Heinz-Schwaffertz-Gedenktafel

Die Gedenk­ta­fel in der Heinz Schwaf­fertz-Are­na.

Am 2. Novem­ber 2008 weih­te Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung am Ver­eins­heim des Sport­plat­zes an der Rie­del­stra­ße in Sud­berg eine Gedenk­ta­fel des dort behei­ma­ten SSV 07 Sud­berg ein, die an den lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den und Mäzen Heinz Schwaf­fertz erin­nert.1 Die­ser war im Sep­tem­ber 2008 nach lan­ger Krank­heit gestor­ben.2Schwaf­fertz lei­te­te den Ver­ein seit 1989 und sorg­te dafür, dass sich die Sud­ber­ger in der Lan­des­li­ga eta­blier­ten und auch 2002 den moderns­ten Kunst­ra­sen­platz der Stadt erhiel­ten. Wie die Mar­mor-Gedenk­ta­fel ver­rät, trägt der Platz nun sei­nen Namen:


Die Gedenk­ta­fel.

Heinz Schwaf­fertz
Are­na
Rie­del­stras­se
1. Vor­sit­zen­der
des SSV 07 e.V. Sud­berg
1989–2008
Er leb­te für sei­nen Ver­ein.”



Denkmal für Willy und Gerda Wehrmann

Das Denk­mal-Ensem­ble.

Seit 2005 — das genaue Datum ist nicht bekannt — erin­nert ober­halb des Refor­mier­ten Gemein­de­stif­tes an der Blank­stra­ße ein Grab­stein an das Ehe­paar Wil­ly und Ger­da Wehr­mann. Deren Stif­tung unter­stützt bis heu­te die Arbeit des Gemein­de­stifts. 1 Neben dem Grab­stein wur­de noch eine Gedenk­ta­fel mit Foto­gra­fi­en und Lebens­da­ten der bei­den Stif­ter ange­bracht.


Die Gedenk­ta­fel

Gegen­über befin­det sich das Denk­mal für Wil­ly und Sel­ma Blank.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Denkmal für Willy und Selma Blank

Das Denk­mal

Ober­halb des Refor­mier­ten Gemeind­stif­tes in Elber­feld fin­den sich zwei Denk­mä­ler, deren Gestalt  eher an Grab­mä­ler auf Fried­hö­fen erin­nern. Und in der Tat, das Denk­mal zur Erin­ne­rung an die Stif­ter des Grund­stü­ckes des Gemein­de­stif­tes, Wil­ly und Sel­ma Blank (geb. de Weerth), stammt vom refor­mier­ten Fried­hof an der Hoch­stra­ße und wur­de dort nach dem Tod Wil­ly Blanks im Jahr 1907 errich­tet. Im August 1996 wur­de das Grab­mal als Denk­mal auf das Gelän­de des Stif­tes ver­setzt, zum Tag des Denk­mals 2003 ergänz­te das Refor­mier­te Gemein­de­stift eine Tafel mit dem Bescheid über die Ein­tra­gung in die Denk­mal­lis­te der Stadt Wup­per­tal.


Die Gedenk­ta­fel

Wil­ly Blank starb am 14. April 1907 bei einem Kur­auf­ent­halt in Mon­treux. Er war 25 Jah­re Stadt­ver­ord­ne­ter in Elber­feld gewe­sen, Mit­glied des Bezirks­aus­schus­ses, Mit­glied des Pro­vin­zi­al­land­ta­ges, Mit­glied im Ver­wal­tungs­rat der Ber­gisch-Mär­ki­schen Bank, Vor­stands­mit­glied des Kunst- und Muse­ums­ver­eins und akti­ves Mit­glied der refor­mier­ten-evan­ge­li­schen Gemein­de. Die Blank­stra­ße am Gemein­de­stift trägt sei­nen Namen.

Gegen­über erin­nert ein (Grab-)Denkmal an das Ehe­paar Wehr­mann.



Denkmal Zeche Karl

Das Denk­mal-Ensem­ble Zeche Karl.

