Jahn-Brunnen zum 50.Jubiläum der Ronsdorfer Turngemeinde

Der Jahn-Brun­nen an der Scheidt­stra­ße in Rons­dorf.

Am 25.September 1910 fei­er­te die Rons­dor­fer Turn­ge­mein­de (heu­te: Deut­sche Tur­ner­schaft Rons­dorf 1860 e.V.) ihr 50jähriges Bestehen und weih­te zu die­sem Jubel­tag ein Denk­mal in Form eines Brun­nes zur Erin­ne­rung an das Jubi­lä­um und an Turn­va­ter Fried­rich Lud­wig Jahn ein. Finan­ziert wur­de der Brun­nen durch Spen­den der Rons­dor­fer Bür­ger­schaft, geschaf­fen hat­te den Brun­nen der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Franz Lin­den. Die Ein­wei­hungs­re­de wur­de von Ober­turn­leh­rer Schrö­der aus Bar­men gehal­ten.


Ansicht des Denk­mals

Der Brun­nen besteht aus einem halb­run­den Beclen, hin­ter dem sich ein oben gerun­de­ter Auf­bau aus Muschel­kalk erhebt. Zwei Tur­ner, im Reli­ef dar­ge­stellt, hal­ten ein von Eichen­gir­lan­den bekränz­tes Medail­lon mit dem Bild­nis des Turn­va­ters. Dar­un­ter befin­det sich ein Mäan­der­fries. Dar­un­ter wie­der­um ström­te einst das Was­ser aus fünf Mas­ken.


Das ver­wit­ter­te Bild­nis von “F.L.Jahn”, wie die Inschrift ver­rät.

Aus Anlass des 50jährigen Bestehens erhielt die Turn­ge­mein­de von der Stadt Rons­dorf für die “Ver­diens­te um die Hebung der Volks­kraft und Volks­ge­sund­heit und der För­de­rung der Erzie­hung zu edlen Bür­ger­tu­gen­den” die gol­de­ne Medail­le und die Benut­zung der Turn­hal­le wur­de kos­ten­frei gestellt. Neben die­ser 1887 errich­te­ten Turn­hal­le in der Hoch­stra­ße (heu­te Scheidt­stra­ße) wur­de auch der Jahn-Brun­nen auf­ge­stellt. Wäh­rend die Turn­hal­le dem Zwei­ten Welt­krieg zum Opfer viel, über­stand der Brun­nen den Krieg und steht bis heu­te neben der 1956 errich­te­ten zwei­ten Turn­hal­le.1


Die ver­wit­ter­te Inschrift.

Auf der Rück­sei­te befin­det sich unter dem bekränz­ten vier­fa­chen F der deut­schen Tur­ner­schaft die Inschrift mit fol­gen­den Wor­ten:

Zur Jubel­fei­er der
Rons­dor­fer Turn­ge-
mein­de am Fünfund-
zwan­zigs­ten Sep-
tem­ber neun­zehn-
hun­dert­und­zehn
1860 — 1910”

Der Gerechtigkeitsbrunnen (2012)

Am 30.Juli 1910 wur­de auf dem dama­li­gen Exer­zier­platz, dem heu­ti­gen Platz der Repu­blik, am Osters­baum der von Frei­herr August von der Heydt gestif­te­te Gerech­tig­keits­brun­nen ein­ge­weiht. Wäh­rend die drei eiser­nen Löwen und die Brun­nen­scha­le aus Muschel­kalk die Zei­ten über­dau­er­ten, wur­de die stadt­bild­prä­gen­de Figur Bern­hard Hoet­gers von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ein­ge­schmol­zen.1


Der Gerech­tig­keits­brun­nen auf einer unda­tier­ten Foto­gra­fie. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.4

Im Okto­ber 2011 kün­dig­te der Wup­per­ta­ler Mäzen Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen an, dass die Figur rekon­stru­iert wer­den soll­te. Mit Hil­fe von Spen­den hat­te Cam­p­hau­sen bereits die Rekon­struk­ti­on des Rit­ters von Elber­feld und der Figu­ren Wahr­heit und Gerech­tig­keit am Elber­fel­der Rat­haus (2010) und des Armen­pfle­ge-Denk­mals (2011) in Zusam­men­ar­beit mit dem Kunst- und Muse­ums­ver­eins Wup­per­tal orga­ni­siert. Die Kos­ten für die Rekon­struk­ti­on betru­gen laut der Pro­gno­se im Okot­ber 2011 175.000 €. Neben der Bedeu­tung des Kunst­werks führ­te Cam­p­hau­sen gegen­über der WZ noch eine wei­te­re Begrün­dung für die Wahl des Brun­nens als nächs­tes Pro­jekt an: „Der rekon­stru­ier­te Brun­nen wäre ein Zei­chen der Wert­schät­zung für die vie­le Arbeit, die von Ehren­amt­li­chen und Ver­ei­nen zur Auf­wer­tung des Stadt­teils geleis­tet wird.“2


Der Brun­nen nach der Restau­ra­ti­on, am Tag bevor die Figur ihren Platz wie­der ein­nahm.

Am Bau­zaun zeigt sich Vor­freu­de…

.. und Mah­nung. Der Osters­bau­mer Kon­sens.

Der alte “Gib mich Honig Rap” (s.u.)

Am 19.Juni 2012 wur­de die neue vier Meter hohe Figur auf den zuvor reno­vier­ten Brun­nen gesetzt.3 Dabei wur­de ein Restau­ra­ti­ons­feh­ler von 1955–1957 nicht rück­gän­gig gemacht. Damals wur­de das Stif­tungs­schild in den Pran­ken eines Löwen durch ein Wap­pen der Stadt Wup­per­tal ersetzt.


Das fal­sche Wup­per­ta­ler Wap­pen.

Beim Ver­gleich mit den his­to­ri­schen Bil­der fällt außer­dem auf, dass die Figur um 90° gedreht wur­de und nun Rich­tung Hage­nau­er Stra­ße blickt, exakt über einem Löwen ste­hend. Frü­her sah sie zur heu­ti­ge Stra­ße “Platz der Repu­blik”. Her­ge­stellt wur­de sie von der Gie­ße­rei Kay­ser in Düs­sel­dorf, deren Bild­hau­er Schwan Kamal für die Rekon­struk­ti­on ver­ant­wort­lich zeich­net. Dar­über hin­aus speit der neue Basi­lisk kein Was­ser mehr.


Der neue Gerech­tig­keits­brun­nen nach der Ein­wei­hung.

Am 24. Juni 2012 wur­de um 11 Uhr auf dem Platz der Repu­blik die neue Figur der Ado­ran­tin (Anbe­ten­den) ein­ge­weiht.


