Textilhistorisches Denkmal an der Junior-Uni

Das Denk­malensem­ble an der Juni­or Uni.

Vor dem 21. Juli 2014 weih­te der Bar­mer Bezirks­bür­ger­meis­ter Hans-Her­mann Lücke von der CDU zusam­men mit dem Geschäfts­füh­rer der Juni­or Uni, Ernst-Andre­as Zieg­ler, eine Denk­mal­grup­pe ein, die aus Tei­len eines alten Fabrik­ge­bäu­des einer Bar­mer Fär­be­rei besteht. Drei Metall­säu­len, die die Kel­ler­de­cke tru­gen, eine Back­stein­wand und das Fun­da­ment des Schorn­stein sind alles, was von dem Gebäu­de aus den 1860er Jah­ren übrig geblie­ben ist, an des­sen Stel­le nun der far­ben­fro­he Neu­bau der Juni­or-Uni steht. Die Denk­mal­grup­pe wur­de von den Archi­tek­ten des Neu­baus, Hans Chris­toph Göde­king und Johan­nes Nied­wo­rok ent­wor­fen und wird kom­plet­tiert von einem alten Fens­ter, dass die Funk­ti­on einer Gedenk­ta­fel aus­übt.1


Die neun­tei­li­ge Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift erklärt:

“Die Wup­per­ta­ler Juni­or Uni für das
Ber­gi­sche Land steht in der gro­ßen Tra­di­ti­on
von For­scher­geist, Unter­neh­mer­mut und
her­vor­a­gen­der Fach­kräf­te­kom­pe­tenz -
über Jahrhunderte.An die­ser Stel­le wur­den Far­ben für die
Tex­til­in­dus­trie her­ge­stellt.
Dar­an erin­ner­te bis zum Jah­re 2010 eine
völ­lig her­un­ter­ge­kom­me­ne Indus­trie­rui­ne.
Beim Abriss wur­den die­se archi­tek­to­ni­schen
Merk­zei­chen für die Nach­welt gesi­chert:
die­ser ursprüng­lich neunge­teil­te
Fens­ter­rah­men, drei stäh­ler­ne Stüt­zen und
ein Zie­gel­mau­er­block.”

Hans-Her­mann Lücke, der das Denk­mal ein­weih­te, wur­de dazu von der Juni­or Uni ein­ge­la­den, die sich für die Unter­stüt­zung der Bar­mer Bezirks­ver­tre­tung bedan­ken woll­te.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Langerfelder Bleicher-Denkmal

Das Blei­cher­denk­mal in Lang­er­feld.

Die Wup­per­ta­ler Geschich­te ist ganz eng mit der Tex­til­in­dus­trie ver­bun­den. Die ältes­ten Akti­vi­tä­ten auf die­sem Gebiet las­sen sich bis in das 15. Jahr­hun­dert zurück­zu­füh­ren, als an der Wup­per Garn gebleicht wur­de. In Erin­ne­rung an die­se Tra­di­ti­on grün­de­te man in Lang­er­feld 1981 die Blei­cher­grup­pe des Bür­ger­ver­eins Lang­er­feld, die es sich zur Auf­ga­be mach­te, Wup­per­tal folk­lo­ris­tisch zu ver­tre­ten, aber auch den Wup­per­ta­lern ihre Geschich­te näher zu brin­gen.1


Nah­auf­nah­me.

1991 fei­er­te die Blei­cher­grup­pe ihr 10jähriges Bestehen mit einer gro­ßen Fest­wo­che. Als Teil davon weih­te man am 28. Sep­tem­ber 19912 um 11 Uhr am Haus des dama­li­gen zwei­ten Vor­sit­zen­den an der Lang­er­fel­der Stra­ße Ecke Mar­bo­d­stra­ße das Blei­cher-Denk­mal ein. Es zeigt neben dem Lang­er­fel­der Wap­pen einen Blei­cher mit der Güte auf der Schul­ter als Reli­ef und als schat­ten­haf­te Aus­spa­rung in der wei­ßen Metall­plat­te vor der tra­di­tio­nel­len ver­schie­fer­ten Wand des Hau­ses. Sie wur­de ent­wor­fen von F. Paul und her­ge­stellt von der Fir­ma Wachen­feld. Zahl­rei­che Lang­er­fel­der nah­men am Fest­akt der Ein­wei­hung teil.3

Eine aus­führ­li­che Beschrei­bung des Garn­blei­chens fin­det sich auf der Home­page des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins. 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal für die Langerfelder Straßenbahn

Das Denk­mal-Ensem­ble.

