Heinrich-Eisenlohr-Denkmal

Das Hein­rich-Eisenlohr-Denk­mal mit dem ihn umge­be­nen Zaun um 1900. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Am 8.Januar 1899 starb der Bar­mer Kauf­mann und Ehren­bür­ger Hein­rich Eisenlohr. Der am 15.April 1816 gebo­re­ne Eisenlohr war stol­ze 45 Jah­re Stadt­ver­ord­ne­ter in Bar­men, 33 Jah­re Mit­glied der städ­ti­schen Armen­ver­wal­tung, dar­un­ter zwi­schen 1871 und 1880 deren Vor­sit­zen­der. Er trieb die Grün­dung der Anstalt für ver­las­sen Kin­der, die am 1.Dezember 1873 voll­zo­gen wur­de, maß­geb­lich vor­an. Dar­über hin­aus war er Direk­ti­ons­mit­glied des Bar­mer Kran­ken­hau­ses, Kura­to­ri­ums­mit­glied  der Höhe­ren Töch­ter­schu­le Unt­er­bar­mens, Mit­glied der städ­ti­schen Schuld­de­pu­ta­ti­on, Mit­glied der Sani­täts­kom­mis­si­on, Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rat der Bar­mer Bau­ge­sell­schaft und 28 Jah­re Vor­stands­mit­glied im Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein. Auf Beschluss der Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung wur­de er 1888 Pro­vin­zi­al-Land­tags-Abge­ord­ne­ter als Ange­hö­ri­ger der natio­nal­li­be­ra­len Par­tei.
Für sei­ne Diens­te um die Ver­wun­de­ten und Kran­ken wäh­rend des Deutsch-Fran­zö­si­schen Krie­ges (1870/71) erhielt er vom Kai­ser den Kro­nen­or­den IV.Klasse mit rotem Kreuz am Erin­ne­rungs­band. Im Sep­tem­ber 1893 erhielt er den Roten Adler­or­den IV.Klasse.

Ange­sichts der Ver­diens­te die­ses Man­nes um das Gemein­we­sen der Stadt Bar­men ist es kein Wun­der, dass ihm ein Denk­mal errich­tet wur­de. Dies geschah am 22.Mai 1900 in den Unt­er­bar­mer Anla­gen (auch Kai­ser-Fried­rich-Höhe genannt), ober­halb des Unt­er­bar­mer Fried­hofs. Zur Ein­wei­hung waren zahl­rei­che Stadt­ver­ord­ne­te, Bei­ge­ord­ne­te, Mit­glie­der der Fami­lie Eisenlohr und der Ober­bür­ger­meis­ter Dr.Lentzen gekom­men. Im Auf­trag der Freun­de und Ver­eh­rer des Ver­stor­be­nen, die das Denk­mal gestif­tet hat­ten, über­gab Stadt­ver­ord­ne­ter Dr.Wittenstein das Denk­mal in die Obhut in die Hän­de der Stadt Bar­men.
Das Hein­rich-Eisenlohr-Denk­mal im August 1940. Samm­lung Unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de, N 2744.

Das Denk­mal bestand aus einem zwei Meter hohen Sockel der Fir­ma G.Krebs aus Bal­duin­stein an der Lahn, wor­auf sich eine Bron­ze­büs­te befand, die heu­te ver­lo­ren ist. Geschaf­fen wur­de sie vom Bar­mer Bild­hau­er Wil­helm Gies­ecke, gegos­sen wur­de die über­le­bens­gro­ße Büs­te in der Rupprecht­schen Gie­ße­rei in Mün­chen. Das Denk­mal war von einem Eisen­zaun umge­ben, der vom Archi­tek­ten Gel­ci­haus gezeich­net und von der Fir­ma Fried­rich Hue in der Allee­stra­ße gefer­tigt wur­de. Die Inschrift auf dem Sockel ver­kün­det:
Die Inschrift. 

Hein­rich

Eisenlohr
Ehren­bür­ger
der
Stadt Bar­men
1816–1899”
Die Über­res­te des Denk­mals am 1.September 1959. Samm­lung Unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de, 8280.

1957 war des Denk­mal, das den Zwei­ten Welt­krieg über­stan­den hat­te, in erbärm­li­chen Zustand, die Büs­te fehl­te. Man dach­te dar­an, das Denk­mal mit den Res­ten des nahen Otto-Jäger-Denk­mals zusam­men in einer Gedenk­stät­te auf­zu­stel­len, das wur­de jedoch nicht ver­wirk­licht. Im März 1962 wur­de es Instand gesetzt und auch die Büs­te wie­der ange­bracht. Vor 1982 ver­schwand sie erneut und so steht vom Denk­mal heu­te nur noch der Sockel.1
Das Denk­mal heu­te. Das Fun­da­ment des Zauns ist noch gut zu erken­nen.

Fußnoten:

  1. RMK, S.108f.