Zunächst sprach der Ober­bür­ger­meis­ter zu den ca.100 Bür­gern, die sich auf dem Platz der Repu­blik ver­sam­melt hat­ten. Er beton­te die Initia­ti­ve der Bür­ger­schaft, die wich­tig sei in einer Stadt mit deso­la­ter Finanz­la­ger und dank­te allen Spon­so­ren, die die­ses Wun­der geschaf­fen haben. Beson­de­rer Dank ging natür­lich an den Initia­tor Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen, an des­sen vori­ge Wer­ke – den Rit­ter von Elber­feld am dor­ti­gen Rat­haus und das Armen­pfle­ge­denk­mal – der Ober­bür­ger­meis­ter noch ein­mal erin­ner­te. Außer­dem dank­te der Ober­bür­ger­meis­ter, wäh­rend­des­sen leich­ter Regen ein­setz­te, dem Vor­sit­zen­den des Kunst- und Muse­ums­ver­eins, Dr. Joa­chim Schmidt-Her­mes­dorf, des­sen 1.500 Mit­glie­der sich beson­ders für die Erneue­rung der Sta­tue ein­setz­ten. Jung erklär­te, dass der Platz der Repu­blik und das Vier­tel eine groß­ar­ti­ge Ent­wick­lung genom­men hät­ten, dank des Abris­ses des Bun­kers und des Nach­bar­schafts­heim. Er hof­fe, die Figur blei­be von Van­da­lis­mus ver­schont und sei gespannt, das rich­te­te er an Cam­p­hau­sen, was als nächs­tes kom­me.


Für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­te der Inter­na­tio­na­le Chor der Else-Las­ker-Schü­ler-Gesamt­schu­le, der anschlie­ßend das Lied „Oh, Hap­py Day“ zum Bes­ten gab. Dann sprach der Vor­sit­zen­de des Kunst- und Muse­ums­ver­eins, Dr. Joa­chim Schmidt-Her­mes­dorf, der an den ursprüng­li­chen Stif­ter, Frei­herr August von der Heydt, erin­ner­te und sei­ne Geleit­wor­te zur Ein­wei­hung im Jahr 1910 zitier­te und damit auch an den „Geist der Gerech­tig­keit“, den der „Gerch­tig­keits­en­gel“ ver­kör­pe­re. Dar­aus sei im Volks­mund die Bezeich­nung „Engel“ gewor­den, eine von vie­len Namen, die man am Osters­baum der Figur gege­ben hat­te. Der Gerech­tig­keits­brun­nen möge allen Bür­gern an die Ver­ant­wor­tung gegen­über sei­nem Nächs­tem erin­nern, dem man gerecht begeg­nen soll­te. Außer­dem appel­lier­te er an die Bür­ger sich für ihre Stadt zu enga­gie­ren. Das Was­ser des Brun­nens sym­bo­li­sie­re die Gerech­tig­keit. Schmidt-Her­mes­dorf dank­te dem Bild­hau­er Schwan Kamal für die Rekon­struk­ti­on der Hoet­ger­schen Ado­ran­tin.


Nach­dem eine Schü­le­rin des Inter­na­tio­na­len Chors der Else Las­ker-Schü­ler-Gesamt­schu­le ein selbst-kom­po­nier­tes Lied mit den Titel „Leben“ vor­ge­tra­gen und dem Regen getrotzt hat­te, sprach dann der Initia­tor Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen. Er hat­te viel Lob und Dank für die erfolg­rei­che
Zusam­men­ar­beit zu ver­tei­len und nann­te die zahl­rei­chen Spen­der und unter ihnen beson­ders den Kunst- und Muse­ums­ver­ein, eine „älte­re Dame in Ham­burg“ die bedin­gungs­los die Urhe­ber­rech­te zur Ver­fü­gung stell­te, Dr. Flun­kert und sei­nen Mit­ar­bei­tern vom Gebäu­de­ma­nage­ment, Rolf Kay­ser von der Gie­ße­rei Kay­ser, dem dort wir­ken­den Bild­hau­er Schwan Kamal, des­sen schwe­re Auf­ga­be er noch ein­mal beton­te, da er anhand von schlech­ten Fotos die Figur rekon­stru­ie­ren muss­te. Außer­dem dank­te er dem Stein­bild­hau­er Mül­ler für die noch schwie­ri­ge­re Rekon­struk­ti­on des Basi­lis­ken, für die sich der Bild­hau­er in den „Geist Hoet­gers“ ein­ar­bei­ten muss­te. Dar­über hin­aus bedank­te sich Cam­p­hau­sen bei den Restau­ra­to­ren, den Bau­ar­bei­tern, dem Kran­füh­rer, dem Sta­ti­ker und dem Büro des KMVs. Dann been­de­te er sei­ne Anspra­che und kehr­te aber noch ein­mal zurück, als er bemerk­te, dass er ver­ges­sen hat­te, die zwei Schü­ler der Else-Las­ker-Schü­ler-Gesamt­schu­le zur Ent­hül­lung der Figur auf­zu­for­dern.


Um 11:32 Uhr…

fie­len die Hül­len.

Der neue Basi­lisk, der kein Was­ser mehr speit.

Dann folg­te eine aktua­li­sier­te Ver­si­on des „Gib mich Honig Raps“ des Chors, des­sen ursprüng­li­cher Lied­text (sie­he Bild oben) auf eine Begeg­nung mit Senio­rin­nen zurück­ging, die von der ver­lo­re­nen Figur erzähl­ten und berich­te­ten, dass sie als „Gib mich  Honig-Figur“ ver­spot­tet hät­ten und mit­un­ter auch lee­re Honig­töp­fe an der Figur hin­gen, als wür­de es Man­na reg­nen. Ande­re Namen, so der Chor­lei­ter, waren “Alma” oder „Regnet’s noch Mäd­chen“.


Der Brun­nen mit Blick Rich­tung Hage­nau­er Stra­ße.

Die Ein­wei­hung des Brun­nens im Jahr 1910. Der Basi­lisk spuckt Was­ser in das Brun­nen­be­cken. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/10/15

Abschlie­ßend bedank­te sich Gabrie­le Kamp als Ver­tre­te­rin vom Ver­ein Nach­bar­schafts­heim Wup­per­tal stell­ver­tre­tend für die Nach­bar­schaft  für die Wie­der­her­stel­lung der Figur und ver­sprach, sich um den neu­en Gerech­tig­keits­brun­nen zu küm­mern, des­sen Was­ser nun wie­der ange­stellt wur­de.


Der Kopf der “Alma”, des “Engels”, des “Regnet’s noch Mäd­chens”, der Ado­ran­tin.

