Armin-T.-Wegner-Büste

Zum 120. Geburts­tag des in Wup­per­tal gebo­re­nen Dich­ters und Kämp­fer gegen Unter­drü­ckung, Armin T. Weg­ner, stif­te­te die Armin-T.-Wegner Socie­ty of USA eine Büs­te ihres Namens­ge­bers. Sie wur­de am 16. Okto­ber 2006 in Anwe­sen­heit sei­nes Soh­nes Miche­le im Gym­na­si­um an der Bay­reu­ther Stra­ße auf­ge­stellt. 1 und mit einem Fest­akt ein­ge­weiht. Vor­aus­ge­gan­gen war die Annah­me der Schen­kung durch den Rat der Stadt Wup­per­tal am 11. Sep­tem­ber 2006.2Geschaf­fen wur­de die Büs­te von der in Los Ange­les leben­den arme­ni­schen Bild­haue­rin Ali­ce Meli­ki­an. Bevor Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung die Büs­te ent­hüll­te, hielt Prof. Klaus- Micha­el Bog­dal aus Bie­le­feld einen Vor­trag mit dem Titel “Maschi­nen im Mär­chen­land — Armin T.Wegner und der Ori­ent nach der Ent­de­ckung des Öls”, außer­dem wur­den die Ver­to­nun­gen von Wer­ken Weg­ners aus dem inter­na­tio­na­len Armin T. Weg­ner-Musik- und Ver­stän­di­gungs­pro­jekt „Pic­tu­re of a voice (2003 – 2007) urauf­ge­führt.3


Die Armin T. Weg­ner-Büs­te der arme­ni­schen Bild­haue­rin Ali­ce Meli­ki­an.

Neben der Büs­te erklärt eine klei­ne Tafel aus Glas:

Armin T. Weg­ner
geb 16.10.1886 in Elber­feld    gest. 17.05.1978 in Rom

Schrift­stel­ler und Pazi­fist

Weg­ner brach­te als Augen­zeu­ge den Völ­ker­mord an
den Arme­ni­ern ins Bewusst­sein der Öffent­lich­keit.

Die Gedenk­stät­te Yad Vashem ehrt ihn mit dem Titel
“Gerech­ter der Völ­ker”


Armin T. Weg­ner wur­de am 16.Oktober 1886 als Sohn eines Eisen­bahn­be­am­ten in der dama­li­gen Gus­tav­stra­ße gebo­ren. Seit 1986 exis­tiert am Haus Nr. 11 in der Stra­ße, die seit 1935 den Namen Von-der-Tann-Stra­ße trägt, eine Gedenk­ta­fel. Weg­ner blieb nicht lan­ge in sei­ner Geburts­stadt, nach drei Jah­ren wur­de sein Vater nach Ber­lin ver­setzt. Spä­ter ging er in Bres­lau zur Schu­le,
wäh­rend die­ser Zeit erschie­nen auch sei­ne ers­ten Gedich­te im Pri­vat­druck. 1909 folg­te dann der Gedicht­band “Zwi­schen zwei Städ­ten”. 1914 schloss er sein Jura­stu­di­um nach Sta­tio­nen in Bres­lau, Zürich und Ber­lin mit einer Dis­ser­ta­ti­on über den Streik im Straf­recht ab. Nach Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs nahm er als kriegs­frei­wil­li­ger Kran­ken­pfle­ger am Win­ter­feld­zug in Polen und bis Herbst 1915 am Feld­zug in der Tür­kei teil, wo er Zeu­ge des Völ­ker­mords an den Arme­ni­ern wur­de. Die­ses Erleb­nis ver­ar­bei­te­te er in sei­nen expres­sio­nis­ti­schen Gedich­ten, Erzäh­lun­gen und Rei­se­be­rich­ten und mach­te ihn zu einem Kämp­fer gegen jedes Unrecht. 1919 berich­te­te er in einem offe­nen Brief an den US-Prä­si­den­ten Woo­d­row Wil­son von sei­nen Erleb­nis­sen und der Not der Arme­ni­er. In Reden und Auf­ru­fen ver­ur­teil­te er Unter­drü­ckung und Krieg. So war es für ihn selbst­ver­ständ­lich, 1933 ein Pro­test­schrei­ben gegen die Juden­ver­fol­gung an Adolf Hit­ler zu rich­ten. Als Kon­se­quenz wur­de er im August 1933 ver­haf­tet und gefol­tert, sei­ne Bücher ver­bo­ten und ver­brannt. Nach sei­ner Frei­las­sung im Dezem­ber des Jah­res emi­grier­te er und leb­te ab 1936 in Posi­ta­no in Ita­li­en. Er erklär­te, “nie mehr die Hän­de die­ses Vol­kes zu berüh­ren, die mei­nen jüdi­schen Brü­dern und mir so Unaus­denk­ba­res ange­tan haben.”

