Figurengruppe und Brunnen unterhalb des Bergischen Hauses auf der Hardt

Post­kar­te aus dem Jahr 1910. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Auf der Jah­res­ver­samm­lung des Hardt-Ver­eins am 15.Mai 1902 wur­de vom Vor­stand dar­ge­legt, dass von der Stif­tung, die die Erben eines Herrn Wichel­haus getä­tigt hat­ten, noch 220 Mark übrig sein. Von dem bis­he­ri­gen Geld wur­de ein Spring­brun­nen auf der Hardt errich­tet. Man ent­schied sich dann in Abstim­mung mit Dr. Wichel­haus dazu, eine Ton­grup­pe der Fir­ma E.Marck Söh­ne aus Char­lot­ten­burg zu erwer­ben. Ruth Mey­er-Kahr­weg ver­mu­tet, dass obi­ge Post­kar­te die Figu­ren­grup­pe (eine Sze­ne aus dem Mär­chen Brü­der­chen und Schwes­ter­chen) und den Brun­nen dar­stellt. Als Stand­ort gibt sie das Pla­teau unter­halb des Ber­gi­schen Hau­ses an. Wann bei­de zer­stört oder ent­fernt wur­den, ist unbe­kannt.1


Foto­gra­fie des Brun­nens unweit der Trep­pe zum Ber­gi­schen Haus mit den Lands­knecht­fi­gu­ren. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2 (Bild ergänzt am 4.August 2012)

1995 wur­den anstel­le der Brun­nen zwei ein­fa­che Spring­brun­nen errich­tet.


Posi­ti­on des Brun­nens auf der Kar­te


Otto-Schüller-Denkmal

Otto-Schül­ler-Denk­mal im Jahr 1910. Foto­gra­fie im Besitz des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins.

Am 28.April 1902 weih­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein in den unte­ren Bar­mer Anla­gen in Anwe­sen­heit des Bar­mer Ober­bür­ger­meis­ters Dr.Lentze das Denk­mal für Otto Schül­ler ein. Die­ser wur­de am 5.Oktober 1829 in Bar­men gebo­ren und spä­ter “Chef eines bedeu­ten­den Com­mis­si­ons- und Export­ge­schäf­tes”, das sei­nen Namen trug. 1867 wur­de er zum Stadt­ver­ord­ne­ten gewählt, 1869 wur­de er Bei­geord­ne­ter. Die­ses Amte übte bis in das Jahr sei­nes Todes aus und wur­de auf eige­nen Wunsch am 28.März 1899 ent­las­sen. Zu die­sem Anlass wur­de er zum Ehren­bür­ger ernannt. Vom preu­ßi­schen König erhielt er den Roten Adler Orden IV.Klasse und den Kro­nen­or­den III.Klasse. Seit der Grün­dung des BVV 1864 gehör­te er die­sem an und stand ihm vie­le Jah­re als Vor­sit­zen­der vor. Am 30.November 1899 ver­starb Otto Schül­ler.


Aus­schnitt des obi­gen Bil­des.

Sein lang­jäh­ri­ger Freund und Mit­ar­bei­ter im Vor­stand, Hugo Hoesch, war nur weni­ge Mona­te zuvor gestor­ben und hat­te in sei­nem Tes­ta­ment Mit­tel für die Errich­tung eines Denk­mals bereit­ge­stellt. Die Kos­ten von 4000 Gold­mark für die Büs­te aus wei­ßem Marmor.vom Bild­hau­er Wil­helm Gies­ecke und für das Pos­ta­ment aus wei­ßem Seye­nit vom Bild­hau­er Adolf Bröck­ler wur­den davon zu drei Vier­teln gedeckt.


Die Inschrift auf dem Pos­ta­ment lau­te­te:
“Otto Schül­ler
Ehren­bür­ger
der
Stadt Bar­men
Vor­sit­zen­der
des
Ver­schö­ne­rungs-
ver­eins
1880–1899”
Ober­bür­ger­meis­ter Dr.Lentze erklär­te in sei­ner Anspra­che zur Ein­wei­hung des Denk­mals, wel­ches öst­lich des Weges lag, der die bei­den Tei­che trennt:
“Möge das Bild­nis von Otto Schül­ler einem Jeden der zahl­lo­sen Besu­cher unse­rer Anla­gen zum Bewußt­sein brin­gen, daß hier Alles aus Bür­ger­sinn und unei­gen­nüt­zi­ger Arbeit im Diens­te der Gesammtheit[sic!] geschaf­fen ist, möge sein Anblick einen Jeden zu ähn­li­chem Thun begeis­tern und vor allen Din­gen die kom­men­den Geschlech­ter anfeu­ern, es ihm gleich zu thun in der selbst­lo­sen Arbeit und Sor­ge für das Gemein­wohl!”