Am 8. Juli 2000 kom­ple­tier­te eine alte Ach­se der Köl­ner Stra­ßen­bahn das Geden­ken an die Lang­er­fel­der Stra­ßen­bahn an der Ecke Schwel­mer Straße/ In der Fleu­te. Zusam­men mit einer mut­maß­lich schon 1999 auf­ge­stell­ten Gedenk­ta­fel und einem Stück Kopf­stein­pflas­ter mit Ori­gi­nal­schie­nen erin­nert sie seit­dem an die 88jährige Geschich­te des Schie­nen­ver­kehrs zwi­schen Schwelm und Bar­men durch Lang­er­feld.


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel erklärt unter einem Bild einer Stra­ßen­bahn mit Lyra-Strom­ab­neh­mer schlicht:

Zur Erin­ne­rung an die von
1897 bis 1985
ver­keh­ren­de Stra­ßen­bahn
von Bar­men nach Schwelm.

Den Bür­gern Lang­er­felds 1999
Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld e.V.


Am 1. Sep­tem­ber 1897 fuhr die ers­te Stra­ßen­bahn der Linie Bar­men — Lang­er­feld — Schwelm, sie erhielt 1905 die Lini­en­num­mer 5.  1907 wur­de sie bis Mils­pe ver­län­gert, 1928 fuhr sie als Linie 8. Ab 1948 fuhr auch die Linie 18 zwi­schen Schwelm und Sonn­born. 1968 begann dann der schritt­wei­se Nie­der­gang, zunächst durch die Kap­pung des Astes nach Schwelm und die Ein­ri­chung der Wen­de­an­la­ge an der Die­sel­stra­ße. Von hier fuhr nun die Linie 1 nach Wie­den, spä­ter Linie 11 zum Gabel­punkt am Bril­ler Kreuz. Die Linie 8 ver­kehrt indes bis zum Kli­ni­kum Bar­men. 1980 erhiel­ten die Lini­en dann die Num­mern 608 und 611.


Die Köl­ner Ach­se.

Im Juni 1985 fuhr die letz­te Stra­ßen­bahn durch Lang­er­feld, die nun durch Bus­se ersetzt wur­de. “Es war falsch, den Betrieb der umwelt­freund­li­chen Stra­ßen­bahn 1985 ein­zu­stel­len”, erklär­te CDU Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Lietz bei der Ent­hül­lung der Stra­ßen­bahn­ach­se.1

Ehrenmal im Barmer Kolpinghaus — Stalingrad Madonna

Die Sta­lin­grad Madon­na im Bar­mer Kol­ping­haus. Bild­ver­öf­fent­li­chung mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Kol­ping­haus Wup­per­tal-Bar­men e.V. Foto­graf: Phil­ipp Sturs­berg, Wup­per­tal

Am 4. Mai 1958 weih­te die Bar­mer Kol­ping­fa­mi­lie im Kol­ping­haus in Unter­dör­nen ein Ehren­mal zum Geden­ken an die “gefal­le­nen und ver­miss­ten Brü­der” ein. Dechant Zün­dorf über­gab im Inne­ren des Hau­ses eine Nach­bil­dung der soge­nann­ten Sta­lin­grad-Madon­na, die der evan­ge­li­sche Pfar­rer Kurt Reu­ber im Kes­sel von Sta­lin­grad an Weih­nach­ten 1943 gezeich­net hat­te. Sie weist das Motiv der Schutz­man­tel-Madon­na auf. Die Künst­le­rin Chris­tel Nie­land aus dem Sauer­land hat­te das Werk in Ton gezeich­net und gebrannt. Prä­ses Schul­te mahn­te in der Anspra­che, dass man die Wor­te Licht, Leben, Lie­be zu sei­nem Glau­bens­be­kennt­nis machen sol­le. Zum Schluß der Fei­er san­gen die Teil­neh­mer das Lied “Maria breit’ den Man­tel aus.“1


Fron­tal­an­sicht. Bild­ver­öf­fent­li­chung mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Kol­ping­haus Wup­per­tal-Bar­men e.V.. Foto­graf: Phil­ipp Sturs­berg, Wup­per­tal

Das auf der Rück­sei­te einer rus­si­schen Land­kar­te gezeich­ne­te Bild der Sta­lin­grad Madon­na gelang­te in den Hän­den eines ver­wun­de­ten Offi­ziers aus dem Kes­sel von Sta­lin­grad und wur­de in der Nach­kriegs­zeit in Deutsch­land mehr­fach repro­du­ziert. Der Zeich­ner Kurt Reu­ber starb 1944 in rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft.2