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg galt Weg­ner zunächst als ver­schol­len. Im  Novem­ber 1948 las er bei einem deut­schen Auto­ren­tref­fen in Zürich erst­mals wie­der aus sei­nen Wer­ken. 1956 erhielt er in Nea­pel das Bun­des­ver­dienst­kreuz I. Klas­se, 1962 den Edu­ard von der Heydt-Preis der Stadt Wup­per­tal. 1968 wur­de er vom Staat Isra­el zu einem Gerech­ten unter den Völ­kern ernannt. Am 17. Mai 1978 starb er in Rom.4
Seit 2002 gibt es in Wup­per­tal die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft, 2003 wur­de in Los Ange­les die Armin-T.-Wegner-Society of USA gegrün­det.


Figurenschmuck am Haupteingang der Stadtbibliothek

Die Figu­ren über dem alten Por­tal der Stadt­bü­che­rei.

Am 3. Febru­ar 1929 wur­de das neue Gebäu­de der Elber­fel­der Stadt­bü­che­rei — die heu­ti­ge Zen­tral­bi­blio­thek — in der Kol­ping­stra­ße ein­ge­weiht. Aus die­sem Anlass ver­öf­fent­lich­te der Lei­ter der Ein­rich­tung, Dr. Wolf­gang van der Brie­fe, eine Fest­schrift, in der Stadt­bau­rat Koch die Bau­ge­schich­te des Gebäu­des beschreibt. Der plas­ti­sche Schmuck, der vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Leo­pold Fleisch­ha­cker geschaf­fen wur­de, wird von Koch wie folgt beschrie­ben:


Eine der bei­den Figu­ren.

Rei­che­re Aus­bil­dung erfuhr der Haupt­ein­gang in der Kasi­no­gar­ten­stra­ße [heu­te Kol­ping­stra­ße, Anm.] mit bild­ne­ri­schem Schmuck in Gestalt zwei­er Figu­ren, die die geis­ti­gen Pole einer Büche­rei sym­bo­lisch umschrei­ben und Dich­tung und Wis­sen dar­stel­len. In den schräg­ge­stell­ten Tür­lei­bun­gen befin­den sich acht ver­schie­de­ne Reli­efs mit humor­vol­len Sinn­bil­dern, die mit Bei­spie­len aus der Tier­welt mensch­li­che Züge und Schwä­chen der Her­ren Gelehr­ten und Lite­ra­ten ver­spot­ten. Glau­ben wir nicht hie und da sogar Bekann­te in den Tier­sym­bo­len zu erbli­cken: Da sitzt auf ein­sa­men Horst der Adler als Phi­lo­soph, erha­ben über Erde und Mensch­heit; und dort spreizt sich selbst­be­wußt und Eitel der Pfau; der Fuchs, der lis­ti­ge Stre­ber, dem die Trau­ben aber zu hoch hän­gen, ist uns auch eben­so­we­nig unbe­kannt wie der auf­ge­bla­se­ne Frosch, der noch dazu gern alles aus aus der Sumpf­per­spek­ti­ve beur­teilt. Auch der Affe fehlt nicht, der erst im Spie­gel sein unschö­nes Eigen­bild erken­nen muß, und der nasch­haf­te Bär, der den flei­ßi­gen Bie­nen den Honig stiehlt. Dort tum­melt sich gar ein jun­ger Esel und kommt in sei­nem Über­mut fast zu Fall, und da läßt es sich der Hams­ter wohl sein bei gutem Korn, das er nicht gesät, aber emsig ein­ge­heimst hat.”


Die ande­re Figur.

Der Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Erich Cleff fer­tig­te außer­dem die Kapi­tal­for­men der Pilas­ter und die Medal­li­ons zwi­schen den Fens­tern der Haupt­ge­schos­se.1


Die Reli­efs der rech­ten Por­tal­sei­te.

Die Reli­efs an der lin­ken Por­tal­sei­te.

Posi­ti­on des Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Armin-T.-Wegner-Gedenktafel

Am 16. Okto­ber 1886 wur­de in Elber­feld in der Woh­nung eines weni­ge Mona­te in der Stadt leben­den preu­ßi­schen Eisen­bahn­bau­rats ein Sohn gebo­ren. Man gab ihm den Namen Armin Theo­phil Weg­ner. Die Woh­nung befand sich in einem Haus in der dama­li­gen Gus­tav­stra­ße. 100 Jah­re spä­ter, 1986, wur­de an die­sem Haus in der heu­ti­gen Von-der-Tann-Stra­ße 10 eine Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Geburt des Dich­ters ange­bracht. Um 18 Uhr ent­hüll­te Bür­ger­meis­te­rin Irm­gard Woh­lert in Anwe­sen­heit von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen Weg­ners die 25x60cm gro­ße Bron­ze­ta­fel, die in der Glo­cken- und Knust­gie­ße­rei Petit & Gebr. Edel­b­rock gegos­sen wor­den war.


Die Gedenk­ta­fel für Armin T. Weg­ner am Haus Von-der-Tann-Stra­ße 10.