1990 wur­de der Ein­gangs­schacht der Zeche “Karl”, in der vom 17.–19. Jahr­hun­dert Eisen­erz und Zin­kerz geför­dert wur­de, frei­ge­legt, auf­ge­mau­ert, mit einem Beton­kra­gen ver­se­hen und mit einer Glas­plat­te abge­deckt, sodass Pas­san­ten und Neu­gie­ri­ge einen Blick in den 48 Meter tie­fen Schacht wer­fen konn­ten. Die Kos­ten hier­für über­nahm die Stadt Wup­per­tal, die Initia­ti­ve dazu kam vom Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld und der Bezirks­ver­tre­tung.1 Im Herbst 1991 füg­te der Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld der Anla­ge noch eine Lore hin­zu, die von der Fir­ma Wachen­feld über­ar­bei­tet wor­den war, und das Indus­trie­denk­mal wur­de fei­er­lich mit einem “Glück auf” von Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, Bezirks­vor­ste­her Eber­hard Hasen­cle­ver und dem Vor­sit­zen­den des Bür­ger­ver­eins, Hans Neve­ling, der Öffent­lich­keit über­ge­ben.


Der Ein­stiegs­schacht.

Der 1983 wie­der­ent­deck­te Schacht, der heu­te an einem Pfad hin­ter dem 2009 ein­ge­weih­ten Schul­ge­bäu­de der Fritz-Harkort etwas ver­steckt zwi­schen den Stra­ßen Am Tim­pen und Gal­mei­stra­ße liegt, för­der­te 1882 bei­spiels­wei­se 7361 Ton­nen Eisen­erz und 2720 Zin­kerz (Gal­mei).2 1999 wur­de der Licht­schal­ter, der für die Beleuch­tung des Schach­tes sorg­te, durch Van­da­lis­mus zer­stört und dar­auf­hin bau­te der Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld einen Bewe­gungs­mel­der ein.3 2002 finan­zier­te die Bezirks­ver­tre­tung Lang­er­feld eine metal­le­ne Gedenk­ta­fel. Sie zeigt neben einem unter­ta­ge arbei­ten­den Berg­mann, der einer Lore schiebt, die Inschrift:


Die Gedenk­ta­fel.

Schacht der ehe­ma­li­gen
Zeche Karl
Hier wur­den aus weit­ver­zweig­ten
Stol­len von 1650 bis 1780 und
erneut von 1879 bis 1895 Eisen­stein
(Eisen­erz) und Gal­mei (Zin­kerz) geför­dert.
Der einst 48 Meter tie­fe Schacht wur­de
1990  wie­der geöff­net und auf­ge­mau­ert.
Er soll als Indus­trie­denk­mal
an den Berg­bau in Lang­er­feld erin­nern
wie auch
die Namen Gal­mei- und Eisen­stra­ße.”


Im sel­ben Jahr muss­te die Stadt für 1,2 Mil­lio­nen Euro, die aller­dings zu 80 Pro­zent vom Land über­nom­men wur­den, die Alt­las­ten des Berg­baus besei­ti­gen, die aus Cad­mi­um, Arsen, Zink und Blei bestan­den.4

Sicht in Schacht.

Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des Zwangsarbeiter-Durchgangslagers “Am Giebel”

Die Gedenk­ta­fel, im Hin­ter­grund sieht man eine North Ame­ri­can T-6. Es han­delt sich um ein ame­ri­ka­ni­sches Trai­nings­flug­zeug, das sowohl von den Bri­ten als auch von des US Air Force wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs zur Aus­bil­dung ver­wen­det wur­de. 1957 bil­de­te auch die Bun­des­luft­waf­fe ihre Pilo­ten auf dem Modell aus. Die­ses tat dort aber kei­nen Dienst und trug erst ab 1972 die Ken­nung D-FABY.

Am 17. April 2015 jähr­te sich das Kriegs­en­de in Wup­per­tal, der unblu­ti­ge Ein­marsch der ame­ri­ka­ni­schen Armee, zum 70. Mal. In zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten wur­de dar­an erin­nert, unter ande­rem mit der Ein­wei­hung einer Erin­ne­rungs­ta­fel im Indus­trie­ge­biet Möbeck, wo im Zwei­ten Welt­krieg ein Durch­gangs­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter und Zwangs­ar­bei­te­rin­nen exis­tiert hat­te. 1 Der Ver­ein zur Erfor­schung der Sozia­len Bewe­gung hat­te zur Ein­wei­hung unter ande­rem ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter aus dem nie­der­län­di­schen Roer­mond ein­ge­la­den.2


Zusätz­lich zur Gedenk­ta­fel ist noch die­se Skulp­tur ange­bracht.

