Heinrich-Hogrebe-Gedenkstein

Der Gedenk­stein im Burg­holz, an der Stra­ße, die zum Arbo­re­tum führt.

Anfang Juni 2002 wur­de im Burg­holz ein Gedenk­stein für den Förs­ter und ehe­ma­li­gen Revier­lei­ter im Staats­forst Burg­holz, Hein­rich Hogre­be, vom Vor­sit­zen­den des Kül­len­hah­ner Bür­ger­ver­ein und spä­te­ren Ober­bür­ger­meis­ters Peter Jung ein­ge­weiht. Anwe­send waren Ange­hö­ri­ge Hogre­bes und sein Nach­fol­ger, Forst­amt­mann Her­bert Daut­zen­berg, der dar­an erin­ner­te, dass Hogre­be als “Vater des Arbo­re­tums” ein “Mek­ka für Wis­sen­schaft­ler, Wald­fach­leu­te und Wald­freun­de” geschaf­fen habe. Gestif­tet wur­de der Gedenk­stein vom Bür­ger­ver­ein Kül­len­hahn.1


Die Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift der klei­nen bron­ze­nen Gedenk­ta­fel lau­tet:

Zum Geden­ken an den Initia­tor
der Anpflan­zung aus­län­di­scher
Baum­ar­ten im Burg­holz.

Forst­amt­mann Hein­rich Hogre­be
Geb. 1913 Gest.1998

Bür­ger­ver­ein Kül­len­hahn e.V.”


Der 1913 in Bochum gebo­re­ne Hogre­be kam 1955 als Revier­förs­ter zum Staats­forst ins Burg­holz, nach­dem er zuvor in der Wehr­macht gedient und den Zwei­ten Welt­kriegs als deko­rier­ter Offi­zier über­lebt hat­te. Vor dem Enga­ge­ment im Burg­holz war er als Revier­lei­ter in Ost­west­fa­len tätig, wo er bereits Erfah­run­gen mit unter­schied­li­chen Baum­ar­ten und ihren wald­bau­li­chen Mög­lich­kei­ten gesam­melt hat­te. Auf Anre­gung des “Forst­ein­rich­ters” begann Hogre­be fremd­län­di­sche Baum­ar­ten zu erpro­ben. Er wur­de Mit­glied in der Deut­schen Den­dro­lo­gi­schen Gesell­schaft (DDG) und er erwarb auf meh­re­ren aus­ge­dehn­ten Aus­lands­rei­sen fun­dier­te Kennt­nis­se über die Wald­ver­hält­nis­se in ande­ren Kon­ti­nen­ten, Stand­ort­an­sprü­che und Leis­tungs­ver­mö­gen ande­rer Bäu­me. Durch den Kauf von Fremd­par­zel­len erwei­ter­te er den Staats­forst wesent­lich. Mit Bil­li­gung des Minis­te­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten NRW, aber gegen erheb­li­che Beden­ken und Wider­stän­de sei­ner Vor­ge­setz­ten schuf Hein­rich Hogre­be groß­flä­chi­ge Kul­tu­ren frem­der Baum­ar­ten im Burg­holz — das heu­ti­ge Arbo­re­tum.  Der Burg­holz wur­de all­mäh­lich zu einem Anzie­hungs­punkt für Den­dro­lo­gen und wald­bau­lich Inter­es­sier­te, erhielt aber auch wei­ter­hin viel Kri­tik. 1972 waren ca. 170 Baum­ar­ten im Burg­holz ange­pflanzt. 1973 wur­de Hogre­be pen­sio­niert, 1977 erhielt er das Bun­des­ver­dienst­kreuz. 1998 starb Hein­rich Hogre­be.


Der Gedenk­stein im Som­mer 2012.

Heu­te beher­bergt das Arbo­re­tum auf 250ha ca. 100 Baum­ar­ten aus fast allen Kon­ti­nen­ten, die auf kur­zen Wan­der­we­gen vor­ge­stellt wer­den.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Figuren von Mars und Venus am Planetarium

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um mit sei­ner mar­kan­ten Kup­pel, der Ein­gang wur­de von zwei Sta­tu­en “Mars” und “Venus” flan­kiert. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um in den Bar­mer Anla­gen wur­de am 18.Mai 1926 eröff­net und setz­te als ers­tes sei­ner Art einen neu­ar­ti­gen opti­schen Pro­jek­ti­ons­ap­pa­rat der Fir­ma Carl Zeiss ein, des­sen Pro­to­typ spä­ter im Deut­schen Muse­um in Mün­chen stand. Im Herbst 1924 hat­ten sich Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hart­mann und der Bei­ge­ord­ne­te Prof. Dr. Greß­ler die­sen Pro­to­typ im Pla­ne­ta­ri­um auf dem Gelän­de der Zeiss-Wer­ke ange­se­hen und emp­fah­len der Stadt­verod­ne­ten-Ver­samm­lung dar­auf­hin die Anschaf­fung eines Pla­ne­ta­ri­ums. Der Bau und die Ein­rich­tung schlu­gen mit 350.000 RM zu Buche und wur­de trotz der wirt­schaft­li­che schwie­ri­gen Lage nach der galop­pie­ren­den Infla­ti­on von 1923 durch­ge­führt. Nach­dem nach eini­ger Dis­kus­si­on auch ein Stand­ort gegen­über der Stadt­hal­le in den Bar­mer Anla­gen gefun­den wur­de, konn­te der Bau begin­nen. Es fass­te mit sei­ner 1000 km² gro­ßen Kup­pel 600 Besu­cher und wur­de nur vom Düs­sel­dor­fer Pla­ne­ta­ri­um über­trof­fen.1


