Pater Victor Dillard-Gedenktafel im St.Josef-Krankenhaus

Am 12. Janu­ar 2002, dem 57.Todestag Vic­tor Dil­lards, wur­de an der Wand zur Haus­ka­pel­le im Kran­ken­haus St.Josef in Elber­feld eine klei­ne, ein­fa­che Gedenk­ta­fel für den Jesui­ten-Pater Vic­tor Dil­lard in Anwe­sen­heit von Wer­ner Zim­mer­mann, dem Vor­sit­zen­den des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes St. Anto­ni­us, dem Bar­mer Dechant Gün­ter Stein, Her­bert Otters­bach und Schwes­ter Obe­rin Hil­de­gar­de (sic!) ange­bracht.1

Vic­tor Dil­lard wur­de am 24. Dezem­ber 1897 in Blois (Dépar­te­ment Loir-et-Cher) gebo­ren. Im Alter von 12 Jah­ren besuch­te er die Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois. Nach­dem er im Ers­ten Welt­krieg als Sol­dat dien­te, trat er 1920 den Jesui­ten bei. Stu­di­en zur den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten führ­ten den jun­gen Jesui­ten nach Groß­bri­tan­ni­en, Öster­reich und Deutsch­land. Im Jahr 1931 zele­brier­te er sei­ne ers­te Mes­se in der Kapel­le des Inter­nats und Gym­na­si­ums Not­re-Dame des Aydes und arbei­te­te anschlie­ßend als Geist­li­cher in einem Haus des Ordens, wo er auch Stu­den­ten betreu­te. Außer­dem betrieb er wei­ter sei­ne Stu­di­en und traf im Wei­ßen Haus in Washing­ton den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Roo­se­velt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de er wie­der Sol­dat in der fran­zö­si­schen Armee, wur­de gefan­gen genom­men und konn­te flie­hen.2 Danach ent­schloss er sich ange­sichts des Auf­rufs fran­zö­si­scher Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge (sie­he Text der Gedenk­ta­fel), um damit sei­nen zur Zwangs­ar­beit nach Deutsch­land ver­schlepp­ten Lands­leu­ten zu hel­fen. Er nahm als Elek­tri­ker getarnt im Okto­ber 1943 (sie­he Text der Gedenk­ta­fel) einen Job bei der Wup­per­ta­ler Dampf­kes­sel- und Appa­ra­te­bau­fa­brik Sil­ler & Jamart auf Hatz­feld3 an. Neben sei­ner Arbeit dort kom­mu­ni­zier­te er mit fran­zö­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen und fei­er­te Got­tes­diens­te, unter ande­rem in der Kapel­le des Kran­ken­hau­ses St.Josef.4 Im April 1944 (sie­he Text der Gedenk­ta­fel) wur­de er ver­ra­ten und kam ins Poli­zei­ge­fäng­nis Ben­dahl, wo er unter ande­rem mit Maria Huse­mann und Hans Carls in Kon­takt kam. Am 12.November 1944 wur­de er ins KZ Dach­au gebracht, wo er am 12 Janu­ar 1945 an einer Krank­heit in Fol­ge der Lager­be­din­gun­gen starb.5


Die Gedenk­ta­fel für Pater Vic­tor Dil­lard.

Die Gedenk­ta­fel im ein­fa­chen Bil­der­rah­men zeigt eine Foto­gra­fie des Pries­ters und einen län­ge­ren Text, der erklärt:

Die Inschrift

In die­ser Kapel­le fei­er­te
Pater Vic­tor Dil­lard
am 10.Oktober  1943
sei­ne ers­te hei­li­ge Mes­se in Wup­per­tal.