Wie gegen­wär­tig bei zahl­rei­chen Gedenk­ta­feln üblich, ist der Text­an­teil sehr hoch und ver­sucht anstatt zu erin­nern zu erklä­ren, da die Zeit­ge­nos­sen fast alle nicht mehr leben und man der Ver­klä­rung ent­ge­gen­tre­ten will. Neben dem eigent­li­chen Text zeigt die Gedenk­ta­fel noch einen Lage­plan, eine Zeich­nung einer Bara­cke des Lagers und Namen der hier gestor­be­nen Zwangs­ar­bei­ter.


Die Gedenk­ta­fel.

Laut Tafel war das Lager vor sei­ner Nut­zung als Durch­gangs­la­ger ein städ­ti­sches Obdach­lo­sen­asyl für etwa 230 Per­so­nen und wur­de in der Wirt­schafts­kri­se ein­ge­rich­tet. 1940 wur­de es als Kriegs­ge­fan­ge­nen­la­ger genutzt und mit 1200 sowje­ti­schen und fran­zö­si­schen Sol­da­ten belegt. Anfang 1942 wur­de es dann zu einem von 50 Durch­gangs­la­gern im Reich, in dem zunächst rus­si­sche Zwangs­ar­bei­ter unter­ge­bracht wur­den. Über 125.000 Men­schen wur­den von hier zur Zwangs­ar­beit ver­teilt, die Bedin­gun­gen waren kata­stro­phal und men­schen­ver­ach­tend. 135 Men­schen und cir­ca 40 Kin­der star­ben an die­sem Ort. Die Zwangs­ar­bei­ter wur­den auch zur Ent­trüm­me­rung von bom­bar­dier­ten Stadt­tei­len ein­ge­setzt, hat­ten aber kein Anrecht auf Schutz in den Bun­kern, was zur einem star­ken Anstieg der Todes­ra­te ab 1942 führ­te.


In der Bro­schü­re “Ver­ges­se­ne Orte. Eine Tras­sen­tour auf den Spu­ren der NS-Zeit in Wup­per­tal”, fin­den sich eini­ge Zeit­zeu­gen­be­rich­te. Der Aus­schnitt von Evge­ni­ja Iva­nov­na M. sei hier zitiert:

Das Lager war drei­rei­hig mit Sta­chel­draht umzäunt, durch den Strom floss, da stan­den Poli­zis­ten, die uns stän­dig schlu­gen, aber unter uns Ost­ar­bei­tern waren Muti­ge, die aus dem Lager flo­hen. Aber sie wur­den alle gefan­gen und in ein Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger gesteckt. Wir haben nichts mehr von ihnen gehört und sie bis heu­te nicht wie­der­ge­se­hen. Als wir im Lager Gie­bel waren, arbei­te­ten wir bei der Trüm­mer­räu­mung in Wup­per­tal, Elber­feld, Voh­win­kel, Rem­scheid, Bar­men, Ober­bar­men usw. Nach Bom­bar­die­run­gen räum­ten wir Rui­nen, repa­rier­ten Stra­ßen und Stra­ßen­bah­nen. Wäh­rend der Bom­bar­die­run­gen wur­den wir nicht in den Bun­ker gelas­sen, die Bewoh­ner selbst schlu­gen uns, trie­ben uns hin­aus und brüll­ten uns an ‚Jude‘.“3


Aus­schnitt des Lager­plans.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal der Langerfelder Wasserleitung

Die alte Was­ser­lei­tung vor der Spar­kas­se an der Schwel­mer Stra­ße.

1989 muss­te am Lang­er­fel­der Markt, genau­er an der Spit­zen­stra­ße 1–3, ein altes Fach­werk­ge­bäu­de abge­ris­sen wer­den. Bei den Aus­schach­tungs­ar­bei­ten für den Neu­bau fand man eine alte, 250 Meter lan­ge höl­zer­ne Was­ser­lei­tung. Man ent­deck­te eben­falls einen 12 Meter tie­fen, ver­füll­ten Brun­nen, des­sen Füll­ma­te­ri­al aller­hand inter­es­san­te his­to­ri­sche Relik­te ent­hielt, die von der Blei­cher­grup­pe des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins gesi­chert wur­den. Ein alter Kanal wur­de eben­falls frei­ge­legt, der ent­we­der der Kanal­sie­rung eines Baches oder der Abwas­ser­ent­sor­gung dien­te.1 Ein vier Meter lan­ges und vier Zent­ner schwe­res Stück der Was­ser­lei­tung — ein durch­bohr­ter Eichen­stamm — wur­de gesi­chert.2


Detail.

