Brunnen am Schwarzen Mann

Der Brun­nen am Schwar­zen Mann auf einer Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/18/11.

Aus den Wup­per­ta­ler Adress­bü­chern der Jah­re 1930 — 1942 stammt eine klei­ne Notiz, dass die­ser Brun­nen im Mai 1919 am Schwar­zen Mann errich­tet wur­de. Der Name des Ortes stammt von einer klei­ner Stra­ße zwi­schen der Augus­ta­stra­ße und der Rons­dor­fer Stra­ße, die wie­der­um nach eine gro­ßen, frei­ste­hen­den Lin­de in der Dis­tel­beck benannt wur­de, die man “Schwar­zer Mann” nann­te.

Die Brun­nen­scha­le über­stand den Zwei­ten Welt­krieg und die Umge­stal­tung des Are­als beim Neu­bau der Rons­dor­fer Stra­ße mit dem Bau der Blank­stra­ße zum Klee­blatt und steht heu­te am Ende eines Weges zur Dürer- und Augus­ta­stra­ße in der Grün­an­la­ge am Uel­len­berg neben dem Kin­der­spiel­platz.1


Die Brun­nen­scha­le nahe der Rons­dor­fer Stra­ße.

Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kör­per


Gedenktafel des ATV 1860 Elberfeld für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges

Die Fest­schrift zum 50jährigen Bestehen des All­ge­mei­nen Turn­ver­eins 1860 Elber­feld notier­te im Jah­re 1910:

Am 8. Juli 1871 wur­de den aus dem Feld­zu­ge heim­keh­ren­den Mit­glie­dern vom Ver­ein ein fest­li­cher Emp­fang berei­tet. […] Den Hel­den­tod star­ben die Tur­ner Jul. Matt­heis bei dem Sturm auf St. Pri­vat und Heinr. Edel­hoff bei dem Aus­fall aus Metz; ihnen zum blei­ben­den Andenken wur­de eine Gedenk­ta­fel ange­fer­tigt, die noch heu­te, im Ver­eins­lo­kal hän­gend, die Mit­glie­der an ihre im Fel­de geblie­be­nen Turn­ge­nos­sen erin­nert.“1

Das Ver­eins­lo­kal befand sich wohl damals noch im Saal der Gast­wirt­schaft des Jean Lueg am Alten­markt (heu­te die Alte Frei­heit von der Hofaue bis Turmhof/Schöne Gas­se), wäh­rend die Turn­sä­le und -hal­len oft gewech­selt wur­den.2 Den Auf­trag zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel erhielt der Bild­hau­er Schweiss­furth.3 Wann genau die Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht wur­de, ist unklar. Ruth Mey­er-Kahr­weg4 geht davon aus, dass die 1879 geschah, da in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um die Chro­nik für das Jahr fol­gen­den Satz ent­hält:

Bei allen öffent­li­chen Fei­ern ist der Ver­ein geschlos­sen anwe­send, so bei der Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals und bei den Fest­zü­gen zur Sedans­fei­er.”

Ver­mut­lich ist mit den öffent­li­chen Fei­ern und der Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals eher die Ein­wei­hung des Krie­ger­denk­mals auf dem Königs­platz 1881 gemeint, zumal sich der Ein­trag zum Jahr 1879 auf die “Gesel­lig­keit in die­sen Jah­ren” bezieht.

Wie das Denk­mal aus­sah und wann es ver­lo­ren ging, ist unklar. Zur 100-Jahr­fei­er wur­de an der Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs eine Pla­ket­te für die bei­den Gefal­le­nen von 1870/71 ange­bracht.5


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Johannes-Rau-Gedenktafel

Am 2. Febru­ar 2009, weni­ge Tage nach­dem sich der Todes­tag Johan­nes Raus zum drit­ten Mal gejährt hat­te, wur­de im Foy­er des Bar­mer Rat­hau­ses eine zwei Zen­ti­me­ter dicke Acryl­ta­fel zum Geden­ken an den Wup­per­ta­ler Ehren­bür­ger und ehe­ma­li­gen deut­schen Bun­des­prä­si­den­ten, Johan­nes Rau, ein­ge­weiht. Ober­bür­ger­meis­ter Jung und sei­ne Amts­vor­gän­ge­rin Ursu­la Kraus nah­men die Ent­hül­lung um 16.30 Uhr vor. Johan­nes Rau habe die Stadt “Außer­or­dent­li­ches zu ver­dan­ken” erklär­te Ober­bür­ger­meis­ter Jung und beton­te, dass vie­le Wup­per­ta­ler trau­rig sei­en, dass er in Ber­lin bestat­tet wor­den sei. Des­halb habe man eine pro­mi­nen­te Stel­le gefun­den, um in sei­ner Hei­mat­stadt an ihn zu geden­ken und das Rat­haus als Ort sei­nes Wir­kens habe ich da natür­lich ange­bo­ten. Die 60 mal 52,5 Zen­ti­me­ter gro­ße Tafel trägt fol­gen­de Inschrift: 1


Die Gedenk­ta­fel für Johan­nes Rau. Lei­der lässt die Aus­füh­rung in Glas kein gutes Foto zu.