Die Inschrift lau­tet:

“Geburts­haus von Armin T. Weg­ner
Geb. 16.10.1886 in Elber­feld, Gest. 17.05.1978 in Rom,
Edu­ard von der Heydt-Preis­trä­ger 1962
Dich­ter und uner­schro­cke­ner Kämp­fer
gegen das Unrecht.”
Am sel­ben Abend wur­de der Platz  am City-Cen­ter in der Elber­fel­der Innen­stadt in Armin-T.-Wegner-Platz umbe­nannt und um 19.30 Uhr eröff­ne­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus in der Stadt­bi­blio­thek eine Aus­stel­lung zu Leben und Werk Weg­ners. Die Fest­re­de zu die­sem Anlass hielt der­sel­be Mann, der im Mai 1962 die Lau­da­tio auf Trä­ger des Edu­ard von der Heydt-Prei­ses gehal­ten hat­te, Dr. Hans Ben­der. 2008 wur­de im Gym­na­si­um Bay­reu­ther Stra­ße ein Büs­te Weg­ners auf­ge­stellt.

Armin T. Weg­ner blieb nicht lan­ge in sei­ner Geburts­stadt, nach drei Jah­ren wur­de sein Vater nach Ber­lin ver­setzt. Spä­ter ging er in Bres­lau zur Schu­le, wäh­rend die­ser Zeit erschie­nen auch sei­ne ers­ten Gedich­te im Pri­vat­druck. 1909 folg­te dann der Gedicht­band “Zwi­schen zwei Städ­ten”. 1914 schloss er sein Jura­stu­di­um nach Sta­tio­nen in Bres­lau, Zürich und Ber­lin mit einer Dis­ser­ta­ti­on über den Streik im Straf­recht ab. Nach Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs nahm er als kriegs­frei­wil­li­ger Kran­ken­pfle­ger am Win­ter­feld­zug in Polen und bis Herbst 1915 am Feld­zug in der Tür­kei teil, wo er Zeu­ge des Völ­ker­mords an den Arme­ni­ern wur­de. Die­ses Erleb­nis ver­ar­bei­te­te er in sei­nen expres­sio­nis­ti­schen Gedich­ten, Erzäh­lun­gen und Rei­se­be­rich­ten und mach­te ihn zu einem Kämp­fer gegen jedes Unrecht. 1919 berich­te­te er in einem offe­nen Brief an den US-Prä­si­den­ten Woo­d­row Wil­son von sei­nen Erleb­nis­sen und der Not der Arme­ni­er. In Reden und Auf­ru­fen ver­ur­teil­te er Unter­drü­ckung und Krieg. So war es für ihn selbst­ver­ständ­lich, 1933 ein Pro­test­schrei­ben gegen die Juden­ver­fol­gung an Adolf Hit­ler zu rich­ten. Als Kon­se­quenz wur­de er im August 1933 ver­haf­tet und gefol­tert, sei­ne Bücher ver­bo­ten und ver­brannt. Nach sei­ner Frei­las­sung im Dezem­ber des Jah­res emi­grier­te er und leb­te ab 1936 in Posi­ta­no in Ita­li­en. Er erklär­te, “nie mehr die Hän­de die­ses Vol­kes zu berüh­ren, die mei­nen jüdi­schen Brü­dern und mir so Unaus­denk­ba­res ange­tan haben.”

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg galt Weg­ner zunächst als ver­schol­len. Im Novem­ber 1948 las er bei einem deut­schen Auto­ren­tref­fen in Zürich erst­mals wie­der aus sei­nen Wer­ken. 1956 erhielt er in Nea­pel das Bun­des­ver­dienst­kreuz I. Klas­se, 1962 den Edu­ard von der Heydt-Preis der Stadt Wup­per­tal. 1968 wur­de er vom Staat Isra­el zu einem Gerech­ten unter den Völ­kern ernannt. Am 17. Mai 1978 starb er in Rom.1


Seit 2002 gibt es in Wup­per­tal die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft, 2003 wur­de in Los Ange­les die Armin-T.-Wegner-Society of USA gegrün­det. Letz­te­re stif­te­te zum 12, Geburts­tag Weg­ners eine Büs­te, die im Gym­na­si­um Bay­reu­ther Stra­ße auf­ge­stellt wur­de.


Ruhende Hirsche am Klinikum Barmen

Ein Hirsch am Kli­ni­kum bar­men

1928 schuf der Bild­hau­er Rein­hold Kue­bart im Auf­trag von Johann Cas­par Engels zwei lebens­gro­ße ruhen­de Hir­sche, die bei Hein­ze u. Barth in Ber­lin gegos­sen wur­den. Sie wur­den auf den Tor­pfei­lern am Ein­gang des Engels bewohn­ten “Haus Bruch” in der Richard-Wag­ner-Stra­ße 27 auf­ge­stellt, das vom Bru­der des Bild­hau­ers, Carl Kue­bart umge­baut wor­den war. 1930 emi­grier­te Engels in die Schweiz und starb 1932 in Zürich. 1936 über­nahm das Haus der Deut­sche Juris­ten­bund, 1940/41 die NSDAP. 1943 wur­de es beim Luft­an­griff auf Bar­men zer­stört. Irgend­wann nach dem Zwei­ten Welt­krieg kamen die Hir­sche auf die Rasen­flä­che im Kli­ni­kum Bar­men.1