Gebo­ren wur­de er am 24.Dezember 1897 in Blois.
1920 trat er in den Jesui­ten­or­den ein
und wur­de 1931 zum Pries­ter geweiht.
Sein beson­de­res Inter­es­se galt der Jugend­ar­beit
sowie der sozia­len Fra­gen.
Zahl­rei­che Rei­sen boten ihm die Mög­lich­keit,
ande­re Län­der ken­nen­zu­ler­nen.
Wäh­rend des 2.Weltkrieges nahm er den Auf­ruf der
fran­zö­si­schen Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge an.
Er ver­schaff­te sich gefälsch­te Papie­re und ging
als “Elek­tri­ker” nach Wup­per­tal.
So konn­te er den fran­zö­si­schen Fremd­ar­bei­tern nahe sein.
Neben sei­ner Tätig­keit als Elek­tri­ker betreu­te er sei­ne Lands­leu­te und
fei­er­te mit ihnen in die­ser Kran­ken­haus­ka­pel­le und
in ande­ren Kir­chen des Ber­gi­schen Lan­des Got­tes­diens­te.
Eini­ge Wochen wohn­te er hier im St. — Josephs — Hos­pi­tal.
Im April 1944 wur­de er denun­ziert und kam ins
Gesta­po-Gefäng­nis Ben­dahl.
Die Bor­ro­mäe­rin­nen des “Kapell­chen” sorg­ten auch dort
— so gut es mög­lich war — für ihn.
Am 12.November 1944 wur­de Pater Dil­lard — schon zer­mürbt von der
mona­te­lan­gen Haft — ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au ein­ge­wie­sen.
Dort ist er am 12.Januar 1945 gestor­ben.
Sein Leich­nam wur­de unter der Häft­lings­num­mer 134064 im
Kre­ma­to­ri­um ver­brannt.”


Im August 2005 wur­de an der Kir­che St. Kon­rad sowie im Janu­ar 2006 an der Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois im Rah­men des katho­li­schen Welt­ju­gend­ta­ges eine wei­te­re Gedenk­ta­fel für Pére Dil­lard ange­bracht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Der Astropfad

Sech­zehn Schü­ler und zwei Leh­rer (Hans Joa­chim Hybel und Mat­hais Kenn1) des Gym­na­si­ums Sedan­stra­ße hat­ten sich in einer Pro­jekt­wo­che im Okto­ber 1988 mit dem Son­nen­sys­tem beschäf­tigt. Man ent­schloss sich, die Erkennt­nis­se dar­aus der Bevöl­ke­rung nahe­zu­brin­gen. Vor allem die Ent­fer­nun­gen und Grö­ßen­ver­hält­nis­se hat­ten es wohl den Schü­lern ange­tan und sie plan­ten, das Son­nen­sys­tem, in dem unse­rer Pla­net zu Hau­se ist, als Modell in Wup­per­tal dar­zu­stel­len.
Die Modell­son­ne: Der Wert­her Brun­nen.

Schließ­lich ent­schied man sich dazu, den Wert­her Brun­nen als Modell­son­ne anzu­neh­men und davon aus­ge­hend mit Bron­ze­ta­feln in der gan­zen Stadt sowohl die Grö­ße des Pla­ne­ten als auch die Ent­fer­nung kor­rekt abzu­bil­den. Der Maß­stab beträgt 1:5,5238 x108.

Am Frei­tag, dem 18.Mai 1990, wur­de aus Anlass des Bar­mer City-Fes­tes der Astropf­ad durch die Vor­sit­zen­de des Kul­tur­aus­schus­ses, Ursu­la Schulz, auf dem Geschwis­ter Scholl-Platz eröff­net. Die Bron­ze­ta­feln wur­den von Spen­dern gestif­tet, die ers­ten bei­den von den CDU- und SPD-Rats­frak­tio­nen.2
Die Bron­ze­ta­fel mit der Pro­jekt­be­schrei­bung am Wert­her Brun­nen.