Zum Geden­ken an den Ehren­bür­ger unse­rer Stadt

Johan­nes Rau

Gebo­ren  am 16.1.1931 in Wup­per­tal
Ver­stor­ben am 27.1.2006 in Ber­lin

Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ter 1969 — 1970
Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des NRW 1978 — 1998
Bun­des­prä­si­dent 1999 — 2004”


Johan­nes Rau, sei­ne Lebens­da­ten sind auf der Gedenk­ta­fel ver­merkt, brach 1948 den Besuch des Gym­na­si­ums an der Sie­ges­stra­ße, das heu­te sei­nen Namen trägt, ab, mach­te eine Leh­re als Buch­händ­ler und enga­gier­te sich in der Beken­nen­den Kir­che. 1952 begann er als Ver­lags­buch­händ­ler zu arbei­ten. Sei­ne ers­te poli­ti­sche Akti­vi­tät führt ihn im sel­ben Jahr zur Gesamt­deut­schen Volks­par­tei, die von Gus­tav Hei­ne­mann aus Pro­test gegen die Wie­der­be­waff­nung gegrün­det wor­den war und wur­de Orts­vor­sit­zen­der in Wup­per­tal. 1954 wur­de er Geschäfts­füh­rer des Jugend­dienst-Ver­lags, erhielt 1962 einen Sitz im Vor­stand und war von 1965 bis 1967 Direk­tor des Ver­lags. Nach­dem sich die GVP 1957 auf­lös­te, ging Rau zur SPD. Ab 1968 gehör­te er zum Par­tei­vor­stand und wur­de ein Jahr spä­ter Ober­bür­ger­meis­ter von Wup­per­tal. Bereits 1970 wech­sel­te er als Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung ins Kabi­nett des Minis­ter­prä­si­den­ten Heinz Kühn nach Düs­sel­dorf. 1978 wur­de er Minis­ter­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens und behielt die­ses Amt 20 Jah­re inne. 1987 unter­lag er als Bun­des­kanz­ler­kan­di­dat dem amtie­ren­den Kanz­ler Hel­mut Kohl. 1994 und 1999 trat er zur Wahl als Bun­des­prä­si­dent an und gewann die Wahl 1999 im zwei­ten Wahl­gang. Als ers­tes deut­sches Staats­ober­haupt sprach er 2000 vor dem israe­li­schen Par­la­ment (der Knes­set) und bat dort das jüdi­sche Volk und Isra­el um Ver­ge­bung für die Ver­bre­chen des
Holo­caust. Am 27.Januar 2006 starb der drei­fa­che Vater und Ehe­mann von Chris­ti­na Rau in Ber­lin, wo er auch bestat­tet wur­de.2

Der Rat­haus­platz in Bar­men trägt seit  dem 11. Mai 2006 den Namen Johan­nes-Rau-Platz. Bereits 2007 wur­de auf dem Cam­pus Freu­den­berg der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät eine Büs­te zur Erin­ne­rung an Johan­nes Rau ein­ge­weiht.

Das Hindenburg-Denkmal (Langemarck-Denkmal)(Hindenburg-Brunnen) in Barmen

Ver­mut­lich eine der Wer­be­post­kar­ten, mit deren Kauf man den Bau des Denk­mals unter­stüt­zen konn­te. Gelau­fen am 22.12.1915, auf der Rück­sei­te ist ver­merkt: “Aus­stel­lung für Kriegs­wohl­fahrts­pfle­ge im Fel­de und in der Hei­mat — Bar­men, im Dezem­ber 1915”. (Bild ergänzt am 28.12.2013.)

Im Juli des Jah­res 1917 wur­de am Ende der heu­ti­gen Stre­se­mann­stra­ße das Hin­den­burg-Denk­mal fer­tig gestellt und ohne Zere­mo­nie der Öffent­lich­keit über­ge­ben. An die­sem Stand­ort an der ehe­ma­li­gen Bahn­hof­stra­ße stand bis 1913 der alter Bar­mer Bahn­hof, des­sen Nach­fol­ge­bau von 1914 bis 1916 weni­ger Meter wei­ter west­lich erbaut wur­de und dort bis heu­te zu fin­den ist. 1915 such­te man für die Stra­ße einen wür­di­gen Abschluss zur Eisen­bahn­stre­cke und ent­schied sich für den Bau eines Denk­mals für den dama­li­gen Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg, der als Ber­fehls­ha­ber der 8.Armee in der Schlacht bei Allen­stein (spä­ter Schlacht von Tan­nen­berg genannt) Ende August 1914 den rus­si­schen Ein­marsch in Ost­preu­ßen vor­erst zurück schlug. Die Schlacht von Tan­nen­berg wur­de im Lau­fe des Ers­ten Welt­kriegs mythisch über­höht und mas­siv zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken genutzt. Dies geschah auch mit der Schlacht bei den Masu­ri­schen Seen im Sep­tem­ber und der Win­ter­schlacht bei den Masu­ri­schen Seen,in denen die Bedro­hung Ost­preu­ßens durch die rus­si­schen Armee zer­schla­gen wer­den konn­te. Hin­den­burg wur­de im Novem­ber zum Gene­ral­feld­mar­schall und Ober­be­fehls­ha­ber Ost ernannt und von der Pro­pa­gan­da als Kriegs­held gefei­ert. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass man in Bar­men dem “Volks­hel­den” Hin­den­burg ein Denk­mal set­zen woll­te, wie es auch 1915 bereits auf der Elber­fel­der Königs­hö­he und am Laza­rett des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins auf der Hardt gesche­hen war.


Eine ers­te Pla­nung des Denk­mals, ver­mut­lich aus der Bar­mer Zei­tung, vom 29.September 1915. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen. Akte C II 42, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Mit dem Bau des Denk­mals eng ver­bun­den war die Nage­lung der Ehren­schil­de, die spä­ter am Denk­mal befes­tigt wer­den soll­ten. Aller­dings ist unklar, ob dies wirk­lich geschah. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie zum Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le unter­ge­bracht wur­den und dort 1943 ver­nich­tet wur­den.