Hirsch #1

Hirsch #2

Kue­bart schuf 1930 für Johann Cas­par Engels auch das Bron­ze­re­li­ef “Jesus heilt ein miß­han­del­tes Tier”

Gedenktafel zur Erinnerung an die Geschichte des Alten Markts

Am 13. Sep­tem­ber 2002 wur­de der Alte Markt in Bar­men nach sei­ner Umwand­lung von einem zen­tra­len Bus­bahn­hof in einen auto­frei­en Platz ein­ge­weiht. Die Kos­ten für den Umbau betru­gen 360.000 DM 1, die mit Hil­fe des Lan­des auf­ge­bracht wur­den. Seit­dem fin­det sich im neu­en Pflas­ter eine klei­ne Tafel, die an die Geschich­te des Ortes erin­nert:


Die Gedenk­ta­fel

Der Text der Metall­ta­fel lau­tet:

Alter Markt
Hier wur­de 1579 die ers­te Bar­mer Schu­le gegrün­det
Die Ent­wick­lung die­ses Plat­zes zu
einem zen­tra­len Stadt­platz begann im Jah­re 1706.
1722 wur­de hier der Grund­stein für die ers­te
katho­li­sche Kir­che Bar­mens gelegt, 1728 folg­te der
Bau­be­ginn für ein Rat­haus samt Gefäng­nis.
1874 hielt erst­mals die Pfer­de­bahn am “Alten­markt”,
ab 1895 die elek­tri­sche Stra­ßen­bahn und seit 1903
auch die Schwe­be­bahn.
Die his­to­ri­sche Bebau­ung fiel 1943 dem Krieg zum Opfer.
Seit 1963 ist hier der Ein­gang zu ers­ten
Fuß­gän­ger­zo­ne Deutsch­lands, dem Bar­mer Werth.
2002 wur­de der Alte Markt umge­stal­tet
und am 13.September 2002 als auto­frei­er Stadt­platz
für Wup­per­tal und sei­ner Gäs­te eröff­net.”


Fol­gen­de Bil­der illus­trie­ren die Ver­än­de­rung des Alten Markts:
Blick in Rich­tung Alter Markt und Gemar­ker Kir­che, vor 1900. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/2

Häu­ser und Glei­se am Alten Markt, vor 1900. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/4

Schwe­be­bahn­sta­ti­on Rat­haus­brü­cke, Stra­ßen­bahn und im Hin­ter­grund der Alten Markt. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Ansichts­kar­te des Alten Markts um 1909. Im Hin­ter­grund rechts die Schwe­be­bahn­sta­ti­on Rat­haus­brü­cke. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/57

Blick vom Alten Markt in Rich­tung Rat­haus­brü­cke, ca. 1930. Die Bron­ze­so­ckel der drei Licht­mas­ten, von denen einer hier zuse­hen ist, ste­hen heu­te an ande­ren Orten. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

Blick von der Schwe­be­bahn­sta­ti­on auf den Ver­kehrs­kno­ten Alter Markt, 1959. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

Eine Post­kar­te aus den 1950er Jah­ren. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

1954. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

1963. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

Der Alte Markt kurz vor dem Umbau 1963, bei dem die Ver­kehr­in­sel und die Stra­ßen­bahn­glei­se ent­fernt wur­den. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung

Der Bus­bahn­hof auf dem Alten Markt am 10.Mai 1980. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

2003 wur­de der Platz noch mit einem Zelt­dach ver­se­hen. Das Bild stammt vom 30. Sep­tem­ber 2011.

Die Bronzesockel der Lichtmasten am Alten Markt

Der Alte Markt auf einer Post­kar­te. Im Hin­ter­grund die Schwe­be­bahn, im Vor­der­grund einer der Licht­mas­ten mit den heu­te noch exis­tie­ren­den Bron­ze­so­ckeln. Die Auf­nah­me ent­stand um das Jahr 1930. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

1927 wur­de auf dem Alten Markt in Bar­men die Ver­kehrs­in­sel ver­grö­ßert und dabei umge­stal­tet. Dabei stell­te man drei gro­ße, vier­ar­mi­ge Licht­mas­ten auf, deren auf­wen­di­gen Bron­ze­so­ckel vom aus Elber­feld stam­men­den Bild­hau­er Paul Wyn­and gestal­tet wur­den. Im “Drit­ten Reich” dien­ten sie auch als Flag­gen­mas­ten.