Die Inschrift der Erläu­te­rungs­ta­fel lau­tet:

Astropf­ad
Hier beginnt ein mass­stab­ge­rech­tes Modell
unse­res Son­nen­sys­tems.
Die Kugel des vor ihnen ste­hen­den Brun­nens
stellt die Son­ne dar.
Lage und Grös­se der neun Pla­ne­ten und eini­ger
Mon­de sind durch Bron­ze­plat­ten im Wup­per­ta­ler
Stadt­ge­biet fest­ge­hal­ten:

Mer­kur: Werth 86
Venus: Werth 73
Erde: Werth 62
Mars: Werth 46
Jupi­ter: Fried­rich-Engels-Allee 387
Saturn: Nom­mensen­weg 12
Ura­nus: Lui­sen­stras­se 110
Nep­tun: Ecke Sonnbornerstrasse/Sonnborner Ufer
Plu­to: Schwe­be­bahn­hal­te­stel­le Voh­wink­ler­stras­se

Ein Pro­jekt des städt. Gym­na­si­ums Sedan­stras­se”


Mer­kur ist im Janu­ar 2011 wegen der gro­ßen Rutsch­ge­fahr in den Win­ter­mo­na­ten ent­fernt wor­den und wird im Betriebs­hof der Stadt auf­be­wahrt.

Venus.

Astropf­ad
Venus
Durch­mes­ser: 12.104 km
Bahn­radi­us: 108.200.000 km
Umlauf­dau­er: 225 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Mer­kur: Werth 86
Erde: Werth 62
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 195.8 m
Gestif­tet von der CDU Frak­ti­on in der Bezirks­ver­tre­tung Bar­men”


Erde und Mond. Die bei­den Tafeln waren in den 2000er Jah­ren bereits ein­mal gestoh­len wor­den und wur­den vom För­der­ver­ein “Unse­re Alte Pen­ne” ersetzt.[1]

Astropf­ad
Zu Gast auf einem schö­nen Stern
Hel­mut Thiel­ke
Erde
Durch­mes­ser: 12 756 km
Bahn­radi­us: 149 600 000 km
Umlauf­dau­er: 365 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Venus: Werth 73
Mars: Werth 46Entfernung zur Modell­son­ne: 270.7 m
För­der­ver­ein Unse­re alte Pen­ne”


Blick vom Stand­ort der Erde zum Wert­her Brun­nen, der sich kurz vor den roten Fah­nen der Spar­kas­se am Hori­zont befin­det.


Mars wur­de am 7. Okto­ber 2010 ent­fernt und wird eben­falls im Betriebs­hof der Stadt gela­gert. Im vor­an­ge­gan­ge­nen Win­ter hat­ten sich auf die­ser Bron­ze­ta­fel vor der dama­li­gen Gale­rie im Con­cordia-Haus drei schwe­re Stür­ze ereig­net. Beim drit­ten Gerichts­ver­fah­ren, dass auf­grund der Stür­ze geführt wur­de, mahn­te der Rich­ter an, dass die Sturz­ge­fahr nun bekannt sei und die Stadt aktiv wer­den müs­se. Was mit den Bron­ze­ta­feln pas­siert, ist von den anhän­gi­gen Gerichts­ver­fah­ren abhän­gig. Aus­kunft Stadt Wup­per­tal am 12.Februar 2012. Bild ent­nom­men aus: RMK S. 540.

Astropf­ad
Mars
Durch­mes­ser: 6.704 km
Bahn­radi­us: 227.600.000 km
Umlauf­dau­er: 1 Jahr 322 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Erde: Werth 62
Jupi­ter: Fried­rich-Engels-Allee 367
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 412.4 m
Stadt Wup­per­tal”


Jupi­ter und vier Mon­de (Io, Euro­pa, Kal­lis­to, Gany­med)

Jupi­ter

Astropf­ad
Jupi­ter
Durch­mes­ser: 142.769 km
Bahn­radi­us: 779.000.000 km
Umlauf­dau­er: 11 Jah­re 314 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Mars: Werth 46
Saturn: Nom­mensen­weg 12
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 1409 m
Gestif­tet von Dr. Wil­fried Pen­ner, MdB”


