Gedenktafel für die Vohwinkler Opfer des Nationalsozialismus

Am links im Bild zu sehen­den Pfei­ler hing die Gedenk­ta­fel von Novem­ber 2011 bis Mai 2012.

Ende Janu­ar 2012 ent­deck­te ich am mitt­le­ren Pfei­ler der Schwe­be­bahn­sta­ti­on Voh­win­kel eine klei­ne metal­le­ne Gedenk­ta­fel, die an die Voh­wink­ler Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­nert. Ers­te Recher­chen zum Hin­ter­grund ver­lie­fen erfolg­los. Die WSW wuss­ten selbst nichts von der Gedenk­ta­fel, auch die Bezirks­ver­tre­tung Voh­win­kel war nicht infor­miert.1 Am 23.Mai 2012 ent­schied die Geschäfts­füh­rung der WSW die Gedenk­ta­fel zu ent­fer­nen, da sie ohne jede Kon­takt­auf­nah­me instal­liert wor­den war.2 Die ein­zi­ge Spur, die von einer Gedenk­ta­fel in Voh­win­kel berich­tet, fin­det sich in einer Ter­min­an­kün­di­gung zu einer Demons­tra­ti­on am 9.November 2011 auf der Home­page des Anti­fa-Cafés Wup­per­tal. Dort heißt es:


“17:00 Uhr Kaiserstrasse/ Ecke Edith-Stein Stras­se:
Gedenk­kund­ge­bung für die Voh­wink­ler NS-Opfer mit Gedenk­ta­fel­ent­hül­lung“3

Ob damit die­se Gedenk­ta­fel gemeint ist, bleibt unklar. Die Schwe­be­bahn­sta­ti­on fin­det sich nicht an der Kai­ser­stra­ße/E­dith-Stein-Stra­ße, son­dern an der Voh­wink­ler Stra­ße in Höhe der Ein­mün­dung der Rubensstra­ße. Alle wei­te­ren Recher­chen blie­ben erfolg­los.


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel selbst ver­zeich­net unter der Inschrift:

In Erin­ne­rung an die Voh­wink­ler NS-Opfer”

24 Namen von Opfern der NS-Dik­ta­tur, dar­un­ter Juden, Eutha­na­sie-Opfer, KZ-Häft­lin­ge und Zwangs­ar­bei­ter. Wie die­se Namen zustan­de kom­men und ob die Lis­te voll­stän­dig ist, konn­te auch nicht geklärt wer­den. Ver­gleicht man die Namen mit dem Gedenk­buch Wup­per­tal, fällt auf, dass z.B. die Zwangs­ar­bei­te­rin Valen­ti­na Bori­sen­ko fehlt. Dafür fin­det sich zu Mar­ga­re­te Stri­cker im Gedenk­buch kein Ein­trag. Die Tafel schließt mit dem Ver­spre­chen:

Nichts und nie­mand ist ver­ges­sen!
9.November 2011”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Nagelbild Eiserner Ritter

Am 21. Okto­ber 1915, es der Hohen­zol­lern-Gedenk­tag, an dem an die Über­nah­me der Herr­schaft über die Mark Bran­den­burg durch die Hohen­zol­lern gedacht wur­de, begann im Elber­fel­der Kai­ser-Wil­helm-Muse­um, dem heu­ti­gen Von der Heydt-Muse­um, die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters. Mit die­sem Nagel­bild, einer aus Öster­reich-Ungarn stam­men­den Akti­on, sam­mel­te der Ver­ein “Kriegs­hül­fe” im Ers­ten Welt­krieg spen­den für in Not gera­te­ne Bür­ger. Dazu konn­te man eiser­ne, sil­ber­ne und gol­de­ne Nägel erwer­ben und die­se in das Bild­nis nageln. Die Prei­se began­nen bei einer Mark und lagen deut­lich über dem Mate­ri­al­wert des Nagels. Ver­ei­ne und Schu­len leis­te­ten sich auch Schil­der mit Sinn­sprü­chen zu ent­spre­chen­den Prei­sen.1 Der All­ge­mei­ne Turn­ver­ein 1860 Elber­feld zahl­te bei­spiels­wei­se 100 Mark und brach­te ein Schild mit der Inschrift “Einig­keit macht stark — All­ge­mei­ner TV 1860 Elber­feld” an.2 Der Ver­ein erhoff­te sich einen Rein­ge­winn von 8.000 — 15.000 Mark, erziel­te aber bereits am ers­ten Tag die Sum­me von 11.000 Mark. Am Ende der Akti­on, am 30.April 1916 betrug der Rein­ge­winn 70.000 Mark.3
Abbil­dung des Nagel­bilds Zur Erin­ne­rung an die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters von Elber­feld, Kriegs­hül­fe, 1915, Akte S XIII 176, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal

Am 2. August 1915 hat­te der Zen­tral­vor­stand des Ver­eins “Kriegs­hül­fe” beschlos­sen, die Gestal­tung des Nagel­bilds Prof. Lou­is Heitsch zu über­tra­gen. Sein Ent­wurf wur­de dann von den Holz­bild­hau­ern Paul Krau­se und Vik­tor Szlo­wo­da aus­ge­führt. Das Nagel­bild war 4,20 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Es zeigt einen gepan­zer­ten, mit­tel­al­ter­li­chen Rit­ter mit Schwert und Schild, auf dem ein Adler zu sehen ist. Die Rit­ter­fi­gur wird umdrängt von Schlan­gen. Über ihm steht in gro­ßen Let­tern “Gott mit uns”, sein Kopf wird an den Sei­ten flan­kiert von zwei Wap­pen, die den Ber­gi­schen Löwen und das Elber­fel­der Stadt­wap­pen zei­gen. Dar­un­ter fin­den sich Eiser­ne Kreu­ze. Das Podest, auf dem das Nagel­bild ange­bracht ist, zeigt den Schrift­zug “Kriegs­hül­fe” und dar­un­ter die Jah­res­zahl “1915”.4
Foto­gra­fie des Eiser­nen Rit­ters unbe­kann­ten Datums. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Nach Abschluss des Krie­ges soll­te die Figur in eine Wand der Kir­che am Kolk ein­ge­las­sen wer­den, aber die Figur blieb bis März 1934 im Muse­um und kam dann ins Rat­haus am Neu­markt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Nagel­bild zer­stört.5
In Voh­win­kel wur­de im Jahr 1916 ein “Eiser­nes Schwert” als Nagel­bild auf­ge­stellt.

Gedenkstein für das alte Cronenberger Rathaus

Foto­gra­fie des ein­ge­mau­er­ten Sand­stein­re­li­efs im Trep­pen­haus des alten Stadt­saals. Archiv CHBV.

Als 1994 der Cro­nen­ber­ger Fest­saal am Stand­ort des alten Rat­hau­ses (1900–1943) abge­ris­sen wur­de, “ent­deck­te” man, dass ein in die Wand ein­ge­las­se­nes Sand­stein­re­li­ef mit dem Wap­pen der eins­ti­gen Stadt ein Relikt des Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses war. Der Eigen­tü­mer und Bau­herr des Nach­fol­ge­baus, Bernd Mat­t­häs, über­nahm dann in Abstim­mung mit dem Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein die Restau­ra­ti­on und Auf­stel­lung des Wap­pens.1


Das restau­rier­te Sand­stein­re­li­ef vor dem neu­en Geschäfts- und Wohn­haus. Es zeigt das von Klet­ter­pflan­zen umrank­te Stadt­wap­pen der ehe­mals selbst­stän­di­gen Stadt Cro­nen­berg.

Die Inschrift der klei­nen Metall­pla­ket­te ver­rät: “Cro­nen­ber­ger Stadt­wap­pen Sand­stein­re­li­ef Gebor­gen aus den Trüm­mern des 1900 erbau­ten und 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses.”

Am 12.Mai 2001 wur­de des Relikt, nach­dem es schon seit Ende Sep­tem­ber 19992an Ort und Stel­le vor dem neu­en “Rat­haus­cen­ter” zu fin­den war,  ein­ge­weiht.3 Dazu hat­te der CHBV ein­ge­la­den. Der Vor­sit­zen­de Hans-Otto Bil­stein, begrüß­te neben den Cro­nen­ber­ger Bür­gern auch Bernd Mat­t­häs, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Lietz und Bür­ger­meis­ter Peter Jung. In einer kur­zen Anspra­che blick­te Hans-Otto Bil­stein auf die Selbst­stän­dig­keit der Stadt Cro­nen­berg zurück, deren Sym­bol Wap­pen und Rat­haus waren. Die Ein­wei­hung über­nah­men dann “De Obrams”, der Freun­des­kreis zur Erhal­tung des Cro­nen­ber­ger Platts. Für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­te der Cro­nen­ber­ger Män­ner­chor, außer­dem wur­de im “alten Käse­la­den” in einer Aus­stel­lung über die Geschich­te Cro­nen­bergs infor­miert.4


Das 1900 errich­te­te Cro­nen­ber­ger Rat­haus wur­de 1943 von Bom­ben zer­stört und brann­te aus. 1953 wur­den die Über­res­te abge­ris­sen, obwohl die Cro­nen­ber­ger für einen Wie­der­auf­bau plä­dier­ten. Archi­tekt war Wil­helm Haa­se.

