Kriegerdenkmal der Gemeinde St. Joseph

Blick von der Rem­schei­der Stra­ße.

Am 6. Novem­ber 1987 wur­de an der Außen­sei­te der katho­li­schen Kir­che St. Joseph in Rons­dorf, einem 1969 errich­te­ten Beton­bau, ein Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Gemein­de im Ers­ten und Zwei­ten Welt­krieg ein­ge­weiht. Bereits zur Ein­wei­hung des Neu­baus hat­te man einen alten stei­ner­nen Cor­pus ohne Arme an der Außen­sei­te zur Rem­schei­der Stra­ße ange­bracht, dazu die Auf­for­de­rung “Er braucht dei­ne Hän­de”. 1987 konn­te man end­lich das lan­ge ver­folg­te Vor­ha­ben eines Denk­mals ver­wirk­li­chen und drei aus Quim­bra-Gra­nit gefer­tig­te Stein­plat­ten, die von der Cro­nen­ber­ger Fir­ma Grab­ma­le Kai­ser bear­bei­tet wur­den, neben dem Cor­pus anbrin­gen. Die lin­ke zählt nament­lich die 46 Gefal­le­nen des Ers­ten, die rech­te die 57 Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs auf. Bei­de wer­den durch eine klei­ne mitt­le­re Tafel ver­bun­den, die die Inschrift ent­hält:1


Die Gedenk­ta­feln.

Zum Geden­ken
der Gefal­le­nen
bei­der Welt­krie­ge
aus unse­rer
Gemein­de
***
Wer
an mich glaubt
wird leben auch
wenn er stirbt
Joh 11,25.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Figura Magica

Sie ist das wohl am wei­tes­ten gereis­te Kunst­werk in Wup­per­tal, die figu­ra magi­ca. 1989 instal­lier­te der Wup­per­ta­ler Künst­ler Bodo Ber­hei­de die eiser­ne Skulp­tur auf der Königs­hö­he neben dem ehe­ma­li­gen Som­mer­sitz der Fami­lie von der Heydt. Das lang­ge­streck­te U-för­mi­ge Kunst­werk beschrieb Ber­hei­de so:1

Ihre Form ent­spricht einem über­di­men­sio­na­len Huf­ei­sen und ver­weist auf das magne­ti­sche Feld, das durch die Dre­hung der Erde und den Dyna­mo­ef­fekt des schwe­ren, glü­hen­den, metal­le­nen, sich schnel­ler mit­dre­hen­den Erd­kerns ent­steht.“2

Figu­ra magi­ca.

Nach­dem die Skulp­tur 24 Mona­te in Wup­per­tal ver­bracht hat­te, ging sie auf Welt­rei­se, um erst 18 Jah­re spä­ter wie­der zurück­zu­keh­ren. 2 Jah­re blieb sie jeweils in Dub­lin (1991), Mont­re­al (1993), Betha­ny (USA, 1995), Mata­g­al­pa (Nica­ra­gua, 1997), San­tia­go de Chi­le (1999), Syd­ney (2001), Omi-shi­ma (Japan, 2003), Negom­bo (Sri Lan­ka, 2005) und Lomé (Togo, 2007). Bil­der von den Sta­tio­nen gibt es auf der Home­page von Bodo Ber­hei­de.


Schrift­zug Dub­lin

Am 26. Okto­ber 2009 kehr­te die figu­ra magi­ca zurück, um für immer in Wup­per­tal zu blei­ben — vor dem Schau­spiel­haus. Vie­le Erfah­run­gen, Berüh­run­gen, Erleb­nis­se und Rost hat sie mit­ge­bracht. Die Spu­ren der Städ­te und Orte haben sich nicht nur sym­bo­lisch in das Eisen ein­ge­ar­bei­tet.3


