Krieger-Ehrentafel der Ronsdorfer Landwehrvereine

Am Abend des 20. Novem­ber 1926 ver­sam­mel­ten sich die Land­wehr­ver­ei­ne Rons­dorfs und der Umge­bung im Rats­kel­ler des alten Rons­dor­fer Rat­hau­ses, um dort eine Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges ein­zu­wei­hen. Ihr Ver­bleib ist unbe­kannt.1 Die bei Mey­er-Kahr­weg genann­te Quel­le: “GA, 22.11.1926, Aus­ga­be Ber­gisch Land” ent­hält kei­nen Hin­weis auf die Ein­wei­hung.

Stahlwille-Denkmal

Wil­le-Man.

Am 8. Sep­tem­ber 2012 fei­er­te die Cro­nen­ber­ger Fir­ma Stahl­wil­le mit einem gro­ßen Mit­ar­bei­ter­fest das Fina­le des Jubi­lä­ums­jah­res, mit dem man an die Fir­men­grün­dung im Jahr 1862 erin­ner­te. Gegrün­det als Gesenk­schmie­de ist das Unter­neh­men heu­te ein inter­na­tio­nal agie­ren­der Her­stel­ler von hoch­wer­ti­gen Schraub­werk­zeu­gen und der Dreh­mo­ment­tech­nik. Am Ein­gang zum  Ver­wal­tungs­bau steht seit dem Fest der “Wil­le-Man”, ent­stan­den in Zusam­men­ar­beit mit der Event­schmie­de Solin­gen, der aus zahl­rei­chen Metall­tei­len der Schraub­werk­zeug­fer­ti­gung besteht. 1An sei­nem Fun­da­ment erklärt eine klei­ne Pla­ket­te:


150 Jah­re 1862
Men­schen Schmie­den Zukunft
“Wil­le-Man”
Zeit­kap­sel der Beleg­schaft mit Wün­schen für die Zukunft
Ent­stan­den in Zusam­men­ar­beit mit der
Event­schmie­de Solin­gen”


Was Edu­ard Wil­le wohl dazu gesagt hät­te?

Denkmal Zeche Karl

Das Denk­mal-Ensem­ble Zeche Karl.

1990 wur­de der Ein­gangs­schacht der Zeche “Karl”, in der vom 17.–19. Jahr­hun­dert Eisen­erz und Zin­kerz geför­dert wur­de, frei­ge­legt, auf­ge­mau­ert, mit einem Beton­kra­gen ver­se­hen und mit einer Glas­plat­te abge­deckt, sodass Pas­san­ten und Neu­gie­ri­ge einen Blick in den 48 Meter tie­fen Schacht wer­fen konn­ten. Die Kos­ten hier­für über­nahm die Stadt Wup­per­tal, die Initia­ti­ve dazu kam vom Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld und der Bezirks­ver­tre­tung.1 Im Herbst 1991 füg­te der Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld der Anla­ge noch eine Lore hin­zu, die von der Fir­ma Wachen­feld über­ar­bei­tet wor­den war, und das Indus­trie­denk­mal wur­de fei­er­lich mit einem “Glück auf” von Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, Bezirks­vor­ste­her Eber­hard Hasen­cle­ver und dem Vor­sit­zen­den des Bür­ger­ver­eins, Hans Neve­ling, der Öffent­lich­keit über­ge­ben.


Der Ein­stiegs­schacht.

Der 1983 wie­der­ent­deck­te Schacht, der heu­te an einem Pfad hin­ter dem 2009 ein­ge­weih­ten Schul­ge­bäu­de der Fritz-Harkort etwas ver­steckt zwi­schen den Stra­ßen Am Tim­pen und Gal­mei­stra­ße liegt, för­der­te 1882 bei­spiels­wei­se 7361 Ton­nen Eisen­erz und 2720 Zin­kerz (Gal­mei).2 1999 wur­de der Licht­schal­ter, der für die Beleuch­tung des Schach­tes sorg­te, durch Van­da­lis­mus zer­stört und dar­auf­hin bau­te der Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld einen Bewe­gungs­mel­der ein.3 2002 finan­zier­te die Bezirks­ver­tre­tung Lang­er­feld eine metal­le­ne Gedenk­ta­fel. Sie zeigt neben einem unter­ta­ge arbei­ten­den Berg­mann, der einer Lore schiebt, die Inschrift:


Die Gedenk­ta­fel.

