Familie-Paßquali-Gedenktafel

Im April 2017 wurde am Zaun der Christian-Morgenstern-Schule in Unterbarmen eine Gedenktafel für die Sinti-Familie Paßquali eingeweiht. Die 10köpfige Schausteller-Familie wurde von den Nationalsozialisten 1940 in einem Haus an der Oberbergischen Straße zwangsangesiedelt. Im Februar 1940 und im März 1943 wurden Familienmitglieder in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Auschwitz deportiert und bis auf wenige Ausnahmen, ermordet. Das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nur vier Familienmitglieder, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Roten Armee und der US-amerikanischen Armee aus den Konzentrationslagern befreit wurden, überlebten den Genozid.


Die Gedenktafel zeigt Fotos der Verfolgten des Nationalsozialismus und erklärt ausführlich Leben und Verfolgung der Familie.

Der Verein zur Erforschung der sozialen Bewegung und die 12. Klasse der Morgenstern-Schule haben die Geschichte, Leben und Verfolgung der Familie recherchiert und die Gedenktafel gestiftet. Zur Einweihung der Tafel mit einer Gedenkfeier in der alten Turnhalle kam auch Adriano Paßquali1, dessen Vater das Konzentrationslager überlebte, sich aber nie davon erholte. 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma wurden durch die nationalsozialistische Verfolgung ermordet.2

Ausführliche Informationen finden sich auf: http://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/sinti-und-roma-wuppertal


Position des Denkmals auf der Karte


Sussy-Dakaro-Gedenkstein

Am 24. Mai 2017 wurde auf dem alten ev. Friedhof in Sonnborn ein Gedenkstein für die dort bestattete Sussy Dakaro errichtet. Die Aborigine wurde auf den Palm Islands im Nordosten Australiens geboren und im Alter von 14 Jahren von Menschenhändlern verschleppt. In sogenannten Völkerschauen musste sie mit anderen Opfern des Kolonialismus in den USA und in Europa für das dortige Publikum eine „Negerprinzessin“ spielen. Das Bild, das sie von der Kultur der Aborigines darstellen musste, war frei erfunden. Solche Völkerschauen waren damals beliebt. Besonders Robert Cunningham, der die Völkerschau mit Sussy Dakaro und anderen betrieb, beutete seine „Darsteller“ rücksichtslos aus. Im Juni 1885 führte der Weg der Völkerschau in den jungen Zoo im Wuppertal. Hier starb Sussy Dakaro am 23. Juni 1885 im Alter von 17 Jahren an Tuberkolose und wurde auf dem Friedhof beigesetzt.1


Der Gedenkstein für Sussy Dakaro

Der Gedenkstein geht auf eine Initiative des Wuppertalers Cesare Lazaros Borgia zurück, der das Schicksal Sussy Dakaros entdeckte und darauf aufmerksam machte. Der Journalist Manfred Görgens recherchierte und Detlef Westphal vom Evangelischen Friedhofsverband machte das Grab ausfindig. Mithilfe von Spenden konnte der Gedenkstein errichtet werden. Er ist mit zwei Aborigine-Symbolen für „Frau“ und „Weg“ der Künstlerin Karola Krämer verziert. Die Inschrift, verfasst von Manfred Görgens, lautet:


“1883 aus ihrer australischen Heimat verschleppt, um die Schaulust zu stillen. Nach entwürdigender Reise durch amerikanische und europäische Zoos am 23. Juni 1885 im Alter von nur 17 Jahren in Sonnborn gestorben. Unter fremden Namen im fremden Land begraben. Unter diesen Eiben ruht “Sussy Dakaro”.”


Bei der Einweihung wurden verschiedene Lieder der Aborigines vom Internationalen Else Chor vorgetragen und Marvin Dillmann spielte auf einem Didgeridoo. Nicht nur die Erinnerung an das Schicksal Sussys solle der Gedenkstein leisten, sondern auch, zusammen mit der Einweihungsfeier, durch mitfühlendes Gedenken der Verschleppten „zumindest einen Teil der Menschenwürde“ zurückgeben, erklärte Bezirksbürgermeisterin Ingelore Ockel.2


Die Zeichen stehen für Frau und Weg.

