Portraitbüsten an der ehem. Reichsbahndirektion

Mit bes­ter Aus­sícht auf die Döp­pers­berg-Bau­stel­le …

Nach­dem ich in einem Ein­trag im August nach Infor­ma­tio­nen zu zwei Büs­ten an der ehe­ma­li­gen Reichs- und Bun­des­bahn­di­rek­ti­on gefragt hat­te, kam von Andre­as Wie­se auf Face­book der Hin­weis, dass die Büs­ten wahr­schein­lich erst im Zuge der Sanie­rung des Gebäu­des durch einen Kon­zern­teil der Deut­schen Bahn hin­zu­ge­fügt wur­de. Daher habe ich bei der Denk­mal­schutz-Abtei­lung der Stadt nach­ge­fragt, und sie­he da: Es stimmt. Da man ver­mu­te­te, dass in den Erkern ein­mal Figu­ren vor­han­den gewe­sen waren, hat man sich ent­schlos­sen, gewis­ser­ma­ßen als klei­nes Amu­se­ment, die Por­traitbüs­ten anbrin­gen zu las­sen. Der Enne­pe­ta­ler Bild­hau­er Kars­ten Mül­ler nahm für die bei­den Büs­ten den Pro­jekt­ma­na­ger der Bahn, Wil­li Gau­batz, und den Archi­tek­ten der Sanie­rung, Heinz Her­glotz, als Vor­bild. Inspi­ra­ti­on hol­te sich der Bild­hau­er bei der Figur “Wis­sen” am Ein­gang der Stadt­bi­blio­thek in Elber­feld. Die Geneh­mi­gung dafür wur­de am 21.10.2000 erteilt, die Abnah­me erfolg­te am 25. April 2001.1


… und den Haupt­bahn­hof.

Engel der Kulturen (2014)

Der Engel der Kul­tu­ren am Rött­gen.

Am 15. Juni 2014 roll­te zum zwei­ten Mal der Engel der Kul­tu­ren durch Wup­per­tal.1 Die Skulp­tur zeigt die Sym­bo­le der drei Welt­re­li­gio­nen: Kreuz, David­stern und Halb­mond und wirbt für Tole­ranz. Je nach Blick­win­kel kann der Betrach­ter auch eine Engels-Sil­hou­et­te erken­nen. Nach­dem bereits 2010 am Has­pel ein Engel der Kul­tu­ren Teil des Pro­jekts des Künst­ler­paa­res Car­men Diet­rich und Gre­gor Mer­ten wur­de, kam es 2014 zu einem erneu­ten Pro­jekt in Wup­per­tal. Dabei wird zunächst eine ver­grö­ßer­te Ver­si­on der Skulp­tur durch eine Stadt gerollt und macht Sta­ti­on an Got­tes­häu­sern der Reli­gio­nen. Anschlie­ßend wird die Boden­in­tar­sie nach einem fes­ten Mus­ter in den Boden ein­ge­bracht und an Ort und Stel­le aus einer Stahl­plat­te eine wei­te­re Boden­in­tar­sie erstellt, die dann in einer ande­ren Stadt ver­wen­det wird. Mit den aus der Mit­te der Stahl­plat­te aus­ge­brann­ten Engeln soll eines Tages eine Skulp­tur in Jeru­sa­lem errich­tet wer­den.2


Am 8.6.2014 wur­de die­se Intar­sie in Köln bei einer Engel der Kul­tu­ren-Ver­le­gung erstellt.

Wäh­rend man 2010 durch Bar­men zog, ging es nun mit der 1,50 m hohen rol­len­den Skulp­tur durch den Elber­fel­der Nor­den, von der evan­ge­li­schen Phil­ip­pus­kir­che an der Kohl­stra­ße über die St. Micha­el-Schu­le und die katho­li­sche Kir­che St. Micha­el bis zum Zen­trum für Kin­der und Jugend­li­che am Rött­gen. Hier wur­de auch die Intar­sie im Boden ver­senkt.3 Eine isla­mi­sche oder jüdi­sche Sta­ti­on war nicht Teil des Weges, aber Ver­tre­ter der jüdi­schen Gemein­de und der DITIB-Moschee nah­men an der Pro­zes­si­on teil.4


Die in Wup­per­tal ent­stan­de­ne Intar­sie fand ihren Platz in Pader­born.

Engel der Kulturen (2010)

Der Engel der Kul­tu­ren (in blau­em Asphalt als Sil­hou­et­te sicht­bar)

Am 24. März 2010 instal­lier­ten Schü­ler des Berufs­kol­legs am Has­pel auf dem dor­ti­gen Schul­hof im Boden einen soge­nann­ten “Engel der Kul­tu­ren”. Die Skulp­tur zeigt die Sym­bo­le der drei Welt­re­li­gio­nen: Kreuz, David­stern und Halb­mond und wirbt für Tole­ranz. Je nach Blick­win­kel kann der Betrach­ter auch eine Engels-Sil­hou­et­te erken­nen. Mit der Skulp­tur gewan­nen die Schü­ler den Wett­be­werb Schü­ler­tal.1 Der ers­te Wup­per­ta­ler Engel der Kul­tu­ren wur­de damit Teil des Pro­jekts des Künst­ler­paars Car­men Diet­rich und Gre­gor Mer­ten. Dabei wird zunächst eine ver­grö­ßer­te Ver­si­on der Skulp­tur durch eine Stadt gerollt und macht Sta­ti­on an Got­tes­häu­sern der Reli­gio­nen. Anschlie­ßend wird die Boden­in­tar­sie nach einem fes­ten Mus­ter in den Boden ein­ge­bracht und an Ort und Stel­le aus einer Stahl­plat­te eine wei­te­re Boden­in­tar­sie erstellt, die dann in einer ande­ren Stadt ver­wen­det wird. Mit den aus der Mit­te der Stahl­plat­te aus­ge­brann­ten Engeln soll eines Tages eine Skulp­tur in Jeru­sa­lem errich­tet wer­den.2


