Pater Victor Dillard-Gedenktafel an der Kirche St. Konrad

Nach­dem bereits seit Janu­ar 2002 eine klei­ne Gedenk­ta­fel im St. Josef-Kran­ken­haus an Pater Vic­tor Dil­lard erin­nert, folg­te im August 2005 eine wei­te­re an der Kir­che St. Kon­rad auf Hatz­feld. Im Rah­men des katho­li­schen Welt­ju­gend­ta­ges in Köln wur­de am 19.August 2005 vor einem Kreuz­weg die Gedenk­ta­fel für Pater Vic­tor Dil­lard ein­ge­weiht.1 Zur Ein­wei­hung kam auch der Bischof von Dil­lards Hei­mat­stadt Blois.2


Rechts neben dem Ein­gang von St.Konrad befin­det sich die bron­ze­ne Gedenk­ta­fel.

Vic­tor Dil­lard wur­de am 24.Dezember 1897 in Blois (Dépar­te­ment Loir-et-Cher) gebo­ren. Im Alter von 12 Jah­ren besuch­te er die Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois. Nach­dem er im Ers­ten Welt­krieg als Sol­dat dien­te, trat er 1920 den Jesui­ten bei. Stu­di­en zur den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten führ­ten den jun­gen Jesui­ten nach Groß­bri­tan­ni­en, Öster­reich und Deutsch­land. Im Jahr 1931 zele­brier­te er sei­ne ers­te Mes­se in der Kapel­le des Inter­nats und Gym­na­si­ums Not­re-Dame des Aydes und arbei­te­te anschlie­ßend als Geist­li­cher in einem Haus des Ordens, wo er auch Stu­den­ten betreu­te. Außer­dem betrieb er wei­ter sei­ne Stu­di­en und traf im Wei­ßen Haus in Washing­ton den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Roo­se­velt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de er wie­der Sol­dat in der fran­zö­si­schen Armee, wur­de gefan­gen genom­men und konn­te flie­hen.3Danach ent­schloss er sich ange­sichts des Auf­rufs fran­zö­si­scher Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge 4, um damit sei­nen zur Zwangs­ar­beit nach Deutsch­land ver­schlepp­ten Lands­leu­ten zu hel­fen. Er nahm als Elek­tri­ker getarnt im Okto­ber 1943 5 einen Job bei der Wup­per­ta­ler Dampf­kes­sel- und Appa­ra­te­bau­fa­brik Sil­ler & Jamart auf Hatz­feld6an. Hier führ­te auch der Kreuz­weg am 19.August 2005 vor­bei. Neben sei­ner Arbeit dort kom­mu­ni­zier­te er mit fran­zö­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen und fei­er­te Got­tes­diens­te, unter ande­rem in der Kapel­le des Kran­ken­hau­ses St.Josef. 7 Im April 1944 8 wur­de er ver­ra­ten und kam ins Poli­zei­ge­fäng­nis Ben­dahl, wo er unter ande­rem mit Maria Huse­mann und Hans Carls in Kon­takt kam. Am 12.November 1944 wur­de er ins KZ Dach­au gebracht, wo er am 12 Janu­ar 1945 an einer Krank­heit in Fol­ge der Lager­be­din­gun­gen starb.9

Die am 19. August 2005 ein­ge­weih­te Gedenk­ta­fel aus Bron­ze wur­de von der Lind­la­rer Bild­haue­rin Chris­tia­ne Tyrell geschaf­fen, der Kon­takt zum Auf­trag­ge­ber Pfar­rer Stein von St. Kon­rad (Pfarr­ver­band Bar­men-Nord­ost) kam über Pfar­rer Uedel­ho­ven zustan­de.


Die Gedenk­ta­fel für Vic­tor Dil­lard.

Die Bron­ze­ta­fel zeigt ein Reli­ef des Paters, wel­ches fast drei­di­men­sio­nal aus­fällt. An der rech­ten Sei­te der ca. 45 cm hohen Tafel sind vier Sym­bo­le zu sehen. Die fein­glied­ri­ge Pflan­ze sym­bo­li­siert die “geis­ti­ge Beweg­lich­keit” Dil­lards, der Kelch steht für die lei­den­schaft­li­che Aus­übung des Pries­ter­am­tes, die Lüs­ter­klem­me für sei­ne Arbeit als Elek­tri­ker auf Hatz­feld und das Kreuz für den Tod in Dach­au.10

Unter dem Reli­ef fin­den sich schlicht der Name “Père Vic­tor Dil­lard” und die Lebens­da­ten “* 24.12.1897 Blois + 12.1.1945 Dach­au”.


Eine wei­te­re Ansicht

Am 12. Janu­ar 2006, dem 61.Todestag Dil­lards, wur­de an der Schu­le Not­re-Dame des Aydes ein Dupli­kat der Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht.

Fußnoten:

  1. Ankün­di­gung in der WZ vom 19.08.2012.
  2. Home­page der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer Bewe­gung Bar­men (abge­ru­fen am 31.07.2012.)
  3. Bio­gra­fi­scher Ein­trag zu Vic­tor Dil­lard auf www.exilarchiv.de (abge­ru­fen am 12.06.2012)
  4. sie­he Text der Gedenk­ta­fel im Kran­ken­haus St. Josef 
  5. sie­he Text der Gedenk­ta­fel im Kran­ken­haus St. Josef 
  6. Kor­ne­lia Roß­ko­then, War­nung auf dem Hof kam zu spät, in: WZ, Datum unklar, Foto des Arti­kels auf http://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/img/pater-dillard (abge­ru­fen am 12.06.2012)
  7. Geden­ken an Pater Dil­lard, in: WZ vom 15.Januar 2002.
  8. sie­he Text der Gedenk­ta­fel im Kran­ken­haus St. Josef 
  9. Home­page der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer Bewe­gung Bar­men (abge­ru­fen am 31.07.2012.)
  10. Aus­kunft Chris­tia­ne Tyrell, Email vom 16. Juli 2012.