Standbild der Euterpe

 Von die­ser Skulp­tur exis­tiert kei­ne bekann­te Abbildung.

Nach­dem im Jahr 1893 der Elber­fel­der Kauf­mann und Mäzen Lud­wig (Lou­is) von Lili­en­thal (*1828) gestor­ben war, ver­mach­ten sei­ne Erben dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein aus dem reich­hal­ti­gem Kunst­schatz des Ver­stor­be­nen ein Stand­bild der Euter­pe aus Zink­guß. Euter­pe (griech.: die Freu­den­spen­den­de) war die Muse der lyri­schen Poe­sie und des Gesangs und wird meist mit einer Flö­te dar­ge­stellt. Das Stand­bild wur­de in der Nähe des Böh­ler Hofes in der Nähe des dama­li­gen Stein­bruchs in der Anla­ge der Frie­dens­hö­he aufgestellt.
Lud­wig von Lili­en­thal führ­te nach dem Tod sei­nes Schwie­ger­va­ters Carl Seyd die “Hand­lung für eng­li­sche, fran­zö­si­sche und Schwei­zer Manu­fak­tur­wa­ren” an der Ecke Wall und Schlös­sers­gas­se. Auf sei­nem Anwe­sen auf der Klu­ser Höhe führ­te er ein gast­frei­es Haus, in dem unter ande­rem der Maler Richard Seel und der Bild­hau­er Paul Dis­sel­hoff arbeiteten.
Wann und war­um das Stand­bild ent­fernt oder zer­stört wur­de, ist unbe­kannt und ver­liert sich im Dun­kel der Geschich­te.1

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Karte


Der Bleicherbrunnen auf dem Wupperfelder Markt

Der Blei­cher­brun­nen im August 2011 auf dem Wup­per­fel­der Markt.

Der 21.Mai 1884 war der Tag vor Chris­ti Him­mel­fahrt und der Tag, an dem Fried­rich von Eynern als Ver­tre­ter der Wup­per­fel­der Bür­ger­schaft den neu­en Blei­cher­brun­nen fei­er­lich in die Obhut der Stadt Bar­men über­gab. Ober­bür­ger­meis­ter Fried­rich Wil­helm Wen­ger, Bür­ger­meis­ter Johan­nes Gus­tav Brod­zi­na, meh­re­re Stadt­ver­ord­ne­te und eine gro­ße Men­schen­men­ge nah­men an der Fei­er teil. Die nöti­gen Mit­tel (6000 Mark) hat­ten die Wup­per­fel­der aus den Über­schüs­sen der Ver­mie­tung des “Wup­per­fel­der Bür­ger­haus’ ” an der Wup­per­fel­der Stra­ße Nr.2 gewon­nen. Die Ent­schei­dung zur Errich­tung des Brun­nens durch die Ver­wal­tung des Bür­ger­hau­ses wur­de am 22.Juni 1883 getrof­fen, eine Idee, die erst durch die am 5.Mai 1883 erfolg­te zen­tra­le Ver­sor­gung Bar­mens mit Ruhr­was­ser durch das Was­ser­werk Vol­mar­stein ermög­licht wur­de. Der Brun­nen sym­bo­li­sier­te somit nicht nur für die Tra­di­ti­on der Blei­cher, son­dern auch die moder­ne städ­ti­sche Wasserversorgung.


Der Blei­cher auf der Spit­ze des Brun­nens von Fried­rich Küst­hardt d.Ä.

Die Figur des Blei­chers erin­nert dar­an, dass das von Her­zog Johann von Berg erteil­te Pri­vi­leg der Garn­nah­rung die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung der blü­hen­den Tex­til­in­dus­trie des Wup­per­tals war. Mit der Schau­fel, “Güte“1genannt,  schleu­der­ten die Blei­cher das Wup­per­was­ser auf die zum Blei­chen aus­ge­leg­ten Tuche auf den Wup­per­wie­sen. Den Rest der Arbeit über­nah­men dann die Sonnenstrahlen.

Den drei­stu­fi­gen Blei­cher­brun­nen, bei dem von der Brun­nen­säu­le aus fei­nen Düsen das Was­ser in die Scha­len läuft, ent­warf Stadt­bau­meis­ter Carl Win­chen­bach. Zusätz­lich fließt aus den Mäu­lern der Del­phi­ne am unte­ren Teil Was­ser in das unters­te baro­cke Becken. Der Blei­cher und die wei­te­ren Stein­metz­ar­bei­ten wur­den vom Hil­des­hei­mer Bild­hau­er Fried­rich Küst­hardt d.Ä. geschaffen.