Schacht der ehe­ma­li­gen
Zeche Karl
Hier wur­den aus weit­ver­zweig­ten
Stol­len von 1650 bis 1780 und
erneut von 1879 bis 1895 Eisen­stein
(Eisen­erz) und Gal­mei (Zin­kerz) geför­dert.
Der einst 48 Meter tie­fe Schacht wur­de
1990  wie­der geöff­net und auge­mau­ert.
Er soll als Indus­trie­denk­mal
an den Berg­bau in Lang­er­feld erin­nern
wie auch
die Namen Gal­mei- und Eisen­stra­ße.”


Im sel­ben Jahr muss­te die Stadt für 1,2 Mil­lio­nen Euro, die aller­dings zu 80 Pro­zent vom Land über­nom­men wur­den, die Alt­las­ten des Berg­baus besei­ti­gen, die aus Cad­mi­um, Arsen, Zink und Blei bestan­den.4

Sicht in Schacht.

Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des Zwangsarbeiter-Durchgangslagers “Am Giebel”

Die Gedenk­ta­fel, im Hin­ter­grund sieht man eine North Ame­ri­can T-6. Es han­delt sich um ein ame­ri­ka­ni­sches Trai­nings­flug­zeug, das sowohl von den Bri­ten als auch von des US Air Force wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs zur Aus­bil­dung ver­wen­det wur­de. 1957 bil­de­te auch die Bun­des­luft­waf­fe ihre Pilo­ten auf dem Modell aus. Die­ses tat dort aber kei­nen Dienst und trug erst ab 1972 die Ken­nung D-FABY.

Am 17. April 2015 jähr­te sich das Kriegs­en­de in Wup­per­tal, der unblu­ti­ge Ein­marsch der ame­ri­ka­ni­schen Armee, zum 70. Mal. In zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten wur­de dar­an erin­nert, unter ande­rem mit der Ein­wei­hung einer Erin­ne­rungs­ta­fel im Indus­trie­ge­biet Möbeck, wo im Zwei­ten Welt­krieg ein Durch­gangs­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter und Zwangs­ar­bei­te­rin­nen exis­tiert hat­te. 1 Der Ver­ein zur Erfor­schung der Sozia­len Bewe­gung hat­te zur Ein­wei­hung unter ande­rem ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter aus dem nie­der­län­di­schen Roer­mond ein­ge­la­den.2


Zusätz­lich zur Gedenk­ta­fel ist noch die­se Skulp­tur ange­bracht.

Wie gegen­wär­tig bei zahl­rei­chen Gedenk­ta­feln üblich, ist der Text­an­teil sehr hoch und ver­sucht anstatt zu erin­nern zu erklä­ren, da die Zeit­ge­nos­sen fast alle nicht mehr leben und man der Ver­klä­rung ent­ge­gen­tre­ten will. Neben dem eigent­li­chen Text zeigt die Gedenk­ta­fel noch einen Lage­plan, eine Zeich­nung einer Bara­cke des Lagers und Namen der hier gestor­be­nen Zwangs­ar­bei­ter.


Die Gedenk­ta­fel.

Laut Tafel war das Lager vor sei­ner Nut­zung als Durch­gangs­la­ger ein städ­ti­sches Obdach­lo­sen­asyl für etwa 230 Per­so­nen und wur­de in der Wirt­schafts­kri­se ein­ge­rich­tet. 1940 wur­de es als Kriegs­ge­fan­ge­nen­la­ger genutzt und mit 1200 sowje­ti­schen und fran­zö­si­schen Sol­da­ten belegt. Anfang 1942 wur­de es dann zu einem von 50 Durch­gangs­la­gern im Reich, in dem zunächst rus­si­sche Zwangs­ar­bei­ter unter­ge­bracht wur­den. Über 125.000 Men­schen wur­den von hier zur Zwangs­ar­beit ver­teilt, die Bedin­gun­gen waren kata­stro­phal und men­schen­ver­ach­tend. 135 Men­schen und cir­ca 40 Kin­der star­ben an die­sem Ort. Die Zwangs­ar­bei­ter wur­den auch zur Ent­trüm­me­rung von bom­bar­dier­ten Stadt­tei­len ein­ge­setzt, hat­ten aber kein Anrecht auf Schutz in den Bun­kern, was zur einem star­ken Anstieg der Todes­ra­te ab 1942 führ­te.