Eine klei­ne Gedenk­ta­fel erläu­tert:

figu­ra magi­ca
Die­se Skulp­tur des Wup­per­ta­ler Bild­hau­ers Bodo Ber­hei­de heisst figu­ra magica./ Ihre Form eines über­di­men­sio­na­len Huf­ei­sen­ma­gne­ten ver­weist auf das / schüt­zen­de Magnet­feld unse­rer Erde und damit auf den Kern, dort, wo sich die/ See­le unse­rer Erde befin­det.
1991, von Wup­per­tal aus­ge­hend, begann die Welt­rei­se der Skulp­tur. Jeweils im / 2-Jah­res-Ryth­mus, hat sie über Irland, Kana­da, USA, Nica­ra­gua, Chi­le, / Aus­tra­li­en, Japan, Sri Lan­ka und Togo ein Netz von kom­mu­ni­ka­ti­ven / Ver­bin­dun­gen geschaf­fen. Die­se haben als gemein­sa­me Grund­la­ge einen / Ide­en­aus­tausch über die ver­schie­den­ar­ti­gen gesell­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len / Gestal­tungs­for­men der Men­schen im Umgang mit unse­rer Welt.
2009 kehr­te die Skulp­tur nach Wup­per­tal zurück.”


Stein und Gedenk­ta­fel wur­den gestif­tet von Harald Hübe­ner und der UWR GmbH aus Haan.


Hans-Knappertsbusch-Gedenktafel

Zum hun­derts­ten Geburts­tag von Hans Knap­perts­busch wur­de am 12. März 1988 an sei­nem Geburts­haus an der Funck-Stra­ße 55 (frü­her Rhei­ni­sche Stra­ße) von Bür­ger­meis­ter Kurt Drees und Ober­stadt­di­rek­tor Bodo Rich­ter eine Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht. Mit­glie­der der Fami­lie und alte Freun­de von Hans Knap­perts­busch waren eben­falls ange­reist. Die von der Glo­cken- und Kunst­gie­ße­rei Petit & Gebr. Edel­b­rock in Gescher/Westfalen im Auf­trag der Stadt Wup­per­tal her­ge­stell­te Bron­ze­ta­fel ver­kün­det seit­dem:



Geburts­haus von Hans Knap­perts­busch
Geb. 12.3.1888 in Elber­feld, Gest. 25.10.1965, in Mün­chen
Berühm­ter Diri­gent, der als Wag­ner­in­ter­pret
Welt­ruf erlang­te”


Hans Knap­perts­busch wuchs im elter­li­chen Haus in der Katern­ber­ger Stra­ße 134 auf, er war das zwei­te Kind des Elber­fel­der Fabri­kan­ten Gus­tav Knap­perts­busch, der Am Schaffstall eine Schnaps­bren­ne­rei besaß. Nach inner­fa­mi­liä­ren Wider­stän­den konn­te der Sohn nach sei­nem Abitur am Real­gym­na­si­um Aue 1909 Schü­ler des Köl­ner Kon­ser­va­to­ri­ums und Stu­dent der Musik­ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Bonn wer­den. Bereits 1909 und 1912 assis­tier­te er Sieg­fried Wag­ner und Hans Rich­ter in Bay­reuth und begann sich mit Richard Wag­ners Musik aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ab Sep­tem­ber 1913 war Knap­perst­busch unbe­sol­de­ter Diri­gent am Elber­fel­der Stadt­thea­ter, wäh­rend der Ver­tre­tung des erkrank­ten haupt­amt­li­chen Diri­gen­ten am 11. Janu­ar 1914 gelang ihm der Durch­bruch bei einer Par­si­fal-Auf­füh­rung und er erhielt eine fes­te Anstel­lung. 1918 wur­de er 1. Kapell­meis­ter in Leip­zig, von 1920–1922 war er Gene­ral­mu­sik­di­rek­tor in Des­sau und ab 1922 arbei­te­te er in Mün­chen. 1936 wur­de er, dem eine ker­ni­ge und direk­te Spra­che nach­ge­sagt wur­de, von den Natio­nal­so­zia­lis­ten in den Ruhe­stand ver­setzt, wor­auf­hin er nach Wien zur Staats­oper ging. Nach dem 2. Welt­krieg arbei­te­te er bis zum sei­nem Tod 1965 am Fest­spiel­haus in Bay­reuth und brach­te 1951 mit Par­si­fal die ers­te Auf­füh­rung dort wie­der auf die Büh­ne.1

Hermann-Herberts-und-Hans-Rauhaus-Brunnen

Der Her­mann-Her­berts-und-Hans-Rau­haus-Brun­nen.