Der “Hin­den­burg Brun­nen”, so lau­tet der Titel die­ser Post­kar­te aus dem Jahr 1918. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Sowohl die Ehren­schil­der als auch die Figu­ren des Denk­mals schuf der in Elber­feld gebo­re­ne und in Ber­lin arbei­ten­de Bild­hau­er Paul Wyn­and. Im Mai 1916 began­nen die Arbei­ten am Hin­den­burg-Denk­mal und im Juli 1917 waren sie abge­schlos­sen. Die Kos­ten betru­gen 17.990 Mark. Das Denk­mal besteht aus einer Säu­le, die von einem ste­hen­den, ver­gol­de­ten Her­ku­les gekrönt war, der sich auf sein Schwert stütz­te. Zu sei­nen Füßen saß ein Adler. Dahin­ter befin­det sich eine hohe Sand­stein­wand, die links und rechts als Abschluss zwei “männ­li­che Kraft­ge­stal­ten” zeigt, wie die Pres­se damals fest­stell­te. Sie zei­gen links die zum Kampf berei­te und rechts die im Kampf ste­hen­de Jugend. Dazwi­schen ström­te aus zwei Löwen­kopfen Was­ser, sodass man auch von einem Hin­den­burg-Brun­nen sprach. An die­ser Rück­wand soll­ten auch die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den. Die Inschrift an der Rück­wand, die vom Bar­mer Schrift­stel­ler Will Ves­per ver­fasst wor­den war, der auch die Inschrift am Krie­ger­denk­mal auf dem Bar­mer Ehren­fried­hof geschaf­fen hat­te, lau­te­te:

Erbaut im Jahr, da der Welt­krieg war, errich­tet zum Zei­chen, dass wir kei­ner / Not wei­chen. Dem Man­ne geweiht, der Füh­rer im Streit. Wo Hin­den­burg stand / war eine Mau­er ums Land. Die Ihr hier nun steht und vor­über geht, gedenkt / dar­an, was Man­nes­mut kann, was ein Schwert in deut­schen Hän­den wert!


Das rech­te Reli­ef der “Kraft­ge­stal­ten” heu­te.

Das lin­ke Reli­ef heu­te.

Die Bahn­hofs­stra­ße wur­de in den 1920er in Fritz-Ebert-Stra­ße und 1933 in Lan­ge­marck­stra­ße umbe­nannt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg bestimm­ten die Anwei­sung Nr.30 des Alli­ier­ten Kon­troll­rats die Ent­na­zi­fi­zie­rung und Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung aller deut­schen Denk­mä­ler. Der Instand­set­zungs­aus­schuss der Stadt Wup­per­tal beschloss dar­auf­hin am 22.April 1947 die Ent­fer­nung der Inschrift und der Her­ku­les-Figur. Von einer Besei­ti­gung des Obe­lis­ken sah man ab.


Aus die­sem Löwen­mund floss einst das Was­ser des Brun­nens.

Im Lau­fe der Zeit ver­blass­te die Erin­ne­rung an die Stif­tung des Denk­mals für den Gene­ral­feld­mar­schall und spä­te­re Reichs­prä­si­den­ten und der Stand­ort an der Lan­ge­marck­stra­ße ließ das Denk­mal zum Lan­ge­marck­denk­mal wer­den. Bei Lan­ge­marck, so der Mythos, hat­ten jun­ge deut­sche Sol­da­ten am 10. Novem­ber 1914 unter Sin­gen des Deutsch­land­lie­des die ers­te Linie des Geg­ners über­rannt und 2.000 fran­zö­si­sche Sol­da­ten gefan­gen genom­men und sechs Maschi­nen­ge­weh­re erobert. Der Mythos basiert auf einer Falsch­mel­dung der Obers­te Hee­res­lei­tung. In Wahr­heit waren frisch aus­ge­ho­be­ne und unge­nü­gend aus­ge­bil­de­te deut­sche Regi­men­ter aus Frei­wil­li­gen und Reser­vis­ten von erschöpf­ten Fran­zo­sen zurück­ge­schla­gen wor­den, hat­ten kei­ne bedeu­ten­den Gelän­de­ge­win­ne erzielt und 2.000 Mann ver­lo­ren.


Die Spit­ze des Obe­lis­ken.

Die fal­sche Erin­ne­rung an das Denk­mal als Lan­ge­marck-Denk­mal wur­de 1976 im Ein­ver­ständ­nis mit dem Gar­ten- und Forst­amt durch den Stein­metz Man­fred Stöl­zel in den Sockel des Obe­lis­ken gemei­ßelt. Seit­dem steht dort zu lesen:

“Lan­ge­marck
1914“1
Die heu­ti­ge Inschrift aus dem Jahr 1976.

Heu­te ist das Denk­mal am Ende der Stre­se­mann­stra­ße von par­ken­den Autos und Recy­cling-Con­tai­nern umge­ben und ver­wil­dert. Der Zustand ist schlecht und es wirkt wie ein Fremd­kör­per in einer ver­kom­me­nen Umge­bung.


Das Denk­mal in sei­ner Umge­bung

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Johannes-Rau-Büste

Büs­te und Glas­ta­fel im Hör­saal­zen­trum des Cam­pus Freu­den­berg. Am Sockel erklärt eine klei­ne Pla­ket­te, dass die­se von der Spar­kas­se gestif­tet wur­de.

Am 30. März 2007 weih­te die Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät auf dem rela­tiv neu­en Cam­pus Freu­den­berg im dor­ti­gen Hör­saal­zen­trum eine Büs­te Johan­nes Raus ein. Die Bron­ze­büs­te wur­de vom Köl­ner Bild­hau­er Franz Josef Lipen­sky geschaf­fen und die Anschaf­fung von der Spar­kas­se Wup­per­tal mit einer Spen­de unter­stützt. Johan­nes Rau sorg­te in sei­ner Zeit als NRW- Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung für die Grün­dung (nicht nur) der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät (1972) als Gesamt­hoch­schu­le. 1989 wur­de er des­halb zum Ehren­se­na­tor der Uni­ver­si­tät ernannt. Auch dar­an erin­ner­te Rek­tor Vol­ker Ron­ge bei der Ein­wei­hung der Büs­te und eben­so an die wei­te­ren Ver­diens­te des ehe­ma­li­gen Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ters, NRW-Minis­ter­prä­si­den­ten und Bun­des­prä­si­den­ten.1