1946 wur­de das Denk­mal, das den Welt­krieg über­stan­den hat­te, zer­stört. Im August 1953 fand man bei Rei­ni­gungs­ar­bei­ten im Schlamm des was­ser­lo­sen Tei­ches den Kopf und brach­te ihn am Denk­mal wie­der an. Im April 1957 kam es erneut zu einer Atta­cke auf das Denk­mal, bei der am Hin­ter­kopf der Büs­te Mar­mor abplatz­te. Im Mai 1968 konn­te eine Nach­bil­dung auf dem Pos­ta­ment befes­tigt wer­den. Sie wur­de von Otto Pie­per geschaf­fen. Im Som­mer 1983 wur­de das Denk­mal so zer­stört, dass eine erneu­te Instand­set­zung nicht in Fra­ge kam.1


Res­te der Umfrie­dung des Denk­mals?

Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (1901/02)

Zur Ori­en­tie­rung: Der Betrach­ter steht auf dem Neu­markt links vom Ein­gang. Die bei­den Figu­ren stel­len Kai­ser Bar­ba­ros­sa und Her­zog Johann III. von Berg dar. Die Foto­gra­fie ent­stand im August 1940. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2740

Am 24.Oktober 1900 weih­te der Kai­ser höchst­per­sön­lich das neue Elber­fel­der Rat­haus ein, nach­dem er bereits zuvor in Bar­men die Ruh­mes­hal­le und ihre Stand­bil­der eröff­net hat­te. Im Anschluss an die Ein­wei­hung des Rat­hau­ses fuhr der Kai­ser zur Pro­be mit der Schwe­be­bahn nach Voh­win­kel, wo er den Sie­ges­brun­nen ein­weih­te. Was der Kai­ser 1900 aller­dings nicht zu Gesicht bekam, war der Figu­ren­schmuck des Rat­hau­ses, die­ser war näm­lich noch nicht fer­tig und wur­de erst im fol­gen­den Jahr ange­bracht, die heu­te bekann­tes­te und wie­der­be­leb­te Figur des Rit­ters von Elber­feld kam sogar erst 1902 an ihren Platz.


Ein Stück wei­ter rechts, unge­fähr vom Jubi­lä­ums­brun­nen, ent­stand die­se Auf­nah­me, eben­falls im August 1940. Sie zeigt die Figu­ren von König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und den Rit­ter von Elber­feld mit sei­nem Knap­pen. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2739

Der Ver­ga­be der Auf­trä­ge an die Bild­hau­er ging eine lan­ge und inten­si­ve Debat­te über die Qua­li­tä­ten der Künst­ler und der Aus­ge­stal­tung der Figu­ren vor­aus. Unter ande­rem stritt man sich, ob die Figu­ren in Wart­hau­er Sand­stein, in Gal­va­no-Bron­ze oder Bron­ze­guß aus­ge­führt wer­den soll­ten, am Ende ent­schied man sich für die Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer. Ver­ant­wort­lich für die Anfer­ti­gung aller Figu­ren war die Fir­ma Knodt aus Frank­furt am Main. Alle dar­ge­stell­ten Figu­ren ver­wie­sen auf die Geschich­te (und eine Legen­de) Elber­felds. Zusätz­lich wur­den am Ein­gang noch zwei alle­go­ri­sche Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit ange­bracht.


Figur des Kai­sers Bar­ba­ros­sa (Fried­rich I.) Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/80

Kai­ser Bar­ba­ros­sa (ca.1122–1190) wur­de vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. In des­sen Herr­schaft wur­de der Hof Elber­feld als Tafel­gut des Köl­ner Erz­bis­tums erst­mals erwähnt. 1176 fiel der Hof als erb­li­cher Pfand­be­sitz an Graf Engel­bert von Berg, was der Kai­ser zwei­mal, 1179 und 1189 bestä­tig­te.


Figur des Her­zog Johann III. von Berg Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/81

Her­zog Johann III. (1490–1539) wur­de eben­falls vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Der ers­te Her­zog der ver­ei­nig­ten Her­zog­tü­mer Jülich-Kle­ve-Berg gewähr­te 1527 gegen eine Zah­lung von 861 Gold­gul­den das Garn­pri­vi­leg an die Bewoh­ner Bar­mens und Elber­felds, sodass im Her­zog­tum nur im Wup­per­tal Garn gebleicht und gezwirnt wer­den durf­te. Die Garn­nah­rung gilt als Beginn der Wup­per­ta­ler Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur des König Fried­rich Wil­helm III. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/59

König Fried­rich Wil­helm III. (1770–1840) stamm­te aus der Hand des Düs­sel­dor­fer Bild­hau­ers Hein­rich Bau­ke. Zu sei­ner Leb­zeit wur­de das Wup­per­tal von der fran­zö­si­schen Fremd­herr­schaft befreit (1813) und gelang­te 1815 zum König­reich Preu­ßen.