Das Cro­nen­ber­ger Wap­pen zeigt den Ber­gi­schen Löwen auf einem (grü­nen) Hügel ste­hend, in den Pran­ken hält er ein Sen­sen­blatt, das auf das Sen­sen­pri­vi­leg hin­weist. Dar­über thro­nen drei Zin­nen.

2001 wur­de am Stand­ort des ers­ten Cro­nen­ber­ger Rat­hau­ses das Turm­kreuz des 1943 zer­stör­ten Rat­hau­ses auf­ge­stellt.

Eiche zur Erinnerung an die Dreihundertjahr-Feier der Stadt Elberfeld

Nach­dem am 29.Juli 1910 im Rah­men der Fei­er des drei­hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Stadt­rech­te Elber­felds die Vil­la Frei­tag und ihre Park­an­la­gen der Öffent­lich­keit über­ge­ben wor­den waren, folg­te ein Rund­gang durch die neu­en Anla­gen, der an einem baum­lo­sen Ron­dell ende­te. Ein gemisch­ter Kin­der­chor der Schu­le Troost­stra­ße sang vor den Fest­gäs­ten das Lied “In der Hei­mat ist es schön”, anschlie­ßend ergriff Rek­tor Lotz das Wort.
“Drei­hun­dert Jah­re sind im Leben unse­rer Stadt dahin. Da geziemt es sich wohl, einen Augen­blick inne zu hal­ten, im has­ten­den Trei­ben des All­tags­le­bens und bei der Jahr­hun­dert­wen­de am Lebens­we­ge unse­rer Stadt einen Merk­stein auf­zu­rich­ten, einen Aus­druck für das Erreich­te und zugleich den kom­men­den Geschlech­tern ein Wahr­zei­chen, es den Vätern gleich zu tun. Und wie könn­te das bes­ser gesche­hen als durch das Pflan­zen einer Eiche!”
Rek­tor Lotz bei der Anspra­che zur Ein­wei­hung der Eiche, die Reich geschmückt ist. Foto­gra­fie: Wal­ter Rich­ter. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910, S.6.

Anschlie­ßend pries der Rek­tor die Qua­li­tät einer Eiche und bezeich­ne­te sie im Voka­bu­lar der Zeit als “kern­deutsch”, “Sinn­bild unse­res Vol­kes”, die Ver­ei­ni­gung von Schön­heit, Stär­ke und Lebens­dau­er. Dann warb er dafür die Blü­te der Gegen­wart — die Jugend — zu pfle­gen, um dann spä­ter die Früch­te zu ern­ten. Sie sie die vor­nehms­te Sor­ge, aber auch “unse­re schöns­te Hoff­nung”. Mit dem heu­ti­gen Wis­sen aus­ge­stat­tet, wir­ken sol­che Wor­te ange­sichts zwei­er Welt­krie­ge und dem Völ­ker­mord der Natio­nal­so­zia­lis­ten wie blan­ker Hohn, doch sie ver­deut­li­chen, dass man im Elber­feld des Jah­res 1910 hoff­nungs­voll in die Zukunft blick­te. Die Zere­mo­nie ende­te mit einem drei­fa­chen Hoch­ruf auf die Jugend, wei­te­ren Hei­mat­lie­dern des Chors, einem von klei­nen Mäd­chen auf­ge­führ­ten Rei­gen und dem Vor­trag eines “sin­ni­gen” Gedichts, eben­falls von eini­gen “Klei­nen”.1

Die an die­sem Tag gepflanz­te Eiche erhielt an ihrer eiser­nen Umfrie­dung eine Pla­ket­te mit fol­gen­der Inschrift:
“Zur
Erin­ne­rung an die
Drei­hun­dert­jahr­fei­er
der Stadt Elber­feld
— 1910 -”

Die letz­te Zei­le ist auf dem Foto nicht mehr zu lesen, mög­li­cher­wei­se lau­tet sie: “Der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein”.