Die Johan­nes-Rau-Büs­te

Johan­nes Rau wur­de am 16.Januar 1931 in Wup­per­tal gebo­ren. 1948 brach er den Besuch des Gym­na­si­ums an der Sie­ges­stra­ße, das heu­te sei­nen Namen trägt, ab, mach­te eine Leh­re als Buch­händ­ler und enga­gier­te sich in der Beken­nen­den Kir­che. 1952 begann er als Ver­lags­buch­händ­ler zu arbei­ten. Sei­ne ers­te poli­ti­sche Akti­vi­tät führt ihn im sel­ben Jahr zur Gesamt­deut­schen Volks­par­tei, die von Gus­tav Hei­ne­mann aus Pro­test gegen die Wie­der­be­waff­nung gegrün­det wor­den war und er wur­de Orts­vor­sit­zen­der in Wup­per­tal. 1954 wur­de er Geschäfts­füh­rer des Jugend­dienst-Ver­lags, erhielt 1962 einen Sitz im Vor­stand und war von 1965 bis 1967 Direk­tor des Ver­lags. Nach­dem sich die GVP 1957 auf­lös­te, ging Rau zur SPD. Ab 1968 gehör­te er zum Par­tei­vor­stand und wur­de ein Jahr spä­ter Ober­bür­ger­meis­ter von Wup­per­tal. Bereits 1970 wech­sel­te er als Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung ins Kabi­nett des Minis­ter­prä­si­den­ten Heinz Kühn nach Düs­sel­dorf. 1978 wur­de er Minis­ter­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens und behielt die­ses Amt 20 Jah­re inne. 1987 unter­lag er als Bun­des­kanz­ler­kan­di­dat dem amtie­ren­den Kanz­ler Hel­mut Kohl. 1994 und 1999 trat er zur Wahl als Bun­des­prä­si­dent an und gewann die Wahl 1999 im zwei­ten Wahl­gang. Als ers­tes deut­sches Staats­ober­haupt sprach er 2000 vor dem israe­li­schen Par­la­ment (der Knes­set) und bat dort das jüdi­sche Volk und Isra­el um Ver­ge­bung für die Ver­bre­chen des Holo­caust. Am 27.Januar 2006 starb der drei­fa­che Vater und Ehe­mann von Chris­ti­na Rau in Ber­lin, wo er auch bestat­tet wur­de. 2


Die Glas­ta­fel neben der Büs­te illus­triert den Lebens­lauf Johan­nes Raus.

Der Text lau­tet:

“Johan­nes RauEh­ren­dok­tor der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal
* 16. Janu­ar 1931 in Wup­per­tal, † 27. Janu­ar 2006 in Ber­lin
1958 — 1999       Mit­glied des Land­ta­ges des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len
1967 — 1970       Vor­sit­zen­der der SPD-Land­tags­frak­ti­on
1964 — 1978       Mit­glied des Rates der Stadt Wup­per­tal
1969 — 1970       Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Wup­per­tal
1977 — 1998       Vor­sit­zen­der der NRW-SPD
1970 — 1978       Minis­ter für Wis­sen­schaft und For­schung des Lan­des
Nord­rhein- Westfalen1.August 1972  Grün­dung der Gesamt­hoch­schu­le Wuppertal1978 — 1998       Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len
1965 — 1999       Mit­glied der Lan­des­syn­ode sowie stell­ver­te­ten­des Mit­glied der
Kir­chen­lei­tung der evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land
1966 — 1974       Mit­glied des Prä­si­di­ums des Deut­schen Evan­ge­li­schen
Kir­chen­tags
1982/83, 1994/95 Bun­des­rats­prä­si­dent
1999- 2004      Bun­des­prä­si­dent
Ehren­dok­tor­wür­den
Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum, Uni­ver­si­tät Bochum, Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf, Fern­Uni­ver­si­tät Hagen
Ben-Guri­on Uni­ver­si­ty of the Negev (Beer She­va, Isra­el), Uni­ver­si­tät Hai­fa (Isra­el, als ers­ter Deut­scher),
Tech­ni­on Isra­el Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy (Hai­fa), Nan­jing-Uni­ver­si­tät (Nan­jing, Volks­re­pu­blik China)Ehrenbürgerschaften
Wup­per­tal, Ber­lin, Bonn, Spie­ker­oog­Aus­zeich­nun­gen
Ehren­ring der Stadt Wup­per­tal, Groß­kreuz des Ver­dienst­or­dens und Son­der­stu­fe des Groß­kreu­zes des
Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Ehren­se­na­tor der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal,
Ehren­se­na­tor der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld, Ehren­se­na­tor der Euro­päi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schen­schaft und Küns­te,
Leo-Baeck-Medail­le, Rit­ter des Ordens wider den tie­ri­schen Ernst.”

Der Rat­haus­platz in Bar­men trägt seit  dem 11.Mai 2006 den Namen Johan­nes-Rau-Platz. 2009 wur­de im Bar­mer Rat­haus eine Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an Johan­nes Rau ein­ge­weiht.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Nagelbilder Ehrenschilde in Barmen

Nach­dem bereits die Nach­bar­stadt Elber­feld ange­kün­digt hat­te, zum Hohen­zol­lern-Gedenk­tag am 21. Okto­ber 1915 ein Nagel­bild, den Eiser­nen Rit­ter, vor­zu­stel­len und zuguns­ten der Kriegs­wohl­fahrt durch die Nage­lung Spen­den ein­zu­trei­ben, woll­te Bar­men dem natür­lich nicht nach­ste­hen. Auch im Osten des Wup­per­tals woll­te man für die dor­ti­ge Wohl­fahrts­zen­tra­le eine sol­che Akti­on durch­füh­ren und war damit am Ende sogar schnel­ler als Elber­feld, da man den 17. Okto­ber 1915 zum Hin­den­burg­tag erklär­te und somit drei Tage eher die Nage­lung an der Ruh­mes­hal­le begann. Man hat­te sich gegen die Nage­lung einer mensch­li­chen oder tie­ri­schen Figur ent­schie­den und den Bild­hau­er Paul Wyn­and gebe­ten zwei höl­zer­ne Schil­de her­zu­stel­len, die das Wap­pen Hin­den­burgs und das Wap­pen Bar­mens zeig­ten.1 Stadt­bau­rat Köh­ler schrieb im Sep­tem­ber 1915 an den aus Elber­feld stam­men­den und in Ber­lin arbei­ten­den Bild­hau­er:


“Da unser Publi­kum sehr ver­wöhnt ist, müs­sen wir mit den Schil­dern den Vogel abschie­ßen, schon unse­rer Nach­bar­stadt Elber­feld gegen­über. Die Nage­lung muss vor­ge­zeich­net sein. […] Ver­schie­de­ne far­bi­ge Nägel sol­len, mit Aus­nah­me wei­ßer ver­zink­ter Nägel, die als Rand­nä­gel ver­wandt wer­den kön­nen, nicht ver­wen­det wer­den. Sie müs­sen daher stark mit Gold­un­ter­bund arbei­ten.
Das Publi­kum inter­es­siert sich außer­ge­wöhn­lich hier für die Sache. Da, wie bekannt, star­ke Kri­tik bei allen sol­chen Sachen ein­setzt, so muss etwas tadel­los gemacht wer­den.“2
Am 4. Okto­ber 1915 berich­te­te die Bar­mer Zei­tung dann über die anste­hen­de Nage­lung:

Die bei­den Ehren­schil­de — eines zu Ehren Hin­den­burgs, eines zu Ehren der namen­lo­sen Hel­den —  wer­den unter der wür­dig geschmück­ten Säu­len­hal­le vor der Ruh­mes­hal­le auf­ge­hängt. Jeder, der nageln will, löst zunächst an Ort und Stel­le eine Kar­te; er bekommt dann einen Nagel. Nach dem Ein­schla­gen des Nagels erfolgt die Namens­ein­tra­gung in das Eiser­ne Buch, das an Ort und Stel­le aus­liegt. Es wird gebe­ten, bei der Ein­tra­gung der Namen recht sorg­fäl­tig zu ver­fah­ren; das Eiser­ne Buch wird als dau­ern­des Erin­ne­rungs­zei­chen an bevor­zug­ter Stel­le auf­be­wahrt.“3


Am Vor­abend der Ein­wei­hungs­fei­er der Ehren­schil­de am 17. Okto­ber 1915, gab es ein Mas­sen­kon­zert eines ver­ei­nig­ten Cho­res der Bar­mer Gesang­ver­ei­ne in der Stadt­hal­le, das vom städ­ti­schen Orches­ter beglei­tet wur­de und einen so gro­ßen Besu­cher­an­drang ver­zeich­ne­te, dass die Poli­zei die Zugän­ge zur Stadt­hal­le sper­ren ließ. Gespielt wur­den unter ande­rem der Kai­ser­marsch, Das blan­ke Wort und das Nie­der­län­di­sche Dank­ge­bet. Am Fest­ta­ge, einem Sonn­tag, ver­kauf­ten schon früh am Mor­gen jun­ge Mäd­chen eiser­ne “Hin­den­burg-Denk­mün­zen” und Ansichts­post­kar­ten zuguns­ten der Wohl­fahrts­zen­tra­le. Spä­ter am Tag zogen Ver­ei­ne und Schu­len unter Musik­be­glei­tung und mit ihren Fah­nen zur Ruh­mes­hal­le. Gegen­über der Ruh­mes­hal­le war ein Podest für die Sän­ger und Musi­ker auf­ge­baut wor­den, dane­ben stan­den die Fah­nen­ab­ord­nun­gen der Krie­ger-, Turn- und Gesang­ver­ei­ne, dar­an schlos­sen sich 500 “Feld­graue” (Sol­da­ten) aus den Laza­ret­ten und Ver­tre­ter aller Behör­den und Schu­len an. Die Fei­er begann mit dem Kai­ser­marsch, dann sprach der Ober­bür­ger­meis­ter, und schlug den ers­ten Nagel ein, bevor erneut die Lie­der des Vor­abends erschol­len.4
Am 19. Okto­ber 1915 ging ein Dank-Tele­gramm des geehr­ten Paul von Hin­den­burg ein:
Das Tele­gramm des Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg. Ent­nom­men aus: Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 74.

Bereits am ers­ten Tag wur­den 6.000 Mark “gena­gelt”, zusam­men mit dem Ver­kauf der Post­kar­ten und Denk­mün­zen,  wur­den 38.600 Mark erlöst. Am 21. Okto­ber belief sich die Gesamt­sum­me bereits auf 300.000 Mark.5


Ein ers­ter Ent­wurf für die Hin­den­burg-Anla­ge. Ent­nom­men aus Akte C II 43, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, S. 1

Bei die­sem “Kriegs­wahr­zei­chen” woll­te man es nicht belas­sen und schuf auch Plä­ne für ein Hin­den­burg-Denk­mal bzw. -brun­nen, das 1916 begon­nen und 1917 voll­endet wur­de. An ihm soll­ten die Ehren­schil­de befes­tigt wer­den. Links und rechts, unter den anti­ken Hel­men, soll­ten die Ehren­schil­de ange­bracht wer­den, dazwi­schen Wap­pen­schil­der der gro­ßen Schlach­ten Hin­den­burgs. Die Mau­er soll­te 3,20 Meter hoch sein, die Säu­le 10 Meter. Dar­auf soll­te ein Held einen Bären nie­der­rin­gen.6 Am Ende ent­stand dann das Denk­mal doch etwas anders. Ob die Ehren­schil­de wie geplant dort ange­bracht wur­den, ist unklar. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass sie aus Schutz vor der Wit­te­rung in der Ruh­mes­hal­le auf­ge­stellt wur­den und dort 1943 zer­stört wur­den.7

Neben dem Elber­fel­der Eiser­nen Rit­ter gab es ab 1916 auch in Voh­win­kel ein Nagel­bild, das Eiser­ne Schwert.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Gedenkstein für das Barmer Planetarium

Der Gedenk­stein für das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um in den Bar­mer Anla­gen nahe der Unte­ren Lich­ten­plat­zer Stra­ße.

