Gedenkstein und Gedenkbaum für die in der Landesfrauenklink gestorbenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen

Im Jahr 2000 grün­de­ten die Bun­des­re­pu­blik und die Stif­tungs­in­itia­ti­ve der deut­schen Wirt­schaft die Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­ant­wor­tung und Zukunft“ und stat­te­ten sie mit je 10 Mil­li­ar­den DM aus, um ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter, die im Zwei­ten Welt­krieg von Deutsch­land aus­ge­beu­tet wur­den, zu ent­schä­di­gen. Im Rah­men die­ser Maß­nah­me bekam das Archiv des Land­schafts­ver­bands Rhein­land, als recht­li­cher Nach­fol­ger der Pro­vin­zi­al­ver­wal­tung der preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz den Auf­trag ent­spre­chen­de Doku­men­te zu sich­ten und die Namen der Zwangs­ar­bei­ter an die Natio­na­len Stif­tun­gen, die die Ver­tei­lung der Gel­der über­nah­men, zu über­sen­den. Ca. 400 Namen wur­den in den Doku­men­ten gefun­den und wei­ter­ge­lei­tet. Es stell­te sich her­aus, dass von ihnen noch 20 Per­so­nen in der Ukrai­ne,  Weiss­russ­land und Russ­land leb­ten. Ledig­lich aus der Ukrai­ne erhielt der LVR eine Rück­mel­dung, von Frau­en, deren Namen in den Geburts- und Ope­ra­ti­ons­bü­chern der dama­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik Wup­per­tal ver­zeich­net waren. Heu­te gehört die Kli­nik zur “Stif­tung der Cel­li­tin­nen zur hl. Maria” und trägt seit 2012 den Namen St.-Anna-Klinik, nach­dem sie von 1985 — 2011 Kli­nik Vogel­s­ang­stra­ße hieß. 1


2005 wur­de Dr. Bet­ti­na Bou­resh, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin des Archivs, die sich bereits um die Recher­che der Zwangs­ar­bei­ter geküm­mert hat­te, damit beauf­tragt, ein Besuchs­pro­gramm für das Jahr 2006 vor­zu­be­rei­ten. Eine der Frau­en, die Wup­per­tal besu­chen woll­ten, bat dar­um das Grab ihres Soh­nes sehen zu kön­nen, der als Säug­ling in Wup­per­tal ver­starb. Das Grab konn­te nicht gefun­den wer­den und so mach­ten sich der LVR, die Aka­de­mie für Gesund­heits­be­ru­fe (AFG) als Nach­fol­ge­rin der Heb­am­men­schu­le und die Kli­nik St. Anna Gedan­ken, wie man dem Wunsch des Geden­kens Rech­nung tra­gen könn­te. 2


Gedenk­stein und Gedenk­baum vor der ehe­ma­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik.

Am 20. März 2006 war es schließ­lich soweit: zwei ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­te­rin­nen (Lidiya Chy­gy­ra und Ali­na Morus3) und eine Toch­ter einer Zwangs­ar­bei­te­rin, die in Wup­per­tal gebo­ren wur­de, (Lju­ba She­wa­ki­no-Seme­nov Niko­lai­ew­na4) kamen in Köln an und wur­den vom LVR dort emp­fan­gen. Sie wur­den von je einem Ver­wand­ten und die Grup­pe wie­der­um von einem Mit­ar­bei­ter der Ukrai­ni­schen Natio­nal Stif­tung beglei­tet. Im Rah­men des 7-tägi­gen Besuchs­pro­gramms besuch­ten sie am 22. und 23. März Wup­per­tal. Am ers­ten Tag wur­den die ehe­ma­li­gen Zwangs­ar­bei­te­rin­nen von Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung im Rat­haus begrüßt, der beton­te, dass man Schuld und Ver­ant­wor­tung für das, was den Frau­en gesche­hen war, emp­fin­de. Er bat um Ver­söh­nung der bei­den Län­der. Anschlie­ßend tru­gen sich die Frau­en ins Gol­de­nen Buch der Stadt ein. Da die Gedenk­stun­de, und die Erwar­tung des Kom­men­den die Damen mit­nahm, wur­de kur­zer Hand eine Unter­su­chung in der Kli­nik St. Anto­ni­us ange­ord­net, die ja eben­falls zum Kli­nik­ver­bund der “Stif­tung der Cel­li­tin­nen zur hl. Maria” gehört. Man emp­fahl ange­sichts hohen Blut­drucks eine Ent­span­nungs­pau­se und nutz­te die­se zu einer Schwe­be­bahn­fahrt. Anschlie­ßend wur­de es wie­der ernst. Man besuch­te das Gelän­de des ehe­ma­li­gen Bara­cken­la­gers “In der Fleu­te”, wo heu­te eine Klein­gar­ten­sied­lung zu fin­den ist. Eine der Zwangs­ar­bei­te­rin­nen, Lidiya Chy­gy­ra, hat­te hier als 20jährige gelebt und für die Flug­zeug­fa­brik Espen­laub in einem Tun­nel Flug­zeug­tei­le gerei­nigt.  In der Nähe der Bahn-Unter­füh­rung Clau­se­witz­stra­ße, in die jun­ge Frau bei Bom­ben­alarm Schutz such­te, war sie mit ihrem Sohn Vik­tor in einer Mut­ter-Kind-Bara­cke unter­ge­bracht, bis die­ser vor ihren Augen starb und wie ande­ren ver­stor­be­ne Säug­lin­gen dort ver­scharrt wur­de. Als 84jährige kehr­te sie nun an den Ort zurück. In die­ser Mut­ter-Kind-Bara­cke leb­te auch auch Lju­ba She­wa­ki­no-Seme­nov Niko­lai­ew­na mit ihrer Mut­ter.
Danach besuch­te man das Gelän­de an der Rons­dor­fer Stra­ße, wo Ali­na Morus nach der Geburt ihres Kin­des als 15jähriges Mäd­chen gelebt hat­te. Zuvor hat­te sie in einer Sei­fen­sie­de­rei in Düs­sel­dorf arbei­ten müs­sen.5Sie war bei ihrer Rück­kehr nach Wup­per­tal gera­de 79 Jah­re alt gewor­den.6