Saturn

Astropf­ad
Saturn
Durch­mes­ser: 120.000 km
Bahn­radi­us: 1.432.000.000 km
Umlauf­dau­er: 29 Jah­re 168 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Jupi­ter: Fried­rich-Engels-Allee 367
Ura­nus: Lui­sen­stras­se 110
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 2591 m
Stadt Wup­per­tal”


Ura­nus wur­de im März 2009 repa­riert, nach­dem sich die Tafel gelo­ckert hatte.[3]

Astropf­ad
Ura­nus
Durch­mes­ser: 51.800 km
Bahn­radi­us: 2.888.000.000 km
Umlauf­dau­er: 84 Jah­re 7 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Saturn: Nom­mensen­weg 12
Nep­tun: Ecke Sonnbornerstr./Sonnborner Ufer
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 5226 m
Stadt Wup­per­tal”


Nep­tun.

Astropf­ad
Nep­tun
Durch­mes­ser: 49.000 km
Bahn­radi­us: 4.509.000.000 km
Umlauf­dau­er: 164 Jah­re 289 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Ura­nus: Lui­sen­stras­se 110
Plu­to: Voh­wink­ler Str. Schwe­be­bahn­hal­te­stel­le
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 8160 m
Stadt Wup­per­tal”


Am 7. Mai 2012 ent­deck­te der 2.Vorsitzende des Bür­ger­ver­eins Sonn­born-Zoo-Var­res­beck, Rein­hald Schnei­der, dass die Bron­ze­ta­fel von Nep­tun vor der Sonn­bor­ner Haupt­kir­che gestoh­len wor­den war. Bereits vor eini­gen Jah­ren war die Tafel ent­wen­det und in einem nahen Schnee­hau­fen von Rein­hald Schnei­der gefun­den wor­den. Die Bezirks­ver­tre­tung West wird Anzei­ge erstat­ten und man über­legt, wie die Tafeln bes­ser gesi­chert wer­den kön­nen.3
Auch wenn er nun nicht mehr zu den Pla­ne­ten gehört, ist Plu­to wei­ter­hin Teil des Astropf­ads.

Astropf­ad
Plu­to
Durch­mes­ser: 2.420 km
Bahn­radi­us: 5.966.000.000 km
Umlauf­dau­er: 247 Jah­re 256 Tage
Stand­ort der Son­ne: Brunnenkugel/Werth
Nach­bar­pla­ne­ten: Nep­tun: Ecke Sonn­bor­ner­str.
/Sonnborner Ufer
Ent­fer­nung zur Modell­son­ne: 10.800 m
Stadt Wup­per­tal”


Im Früh­jahr 1989 erhiel­ten die Schü­ler und Leh­rer einen Son­der­preis der Arbeits­stel­le “Prak­ti­sches Ler­nen” von Kul­tus­mi­nis­ter Hans Schwier. Am 20.September 1989 konn­ten sie außer­dem ihre Arbeit im Land­tag von Nord­rhein-West­fa­len aus­stel­len.4


Zum Astropf­ad exis­tiert eine Home­page mit wei­te­ren Erläu­te­run­gen: www.astropfad.de

Update 2. Novem­ber 2015

Im Okto­ber 2015 sorg­te die Immo­bi­li­en-Stand­ort-Gemein­schaft Bar­men-Werth dafür, dass die Info­ta­fel am Brun­nen sowie Mer­kur und Mars wie­der leicht ver­setzt zum alten Stand­punkt wie­der ange­bracht wur­den. Knapp 1000 Euro wur­den inves­tiert.5


Da dies ein dezen­tra­les Kunst­werks ist, gibt es an die­ser Stel­le kei­ne Kar­te.