Ansicht des Ein­gangs des Pla­ne­ta­ri­ums. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­ge­ord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 112.

Auf­grund der Hang­lan­ge muss­te der Ein­gang über meh­re­re Trep­pen erschlos­sen wer­den, an deren Ende zwei Sta­tu­en des in Elber­feld gebo­re­nen und in Ber­lin leben­den Bild­hau­ers Paul Wyn­and ihren Platz fan­den. Die über­le­bens­gro­ßen Figu­ren aus Muschel­kalk stell­ten Mars und Venus dar.2


Foto­gra­fie der Venus. Ent­nom­men aus: Deutsch­lands Städ­te­bau, Bar­men, bear­bei­tet und her­aus­ge­ge­ben im Auf­trag des Ober­bür­ger­meis­ters vom Bei­ge­ord­ne­ten Stadt­bau­rat Köh­ler, 3.Auflage, 1928, S. 113.

Beim Luft­an­griff auf Bar­men in der Nacht auf den 30.Mai 1943 wur­de das Gebäu­de schwer beschä­digt und 1955 wur­de die Rui­ne abge­bro­chen. Mit dem Pla­ne­ta­ri­um wur­den auch die Figu­ren zer­stört.3

Seit 1997 erin­nert ein Gedenk­stein an das Pla­ne­ta­ri­um, im ent­spre­chen­den Ein­trag wird die Geschich­te des Pla­ne­ta­ri­ums etwas aus­führ­li­cher dar­ge­stellt.

Posi­ti­on der Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Ehrenmal für die Gefallenen der Oberrealschule Süd

Am 4. Okto­ber 1925 wur­de um 11 Uhr an der Ober­re­al­schu­le Süd in der West­stra­ße ein Ehren­mal für die 111 gefal­le­nen Schü­ler und einen gefal­le­nen Leh­rer ein­ge­weiht. Der Fest­akt in der Aula glie­der­te sich ein in die 100-Jahr-Fei­er, die vom 2.–6. Okto­ber 1925 began­gen wur­de. Ein ers­ter Ver­such zur Errich­tung eines Ehren­mals muss­te abge­bro­chen wer­den, da die vom Ver­ein der Schü­ler und Freun­de gesam­mel­ten 48.050 RM in der Infla­ti­on von 1923 wert­los wur­den. Beim zwei­ten Ver­such konn­te man Prof. Fah­ren­krog von der Kunst­ge­wer­be­schu­le in Bar­men für die Gestal­tung gewin­nen, der für das Ehren­mal ein Gemäl­de schuf. Es soll­te “den über­wun­de­nen Kampf, die Idee der Befrei­ung und das Stre­ben nach dem Ide­al ver­kör­pern”. Das Gemäl­de, das heu­te ver­schol­len ist, war 1,70 Meter breit und 3 Meter hoch. Ein Gedenk­ta­fel mit den Namen der Gefal­le­nen voll­ende­te das Ehren­mal. Im Bericht über das Schul­jahr 1925/26 wird das Gemäl­de im Stil der Zeit wie folgt beschrie­ben:


Aus einer nebel­um­zo­ge­nen Nie­de­rung steigt ein stei­ler Fel­sengrat in die Höhe, auf der ein Jüng­ling, mit empor­ge­ho­be­nem Ant­litz zum Lich­te empor­schau­end, die Arme nach der Höhe aus­brei­tet; eine lich­te Wol­ke schwebt im Blau des Him­mels, das Licht tri­um­phiert über die Fins­ter­nis, der Geist über die Mate­rie. Neben die­sem lebens­gro­ßen Jüng­ling, der eine sym­bo­li­sche Dar­stel­lung des deut­schen Idea­lis­mus ist, wer­den zwei Män­ner sicht­bar, die eben­falls den Blick nach der Höhe rich­ten. Ganz im Hin­ter­grund erschaut man in Wol­ken­schat­ten Gestal­ten, die das hin­ter uns lie­gen­de schwe­re Schick­sal sym­bo­li­sie­ren. Die Jüng­lin­ge haben sich von ihnen los­ge­löst, um den schwe­ren Weg zur Höhe und zur Frei­heit zu fin­den.”