Inschrift

Am Has­pel stammt die ver­wen­de­te Boden­in­tar­sie von der Pes­ta­loz­zi-Real­schu­le Bochum und die am Has­pel aus­ge­brann­te Intar­sie wur­de in Marl genutzt. Die Sta­tio­nen in Wup­per­tal waren die Wup­per­fel­der Kir­che, das Rat­haus, die Syn­ago­ge, St. Anto­ni­us und die DITIB-Moschee. Die Got­tes­häu­ser waren von Schü­lern im Rah­men des Pro­jek­tes „Gott in Wup­per­tal – Weg der Hoff­nung“ bereits auf­ge­sucht wor­den, um dort Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de der drei
abra­ha­mi­ti­schen Welt­re­li­gio­nen zu erfor­schen.3 Fotos dazu fin­den sich auf der Home­page des Pro­jekts.
Im Jahr 2014 wur­de erneut ein Engel der Kul­tu­ren in Wup­per­tal ver­legt.
Her­kunfts­nach­weis.

Gedenktafel zur Erinnerung an Hanna Wahl

Die Gedenk­ta­fel für Han­na Wahl

Am 18. Okto­ber 2013 weih­ten Grund­schü­ler der OGS Nüt­zen­ber­ger Stra­ße und der Geschich­te-Poli­tik-Kurs der Jahr­gangs­stu­fe 9 des Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­ums an der Grund­schu­le auf dem Nüt­zen­berg eine Gedenk­ta­fel ein, die an Han­na Wahl erin­nert. Die Gedenk­ta­fel ist als “Online-Denk­mal” kon­zi­piert, denn mit­tels eines QR-Codes führt sie neu­gie­ri­ge Pas­san­ten direkt zur Pro­jekt­sei­te “Jüdi­sche Kul­tur in Wup­per­tal”.1 Die Gedenk­ta­fel wur­de vom För­der­ver­ein der Freun­de des Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um finan­ziert2 und zeigt ein Bild von Han­na Wahl und einen län­ge­ren Erläu­te­rungs­text:


En détail

Johan­ne (Han­na) Wahl wur­de am 13. April 1888 in Elber­feld (heu­te Wup­per­tal) gebo­ren. Nach der Schu­le wur­de sie Leh­re­rin. Am 6. Sep­tem­ber 1922 hei­ra­te­te sie den jüdi­schen Tex­til­kauf­mann Max Wahl und gab mit der Hoch­zeit ihren Beruf auf. Max Wahl war Teil­ha­ber an dem sehr aner­kann­ten Tex­til­ge­schäft Ph. Freu­den­berg in Elber­feld und muss­te 1934 sei­ne Teil­ha­ber­schaft aus ras­sis­ti­schen Grün­den und unter Druck des NS-Regimes auf­ge­ben.
In der Fol­ge leb­ten die Ehe­leu­te Wahl zunächst von einer Tätig­keit des Max Wahl als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter. Um den Lebens­stan­dard des Paa­res wei­ter abzu­si­chern, stell­te Han­na Wahl 1936 einen Antrag zur Eröff­nung einer Pri­vat­schu­le. Da sie immer noch mit Max Wahl in soge­nann­ter “Ras­sen­schan­de” leb­te, erlang­te sie die Erlaub­nis unter der Auf­la­ge nur jüdi­sche und halb­jü­di­sche Kin­der zu unter­rich­ten und dies auch nur auf Volks­schul­ni­veau.
Die Geneh­mi­gung erfolg­te zum 1. April 1936. Han­na Wahl rich­te­te ihre Schu­le in ihrem Haus in der Nüt­zen­ber­ger Stra­ße 29 in Wup­per­tal Elber­feld ein. Nach dem Schul­ver­bot des Reichs­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, Erzie­hung und Volks­bil­dung für jüdi­sche Kin­der am 15. Novem­ber 1938 erhielt die Schu­le von Han­na Wahl erhöh­ten Zulauf durch nun nicht mehr in öffent­li­chen Schu­len unter­rich­te­ten Kin­der jüdi­scher Abstam­mung.
Das Leben jüdi­scher Bür­ger wur­de in die­ser Zeit immer schwie­ri­ger. Die Schu­le von Han­na Wahl wur­de am 1. Okto­ber 1939 nach der 10 VO zum Reichs­bür­ger­ge­setz vom 4. Juli 1939, wonach nur noch Juden Juden unter­rich­ten durf­ten, geschlos­sen. Zu die­sem Stich­tag hat­te sie noch 14 Schü­ler, die dann auf die jüdi­sche Schu­le in Hagen geschickt wur­den.
Vom 1. April 1942 bis zum 1. Juni 1945 arbei­te­te Han­na Wahl an der Evan­ge­li­schen Schu­le Johan­ne­um als Sekre­tä­rin. In der Nach­kriegs­zeit kämpf­te sie um ihr eige­nes Recht als Ver­folg­te des NS Regimes aner­kannt zu wer­den. Nach 13 Jah­ren wur­de ihr die­ses Recht zuge­stan­den und eine Ent­schä­di­gung zuge­spro­chen.
Han­na Wahl starb am 5. März 1965 und wur­de auf dem Refor­mier­ten Fried­hof in der Var­res­beck am 12. März 1965 bei­ge­setzt.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te