Johann-Heinrich-Jung-Stilling-Büste

Am 3. Febru­ar 1929 wur­de das neue Gebäu­de der Elber­fel­der Stadt­bü­che­rei — die heu­ti­ge Zen­tral­bi­blio­thek — in der Kol­ping­stra­ße ein­ge­weiht. Aus die­sem Anlass stif­te­ten Frau Geheim­rä­tin C.A. Jung und die Her­ren Rudolf und Wer­ner von Baum, Wil­li Schnie­wind und die Fa. Schlie­per und Baum eine Büs­te des Schrift­stel­lers, Wis­sen­schaft­lers und Augen­arz­tes Johann Hein­rich Jung-Stil­ling, die vom bekann­ten Bild­hau­er Ernst Mül­ler-Blens­dorf gestal­tet wur­de.1


Die Jung-Stil­ling-Büs­te auf der obers­ten Eta­ge der Zen­tral­bi­blio­thek — von den Mit­ar­bei­tern mit einem Schal ver­se­hen.

Johann Hein­rich Jung wur­de am 12. Sep­tem­ber 1740 im Sie­ger­land gebo­ren und arbei­te­te nach sei­ner Kon­fir­ma­ti­on als Dorf­schul­leh­rer und Schnei­der in der väter­li­chen Werk­statt. Im Alter von 22 Jah­ren ging er als Kauf­manns­ge­hil­fe nach Kräwink­ler­brü­cke im Ber­gi­schen Land, 7 Jah­re spä­ter begann er ein Stu­di­um der Medi­zin in Straß­burg, wo er Johann Wolf­gang Goe­the und Johann Gott­fried Her­der ken­nen lern­te. Anschlie­ßend ließ er sich als Augen­arzt in Elber­feld nie­der und betä­tig­te sich als Autor von Fach­auf­sät­zen tech­ni­scher und öko­no­mi­scher Art, sodass er ab 1778 als Pro­fes­sor für Land­wirt­schaft, Tech­no­lo­gie, Fabri­ken- und Han­dels­kun­de sowie Vieh­arz­nei­kun­de an der Kame­ral-Hoch­schu­le in Lau­tern lehr­te. Mit der “Geschich­te des Herrn von Mor­gent­hau” begann 1779 sei­ne schrift­stel­le­ri­sche Kar­rie­re, die er auch an sei­nen wei­te­ren Lehr­stüh­len in Hei­del­berg (1787–1803) und Mar­burg (1803–1806) und Karls­ru­he (ab 1806) ver­folg­te. War­um er sich “Jung-Stil­ling” nann­te, ist nicht geklärt. Johann Hein­rich Jung, genannt Jung-Stil­ling, ver­starb am 2. April 1817 in Karls­ru­he.2


Die Signa­tur von Ernst Mül­ler-Blens­dorf an der lin­ken Sei­te, die erken­nen lässt, dass die Büs­te im Jahr 1928 ent­stand.

Die klei­ne Pla­ket­te an der Vor­der­sei­te des Podes­tes ist lei­der beschä­digt und zum Teil unles­bar. Sie erklärt:

Hein­rich Jung-Stil­ling
1740 — 1817
leb­te zeit­wei­lig als Augen­arzt in Elber­feld
Er stand mit Goe­the in freund­schaft­li­cher Ver­bin­dung
und grün­de­te im Anschluß [an einen] Besuch
1775 die “Ers­te Elber­fel­der [Lese-Gesell­schaft]”


Damit bezieht sich die Pla­ket­te auf die im Anschluss an einen Besuch Goe­thes, Lava­ters, Samu­el Col­len­buschs und Hein­ses beim Elber­fel­der Kauf­mann Cas­pa­ry, dem auch Jung-Stil­ling bei­wohn­te, gegrün­de­te Ers­te Lese­ge­sell­schaft. Sie war eine der ers­ten auf­klä­re­ri­sche bür­ger­li­che Ver­ei­ni­gung im Rhein­land, Jung-Stil­ling wur­de die Ehre zuteil die Eröff­nungs­re­de zu hal­ten.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal für die Beyenburger Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Am 1. Dezem­ber 1929 weih­te man in Bey­en­burg nach sechs Jah­ren des Pla­nens und Spa­rens an der dama­li­gen Kirch­stra­ße das Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. Schon 1923 hat­te man begon­nen das nöti­ge Geld hier­für zu sam­meln und man hat­te Prof. Erich Cleff mit der Her­stel­lung einer Gedenk­ta­fel betraut. Doch die Geld­ent­wer­tung mach­te den ers­ten Ver­such zu Nich­te. Am 10. Janu­ar 1928 beschloss die Stadt Lüttring­hau­sen, zu deren Gemein­de Bey­en­burg damals gehör­te, den Ankauf des ehe­mals Schnei­der­schen Grund­stücks an der Kirch­stra­ße (heu­te: Am Krie­ger­mal) und stell­te die Mit­tel für die Her­rich­tung des Ortes bereit. Ein Jahr spä­ter stell­te die neu gegrün­de­te Stadt Wup­per­tal, in die Bey­en­burg im August 1929 ein­ge­mein­det wor­den war, 1000 RM zur Fer­tig­stel­lung des Denk­mals zur Ver­fü­gung.