Wo genau die Eiche aller­dings stand, ist unklar.


Auf die­sem Kar­ten­aus­schnitt aus dem Jahr 1913 ist zwi­schen Vil­la Frei­tag und Fried­richs­ber­ger Trep­pe ein ein­zeln ste­hen­der Baum ein­ge­zeich­net, der in einem Ron­dell steht. Ob es sich um die­se Eiche han­delt, ist unklar. Die Kül­len­hah­ner Stra­ße heißt heu­te Rhein­stra­ße. Aus­schnitt der Kar­te: “Anla­gen am Fried­richs­berg mit Vil­la Frey­tag”, Stadt Elber­feld 1913. Maß­stab 1:2500. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 30/83

Gene­ral-Anzei­ger vom 25.02.1956.

1956 ent­stand die­ses Bild. Es gehört zu einem Arti­kel des Gene­ral-Anzei­gers über den Fried­richs­berg. Hier wird die­se Eiche als Denk­mal für den Stif­ter des Plat­zes ober­halb des Sport­plat­zes, “H.von Böt­tin­ger” bezeich­net. Die Gedenk­ta­fel ist ver­schwun­den. Als Stand­ort nennt der Autor des Arti­kels den Bereich zwi­schen dem Denk­mal zum 25jährigen Jubi­lä­um des Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­eins auf dem Goe­the­platz und dem Sport­platz, was der Kar­te wider­spricht.2

Heu­te fin­det sich kei­ne Spur mehr von der Ein­frie­dung und der Eiche, es ist vom Grün­flä­chen- und Forst­amt nicht mehr zu ermit­teln, wann dies geschah. Der Bereich ist längst umge­stal­tet wor­den. 3

Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, der Gerech­tig­keits­brun­nen, die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld und der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz ein­ge­weiht.

Mahnmal für Zwangsarbeiter der Reichsbahn in Langerfeld

Mahn­mal für die Zwangs­ar­bei­ter der Reichs­bahn in Lang­er­feld.

Im Jahr 1999 initi­ier­te Pfar­rer Uwe Leicht von der evan­ge­li­schen Gemein­de Lang­er­feld zusam­men mit der katho­li­schen Gemein­de St. Rapha­el / St. Paul eine Arbeits­grup­pe, die sich mit der Geschich­te der Zwangs­ar­bei­ter in Lang­er­feld beschäf­tig­te. Aus­gangs­punkt waren die Ehren­grä­ber auf dem katho­li­schen Fried­hof Zu den Doli­nen. Die Arbeits­grup­pe wer­te­te die Gefal­le­nen-Lis­te des Fried­hofs aus dem katho­li­schen Fried­hofs­amt aus, befrag­te Zeit­zeu­gen, recher­chier­te im Stadt­ar­chiv und im Archiv des Bür­ger­ver­eins Lang­er­feld und sich­te­te die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Lite­ra­tur. Bereits im fol­gen­den Jahr fand eine ers­te öku­me­ni­sche Gedenk­fei­er, als “Süh­netag” bezeich­net, auf dem Fried­hof statt.1
Als am 6. Mai 20012 meh­re­re ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter, die im Zwei­ten Welt­krieg in Lang­er­feld “beschäf­tigt” waren, den öst­lichs­ten Wup­per­ta­ler Stadt­teil besuch­ten, gedach­ten auch sie den ver­stor­be­nen Zwangs­ar­bei­tern auf dem Fried­hof. Außer­dem besuch­ten sie das Gelän­de der Fir­ma Mein­hardt-Rei­sen, auf deren Fir­men­stand­ort unweit des Fried­hofs wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ein Bara­cken­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter der Reichs­bahn ange­legt wor­den war. 102 Frau­en und vier Män­ner waren hier unter­ge­bracht.3


Das Mahn­mal am ehe­ma­li­gen Ein­gang des Lagers im Janu­ar 2012.