Was­ser­spu­cken­de Delfine.

1884 befand sich der Stand­ort des Brun­nens auf der ande­ren Sei­te der Ber­li­ner Stra­ße, die damals noch nicht so breit aus­ge­baut war wie heu­te. 1954 ver­setz­te man den Brun­nen im Zuge der Stra­ßen­bau­ar­bei­ten an sei­nen heu­ti­gen Stand­ort auf dem Wup­per­fel­der Markt. Die Kos­ten dafür über­nahm die Fir­ma Bart­hels-Feld­hoff anläss­lich ihres 125jährigen Bestehens. Thil. Bart­hels hat­te sich schon 1884 für den Bau des Brun­nens eingesetzt.
1966/67 muß­te der Brun­nen auf­grund der Beschä­di­gun­gen durch die Umwelt­ein­flüs­se zum ers­ten Mal restau­riert wur­de, signi­fi­kan­ter­wei­se zehn Jah­re nach dem Aus­bau der Ber­li­ner Stra­ße. Der Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler führ­te die Restau­rie­rung durch. 1977 — zur 450-Jahr­fei­er der Garn­nah­rung — über­gab der IHK-Prä­si­dent Dr.Salzer Ober­bür­ger­meis­ter Gott­fried Gur­land einen Beu­tel mit 861 blan­ken Mark­stü­cken zur Erin­ne­rung an die gol­de­nen Gul­den, mit denen das Pri­vi­leg von den Blei­chern gekauft wor­den war. Ergänzt wur­de das Geschenk um einen Scheck in Höhe von 8.610 DM zur erneu­ten Über­ho­lung des Brun­nens.2


Aus den Del­fin­köp­fen floss im Som­mer 2011 kein Was­ser mehr.

Anfang Janu­ar 1992 begann dann im Anschluss an die Neu­ge­stal­tung des Plat­zes die bis­lang letz­te Restau­rie­rung des Brun­nens, die Kos­ten betru­gen stol­ze  100.000 DM.3 Dafür wur­de der Brun­nen von der Fir­ma Bouil­lon-Bau aus Dort­mund in 39 Ein­zel­tei­le zer­legt und in Dort­mund fach­ge­recht saniert. Mit Hil­fe des “Steiner­gän­zungs­ver­fah­rens”, bei dem mit­hil­fe eines Pul­vers, das mit Was­ser ver­rührt wird, die Bau­sub­stanz wie­der her­ge­stellt wird, wur­den auch Bau­sün­den der vor­he­ri­gen Restau­rie­run­gen besei­tigt. Man hat­te damals vor­nehm­lich mit Beton die Schad­stel­len behan­delt.4 Am 5.Mai 1992 war der Blei­cher­brun­nen wie­der kom­plett und saniert auf dem Wup­per­fel­der Markt zu fin­den5 und am 11.Juli 1992 wur­de der Brun­nen dann mit einem Fest  von Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus wie­der ein­ge­weiht.6


Brunnen von Julius Seyd am Neuenteich

1879 stif­te­te der ehe­ma­li­ge Elber­fel­der Bür­ger Juli­us Seyd dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein den Brun­nen “Die strei­ten­den Kna­ben.” Vier Jah­re spä­ter (1883), so ist der Fest­schrift des Ver­schö­ne­rungs­ver­ei­nes von 1895 zu ent­neh­men, stif­te­te Juli­us Seyd einen zwei­ten, grö­ße­ren Spring­brun­nen, der “auf dem acht­ecki­gen Platz neben dem vor­ma­li­gen Neu­en­tei­cher Stein­bru­che” auf­ge­stellt wur­de. Die­se Bemer­kung in der Fest­schrift ist die ein­zi­ge Quel­le für die Exis­tenz die­ses Brun­nens, eine Abbil­dung exis­tiert nicht.1