Der Alte Markt im Jahr 1963. Vor der Ver­kehrs­in­sel ist einer der Licht­mas­ten zu sehen. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

Die Luft­an­grif­fe des Zwei­ten Welt­kriegs über­stan­den die Licht­mas­ten auf wun­der­sa­me Wei­se unbe­scha­det. 1963 wur­de der Alte Markt erneut umge­stal­tet. Die Stra­ßen­bah­nen ver­schwan­den aus die­sem Bereich und wur­den auf die neue B7 ver­legt, die gro­ße Kreu­zung und der neue Schwe­be­bahn­hof ent­stan­den. Die Linie nach Hatz­feld wur­de ein­ge­stellt. Die Ver­kehrs­in­sel (der “Pud­ding”) ver­schwand. Die Bron­ze­so­ckeln der Licht­mas­ten ver­wen­de­te man für drei neue Kan­de­la­ber mit gedrun­ge­nem Auf­bau, die auf dem Rat­haus­platz in Bar­men (zwei) und in der Elber­fel­der Fuß­gän­ger­zo­ne (einer) auf­ge­stellt wur­den. 1969 wur­de der ers­ten Kan­de­la­ber am heu­ti­gen Johan­nes-Rau-Platz auf­ge­stellt, 1971 wur­de die drit­te zum Abschluss des Umbaus des von-der-Heydt-Plat­zes in Elber­feld dort plat­ziert.1


Einer der bei­den Kan­de­la­ber am Johan­nes Rau Platz.

Den Abschluss der Sockel bil­den Tier­ge­stal­ten, hier ein Löwe, wäh­rend am Fuß des Sockels…

…Dar­stel­lun­gen von sit­zen­den Men­schen zu fin­den sind.

Der Kan­de­la­ber an der Ecke Herzogstr./Erholungstr.

Sit­zen­der Mann.

Gehörn­tes Getier

Posi­ti­on des Kan­de­la­bers in Elber­feld


Posi­ti­on des Kan­de­la­bers in Bar­men


Gedenktafel zur Erinnerung an die Arbeit der Borromäerinnen im Petrus-Krankenhaus

Anfang Okto­ber 2002 wur­de im Ein­gangs­be­reich des Petrus-Kran­ken­hau­ses in Bar­men eine Gedenk­ta­fel aus Glas ange­bracht, die an das Wir­ken der Schwes­tern des Ordens “Barm­her­zi­ge Schwes­tern vom hl. Karl Bor­ro­mä­us” (SMCB), oft Bor­ro­mäe­rin­nen genannt, erin­nern soll. Anlass war das 350jährige Bestehen des Ordens, deren Mit­glie­der zu dem Zeit­punkt 146 Jah­re im Kran­ken­haus tätig waren. Die Gedenk­ta­fel, die vom Geschäfts­füh­rer der Kli­ni­ken St. Anto­ni­us, Micha­el Kauf­mann, und der Gene­ral­obe­rin des Trie­rer Mut­ter­hau­es, Schwes­ter Eli­sa­beth, ein­ge­weiht wur­de, erklärt:1


Die Gedenk­ta­fel

1652 — 2002

350 Jah­re Borr­mäe­rin­nen

Die Kon­grea­ti­on der Barm­her­zi­gen Schwes­tern vom Hl. Karl Bor­ro­mä­us zu Trier ist / her­vor­ge­gan­gen aus einer Wohl­fahrts­stif­tung des Emma­nu­el Chau­ven­el, des Herrn von / Xou­dail­les. Er errich­te­te am 18.Juni 1652 in Nan­cy eine soge­nann­te Cha­rité, um den / letz­ten Wil­len sei­nes ver­stor­be­nen Soh­nes Josef zu erfüllen./Der Stif­ter stell­te sei­ne Grün­dung unter den Schutz der Hei­li­gen Fami­lie — Jesus, Maria / und Josef — und gab ihren Mit­glie­dern den Namen “Schwes­tern von der Hei­li­gen / Fami­lie”. Nach einem ihnen zuge­wie­se­nen Haus “St. Charles”, das also den Namen des / Hl. Karl Bor­ro­mä­us trug, wur­den sie vom Volk und spä­ter in ganz Deutsch­land / Bor­ro­mäe­rin­nen genannt.

Seit fast 150 Jah­ren wir­ken Bor­ro­mäe­rin­nen in Wup­per­tal. 1856 erbat sich Dechant / Peter Meis­loch, Pfar­rer der Kir­chen­ge­mein­de St. Anto­ni­us, vom Mut­ter­haus in Trier / Schwes­tern für das Mari­en­hos­pi­tal in Bar­men, aus dem sich spä­ter das Petrus- / Kran­ken­haus ent­wi­ckel­te. So über­nah­men am 23.April 1856 die ers­ten Bor­ro­mäe­rin­nen / die Pfle­ge und Betreu­ung von Kran­ken und Wai­sen­kin­dern.