Foto­gra­fie: Nico­le Schä­fer LVR-ZMB.

Am 23. März stand ein Besuch in der ehe­ma­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik an, wo die Geschäfts­füh­rer Herr Kauf­mann und Herr Breuck­mann, sowie der Chef­arzt Dr. Falb­re­de die Gäs­te begrüß­ten. Dar­auf folg­te ein Rund­gang durch die Geburts­sta­ti­on, bevor man vor dem Gebäu­de an der Wie­se zur Vogel­s­ang­stra­ße zur Ein­wei­hung des Gedenk­steins schritt. Der Gedenk­stein soll an alle in Wup­per­tal ver­stor­be­nen Kin­der von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen erin­nern und natür­lich auch an das ver­stor­be­ne Kind von Lidiya Chy­gy­ra. In einer klei­nen Zere­mo­nie wur­de der Gedenk­stein ent­hüllt und der Baum gepflanzt, zu des­sen Wur­zeln die ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­te­rin ein wenig ukrai­ni­scher Erde hin­zu­füg­te und deut­sche Erde mit in ihre Hei­mat nahm.7


Foto­gra­fie: Nico­le Schä­fer LVR-ZMB.

Der Gedenk­stein wur­de von der dama­li­gen Assis­ten­tin der Geschäfts­lei­tung, Imbritt Neu­mann, mit einem abge­wan­del­ten chi­ne­si­schen Sprich­wort ver­se­hen:

Denkst Du an ein Jahr,
dann säe ein Korn.
Denkst Du an ein Jahr­zehnt,
dann pflan­ze einen Baum.
Denkst Du an ein Jahr­hun­dert,
dann sor­ge für eine Zukunft
der Kin­der.

Wup­per­tal, 23.März 2006“8


Die Inschrift

Die Kos­ten für den Gedenk­stein und den Gedenk­baum (ein Cart­a­e­gus lae­vi­ga­ta — Ech­ter Rot­dorn9) über­nahm die Kli­nik St. Anna. 10

Nach dem Mit­tag­essen folg­te ein Gespräch zwi­schen den Zeit­zeu­gen und Schü­le­rin­nen der Heb­am­men­schu­le. Den Abschluss des Tages und des Besu­ches in Wup­per­tal bil­de­ten ein Besuch in der Ortho­do­xen Kapel­le der Kli­nik und anschlie­ßend ließ man blaue Luft­bal­lons mit Zukunfts­wün­schen in den Him­mel stei­gen.11
Im Anschluss an den Besuch der Zwangs­ar­bei­ter ent­stan­den eine Aus­stel­lung (“Riss durchs Leben”), die seit dem 4.Dezember 2012 eine dau­er­haf­te Hei­mat im Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau gefun­den hat, eine DVD und ein Buch über die Besu­che des LVR in der Ukrai­ne. Eine Inter­net­sei­te über die Aus­stel­lung “Riss durchs Leben” ist Anfang Dezem­ber 2012 online gegan­gen.
Zwei wei­te­re Besuchs­grup­pen aus der Ukrai­ne kamen im Juni 2009 und Sep­tem­ber 2010 nach Wup­per­tal und zur Kli­nik. In der Fol­ge ent­stand zwi­schen dem Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau und der Schu­le Nr. 10 in Chmel­nyzkyj eine Part­ner­schaft zur Erfor­schung der Zwangs­ar­beit im Rah­men des Jugend­for­schungs­pro­jek­tes “Ges­tern ist heu­te nicht vor­bei. Mor­gen viel­leicht.

Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Barmer Gymnasiums an der Bleicherstraße

Am 1. Okto­ber 1922 weih­te man in der Aula des Bar­mer Gym­na­si­ums an der Blei­cher­stra­ße die bron­ze­ne Ehren­ta­fel für die 166 im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Schü­ler ein, die von Prof. Peter Klotz­bach ent­wor­fen wor­den war. Die Tafel ist oben mit Fili­gran­werk abge­run­det und mit dem Reli­ef­bild einer Frau gestal­tet, die sich trös­tend zu einem ver­wun­de­ten Sol­da­ten nie­der­beugt. Dar­un­ter steht in grie­chi­scher Schrift und Spra­che:
“Des Lebens Maß ist das Edle, nicht die Län­ge”

Im Mit­tel­teil fin­den sich zwi­schen den Inschrif­ten die Namen der Gefal­le­nen:

Aus unse­ren Rei­hen
lies­sen ihr Leben

[166 Namen]

Saat, von Gott gesät,
dem Tage der Gar­ben zu rei­fen


Rechts und links davon befin­den sich Flü­gel­tü­ren, die Innen — wie auf dem Bild — zwei Schwer­ter auf erha­be­nen Grund zei­gen, sodass sie wie Schmuck auf Sär­gen wir­ken. Wur­den die Türen geschlos­sen, zeig­ten sie “schwer­tra­gen­de Gestal­ten”.1


Die Ehren­ta­fel des Bar­mer Gymne­si­ums an der Blei­cher­stra­ße. Ent­nom­men aus: Fest­schrift zum 350jährigen Jubi­lä­um des Bar­mer Gym­na­si­ums, her­aus­ge­ge­ben von Ober­stu­di­en­rat Prof. Boh­le, Bamen 1929, S. 144.

In der Ein­wei­hungs­re­de heißt es zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel:


“Wie wir unse­re stärks­ten und tiefs­ten Gedan­ken und Gefüh­le nicht dem All­tag preis­ge­ben, so dach­ten auch wir es zu hal­ten mit dem Werk, das unser Sym­bol sein soll unse­rer tiefs­ten Lie­be, unse­rer Lie­be zum deut­schen Vol­ke. Aus die­sem Sin­ne her­aus ent­stand der Plan eines schreinar­ti­gen Wer­kes, des­sen Flü­gel­tü­ren, geschlos­sen, das Inne­re ber­gen. Gedan­ken und Gefüh­le, dem All­ta­ge preis­ge­ge­ben, in gleich­gül­ti­gen Stun­den gespro­chen und gezeigt, ver­lie­ren Herbheit und Kraft, sie wel­ken wir­kungs­los. So auch fürch­te­ten wir es von einer Tafel, an der der All­tag vor­über­flu­tet. Des­halb soll die­ser Schrein nur geöff­net sein an Tagen, an denen wir Fes­te feie­ren. Ernst hal­ten die schwer­tra­gen­den Gestal­ten das Inne­re ver­schlos­sen, der gefal­le­ne Jüng­ling und die stüt­zen­de Frau aber las­sen den Besu­cher ahnen, was es birgt…“2

1931 wur­de das Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die 1579 gegrün­de­te ers­te Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um an der Köl­ner Stra­ße zusam­men­ge­legt und trug erst den Namen “Bar­mer Gym­na­si­um in Elber­feld” und seit 1936 trägt es den Namen “Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um”. Bereits ein Jahr zuvor hat­te man im dor­ti­gen Schul­ge­bäu­de ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht. In das Gebäu­de an der Blei­cher­stra­ße zog 1931 das Bar­mer Mäd­chen­gym­na­si­um ein.
Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den bei­de Schul­ge­bäu­de zer­stört und mit ihnen die Ehren­ta­fel.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedächtnisfenster zur Erinnerung an die Barmer Theologische Erklärung

Die Fried­hofs­kir­che an der Hoch­stra­ße.

Hoch oben in der Nord­stadt, an den Fried­hö­fen der Hoch­stra­ße, steht die 1894–98 nach Plä­nen des Ber­li­ner Archi­tek­ten Johan­nes Otzen erbau­te Fried­hofs­kir­che. Die größ­te und eine der schöns­ten Kir­chen Wup­per­tals ver­lor 1943 beim Luft­an­griff auf Wup­per­tal durch die Druck­wel­len der Deto­na­tio­nen ihre ori­gi­na­len Fens­ter der Glas­ma­le­rei Mül­ler aus Qued­lin­burg. 1946 wur­den sie zunächst durch ver­schie­den­far­bi­ges Kathe­dral­glas ersetzt, das einst als Pro­vi­so­ri­um gedacht war, aber dann doch 62 Jah­re Bestand hat­te. Erst 2008 konn­te die Gemein­de zwei der sechs gro­ßen Roset­ten­fens­ter aus­tau­schen. In vier Jah­ren sam­mel­ten die 3300 Gemein­de­mit­glie­der dafür 120.000 Euro.1 Nach einem begrenz­ten Wett­be­werb ent­schied man sich für den Wer­ni­ge­ro­der Glas­künst­ler Gün­ter Grohs, des­sen Ent­wür­fe die Glas­werk­statt Schnee­mel­cher aus Qued­lin­burg aus­führ­te. Für die West­sei­te, die zunächst ange­fer­tigt und 2008 ange­bracht wur­de, gab die Evan­ge­li­sche Gemein­de Elber­feld-Nord die The­men “Hel­mut Hes­se — ein Mär­ty­rer aus der Gemein­de” und “Theo­lo­gi­sche Erklä­rung von Bar­men” vor.2 Am 25.Mai 2008 wur­den die neu­en Fens­ter mit einem fei­er­li­chen Got­tes­dienst ein­ge­weiht.3


Das Gedenk­fens­ter zur Erin­ne­rung an die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung in der Elber­fel­der Fried­hofs­kir­che.