Gedenkstein für Georgi Ivanov Dobrev

Am 29. März 2006 wur­de der Burg­holz­tun­nel ein­ge­weiht, der vom Ruten­be­cker Bach­tal zum Hah­ner­berg die A 46 an die L 418 anschließt.1 Im Juni des sel­ben Jah­res wur­de ober­halb des West­por­tals von den Bür­ger­ver­ei­nen Kül­len­hahn, Hah­ner­berg-Cro­nen­feld und vom Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein ein Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an den Mineur Geor­gi Iva­nov Dobrev auf­ge­stellt. Der Bul­ga­re gehör­te zu den Arbei­tern, die den Burg­holz­tun­nel bau­ten und ver­un­glück­te töd­lich am 8.Mai 2003 bei Tun­nel­me­ter 800. Bei einem LKW hat­ten sich auf der abschüs­si­gen Bau­stra­ße im Tun­nel die Brem­sen gelöst und durch das füh­rer­lo­se Fahr­zeug wur­de der 23jährige am Abend des 8.Mai töd­lich ver­letzt. Er wur­de in sei­ner Hei­mat bei­ge­setzt.


Der Gedenk­stein für Gero­gi Iva­nov Dobrev.

Am 24.Juni 2006 berich­te­te die WZ von den letz­ten Vor­be­rei­tun­gen des Gedenk­steins. Die­ser besteht aus zwei Ton­nen ber­gi­scher Grau­wa­cke und stammt aus dem Abraum des Tun­nel­baus. Stein­metz­meis­ter Bernd Kai­ser sorg­te für die Ver­an­ke­rung der Bron­ze­ta­fel, auf der fol­gen­de Inschrift zu sehen ist:2


Die Gedenk­ta­fel.

Zum Geden­ken an

Mineur
Geor­gi Iva­nov Dobrev
+ 8.Mai 2003

Die Bür­ger­ver­ei­ne
Kül­len­hahn — Hah­ner­berg — Cro­nen­berg”

Die Arbeits­ge­mein­schaft Tun­nel Burg­holz stell­te eine Bank am Gedenk­stein auf.


Blick vom Gedenk­stein auf die L 418.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz

Die­ses Bild zeigt die Ein­wei­hungs­fei­er des Sport­plat­zes Freu­den­berg am 30.Juli 1910 und die zu die­sem Anlass auf­ge­führ­ten “Frei­übun­gen der Schü­lern und Schü­le­rin­nen”. Foto­graf: Carl Schä­fer. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Als im Jahr 1910 drei­hun­dert Jah­re Stadt Stadt­rech­te in Elber­feld gefei­ert wer­den konn­ten, wur­de im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten am 30.Juli gegen 15 Uhr der von der Heydt-Sport­platz am Freu­den­berg der Öffent­lich­keit über­ge­ben. Frei­herr August von der Heydt hat­te das Gelän­de der Stadt zur Pacht über­las­sen und sei­ne Frau spen­de­te dem Ver­ein für Kör­per­pfle­ge die erfor­der­li­che Pacht­sum­me. Die Kos­ten für die Ein­eb­nung und Her­rich­tung des Plat­zes teil­te sich die Stadt Elber­feld und der Ver­ein der Freun­de des Ver­eins für Kör­per­pfle­ge. Der Sport- und Spiel­platz für die Schul­ju­gend des Elber­fel­der Südens war damals der größ­te im Ber­gi­schen Land und Sel­ma von der Heydt stif­te­te ihm auch einen Brun­nen:


Der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz

Er besteht aus einem mäch­ti­gen Stein­block und drei halb­run­den Becken, die heu­te bepflanzt sind und damals das Was­ser auf­nah­men. An der Vor­der­sei­te kün­det die Inschrift:

v.d.Heydt-Platz
ein­ge­weiht bei
Gele­gen­heit der
Drei­jahr­hun-
dert­fei­er am 30.Juli
1910”

Besit­ze­rin
Sel­ma Frei­frau v.d.Heydt.


Der Brun­nen

1966 wur­de der Brun­nen nach dem Bau des Sport­platz­hau­ses restauriert.Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, die Anla­gen der Vil­la Frey­tag, der Gerech­tig­keits­brun­nen und die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld ein­ge­weiht. 1

Gedenkstein für in Langerfeld verstorbene Zwangsarbeiter

Das Ehren­grä­ber­feld für in Lang­er­feld ver­stor­be­ne Zwangs­ar­bei­ter.

Als sich im Jahr 2000 her­aus­stell­te, dass das Vor­ha­ben der Bezirks­ver­tre­tung Lang­er­feld-Bey­en­burg, die Schrift des Denk­mals für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof Koh­len­stra­ße mit Hil­fe von Far­be wie­der auf­zu­wer­ten nicht wie geplant durch­ge­führt wer­den konn­te, ent­schied man sich, eine Bron­ze­ta­fel mit dem Hin­weis auf den Zweck des Denk­mals dort anzu­brin­gen. Dadurch waren von den bereit­ge­stell­ten 5.000 DM noch Mit­tel übrig. In der Sit­zung vom 16.Mai 2000 wur­de vor­ge­schla­gen, eine wei­te­re Gedenk­ta­fel am Ehren­fried­hof für im Zwei­ten Welt­krieg gestor­be­ne Zwangs­ar­bei­ter auf dem katho­li­schen Fried­hof Zu den Doli­nen anzu­brin­gen. Am 19.September 2000 wur­de dies dann beschlos­sen. Im April oder Mai 2001 wur­de die Gedenk­ta­fel auf einem Find­ling am Ehren­grä­ber­feld ange­bracht.1


Ergän­zung vom 19. August 2012:
Bereits 1999 hat­te sich eine Arbeits­grup­pe der evan­ge­li­schen Gemein­de Lang­er­feld und der katho­li­schen Gemein­de St. Raphael/ St. Paul auf Anre­gung des ev. Pfar­rers Uwe Leicht mit der The­ma­tik der Zwangs­ar­bei­ter in Lang­er­feld beschäf­tigt. Aus­gangs­punkt war der Ehren­fried­hof. Die Arbeits­grup­pe wer­te­te die Gefal­le­nen-Lis­te des Fried­hofs aus dem katho­li­schen Fried­hofs­amt aus, befrag­te Zeit­zeu­gen, recher­chier­te im Stadt­ar­chiv und im Archiv des Bür­ger­ver­eins Lang­er­feld und sich­te­te die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Lite­ra­tur. Im Jahr 2000 fand eine ers­te öku­me­ni­sche Gedenk­fei­er, als “Süh­netag” bezeich­net, auf dem Fried­hof statt. Die Gedenk­fei­er wur­de in den fol­gen­den Jah­ren wie­der­holt und auch nach einem Stel­len­wech­sel von Pfar­rer Leicht im Jahr 2004 noch eini­ge Jah­re fort­ge­führt.2


Der Gedenk­stein

Die Inschrift der schlich­ten Bron­ze­ta­fel lau­tet:

Zum Geden­ken
an die im 2.Weltkrieg
1939–1945
in Lang­er­feld
zu Tode gekom­me­nen
96 Zwangs­ar­bei­te­rin­nen
und Zwangs­ar­bei­ter

Namens­lis­ten im Stadt­ar­chiv”


Grab einer Zwangs­ar­bei­te­rin.