Am 4.Juni 19971, einem Mitt­woch, wur­de in den Bar­mer Anla­gen der Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um ein­ge­weiht. Er steht zwi­schen dem  Bar­mer Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864 und 1866 und dem Berg­bahn-Denk­mal. Initi­iert hat­te die Auf­stel­lung Mar­got Sun­der­mann, die Toch­ter des ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Lei­ters des Pla­ne­ta­ri­ums, Dr. Erich Hoff­mann. Der Gedenk­stein, den sie im Bar­mer Nord­park auf einem Platz vol­ler Find­lin­ge aus­such­te, wur­de vom Stein­metz Paul Heinz Schmitz bear­bei­tet und mit der Bron­ze­ta­fel ver­se­hen, die ein Herr Fratz gefer­tigt hat­te. Der Text stammt von Mar­got Sun­der­mann. Einen Teil der Kos­ten des Gedenk­steins über­nahm das Gym­na­si­um Sedan­stra­ße, wo Dr. Erich Hoff­mann sei­nem Haupt­be­ruf als Leh­rer nach­ge­gan­gen war, was auf Wunsch der Schu­le auch auf der Gedenk­ta­fel ver­merkt wur­de.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel, in deren Zen­trum eine Abbil­dung des Gebäu­des zu sehen ist, trägt fol­gen­de Inschrift:

Hier stand das
Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um

Erbaut                                   Zer­stört
1926                                        1943

Es war das ers­te Gross­pla­ne­ta­ri­um der Welt.
Unter Lei­tung von Dr. Erich Hoff­mann
Leh­rer am Real­gym­na­si­um Sedan­stras­se
wur­de es eine Stät­te
der Beleh­rung und Besin­nung.”


Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um war das ers­te sei­ner Art und setz­te einen neu­ar­ti­gen opti­schen Pro­jek­ti­ons­ap­pa­rat der Fir­ma Carl Zeiss ein, des­sen Pro­to­typ spä­ter im Deut­schen Muse­um in Mün­chen stand. Im Herbst 1924 hat­ten sich Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hart­mann und der Bei­ge­ord­ne­te Prof. Dr. Greß­ler die­sen Pro­to­typ im Pla­ne­ta­ri­um auf dem Gelän­de der Zeiss-Wer­ke ange­se­hen und emp­fah­len der Stadt­verod­ne­ten-Ver­samm­lung dar­auf­hin die Anschaf­fung eines Pla­ne­ta­ri­ums. Der Bau und die Ein­rich­tung schlu­gen mit 350.000 RM zu Buche und wur­de trotz der wirt­schaft­li­che schwie­ri­gen Lage nach der galop­pie­ren­den Infla­ti­on von 1923 durch­ge­führt. Nach­dem nach eini­ger Dis­kus­si­on auch ein Stand­ort gegen­über der Stadt­hal­le in den Bar­mer Anla­gen gefun­den wur­de, konn­te der Bau begin­nen. Am 18.Mai 1926 wur­de das Pla­ne­ta­ri­um ein­ge­weiht. Es fass­te mit sei­ner 1000 km² gro­ßen Kup­pel 600 Besu­cher und wur­de nur vom Düs­sel­dor­fer Pla­ne­ta­ri­um über­trof­fen.


Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um mit sei­ner mar­kan­ten Kup­pel, der Ein­gang wur­de von zwei Sta­tu­en “Mars” und “Venus” flan­kiert. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Zum wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter wur­de der Leh­rer Dr. Erich Hoff­mann beru­fen, der haupt­be­ruf­lich die Fächer Mathe­ma­tik und Phy­sik am Real­gym­na­si­um Sedan­stra­ße unter­rich­te­te. Erich Hoff­mann stamm­te aus Thü­rin­gen und stu­dier­te von 1907 bis 1912 an der Uni­ver­si­tät Jena und kam bereits wäh­rend sei­ner Dis­ser­ta­ti­on aus dem Bereich der Optik in Kon­takt mit den Zeiss-Wer­ken.

Im Jahr 1929 wur­den im Pla­ne­ta­ri­um 150 Vor­trä­ge gehal­ten, davon 104 vom wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter, der auch die Kur­se der Volks­hoch­schu­le lei­te­te. Acht Aben­de kos­te­ten 1927 3,20 RM. Die Vor­trags­rei­hen wid­me­ten sich ver­schie­de­nen The­men, so kamen zum Bei­spiel in der Weih­nachts­zeit so vie­le Besu­cher zum Vor­trag “Unter dem Stern von Beth­le­hem”, dass nicht alle dar­an teil­neh­men konn­ten. Doch nicht nur die Bevöl­ke­rung sorg­te für ein vol­les Haus, auch die Schu­len aus Bar­men und der Umge­bung kamen zahl­reich und wur­den in Lehr­stun­den in die Welt der Astro­no­mie ein­ge­führt. 1929 fan­den 87 Schul­ver­an­stal­tun­gen statt. Dr. Erich Hoff­mann über­nahm zwei Drit­tel die­ser Lehr­stun­den selbst, was sei­nen gro­ßen Ein­satz und sei­ne Lei­den­schaft für das Pla­ne­ta­ri­um doku­men­tiert.