Der Fir­men­ha­ber, Har­ro Mein­hardt, hat­te bereits bei dem Bezug des Gelän­des 1960 durch sei­ne Eltern von Nach­barn mehr über die Hin­ter­grün­de des Gelän­des und die Schick­sa­le ein­zel­ner Per­so­nen erfah­ren.4 Am 3. Novem­ber 2002 fand eine öku­me­ni­scher Gedenk­fei­er in der Wagen­hal­le statt. Anschlie­ßend wur­de am ehe­ma­li­gen Ein­gang des Lagers ein Mahn­mal ein­ge­weiht, dass der Fir­men­grün­der selbst ange­legt hat­te. Danach zog man mit einer Lich­ter­pro­zes­si­on zur Ehren­grab­an­la­ge auf dem Fried­hof Zu den Doli­nen.5


Die Gedenk­ta­fel

Das ein­fa­che Mahn­mal besteht aus eini­gen Stei­nen und zwei in den Boden geramm­ten Schie­nen­stü­cken. Dar­über gibt eine am Zaun ange­bracht DIN-A4 gro­ße Gedenk­ta­fel, die von Pfar­rer Leicht erstellt wur­de, Aus­kunft:


An die­ser Stel­le befand sich von 1941–1945
ein Bara­cken­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter.
Die 102 Frau­en, 3 Män­ner aus Ost­eu­ro­pa und ein
Fran­zo­se wur­den bei der Reichs­bahn ein­ge­setzt.

Einen Frem­den sollst du nicht
Aus­nut­zen oder aus­beu­ten, denn ihr selbst
seid in Ägyp­ten Frem­de gewe­sen.”
2.Mose 22,20

Ev. Kir­chen­ge­mein­de Lang­er­feld
Kath. Kir­chen­ge­mein­de St.Raphael / St.Paul.”


Dar­un­ter sind zwei Foto­gra­fi­en zu fin­den, von denen eine ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter “Auf Spu­ren­su­che” im Mai 2001 im “Dicken Hain” zeigt und die ande­re eine Bara­cke in der Fleu­te, die den Bara­cken zu den Doli­nen ähn­lich war.

Hindenburg-Denkmal auf der Königshöhe

Am 15.Oktober 1915 — seit einem Jahr und zwei Mona­ten tob­te der Ers­te Welt­krieg — weih­te man auf der Königs­hö­he zwi­schen dem Som­mer­sitz der von der Heydts und dem gleich­na­mi­gen Turm auf dem Kies­berg ein Denk­mal für den Gene­ral­feld­mar­schall und dama­li­gen Ober­be­fehls­ha­ber Ost, Paul von Hin­den­burg, ein. Gestif­tet hat­te es ein­mal mehr Frei­herr August von der Heydt, sei­nes Zei­chens Pro­tek­tor des Elber­fel­der Krie­ger­ver­ban­des, Ritt­meis­ter der Land­wehr-Kaval­le­rie a.D. und Gehei­mer Kom­mer­zi­en­rat, “in dank­ba­rer Ver­eh­rung dem sieg­ge­wohn­te Schlach­ten­len­ker”, wie der Gene­ral-Anzei­ger bemerk­te. Der Tag der Ein­wei­hung war zugleich Hin­den­burgs 68. Geburts­tag.
Das Hin­den­burg-Denk­mal auf einer Post­kar­te aus dem Jahr 1916. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Das Denk­mal bestand aus einem andert­halb Meter hohen Sockel aus Sand­stein­blö­cken, auf denen ein eben­so hoher Sand­stein­block in Pris­men­form mit einem Gewicht von 50 Zent­nern ange­bracht war. An den Ecken des Sockels befan­den sich vier gro­ße Gra­na­ten aus einer Elber­fel­der Geschoss­fa­brik. An der Vor­der­sei­te war ein Bron­ze­re­li­ef des Feld­her­ren ange­bracht, dar­un­ter war in den Stein “Hin­den­burg Platz” gemei­ßelt. An der Rück­sei­te befand sich ein Eiser­nes Kreuz unter dem fol­gen­de Inschrift ange­bracht wor­den war: “1915 errich­tet von August Frei­herr von der Heydt.”


Ein Aus­schnitt einer Kar­te des “Burg­holz”, die im Jahr 1916 ent­stand und von Arthur Rie­mer ver­öf­fent­licht wur­de. Sie ist nicht genor­det, son­dern “gesüd­et”, d.h. Süden ist oben, Wes­ten rechts, Osten links und Nor­den ist unten. Der Maßsstab beträgt 1:10000. Wir sehen dem Kies­berg, den Ehren­fried­hof links, unten die Bahn­li­nie, den von der Heydt-Turm und ober­halb davon das Denk­mal mit dem Hindenburg-Platz.Stadtarchiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 55