Ober­stu­di­en­rat Prof. Hüb­ler hielt vor den Ver­sam­mel­ten die Wei­he­re­de des Ehren­mals, es wur­den die Namen der Gefal­le­nen ver­le­sen (sie fin­den sich auch in der Fest­schrift) und dann fiel die Hül­le von dem Gemäl­de. Anschlie­ßend rief man die Jugend zur Hin­ga­be an das Vater­land auf, dank­te den Hel­fern der Fei­er und Prof. Fah­ren­krog für sein Werk und been­de­te mit einem Hoch auf das Vater­land und dem gemein­sa­men Sin­gen des Deutsch­land­lie­des die Fei­er.
Am 30. April 1932 wur­de in einem Fest­akt die Ober­re­al­schu­le Süd mit der Ober­re­al­schu­le Nord an der Hum­bold­stra­ße (heu­te Helm­holtz­stra­ße) zur Ober­re­al­schu­le Elber­feld ver­ei­nigt. Man schuf dort ein neu­es Ehren­mal, in das das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krog ein­be­zo­gen wur­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg blieb es ver­schol­len. Der Ver­bleib der Gedenk­ta­fel mit den Namen der Gefal­le­nen im Gebäu­de an der West­stra­ße ist eben­falls unge­klärt, wenn sie aller­dings im Schul­ge­bäu­de ver­blieb, ist sie höchst­wahr­schein­lich beim Luft­an­griff auf Elber­feld zer­stört wor­den.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bronzefigur der Maria Magdalena am Kloster in Beyenburg

Die Bron­ze­fi­gur der Maria Mag­da­le­na.

Am 31.Oktober 1986 wur­de im Hof des Klos­ters Stein­haus unweit der Kir­che St. Maria Mag­da­le­na in Bey­en­burg eine Bron­ze­fi­gur der Patro­nin der Gemein­de auf­ge­stellt. Finan­ziert wur­de sie durch Spen­den und durch die katho­li­sche Gemein­de. Die Hei­li­ge wur­de von der Mün­cher Bild­haue­rin Mar­le­ne Neu­bau­er-Woer­ner im Ein­ver­neh­men mit Pater Vos O.S.C. geschaf­fen, her­ge­stellt wur­de sie im Wachs­aus­schmelz­ver­fah­ren in der Gie­ße­rei Wer­ner Braun in Ober­schleiß­heim.


Die Inschrift im Sockel.

Die unge­fähr lebens­gro­ße Figur steht auf einem kur­zen Sockel, der an einer Säu­le erin­nert, auf dem sich fol­gen­de Inschrift befin­det:

Jesus sag­te zu Maria:
‘Geh zu mei­nen Brü­dern
und sage ihnen: ich gehe hin­auf
zu mei­nem Vater und zu Eurem Gott
zu mei­nem  Gott und zu Eurem Gott.’
Joh. 20,17“1


Der Kopf der Maria Mag­da­le­na.

Gedenktafel zur Erinnerung an 700 Jahre Kreuzherren in Beyenburg

Wie eine Wan­der­erta­fel kommt die Gedenk­ta­fel auf dem Fried­hof Stein­haus daher.

Im 700.Jubiläumsjahr der Grün­dung des Klos­ters Stein­haus zu Bey­en­burg wur­de nicht nur ein Denk­mal in Gestalt des Ordens­grün­ders Theo­do­rus des Cel­les am Klos­ter auf der Wup­pert­halb­in­sel auf­ge­stellt, auch auf dem Fried­hof Stein­haus wur­de 1998 eine Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht. Lei­der ist das genaue Datum nicht bekannt.1


Unter dem Wap­pen an der rech­ten Sei­te fin­det sich der Wahl­spruch der Kreuz­her­ren: “In Cruce Salus” — Im Kreuz ist Heil.

Die Inschrift lau­tet:

“Im Jah­re des Herrn 1298,

87    Jah­re nach der Grün­dung des Ordens der Kreuz­brü­der zu Huy an der Maas,
62    Jah­re nach dem Tod des Ordens­grün­ders Theo­do­rus des Cel­les,
50    Jah­re nach der päpst­li­chen Bestä­ti­gung des Ordens durch Inno­zenz IV.,
11    Jah­re nach der Auf­fin­dung der Reli­qui­en der hl. Odi­lia zu Köln durch den Kreuz­bru­der Johan­nes von Eppa
10    Jah­re nach der Rit­ter­schlacht bei Worrin­gen

als Boni­faz VIII. im 4.Jahr Past und Wic­bold zu Hol­te Erz­bi­schof von Köln war
unter der Regie­rung des deut­schen Kai­ser und Königs Adolf von Nas­sau,
als Wil­helm I. Graf von Berg
und Joan­nes des Harin­ger Gene­ral des Ordens vom Hl. Kreuz war,
wur­de hier an die­ser Stel­le,
als 1. Grün­dung auf deut­schem Boden
und als 11.Niederlassung des Ordens,
das Klos­ter “Stein­haus” errich­tet.