In der Bro­schü­re “Ver­ges­se­ne Orte. Eine Tras­sen­tour auf den Spu­ren der NS-Zeit in Wup­per­tal”, fin­den sich eini­ge Zeit­zeu­gen­be­rich­te. Der Aus­schnitt von Evge­ni­ja Iva­nov­na M. sei hier zitiert:

Das Lager war drei­rei­hig mit Sta­chel­draht umzäunt, durch den Strom floss, da stan­den Poli­zis­ten, die uns stän­dig schlu­gen, aber unter uns Ost­ar­bei­tern waren Muti­ge, die aus dem Lager flo­hen. Aber sie wur­den alle gefan­gen und in ein Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger gesteckt. Wir haben nichts mehr von ihnen gehört und sie bis heu­te nicht wie­der­ge­se­hen. Als wir im Lager Gie­bel waren, arbei­te­ten wir bei der Trüm­mer­räu­mung in Wup­per­tal, Elber­feld, Voh­win­kel, Rem­scheid, Bar­men, Ober­bar­men usw. Nach Bom­bar­die­run­gen räum­ten wir Rui­nen, repa­rier­ten Stra­ßen und Stra­ßen­bah­nen. Wäh­rend der Bom­bar­die­run­gen wur­den wir nicht in den Bun­ker gelas­sen, die Bewoh­ner selbst schlu­gen uns, trie­ben uns hin­aus und brüll­ten uns an ‚Jude‘.“3


Aus­schnitt des Lager­plans.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal der Langerfelder Wasserleitung

Die alte Was­ser­lei­tung vor der Spar­kas­se an der Schwel­mer Stra­ße.

1989 muss­te am Lang­er­fel­der Markt, genau­er an der Spit­zen­stra­ße 1–3, ein altes Fach­werk­ge­bäu­de abge­ris­sen wer­den. Bei den Aus­schach­tungs­ar­bei­ten für den Neu­bau fand man eine alte, 250 Meter lan­ge höl­zer­ne Was­ser­lei­tung. Man ent­deck­te eben­falls einen 12 Meter tie­fen, ver­füll­ten Brun­nen, des­sen Füll­ma­te­ri­al aller­hand inter­es­san­te his­to­ri­sche Relik­te ent­hielt, die von der Blei­cher­grup­pe des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins gesi­chert wur­den. Ein alter Kanal wur­de eben­falls frei­ge­legt, der ent­we­der der Kanal­sie­rung eines Baches oder der Abwas­ser­ent­sor­gung dien­te.1 Ein vier Meter lan­ges und vier Zent­ner schwe­res Stück der Was­ser­lei­tung — ein durch­bohr­ter Eichen­stamm — wur­de gesi­chert.2


Detail.

1997 wur­de die His­to­ri­sche Was­ser­lei­tung im Muse­um des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins aus­ge­stellt, nach­dem das Holz von den Wup­per­ta­ler Stadt­wer­ken prä­pa­riert wor­den war.3 Im Juni 1998 wur­de der Über­rest vor der Lang­er­fel­der Filia­le der Spar­kas­se in den Boden ein­ge­las­sen und mit einer Glas­plat­te bedeckt. Spar­kas­sen-Direk­tor Wiecken­dick und der Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins, Hans Neve­ling weih­ten das Denk­mal ein.4


Die Gedenk­ta­fel.

Die hin­zu­ge­füg­te Gedenk­ta­fel erklärt unter dem Lang­er­fel­der Wap­pen:

1734 wird die­se Was­ser­lei­tung anläß­lich eines
Benut­zer­strei­tes erst­ma­lig erwähnt.
Sie lei­te­te das vom Hedt­berg flie­ßen­de Was­ser
zu drei offe­nen Was­ser­stel­len -Fon­tä­nen- in
der Nähe des Lang­er­fel­der Mark­tes.
Hier wur­de zu ver­ab­re­de­ten Zei­ten Wäsche gewa­schen
und das für den Haus­halt benö­tig­te Was­ser geholt.
Die­se Was­ser­lei­tung, die 1989 aus­ge­gra­ben wur­de,
kann als die ältes­te die­ser Art im Ber­gi­schen Land
ange­se­hen wer­den.
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Den Bür­gern Lang­er­felds
Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld e.V.
Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal”


Die Geschich­te des Lang­er­fel­der Was­ser­streits von 1730 hat Ulle Hees 1981 im Brun­nen am Lang­er­fel­der Markt fest­ge­hal­ten. Auch eini­ge Was­ser­stel­len exis­tie­ren noch.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te