Am 15. Juni 1983 wur­de am städ­ti­schen Alten­heim am Ehren­mal in Cro­nen­eberg ein klei­ner Brun­nen im Gar­ten­hof ein­ge­weiht. Er besteht aus einer 2,60 m brei­ten Kup­fer­schwin­ge, die auf einem schwar­zen Mar­mor­so­ckel ruht und einem Becken­rand aus polier­tem schwar­zem Mar­mor. Aus fei­nen Düsen zwi­schen Sockel und Kup­fer­schwin­ge wird das Was­ser in das Brun­nen inne­re gesprüht. Gestal­tet wur­de der Brun­nen von Wil­fried Recke­witz.

Mit die­sem Brun­nen ehr­te die Gemein­nüt­zi­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Wup­per­tal (GWG) zwei lang­jäh­ri­ge Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de und enga­gier­te Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, Her­mann-Her­berts, ehe­mals Ober­bür­ger­meis­ter und Hans Rau­haus, lang­jäh­ri­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter von Cro­nen­berg. Auf dem Becken­rand ver­kün­det ein Bron­ze­schrift­band:1


Gewid­met Her­mann Her­berts, Ober­bür­ger­meis­ter-Ehren­bür­ger, Hans Rau­haus, Bür­ger­meis­ter-Bezirks­vor­ste­her, Auf­sichts­rä­te der GWG.”


Seit 1997 trägt die Cro­nen­fel­der Schu­le den Namen Her­mann Her­berts’ und ein Gedenk­stein steht vor dem Gebäu­de.

Bandwirker-Denkmal

Das Band­wir­ker-Denk­mal in Rons­dorf.

Eigent­lich war die Ein­wei­hung des Band­wir­ker-Denk­mals auf dem Rons­dor­fer Markt schon für das Jahr 1979 geplant — dem Jahr des 50 jäh­ri­gen Stadt­ju­bi­lä­ums. Doch wie es manch­mal so kommt, dau­er­te es bis zum 30. Mai 1980, ehe Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau der Ent­hül­lung des Rons­dor­fer Denk­mals bei­woh­nen konn­te. Geschaf­fen hat­te es der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Max Kratz, es zeigt ein Ehe­paar, das dem Beruf des Band­wir­kens nach­geht, so wie es “anno dazu­mal” in Rons­dorf fast jeder tat. Bei­de tra­gen einen Lie­fer­sack und die Frau trägt, wie Ruth Mey­er-Kahr­weg bemerkt, für die from­me Zions­ge­mein­de ein zu “plas­ti­sches” Gewand. Der Minis­ter­prä­si­dent und Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land wie­sen in ihren Fest­re­den dar­auf­hin, dass die Band­wir­ker einst das Stadt­bild präg­ten und nun die Erin­ne­rung dar­an, dass in fast jedem Haus in Heim­ar­beit Bän­der her­ge­stellt wur­den, immer mehr ver­blas­se.


Zwei Bän­ke laden zum Aus­ru­hen ein, sie erin­nern an das Weber­schiff­chen.