1298 — 1998”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die gefallenen Lehrer und Schüler der Realschule Cronenberg

Die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen der Real­schu­le Cro­nen­berg.

Am 27.September 1925 weih­te man in der Real­schu­le Cro­nen­berg an der Berg­hau­ser Stra­ße die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler des Ers­ten Welt­kriegs ein. Geschaf­fen wur­de sie von Edu­ard Timä­us aus Kas­sel, der spä­ter auch das Cro­nen­ber­ger Krie­ger­denk­mal ent­wer­fen soll­te. Um 11.30 Uhr begann die kur­ze Fei­er, die Teil­neh­mer waren die Eltern und Geschwis­ter der Gefal­le­nen, der Land­rat Wal­ter zur Nie­den, der Bür­ger­meis­ter Maxi­mi­li­an Reif­arth und Ver­tre­ter des Kura­to­ri­ums und des Eltern­bei­rats der Schu­le. Der Schü­ler­chor eröff­ne­te die Wei­hefei­er mit dem Psalm “Herr, Dei­ne Güter reicht so weit”. Es folg­te das Duett “Roman­ze von Beet­ho­ven für Gei­ge und Kla­vier”, wel­ches zwei ehe­ma­li­ge Schü­ler vor­tru­gen. Dar­auf­hin kamen meh­re­re Dekla­ma­tio­nen und der Schul­chor sang das Sol­da­ten­lied “Rei­ters Mor­gen­sang”. Anschlie­ßend über­gab der Bild­hau­er die Tafel, die in einer Wand im Trep­pen­haus ein­ge­las­sen ist und größ­ten­teils von Emil Bau­er gestif­tet wor­den war. Wie­der ein­mal wur­de gesun­gen, dies­mal “Ich hatt’ einen Kame­ra­den”, danach über­nahm Stu­di­en­di­rek­tor Mein­ecke das Ehren­mal in die Obhut der Schu­le und gedach­te der Gefal­le­nen und mahn­te die Schü­ler eben­so wie die­se ihre Pflicht zu erfül­len. Mit dem Lied “Über den Ster­nen” wur­de die Fei­er abge­schlos­sen.1


Das Reli­ef

Die Gedenk­ta­fel zeigt in der obe­ren Hälf­te ein Reli­ef mit der “sym­bol­haf­ten Dar­stel­lung der  Begeis­te­rung unse­rer Jugend von 1914“2, wie die Cro­nen­ber­ger Zei­tung fest­stell­te. Man sieht einen Jung­ling mit einem lose umge­wor­fe­nen Man­tel hoch zu Roß, eine Faust geballt und die Hand zum Streit erho­ben. Unter dem Pferd ist das Wap­pen der damals noch selbst­stän­di­gen Stadt Cro­nen­berg ein­ge­las­sen.


Unte­re Hälf­te der Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift der Gedenk­ta­fel lau­tet schlicht:

Unse­ren gefal­le­nen
Hel­den”

Dar­un­ter fol­gen dann die Namen des Leh­rers (H.Cronenberg), der 13 Schü­ler und ihre Todes­da­ten. Unter ihnen fin­det sich auch H. Bau­er, der Sohn des Fabri­kan­ten Emil Bau­er, der einen Groß­teil der Kos­ten der Gedenk­ta­fel trug. Sein Sohn fiel im Alter von 16 1/2 Jah­ren im Febru­ar 1915 bei Craon­ne.3



Kreuzherren-Denkmal (Theodorus-de-Celles-Denkmal)

Das Denk­mal zur Erin­ne­rung an 700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg zeigt den Grün­der und Hei­li­gen Theo­do­rus de Cel­les bar­fü­ßig mit lan­gem Gewand, Kreuz und Bibel.

Am Wochen­en­de des 13. und 14. Sep­tem­ber 1997 begann man in Bey­en­burg mit den Fei­er­lich­kei­ten zum 700. Jubi­lä­um der Klos­ter­grün­dung durch die Mön­che des Ordens der Kreuz­brü­der, auch Kreuz­her­ren oder Orden vom Hei­li­gen Kreuz genannt. Im Jahr 1298 über­trug der Köl­ner Dom­probst, Kon­rad von Berg, mit Zustim­mung sei­ner Mut­ter die unab­hän­gi­ge Kapel­le Maria Mag­da­le­na zu Stein­haus im heu­ti­gen Bey­en­burg den dort bereits leben­den Kreuz­brü­dern. Bereits Graf Adolf V. von Berg hat­te die Kreuz­brü­der ins Ber­gi­sche Land geholt, ver­starb aber vor der Grün­dung des Klos­ters. Ver­mut­lich wur­de er auf die Kreuz­brü­der auf­merk­sam, nach­dem Bru­der Johan­nes von Eppa in Paris die Reli­qi­u­en der hei­li­gen Odi­lia, einer Gefähr­tin der Hei­li­gen Ursu­la von Köln auf­ge­fun­den hat­te. Am Anfang leb­ten die Brü­der auf dem Her­ren­hof Stein­haus hoch über der Wup­per und küm­mer­ten sich um die Seel­sor­ge der Hofan­ge­hö­ri­gen und der Rei­sen­den und Pil­ger. Graf Wil­helm von Berg schenk­te ihnen dann 1302 den Bey­en­berg, um dort ein neu­es Klos­ter in grö­ße­rer Abge­schie­den­heit zu bau­en. 1307 erklär­te sich auch Erz­bi­schof Hein­rich von Vir­ne­burg mit der Ver­le­gung des Klos­ters von der beleb­ten Heers- und Han­sa­stra­ße ins Tal der Wup­per ein­ver­stan­den.1