Ein Pole, ein Bel­gi­er und ein Rus­se, neben­ein­an­der bestat­tet auf dem Fried­hof Zu den Doli­nen.

Der Find­ling mit der Gedenk­ta­fel.

Anfang Mai 2001 waren auf Ein­la­dung einer Bür­ger­initia­ti­ve und einer For­schungs­grup­pe eini­ge ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter zu Gast in Lang­er­feld. Sie besuch­ten auch die Ehren­grab­an­la­ge.3

Im Novem­ber 2002 wur­de unweit des Fried­hofs zu den Doli­nen am ehe­ma­li­gen Ein­gang eines Lagers der Reichs­bahn, ein Mahn­mal für Zwangs­ar­bei­ter der Reichs­bahn in Lang­er­feld ein­ge­weiht.


Der Gerechtigkeitsbrunnen (1910)

Der Gerech­tig­keits­brun­nen auf einer unda­tier­ten Foto­gra­fie. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.4

Am 30. Juli 1910, es war der drit­te Fest­tag der Drei­hun­dert­jahr­fei­er der Stadt Elber­feld, wur­de auf dem Exer­zier­platz am Osters­baum der Gerech­tig­keits­brun­nen ent­hüllt. Der Platz trägt heu­te den Namen Platz der Repu­blik. In den Tagen zuvor waren bereits der Gold­schmie­de­brun­nen und die Anla­gen der Vil­la Frey­tag ein­ge­weiht wor­den. Der noble Stif­ter des Brun­nens war ein­mal mehr Frei­herr August von der Heydt, in des­sen Auf­trag der Bild­hau­er Bern­hard Hoet­ger die Figur des Brun­nens schuf. Der Frei­herr hat­te den Bild­hau­er in Paris ken­nen gelernt und schätz­te sei­ne Arbeit. Die Figur wur­de nach einer Akt­zeich­nung von 1905 mit dem Titel “Wägen­de” ent­wor­fen. Den Brun­nen selbst schuf Regie­rungs­bau­meis­ter Rie­mann.


Der Brun­nen am Tag der Ein­wei­hung am 30.Juli 1910. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/10/13

Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/10/15

Der Brun­nen besteht auf der unters­ten Ebe­ne aus drei guß­ei­ser­nen und aus dem Mund was­ser­spei­en­den Löwen, der eine trägt vor der Brust das Wap­pen des Stif­ters, der ande­re das Wap­pen der Stadt Elber­feld und der drit­te trug das Stif­tungs­schild und heu­te das Wap­pen der Stadt Wup­per­tal (s.u.). Dar­auf ist ein gro­ße Brun­nen­scha­le aus Kirch­hei­mer Muschel­kalk ange­bracht, deren Rand aus Kup­fer war. Byzan­ti­ni­sche Orna­men­te und “ver­wand­te Blatt­wel­len” zie­ren die Scha­le, die auf eini­ge wie ein Opfer- oder Tauf­be­cken wirkt. Das Fuß­band gibt einen Bibel­vers aus Sprü­che Salo­mos 10, 11 wie­der:


Des Gerech­ten Mund ist ein leben­di­ger Brun­nen”


Brun­nen­lö­we

In der Mit­te der Brun­nen­scha­le erhebt sich ein Podest, dar­auf fand sich ein was­ser­spei­en­der Basi­lisk. Auf ihm wie­der­um stand die Figur in Form einer Ado­ran­tin, deren Blick in den Him­mel gerich­tet war und deren Arme weit aus­ge­brei­tet waren. Der Ober­kör­per war unbe­deckt, ein um die Hüf­te gewi­ckel­tes rock­ar­ti­ges Gewand fiel bis zu den Fer­sen und war vor­ne offen.


Zur Ein­wei­hung über­gab Frei­herr August von der Heydt den Brun­nen mit den Wor­ten:

Als ein Erin­ne­rungs­zei­chen an den heu­ti­gen Ehren­tag habe ich mir erlaubt, die­sen Gerech­tig­keits­brun­nen zu stif­ten mit dem Mot­to ‘des gerech­ten Mund ist ein leben­di­ger Brun­nen’: Möge der Geist der Gerech­tig­keit wal­ten auch unter den spä­tes­ten Geschlech­tern die­ser Stadt.”


Am sel­ben Tag wur­de auch die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld im Rat­haus und der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz eingeweiht.In der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus galt die Kunst Hoet­gers als ent­ar­tet und die Figur wur­de im Zwei­ten Welt­krieg ein­ge­schmol­zen.


Der Rest des Brun­nens mit zwei funk­ti­ons­tüch­ti­gen Löwen im August 2011

1957 war der Brun­nen abge­stellt, die Wid­mungs­ta­fel war ver­lo­ren und die Löwen ver­rot­te­ten. Die Stadt Wup­per­tal beauf­trag­te den Bild­hau­er Fritz Ber­nuth mit der Restau­ra­ti­on, die im Früh­jahr 1959 abge­schlos­sen wur­de. Die Wid­mungs­ta­fel wur­de dabei fälsch­li­cher­wei­se durch eine Tafel mit dem Wap­pen der 1929 geform­ten Stadt Wup­per­tal ersetzt. Die­ser Feh­ler konn­te auf­grund man­geln­der Mit­tel auch bei der fol­gen­den Gene­ral­über­ho­lung 1989 auf­grund der Kos­ten von 6.000 Mark nicht rück­gän­gig gemacht wer­den. Der Platz der Repu­blik wur­de zu dem Zeit­punkt neu­ge­stal­tet und der Brun­nen um weni­ge Meter ver­setzt. Der Anschluss an die Was­ser­ver­sor­gung wur­de erneu­ert.1


Das Elber­fel­der Wap­pen (Bild hin­zu­ge­fügt am 26.Juni 2012)

Das Wap­pen des Stif­ters (Bild hin­zu­ge­fügt am 26.Juni 2012)

Das fal­sche Wup­per­ta­ler Wap­pen (Bild hin­zu­ge­fügt am 26.Juni 2012)

Im Okto­ber 2011 kün­dig­te der bekann­te Mäzen Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen nach den erfolg­rei­chen Samm­lun­gen zur Rekon­struk­ti­on des Elber­fel­der Rit­ters und des Armen­pfle­ge­denk­mals die Rück­kehr der Figur des Gerech­tig­keits­brun­nen für den Som­mer 2012 an. 175.000 Euro sind für die Rekon­struk­ti­on gespen­det wor­den. 2 Am 24.Juni 2012 wur­de der neue Gerech­tig­keits­brun­nen ein­ge­weiht.