Die Namen der ers­ten Schwes­tern waren Phi­lo­me­ne, Anast­ha­sia und Ludo­wi­ne. Sie / stan­den am Anfang einer Tra­di­ti­on, die prä­gend für das Selbst­ver­ständ­nis des Petrus- / Kran­ken­hau­ses gewe­sen ist und bis in die Gegen­wart hin­ein fort­wirkt. Bor­ro­mäe­rin­nen / leis­ten hier und in wei­te­ren Häu­sern der Kli­ni­ken St. Anto­ni­us ihren Dienst am Nächs­ten. /

Wup­per­tal-Bar­men, im Okto­ber 2002”


Das Petrus-Kran­ken­haus ist eine Ein­rich­tung des Kli­nik­ver­bun­des St. Anto­ni­us und St. Josef, einer Gesell­schaft der Stif­tung der Cel­li­tin­nen.
Am 28. Juni 2015 wur­de die Arbeit der Bor­ro­mäe­rin­nen in Wup­per­tal been­det, da kein Nach­wuchs mehr zur Ver­fü­gung steht. Die letz­ten fünf Schwes­tern keh­ren in das Mut­ter­haus in Trier zurück.2

Albert-Leo-Schlageter-Denkmal

Am 31. Juli 1927 wur­de im Süden Elber­felds an der Stra­ße Am Sand­holz das ers­te Schla­ge­ter-Denk­mal Deutsch­lands ein­ge­weiht. Ange­sto­ßen hat­te die Errich­tung die Arbeits­ge­mein­schaft für die Vater­län­di­sche Bewe­gung Elber­feld, deren Vor­sit­zen­der der Direk­tor der Ober­re­al­schu­le Süd, Prof. Dr. Hüb­ler, war. 19.000 RM waren aus der Bevöl­ke­rung des Wup­per­tals und der umlie­gen­den Gemein­den zusam­men gekom­men, um das Denk­mal zu ermög­li­chen. Bereits 1925 hat­te der Elber­fel­der Bild­hau­er Ewald Schmahl eine Bron­ze­pla­ket­te ent­wor­fen und bei Knodt in Franktfurt/Main gie­ßen las­sen. Am 17. Okto­ber 1926 kam es zur Grund­stein­le­gung an einem neu­erschlos­se­nen Bau­ge­län­de an der Stra­ße Am Wal­de, die 1933 in Schla­ge­ter­stra­ße und 1938 in Am Sand­holz umbe­nannt wur­de. Die Errich­tung des Denk­mals hat­te sich hin­ge­zo­gen, da die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung den Stif­tern lan­ge kein Grund­stück zur Ver­fü­gung stel­len woll­te, und das lag an der Per­son Albert Leo Schla­ge­ter.


Abbil­dung des Schla­ge­ter-Denk­mals am Sand­holz. Ent­nom­men aus: Ber­gisch-Mär­ki­sche-Zei­tung vom 25. Mai 1933.

Albert Leo Schla­ge­ter wur­de am 12. August 1894 in Schö­nau in Baden gebo­ren. Nach dem durch den Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs ange­setz­ten Not­ab­itur im Jahr 1914 mel­de­te er sich als Kriegs­frei­wil­li­ger und trat im Dezem­ber 1914 in das 5.Badische Feld­ar­til­le­rie-Regi­ment 76 ein. Ein ursprüng­lich geplan­tes Stu­di­um der katho­li­schen Theo­lo­gie trat er nicht an. 1916 wur­de er zum Offi­zier beför­dert, 1918 mit dem Eiser­nen Kreuz I.Klasse aus­ge­zeich­net. Kurz nach der Auf­nah­me eines Stu­di­ums der Natio­nal­öko­no­mie in Frei­burg schloss sich Schla­ge­ter 1919 einem Frei­korps an und kämpf­te im Bal­ti­kum und in Ober­schle­si­en. 1921 ging er nach Ber­lin und grün­de­te eine Im- und Export GmbH. Wäh­rend der Ruhr­be­set­zung 1923 wur­de er wie­der Mit­glied des Frei­korps “Orga­ni­sa­ti­on Heinz” und führ­te auch aus dem Wup­per­tal her­aus, wo Frei­korps­füh­rer Hau­en­stein sich auf­hielt, Sabo­ta­ge­ak­te auf Ver­kehrs­ver­bin­dung im Ruhr­ge­biet aus. Bei einer Akti­on wur­de er von den fran­zö­si­schen Besat­zern fest­ge­nom­men, vor ein fran­zö­si­sches Mili­tär­ge­richt gestellt und am 26. Mai 1923 in der Golz­hei­mer Hei­de bei Düs­sel­dorf stand­recht­lich erschos­sen. Am 8. Juni 1923 fand in der Elber­fel­der Stadt­hal­le eine öffent­li­che Trau­er­fei­er unter gro­ßer Betei­li­gung der Bevöl­ke­rung statt, bei der der Sarg mit dem Leich­nam Schla­ge­ters auf­ge­bahrt wur­de, der nach der ers­ten Beer­di­gung auf dem Düs­sel­dor­fer Nord­fried­hof nun in sei­ne Hei­mat über­führt wur­de.