Die streitenden Knaben

Der ange­se­he­ne Kauf­mann und ehe­ma­li­ge Elber­fel­der Bür­ger Juli­us Seyd schenk­te dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein im Jahr 1879 eine Figu­ren­grup­pe des Bild­hau­ers Gus­tav Eber­lein. Die aus Zink­guß gefer­tig­ten “strei­ten­den Kna­ben” soll­ten im alten Stein­bruch auf der Hardt als Spring­brun­nen die­nen. Im Werks­ver­zeich­nis Eber­leins taucht die Figu­ren­grup­pe unter dem Titel “Kna­ben, um eine Gans strei­tend” auf und wird auf das Jahr 1873 datiert. Damals war Eber­lein auf­grund finan­zi­el­ler Sor­gen gezwun­gen von sei­nen Arbei­ten meh­re­re Kopien zu ver­kau­fen.1


Die strei­ten­den Kna­ben, laut dem Bei­blatt “um 1880”. Es ist aber unklar, ob damit das Jahr der Foto­gra­fie gemeint ist, oder das Datum der Auf­stel­lung der Figu­ren. Zu sehen sind die bei­den Kna­ben auf einem Fels­stein, der wie­der­um in einem klei­nen was­ser­ge­füll­ten Becken steht. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/9

Die­se Post­kar­te wur­de 1918 abge­stem­pelt. Es ist aber unklar, wel­ches Bild älter ist. Auch hier ste­hen die Kna­ben um die Gans strei­tend auf einem Fel­sen. Das Was­ser­be­cken ist von Fels­ge­stein gesäumt. Auf der lin­ken Sei­te der Foto­gra­fie ist im Hin­ter­grund das Wil­berg-Denk­mal zu sehen. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/80

Wie an den Bil­der ersicht­lich, wur­de die Anla­ge min­des­tens ein­mal umge­stal­tet, mög­li­cher­wei­se wur­de auch der Stand­ort gewech­selt. Der Brun­nen ist heu­te nicht mehr vorhanden.

Standbild der Diana auf der Friedenshöhe

Im April 1879 wur­de auf dem Dia­na­platz auf der Frie­dens­hö­he im Wald am Freu­den­berg  auf einem 2,25 Meter hohen Pos­ta­ment ein Stand­bild der römi­schen Göt­tin Dia­na auf­ge­stellt. Die­ser Platz ist heu­te kaum noch erkenn­bar, aber auf alten Kar­ten ver­zeich­net. Er liegt ober­halb der Kron­prin­zen­al­lee (sie­he Kar­te am Ende des Ein­trags). Die eben­falls 2,25 Meter hohe Sta­tue war dem Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein von August Frei­herr von der Heydt geschenkt wor­den. Her­ge­stellt wur­de sie im Ate­lier A.Castner und Komp. in Ber­lin als Zink­guß, der anschlie­ßend einen mar­mor­ar­ti­gen Anstrich erhielt. Als Vor­bild dien­te die Dia­na von Ver­sailles. Das Pos­ta­ment hat­te Bau­rat Kay­ser ent­wor­fen.1


Das Stand­bild der Dia­na auf der Frie­dens­hö­he, eine Kopie der Dia­na von Ver­sailles. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Dia­na von Ver­sailles im Lou­vre, Wiki­pe­dia. foto­gra­fiert von Marie-Lan Nguy­en (Janu­ar 2005)

Die Dia­na von Ver­sailles ist eine römi­sche Mar­mor­sta­tue, die im 1. oder 2.Jahrhundert n.Chr. ihrer­seits als Kopie einer grie­chi­schen Bron­ze­sta­tue ent­stand. Das Ori­gi­nal wur­de um 325 v.Chr. vom grie­chi­schen Bild­hau­er Leo­cha­res geschaf­fen und war dem­nach der grie­chi­schen Göt­tin Arte­mis gewid­met, dem Pen­dant zur römi­schen Dia­na. Nach­dem die Sta­tue in Ita­li­en ent­deckt wur­de, schenk­te sie Papst Paul IV. 1556 dem fran­zö­si­schen König Hen­ry II., heu­te fin­det sich die Sta­tue unter dem Tiel “Arte­mis Chasseres­se” (Die jagen­de Arte­mis) im Pari­ser Lou­vre.2


Die leicht über­le­bens­gro­ße Diana/Artemis trägt eine Tuni­ka und ist als Schüt­ze­rin des Wil­des und nicht als Jagd­göt­tin fest­ge­hal­ten. Sie stellt sich vor einen unter­le­bens­gro­ßen Hirsch, des­sen Geweih sie mit der lin­ken Hand hält, wäh­rend sie mit der rech­ten nach den Pfei­len in ihrem Köcher greift. Einen Bogen hat sie nicht. 1937 wird sie als noch vor­han­den in einer Lis­te der Ber­gisch-Mär­ki­schen Zei­tung (vom 05.03.1937) auf­ge­führt. Bei einer Bestands­auf­nah­me 1956 war nur noch das Pos­ta­ment vor­han­den, wel­ches 1959 ent­fernt wur­de.3