60.000 DM kos­te­te die bei Her­bert Schmä­ke in Düs­sel­dorf gegos­se­ne Plas­tik. Die Hälf­te der Kos­ten über­nahm das Tex­til­werk J.H. vom Bau­er Sohn GmbH & Co. KG, das in jenem Jahr sein 175jähriges Fir­men­ju­bi­lä­um fei­er­te, die ande­re Hälf­te ver­teil­te sich auf die Spar­kas­se und zahl­rei­che Bür­ger, die einem Auf­ruf des His­to­ri­kers Prof. Klaus Goe­bel, Vor­sit­zen­der des Denk­mal-Aus­schus­ses, gefolgt waren.


Die Gedenk­ta­fel.

Der Text der Gedenk­ta­fel lau­tet:

Dröm sat­ten vie, do böses platt
en Denk­mal med­den op den Matt
Dem Bag­kwir­ker on sin­ner Frau
die gewirkt op der Getau.”

Ein Modell der Plas­tik sowie die Gips­form schenk­te Prof. Kratz dem Von der Heydt-Muse­um.1

Zuckerfritz-Denkmal

Der Zucker­fritz von Ulle Hees.

Es war der 19. Dezem­ber 1979, als Fritz Poth ali­as “der Zucker­fritz” sei­ne Schub­kar­re für immer zwi­schen Neu­markt und Kers­ten­platz abstell­te und sich drauf­setz­te. Ulle Hees schuf nach der Mina Knal­len­falls auch die­se Bron­ze­fi­gur des 1831 in Elber­feld gebo­re­nen Ori­gi­nals. Mit sei­ner Schub­kar­re erle­dig­te Poth Boten­gän­ge und trans­por­tier­te Pake­te. Sei­ne Vor­lie­be für Süßig­kei­ten brach­te ihm sei­nen Spitz­na­men ein. Am 9. Mai 1906 starb Fritz Poth an einer Lun­gen­ent­zün­dung im Städ­ti­schen Kran­ken­haus.1



Im August 2010 wur­de der Zucker­fritz zur Repa­ra­tur in die Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei Kai­ser gebracht, da die Hol­me der Schub­kar­re von Metall­die­ben abge­tre­ten wor­den waren.2


Ein klei­ne Gedenk­ta­fel klärt den Besu­cher auf.
Eine klei­ne Lecke­rei.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mina-Knallenfalls-Denkmal

Seit dem 7. Juni 1979 steht mit­ten in der Elber­fel­der Innen­stadt eine stol­ze Frau­en­fi­gur, in Lebens­grö­ße und aus Bron­ze. Geschaf­fen wur­de sie von der Wup­per­ta­ler Bild­haue­rin Ulle Hees. Es han­delt sich um Mina Knal­len­falls, die Hel­din aus der gleich­na­mi­gen Mund­art­dich­tung von Otto Haus­mann (erschie­nen 1870). Das dral­le und kes­se “Weit” steht ohne Sockel mit­ten im Leben und wird von den Wup­per­ta­lern getäschelt, mit Blu­men ver­se­hen oder trägt auch schon mal einen Luft­bal­lon am Hand­ge­lenk. Mitt­ler­wei­le ist sich die For­schung sicher, dass die Groß­mutter des Dich­ters, Maria Wil­hel­mi­na Haus­mann, geb. Maas, der Figur als Vor­bild dien­te. Sie leb­te vor über 150 Jah­ren “an der Fuhr”, dem spä­te­ren Island­ufer, einem Armuts­vier­tel, das inzwi­schen kom­plett über­baut und ver­schwun­den ist. 1 Der bron­ze­nen Mina hin­ge­gen dien­te Hei­ke Jes­ber­ger, eine Freun­din Hees’, als Vor­bild für die Plas­tik.2



Vor der Figur klärt eine Bron­ze­ta­fel den Ver­wei­len­den auf:

Mina Knal­len­falls
Figur aus der um 1870 erschie­nen
Mund­art­dich­tung von Otto Haus­mann

Eck si an de Foahr ertro­cken
Mi Vader wor fusel­krank
Mi Moder, die streck­ten Socken
On spol­den onger de Hank

Plas­tik * Ulle Hees-Schett­ler * 1979


Die ers­te Gedenk­ta­fel ist die obe­re.