Das Bey­en­bur­ger Krie­ger­denk­mal. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal 18.6.8

Prof. Erich Cleff hat­te eine Gedenk­ta­fel aus Kirch­hei­mer Blau, einem Muschel­kalk­stein, geschaf­fen, auf der in ver­gol­de­ter Schrift die Namen der 91 Gefal­le­nen ver­zeich­net waren. Die Gesamt­an­la­ge wur­de vom Bar­mer Stadt­bau­di­rek­tor Rück­le ent­wor­fen und in ber­gi­scher Grau­wa­cke aus­ge­führt. Die Gedenk­ta­fel fand am fünf Meter hohen Pfei­ler ihren Platz.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war das Denk­mal bereits repa­ra­tur­be­dürf­tig und man ent­schloss sich es durch ein neu­es Denk­mal für die Gefal­le­nen bei­der Welt­krie­ge zu erset­zen.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Brunnen mit Putten am Toelleturm

Der Brun­nen am Toel­le­turm.

1927 fei­er­te die Fir­ma Vor­werk & Sohn das 100jährige Bestehen des Betriebs und aus die­sem Anlass stif­te­te Wil­helm Vor­werk im Namen der Fami­lie der Stadt Bar­men einen Brun­nen, der am 21. August 1929 vor dem Luft­kur­haus am Toel­le­turm ein­ge­weiht wur­de. Für die Instand­set­zung und Regu­lie­rung des Plat­zes, sowie den Ein­bau der Was­ser­lei­tung hat­te die Stadt Bar­men 16.000 RM bereit­ge­stellt. Was mit der bis­her dort ste­hen­den Flo­ra pas­sier­te, ist unbe­kannt.


Der Brun­nen auf einer Post­kar­te.

Der Brun­nen des in Elber­feld gebo­re­nen Bild­hau­ers Paul Wyn­and besteht aus einem acht­ecki­gen Was­ser­be­cken, in des­sen Mit­te sich in drei Stu­fen über­ein­an­der­ge­la­ger­te Scha­len befin­den. Das Was­ser fließt aus der obers­ten Scha­le kas­ka­den­ar­tig in das Becken hin­ab. Zur Her­kunft des Steins bestehen unter­schied­li­che Anga­ben, so wird von frän­ki­schem Muschel­kalk, aber auch vom Dolo­mit­kalk­stein vom Stein­bruch am Kir­berg gespro­chen. Am Rand des Beckens befan­den sich vier 90–100cm gro­ße Bron­ze­grup­pen, die Put­ten dar­stell­ten, die mit Del­phi­nen spiel­ten. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den sie bei einer Metall­samm­lung ent­fernt und konn­ten nicht wie­der­ge­fun­den wer­den. Eine Neu­schöp­fung der Figu­ren wur­de durch den Tod Wyn­ands am 2. März 1956 ver­hin­dert.


Put­te und Del­phin auf einer Foto­gra­fie. Ent­nom­men aus: Gene­ral-Anzei­ger der Stadt Wup­per­tal vom 14.September 1935.

Mehr­mals wur­de der Brun­nen inzwi­schen restau­riert, unter ande­rem 1967 vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Joa­chim Wolf-Mül­ler.1 Zwi­schen 19922 und 19983 lag er tro­cken. Damals bezif­fer­te die Stadt die Kos­ten der Reno­vie­rung auf 30.000 DM. Wann die­se durch­ge­führt wur­de, wird noch nach­ge­tra­gen.


Der Brun­nen im Som­mer 2011.

Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des SSV 04 Elberfeld

Gedenk­ta­fel des SSV 04 Elber­feld. Abbil­dung aus: Gene­ral-Anzei­ger vom 02.04.1929.

Am Oster­sonn­tag des Jah­res 1929, es war der 31. März, fand mor­gens wäh­rend der Fei­er­lich­kei­ten zum 25jährigen Jubi­lä­um des Sport- und Spiel­ver­eins Elber­feld (SSV) die fei­er­li­che Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Mit­glie­der statt. Die Kup­fer­ta­fel, die vom Ver­eins­mit­glied Karl Mar­ren­bach ent­wor­fen und in der Kunst­schlos­se­rei Hein­rich Issin­ger her­ge­stellt wur­de, gedach­te den 49 gefal­le­nen Sport­ka­me­ra­den. Der Vor­sit­zen­de, Wer­ner Clos­ter­hal­fen, hielt die Wei­he­re­de und der Leh­rer­ge­sang­ver­ein beglei­te­te die Fei­er. Die Tafel wur­de in die West­wand des Sta­di­ons am Zoo ein­ge­las­sen und ist heu­te ver­schol­len. Bereits 1932 brann­te das Tri­bü­nen­ge­bäu­de aus. 1954 fusio­nier­te der 1904 gegrün­de­te SSV Elber­feld mit der Turn- und Sport­ge­mein­schaft (TSG) Voh­win­kel zum Wup­per­ta­ler Sport­ver­ein (WSV).1


Aus­schnitt der obi­gen Abbil­dung.

