Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, 1900–1943. Es wur­de 1953 trotz der Mög­lich­keit des Wie­der­auf­baus und gro­ßer Pro­tes­te der Cro­nen­ber­ger abge­ris­sen.

Am 8. Mai 2011 wur­de neben dem alten Cro­nen­ber­ger Rat­haus an der Ecke Haupt­stra­ße und Herich­hau­ser Stra­ße ein kom­pak­tes, stei­ner­nes Kreuz auf­ge­stellt. Es han­delt sich hier­bei um das Turm­kreuz des im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten neu­en Rat­hau­ses. Die Geschich­te des Kreu­zes begann im Jahr 1900, als das Rat­haus in Cro­nen­berg errich­tet wur­de und mit sei­nem hohen Turm weit­hin sicht­bar die Stadt Cro­nen­berg ver­trat. Zehn Jah­re nach dem ver­hee­ren­den Bom­ben­an­griff im Jahr 1943 konn­te Horst Don­ner, Metz­ger und Gast­wirt, das Turm­kreuz beim Abriss des Bau­werks vor der Zer­stö­rung bewah­ren und stell­te es in sei­ner Gast­wirt­schaft an der Schor­fer Stra­ße aus. 2002 wur­de das Kreuz von den Nach­fol­gern Don­ners, den Ehe­leu­ten Kauf­mann, an den Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein über­ge­ben.


Das Cro­nen­ber­ger Rat­haus­kreuz.

An die­se Geschich­te des Kreu­zes erin­ner­te der Vor­sit­zen­de des CHBV, Rolf Tesche, bei Ein­wei­hung des klei­nen Denk­mals am 8. Mai 2011 und bedank­te sich für die Hil­fe bei Dr. Heinz Häus­chen, dem Besit­zer des Grund­stücks, dem Archi­tek­tur­bü­ro Flig­ge für den Ent­wurf der Hal­te­rung, die der Form des eins­ti­gen Tur­mes ent­spricht, der Fir­ma Gis­bert Krä­mer für die Aus­füh­rung der­sel­bi­gen und der Fir­ma Schoe­nen Bau­stof­fe für die Bereit­stel­lung des Mate­ri­als hier­für. Wal­ter Fried­rich erhielt den Dank für die Gestal­tung der Infor­ma­ti­ons­ta­feln, die neben dem neu­en Denk­mal ange­bracht wur­den. Der Cro­nen­ber­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter, Micha­el-Georg von Wen­c­zow­sky, begrüß­te in einer Anspra­che die Auf­stel­lung des Denk­mals und wies dar­auf­hin, dass dies in einem Jahr gesche­he, in dem städ­ti­schen Spar­maß­nah­men die Öff­nungs­zei­ten des Cro­nen­ber­ger Bür­ger­bü­ros wei­ter ein­schränk­ten.1


Neu und Alt. Im Hin­ter­grund das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, im Vor­der­grund das Kreuz der Turm­spit­ze des neu­en.

1876 wur­de das Haus an der Haupt­stra­ße 61 erbaut und dien­te als ers­tes Cro­nen­ber­ger Rat­haus. Der fol­gen­de rasan­te Auf­schwung der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­in­dus­trie ermög­lich­te und erfor­der­te den Bau eines neu­en Rat­hau­ses am heu­ti­ge Rat­haus­platz. Das alte Gebäu­de dien­te nun einer höhe­ren Töch­ter­schu­le, die 1932 in die Real­schu­le am Len­z­haus inte­griert wur­de. Spä­ter zog das Café Trel­le ein2, heu­te haben hier Ärz­te ihre Pra­xen.

Bereits 2001 war das Sand­stein­re­li­ef mit dem Cro­nen­ber­ger Wap­pen, wel­ches das Rat­haus geziert hat­te, zur Erin­ne­rung an die­ses Gebäu­de und Sym­bol Cro­nen­ber­ger Eigen­stän­dig­keit am Rat­haus­platz auf­ge­stellt wor­den.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:

Am 10. März 2017 wur­de das Turm­kreuz auf den Rat­haus­platz zum Sand­stein­re­li­ef ver­setzt. Der CHBV erhofft sich am his­to­ri­schen Ort mehr Auf­merk­sam­keit.3


Ob der Ort nun wirk­lich bes­ser ist?

Fußnoten:

  1. Ute vom Cleff-Büchel, Ende einer unend­li­chen Geschich­te, in: Cro­nen­berg Publik 1/2011.
  2. So erklä­ren es die Tafeln, die Wal­ter Fried­rich gestal­te­te.
  3. CHBV: Altes Rat­haus-Kreuz zurück an his­to­ri­scher Stät­te, in: Cro­nen­ber­ger Woche online vom 21. März 2017.