Die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung wur­de am 31. Mai 1934 von der Bekennt­nis­sys­node in der Gemar­ker Kir­che in Bar­men ver­ab­schie­det. Die Bekennt­nis­sys­node und ihre Erklä­rung war eine Reak­ti­on auf die erfolg­rei­chen Ver­su­che der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen “Deut­schen Chris­ten” die evan­ge­li­sche Kir­che zu über­neh­men und auch hier das Füh­rer­prin­zip ein­zu­füh­ren. Die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung wur­de vor allem vom Refor­mier­ten Karl Barth und dem Luthe­ra­ner Hans Asmus­sen geprägt. Sie lehn­ten den Anspruch der “Deut­schen Chris­ten”, in Adolf Hit­ler eine Offen­ba­rung Got­tes zu sehen, ab. Am 19. und 20. Okto­ber 1934 folg­ten in Ber­lin-Dah­lem die zwei­te Bekennt­nis­sys­node der Beken­nen­den Kir­che, im Juni 1935 die drit­te in Augs­burg. Bei der vier­ten und letz­ten im Febru­ar 1936 in Bad Oeyn­hau­sen war die Orga­ni­sa­ti­on der Beken­nen­den Kir­che auf­grund inhalt­li­cher Dif­fe­ren­zen kaum mehr vor­han­den. 1936 pro­tes­tier­te die vor­läu­fi­ge Kir­chen­lei­tung noch in einer Denk­schrift an Hit­ler gegen Ent­christ­li­chung, Anti­se­mi­tis­mus und Ter­ror­maß­nah­men, doch zur Reichs­po­grom­nacht am 9.November 1938 schwieg sie. Mit Beginn des Zwei­ten Welt­kriegs wur­den vie­le Mit­glie­der in den Unter­grund gedrängt oder ver­haf­tet, wie 1943 Hel­mut Hes­se.4


Im Zen­trum des Fens­ters steht die Inschrift:

Jesus Chris­tus ist
das Wort Got­tes
das wir hören
dem wir im Leben
und ster­ben zu
ver­trau­en und zu
gehor­chen haben.”


Die Zei­len stam­men aus der ers­ten The­se der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung, die lau­tet:
Jesus Chris­tus, wie er uns in der Hei­li­gen Schrift bezeugt
wird, ist das eine Wort Got­tes, das wir zu hören, dem wir im Leben und
im Ster­ben zu ver­trau­en und zu gehor­chen haben.
Wir ver­wer­fen die fal­sche Leh­re, als kön­ne und müs­se die Kir­che als
Quel­le ihrer Ver­kün­di­gung außer und neben die­sem einen Wor­te Got­tes auch noch ande­re Ereig­nis­se und Mäch­te, Gestal­ten und Wahr­hei­ten als Got­tes Offen­ba­rung aner­ken­nen.”

Der Wort­laut der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung fin­det sich hier.


Detail­auf­nah­me

Gün­ter Grohs ver­zich­te­te bei der Gestal­tung der Fens­ter bewusst auf die Bebil­de­rung der Fens­ter und eine the­ma­ti­sche Dar­stel­lung. Die Fens­ter zei­gen Spu­ren und Wege, die der Betrach­ter selbst ergrün­den soll. Außer­dem soll so eine dau­er­haf­te Spra­che gefun­den wer­den, die fol­gen­den Gene­ra­ti­on noch etwas zu sagen hat und nicht zeit­ge­nös­si­schen Moden unter­liegt. So blieb zur Umset­zung der The­ma­tik nur die Schrift als “zeit­lo­se Bot­schaft” im zen­tra­len Qua­drat, dass die Wind­ei­sen, die die Glas­flä­chen sta­bi­li­se­ren, vor­ge­ben. Begrenzt wird es auch von den senk­recht und hori­zon­tal ver­lau­fen­den Bah­nen, die in die Aus­läu­fer der Außen­krei­se mün­den und so mitt­le­re und äuße­re Berei­che des Fens­ters ver­bin­den. Die zwölf Außen­krei­se wie­der­um sto­ßen mit ihren schma­len  Frie­sen in den Mit­tel­kreis vor, ver­flech­ten sich mit dem brei­ten far­bi­gen Band und dies schein­bar unend­los, als Sym­bol für die Unend­lich­keit, die Ein­heit von Anfang und Ende. 5


Das Gedächt­nis­fens­ter von unten

Am Werth unweit der Gemar­ker Kir­che steht bereits seit 1984 ein Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung.