1997 wur­de die His­to­ri­sche Was­ser­lei­tung im Muse­um des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins aus­ge­stellt, nach­dem das Holz von den Wup­per­ta­ler Stadt­wer­ken prä­pa­riert wor­den war.3 Im Juni 1998 wur­de der Über­rest vor der Lang­er­fel­der Filia­le der Spar­kas­se in den Boden ein­ge­las­sen und mit einer Glas­plat­te bedeckt. Spar­kas­sen-Direk­tor Wiecken­dick und der Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins, Hans Neve­ling weih­ten das Denk­mal ein.4


Die Gedenk­ta­fel.

Die hin­zu­ge­füg­te Gedenk­ta­fel erklärt unter dem Lang­er­fel­der Wap­pen:

1734 wird die­se Was­ser­lei­tung anläß­lich eines
Benut­zer­strei­tes erst­ma­lig erwähnt.
Sie lei­te­te das vom Hedt­berg flie­ßen­de Was­ser
zu drei offe­nen Was­ser­stel­len -Fon­tä­nen- in
der Nähe des Lang­er­fel­der Mark­tes.
Hier wur­de zu ver­ab­re­de­ten Zei­ten Wäsche gewa­schen
und das für den Haus­halt benö­tig­te Was­ser geholt.
Die­se Was­ser­lei­tung, die 1989 aus­ge­gra­ben wur­de,
kann als die ältes­te die­ser Art im Ber­gi­schen Land
ange­se­hen wer­den.
____________

Den Bür­gern Lang­er­felds
Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld e.V.
Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal”


Die Geschich­te des Lang­er­fel­der Was­ser­streits von 1730 hat Ulle Hees 1981 im Brun­nen am Lang­er­fel­der Markt fest­ge­hal­ten. Auch eini­ge Was­ser­stel­len exis­tie­ren noch.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Textilhistorisches Denkmal an der Junior-Uni

Das Denk­mal­ensem­ble an der Juni­or Uni.

Vor dem 21. Juli 2014 weih­te der Bar­mer Bezirks­bür­ger­meis­ter Hans-Her­mann Lücke von der CDU zusam­men mit dem Geschäfts­füh­rer der Juni­or Uni, Ernst-Andre­as Zieg­ler, eine Denk­mal­grup­pe ein, die aus Tei­len eines alten Fabrik­ge­bäu­des einer Bar­mer Fär­be­rei besteht. Drei Metall­säu­len, die die Kel­ler­de­cke tru­gen, eine Back­stein­wand und das Fun­da­ment des Schorn­stein sind alles, was von dem Gebäu­de aus den 1860er Jah­ren übrig geblie­ben ist, an des­sen Stel­le nun der far­ben­fro­he Neu­bau der Juni­or-Uni steht. Die Denk­mal­grup­pe wur­de von den Archi­tek­ten des Neu­baus, Hans Chris­toph Göde­king und Johan­nes Nied­wo­rok ent­wor­fen und wird kom­plet­tiert von einem alten Fens­ter, dass die Funk­ti­on einer Gedenk­ta­fel aus­übt.1


Die neun­tei­li­ge Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift erklärt:

“Die Wup­per­ta­ler Juni­or Uni für das
Ber­gi­sche Land steht in der gro­ßen Tra­di­ti­on
von For­scher­geist, Unter­neh­mer­mut und
her­vor­a­gen­der Fach­kräf­te­kom­pe­tenz -
über Jahrhunderte.An die­ser Stel­le wur­den Far­ben für die
Tex­til­in­dus­trie her­ge­stellt.
Dar­an erin­ner­te bis zum Jah­re 2010 eine
völ­lig her­un­ter­ge­kom­me­ne Indus­trie­rui­ne.
Beim Abriss wur­den die­se archi­tek­to­ni­schen
Merk­zei­chen für die Nach­welt gesi­chert:
die­ser ursprüng­lich neunge­teil­te
Fens­ter­rah­men, drei stäh­ler­ne Stüt­zen und
ein Zie­gel­mau­er­block.”

Hans-Her­mann Lücke, der das Denk­mal ein­weih­te, wur­de dazu von der Juni­or Uni ein­ge­la­den, die sich für die Unter­stüt­zung der Bar­mer Bezirks­ver­tre­tung bedan­ken woll­te.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Langerfelder Bleicher-Denkmal

Das Blei­cher­denk­mal in Lang­er­feld.