Im Jahr 2008 finan­zier­ten die Elber­fel­der Bezirks­ver­tre­tung und der Ber­gi­sche Geschichts­ver­ein ein zwei­te Gedenk­ta­fel, die im Sep­tem­ber 2008 ein­ge­las­sen wur­de. 3 Sie erzählt:

“Die Webe­rin ‘Mina’

über ihre Arbeit in der Fabrik
Orleans­dö­ker leahrt eck maken,
Die per Damp gefitsch­kataut
On ok wat geblöm­de Saken
Woa­den meck it alt aan­ver­traut”

Als die Bild­haue­rin Ulle Hees im Juli 2012 ver­starb, wur­de aus Anteil­nah­me vor ihrem bekann­tes­ten, aber bei wei­tem nicht ein­zi­gen Kunst­werk von den Wup­per­ta­lern Blu­men abge­legt.


17. Juli 2012.

Gustav-Müller-Gedenkstein

Am 28. Okto­ber 1978 wur­de eine klei­ne Grün­an­la­ge zwi­schen der Hecking­hau­ser Stra­ße und der Stra­ße Auf der Blei­che nach Gus­tav Mül­ler benannt. Der am 17. Janu­ar 1888 gebo­re­ne Fabri­kant hat­te nach dem Ers­ten Welt­krieg die Ket­ten- und Maschi­nen­fa­brik Gus­tav Mül­ler & Co. gegrün­det, die zunächst an der West­kot­ter Str., spä­ter an der Leim­ba­cher Stra­ße zu Hau­se war. Ab den 1930er Jah­ren befand sich das Unter­neh­men als “Metall­groß­hand­lung und Blei­werk” an der Huns­rücker Str. in Hecking­hau­sen. Heu­te besteht sie noch als “West­me­tall GmbH & Co. KG”. Gus­tav Mül­ler, der am 12. Juli 1969 ver­starb, galt als beschei­de­ner Mensch, obwohl er ver­mö­gend war und ihm lag das Wohl der älte­ren Mit­bür­ger am Her­zen. Er ver­mach­te in sei­nem Tes­ta­ment dem Stadt­teil Hecking­hau­sen 100.000 DM, mit dem Geld soll­te alten Men­schen der Lebens­abend ver­schö­nert wur­den. So dien­ten die Zin­sen unter ande­rem dem Auf­stel­len von Bän­ken, dem Finan­zie­ren von Aus­flugs­fahr­ten oder dem Ver­tei­len von Weih­nachts­ge­schen­ken in Hecking­hau­ser Alten­hei­men.


Gus­tav-Mül­ler-Gedenk­stein.

Die Bezirks­ver­tre­tung Hecking­hau­sen beschloss als Zei­chen der Wert­schät­zung die klei­ne Grün­an­la­ge nach ihm zu benen­nen und einen klei­nen Gedenk­stein zu stif­ten. Der Gra­nit­find­ling stammt aus dem Oden­wald und wur­de von Stein­metz­meis­ter Hel­mut Vos­berg gestal­tet. Auf ihm wur­de eine klei­ne Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die fol­gen­de Inschrift ent­hält:1

Gus­tav Mül­ler
Anla­ge
Bür­ger von Hecking­hau­sen
1888–1969”