In ihrer Hand hält die Figur ein Kreuz.

Der Orden vom Hei­li­gen Kreuz wur­de 1210 durch den Kano­ni­ker Theo­do­rus de Cel­les in Huy an der Maas gegrün­det und 1248 von Papst Inno­zenz  IV. bestä­tigt. Die Kre­zuz­brü­der leben nach den Regeln des hei­li­gen Augus­ti­nus und wähl­ten als Devi­se “In Cruce Salus” — Im Kreuz ist Heil.2

1485 und 1497 wur­de das Klos­ter und die Kir­che der hei­li­gi­en Maria Mag­da­le­na neu errich­tet. Im Jahr 1481 bezeich­ne­te eine Urkun­de die Brü­der erst­mals als “Kreuz­her­ren”. 1615 brann­ten Kon­vent und Kir­che und der Drei­ßig Jäh­ri­ge Krieg stürz­te das Klos­ter in tie­fe Finanz­not. In den 1690er Jah­ren erhielt die Kir­che dann, nach­dem 1678 das Klos­ter aber­mals nie­der­ge­brannt war, sei­ne Barock­aus­stat­tung. 1804 wur­de das Klos­ter auf­ge­ho­ben und die Klos­ter­kir­che zur Pfarr­kir­che erho­ben.3


In den bron­ze­nen Man­tel des Ordens­grün­der hat die Künst­le­rin Ulle Hees Sze­nen des Klos­ter­le­bens ein­ge­ar­bei­tet. Hier das Kopie­ren von Büchern.

Erst im Mai 1907 wur­de das leer­ste­hen­de und ver­fal­le­ne Klos­ter von Augus­ti­ne­rin­nen in Besitz genom­men und reno­viert. 1948 nahm Pfar­rer Joseph Schul­te Kon­takt zu dem in Deutsch­land in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Kreuz­her­ren­or­den auf, am 28.April 1963 kehr­ten dann die ers­ten Brü­der des Ordens zurück. 1968 ver­lie­ßen die Non­nen das Klos­ter aus Alters­grün­den.4


Ein Mönch küm­mert sich um einen Gläu­bi­gen.

Am Sockel der Figur steht die Inschrift: “Theo­do­rus von Cel­les Fun­da­tor Ordi­nis St. Cru­cis”

Am Sams­tag­abend des 13. Sep­tem­ber 1997 zogen die Kreuz­her­ren vom ers­ten Stand­ort des Klos­ters auf Stein­haus hin­ab zur Kir­che auf der Wup­per­halb­in­sel. Mit dabei war das Ober­bar­men Blas­or­ches­ter, 300 Bey­en­bur­ger Bür­ger und die Reli­qi­u­en der hei­li­gen Odi­lia, die 1964 der Klos­ter­kir­che über­tra­gen wor­den waren. Dort wur­de nach einer kur­zen Andacht und der Seg­nung der über einen Meter hohen Jubi­lä­ums­ker­ze durch Pater Gene­ral Rein Vaan­hold das Kreuz­her­ren-Denk­mal vor der Kir­che ent­hüllt. 5


Die Bron­ze­ta­fel im Pflas­ter vor dem Denk­mal erin­nert an den Anlass der Stif­tung: “700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg 1298–1998”


1998 wur­de auf dem Fried­hof Stein­haus eine wei­te­re Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Kreuz­her­ren auf­ge­stellt, seit 1999 doku­men­tie­ren zwei von ins­ge­samt 23 Ste­len den Ver­lauf des Jakobs­we­ges von Bey­en­burg nach Aachen. Bereits 1986 erhielt der Klos­ter­hof eine Bron­ze­fi­gur der Namens­ge­be­rin des Kir­che, Maria Mag­da­le­na.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Knaben-Mittelschule-Nord