Im Sep­tem­ber 2009 wur­den auch die Fens­ter an der Ost­sei­te — zum Fried­hof  — erneu­ert. Sie zei­gen die The­men “Tod und Auf­er­ste­hung”. Für die­Süd­sei­te sind die The­men “Wort und Sakra­ment” geplant.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Bankhauses von der Heydt, Kersten & Söhne

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Im August/September 1922 weih­te man im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne am Neu­markt in Elber­feld die Ehren­ta­fel für die gefal­le­nen Ange­stell­ten des Ers­ten Welt­kriegs ein. Im Gene­ral-Anzei­ger wur­de am 9. August 1922 die Tafel wie folgt beschrie­ben:


Im Bank­haus von der Heydt, Kers­ten & Söh­ne ist vor eini­ger Zeit eine Ehren­ta­fel für die im Welt­krieg gefal­le­nen Ange­stell­ten der Fir­ma ange­bracht wor­den. Sie gehört neben den Cleff’schen Gedenk­ta­feln unstrei­tig zu den schöns­ten und wür­digs­ten die­ser Art in unse­rer Stadt. Das Werk, das von der Hand des Pro­fes­sor Gra­seg­ger in Köln model­liert wur­de, besteht im wesent­li­chen aus einer Plat­te von grau­em Mar­mor, auf der die schlich­te Bron­ze­ta­fel mit dem Namen, Todes­jahr und Ruhe­stät­ten der Gefal­le­nen ruht. Die erha­be­ne dün­ne Schrift ist edel und deko­ra­tiv gehal­ten. Von gro­ßer, ruhi­ger Wir­kung ist das Hoch­re­li­ef eines kni­en­den Jüng­lings im abschlie­ßen­den obe­ren Halb­rund.“1


Beim Luft­an­griff auf Elber­feld in der Nacht auf den 25. Juni 1943 wur­de das Gebäu­de und mit ihm die Ehren­ta­fel zer­stört.2


Das Gebäu­de des Bank­hau­ses von der Heydt-Kers­ten und Söh­ne am Neu­markt wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach dem his­to­ri­schen Vor­bild wie­der errich­tet. Heu­te steht hier das Gebäu­de der Com­merz­bank zwi­schen Kers­ten­platz und Neu­markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 11.9.1 (Bild ergänzt am 22.11.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Gedächtnisfenster zur Erinnerung an Helmut Hesse

Die Fried­hofs­kir­che an der Hoch­stra­ße.

Hoch oben in der Nord­stadt, an den Fried­hö­fen der Hoch­stra­ße, steht die 1894–98 nach Plä­nen des Ber­li­ner Archi­tek­ten Johan­nes Otzen erbau­te Fried­hofs­kir­che. Die größ­te und eine der schöns­ten Kir­chen Wup­per­tals ver­lor 1943 beim Luft­an­griff auf Wup­per­tal durch die Druck­wel­len der Deto­na­tio­nen ihre ori­gi­na­len Fens­ter der Glas­ma­le­rei Mül­ler aus Qued­lin­burg. 1946 wur­den sie zunächst durch ver­schie­den­far­bi­ges Kathe­dral­glas ersetzt, das einst als Pro­vi­so­ri­um gedacht war, aber dann doch 62 Jah­re Bestand hat­te. Erst 2008 konn­te die Gemein­de zwei der sechs gro­ßen Roset­ten­fens­ter aus­tau­schen. In vier Jah­ren sam­mel­ten die 3300 Gemein­de­mit­glie­der dafür 120.000 Euro.1Nach einem begrenz­ten Wett­be­werb ent­schied man sich für den Wer­ni­ge­ro­der Glas­künst­ler Gün­ter Grohs, des­sen Ent­wür­fe die Glas­werk­statt Schnee­mel­cher aus Qued­lin­burg aus­führ­te. Für die West­sei­te, die zunächst ange­fer­tigt und 2008 ange­bracht wur­de, gab die Evan­ge­li­sche Gemein­de Elber­feld-Nord die The­men “Hel­mut Hes­se — ein Mär­ty­rer aus der Gemein­de” und “Theo­lo­gi­sche Erklä­rung von Bar­men” vor.2 Am 25.Mai 2008 wur­den die neu­en Fens­ter mit einem fei­er­li­chen Got­tes­dienst ein­ge­weiht.3


Das Gedenk­fens­ter für Hel­mut Hes­se in der Fried­hofs­kir­che.

Der am 11. Mai 1916 in Bre­men gebo­re­ne Hel­mut Hes­se wuchs in einem pie­tis­ti­schen Haus­halt auf, sein Vater, Her­mann Albert Hes­se, war Pas­tor der Elber­fel­der Gemein­de und wohn­te in der Ale­man­nen­str. 40. Bereits wäh­rend des Gym­na­si­ums wur­de ihm klar, dass der Natio­nal­so­zia­lis­mus und der christ­li­che Glau­be nicht zusam­men gelebt wer­den konn­ten, auch wenn vie­le Chris­ten der Zeit ande­rer Ansicht waren. Obwohl er natur­wis­sen­schaft­licht begabt war, ent­schied er sich wie schon sei­ne drei Brü­der zuvor 1935 für das Stu­di­um der Theo­lo­gie. Bereits früh setz­te sich Hes­se für ras­sisch ver­folg­te Men­schen ein und half ihnen, wo er konn­te. Im Früh­jahr 1940 leg­te er das ers­te Examen vor der Prü­fungs­kom­mis­si­on der rhei­ni­schen Beken­nen­den Kir­che ab. Nach dem Vika­ri­at mel­det er sich im Sep­tem­ber 1941 zum zwei­ten Examen, doch nach der Ver­haf­tung der Ber­li­ner Prü­fungs­kom­mis­si­on der Beken­nen­den Kir­che stell­te die rhei­ni­sche ihre Arbeit ein. Hel­mut Hes­se wei­ger­te sich von dem Weg der Beken­nen­den Kir­che und den Erklä­run­gen von Bar­men und Dah­lem abzu­wei­chen und geriet so nicht nur in Kon­flikt mit der Lan­des­kir­che, son­dern auch mit der Beken­nen­den Kir­che.