Der Platz der Repu­blik mit dem Gerech­tig­keits­brun­nen im Zen­trum auf einer Luft­bild­auf­nah­me zwi­schen 1919 und 1939 Samm­lung His­to­ri­sche Zen­trum, 010/10/79

Yzchok-und-Rita-Gerszt-Gedenktafel

In der Woche vom 19.–25. Juni 2008 war auf Ein­la­dung des Ver­eins zur Erfor­schung der Sozia­len Bewe­gung im Wup­per­tal e.V. Ste­pha­nie Dou­glas-Fur­man, die Toch­ter der Wup­per­ta­ler Wider­stands­kämp­fer  gegen das NS-Regime, Yzchok und Rita Gerszt, zu Gast in Wup­per­tal.1 Der Kon­takt zu ihr war über den His­to­ri­ker Ste­phan Stra­cke zustan­de gekom­men, der wäh­rend sei­ner For­schun­gen2 zu den Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts-pro­zes­sen auf das Schick­sal des kom­mu­nis­ti­schen und jüdi­schen Ehe­paars gesto­ßen war und zufäl­lig im Inter­net die Adres­se der Toch­ter gefun­den hat­te.3 Im fer­nen Ore­gon in den USA war man natür­lich über­rascht und zunächst auch skep­tisch, wie denn das Land der Täter heu­te mit ihnen umge­hen wür­de. Zusam­men mit ihrer Toch­ter und ihrem Schwie­ger­sohn wag­te Ste­pha­nie Dou­glas-Fur­man die Rück­kehr in ihre Geburts­stadt, in der ihren Eltern so viel Unrecht wider­fah­ren war. Wäh­rend ihrer Zeit in Wup­per­tal nahm Ste­pha­nie Dou­glas-Fur­man an der Gedenk­fei­er am Mahn­mal des KZ Kem­na teil und besuch­te auch ihr altes Wohn­haus in der Rei­ter­stra­ße Nr.3.4 In die­sem Rah­men wur­de im Juni 2008 eine Gedenk­ta­fel für ihre Eltern gegen­über des Hau­ses ange­bracht.


Die Gedenk­ta­fel für Yzchok und Rita Gerszt. Foto­gra­fiert am 5. Febru­ar 2012.

Die Gedenk­ta­fel zeigt unter der Über­schrift:

 “In Erin­ne­rung an die
Wup­per­ta­ler Wider­stands­kämp­fe­rIn­nen
Yzchok und Rita Gerszt.

eine Foto­gra­fie des Ehe­paars und erklärt: “[Lin­ke Spal­te]

Die Fami­lie leb­te mit ihrer Toch­ter Ste­pha­nie bis 1936 in der Rei­ter­stra­ße 3.
Yzchok und Rita Gerszt waren im jüdi­schen Arbei­ter-Kul­tur­ver­ein und in der KPD orga­ni­siert und betei­lig­ten sich am Wider­stands­kampf gegen die Natio­nal­so­zia­lis­ten.
Yzchok Gerszt wur­de am 30.Juni 1936 ver­haf­tet und in den “Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts­pro­zes­sen” zu 4 Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt. Nach der Haft im Zucht­haus
Sieg­burg wur­de er nach Aus­schwitz depor­tiert. Dort wur­de er auf dem Todes­marsch am 13.Januar 1943 ermor­det.
Rita Gerszt floh mit ihrer 5 jäh­ri­gen Toch­ter nach Bel­gi­en, wur­de dort aber von der Gesta­po ver­haf­tet. Das 5 jäh­ri­ge Kind Ste­pha­nie Gerszt konn­te recht­zei­tig weg­lau­fen und über­leb­te das drit­te Reich ver­steckt in Wai­sen­häu­sern in Bel­gi­en. Rita Gerszt wur­de u.a. im KZ Ravens­brück inhaf­tiert und am 29.Mai 1942 in der Ver­ga­sungs­an­stalt Bern­burg ver­gast.”


Eine aus­führ­li­che­re Bio­gra­phie fin­det sich im offe­nen Bür­ger­an­trag des Ver­eins zur Erfor­schung der sozia­len Bewe­gung zur Umbe­nen­nung der Trep­pe an der Rei­ter­stra­ße (s.u.):


Dem­nach kam der am 16.Oktober 1901 in Polen gebo­re­ne Yzchok Gerzst 1920 nach Deutsch­land. Er arbei­te­te als Schnei­der und Rei­sen­der (Ver­tre­ter) für eine Her­ren­schnei­de­rei und mach­te sich spä­ter mit einer Lohn­schnei­de­rei selbst­stän­dig. 1924 trat er in die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei ein und enga­gier­te sich im Vor­stand des jüdi­schen Arbei­ter-Kul­tur-Ver­eins, der sei­nen Sitz an der Klotz­bahn hat­te. Ab 1931 arbei­te­te er unter ande­rem mit den Wup­per­ta­ler Wider­stands­kämp­fern Ewald Fun­ke,
Jukiel Gil­berg, Karl Ibach und Fried­rich Sen­ger im AM-Appa­rat (Abtei­lung Mili­tär­po­li­tik) der KPD.5 Der AM-Appa­rat war die nach­rich­ten­dienst­li­che Orga­ni­sa­ti­on der KPD, die von den Ver­haf­tungs­wel­len nach der Macht­über­nah­me der Natio­nal­so­zia­lis­ten kaum betrof­fen war und im Unter­grund wei­ter gegen das NS-Regime kämpf­te. 6 Zu den Auf­ga­ben Gerszts gehör­te es zum Bei­spiel Kon­tak­te zu anti­na­zis­ti­schen Poli­zei­be­am­ten auf­zu­neh­men. Ab 1933 orga­ni­sier­te das Ehe­paar Geld­samm­lun­gen bei jüdi­schen Sym­pa­thi­san­ten zur Finan­zie­rung der AM und Tref­fen des ille­ga­len Appa­rats. Am 30.Juni 1936 wur­de er bei der drit­ten Ver­haf­tungs­wel­le im Rah­men der Gewerk­schafts­pro­zes­se ver­haf­tet7 (zu den Pro­zes­sen sie­he auch den Ein­trag zum Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts­pro­zes­se). Der gesam­te AM-Appa­rat wur­de von der Gesta­po zer­schla­gen.8 Aus­sa­gen von ande­ren Häft­lin­gen belas­te­ten Gerszt und er wur­de vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm zu 4 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt, die er zunächst in Her­ford und Sieg­burg ver­brach­te.