Rudolf-Carnap-Gedenktafel

Es war der 3. Sep­tem­ber 1978, als “In der Krim 42” vom Rons­dor­fer Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein eine Gedenk­ta­fel für Rudolf Car­nap ein­ge­weiht wur­de, der in die­sem Haus am 18. Mai 1891 gebo­ren wur­de. Er war der Sohn von Johan­nes Sebu­lon Car­nap, Nef­fe des Archäo­lo­gen Wil­helm Dör­pfeld und Enkel des berühm­ten Päd­ago­gen Fried­rich Wil­helm Dör­pfeld. Sein Vater war ein wohl­ha­ben­der Band­fa­bri­kant, Stadt­ver­ord­ne­ter Pres­by­ter und Kirch­meis­ter in Rons­dorf. Rudolf Car­nap stu­dier­te nach dem Besuch des Bar­mer Gym­na­si­ums ab 1909 in Jena und Frei­burg Phi­lo­so­phie und Mathe­ma­tik, spä­ter auch Phy­sik. Nach der Teil­nah­me am Ers­ten Welt­krieg schloss er sich dem “Wie­ner Kreis” an, der ver­such­te Logis­tik und Empi­ris­mus zu einer Wis­sen­schafts­leh­re zu ver­bin­den. 1931 wur­de er Pro­fes­sor in Prag, lehr­te ab 1936 in Chi­ca­go und ab 1954 in Los Ange­les. Am 14. Sep­tem­ber 1970 ver­starb er in San­ta Moni­ca in Kali­for­ni­en.

Zur Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel war einer sei­ner Söh­ne aus Ber­lin ange­reist, eben­so der Jugend­freund Prof. Wil­helm Flit­ner aus Tübin­gen und Teil­neh­mer des Phi­lo­so­phi­schen Welt­kon­gres­ses aus Düs­sel­dorf. Der His­to­ri­ker Prof. Dr. Klaus Goe­bel erin­ner­te in der Fest­an­spra­che an das Werk Car­naps.1



Die Gedenk­ta­fel trägt fol­gen­de schlich­te Inschrift:

Geburts­haus
von
Rudolf Car­nap
18.5.1891 — 15.9.1970
Phi­lo­soph-Mathe­ma­ti­ker”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Generaloberst-Hoepner-Denkmal

Das Denk­mal für Gene­ral­oberst Hoep­ner am heu­ti­gen Stand­ort am W-Tec, der ehe­ma­li­gen Sagan-Kaser­ne.

Am 18. Okto­ber 1969 wur­de die Saar­burg-Kaser­ne am Freu­den­berg in einer Fei­er­stun­de in Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne umbe­nannt und zu die­sem Anlass wur­de auch das Denk­mal für den neu­en Namens­ge­ber im Ein­gangs­be­reich der Kaser­ne ein­ge­weiht. Auf­trag­ge­ber war die Kame­rad­schaft der 6. Pan­zer­di­vi­si­on, die Kos­ten in Höhe von 9.280 DM über­nahm die Stadt Wup­per­tal. Hoep­ner dien­te vom 12. Okto­ber 1937 bis Dezem­ber 1938 in Wup­per­tal als Kom­man­deur der 1.leichten Divi­si­on, der spä­te­ren 6. Pan­zer­di­vsi­on, sein Stabs­quar­tier befand sich in der Vil­la Wal­des­ruh am Bol­ten­berg. Er selbst wohn­te er im Haus Adolf-Vor­werk-Stra­ße 29, wo 1990 eine wei­te­re Gedenk­ta­fel ange­bracht wur­de. In der Bun­des­re­pu­blik wur­de er vor allem wegen sei­ner Betei­li­gung am Wider­stand des 20. Juli 1944 geehrt. Im zwei­ten Halb­jahr 1938 war Claus Graf Schenk von Stauf­fen­berg, die zen­tra­le Figur des mili­tä­ri­schen Wider­stands, sein Ver­sor­gungs­of­fi­zier. Für ihn wur­de 1984 ein Gedenk­stein von der CDU Wup­per­tal gestif­tet.