Ers­te Über­le­gun­gen zur Auf­stel­lung des Denk­mals wur­den 1925 von der Stadt­ver­wal­tung und dem Regie­rungs­prä­si­den­ten auf Grund der “künst­le­ri­schen Anschau­un­gen” abge­lehnt. Im Febru­ar und März 1926 wur­de dann in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung und im Haupt­aus­schuss über die Errich­tung des Denk­mals debat­tiert. Wäh­rend die Abge­ord­ne­ten der deutsch­na­tio­na­len und deutsch­völ­ki­schen Par­tei die Errich­tung unter­stütz­ten, da Schla­ge­ter eine “lich­te Hel­den­ge­stalt”, ein “Vor­bild edels­ter deut­scher Jugend” und “treu bis zum letz­ten Atem­zug” gewe­sen sei, lehn­ten die ande­ren Par­tei­en ein Denk­mal eher ab. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten hiel­ten Schla­ge­ter für einen Aben­teu­rer, des­sen Mut sie aner­kann­ten, der aber mit sei­nen Sabo­ta­ge­ak­ten dazu bei­ge­tra­gen habe, das Leid und die Not der deut­schen Bevöl­ke­rung durch die Beset­zung zu ver­grö­ßern. Ihn habe der Wunsch nach Gewalt und Hass bewegt und nicht der Wunsch nach Frie­den. Die Kom­mu­nis­ten wie­der­um hiel­ten ihn für einen Söld­ner und Lands­knecht, wäh­rend die Ver­tre­ter der Zen­trums­par­tei beton­ten, dass man über Schla­ge­ter geteil­ter Mei­nung sei­en könn­te, aner­ken­nen müs­se man, dass er für eine Tat, die er für vater­län­disch hielt, sein Leben las­sen muss­te.


Wann genau die Geneh­mi­gung zur Errich­tung erteilt wur­de, ist unklar. Am  31. Juli 1927 fand die Ein­wei­hung statt. Ver­tre­ter des Jung­deut­schen Ordens, des Stahl­helms, der Offi­ziers­ver­bän­de, der Bis­marck­ju­gend, der Stadt Elber­feld und Char­gier­te ver­schie­de­ner Ver­bän­de der Hoch­schu­len aus Köln, Bonn, Aachen und Müns­ter nah­men dar­an teil. Pro­fes­sor Hüb­ler erklär­te in sei­ner Rede, war­um der 31.Juli als Tag der Ein­wei­hung gewählt wor­den sei. Man wol­le an den 31. Juli 1914 erin­nern, an dem das deut­sche Volk “in allen Gau­en und in allen Schich­ten ein­mal wirk­lich einig gewe­sen sei in jenem Geis­te, sich nicht zu beu­gen, son­dern wirk­lich zu wider­ste­hen im ech­ten Schla­ge­ter­geist.” Damit bemüh­te Hüb­ler den Mythos der August-Begeis­te­rung zu Beginn des Ers­ten Welt­kriegs.

Auch Schla­ge­ter selbst wur­de zu einem Mythos. Die poli­ti­sche Rech­te sti­li­sier­te ihn zu einem Natio­nal­hel­den, die Über­füh­rung sei­nes Leich­nams wur­de zu einem anti-demo­kra­ti­schen Tri­umph­zug. Es ent­stand der “Schla­ger-Kult”. Spä­ter wur­de er auch von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­ein­nahmt und als einer der ers­ten Kämp­fer des Drit­ten Rei­ches bezeich­net. 1933 ent­stan­den in ganz Deutsch­land wei­te­re Schla­ge­ter-Denk­mä­ler.


Im April 1959 wur­den die Res­te des Denk­mals abge­bro­chen, nach­dem bereits nach dem Zwei­ten Welt­krieg die Bron­ze­tei­le ver­schwun­den waren.1

Beim DIGIT-Pro­jekt des WDR gibt es Video-Auf­nah­men des Denk­mals.


Auf der Kar­te  ist nicht der genaue Stand­ort des Denk­mals gekenn­zeich­net, son­dern ledig­lich die Stra­ße, in der es zu fin­den war.


Denkmal zum 100.Jubiläum des Bürgervereins Dönberg

Der Find­ling mit der Bron­ze­ta­fel im Park an der Höhen­str.

Anfang Okto­ber 2008 setz­te der Bür­ger­ver­ein Dön­berg sich selbst ein Denk­mal — zu sei­nem 100jährigen Bestehen. Der Find­ling aus einem hei­mi­schen Stein­bruch wur­de im drei Jah­re zuvor aus einem ver­wil­der­ten Grund­stück her­ge­stell­ten Park an der Höhen­stra­ße auf­ge­stellt. Bear­bei­tet wur­de er vom Wup­per­ta­ler Gra­nit- und Mar­mor­stein­metz sowie Stein­bild­hau­er Hans-Jörg Her­hau­sen und sei­nem Stein­metz­ge­sel­len Sven Berg. Außer­dem wur­de er mit einer Bron­ze­ta­fel ver­se­hen. Für die Auf­stel­lung des zwei Ton­nen schwe­ren Kalk­steins sorg­te dann die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Dön­berg.1


Lei­der liegt die Gedenk­ta­fel im Schat­ten

Die schlich­te Inschrift lau­tet:

100 Jah­re
Bür­ger­ver­ein
Dön­berg e.V.
2008”


Die Grün­dungs­ur­kun­de des Ver­eins weist den 11.April 1970 als Grün­dungs­da­tum des Ver­eins aus. Spä­ter erin­ner­te man sich jedoch an den Vor­läu­fer, den “Dön­ber­ger Bür­ger­ver­ein 1908” und fand ein Doku­ment aus dem die­se Bezeich­nung her­vor­ging und somit das Grün­dungs­jahr. In den 50er Jah­ren 2 mög­li­cher­wei­se auch durch Zwang in der NS-Zeit wur­de der Ver­ein auf­ge­löst, und erst in den 70ern wie­der­be­lebt, um die dro­hen­de, und 1975 voll­zo­ge­ne Ein­ge­mein­dung Dön­bergs nach Wup­per­tal zu ver­hin­dern. 3 

Gedenktafel für Gerhard August Fischer

Im Jahr 1926 ließ der Ber­gi­sche Archi­tek­ten­ver­ein aus Anlass sei­nes 20jährigen Bestehens am Haus an der Ecke Gewer­be­schul­stra­ße und Loui­sen­stra­ße (heu­te: An der Berg­bahn) eine Ehren­ta­fel für den Archi­tek­ten Ger­hard August Fischer anbrin­gen. Ent­wor­fen wur­de sie von sei­nem Sohn Richard Fischer, der sie auch mit Hil­fe eines Kol­le­gen der Gewer­be­schu­le in Bron­ze goss. Auf erha­be­ner Schrift stan­den da, so ver­mu­tet Ruth Mey­er-Kahr­weg, etwa fol­gen­de Wor­te:


Der Ber­gi­sche Archi­tek­ten-
ver­ein
sei­nem Ehren­mit­glied,
dem Erbau­er von Schloss Burg

Ger­hard August Fischer”


Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Haus zer­stört und die Ehren­ta­fel an der Rui­ne spä­ter ent­fernt.


Die­se Ansichts­kar­te zeigt die Loui­sen­stra­ße, heu­te “An der Berg­bahn”, ober­halb der Ein­mün­dung in die Gewer­be­schul­stra­ße. Links ist das Haus Ger­hard August Fischers zu sehen, an dem die Ehren­ta­fel 1926 ange­bracht wur­de, dar­über befin­det sich das Haus des Soh­nes Richard Fischer. Der Ein­gang zum Haus des Vaters befand sich an der Gewer­be­schul­stra­ße.

Der Geehr­te wur­de am 29. Novem­ber 1833 in einem Dorf in der Nähe des heu­ti­gen Dort­mun­der Stadt­teils Apler­beck gebo­ren. Der Sohn eines Berg­manns erlern­te zunächst das Mau­rer­hand­werk und übte sich neben­bei im Zeich­nen. Nach Abschluss sei­ner Leh­re besuch­te er für ein Jahr die Gewer­be­schu­le in Hagen und kam 1854 zum Büro des Bar­mer Stadt­bau­meis­ters Bür­kner. Kur­ze Zeit spä­ter ver­ließ die­ser Bar­men, Fischer wech­sel­te dar­auf­hin zum Bau­meis­ter Heyden nach Unt­er­bar­men und ent­deck­te sei­ne Lie­be zur Gotik. 1857 begann er im Früh­jahr eine sie­ben Mona­te dau­ern­de Rei­se durch Nord- und Ost­deutsch­land und besuch­te Han­no­ver, Bre­men, Ham­burg, Lübeck, Meck­len­burg, Pom­mern, Dan­zig und Königs­berg. Von dort kam er über Polen, Schle­si­en und Sach­sen nach Kas­sel, wo er ein hal­bes Jahr im Ate­lier des ange­se­he­nen Archit­ke­ten Unge­wit­ter arbei­te­te. Anschlie­ßend mach­te er sich selbst­stän­dig und bau­te als Archi­tekt vor allem Kir­chen. 1860 kehr­te er nach Bar­men zurück, um den Erwei­te­rungs­bau der Kir­che St. Anto­ni­us nach den Plä­nen von Vin­cenz Statz zu lei­ten. Von da an blieb er den Rest sei­nes Lebens im Wup­per­tal und bau­te und erwei­ter­te Kir­chen, Pfarr­häu­ser und Kran­ken­an­stal­ten, so schuf er unter ande­rem die Kir­chen in Düs­sel (1888/1889) und Min­tard (1890). Sein bekann­tes­tes Pro­jekt war aber der Wie­der­auf­bau von Schloss Burg, den er ver­such­te mög­lichst authen­tisch zu gestal­ten, um ein Leben auf der mit­tel­al­ter­li­chen Burg ver­mit­teln zu kön­nen.

Lud­wig Fah­ren­krog, Kunst­pro­fes­sor an der Kunst­ge­wer­be­schu­le, beschrieb Ger­hard August Fischer als beschei­den, vor­ur­teils­frei, hilfs­be­reit, freund­lich und humor­voll. Am 11. Novem­ber 1906 starb er und wur­de auf dem Fried­hof am Nor­ren­berg bestat­tet.1