Detail­auf­nah­me

Am 8.Juni 1943 wur­de er zusam­men mit sei­nem Vater ver­haf­tet. In sei­ner letz­ten Anspra­che zwei Tage zuvor hat­te er erklärt:

Als Chris­ten kön­nen wir es nicht mehr län­ger ertra­gen, dass die Kir­che
in Deutsch­land zu den Juden­ver­fol­gun­gen schweigt […] Sie darf nicht
län­ger ver­su­chen, vor dem gegen Isra­el gerich­te­ten Angriff sich selbst
in Sicher­heit zu brin­gen. Sie muss viel­mehr bezeu­gen, dass mit Isra­el
sie und ihr Herr Jesus Chris­tus selbst bekämpft wird.”


Nach fünf Mona­ten in Ein­zel­haft, in der der an Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz lei­den­de
zum Ske­lett abma­ger­te, wur­den Vater und Sohn am 13.November 1943 in das
KZ Dach­au ver­legt, wo Hel­mut Hes­se in der Nacht auf den 24.November 1943
ver­starb. 4


Im Zen­trum des Fens­ter steht die Inschrift.

Hel­mut Hes­se
11.05.1916 Bre­men
+ 24.11.1943 Dach­au
Selig sind die um
Gerech­tig­keit wil­len
ver­folgt wer­den”

Die Selig­prei­sung stammt aus der Berg­pre­digt und fin­det sich bei Mat­thä­us 5,10.


Gün­ter Grohs ver­zich­te­te bei der Gestal­tung der Fens­ter bewusst auf die Bebil­de­rung der Fens­ter und eine the­ma­ti­sche Dar­stel­lung. Die Fens­ter zei­gen Spu­ren und Wege, die der Betrach­ter selbst ergrün­den soll. Außer­dem soll so eine dau­er­haf­te Spra­che gefun­den wer­den, die fol­gen­den Gene­ra­ti­on noch etwas zu sagen hat und nicht zeit­ge­nös­si­schen Moden unter­liegt. So blieb zur Umset­zung der The­ma­tik nur die Schrift als “zeit­lo­se Bot­schaft” im zen­tra­len Qua­drat, dass die Wind­ei­sen, die die Glas­flä­chen sta­bi­li­se­ren, vor­ge­ben. Begrenzt wird es auch von den senk­recht und hori­zon­tal ver­lau­fen­den Bah­nen, die in die Aus­läu­fer der Außen­krei­se mün­den und so mitt­le­re und äuße­re Berei­che des Fens­ters ver­bin­den. Die zwölf Außen­krei­se wie­der­um sto­ßen mit ihren schma­len Frie­sen in den Mit­tel­kreis vor, ver­flech­ten sich mit dem brei­ten far­bi­gen Band und dies schein­bar unend­los, als Sym­bol für die Unend­lich­keit, die Ein­heit von Anfang und Ende.5


Detail­auf­nah­me

Im Sep­tem­ber 2009 wur­den auch die Fens­ter an der Ost­sei­te — zum Fried­hof — erneu­ert. Sie zei­gen die The­men “Tod und Auf­er­ste­hung”. Für die Süd­sei­te sind die The­men “Wort und Sakra­ment” geplant.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Vereinigten Versicherungsgesellschaft AG

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 14. März 1922 weih­te man an der Vik­to­ria­stra­ße 17/21 im Elber­fel­der Bril­ler Vier­tel im Gebäu­de der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG eine Gedenk­ta­fel für die 62 gefal­le­nen Beam­ten ein, die im Ers­ten Welt­krieg ihr Leben las­sen muss­ten. Der Anlass, die Ein­wei­hung an die­sem Diens­tag durch­zu­füh­ren, war der 100.Jahrestag der Grün­dung der “Vater­län­di­schen Feu­er-Ver­si­che­rungs-Akti­en-Gesell­schaft”. Die­se war die dritt­äl­tes­te deut­sche Feu­er­ver­si­che­rung und ging 1914 mit der Rhen­ania Ver­si­che­rung zur Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG zusam­men. Die 1872 gegrün­de­te Rhen­ania mach­te mit Unfall- und Haft­pflich­ver­si­che­rung ihre Geschäf­te. Die Ver­ei­nig­te Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft betrieb durch eini­ge frü­he­re Zukäu­fe auch Trans­port-, Ein­bruch­dieb­stahl- und Was­ser­lei­tungs­schä­den­ver­si­che­run­gen.
Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­ge­ord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 2. Auf­la­ge, 1926, S. 200.

Eine Abbil­dung des Gedenk­ta­fel ist nicht bekannt, so bleibt nur eine Abbil­dung des Gebäu­des, in dem sie zu fin­den war. Bis 1930 war das Gebäu­de im Besitz der Ver­ei­nig­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, dann über­nahm es die Nord­stern, All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs AG. Das Gebäu­de, das den Zwei­ten Welt­krieg ohne gro­ße Schä­den über­stand, beher­berg­te dann ab 1951 den Leip­zi­ger Ver­ein Bar­me­nia. 1966 wur­de das Gebäu­de abge­ris­sen und bis 1972 durch einen Neu­bau für die Haupt­ver­wal­tung der Bau-Berufs­ge­nos­sen­schaft ersetzt.1


Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, 1900–1943. Es wur­de 1953 trotz der Mög­lich­keit des Wie­der­auf­baus und gro­ßer Pro­tes­te der Cro­nen­ber­ger abge­ris­sen.