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 22. April 1923 wur­de in der Kna­ben-Mit­tel­schu­le-Nord in Elber­feld (heu­te Real­schu­le Neue Fried­rich­stra­ße) die Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg Gefal­le­nen der Schu­le ein­ge­weiht. Sie fand an jenem Sonn­tag ihren Platz im nörd­li­chen Trep­pen­haus und ent­hielt außer den Namen der gefal­le­nen Schü­ler auch den Namen des ein­zi­gen im Fel­de geblie­be­nen Leh­rers, Rudolf Piel­sti­cker. Zur Ein­wei­hung spra­chen der Bei­ge­ord­ne­te Dr. Gen­sel, Leh­rer Koch und Rek­tor i.R. Köl­ker und Kru­se.
Initi­iert wur­de die Auf­stel­lung der Gedenk­ta­fel von der Ver­ei­ni­gung ehe­ma­li­ger Schü­ler, die im Febru­ar 1923 auch die Ange­hö­ri­gen der Gefal­le­nen in der Pres­se auf­rief, der Ver­ei­ni­gung die Namen der Gefal­le­nen mit­zu­tei­len. Ansprech­par­te­ner war Ernst Mey­er in der Gesund­heits­tr. 97a, der als Maler im Ate­lier des Kunst­ma­ler Carl Salo­mon arbei­te­te und wohl die Tafel als ehe­ma­li­ger Schü­ler der Schu­le schuf. Weder Mate­ri­al und noch Ver­bleib der Gedenk­ta­fel sind bekannt.
Die Kna­ben-Mit­tel­schu­le-Nord betei­lig­te sich mit einem eige­nen Bei­trag an den Kos­ten der Erstel­lung der Gedenk­ta­fel und der Gestal­tung der Fei­er.1

Gestern ist heute nicht vorbei

Letz­te Woche habe ich hier im Blog den Gedenk­stein und Gedenk­baum für die in der Lan­des­frau­en­klink gestor­be­nen Kin­der von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen vor­ge­stellt. Die Geschich­te, die hin­ter der Ent­ste­hung des Gedenk­steins steckt, zeigt anschau­lich, dass die Ver­gan­gen­heit noch lan­ge nicht ver­ges­sen und “vor­bei” ist und Bedeu­tung für die Gegen­wart, ja auch die Zukunft hat. Und sie zeigt, wie die Beschäf­ti­gung mit Altem neue Brü­cken schla­gen kann. Beim Stu­di­um alter Ope­ra­ti­ons­bü­cher der Wup­per­ta­ler Lan­des­frau­en­kli­nik (heu­te St. Anna-Kli­nik) im Archiv des LVR fan­den sich zum eher abs­trak­ten, unper­sön­li­chen Schlag­wort “Zwangs­ar­bei­te­rin­nen” erst­mals Namen und die Anfän­ge, Bruch­stü­cke einer Bio­gra­fie. Dann kam über die ukrai­ni­sche Natio­nal Stif­tung ein Kon­takt zustan­de und man wuss­te, hin­ter wel­chen die­ser Namen sich heu­te noch leben­de Frau­en ver­ber­gen. Eine ers­te Besuchs­grup­pe kam im März 2006 nach Nord­rhein-West­fa­len und nach Wup­per­tal, wo zwei der drei Frau­en ihre Kin­der in der Lan­des­frau­en­kli­nik ent­bun­den hat­ten und die ande­re gebo­ren wor­den war. Aus den Namen und bio­gra­fi­schen Daten wur­den Men­schen aus Fleisch und Blut, mit Stim­me, Blick­kon­takt und leb­haf­ter Erin­ne­rung an die Zeit in Wup­per­tal. Aus dem vagen und abs­trak­ten Begriff Zwangs­ar­bei­te­rin­nen wur­den Per­so­nen und Per­sön­lich­kei­ten mit ihrer eige­nen, anrüh­ren­den Geschich­te, die nicht in Daten, Zah­len und Begrif­fen erstickt, son­dern vol­ler Leben­dig­keit Details, Gedan­ken und Erin­ne­run­gen erzählt.
Bewun­derns­wer­ter Wei­se mach­te der LVR wei­ter und lud wei­te­re Zwangs­ar­bei­te­rin­nen ein und besuch­te sie selbst in ihrer ukrai­ni­schen Hei­mat.  Aus all­dem ent­stand eine (Wander-)Ausstellung, die nun seit dem 4.Dezember dau­er­haft im Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau zu Hau­se ist und aus der nun eine Inter­net­sei­te gewor­den ist, auf der jeder die Geschich­ten der Frau­en, die in Wup­per­tal Müt­ter wur­den, teil­wei­se ihre Kin­der ver­lo­ren und unter äußerst har­ten Bedin­gun­gen arbei­ten muss­ten, nach­le­sen und nach­hö­ren kann: www.riss-durchs-leben-t.lvr.de/
Die Aus­stel­lung wie­der­um weck­te das Inter­es­se von Schü­lern des Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau, die dar­auf­hin die AG Ukrai­ne grün­de­ten. Sie forsch­ten und fan­den eine Part­ner­schu­le in der Ukrai­ne (die Schu­le Nr. 10 in Chmel­nyzkyj), mit der man zusam­men an der Recher­che und Auf­ar­bei­tung der schmerz­li­chen, gemein­sa­men Geschich­te arbei­te­te. In der Part­ner­schafts­ur­kun­de wird erklärt:

Unse­re Zusam­men­ar­beit beab­sich­tigt unse­re Jugend­li­chen auf­grund der
Erkennt­nis­se aus der Geschich­te und Dis­kus­sio­nen  über die Pro­ble­me der
Gegen­wart ein­an­der näher­zu­brin­gen. Mit der Wah­rung der his­to­ri­schen
Erin­ne­run­gen über die kom­pli­zier­ten und wider­sprüch­li­chen Ereig­nis­se der
Ver­gan­gen­heit soll unse­rer Über­zeu­gung nach Frei­heit, Men­schen­wür­de und
gegen­sei­ti­ger Respekt in einer mul­ti­kul­tu­rel­len glo­ba­li­sier­ten Welt
gewähr­leis­tet wer­den.
Hier­mit bekun­den wir unse­re Absich­ten, mit his­to­ri­schen Quel­len und
Zeit­zeu­gen zu arbei­ten sowie die Kul­tu­ren unse­rer Völ­ker ken­nen­zu­ler­nen.
Die Koope­ra­ti­on  zielt auf gegen­sei­ti­ge Besu­che unse­rer Schu­len und the­ma­tisch bedeut­sa­mer  his­to­ri­scher Orte.
Wir hof­fen, dass unse­re Freund­schaft zur Wei­ter­ent­wick­lung unse­rer
Zivil­ge­sell­schaf­ten als einer Gemein­schaft von frei­en Bür­gern in Euro­pa
bei­tra­gen wird.”

Im Novem­ber 2012 reis­ten die Schü­ler zum drit­ten Mal in die Ukrai­ne und forsch­ten dies­mal dort an 105 Feld­post­brie­fen deut­scher Sol­da­ten, die in einem zer­stör­ten Post­amt zurück­ge­blie­ben waren und seit­dem unge­öff­net in einem ukrai­ni­schen Gebiets­ar­chiv ruh­ten. Dabei haben die Schü­le­rIn­nen bewun­derns­wert prä­zi­se, ein­fühl­sam und mit viel Enga­ge­ment Geschich­te erar­bei­tet und prä­sen­tie­ren die Ergeb­nis­se eben­falls online: Ges­tern ist heu­te nicht vor­bei
Doch auch damit ist es nicht vor­bei. Mit ihrer Arbeit haben die Schü­le­rIn­nen und der LVR in der Ukrai­ne viel Auf­merk­sam­keit für ein ver­dräng­tes, fast ver­ges­se­nes The­ma geweckt und mit gro­ßem Echo hat man in den ukrai­ni­schen Medi­en auf die Arbeit der Schü­le­rIn­nen reagiert. Denn in der Ukrai­ne wur­den die zurück­keh­ren­den Zwangs­ar­bei­ter oft kei­nes­wegs wie ent­führ­te und geschun­de­ne Mit­bür­ger behan­delt, son­dern wie Kol­la­bo­ra­teu­re mit dem Feind der Sowjet­uni­on.
Hier und dort wer­den wei­ter Fra­gen gestellt und zusam­men Ant­wor­ten gesucht. Denn Ges­tern ist heu­te noch nicht vor­bei. Mor­gen viel­leicht.

Gedenktafel zur Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung und Bibliothekssäuberung

Am 23. April des Jah­res 2004, dem “UNESCO Welt­tag des Buches”, wur­de von Bür­ger­meis­ter Peter Jung — in Ver­tre­tung des Ober­bür­ger­meis­ters Dr. Kre­men­dahl1 — und Kul­tur­de­zer­nen­tin Mar­lis Dre­ver­mann2 an der Zen­tral­bi­blio­thek in der Kol­ping­stra­ße eine Gedenk­ta­fel (“Denk-Zei­chen”) zur Erin­ne­rung an die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Bücher­ver­bren­nung und “Säu­be­rung” der Biblio­the­ken ent­hüllt. Anwe­send war als Ver­tre­ter der jüdi­schen Gemein­de auch Rab­bi­ner Bar­ruch Rabi­no­witz.3 Vor­her hat­te die Schau­spie­le­rin Judith Gen­s­ke in einer lite­ra­ri­schen Lesung unter ande­rem Tex­te von Hein­rich und Tho­mas Mann, Kurt Tuchol­sky, Irm­gard Keun, Else Las­ker-Schü­ler und Armin T. Weg­ner vor­ge­tra­gen.4 Zur Ent­hül­lung erklär­te Bür­ger­meis­ter Peter Jung, Ver­nich­tung von Lite­ra­tur sei das Schlimms­te, was einer Gesell­schaft pas­sie­ren kön­ne. Die Besu­cher der Zen­tral­bi­blio­thek soll­ten dar­an erin­nert wer­den, dass sie die Frei­heit besä­ßen, an die­sem Ort aus­zu­lei­hen, was immer sie woll­ten.5