Rita Gerszt blieb mit der vier Mona­te alten Toch­ter Ste­pha­nie zurück und muss­te allein die um sich grei­fen­de Demü­ti­gung, Aus­gren­zung und Ter­ro­ri­sie­rung der jüdi­schen Bevöl­ke­rung ertra­gen. Am 30.Juni 1939 erhielt sie einen Aus­wei­sungs­be­scheid. Die Bit­te, ihren Mann vor­zei­tig zu ent­las­sen, um mit ihm und dem Kind in die USA aus­wan­dern zu kön­nen, wo Ver­wand­te für ihn gebürgt hat­ten, um ein Ein­rei­se­vi­sum zu erhal­ten, wur­de abge­schla­gen. 1939 wur­de Rita vier Wochen inhaf­tiert und floh nach der Frei­las­sung nach Bel­gi­en, wo ihre Schwes­ter, Hele­ne Man­del­baum, mit ihrem Mann und den Kin­dern in Brüs­sel wohn­te. Nach­dem die Deut­schen auch Bel­gi­en besetzt hat­ten, orga­ni­sier­te Rita für sich und ihr Kind ein siche­res Ver­steck, doch bei der Ver­ab­schie­dung von Freun­den wur­de sie von der Gesta­po ver­haf­tet. Ste­pha­nie konn­te im Durch­ein­an­der flie­hen und fand nach lan­gem Umher­ir­ren die Woh­nung ihrer Tan­te wie­der. Die­se brach­te sie mit­hil­fe des “Comi­te de defen­se des juifs” unter fal­schem Namen in einem Wai­sen­haus in Forest unter. Rita Gerszt wur­de nach Düs­sel­dorf gebracht und dort wegen angeb­li­cher Devi­sen­ver­ge­hen zu vier Mona­ten Haft ver­ur­teilt und saß vom 7. Juni 1940 bis zum 9. Okto­ber 1940 im Gefäng­nis. Anschlie­ßend kam sie an das KZ Ravens­brück, wo sie laut dem Gedenk­buch für die Opfer von Ravens­brück unter dem Namen Rita Gero­zt am 29.Mai 1942 in der T4 Anstalt  Bern­burg wäh­rend der “Akti­on 14f13” ermor­det wur­de. Die amt­li­chen Anga­ben geben als Todes­da­tum den 30.Juni 1942 an. Nach dem Ende sei­ner Gefäng­nis­stra­fe wur­de Yzchok Gerszt in “Schutz­haft” genom­men und nach Ausch­witz depor­tiert. Dort durch­litt er ein Mar­ty­ri­um und wur­de auf einem Todes­marsch kurz vor der Befrei­ung durch die Rote Armee am 13.Januar 1945, so die Ster­be­ur­kun­de, ermor­det.


Die Toch­ter des Ehe­paars über­leb­te den Zwei­ten Welt­krieg, wur­de 1944 von Alli­ier­ten Trup­pen befreit und kam in ein Wai­sen­haus einer jüdi­schen Orga­ni­sa­ti­on, die die Wai­sen­kin­der auf die Ein­wan­de­rung nach Isra­el vor­be­rei­te­te. Kurz vor der Abrei­se nach Paläs­ti­na mel­de­te sich Geor­ge Gerszt, ein Onkel aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, und sorg­te dafür, dass sie im Juni 1948 in die USA ein­rei­sen konn­te.9


Im Rah­men des Besuchs von Ste­pha­nie Gersz in Wup­per­tal im Juni 2008 bean­trag­ten die Grü­nen mit Unter­stüt­zung des Ver­eins zur Erfor­schung der Sozia­len Bewe­gun­gen im Wup­per­tal e.V die Benen­nung der an das Haus Rei­ter­stra­ße 3 gren­zen­den Trep­pe zur Pla­teni­us­stra­ße in “Gerszt-Trep­pe”.10Der Antrag wur­de ein­stim­mig, also auch von den Grü­nen, abge­lehnt. Aus dem Pro­to­koll:


Der Bezirks­bür­ger­meis­ter teilt mit, dass nach Rück­spra­che mit dem zustän­di­gen Sach­be­ar­bei­ter drin­gend davon abge­ra­ten wer­de, die­se Benen­nung zu beschlie­ßen. So sei die­se Fami­lie nur eine von ca. 1200 ermor­de­ten Fami­li­en in Wup­per­tal. Sich hier­von eine her­aus zu suchen, sei nicht rat­sam.” 11


Die­se Begrün­dung ist unver­ständ­lich, da die Bezirks­ver­tre­tung in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung ein­stim­mig beschlos­sen hat­te, eine Trep­pe am Osters­baum nach dem Elber­fel­der Rab­bi­ner Dr.Joseph Nor­den zu benen­nen — auch “nur” einer von vie­len Ermor­de­ten aus Wup­per­tal.12 Dem­entspre­chend wand­te sich der Ver­ein zur Erfor­schung der sozia­len Bewe­gung in einem offe­nen Bür­ger­an­trag gegen die­se Ent­schei­dung und for­der­te mit zahl­rei­chen Unter­zeich­nern eine “Rita und Yzchok Gerszt-Trep­pe”.13
Am 25.Oktober 2008 wur­den vor dem Haus Reiterstr.3 zwei Stol­per­stei­ne für das Ehe­paar Gerszt ver­legt.14

Ergän­zung vom 17.Juni 2012: 
Eigent­lich hät­te man das vor der Ver­öf­fent­li­chung noch mal machen kön­nen, aber dar­an habe ich nicht gedacht. Die Gedenk­ta­fel, die ich am 5.Februar 2012 foto­gra­fiert habe, ist heu­te nicht mehr an Ort und Stel­le. (17. Juni 2012)

Sie­he auch die Ein­trä­ge zu Rita und Yzchok Gerszt im Gedenk­buch Wup­per­tal:

Rita GersztYzchok Gerszt

Gedenktafel zur Erinnerung an die Stiftung der Villa Freytag

Foto­gra­fie der Vil­la Frey­tag am Fried­richs­berg (unda­tiert). Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/19/45

Am 29.Juli 1910, es war der zwei­te Tag der Drei­hun­dert­jahr-Fei­er­lich­kei­ten der Stadt Elber­feld, wur­den die Park­an­la­gen und die Vil­la Frey­tag am obe­ren Ende der Rhein­stra­ße — die damals noch Kül­len­hah­ner Stra­ße hieß — der Bevöl­ke­rung über­ge­ben. Die Erben von August Frey­tag hat­ten die Anla­gen samt Vil­la und Hoch­wald, ins­ge­samt 23 Mor­gen, Anfang des Jah­res 1908 der Stadt Elber­feld zur Ver­grö­ße­rung der bereits ober­halb bestehen­den Anla­gen am Fried­richs­berg zum Preis von 120.000 Mark ange­bo­ten. Der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein als Besit­zer der Fried­richs­ber­ger Anla­gen ver­sprach als Jubi­lä­ums­ge­schenk 60.000 Mark, also die Hälf­te der Kauf­sum­me auf­zu­brin­gen und so ging der Besitz bereits am 31.Oktober 1908 an die Stadt.