Gedenktafel für die Ronsdorfer Opfer des Nationalsozialismus

Am 20. Novem­ber 1994, es war Toten­sonn­tag, weih­te die Ober­bür­ger­meis­te­rin der Stadt Wup­per­tal, Ursu­la Kraus, zusam­men mit dem Vor­ste­her der Bezirks­ver­tre­tung Rons­dorf, Win­fried Ahrenz, eine klei­ne Gedenk­ta­fel am Rons­dor­fer Ver­wal­tungs­haus ein. Sie erin­nert an die­je­ni­gen Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, die in Rons­dorf leb­ten oder aus Rons­dorf kamen.1Die Vor­ge­schich­te der Gedenk­ta­fel begann acht Jah­re  zuvor. Damals hat­te die Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes — Bund der Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten (VVN-BdA e.V.) bean­tragt, eine Stra­ße nach dem Wider­stands­kämp­fer und Mit­glied der KPD Eugen Schwe­bing­haus zu benen­nen. Die Rons­dor­fer Bezirks­ver­tre­tung ent­sprach die­sem Antrag trotz eines Rats­be­schlus­ses vom 13.Juli 1992 nicht.2 Am 3. Mai 1993 beschloss die Bezirks­ver­tre­tung dann die Anbrin­gung einer Gedenk­ta­fel mit den Stim­men von SPD, FDP und Bünd­nis ’90 Die Grü­nen. Die CDU ent­hielt sich, da sie mit der nament­li­chen Nen­nung der Opfer nicht ein­ver­stan­den war. Der Per­so­nen­kreis war auf die Zeit der Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft beschränkt wor­den, sodass Deser­teu­re und Opfer, die spä­ter an den Fol­gen einer Haft­stra­fe gestor­ben waren, nicht berück­sich­tigt wur­den. Grund­sätz­lich, so beton­te die CDU, sei man für die Gedenk­ta­fel, nur nicht in dem Wort­laut.3 Die Bezirks­ver­tre­tung kal­ku­lier­te 20.000 DM an Kos­ten für Tafel. Im April 1994 beschied dann die Ver­wal­tung, dass dafür kein Geld vor­han­den sei. Man rich­te­te ein Spen­den­kon­to ein und ein neu­er Kos­ten­vor­anschlag ging nur noch von 2.000 DM Kos­ten aus.4 Beson­ders die Mit­glie­der der Natur­freun­de und der VVN-BdA hal­fen die Gedenk­ta­fel zu finan­zie­ren, wie Ursu­la Kraus am Tag der Ein­wei­hung fest­stell­te.5
Die Gedenk­ta­fel für die Rons­dor­fer Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus

Die Inschrift lau­tet:

“Zur Erin­ne­rung an die Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen
Gewalt­herr­schaft in den Jah­ren von 1933 bis 1945Aus Rons­dorf wur­den in den Gefäng­nis­sen und
Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ermor­det:

Die drei jüdi­schen Fami­li­en
Leff­mann — Löwen­thal — Vogel

sowie
Karl Blä­cker — Hugo Ebbing­haus
Otto Kut­schat — Eugen Schwe­bing­haus
Robert Stamm — Paul Weg­mann

Den Opfern zum Geden­ken — den Leben­den zur Mah­nung”


Im ursprüng­li­chen Beschluss zur Gedenk­ta­fel waren die sechs Wider­stands­kämp­fer noch mit “Herr” titu­liert und der Text der Tafel ende­te mit “Bezirks­ver­tre­tung Wup­per­tal”. Dies wur­de nach­träg­lich noch geän­dert.6


Der 81jährge Moses Löwen­thal wur­de mit Emi­lie und Regi­na Leff­man im Juli 1942 ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger The­re­si­en­stadt depor­tiert und dort ermor­det. Löwenthals Toch­ter Sel­ma Frank wur­de im glei­chen Jahr ins KZ Ravens­brück gebracht und spä­ter in Ausch­witz getö­tet. Sein Sohn Fritz war bereits 1941 mit sei­ner Frau Flo­ra und den Kin­dern Ruth (9 Jah­re alt) und Man­fred (6 Jah­re alt) ins Ghet­to Lodz ver­bracht wor­den. Sie kehr­ten nicht zurück. Leo Ley Löwen­thal ist nach sei­ner Depor­ta­ti­on nach Minsk im Jahr 1944 ver­schol­len, eben­so wie die 70jährige Rons­dor­fe­rin Rosa­lie Vogel. Im Novem­ber 1941 waren bereits Käthe und Hele­ne Gla­ser, Hele­ne Marx geb .Leff­mann und ihre Kin­der Lot­te und Rolf, Hele­ne Wolf und Johan­na und Hugo Roth­schild nach Lodz depor­tiert wor­den.7