Die Gedenk­ta­fel

Unter zwei zeit­ge­nös­si­schen Bil­dern, die die Bücher­ver­bren­nung auf dem Brau­sen­wert­her Platz in Elber­feld und dem Rat­haus­platz in Bar­men, sowie einen Biblio­the­kar bei der “Säu­be­rung” der Buch­be­stan­des zei­gen, erklärt die schlich­te Tafel:

“Am 1.April insze­nier­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten auf dem Rat­haus­vor­platz in Bar­men und am Döp­pers­berg in Elber­feld öffent­li­che Bücher­ver­bren­nun­gen, die von Leh­rern und Schü­lern der Wup­per­ta­ler Ober­schu­len orga­ni­siert und durch­ge­führt wur­den. Die Stadt­bi­blio­thek Wup­per­tal war ab Früh­jahr 1933 mehr­mals Schau­platz natio­nal­so­zia­lis­ti­scher “Säu­be­rungs­ak­tio­nen”. Damit soll­te die soge­nann­te “undeut­sche” Lite­ra­tur aus den Büche­rei­be­stän­den “aus­ge­merzt” wer­den. Anfang 1936 wur­den bei einer sol­chen Akti­on mit Hil­fe von “Schwar­zen Lis­ten” mehr als 26.000 Bücher aus­ge­son­dert.
Der ideo­lo­gi­sche Hass und die Ver­bo­te rich­te­ten sich grund­sätz­lich gegen Auto­ren jüdi­scher Her­kunft sowie gegen alle Schrift­stel­ler, deren Wer­ke die Ide­en der Moder­ne ver­kör­per­ten und die pazi­fis­tisch oder poli­tisch links ori­en­tiert waren. Zu den ver­folg­ten Intel­lek­tu­el­len gehör­ten u.a. Ber­tolt Brecht, Alfred Döblin, Sig­mund Freud, Erich Käst­ner, Irm­gard Keun, Hein­rich und Tho­mas Mann, Erich Maria Remar­que, Anna Sag­hers, Kurt Tuchol­sky und die Wup­per­ta­ler Auto­ren Else Las­ker-Schü­ler und Armin T. Weg­ner.
Die Bücher­ver­bren­nun­gen und Biblio­theks­säu­be­run­gen der Natio­nal­so­zia­lis­ten ziel­ten auf die Zer­stö­rung einer an Huma­ni­tät und Auf­klä­rung ori­en­tier­ten deut­schen und euro­päi­schen Kul­tur. In ihrer Fol­ge wur­den zahl­rei­che Schrift­stel­ler, Künst­ler, Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten geäch­tet, zur Emi­gra­ti­on gezwun­gen, ermor­det oder in den Selbst­mord getrie­ben”
Die Stadt Wup­per­tal, im April 2004”

Bereits 1998 hat­te die Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft einen Antrag an den Stadt­rat gestellt, auf dem Rat­haus­vor­platz in Bar­men eine Licht­in­stal­la­ti­on des Münch­ner Künst­lers Wolf­ram Kast­ner auf­zu­stel­len, um so an die Bücher­ver­bren­nung zu erin­nern. Eine Mehr­heit konn­te man damit nicht für sich gewin­nen.6 Am 12.Mai 2003 griff die PDS-Rats­frak­ti­on das The­ma erneut auf und stell­te den Antrag, am Rat­haus­vor­platz eine Gedenk­ta­fel anzu­brin­gen.7 Die FDP-Rats­frak­ti­on bean­trag­te am 9.Juli 2003 die Erstel­lung des Mahn­mals, wel­ches die Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft 1998 vor­ge­schla­gen hat­te. Es wird im Antrag so beschrie­ben:


 “Wir möch­ten den Vor­schlag der Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft e.V. auf­neh­men und bean­tra­gen, den Text “Wo man Bücher ver­brennt, ver­brennt man auch Men­schen” (Hein­rich Hei­ne) mit­ten in einem schwar­zen Brand­fleck auf eine bruch­fes­te Glas­plat­te vor dem Rat­haus zu pla­zie­ren. Die Glas­plat­te soll von unten bei Dun­kel­heit beleuch­tet wer­den, damit die Schrift im schwar­zen Fleck noch bes­ser sicht­bar ist.“8

Am 24. Sep­tem­ber 2003 beschloss dann der Kul­tur­aus­schuss einen Ver­wal­tungs­vor­schlag zur Auf­stel­lung einer Tafel an der Zen­tral­bi­blio­thek und lehn­te die Anträ­ge von PDS und FDP ab. Am 13.Oktober 2003 dürf­te der Rat der Stadt Wup­per­tal der Emp­feh­lung von Kul­tur- und Haupt­aus­schuss gefolgt sein.9