs­sel­dor­fer Bau­meis­ter Peter Cre­mer den Ent­wurf des Denk­mals und ließ ihn dann durch den Bild­hau­er Ger­hard Holt­kott aus­füh­ren. “In den ers­ten Tagen des Mona­ths [sic!] Sep­tem­ber 1815” wur­de das Denk­mal im pri­va­ten Gar­ten der Fami­lie an der Lui­sen­stra­ße errich­tet.1[1]


Foto­gra­fie des Denk­mals zur Erin­ne­rung an die Befrei­ungs­krie­ge (Datum unbe­kannt). Ver­mut­lich auf­ge­nom­men nach 1926, als der Deweerth­sche Gar­ten der Öffent­lich­keit zugän­gig gemacht wur­de. Im Hin­ter­grund ist die heu­te noch an die­sem Ort ste­hen­de Vil­la Froh­wein (s.Wikipedia) zu sehen. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.5

Das Denk­mal bestand aus einem Block aus Zie­gel­stei­nen, in deren ers­ter Rei­he laut Peter de Weerth mit­tig eine Glas­fla­sche mit Doku­men­ten zur Erklä­rung des Denk­mals und Doku­men­te des
Zeit­ge­sche­hens ein­ge­mau­ert wur­de. An der Außen­sei­te befan­den sich je vier Stein­plat­ten, die oben mit vier kup­fer­nen Ankern ver­bun­den waren. Auf ihnen befan­den sich Emble­me und Inschriften.1926 kam das Denk­mal in den Besitz der Stadt Elber­feld (zusam­men mit dem Deweerth­schen Gar­ten). 1948 ent­schloss man sich es zu ent­fer­nen, da es der Ver­brei­te­rung der
Lui­sen­stra­ße im Weg stand. Dabei fand die aus­füh­ren­de Fir­ma Hugo Wes­sel­mann die angeb­li­che Glas­fla­sche nicht, dafür aber eine Mün­ze, Medail­len und eine Plat­te mit der Inschrift:

Die­ses Denk­mal wur­de
gesetzt im August 1815
von Peter de Weerth“2[2]


Foto­gra­fie des Denk­mals, auch hier ist das Auf­nah­me­da­tum unbe­kannt. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/8/52

Peter de Werth beschrieb die Emble­me und Inschrif­ten in sei­nen pri­va­ten Auf­zeich­nun­gen fol­gen­der­ma­ßen:

“1
den Jah­res­tag der
Leip­zi­ger Völ­ker­schlacht
ein strah­len­des, all­se­hen­des Auge
1815
18.October
Gott
Vater­land
Freyheit2
zum Andenken
der Gefal­le­nen
ein Eichen­kranz
Den Hel­den
des Vaterlands3
Tag und Jahr
des Pari­ser
Frie­dens als
End­punkt der
Völ­ker­schlacht
————
Ein strah­len­der
Stern
1814
Dank dem
Ewigen4
Ende des Kon­gres­ses und
Welt­frie­dens
des­sen Tag und
Jahr noch unbe­stimmt
Ein Anker mit
Öhl­zweig
1815
Kraft
und
Dau­er“3

Sie­he auch: Gedenk­stein für Peter de Weerth


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Die Adler des alten Elberfelder Rathauses

In den Jah­ren 1827 bis 1842 wur­de das alte Elber­fel­der Rat­haus nach Plä­nen des Archi­tek­ten Johann Peter Cre­mer in meh­re­ren Etap­pen errich­tet. In dem Gebäu­de am Turm­hof ist heu­te das von-der-Heydt-Muse­um zuhau­se. Für die Ecken der Atik­ka wur­den von Wil­helm Joseph Imhoff nach einem Modell Chris­ti­an Fried­rich Tiecks vier Adler in Bron­ze gegos­sen. Die ers­ten bei­den wur­den ver­mut­lich 1831 auf­ge­stellt, ein “Revi­si­ons­pro­to­koll über die Erbau­ung des Rath­hau­ses (sic!) in Elber­feld” belegt, dass sie auf jeden Fall am 27.März 1832 auf­ge­stellt waren. Imhoff hat­te dafür am 31.Mai 1831 220 Taler bekom­men. Die Adler besa­ßen die Maße 4  1/2 Fuß in der Höhe und 5 bis 5 1/2 Fuß in der Brei­te, was 1,40m Höhe und 1,57–1,72m Brei­te ent­spricht. In wel­chem Jahr die ande­ren bei­den Adler auf­ge­stellt wur­den, ist unklar.


Foto­gra­fie des alten Elber­fel­der Rat­hau­ses, lei­der unbe­kann­ten Datums. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/6/92

In den Jah­ren 1940/41 wur­den die Adler vom Bild­hau­er Fritz Lücken in Kunst­stein nach­ge­bil­det, da das Metall ein­ge­schmol­zen wer­den soll­te. Der Bom­ben­an­griff im Juni 1943 zer­stör­te die Adler teil­wei­se, drei von ihnen konn­ten nach dem Krieg von der Fir­ma Poll­mann & Stüpp, deren Inha­ber Lücken war, restau­riert wer­den. Wäh­rend der Umbau­pha­se des von-der-Heydt-Muse­ums 1986–1990 erhiel­ten die Adler in der Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei von Rai­mund Kittl eine Bron­ze­ein­fas­sung, seit dem 1. Sep­tem­ber 1988 befin­den sich die drei Über­le­ben­den wie­der an ihrem Platz.1


Ein Adler

Noch ein Adler. (oder der­sel­be…?