Die Wup­per­ta­ler Geschich­te ist ganz eng mit der Tex­til­in­dus­trie ver­bun­den. Die ältes­ten Akti­vi­tä­ten auf die­sem Gebiet las­sen sich bis in das 15. Jahr­hun­dert zurück­zu­füh­ren, als an der Wup­per Garn gebleicht wur­de. In Erin­ne­rung an die­se Tra­di­ti­on grün­de­te man in Lang­er­feld 1981 die Blei­cher­grup­pe des Bür­ger­ver­eins Lang­er­feld, die es sich zur Auf­ga­be mach­te, Wup­per­tal folk­lo­ris­tisch zu ver­tre­ten, aber auch den Wup­per­ta­lern ihre Geschich­te näher zu brin­gen.1


Nah­auf­nah­me.

1991 fei­er­te die Blei­cher­grup­pe ihr 10jähriges Bestehen mit einer gro­ßen Fest­wo­che. Als Teil davon weih­te man am 28. Sep­tem­ber 19912 um 11 Uhr am Haus des dama­li­gen zwei­ten Vor­sit­zen­den an der Lang­er­fel­der Stra­ße Ecke Mar­bo­d­stra­ße das Blei­cher-Denk­mal ein. Es zeigt neben dem Lang­er­fel­der Wap­pen einen Blei­cher mit der Güte auf der Schul­ter als Reli­ef und als schat­ten­haf­te Aus­spa­rung in der wei­ßen Metall­plat­te vor der tra­di­tio­nel­len ver­schie­fer­ten Wand des Hau­ses. Sie wur­de ent­wor­fen von F. Paul und her­ge­stellt von der Fir­ma Wachen­feld. Zahl­rei­che Lang­er­fel­der nah­men am Fest­akt der Ein­wei­hung teil.3

Eine aus­führ­li­che Beschrei­bung des Garn­blei­chens fin­det sich auf der Home­page des Lang­er­fel­der Bür­ger­ver­eins. 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal für die Langerfelder Straßenbahn

Das Denk­mal-Ensem­ble.

Am 8. Juli 2000 kom­ple­tier­te eine alte Ach­se der Köl­ner Stra­ßen­bahn das Geden­ken an die Lang­er­fel­der Stra­ßen­bahn an der Ecke Schwel­mer Straße/ In der Fleu­te. Zusam­men mit einer mut­maß­lich schon 1999 auf­ge­stell­ten Gedenk­ta­fel und einem Stück Kopf­stein­pflas­ter mit Ori­gi­nal­schie­nen erin­nert sie seit­dem an die 88jährige Geschich­te des Schie­nen­ver­kehrs zwi­schen Schwelm und Bar­men durch Lang­er­feld.


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel erklärt unter einem Bild einer Stra­ßen­bahn mit Lyra-Strom­ab­neh­mer schlicht:

Zur Erin­ne­rung an die von
1897 bis 1985
ver­keh­ren­de Stra­ßen­bahn
von Bar­men nach Schwelm.

Den Bür­gern Lang­er­felds 1999
Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld e.V.


Am 1. Sep­tem­ber 1897 fuhr die ers­te Stra­ßen­bahn der Linie Bar­men — Lang­er­feld — Schwelm, sie erhielt 1905 die Lini­en­num­mer 5.  1907 wur­de sie bis Mils­pe ver­län­gert, 1928 fuhr sie als Linie 8. Ab 1948 fuhr auch die Linie 18 zwi­schen Schwelm und Sonn­born. 1968 begann dann der schritt­wei­se Nie­der­gang, zunächst durch die Kap­pung des Astes nach Schwelm und die Ein­ri­chung der Wen­de­an­la­ge an der Die­sel­stra­ße. Von hier fuhr nun die Linie 1 nach Wie­den, spä­ter Linie 11 zum Gabel­punkt am Bril­ler Kreuz. Die Linie 8 ver­kehrt indes bis zum Kli­ni­kum Bar­men. 1980 erhiel­ten die Lini­en dann die Num­mern 608 und 611.


Die Köl­ner Ach­se.