Die Figur Kai­ser Wil­helms II. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/58

Kai­ser Wil­helm II. (1859–1941) wur­de vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Fried­rich Cou­bil­lier geschaf­fen. Der Anlass, die­se Figur am Rat­haus anzu­brin­gen, war schlicht, dass das neue Rat­haus in sei­ner Regie­rungs­zeit gebaut und von ihm ein­ge­weiht wur­de.


Der Rit­ter von Elber­feld und sein Knap­pe. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die impo­san­te Eck­fi­gur des Rit­ters von Elber­feld mit sei­nem muti­gen Knap­pen ent­stammt eben­falls dem Werk des Ber­li­ner Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera. Sie wur­de im Herbst 1901 fer­tig­ge­stellt und im Mai 1902 in der Nische am Rat­haus ange­bracht.1 Es ist eine Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals, die für die Treue eines Knap­pen zu sei­nem Herrn steht.
Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings wur­de die­se Bezeich­nung von den Stadt­ver­ord­ne­ten 1900/1901 nicht benutzt. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer ande­ren Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Wor­rin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” genannt, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2 Es scheint doch sehr frag­lich, dass die Stadt­vä­ter solch eine Per­son an ihrem neu­en Rat­haus haben woll­ten.


Alle­go­ri­sche Figur der Wahr­heit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Zwei wei­te­re Figu­ren wur­den vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Sie flan­kie­ren den Ein­gang und soll­ten den Stadt­ver­ord­ne­ten und sicher auch jeden Beam­ten und Bür­ger auf ihrem Weg durch das Rat­haus beglei­ten und bei Ent­schei­dun­gen mah­nend zur Sei­te ste­hen: Die Wahr­heit und die Gerech­tig­keit. Da die alle­go­ri­schen Figu­ren bei der Ein­wei­hung durch den Kai­ser noch nicht zur Ver­fü­gung stan­den, wur­de der jun­ge Bild­hau­er Eber­hard Schä­fer damit betraut, zwei in Gips model­lier­te und bron­zier­te Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit zu schaf­fen, die spä­ter dann ersetzt wur­den.


Die Figur der Gerech­tig­keit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/57

Alle Figu­ren auf einem Bild. Kai­ser Bar­ba­ros­sa, Her­zog Johann III. von Berg, König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und der Rit­ter von Elber­feld (v.l.n.r.), im Ein­gangs­por­tal sind die “Wahr­heit” und “Gerech­tig­keit” zu sehen. Das Bild ent­stand zu den Fei­er­lich­kei­ten des 300.Jahrestages der Ver­lei­hung der Elber­fel­der Stadt­rech­te am 30.Juli 1910. Bild ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Im Zwei­ten Welt­krieg gin­gen alle Figu­ren ver­lo­ren, ob sie von Bom­ben zer­stört oder bei einer Mate­ri­al­samm­lung ein­ge­schmol­zen wur­den, ist unklar.[3]32010 wur­den die Figu­ren des Rit­ters von Elber­feld und der Gerech­tig­keit und der Wahr­heit neu geschaf­fen. 
Im Juli 2013 steht die Rekon­struk­ti­on der vier Herr­scher­fi­gu­ren zur Debat­te.

Anmer­kung:
Da der ursprüng­li­che Figu­ren­schmuck sowohl alle­go­ri­sche Figu­ren als auch his­to­ri­sche Figu­ren ent­hält, wird die­ser Ein­trag sowohl unter “Denk­mä­ler” als auch unter “Stadt­schmuck” gelis­tet.


Die Kaiserstandbilder in der Ruhmeshalle

Kai­ser-Wihelm- und Fried­rich-Ruh­mes­hal­le, unda­tier­te Post­kar­te. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum

Im Jahr 1888 plan­ten die Stadt Bar­men und der Kunst­ver­ein eine “Kai­ser-Wihelm- und Fried­rich-Ruh­mes­hal­le” als Aus­stel­lungs­ge­bäu­de für die Samm­lung des Kunst­ver­eins. Bau­be­ginn war im Jahr 1897. In der Rats­sit­zung vom 17.August 1898 beschloss der Stadt­rat, dass in der Ruh­mes­hal­le (heu­te “Haus der Jugend”), die zu Ehren der Kai­ser Wil­helm und Fried­rich errich­tet wur­de, natür­lich auch Stand­bil­der die­ser Herr­scher ihren Platz fin­den müss­ten. Man ent­schied sich einen Wett­be­werb unter deut­schen Künst­lern aus­zu­schrei­ben. Ende Dezem­ber 1898 ent­schied man sich für die Ent­wür­fe von Emil Cau­er und Johan­nes Boe­se, die den zwei­ten und drit­ten Platz errun­gen hat­ten. Den ers­ten Platz beleg­ten Gus­tav Eber­lein und Jospeh Ham­mer­schmidt. Emil Cau­er erhielt für die Aus­füh­rung des Stand­bilds von Fried­rich III. 18.000 Mark, Johan­nes Boe­se für das Stand­bild Wil­helms I. 23.000 Mark. Bei­de Stand­bil­der wur­den in Car­ra­ra-Mar­mor aus­ge­führt und am 24.Oktober 1900 zusam­men mit der Ruh­mes­hal­le durch Kai­ser Wil­helm II. ein­ge­weiht. (Am sel­ben Tag weih­te der Kai­ser auch des neue Elber­fel­der Rat­haus und den Sie­ges­brun­nen in Voh­win­kel ein.)


Stand­bil­der von Kai­ser Fried­rich III (li.) und Kai­ser Wil­helm “dem Gro­ßen” (re.) Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 020/4/90 

Kai­ser Wil­helm, dem man den Bei­na­men “der Gro­ße” gab, wur­de mit “vol­lem Schmuck” dar­ge­stellt. Er trägt den Krö­nungs­man­tel und steht vor sei­nem Thron. Die rech­te Hand hält das Reichs­schwert, die lin­ke trägt die Urkun­de, in der sein Ver­mächt­nis und sein Werk — die Errich­tung des Deut­schen Reichs — ver­zeich­net sind. Sei­ne Hal­tung, so Pro­fes­sor Neu­mann in der Fest­schrift zur Ein­wei­hung, ist majes­tä­tisch, drückt aber gleich­zei­tig Mil­de und “herz­ge­win­nen­de” Güte aus.1


Das Stand­bild Kai­ser Fried­richs III. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum

Kai­ser Fried­rich ist als hoch­her­zi­ger Held in der vol­len Blü­te sei­nes Lebens, als der all­ge­lieb­te, sieg­rei­che Füh­rer des deut­schen Hee­res in dem Kampf um unse­re höchs­ten natio­na­len Güter, in der rit­ter­li­chen Uni­form der Gar­de du Corps und im Man­tel des schwar­zen Adler­or­dens mit dem Mar­schall­stab in der Rech­ten, in küh­ner, frei­er Stel­lung auf­ge­faßt.“2


So beschrieb Prof. Neu­mann das Stand­bild. Nach­dem Kai­ser Wil­helm II. die Stand­bil­der besich­tigt hat­te, gab er dem Ober­bür­ger­meis­ter Dr.Lenze die Zustim­mung, dass auch ein Stand­bild sei­ner selbst auf­ge­stellt wer­den dürf­te. Die Wahl des Künst­lers traf er aber selbst und bestimm­te Prof. Karl Begas zum Bild­hau­er sei­nes Stand­bilds. Die Pres­se ver­mu­te­te mehr­fach, dass der Kai­ser die­ses der Stadt zum Geschenk machen wür­de, doch dies erwies sich als falsch. 22.000 Mark rech­ne­te der Bild­hau­er mit der Stadt Bar­men ab.
Das Stand­bild Kai­ser Wil­helms II. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum

Das Stand­bild Wil­helms I. (Bild ergänzt am 19. April 2015.)

Am 13.April 1901 besuch­te der Kai­ser das Ber­li­ner Ate­lier des Bild­hau­ers und saß ihm für eine Drei­vier­tel­stun­de Modell. Am 25.Juni 1902 wur­de das Stand­bild, das den Kai­ser bar­häup­tig in der reich­be­stick­ten Infan­te­rie-Gene­ral-Uni­form und dem Man­tel des schwar­zen Adler­or­den zeigt, in Bar­men ein­ge­weiht. Der Kai­ser lehn­te die Ein­la­dung der Stadt ab und blieb der Ver­an­stal­tung fern, da es sich um ein Stand­bild sei­ner eige­nen Per­son han­del­te.


Die drei Stand­bil­der auf einer Post­kar­te ver­eint. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.8

Im Mai 1943 brann­te die Ruh­mes­hal­le nach dem Bom­ben­an­griff auf Bar­men aus, die Stand­bil­der blie­ben jedoch erhal­ten. Erst in der Nach­kriegs­zeit wur­de sie bei Bau­ar­bei­ten beschä­digt und spä­ter mut­wil­lig zer­stört, sodass sich der Stadt­rat am 19.Januar 1949 ent­schied, den Ein­gang der Ruh­mes­hal­le zuzu­mau­ern.3