Ergän­zung vom 14.März 2012:
Kar­ten­aus­schnitt der Anla­gen an der Frie­dens­hö­he. Im Zen­trum die­ses Aus­schnitts ist der Dia­na-Platz zu sehen. Die Stra­ße im Osten ist die Rons­dor­fer Stra­ße, davon abzwei­gend die heu­ti­ge Kron­prin­zen­str. Anla­gen Frie­dens­hö­he, Städ­ti­sche Park­ver­wal­tung Elber­feld 1913. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur 30/73.

Georg Kolbes Brunnen und Skulptur “Bellona”

Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens, ent­stan­den  ver­mut­lich zwi­schen 1933 und 1943, da die Fah­ne im lin­ken Bild­ab­schnitt das Haken­kreuz der Natio­nal­so­zia­lis­ten zu tra­gen scheint. Im Hin­ter­grund das Hotel Kai­ser­hof, hier fin­det sich heu­te die Asphalt­wüs­te des Döp­pers­berg. Die Stra­ße, die links hin­ab führt, ist die Alte Frei­heit, man kann den Schwe­be­bahn­hof Döp­pers­berg (Köbo-Haus) erken­nen. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

1914 bemüh­ten sich Elber­fel­der Bür­ger eine Brun­nen­an­la­ge in der dama­li­gen Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof  zu errich­ten und spen­de­ten dafür 4.600 Mk, im Juli 1915 waren unter ande­rem mit­hil­fe der Zin­sen der Lüh­dorf-Platz­hoff-Stif­tung 10.000 Mk zusam­men- gekom­men. Am 6.Juli 1915 konn­te Ober­bür­ger­meis­ter Funck den Stadt- ver­ord­ne­ten mit­tei­len, dass man erfolg­reich um Mit­tel aus dem Lan­des­kunst­fonds gewor­ben hat­te und das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um sich bereit erklärt habe, für Elber­feld einen Brun­nen zu spen­den. Die Kos­ten in Höhe von 30.000 Mk soll­ten zu einem Drit­tel von der Stadt getra­gen wer­den. Aus einem Wett­be­werb war bereits ein Ent­wurf des Bild­hau­ers Georg Kol­be als Preis­trä­ger her­vor­ge­gan­gen. Der Brun­nen besaß zwei Scha­len, aus der klei­ne­ren ergoss sich das Was­ser in eine grö­ße­re. In der Mit­te fan­den sich die bei­den Bron­ze­fi­gu­ren: Die Kriegs­göt­tin reich­te einem “erwa­chen­den Krie­ger”, so die zeit­ge­nös­si­sche Beschrei­bung, ein Schwert.1


Foto­gra­fie des Bel­lo­na-Brun­nens in der Grün­an­la­ge vor dem Haupt­bahn­hof. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 010/3/45 (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Auf die­ser Post­kar­te ist zuse­hen, wie der Brun­nen in Betrieb mög­li­cher­wei­se aus­sah. Post­kar­te gelau­fen am 10. Janu­ar 1933. (Bild hin­zu­ge­fügt am 9. Juli 2018)

Post­kar­te mit der Bel­lo­na. Bild ergänzt am 17. April 2021.

OB Funck war erfreut, dass “jedem Besu­cher der Stadt schon beim Ein­tritt eine Vor­stel­lung davon gege­ben wird, daß bei uns nicht nur die nüch­ter­ne Arbeit, son­dern auch Sinn für Höhe­res zu Hau­se ist.“2 Aller­dings dau­er­te es noch bis 1922, bis die Besu­cher den Brun­nen bewun­dern konn­ten. Roh­stoff­man­gel wäh­rend des Krie­ges und die Infla­ti­on in Fol­ge des Krie­ges ver­hin­der­ten die Auf­stel­lung. Die Kos­ten für die Stadt stie­gen so von 10.000 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 3.00 Mk Neben­kos­ten auf 13.333 Mk Eigen­be­tei­li­gung und 12.000 Mk Neben­kos­ten (!) im Mai  1919, im Novem­ber 1921 war die Gesamt­hö­he von 47.000 MK erreicht.3


Die Figu­ren des ehem. “Elber­fel­der Brun­nens”, bzw. “Brun­nen am Haupt­bahn­hof” vor der Zentralbibliothek.