Im Juni 1985 fuhr die letz­te Stra­ßen­bahn durch Lang­er­feld, die nun durch Bus­se ersetzt wur­de. “Es war falsch, den Betrieb der umwelt­freund­li­chen Stra­ßen­bahn 1985 ein­zu­stel­len”, erklär­te CDU Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Lietz bei der Ent­hül­lung der Stra­ßen­bahn­ach­se.1

Historische Tafeln der Geschichtswerkstatt Wuppertal

Eine von vie­len his­to­ri­schen Geschichts­ta­feln im Stadt­ge­biet. Hier an der Müh­len­brü­cke.

Seit der Regio­na­le 2006 sind sie in ganz Wup­per­tal zu fin­den und immer wie­der tau­chen neue auf, nun zum Bei­spiel an der Nord­bahn­tras­se. Die Rede ist von den qua­dra­ti­schen blau­en Tafeln, die mit Bild und Text die Geschich­te eines Ortes erklä­ren; wer in einem Haus wohn­te, wel­che Per­sön­lich­keit dort gebo­ren wur­de, oder was dar­in pro­du­ziert wur­de, aber auch wel­che Bedeu­tung ein Ver­kehrs­weg hat­te oder wel­che Pro­duk­ti­ons­stät­ten mitt­ler­wei­le in der Natur kaum noch zu erken­nen sind. The­men­schwer­punkt ist “Wup­per­tal im Indus­trie­zeit­al­ter”. Erstellt und rea­li­siert wer­den die Tafeln von der Geschichts­werk­tstatt Wup­per­tal 1, die getra­gen wird vom Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein und dem His­to­ri­schen Zen­trum. Sie  wur­de von der NRW-Stif­tung für Natur­schutz, Hei­mat- und Kul­tur­pfle­ge unter­stützt. Als man 2006 das 2003 begon­ne­ne Pro­jekt der Öffent­lich­keit vor­stell­te, hat­te man für jeden Stadt­teil unter dem Ober­the­ma „Fäden – Far­ben – Was­ser – Dampf“ min­des­tens eine Rou­te erstellt:

  • Rou­te 1: Cro­nen­berg: „Vom Erz­ab­bau zur Werk­zeug­indus­trie“
  • Rou­te 2: Bey­en­burg: „Nut­zung der Was­ser­kraft und Ent­wick­lung des Wege­net­zes“
  • Rou­te 3: Hecking­hau­sen-Öhde: „Vom Blei­chen zur „Kunst­sei­de“ – 500 Jah­re Tex­til­ge­schich­te
  • Rou­te 4: Rons­dorf: „Auf den Spu­ren der Band­wir­ker und einer vor­in­dus­tri­el­len Stadt­grün­dung“
  • Rou­te 5: Fried­rich-Ebert-Stra­ße/Arren­berg: „Pracht­stra­ße mit Fabri­ken / Arbei­ter­vier­tel und Armen­hil­fe“
  • Rou­te 6: Wich­ling­hau­sen: „“Bar­mer Arti­kel” — Spit­zen, Lit­zen und Bän­der in aller Welt“
  • Rou­te 7: Unt­er­bar­men: „Gesell­schaft­li­ches Leben an der reprä­sen­ta­ti­ven Allee“
  • Rou­te 8: Elber­fel­der Nord­stadt-“Ölberg: „“Mit uns zieht die neue Zeit…” — All­tag und Poli­tik im Arbei­ter­vier­tel“
  • Rou­te 9: Elber­fel­der Nord­stadt-Osters­baum: „Sozia­ler Fort­schritt im Spie­gel sozia­ler und kul­tu­rel­ler Ein­rich­tun­gen“
  • Rou­te 10: Voh­win­kel: „Vom frü­hen Ver­kehrs­kno­ten­punkt zur Stadt­grün­dung“
  • Rou­te 11: Lang­er­feld: „Vom Dorf zur Stadt – Urba­ni­sie­rung im Umland“
  • Rou­te 12: Zoo­vier­tel: „Vil­len­vier­tel vor den Toren der Stadt“
  • Rou­te 13: Sedans­berg: „“Licht – Luft – Son­ne” — Genos­sen­schaft und „Reform-Woh­nungs­bau“ der 1920er Jah­re“ 2

Die Tafeln gehö­ren zwar auch zu den Erin­ne­rungs­zei­chen, wer­den hier aber als ein Denk­mal behan­delt, zumal sie eher auf­klä­re­ri­schen als memo­rie­ren­den Cha­rak­ter haben. Lei­der gibt es online kei­ne Über­sicht der ein­zel­nen (auch rou­ten­un­ab­hän­gi­gen) Tafeln.