Das rote Gebäu­de im Zen­trum der Kar­te ist die Vil­la Frey­tag, unter­halb davon ist die Gedenk­ta­fel ange­bracht. Aus­schnitt der Kar­te: “Anla­gen am Fried­richs­berg mit Vil­la Frey­tag”, Stadt Elber­feld 1913. Maß­stab 1:2500. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 30/83

Am besag­ten Juli-Tag wur­de die Vil­la mit den sie umge­ben­den Park­an­la­gen der Öffent­lich­keit über­ge­ben und eine stei­ner­ne Gedenk­ta­fel auf einer Stütz­mau­er ent­hüllt, die an die­sen Tag erin­nert.


Die Gedenk­ta­fel exis­tiert im Gegen­satz zur Vil­la bis heu­te.

Die Gedenk­ta­fel wur­de vom Kunst­ge­wer­be­leh­rer Prof. Lou­is Heitsch ent­wor­fen und trägt fol­gen­de Inschrift:

“Die Vil­la Frei­tag
wur­de aus Anlass des
Drei­hun­dert­jäh­ri­gem
Stadt­ju­bi­lä­ums
1910
vom Ver­schö­ne­rungs­ver­ein als
öffent­li­che Anla­ge gestif­tet.”

August Frey­tag, der ursprüng­li­che Besit­zer, war Inha­ber einer seit dem 1.Januar 1819 in der Mori­an­stra­ße 17 bestehen­den Juwe­len-, Gold,- Sil­ber­wa­ren- und Uhren­hand­lung. Die Vil­la Frey­tag (deren Adres­se  Kül­len­hah­ner Str.129 lau­te­te) war sein Som­mer­sitz. Er war Mit­glied des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins seit des­sen Grün­dung und ab Febru­ar 1879 Mit­glied des Vor­stands. Er betei­lig­te sich mit ver­schie­de­nen Spen­den am Kauf von Wald zur Ver­grö­ße­rung des Besit­zes des EVV und hat­te auch in sei­nem Test­am­t­ent eine Stif­tung von 5000 Mark an die Stadt Elber­feld ein­ge­setzt, deren Zin­sen zum wei­te­ren Ankauf von Wald die­nen soll­ten. Am 17.Mai 1889 ver­starb August Frey­tag.1


Die Stütz­mau­er und die Gedenk­ta­fel im Park am Fried­richs­berg.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Vil­la Frei­tag beim Bom­ben­an­griff auf Elber­feld im Jahr 1943 zer­stört.2
Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, der Gerech­tig­keits­brun­nen, die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld und der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz ein­ge­weiht.

Mahnfenster zur Erinnerung an Justizunrecht in der Zeit des Nationalsozialismus

Als am 6. Mai 1995 vor dem Land­ge­richt Wup­per­tal das Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Wup­per­ta­ler Gewerk­schafts­pro­zes­se ein­ge­weiht wur­de, wur­de  noch ein wei­te­res Mahn­mal vor­ge­stellt, das seit­dem weni­ger in der Öffent­lich­keit prä­sent ist. Es ist das Haupt­trep­pen­fens­ter im Wup­per­ta­ler Land­ge­richt, wel­ches vom Vel­ber­ter Gla­ser­meis­ter Fal­ko Schmidt gestal­tet wur­de. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau, Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, DGB-Kreis­vor­sit­zen­den Hei­no Ahr, NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Dr. Rolf Krum­sieck und Rudi Höff­gen, der sei­ner­zeit selbst zu den Opfern gehör­te, bei der Vor­stel­lung zuge­gen waren.1


Das Mahn­fens­ter im Land­ge­richt Wup­per­tal.

Das Fens­ter erin­nert dar­an, dass in den Jah­ren 1935 und 1936 in den Räu­men des Wup­per­ta­ler Land­ge­richts Mas­sen­pro­zes­se gegen Gewerk­schaf­ter und Geg­ner der NSDAP unter Lei­tung vom 1.Senat des Volks­ge­richts­hof und vom 2. und 3.Senat der Ober­lan­des­ge­richts Hamm statt­fan­den. Auf 1.200 Ver­haf­tun­gen durch ein Son­der­kom­man­do der Gesta­po folg­ten “mons­trö­se Gerichts­pro­zes­se”, so die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt, Karin Bel­ker, in der Rück­schau. Die Pro­zes­se gegen zum Teil 100 Ange­klag­te in einem Ver­fah­ren, in denen mit hohen Stra­fen der Wider­stand erstickt wer­den soll­te — was auch teil­wei­se gelang — erreg­ten inter­na­tio­na­les Auf­se­hen, sodass die Son­der­ge­rich­te sich am Ende wie­der nach Ber­lin und Hamm zurück­zo­gen.


In der Aus­ein­an­der­set­zung um das Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Gewerk­schafts­pro­zes­se der Künst­le­rin Ulle Hees war es den Rich­tern des Land­ge­richts beson­ders wich­tig zu beto­nen, dass es kei­ne Wup­per­ta­ler Rich­ter waren, die dar­an betei­ligt waren und dass sich so ein Rechts­ver­ständ­nis nie wie­der­ho­len darf. Die Prio­ri­tä­ten des DGB lagen ver­ständ­li­cher­wei­se eher im Andenken an die von den Pro­zes­sen betrof­fe­ne Per­so­nen­grup­pe. Das Land­ge­richt ent­schloss sich schließ­lich 1993 zusätz­lich zum Mahn­mal und des­sen Gedenk­ta­feln eine eige­ne Gedenk­ta­fel im Gebäu­de anzu­brin­gen. Schließ­lich ent­schied man sich dazu, das Haupt­trep­pen­fens­ter, dass dem ein­tre­ten­den Besu­cher als Blick­fang dient, zur Mah­nung zu ver­wen­den.

Der Vel­ber­ter Innen­ar­chi­tekt und Gla­ser­meis­ter Fal­ko Schmidt konn­te für das Pro­jekt gewon­nen wer­den und leg­te zwei Ent­wür­fe vor. Einer nutz­te Pas­tell­tö­ne und pas­send zum Gebäu­de Jugend­stil­ele­men­te, der zwei­te war in Form und Farb­ge­bung eher modern gestal­tet. Ein­stim­mig wähl­te man in Abspra­che mit dem Staat­li­chen Bau­amt Wup­per­tal den zwei­ten Ent­wurf. 2 Karin Bel­ker beschreibt das Ergeb­nis mit fol­gen­den Wor­ten:


Das Fens­ter besteht aus Opa­que­über­fang­glas in der Grund­far­be Sand. Das mund­ge­bla­se­ne Echt-Antik-Glas (sic!) stammt aus der Glas­hüt­te Lam­bertz in Wald­sas­sen. Es hat die Eigen­schaft zugleich licht­durch­läs­sig und undurch­sich­tig zu sein.