Kol­be scheint dem Brun­nen kei­nen Namen gege­ben haben (er nann­te es ein­fach den Elber­fel­der Brun­nen), sodass schon vor dem Auf­stel­len ver­schie­de­nen Bezeich­nun­gen kur­sier­ten. Es ging von “Krie­ger­ge­denk­brun­nen”, über “Auf­ruf” bis zur Bezeich­nung “Das Erwa­chen”, 1933 folg­te die Bezeich­nung “Krie­ger und Geni­us” durch Rudolf Bin­ding, die Bun­des­bahn­di­rek­ti­on Wup­per­tal sprach in der Fest­schrift zum 100jährigen Jubi­lä­um 1950 von “Trost und Leid” und erklär­te, dass eine Gott­heit dem ermat­te­ten Krie­ger ein Schwert rei­che. 1949 sprach die West­deut­sche Zei­tung erst von einem “Ster­ben­dem Krie­ger” und spä­ter von der “Bel­lo­na”.


Die Bel­lo­na-Grup­pe mit der klei­nen Brun­nen­scha­le vor der Zen­tral­bi­blio­thek. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

In die­sem Jahr (1949) wur­de die Figu­ren­grup­pe von der Grün­an­la­ge am Haupt­bahn­hof zur klei­nen Grün­an­la­ge neben der Stadt­bi­blio­thek (Kol­ping­str.) ver­setzt. Die Fir­ma Hugo Wes­sel­mann nahm die Umset­zung vor, zunächst wur­de auch die klei­ne Brun­nen­scha­le mit­ver­setzt, spä­ter aber wie­der ent­fernt.4



Meeresungeheuer-Relief des alten Lichtscheider Wasserturms

Der alte Licht­schei­der Was­ser­turm auf einer unda­tier­ten Auf­nah­me. Im Hin­ter­grund die Schorn­stei­ne von Vor­werk. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 020/15/17. (Bild ergänzt am 21.01.2012)

Es war am 2. Dezem­ber 1977 um ca. 13:30 Uhr, als der alte Licht­schei­der Was­ser­turm gesprengt wur­de. Trotz der Pro­tes­te der Bevöl­ke­rung hat­ten sich die WSW ent­schie­den, ihn nicht als tech­ni­sches Denk­mal zu erhal­ten. Der alte Licht­schei­der Was­ser­turm war mit sei­nen 400 cbm Fas­sungs­ver­mö­gen zu klein gewor­den und wur­de durch den amtie­ren­den, eben­falls stadt­bild­prä­gen­den Was­ser­turm mit sei­nem Volu­men von 1500 cbm ersetzt. Doch ein Teil des alten Licht­schei­der Was­ser­turms blieb erhal­ten: das soge­nann­te Mee­res­un­ge­heu­er-Reli­ef. Es zier­te einst das Ein­gangs­tor des Turms, heu­te erin­nert es an ihn an einem Ort, der den Bür­gern der Stadt trotz sei­ner Bedeu­tung eher unbe­kannt ist: am Stol­len­ein­gang zum Was­ser­be­häl­ter an der Ober­ber­gi­schen Stra­ße (unter den Sport­plät­zen), wo es im August 1978 restau­riert ange­bracht wur­de.1


Der Stol­len­ein­gang zum Was­ser­be­häl­ter Ober­ber­gi­sche Strasse.

Der Was­ser­be­häl­ter an der Ober­ber­gi­schen Stras­se spei­chert das Trink­was­ser, dass die Stadt Wup­per­tal aus der Gro­ßen Dhünn-Tal­sper­re erhält. Es wird über die Pump­wer­ke in Dabring­hau­sen und im Mors­bach­tal dort­hin geführt.2


Das Mee­res­un­ge­heu­er-Reli­ef

Das Mee­res­un­ge­heur-Reli­ef geht ver­mut­lich auf den Erbau­er des Licht­schei­der Was­ser­turms (Bau­jahr 1902/1903) zurück, den Archi­tek­ten Robert Koch, dem eine Vor­lie­be für Stuck- und Schmuck­de­tails nach­ge­sagt wird. Das Reli­ef zeigt am obe­ren Rand einen fik­ti­ven tie­ri­schen Kopf, aus des­sen Maul ein Was­ser­strom tritt. Am unte­ren Ende trifft das Was­ser auf den Boden, wo sich zwei Ech­sen an dem küh­len Nass laben. An den Sei­ten zeigt das Reli­ef Pflan­zen­or­na­men­te.3


Das Meer­sun­ge­heu­er.