Zwei Jah­re spä­ter, am 2.Oktober 1917, beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung der Stadt Elber­feld aus Anlass des 70.Geburtstages des Gene­ral­feld­mar­schalls, der inzwi­schen die Obers­te Hee­res­lei­tung über­nom­men hat­te, die Stra­ße des in der Ent­wick­lung befind­li­chen “Land­haus­vier­tels” “Hin­den­burg­stra­ße” zu nen­nen. Deren Fort­füh­rung zum Ehren­fried­hof soll­te “Hin­den­burg­weg” hei­ßen und der Kies­berg in “Hin­den­burg­hö­he” umbe­nannt wer­den. Zusam­men mit einer Spen­de von 25.000 Mark zu “Hee­res­wohl­fahrts­zwe­cken” wur­de Hin­den­burg in einem Tele­gramm um Erlaub­nis gebe­ten. Wäh­rend Hin­den­burg­hö­he und -weg in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind, besteht die Hin­den­burg­stra­ße bis heu­te.

Wäh­rend der Zeit des Kapp-Put­sches im März 1920 wur­den alle Metall­tei­le des Denk­mals demon­tiert. 1935 wur­de das Reli­ef, dies­mal als Bild­nis im Pro­fil, erneu­ert und kam im Zwei­ten Welt­krieg abhan­den. Anfang 1956 wur­de eine der Gra­nat­hül­sen gewalt­sam abge­ris­sen. Im April 1959 wur­de das Denk­mal im Auf­trag der Stadt ent­fernt.1

Bernhard-Letterhaus-Gedenktafel in der Kirche St. Johann Baptist

Am 6. Novem­ber 1999 wur­de in der Ober­bar­mer Kir­che St. Johann Bap­tist durch den Weih­bi­schof Dr. Klaus Dick eine Gedenk­ta­fel für den in die­ser Kir­che getauf­ten Wider­stands­kämp­fer Bern­hard Let­ter­haus ein­ge­weiht. Sie wur­de neben dem Ein­gang der Tauf­ka­pel­le ange­bracht. Weni­ge Tage spä­ter, am 14. Novem­ber 1999 jähr­te sich der gewalt­sa­me Tod Let­ter­haus’ zum 55.Mal.1


Links die Gedenk­ta­fel für Bern­hard Let­ter­haus.

Emil Bern­hard Let­ter­haus wur­de am 10.Juli 1894 in Bar­men gebo­ren. Sein Vater war Schuh­ma­cher­meis­ter und das Eltern­paar streng katho­lisch. Er absol­vier­te die Volks­schu­le, anschlie­ßend eine Leh­re als Band­wir­ker und ging dann an die Preu­ßi­sche Höhe­re Fach­schu­le für Tex­til­in­dus­trie, wo er zum Tex­til­tech­ni­ker aus­ge­bil­det wur­de. Im Ers­ten Welt­krieg erlitt er meh­re­re Ver­wun­dun­gen und erhielt das Eiser­ne Kreuz I.Klasse. 1920 ging er zum Zen­tral­ver­band der christ­li­chen Tex­til­ar­bei­ter nach Düs­sel­dorf und bil­de­te sich an der Staat­li­chen Fach­schu­le für Wirt­schaft sowie in eige­nen Stu­di­en fort. 1927 kam er zum West­deut­schen Ver­band der katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­ne, 1928 wur­de er Abge­ord­ne­ter im Rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­land­tag und im Preu­ßi­schen Land­tag für den Wahl­kreis Düs­sel­dorf-Ost, den er als Mit­glied der katho­li­schen Zen­trums­par­tei gewann. Bereits Anfang Sep­tem­ber 1930 rief er als Vize­prä­si­dent des Deut­schen Katho­li­ken­ta­ges zur Abwehr der NSDAP auf. Nach­dem die­se 1933 die Regie­rungs­ge­walt über­nom­men hat­te, warb er in katho­li­schen Krei­sen für den Wider­stand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus. Bis 1939 ver­lor er peu á peu sei­ne Beschäf­ti­gungs­fel­der in kirch­li­chen Ver­ei­nen und Orga­nen, da die­se ver­bo­ten und auf­ge­löst wur­den. 1939 wur­de er zum Wehr­dienst ein­ge­zo­gen und nahm an Kriegs­hand­lun­gen sowohl an der West- als auch an der Ost­front teil. 1942 wur­de er zum Haupt­mann beför­dert und zum Ober­kom­man­do der Wehr­macht nach Ber­lin ver­setzt. Spä­tes­tens seit 1942 war Let­ter­haus Mit­glied des sog. “Köl­ner Krei­ses” in dem sich Geg­ner der NS-Regimes aus den ehe­ma­li­gen katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­nen, christ­li­chen Gewerk­schaf­ten und der Zen­trums­par­tei tra­fen. Er hat­te enge Kon­tak­te zu den Atten­tä­tern des 20.Juli 1944 und war von ihnen als “Poli­ti­scher Beauf­trag­ter” des Wehr­krei­ses VI mit Sitz in Müns­ter vor­ge­se­hen und soll­te im Kabi­nett Goer­de­ler Auf­bau­mi­nis­ter wer­den. Eine per­sön­li­che Betei­li­gung am Hit­ler-Atten­tat lehn­te Let­ter­haus aller­dings ab. Auf eine Flucht in die Nie­der­lan­de nach dem Schei­tern des Atten­tats ver­zich­te­te er. Am 25.7.1944 wur­de er ver­haf­tet. Am 13.11.1944 wur­de Bern­hard Let­ter­haus vom berüch­tig­ten Volks­ge­richts­hof zum Tode ver­ur­teilt und am nächs­ten Tag im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin-Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel, die “Beleg sein soll, für die Kraft eines leben­di­gen Glau­bens in gott­lo­ser Zeit“3 trägt fol­gen­de Inschrift:

” ‘Ihr sollt mei­ne Zeu­gen sein’
Zum Geden­ken an
Bern­hard Let­ter­haus
Mär­ty­rer des 20.Jahrhunderts

Gebo­ren am 10.7.1894 in Hecking­hau­sen
getauft am 23.7.1894 in die­ser Kir­che
Ver­bands­se­kre­tär der kath. Arbei­ter­ver­ei­ne
Mit­glied des Preus­si­schen Land­ta­ges
Vize­prä­si­dent des 69.Deutschen Katho­li­ken­ta­ges
wegen Wider­stand gegen das NS-Regime
am 14.11.1944 in Ber­lin hin­ge­rich­tet.”


Wei­te­re Online-Quel­len zum Leben Bern­hard Let­ter­haus’ fin­den sich auf der Web­sei­te zur Fuß­no­te 2.In Wup­per­tal wur­de nach Bern­hard Let­ter­haus eine Stra­ße benannt, es gibt ein Bern­hard-Let­ter­haus-Archiv und außer­dem eine Bern­hard-Let­ter­haus-Gedenk­ta­fel am Stand­ort des Hau­ses, in dem er sei­ne Jugend ver­brach­te, einen Bern­hard-Let­ter­haus-Gedenk­stein, ein Let­ter­haus-Reli­ef an der nach ihm benann­ten katho­li­schen Haupt­schu­le und ein Ehren­grab auf dem Fried­hof Schüt­zen­stra­ße.


Gedenksteine zur Erinnerung an die Errichtung der Anlagen des Elberfelder Verschönerungsvereins

In den 1880er Jah­ren leg­te der Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein, der 1870 gegrün­det wor­den war, im Elber­fel­der Stadt­ge­biet vier gro­ße Parks an. Auf dem Nüt­zen­berg, dem Fried­richs­berg, der Frie­dens­hö­he und dem Mir­ker Hain. In den Jah­ren der Fer­tig­stel­lung wur­den dort Gedenk­stei­ne gesetzt.


“Anla­ge Nüt­zen­berg ange­legt 1874 Ver­schö­ne­rungs­ver­ein”

“Anla­ge Fried­richs­berg ange­legt 1878 Ver­schö­ne­rungs­ver­ein”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Frie­dens­hö­he ange­legt 1878 Ver­schö­ne­rungs­ver­ein” Foto­gra­fie des Gedenk­steins am Freu­den­berg in den Anla­gen der Frie­dens­hö­he. Zustand um 1956. Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Akte Denk­mä­ler A-H, ent­nom­men aus: RMK, S. 53.


Ob die­ser Gedenk­stein noch exis­tiert, ist unge­wiss. Ich habe ihn bis­her nicht gefun­den. Mey­er-Kahr­weg beschreibt den Stand­ort als “am Ran­de eines klei­nes Plat­zes in der Böschung”.