Karl Blä­cker (*1879) war bis 1929 Stadt­ver­ord­ne­ter der KPD8 und wur­de, nach­dem er im KZ Kem­na war, zu acht Mona­ten Gefäng­nis­haft ver­ur­teilt. Anschlie­ßend wur­de er ins KZ Dach­au ver­bracht, wo er 1945, weni­ge Woche vor Ein­tref­fen der Ame­ri­ka­ner, ermor­det wur­de.9


Hugo Ebbing­haus (*1884 in Lüttring­hau­sen) war gelern­ter Band­wir­ker und wuchs in Rons­dorf auf. Er wur­de nach dem 30. Janu­ar 1933 ver­haf­tet und durch­leb­te im KZ Kem­na ein Mar­ty­ri­um. Er wohn­te bis zu sei­ner zwei­ten Ver­haf­tung im Febru­ar 1943 in der Rem­schei­der Stra­ße. Am 17. August 1944 wur­de er in Wup­per­tal zu acht Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Das KPD-Mit­glied starb beim Trans­port nach der Auf­lö­sung des Zucht­hau­ses Cos­wig an der Elbe. Sein Todes­da­tum und -ort sind unbe­kannt.10


Otto Kut­schat [auch Kutz­schat geschrie­ben, sie­he 11 und 12] (*1888) wur­de als KPD-Funk­tio­när 1935 zu zehn Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt und kam ins KZ Neu­en­gam­me. Er starb auf der Cap Arco­na nach der Eva­ku­ie­rung des KZs, die am 3. Mai 1945 tor­pe­diert wur­de und sank.13


Eugen Schwe­bing­haus (*1906 [8]) war Mit­glied der KPD und Wider­stands­kämp­fer. Nach der “Macht­er­grei­fung” tauch­te er unter und orga­ni­sier­te in Düs­sel­dorf die Arbeit der ver­bo­te­nen KPD. 1934 emi­grier­te er nach Frank­reich, 1936 kämpf­te er im spa­ni­schen Bür­ger­krieg gegen Fran­co. Spä­ter lei­te­te er die KPD-Aus­lands­or­ga­ni­sa­ti­on in Hol­land.14 Am 23.April 1943 wur­de er in Ams­ter­dam ver­haf­tet und vom Volks­ge­richts­hof 1944 ver­ur­teilt. Am 24.August 1944 wur­de Schwe­bing­haus in Bruch­sal hin­ge­rich­tet.15 Ein Bild von ihm fin­det sich auf www.gedenkbuch-wuppertal.de


Robert Stamm (*1900) war jüngs­ter Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter der KPD. Der Wider­stands­kämp­fer wur­de Ende 1936 ver­haf­tet und am 4.November 1937 in Ber­lin-Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.16 Eine aus­führ­li­che­re Bio­gra­phie und eine Foto­gra­fie fin­det sich auf der Home­page der Gedenk­stät­te Deut­scher Wider­stand.