Eine sich laben­de Echse

Der Märchenbrunnen im Zoo-Viertel

Unda­tier­te Foto­gra­fie des Mär­chen­brun­nens, auf­grund der spär­li­chen Bebau­ung ver­mut­lich zwi­schen 1897 und 1905 ent­stan­den. Es ist gut zu sehen, dass die Brun­nen­be­cken frü­her in den Stein gehau­en waren. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/15/34 (Bild ergänzt am 27.12.2011)

Am 13. Novem­ber 1897 über­gab der Archi­tekt Rudolf Her­manns in sei­nem und im Namen sei­nes Kom­pa­gnons Kuno Rie­mann den Mär­chen­brun­nen als Geschenk an die Stadt Elber­feld. Für die Stadt nahm Ober­bür­ger­meis­ter Jäger, nach dem heu­te eine der Stra­ßen dort benannt ist, den Brun­nen in Anwe­sen­heit zahl­rei­cher Gäs­te und Stadt­ver­ord­ne­ter in deren Obhut. 23.000 Mark hat­ten sich die Archi­tek­ten, die ver­ant­wort­lich für den Aus­bau des Tier­gar­ten­vier­tels gewe­sen waren, den Brun­nen kos­ten lasten.


Der Mär­chen­brun­nen heu­te mit den Brun­nen­be­cken in der Ver­si­on 2006.

Den drei­ge­scho­ßi­gen Auf­bau aus Sand­stein ent­war­fen sie selbst, die Aus­ge­stal­tung der Figu­ren aus Zink­guß über­nahm der Köl­ner Bild­hau­er Wil­helm Alber­mann. In den vier Nischen sind Sze­nen aus Dorn­rös­chen, Schnee­wit­chen, Rot­käpp­chen und Aschen­put­tel dar­ge­stellt, auf der Spit­ze erzählt eine Groß­mutter Kin­dern Mär­chen. Frü­her waren zwi­schen den Figu­ren­grup­pen noch wei­te­re Figu­ren ange­bracht, die Rei­ne­cke Fuchs, den gestie­fel­ten Kater, Swi­ne­gel und König Nuß­kna­cker dar­stell­ten. 1939 wur­den die Becken des Brun­nens, des­sen Was­ser aus Löwen­köp­fen unter­halb der Figu­ren­grup­pen floß, aus “ver­kehrs­tech­ni­schen Grün­den” ent­fernt und durch klei­ne­re Blu­men­bee­te ersetzt.1


Dorn­rös­chen

Rot­käpp­chen

Groß­mutter erzählt den Kin­dern ihre Lieblingsmärchen.

Schnee­witt­chen

Aschen­put­tel

Der Bür­ger­ver­ein Sonn­born-Zoo-Var­res­beck stieß 2006 die Restau­rie­rung des Brun­nens an, an deren Ende er auch wie­der sei­ne urspüng­li­che Funk­ti­on aus­üben soll­te. Ermög­licht wur­de die Restau­rie­rung durch Spen­den der NRW-Stif­tung (15.000 €), Eugen Traut­wein (30.000 €) und wei­te­ren Spen­den, die der Bür­ger­ver­ein gesam­melt hat­te.2, 3


Am 30.Juni 2011 wur­den am Mär­chen­brun­nen die neu­en Was­ser­be­cken ange­bracht und seit dem spru­delt er wie­der. Zum Mär­chen­fest am 24.September 2011 wird der restau­rier­te Brun­nen ein­ge­weiht.4 Die Stadt­wer­ke über­neh­men die Kos­ten für Was­ser und Beleuch­tung, sodass der Brun­nen werk­tags von 13 Uhr bis 21 Uhr und an den Wochen­en­den von 10.30 Uhr bis 21 Uhr spru­delt. Vom Beginn der Däm­me­rung bis 22 Uhr, im Juli sogar bis 22.30 Uhr wird der Brun­nen nun beleuch­tet. 5


Der Mär­chen­brun­nen aus einer ande­ren Perspektive.

Der Mär­chen­brun­nen spru­delt wie­der. (Alle Bil­der vom 2.August 2011)