Am 8. Mai 2011 wur­de neben dem alten Cro­nen­ber­ger Rat­haus an der Ecke Haupt­stra­ße und Herich­hau­ser Stra­ße ein kom­pak­tes, stei­ner­nes Kreuz auf­ge­stellt. Es han­delt sich hier­bei um das Turm­kreuz des im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten neu­en Rat­hau­ses. Die Geschich­te des Kreu­zes begann im Jahr 1900, als das Rat­haus in Cro­nen­berg errich­tet wur­de und mit sei­nem hohen Turm weit­hin sicht­bar die Stadt Cro­nen­berg ver­trat. Zehn Jah­re nach dem ver­hee­ren­den Bom­ben­an­griff im Jahr 1943 konn­te Horst Don­ner, Metz­ger und Gast­wirt, das Turm­kreuz beim Abriss des Bau­werks vor der Zer­stö­rung bewah­ren und stell­te es in sei­ner Gast­wirt­schaft an der Schor­fer Stra­ße aus. 2002 wur­de das Kreuz von den Nach­fol­gern Don­ners, den Ehe­leu­ten Kauf­mann, an den Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein über­ge­ben.


Das Cro­nen­ber­ger Rat­haus­kreuz.

An die­se Geschich­te des Kreu­zes erin­ner­te der Vor­sit­zen­de des CHBV, Rolf Tesche, bei Ein­wei­hung des klei­nen Denk­mals am 8. Mai 2011 und bedank­te sich für die Hil­fe bei Dr. Heinz Häus­chen, dem Besit­zer des Grund­stücks, dem Archi­tek­tur­bü­ro Flig­ge für den Ent­wurf der Hal­te­rung, die der Form des eins­ti­gen Tur­mes ent­spricht, der Fir­ma Gis­bert Krä­mer für die Aus­füh­rung der­sel­bi­gen und der Fir­ma Schoe­nen Bau­stof­fe für die Bereit­stel­lung des Mate­ri­als hier­für. Wal­ter Fried­rich erhielt den Dank für die Gestal­tung der Infor­ma­ti­ons­ta­feln, die neben dem neu­en Denk­mal ange­bracht wur­den. Der Cro­nen­ber­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter, Micha­el-Georg von Wen­c­zow­sky, begrüß­te in einer Anspra­che die Auf­stel­lung des Denk­mals und wies dar­auf­hin, dass dies in einem Jahr gesche­he, in dem städ­ti­schen Spar­maß­nah­men die Öff­nungs­zei­ten des Cro­nen­ber­ger Bür­ger­bü­ros wei­ter ein­schränk­ten.1


Neu und Alt. Im Hin­ter­grund das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, im Vor­der­grund das Kreuz der Turm­spit­ze des neu­en.

1876 wur­de das Haus an der Haupt­stra­ße 61 erbaut und dien­te als ers­tes Cro­nen­ber­ger Rat­haus. Der fol­gen­de rasan­te Auf­schwung der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­in­dus­trie ermög­lich­te und erfor­der­te den Bau eines neu­en Rat­hau­ses am heu­ti­ge Rat­haus­platz. Das alte Gebäu­de dien­te nun einer höhe­ren Töch­ter­schu­le, die 1932 in die Real­schu­le am Len­z­haus inte­griert wur­de. Spä­ter zog das Café Trel­le ein2, heu­te haben hier Ärz­te ihre Pra­xen.

Bereits 2001 war das Sand­stein­re­li­ef mit dem Cro­nen­ber­ger Wap­pen, wel­ches das Rat­haus geziert hat­te, zur Erin­ne­rung an die­ses Gebäu­de und Sym­bol Cro­nen­ber­ger Eigen­stän­dig­keit am Rat­haus­platz auf­ge­stellt wor­den.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:

Am 10. März 2017 wur­de das Turm­kreuz auf den Rat­haus­platz zum Sand­stein­re­li­ef ver­setzt. Der CHBV erhofft sich am his­to­ri­schen Ort mehr Auf­merk­sam­keit.3


Ob der Ort nun wirk­lich bes­ser ist?

Friedrich-Storck-Gedenktafel

 Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 8. Febru­ar 1922 wur­de im Ver­eins­lo­kal “Becker” des Gemein­nüt­zi­gen Bür­ger­ver­eins Nord­stadt eine Gedenk­fei­er für den Hei­mat­dich­ter Fried­rich Storck aus­ge­rich­tet. Anläss­lich die­ser Fei­er, bei der auch der Sohn des Dich­ters, Vik­tor Fried­rich Storck Gedich­te sei­nes Vater rezi­tier­te, wur­de eine Gedenk­ta­fel aus schwar­zem Gra­nit an des­sen Geburts­haus am Neu­en­teich 79 ein­ge­weiht. Die Fei­er wur­de durch den Män­ner­ge­sang­ver­ein “Läe­ti­tia” unter­stützt, bei dem Storck Ehren­mit­glied gewe­sen war.