Paul Weg­mann (*1889) war Sohn eines Band­wir­kers und ergriff den Beruf des Mecha­ni­kers. Schon früh ging er nach Ber­lin und wur­de dort 1918 in den Voll­zugs­rat des Arbei­ter- und Sol­da­ten­ra­tes gewählt. Spä­ter war er Mit­glied des Preu­ßi­schen Land­tags. Er war zunächst Anhän­ger der USPD, dann der KPD und spä­ter der SPD. 1934 wur­de er fest­ge­nom­men und nach kur­zer Zeit auf frei­em Fuß wie­der der Frei­heit beraubt. Nach neun Jah­ren Haft starb er am 3.April 1945 im KZ Ber­gen-Bel­sen, zwölf Tage vor der Befrei­ung durch die Eng­län­der.17

Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus, die ihre Rede mit dem Mahn­ruf der Frau­en von Ravens­brück begann (“Wenn ihr uns ver­gesst, war unser Ster­ben umsonst.”) mahn­te, man dür­fe auch wei­te­re Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus in Rons­dorf, wie Zwangs­ar­bei­ter und deser­tier­te Wehr­machts­sol­da­ten, nicht ver­ges­sen.18


Nach dem Umbau des Band­wir­ker­plat­zes (Ein­wei­hung 2007) und dem Abriss des Ver­wal­tungs­ge­bäu­des wur­de die Tafel an der Stützwand an der Staats­stra­ße ange­bracht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (2010)

Im Jahr 2008 rief der Wup­per­ta­ler Mäzen Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen Unter­neh­men und Bür­ger dazu auf, für eine neue Ver­si­on des Rit­ters von Elber­feld zu spen­den. Die­se Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals hat­te bis zum Zwei­ten Welt­krieg eine stei­ner­ne Nische am Elber­fel­der Rat­haus geschmückt. (Zum Vor­bild sie­he fol­gen­den Ein­trag: Figu­ren­schmuck des Elber­fel­der Rat­hau­ses (1901/02) 


Der neue Rit­ter von Elber­feld.

Der Anlass für die Rekon­struk­ti­on war einer­seits die Erin­ne­rung des 81jährigen Cam­p­hau­sen an das Ori­gi­nal, ander­seits aber auch die bevor­ste­hen­de Fei­er zu 400 Jah­ren Stadt­rech­ten für Elber­feld im Jahr 2010. 250.000 € wur­den für die Rekon­struk­ti­on ver­an­schlagt, drei Groß­spen­der garan­tier­ten gleich zu Beginn der Kam­pa­gne für 70.000 €. Schirm­herr der Spen­den­brief­ak­ti­on, in der 100 Brie­fe an Unter­neh­mer und Bür­ger ver­schickt wur­den, war Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung. Par­al­lel zur Spen­den­samm­lung mit Hil­fe des Kunst- und Muse­ums­ver­eins Wup­per­tal lief davon unab­hän­gig die Sanie­rung der Sand­stein­fas­sa­de des Rat­hau­ses seit 2006.1


Seit dem Beginn der Kam­pa­gne wur­de die Figur des Rit­ters von Elber­feld als Rit­ter Arnold bezeich­net. Der mir aktu­ell vor­lie­gen­den Quel­len­la­ge nach ist die­ses Bezeich­nung pro­ble­ma­tisch. Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung des his­to­ri­schen Vor­bilds nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings ist in den Stadt­rats­pro­to­kol­len von 1900/1901 die­ser Name nicht zu fin­den. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau  gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter namens Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Wor­rin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” bezeich­net, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2

Bereits im Okto­ber 2008 waren genü­gend Mit­tel zusam­men gekom­men, um die Fer­ti­gung der Figur, die Instal­la­ti­on und die Beleuch­tung zu decken. Hans-Uwe Flun­kert vom Gebäu­de­ma­nage­ment und Bezirks­bür­ger­meis­ter Hans Jür­gen Vite­ni­us reg­ten dar­auf­hin die Rekon­struk­ti­on der alle­go­ri­schen Figu­ren an, die den Ein­gang flan­kier­ten: Wahr­heit und Gerech­tig­keit. Ein ers­ter Kos­ten­vor­anschlag belief sich auf 80.000 €, aller­dings war man auf­grund des Mate­ri­al­werts der Figu­ren um deren Sicher­heit besorgt.3