Post­kar­te mit Innen­an­sicht des Pla­ne­ta­ri­ums. (Bild ergänzt am 16.11.2012)

Von 1927 bis 1933 trug sich das Pla­ne­ta­ri­um durch die Ein­tritts­gel­der — Schu­len muss­ten nichts zah­len — selbst und erwirt­schaf­te­te sogar zwei­mal Über­schüs­se. Spä­ter ebb­te der Besu­cher­strom ab. Wäh­rend die Schu­len wei­ter zahl­reich ihre Schü­ler schick­ten — 1936 kamen 24.063 Schü­ler — kamen in eine öffent­li­che und zwölf gebuch­ten Son­der­ver­an­stal­tun­gen im sel­ben Jahr nur noch 2360 Besu­cher.3


Beim Luft­an­griff auf Bar­men in der Nacht auf den 30.Mai 1943 wur­de das Gebäu­de schwer beschä­digt und 1955 wur­de die Rui­ne abge­bro­chen.4 Dr. Erich Hoff­mann erleb­te die Zer­stö­rung “sei­nes” Pla­ne­ta­ri­ums nicht mehr mit, er starb im August 1938 an einem schwe­ren Herz­lei­den.5


Nagelbild Eisernes Schwert

Nach­dem im Okto­ber 1915 in Elber­feld bereits ein Eiser­ner Rit­ter als Nagel­bild vor­ge­stellt wur­de, zogen die Voh­wink­ler am 17.Februar 1916 nach.1 In einem “Tem­pel­chen” an der Ecke Kai­ser­stra­ße und Bahn­stra­ße wur­de eine Holz­fi­gur eines Schwer­tes auf­ge­stellt, in das die Bür­ger, Ver­ei­ne und Schu­len ver­gol­de­te und ver­sil­ber­te Bron­ze­n­ä­gel nageln durf­ten. Der Preis war dabei sym­bo­lisch und ori­en­tier­te sich nicht am Wert des Nagels, son­dern dien­te der “Kriegs­wohl­fahrts­pfle­ge”.2

Wie so ein Besuch einer Schu­le aus­sah, ver­mit­telt ein Bericht aus der Fest­schrift der katho­li­schen Volks­schu­le Voh­win­kel:


Am 23.Februar 1916 besuch­ten sämt­li­che Klas­sen unse­rer Schu­le gemein­schaft­lich das Kriegs­wahr­zei­chen unse­rer Gemein­de, das “Eiser­ne Schwert”, das in einem geschmack­vol­len Tem­pel­chen auf dem Kai­ser­platz vor dem Zigar­ren­ge­schäft des Herrn Heyen­bruch Auf­stel­lung gefun­den hat­te. Die Fei­er gestal­te­te sich zu einer ein­drucks­vol­len vater­län­di­schen Kund­ge­bung. Unser Schü­ler­chor brach­te ker­ni­ge Vater­lands­lie­der wir­kungs­voll zum Vor­trag. Von Schü­lern und Schü­le­rin­nen wur­den mit fri­scher, kla­rer Stim­me sinn­rei­che vater­län­di­sche Gedich­te vor­ge­tra­gen. Die vom Rek­tor gehal­te­ne Anspra­che wies hin auf die gro­ße und erns­te Zeit, auf die Hel­den­ta­ten und Opfer unse­rer Väter, Brü­der und Müt­ter und klang aus in der Mah­nung an die Jugend, sich die­ser Opfer wür­dig zu zei­gen. Dann folg­te nach einem gemein­schaft­li­chem Lie­de die Nage­lung. Für die­je­ni­gen Kin­der, wel­che die Kos­ten eines Nagels nicht erschwin­gen konn­ten, hat­ten frei­gie­bi­ge Spen­der eine Sum­me gespen­det. Ein von Herrn Leh­rer Spät­gens auf­ge­nom­me­nes Bild hat den Augen­blick der Bena­ge­lung  des Schwer­tes durch das Leh­rer­kol­le­gi­um fest­ge­hal­ten.“3


Lei­der ist heu­te kei­ne Abbil­dung des “Eiser­nen Schwer­tes” mehr bekannt. Das Ver­zeich­nis ein­ge­gan­ge­ner Spen­den ist heu­te im Stadt­ar­chiv ein­seh­bar. (S XIII 187)

Am 18.Oktober 1916 wur­de die Ver­wal­tung der Gel­der, die gespen­det, bzw. gena­gelt wur­den, per Gemein­de­rats­be­schluss einem beson­de­ren Aus­schuss über­ge­ben. Die­ser sorg­te dann, dafür dass die Gel­der teil­wei­se in Lie­gen­schaf­ten und in Wert­pa­pie­ren bei der Spar­kas­se ange­legt wur­den und küm­mer­te sich um die Ver­tei­lung an Bedürf­ti­ge, die durch den Krieg in Schwie­rig­kei­ten gekom­men waren, zum Bei­spiel Krie­ger­wit­wen und -wai­sen. Man über­nahm aber auch Bürg­schaf­ten für Kre­di­te an Kriegs­teil­neh­mer, die nach dem Krieg ihre Geschäft wie­der auf­bau­en woll­ten oder gab sel­ber Dar­le­hen an die Kriegs­teil­neh­mer. 1916 wur­den 30.518,88 Mark gesam­melt, bis zum Jahr 1920 wuchs die Sum­me auf 174.978,53 Mark.4
Nach dem Ers­ten Welt­krieg wur­de das Kriegs­wahr­zei­chen in den unte­ren Flur des Voh­wink­ler Rat­hau­ses gebracht und dort im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört. 5

Gedenktafel für die Wuppertaler Trümmerfrauen

Am 8.Mai 2012, 67 Jah­re nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs, wur­de im Rat­haus Bar­men eine Gedenk­ta­fel für die Trüm­mer­frau­en Wup­per­tals ein­ge­weiht, die der “För­der­ver­ein Trüm­mer­frau­en e.V.” gestif­tet hat­te. Sie erin­nert an jene Frau­en, die  teils frei­wil­lig, teils von den Besat­zungs­mäch­ten ver­pflich­tet, nach dem Krieg dabei hal­fen, ca. fünf Mil­lio­nen Ton­nen Schutt aus den Rui­nen der Stadt weg­zu­räu­men. Die meis­ten von ihnen, wie Hel­ga Ste­fes, die noch 2011 einem Fern­seh­team des WDR (Bei­trag ist online ver­füg­bar) von ihrer Arbeit erzäh­len konn­te, erleb­ten die­se spä­te öffent­li­che Ehrung nicht mehr mit.1Anwe­send waren ca. 90 Freun­de, För­de­rer und Mit­glie­der des Ver­eins, Ver­tre­ter aus den Frak­tio­nen und Bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Schulz, als die Vor­sit­zen­de und Initia­to­rin des För­der­ver­eins, Inge­borg Gal­brecht, zusam­men mit Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung die Tafel ent­hüll­te.2 Sie hängt im Foy­er des Rat­hau­ses am Zugang zum Licht­hof und damit, wie vom För­der­ver­ein erbe­ten, gegen­über der Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs.

