Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Barmer Gymnasiums an der Bleicherstraße

Am 1. Okto­ber 1922 weih­te man in der Aula des Bar­mer Gym­na­si­ums an der Blei­cher­stra­ße die bron­ze­ne Ehren­ta­fel für die 166 im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Schü­ler ein, die von Prof. Peter Klotz­bach ent­wor­fen wor­den war. Die Tafel ist oben mit Fili­gran­werk abge­run­det und mit dem Reli­ef­bild einer Frau gestal­tet, die sich trös­tend zu einem ver­wun­de­ten Sol­da­ten nie­der­beugt. Dar­un­ter steht in grie­chi­scher Schrift und Spra­che:
“Des Lebens Maß ist das Edle, nicht die Län­ge”

Im Mit­tel­teil fin­den sich zwi­schen den Inschrif­ten die Namen der Gefal­le­nen:

Aus unse­ren Rei­hen
lies­sen ihr Leben

[166 Namen]

Saat, von Gott gesät,
dem Tage der Gar­ben zu rei­fen


Rechts und links davon befin­den sich Flü­gel­tü­ren, die Innen — wie auf dem Bild — zwei Schwer­ter auf erha­be­nen Grund zei­gen, sodass sie wie Schmuck auf Sär­gen wir­ken. Wur­den die Türen geschlos­sen, zeig­ten sie “schwer­tra­gen­de Gestal­ten”.1


Die Ehren­ta­fel des Bar­mer Gymne­si­ums an der Blei­cher­stra­ße. Ent­nom­men aus: Fest­schrift zum 350jährigen Jubi­lä­um des Bar­mer Gym­na­si­ums, her­aus­ge­ge­ben von Ober­stu­di­en­rat Prof. Boh­le, Bamen 1929, S. 144.

In der Ein­wei­hungs­re­de heißt es zur Gestal­tung der Ehren­ta­fel:


“Wie wir unse­re stärks­ten und tiefs­ten Gedan­ken und Gefüh­le nicht dem All­tag preis­ge­ben, so dach­ten auch wir es zu hal­ten mit dem Werk, das unser Sym­bol sein soll unse­rer tiefs­ten Lie­be, unse­rer Lie­be zum deut­schen Vol­ke. Aus die­sem Sin­ne her­aus ent­stand der Plan eines schreinar­ti­gen Wer­kes, des­sen Flü­gel­tü­ren, geschlos­sen, das Inne­re ber­gen. Gedan­ken und Gefüh­le, dem All­ta­ge preis­ge­ge­ben, in gleich­gül­ti­gen Stun­den gespro­chen und gezeigt, ver­lie­ren Herbheit und Kraft, sie wel­ken wir­kungs­los. So auch fürch­te­ten wir es von einer Tafel, an der der All­tag vor­über­flu­tet. Des­halb soll die­ser Schrein nur geöff­net sein an Tagen, an denen wir Fes­te feie­ren. Ernst hal­ten die schwer­tra­gen­den Gestal­ten das Inne­re ver­schlos­sen, der gefal­le­ne Jüng­ling und die stüt­zen­de Frau aber las­sen den Besu­cher ahnen, was es birgt…“2

1931 wur­de das Bar­mer Gym­na­si­um, das sich selbst auf die 1579 gegrün­de­te ers­te Bar­mer Amts­schu­le zurück­führ­te, mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um an der Köl­ner Stra­ße zusam­men­ge­legt und trug erst den Namen “Bar­mer Gym­na­si­um in Elber­feld” und seit 1936 trägt es den Namen “Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um”. Bereits ein Jahr zuvor hat­te man im dor­ti­gen Schul­ge­bäu­de ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht. In das Gebäu­de an der Blei­cher­stra­ße zog 1931 das Bar­mer Mäd­chen­gym­na­si­um ein.
Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den bei­de Schul­ge­bäu­de zer­stört und mit ihnen die Ehren­ta­fel.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Fußnoten:

  1. RMK, S. 223.
  2. Gym­na­si­um der Stadt Bar­men, Jah­res­be­richt 1924/25, Akte L II 9 b, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, zitiert nach RMK, S. 223.
  3. RMK, S. 223.