Fried­rich Storck wur­de am 27.Dezember 1838 als Sohn eines Fär­bers am Neu­en­teich gebo­ren. Damals lau­te­te die Adres­se des Hau­ses noch Sek­ti­on A, Nr. 87. Er besuch­te die Ele­men­tar­schu­le der alten refor­mier­ten Kir­che, die ab 1848 an der Berg­stra­ße zu fin­den war. Mit zwölf Jah­ren begann er bei der Sei­den­we­be­rei Johann Simons Erben zu arbei­ten und besuch­te nach der Arbeit die Abend­schu­le. Da er sich geleh­rig anstell­te, gab man ihm die Gele­gen­heit zu einer kauf­män­ni­schen Aus­bil­dung. 70 Jah­re blieb Storck der Fir­ma, die spä­ter als Simons & Fro­wein fir­mier­te, treu. In sei­ner Frei­zeit betä­tig­te er sich als Dich­ter und als Tur­ner, 1861 ver­fass­te ver­öf­fent­lich­te er als ers­te Wer­ke sei­ne Turner­lie­der. Ende der 1870er Jah­re begann er sich als Mund­art­dich­ter sich einen Namen zu machen und wur­de auch in den Nie­der­lan­den bekannt.

Fried­rich Storck war mit Julia­ne Ham­pel aus Bar­men ver­hei­ra­tet und das Paar hat­te elf Kin­der. Am 5. Dezem­ber 1915 starb Storck im Alter von 77 Jah­ren und wur­de auf dem refor­mier­ten Fried­hof an der Hoch­stra­ße bei­ge­setzt.
Das Haus Neu­en­teich 79 und die Gedenk­ta­fel über­leb­ten den Bom­ben­an­griff auf Elber­feld in der Johan­nis­nacht 1943 nicht. Es wur­de wie die Nach­bar­ge­bäu­de nicht wie­der auf­ge­baut.1

Schleifstein zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum des CHBV

Im Vor­der­grund der Schleif­stein zur Erin­ne­rung an das 100jährige Jubi­lä­um des CHBV.

Als im Jahr 1992 der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein 100 Jah­re alt wur­de, stif­te­ten Karin und Man­fred vom Cleff zu die­sem Anlass ein klei­nes Denk­mal. Die­se besteht aus einem 150 Jah­re alten Schleif­stein, der an der klei­nen Grün­flä­che an der Ecke Hauptstraße/Holzschneiderstraße auf­ge­stellt wur­de. (Von 1896 bis zum Zwei­ten Welt­krieg stand hier das Cro­nen­ber­ger Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen von 1864, 1866 und 1870/71.)


Eine Foto­gra­fie von der Ein­wei­hung des Schleif­steins am 6.März 1992. Mit Dank an das Archiv des CHBV.

Zur Ein­wei­hung am 6. März 1992 — dem 100. Jah­res­tag der Grün­dung des “Cro­nen­ber­ger Bür­ger­ver­eins” im Hotel zur Post — erschie­nen auf Ein­la­dung des Vor­sit­zen­den Hans-Otto-Bil­stein Bür­ger­meis­ter Kurt Drees, Rein­hard Graetz MdL, Alt­bür­ger­meis­ter Hans Rau­haus, Ver­tre­ter der Bezirks­ver­tre­tung, der Cro­nen­ber­ger Ver­ei­ne und eini­ge hun­dert Bür­ger. Bil­stein erin­ner­te an die Ent­wick­lung der Arbeits­stät­ten in Cro­nen­berg und die Bedeu­tung der Schlei­fer, der Posau­nen­chor und der Cro­nen­ber­ger Män­ner­chor sorg­ten für die musi­ka­li­sche Beglei­tung und die Stif­ter “tauf­ten” “ihren” Stein mit hoch­pro­zen­ti­gem “Schlie­per­was­ser”. Außer­dem berich­te­te der 90jährige Knie­schlei­fer Richard Klin­gel­hö­fer von sei­ner 50jährigen Tätig­keit. Anschlie­ßend hielt Stadt­ar­chi­var Dr.Uwe Eck­hardt im Mar­tin-Luther-Haus einen Vor­trag über die Zeit, in der sich 31 Män­ner über 24 Jah­ren zusam­men fan­den, den Ver­ein grün­de­ten und Leb­recht Toell­ner zum ers­ten Vor­sit­zen­den wähl­ten. Die ers­te Ein­ga­be des Ver­eins ver­lang­te vom Steu­er­amt mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit, offen­sicht­lich ein zeit­lo­ses The­ma.1


Der vor­ge­la­ger­te Stein mit Inschrift.

Am Rand der Grün­an­la­ge ver­weist eine klei­ne Metall­ta­fel auf den Sinn und die Stif­ter des Schleif­steins:

Ein­hun­dert­fünzig Jah­re alter
Schleif­stein der tra­di­ti­ons-
rei­chen Cro­nen­ber­ger Werk­zeug-
indus­trie.
Den Cro­nen­ber­ger Bür­gern gewid­met
von Man­fred und Karin vom Cleff.
CHBV 1992”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te