Der fol­gen­de Absatz wur­de am 12.August 2012 über­ar­bei­tet:

Auch im Mir­ker Hain, wo die Arbei­ten 1879 statt­fan­den, exis­tiert ein sol­cher Gedenk­stein. Eben­so wie auf allen drei noch vor­han­de­nen Gedenk­stei­nen fehlt hier die metal­le­ne Ver­zie­rung, wie sie beim Bild des Gedenk­steins der Frie­dens­hö­he zu sehen ist.


“Mir­ker Hain ange­legt 1879 Ver­schö­ne­rungs­ver­ein” ild ergänzt am 12.August 2012. Der Stein ist heu­te in eine klei­ne Mau­er am süd­li­chen Spiel­platz inte­griert.

Gedenksteine für Zwangsarbeiter und russische Kinder an der Ehrengrabanlage auf dem Friedhof Krummacher Straße

Einer der bei­den Find­lin­ge mit einer Bron­ze­ta­fel an der Trep­pe zur Ehren­grab­an­la­ge.

Auf Anre­gung einer Pri­vat­per­son brach­te die Stadt Wup­per­tal im März oder April 2001 an der Ehren­grab­an­la­ge für rus­si­sche, hol­län­di­sche und fran­zö­si­sche Zwangs­ar­bei­ter und rus­si­sche Kin­der auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof Krum­ma­cher Stra­ße wei­ße Alu­mi­ni­um-Schil­der mit schwar­zer Schrift an.


Eines der bei­den Alu­mi­ni­um-Schil­der, die von 2001 bis 2011 an der Ehren­grab­an­la­ge stan­den. Das Foto wur­de freund­li­cher­wei­se von San­dra Schel­ter zur Ver­fü­gung gestellt. Dan­ke.

Im Zuge der Sanie­rung der Anla­ge vom Novem­ber 2010 bis Febru­ar 2011 wur­den die­se durch zwei Bron­ze­ta­feln auf Find­lin­gen ersetzt.1 Außer­dem wur­den Wege- und Platz­flä­chen neu gestal­tet und wie­der­her­ge­stellt, sowie die Bepflan­zung erneu­ert und ergänzt. Die Mit­tel dazu in Höhe von rund 33.000 Euro stamm­ten aus Lan­des­mit­teln. 127 Zwangs­ar­bei­ter sind auf der Ehren­grab­an­la­ge bestat­tet.2


Eine der Bron­ze­ta­feln

Die Inschrift der Bron­ze­ta­feln, die mit der der Alu­mi­ni­um-Schil­der iden­tisch ist, lau­tet:

“Grä­ber­an­la­ge
zur Erin­ne­rung
an rus­si­sche, hol­län­di­sche und fran­zö­si­sche
Zwangs­ar­bei­ter sowie rus­si­sche Kin­der,
die wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs
in Wup­per­tal gestor­ben sind.”
Ansicht der Anla­ge

Die Grab­stel­len

Ein Grab­stein

Ein Mehr­per­so­nen­grab

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Wandbrunnen an der Kölner Straße

Der Platz an der Köl­ner Stra­ße im Novem­ber 1964. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, K69485, Nr. 3114

Der Wand­brun­nen von Erich Cleff im Novem­ber 1964. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, K69484, Nr. 3115.

Im Jahr 1914 wur­de an der Köl­ner Stra­ße auf der Brü­cke über die Eisen­bahn gegen­über der Stadt­hal­le eine klei­ne Grün­an­la­ge ange­legt, die ein War­te­häus­chen für die vier Stra­ßen­bahn­li­ni­en, die sich dort tra­fen, erhielt. Außer­dem wur­de an der Wand zur Wohn­be­bau­ung der Blu­men­stra­ße ein Zier­brun­nen instal­liert, der vom Bild­hau­er Erich Cleff geschaf­fen wor­den war. Er war etwa vier Meter breit und zwei Meter hoch. Sei­ne Sei­ten­tei­le waren mit Reli­efs von sti­li­sier­ten Pflan­zen­mo­ti­ven geschmückt. Das Was­ser floss aus einer Zulei­tung in der Rück­wand in ein hal­bo­va­les Becken, das mit Orna­men­ten ver­ziert war.1


Heu­te ist der Brun­nen heil­los über­wu­chert, aber noch vor­han­den.

Im Vor­der­grund das Brun­nen­be­cken, das offen­sicht­lich Beschä­di­gun­gen auf­weist.

Seit 2015 bemüht sich der Bür­ger­ver­ein der Elber­fel­der Süd­stadt um eine Restau­ra­ti­on des Brun­nens.2