Der Wuppertaler Gedenkstein sorgte auch für Berichterstattung in der australischen Presse, nachdem sich Borgia an Jacob Cassady, den Leiter des Mungalla Station Museums gewandt hatte. Darüber kam auch ein Kontakt zu den Nachfahren Dakaros zustande, die nun überlegen, die sterblichen Überreste der Aborigine zu repatriieren und gemäß der Riten der Aborigines zu bestatten.3 Ihr Ehemann Tambo, der in den USA starb, wurde bereits 1993 repatriiert. Jacob Cassidy bezeichnete den Gedenkstein in Wuppertal als „a wonderful gesture“, eine wundervolle Geste. Man könne die Vergangenheit nicht ändern, aber die Zukunft, in dem man über die Schicksale der Kolonialpolitik informiere und aufkläre. 4


Position des Denkmals auf der Karte


 

 

Aktualisierte Einträge

Im letzten Jahr war es hier im Blog eher ruhig, dieses Jahr soll es aber nicht so ruhig bleiben. Es fehlt ja noch das ein oder andere Objekt. Doch bevor wir zu den neuen Einträgen kommen, galt es erfreuliche und weniger erfreuliche Updates bei den folgenden Einträgen einzuarbeiten:

Stele 30

Die Stele 30 im schattenreichen Dezemberlicht.

1993 fertigte Herbert Bungard, der neben seinem Job als Betriebsingenieur des Bayer-Konzerns als Bildhauer aktiv ist, die “Stele 30”, die auf dem Gelände des Bayer-Sportparks ihren Standort fand. Dort wurde mit der Eröffnung der Sporthalle 1998 der Grundstein für ein Sportgelände gelegt, dass alle Ansprüche des Sportvereins Bayer Wuppertal erfüllt und sukzessive erweitert.


Die Plakette des Künstlers.

Am Eingang zum Sportpark findet sich die Skulptur Springende Bälle.


Informationen zur Vita und zum Werk Bungards.
Informationen zur Sporthalle auf der Webseite des SV Bayer Wuppertal


Position des Kunstwerks auf der Karte


Gedenkstein Volkan Arslan

Der Gedenkstein.

Am 16. April 2009 kam es am Sonnborner Ufer zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Ein BMW geriet aus Richtung Friedrich-Ebert-Straße kommend auf der durch Regen und Blütenstaub rutschigen Fahrbahn ins Schleudern. Der Fahranfänger verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, das sich überschlug, die Böschung zur Wupper hinabstürzte, und dort gegen zwei Bäume prallte. Sein Freund und Beifahrer war sofort tot, der Unfallverursacher wurde nur leicht verletzt.1 Am Ort des Geschehens findet sich ein Gedenkstein mit dem Namen des Getöteten und seinen Lebensdaten.


Position des Denkmals auf der Karte


 

Zwei Skulpturen an der Barmenia Hauptverwaltung

2x Tony Cragg, 2x ohne Titel

“Neben der reinen Ausstattung der Räumlichkeiten fördern wir zugleich die Begegnung der Mitarbeiter mit moderner Kunst. Denn: Kunst kommuniziert. Unser Engagement für die Kunst ist ein Ausdruck unserer Unternehmenskultur. „Wir verstehen uns als ein innovatives und kreatives Unternehmen“, äußert sich Dr. Josef Beutelmann, Bauherr und Vorsitzender der Vorstände der Barmenia Versicherungen, der auch externe Kunstinteressierte an Präsentationen in der Barmenia teilhaben lässt. „Kunst zu sammeln und zu fördern hat in unserem Hause Tradition.“


So stellt sich die Barmenia-Versicherung in einer Broschüre zur neuen Hauptverwaltung selbst dar. Auch auf dem Außengelände finden sich weitere Skultpturen im kleinen Park zwischen Dürerstraße und der Hauptverwaltung an der Kronprinzenallee. Neben einer Arbeit von Erwin Heerich stehen insgesamt drei Arbeiten von Tony Cragg dort. Nach “Boy” und “Sunder” wurde das jüngste Werk am 15.11.2009 und am  01.03.2010 über der Lüftungsanlage des Neubaus platziert.1


Position des Kunstwerks auf der Karte