Das his­to­ri­sche Vor­bild auf einer Foto­gra­fie. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die Auf­trag zur Rekon­struk­ti­on wur­de schließ­lich an die Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei Kay­ser ver­ge­ben. Das Gips-Modell des Pfer­des war im Juli 2009 fer­tig und wur­de bei einem Pres­se­be­such vor­ge­stellt. Ledig­lich mit einem Foto als Vor­bild wur­de die Figur des Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera nach­ge­bil­det. Aller­dings ent­schied man sich für einen Bron­ze­guss und nicht für eine Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer, abwei­chend vom Vor­bild.4


Die Nach­bil­dung des Rit­ters von Elber­feld. Es sind im Ver­gleich mit der obi­gen Foto­gra­fie eini­ge deut­li­che Unter­schie­de aus­zu­ma­chen. So hält der Knap­pe die Arm­brust enge am Kör­per, die Streit­axt des Rit­ters ist bes­ser zu sehen, das Schwert ist kür­zer und die Kopf­hal­tung des Pfer­des ist deut­lich anders.

In der Nacht auf den 26.Mai 2010 wur­de die kom­plet­te Figu­ren­grup­pe dann per Schwer­trans­port nach Wup­per­tal gebracht und in sei­ner Nische auf­ge­stellt.5 Die drei Meter hohe Figur wiegt 1,5 Ton­nen und kos­te­te am Ende 270.000 €. Nach der Anlie­fe­rung wur­de die Figur mit einem Tuch bis zur offi­zi­el­len Ent­hül­lung vor neu­gie­ri­gen Bli­cken geschützt.6 Am fol­gen­den Sams­tag, den 28.Mai 2010, wur­de die Figur um 13 Uhr ent­hüllt und von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen der Stadt als Geschenk über­ge­ben.


Der Ein­gang des Rat­hau­ses mit Wahr­heit und Gerech­tig­keit, sowie der Elber­fel­der Rit­ter in sei­ner Nische.

Die Figu­ren Wahr­heit und Gerech­tig­keit wur­den zusam­men mit dem Rit­ter von Elber­feld ange­bracht und der Stadt am sel­ben Tag zum Geschenk gemacht. Die Kos­ten von je 30.000 € wur­den eben­falls von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen über den Kunst- und Muse­ums­ver­ein gesam­melt. Die Figu­ren bestehen abwei­chend vom Ori­gi­nal aus Bron­ze­guss und nicht aus getrie­be­nen Kup­fer,7 auch die Rekon­struk­ti­on wur­de sehr frei aus­ge­führt und erin­nert im Grun­de kaum an das Vor­bild von Hein­rich Gün­ther-Gera, auch wenn man sich auf die­se Vor­la­ge berief.8


Die Wahr­heit heu­te — der Ober­kör­per ist frei von Stoff, das lin­ke Bein ist ent­blößt,  den Spie­gel hält sie in der lin­ken Hand hoch über dem Kopf, sodass sie die Wahr­heit dar­in wohl kaum erken­nen kann.  Dazu kommt noch eine Schlan­ge, die auf dem Foto des Ori­gi­nals nicht zu erken­nen ist.

Die Wahr­heit im Ori­gi­nal. Züch­tig beklei­det, den Spie­gel in der rech­ten Hand — und sie schaut auch hin­ein. Auch der Gesichts­aus­druck ist ein ande­rer. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Die Gerech­tig­keit heu­te: Sie trägt eine Art Brust­pan­zer, dazu Buch oder Schild und Schwert in der lin­ken. Mit der rech­ten Hand hält sie eine Wage hoch. Sie ist bar­häup­tig und trägt Zöp­fe.

Das Ori­gi­nal: Die Gerech­tig­keit trägt lan­ge, wal­len­de Gewän­der, die weib­li­che Brust ist deut­li­cher sicht­bar, sie stützt sich mit der rech­ten Hand auf ein wel­len­för­mi­ges Schwert. In der lin­ken hält sie nur ein dickes Buch. Auf dem Kopf trägt sie eine Kro­ne, Zöp­fe sind nicht zu erken­nen.

Posi­ti­on der Repli­kas auf der Kar­te