Im mitt­le­ren Rund­bo­gen des mitt­le­ren Fens­ters befin­den sich Seg­men­te aus och­sen­blut­far­be­nem schat­tier­ten Über­fang­glas, die in ihrer Form­ge­bung an das Aus­se­hen von Kon­ti­nen­ten erin­nern. In die­se och­sen­blut­ro­ten Seg­men­te ist die aus dem Glas her­aus­ge­ätz­te Gedenk­in­schrift auf­ge­nom­men. Wäh­rend die Seg­men­te mit der Schrift von links oben nach rechts unten lau­fend ange­ord­net sind, zieht von oben nach unten über den inne­ren Rund­bo­gen­teil eine von rechts nach links aus­ge­rich­te­te Linie, die immer wie­der unter­bro­chen wird, nach der Inten­ti­on des Künst­lers die Linie des gebro­che­nen Rechts. Sie stößt im unte­ren Seg­ment des inne­ren Rund­bo­gens auf eine hori­zon­tal ver­lau­fen­de wei­ße Linie und setzt sich — nun unge­bro­chen — durch’s unte­re Seg­ment fort, nach der Vor­stel­lung des Künst­lers das Ende des gebro­che­nen und der Beginn des unge­bro­che­nen Rechts. Die­ser unte­re, die Neu­zeit dar­stel­len­de Fens­ter­aus­schnitt trägt die Jah­res­zahl 1995.” 3


Die Inschrift.

Die Inschrift lau­tet:

“1933- 1945
Zum Geden­ken an die Män­ner und Frau­en,
denen durch die Jus­tiz Unrecht geschah.
Ihre Lei­den sind Ver­pflich­tung
zur Ver­tei­di­gung des Rechts.”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gustav-Platzhoff-Denkmal

Post­kar­te mit Bril­ler Vier­tel und dem Gus­tav-Platz­hoff-Denk­mal, gelau­fen 1912. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6

Es war der 24.Juli 1910, als der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein am Nüt­zen­berg am obe­ren Ende der Sado­wa­stra­ße ein Denk­mal für sei­nen ers­ten und spä­ter Ehren­vor­sit­zen­den Gus­tav Platz­hoff ein­weih­te. In Anwe­sen­heit von Mit­glie­dern der Fami­lie Platz­hoff-de Weerth, des Bei­ge­ord­ne­ten Schoene­fel­der als Ver­tre­ter des Ober­bür­ger­meis­ters Funck und von Mit­glie­dern des Ver­eins sprach der Vor­sit­zen­de Frei­herr August von der Heydt über die Ver­diens­te des Geehr­ten um den Ver­schö­ne­rungs­ver­ein und im Beson­de­ren um die Anla­ge am Nüt­zen­berg, die die­ser durch eine Schen­kung des Wald­be­sit­zes und mit Geld­spen­den ermög­licht hat­te.


Das Platz­hoff-Denk­mal auf einer Foto­gra­fie mit dem Bron­ze­re­li­ef Platz­hoffs. Ent­nom­men aus: Dr.Wilhelm de Weerth, Ahnen­ta­fel von Ellen de Weerth geb.Jung, Düs­sel­dorf 1939, S. 12.

Das Denk­mal in Form einer gro­ßen, anfangs bepflanz­ten, Vase auf einem drei Meter hohen, sich ver­jün­gen­dem Pos­ta­ment mit leich­ten Jugend­stil­ele­men­ten, an des­sen Front ein Bron­ze­re­li­ef und die Inschrift zu fin­den war, schuf der Elber­feld Kunst­ge­wer­be­leh­rer Prof. Lou­is Heitsch, der zwei Jah­re zuvor bereits den Flag­gen­mast vor dem Elber­fel­der Rat­haus geschaf­fen hat­te. Die Inschrift lau­te­te:

Dem ers­ten
Vor­sit­zen­den und
Mit­be­grün­der des
Ver­schö­ne­rungs-
Ver­ei­nes
Gus­tav Platz­hoff
1910”


Gus­tav Platz­hoff wur­de am 19.Mai 1821 in Elber­feld gebo­ren und war ein Uren­kel von J.P. Bem­berg, der 1792 eine Wein­hand­lung gegrün­det hat­te, die spä­ter ein Far­ben­han­del und dann eine Tür­ki­schrot­fär­be­rei wur­de. 1865 zog die Fir­ma, deren Teil­ha­ber Platz­hoff war, an die Oeh­de in Hecking­hau­sen um, da dort mehr Platz vor­han­den war. Neben der Arbeit enga­gier­te sich Platz­hoff als Stadt­ver­ord­ne­ter (1853–1861), Bei­ge­ord­ne­ter (1864–1878) und als ers­ter Vor­sit­zen­der des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins (1870–1881). Dar­über hin­aus war er zwan­zig Jah­re lang Reprä­sen­tant der refor­mier­ten Gemein­de Elber­felds. Ab 1881 war er Ehren­vor­sit­zen­der des EVV. Am 23.August 1880 erhielt er den Kro­nen­or­den IV.Klasse und die 1860 ange­leg­te Platz­hoff­stras­se trägt bis heu­te sei­nen Namen. Am 7.Oktober 1887 starb er in Elber­feld.
Gus­tav-Platz­hoff-Denk­mal und der Ein­gang des Sado­was­tol­lens im März 2011.

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ging das Bron­ze­re­li­ef und die Inschrift
ver­lo­ren. Im August 1968 wur­de eine neue Bron­ze­ta­fel ange­bracht, auf der
die Inschrift zu lesen ist. 1


Die neue Gedenk­ta­fel von 1968

Das im Hin­ter­grund zu sehen­de Por­tal wur­de 1879 errich­tet und gehört zum Sado­was­tol­len, der 1877 ange­legt wur­de und unter dem Nüt­zen­berg die Sado­wa­stra­ße und den Wey­er­busch­weg ver­bin­det. Der reprä­sen­ta­ti­ve Abschluss des 700 Meter lan­ge Stol­lens, der als Was­ser­re­ser­voir dien­te, war Bedin­gung des Ver­schö­ne­rungs­ver­ein für die Erlaub­nis zum Bau. 1994 wur­de das bau­fäl­li­ge Por­tal für 370.000 DM2 von den WSW saniert.3


Ein Eich­hörn­chen ist an der Sei­te des Pos­ta­ments zu sehen.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te