Für das neue Rat­haus fer­tig­te Wil­helm Josef Imhoff 1831–33 auch die Elber­fel­der Löwen.

Wilberg-Denkmal

Das Wil­berg-Denk­mal stand einst unweit des Fels­bo­gens auf der Hardt, heu­te ist hier der Vor­platz zur Wald­büh­ne. Post­kar­te um 1901. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2 (Bild ergänzt am 4.August 2012)

Am 31.August 1867 wur­de auf der alten Hardt (am Zugang zur heu­ti­gen Wald­büh­ne) ein Denk­mal zu Ehren des Päd­ago­gen Johann Fried­rich Wil­berg voll­endet und ein­ge­weiht. Das Comi­te über­gab im Täg­li­chen Anzei­ger für Berg und Mark das Denk­mal sei­ner Bestim­mung und stell­te es unter den Schutz der Bevöl­ke­rung und der Stadt. Bereits am 5.November 1866 hat­te es in der Real­schu­le eine Schul­fei­er zu Ehren des 100.Geburtstages Wil­bergs gege­ben, gefolgt von einem Fest­mahl für 150 Per­so­nen, dar­un­ter die ein­zi­ge noch leben­de Toch­ter Frau Dr. Wirth, im Casi­no. Die­se Fei­er­lich­kei­ten gel­ten fälsch­li­cher­wei­se als Datum der Denk­ma­lerrich­tung, da die­ses Datum auch auf dem Denk­mal ver­zeich­net ist.1


Das Wil­berg-Denk­mal auf einer Post­kar­te. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6

Das Denk­mal wur­de geschaf­fen vom Bild­hau­er Robert Schöpp. In einer eiser­nen Ein­frie­dung thron­te auf einem Hügel ein Pos­ta­ment aus Stein (aus Ander­nach) mit vier Mar­mor­ta­feln, die die Inschrif­ten tru­gen. Dar­über folg­te dann eine abge­bro­che­ne Säu­le, als “Sym­bol des Todes”, wie der Bar­mer Anzei­ger fand.2


Auf die­ser Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums ist die Säu­le mit Efeu bewach­sen und kaum noch zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/14

Johann Fried­rich Wil­berg wur­de am 5. Novem­ber 1766 in Zie­sar bei Pots­dam gebo­ren. 1790 bestand er das Leh­rer­ex­amen und erhielt eine Stel­le in Ham­me bei Bochum, 1802 kam er als Inspek­tor und Leh­rer an die Elber­fel­der Armen­schu­le und wirk­te an die­ser Stel­le 30 Jah­re. 1817 zeich­ne­te die Uni­ver­si­tät Tübin­gen mit dem Titel Magis­ter aus, 1835 pro­mo­vier­te er dort zum Dok­tor der Phi­lo­so­phie.4 Am 17.Dezember 1846 ver­starb er Bonn.


Das Wil­berg Denk­mal heu­te.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Denk­mal beschä­digt. Am 5.November 1966 — zu Wil­bergs 200.Geburtstag — wur­de es an sei­nem neu­en Stand­ort wie­der ein­ge­weiht. Es steht unweit des Bis­mark­turms nahe der Jus­tiz­voll­zugs­schu­le auf der Hardt. Die Säu­le und der Unter­bau feh­len, von den Mar­mor­ta­feln blie­ben drei erhal­ten. Ihre Inschrif­ten lau­ten: 5


Dr.Joh.Friedr.
Wil­berg
wei­land Leh­rer
u.Schulinspektor in Elber­feld
geb.5.Novbr.1766
in Zie­sar
gest.17.Dezbr. 1846
in Bonn.”

So ihr blei­ben wer­det
an mei­ner Rede, wer­det
ihr die Wahr­heit erken-
nen und die Wahr­heit
wird euch frei machen.
Joh.8,31″


Die rech­te Inschrift­ta­fel wur­de 1966 hin­zu­ge­fügt, da Ori­gnal-Tafel beschä­digt war.

‘Es ist eine schö­ne
Sit­te, das Andenken der
Freun­de zu fei­ern, sich
des­sen zu erin­nern, was
sie für uns waren…
Wil­berg
Von dank­ba­ren Schü­lern
und Freun­den errich­tet
am 5.Novbr.1866”

Die ursprüng­li­che vier­te Tafel trug bis zur Beschä­di­gung die Inschrift:

Was ich im Schul­we­sen nah
und fern gewirkt habe,
kennt Gott allein ganz und
wägt mit rech­ter Waa­ge,
und er wird dem, was davon
des Bestehens wert ist,
Segen verleihen.Wilberg” [6]6

Heu­te lau­tet die Inschrift:

Errich­tet 1866
zum 100.Geburtstag
*
Beschä­digt 1943–1945
*
Wie­der auf­ge­stellt
am 5.Nov.1866”

Steinerner Engel

Die Fried­hofs­ka­pel­le am Unt­er­bar­mer Fried­hof

Es war ein Sams­tag­nach­mit­tag, als am 1.Juni 1929 die Ver­ei­nig­te evan­ge­li­sche Gemein­de Unt­er­bar­men am Unt­er­bar­mer Fried­hof ihre neue Fried­hofs­ka­pel­le ein­weih­te. Seit­dem emp­fängt ein stei­ner­ner Engel die Besu­cher am Trep­pen­auf­gang. Geschaf­fen wur­de er vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Ernst Hahn nach leben­dem Vor­bild, der Gat­tin des Pia­nis­ten Harald Hell­manns­ber­ger.1


Der Stei­ner­ne Engel.