Wir hof­fen, dass vie­le Men­schen die Tafel lesen und sich erin­nern. Nur durch eine star­ke Soli­da­ri­tät sind Kri­sen jeg­li­cher Art gemein­sam zu bewäl­ti­gen. Dafür ste­hen die Trüm­mer­frau­en ges­tern und heu­te glei­cher­ma­ßen.“3Inge­borg Gal­brecht


Die Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Wup­per­ta­ler Trüm­mer­frau­en.

Die Gedenk­ta­fel wur­de von Stein­metz­meis­ter Jörg Her­hau­sen aus Gra­nit geschaf­fen und ent­hält fol­gen­de Inschrift:

“In Erin­ne­rung an die
Trüm­mer­frau­en,
die mit ihrem Ein­satz
hal­fen, nach 1945
unse­re zer­stör­te Stadt
wie­der auf­zu­bau­en.”

Die Idee zu die­ser Ehrung kam der Initia­to­rin Inge­borg Gal­brecht bei einer Stadt­füh­rung mit dem Sozi­al­ver­band VdK im Jahr 2008 in Hamm, wo sie auf ein Denk­mal für die Trüm­mer­frau­en der Stadt auf­merk­sam wur­de. Sie begann zu recher­chie­ren. Die Trüm­mer­frau­en in Wup­per­tal sind nicht so bekannt wie die ande­rer Städ­te, z.B. Ber­lin, aber auch in Wup­per­tal leis­te­ten sie har­te Arbeit bei schreck­li­chen Lebens­be­din­gun­gen in der zur Hälf­te zer­stör­ten Stadt. Sie ris­sen die Rui­nen der Bom­ben­näch­te mit ein­fa­chem Gerät ab, führ­ten die Bau­stof­fe der Wie­der­ver­wer­tung zu, befrei­ten zum Bei­spiel Zie­gel­stei­ne von Mör­tel, und sorg­ten so dafür, dass aus den Rui­nen neu­er Wohn­raum geschaf­fen wer­den konn­te.

2009 grün­de­te Inge­borg Gal­brecht dann den För­der­ver­ein Trüm­mer­frau­en und über­zeug­te Freun­de und Ver­wand­te von ihrem Anlie­gen, am Ende waren es 40 Mit­glie­der, die mit einer Prä­sen­ta­ti­on durch die Ver­ei­ne, Insti­tu­tio­nen und Fir­men zogen und um Spen­den war­ben. Die Stadt­spar­kas­se, die Bar­me­nia Ver­si­che­rung und die Jack­städt-Stif­tung und ande­re zeig­ten sich bereit, das Vor­ha­ben zu unter­stüt­zen.4

Hindenburg-Gedenkstein am Lazarett des Vaterländischen Frauenvereins auf der Hardt

Am 10.November 1915 berich­te­te der Täg­li­che Anzei­ger der Stadt Elber­feld:


“Aus Dank­bar­keit für genos­se­ne treue Pfle­ge haben Ver­wun­de­te des Laza­retts des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins an der Hardt die­sem ein schö­nes Geschenk gemacht und zwar einen
Hin­den­burg-Gedenk­stein

der in dem Gar­ten des Hos­pi­tals Auf­stel­lung gefun­den hat, und in eini­gen Tagen sei­ner Bestim­mung über­ge­ben wer­den soll. Der Gedenk­stein hat eine Höhe von etwa drei Metern und ist aus schwe­ren Fels­blö­cken, die in der Var­res­beck gefun­den wur­den, errich­tet. Im obe­ren Teil wird eine wohl­ge­lun­ge Hin­den­burg-Pla­ket­te in Bron­ze ange­bracht, wäh­rend am Fuße des Hügels, auf dem der Gedenk­stein auf­ge­baut ist, eine Tafel mit ent­spre­chen­der Wid­mung ein­ge­las­sen ist.
Der Ent­wurf des Denk­steins stammt von dem Kriegs­frei­wil­li­gen Ewald Schmahl, der sich eben­falls als Ver­wun­de­ter im Laza­rett an der Hardt befin­det. Jeder, der das Kunst­werk sieht, wird erstaunt sein dar­über, daß es nur von Ver­wun­de­ten errich­tet wur­de, die auch die schwe­ren Blö­cke aus­wähl­ten und zusam­men­füg­ten.”


Spu­ren des Gedenk­steins oder eine Abbil­dun­gen konn­ten bis­lang nicht gefun­den wer­den. Der Gedenk­stein selbst muss­te ver­mut­lich dem Erwei­te­rungs­bau des spä­te­ren Rot-Kreuz-Kran­ken­hau­ses und heu­ti­gen Pfle­ge­zen­trums Haus Hardt wei­chen.

In einem Nach­ruf auf den Bild­hau­er Ewald Schmahl am 5.September 1931 wird eine von die­sem geschaf­fe­ne Hin­den­burg-Pla­ket­te erwähnt, die in zahl­rei­chen Wup­per­ta­ler Häu­sern zu fin­den sei. Ob die­se mit der Pla­ket­te auf dem Gedenk­stein iden­tisch war, ist unklar.1

Anmer­kung: In einer frü­he­ren Ver­si­on die­ses Ein­trags vom heu­ti­gen Tage wur­de das Laza­rett und spä­te­re Rot-Kreuz-Kran­ken­haus mit dem zur Zeit leer­ste­hen­den Mari­en­heim ver­wech­selt. Dies ist falsch. Vie­len Dank an Cesa­re Bor­gia für den Hin­weis.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te