Das vom Bild­hau­er Albert Maz­zot­ti geschaf­fe­ne Denk­mal besteht aus einer zwei Meter hohen und 90cm brei­ten Plat­te aus Ibben­bü­re­ner Sand­stein, die sich nach oben hin ver­jüngt, sodass dort die Brei­te nur noch 80cm beträgt. Die Tie­fe beträgt 30cm. An ihr befin­det sich eine 90x60cm gro­ße Bron­ze­plat­te mit einem Reli­ef­bild­nis Hoep­ners sowie dar­un­ter die Inschrift in Bron­ze­buchtsta­ben:1

Gene­ral­oberst
Hoep­ner
*14.9.1886 + 8.8.1944”

Spä­ter, Urhe­ber und Zeit­punkt konn­ten bis­lang nicht recher­chiert wer­den, wur­de zwi­schen Reli­ef und Inschrift eine Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die die­se ergänzt. Ihr Text lau­tet:


Die Zusatz­ta­fel unbe­kann­ten Datums.

 “Gene­ral­oberst
Erich Hoep­ner

Gebo­ren am 14. Sep­tem­ber 1886 in Frankfurt/Oder
1937 stell­te er die 1.Leichte, spä­te­re 6.
Pan­zer­di­vi­si­on in Wup­per­tal auf. Am 8.Januar
1942 wur­de er wegen Befehls­ver­wei­ge­rung
aus der Wehr­macht aus­ge­stos­sen.
Er schloss sich dem Wider­stand gegen
Hit­ler an, und wur­de am 8. August 1944 in
Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.”

Das Denk­mal ver­schweigt die Rol­le Hoep­ners beim Ver­nich­tungs­feld­zug der Wehr­macht in Russ­land. Am 2. Mai 1941 erklär­te er in sei­ner „Auf­marsch- und Kampf­an­wei­sung” für den Über­fall auf die Sowjet­uni­on:


“Der Krieg gegen Ruß­land ist ein wesent­li­cher Abschnitt im Daseins­kampf des deut­schen Vol­kes. Es ist der Kampf der Ger­ma­nen gegen das Sla­wen­tum, die Abwehr des jüdi­schen Bol­sche­wis­mus.
Die­ser Kampf muß die Zer­trüm­me­rung des heu­ti­gen Ruß­land zum Zie­le haben und des­halb mit uner­hör­ter Här­te geführt wer­den. Jede Kampf­hand­lung muß in Anla­ge und Durch­füh­rung von dem eiser­nen Wil­len zur erbar­mungs­lo­sen, völ­li­gen Ver­nich­tung des Fein­des gelei­tet sein. Ins­be­son­de­re gibt es kei­ne Scho­nung für die Trä­ger des heu­ti­gen rus­sisch-bol­sche­wis­ti­schen Sys­tems.“2

Hoep­ner ging im sel­ben Jahr sogar noch über den sog. Kom­mis­sar­be­fehl hin­aus und ord­ne­te neben den Erschie­ßun­gen der poli­ti­schen Kom­mis­sa­re der Roten Armee die “glei­che Behand­lung von Zivil­kom­mis­sa­ren” an. Hoep­ner befahl somit nichts ande­res als tau­send­fa­che Kriegs­ver­bre­chen.3 Der Aus­stoß aus der Wehr­macht ging auf die Ent­schei­dung Hoep­ners zurück, im Janu­ar 1942 einem aus­drück­li­chen Füh­rer­be­fehl Hit­lers zu igno­rie­ren und sei­ner 4. Pan­zer­ar­mee den ret­ten­den Rück­zug auf vor­be­rei­te­te Stel­len zu befeh­len.4

Nach dem die Bun­des­wehr 1993 die Kaser­ne auf­gab, ging ihr Name auf die Dieden­ho­fen-Kaser­ne an der Park­stra­ße über, die wie­der­um 2004 auf­ge­ge­ben wur­de. Heu­te steht das Denk­mal zusam­men mit den ande­ren Bun­des­wehr-Denk­mä­lern  in der ehe­ma­li­gen Sagan-Kaser­ne, die als Tech­no­lo­gie­zen­trum W-Tec eine neue Nut­zung erfah­ren hat. Die ehe­ma­li­ge Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne beher­bergt heu­te den Cam­pus Freu­den­berg der Uni­ver­si­tät.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te