Die Kup­fer­ta­fel zeigt oben das Wap­pen des SSV Elbe­feld, dar­un­ter ste­hen gerahmt von zwei Eiser­nen Kreu­zen die Inschrift und die Namen des Gefal­le­nen:

Unse­ren 1914–18 Gefal­le­nen
Kame­ra­den zum Gedächt­nis
[49 Namen]
Sport- und Spiel­ver­ein 04 Elber­feld”


 

Figurenschmuck am Haupteingang der Stadtbibliothek

Die Figu­ren über dem alten Por­tal der Stadt­bü­che­rei.

Am 3. Febru­ar 1929 wur­de das neue Gebäu­de der Elber­fel­der Stadt­bü­che­rei — die heu­ti­ge Zen­tral­bi­blio­thek — in der Kol­ping­stra­ße ein­ge­weiht. Aus die­sem Anlass ver­öf­fent­lich­te der Lei­ter der Ein­rich­tung, Dr. Wolf­gang van der Brie­fe, eine Fest­schrift, in der Stadt­bau­rat Koch die Bau­ge­schich­te des Gebäu­des beschreibt. Der plas­ti­sche Schmuck, der vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Leo­pold Fleisch­ha­cker geschaf­fen wur­de, wird von Koch wie folgt beschrie­ben:


Eine der bei­den Figu­ren.

Rei­che­re Aus­bil­dung erfuhr der Haupt­ein­gang in der Kasi­no­gar­ten­stra­ße [heu­te Kol­ping­stra­ße, Anm.] mit bild­ne­ri­schem Schmuck in Gestalt zwei­er Figu­ren, die die geis­ti­gen Pole einer Büche­rei sym­bo­lisch umschrei­ben und Dich­tung und Wis­sen dar­stel­len. In den schräg­ge­stell­ten Tür­lei­bun­gen befin­den sich acht ver­schie­de­ne Reli­efs mit humor­vol­len Sinn­bil­dern, die mit Bei­spie­len aus der Tier­welt mensch­li­che Züge und Schwä­chen der Her­ren Gelehr­ten und Lite­ra­ten ver­spot­ten. Glau­ben wir nicht hie und da sogar Bekann­te in den Tier­sym­bo­len zu erbli­cken: Da sitzt auf ein­sa­men Horst der Adler als Phi­lo­soph, erha­ben über Erde und Mensch­heit; und dort spreizt sich selbst­be­wußt und Eitel der Pfau; der Fuchs, der lis­ti­ge Stre­ber, dem die Trau­ben aber zu hoch hän­gen, ist uns auch eben­so­we­nig unbe­kannt wie der auf­ge­bla­se­ne Frosch, der noch dazu gern alles aus aus der Sumpf­per­spek­ti­ve beur­teilt. Auch der Affe fehlt nicht, der erst im Spie­gel sein unschö­nes Eigen­bild erken­nen muß, und der nasch­haf­te Bär, der den flei­ßi­gen Bie­nen den Honig stiehlt. Dort tum­melt sich gar ein jun­ger Esel und kommt in sei­nem Über­mut fast zu Fall, und da läßt es sich der Hams­ter wohl sein bei gutem Korn, das er nicht gesät, aber emsig ein­ge­heimst hat.”


Die ande­re Figur.

Der Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Erich Cleff fer­tig­te außer­dem die Kapi­tal­for­men der Pilas­ter und die Medal­li­ons zwi­schen den Fens­tern der Haupt­ge­schos­se.1


Die Reli­efs der rech­ten Por­tals­ei­te.

Die Reli­efs an der lin­ken Por­tals­ei­te.

Posi­ti­on des Kunst­wer­ke auf der Kar­te


Flora

Foto­gra­fie einer Post­kar­te mit Toel­le-Turm und Flo­ra. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 020/12/27

Es ist unklar, wann die auf der Post­kar­te zu sehen­de Figur in der Nähe des Toel­le­turms auf­ge­stellt wur­de. Sie ist auf meh­re­ren Post­kar­ten zu fin­den, von denen die ältes­te einen Post­stem­pel von 1899 auf­weist. Ver­mut­lich wur­de die etwa lebens­gro­ße Figur im Zusam­men­hang mit dem Bau des Luft­kur­hau­ses durch Adolf Vor­werk (1892) errich­tet. Die Figur stand auf einem grot­ten­ähn­li­chen Unter­bau inner­halb eines bepflanz­ten Ron­dells im Zen­trum der Kreu­zung von Hohen­zol­lern und Frie­sen­str. (die­se heißt heu­te Adolf-Vor­werk-Str.).


Eine wei­te­re Post­kar­te mit Flo­ra und Toel­le­turm. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 020/12/91, (aus der Samm­lung Rin­ke)

Die Bezeich­nung “Flo­ra” stammt aus einer Akten­no­tiz des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins, der am 28.Juli 1913 ver­merk­te, dass die Stadt­ver­wal­tung Bar­men die Pfle­ge der Figur über­nom­men hat. 1927/28 wur­de der Platz vor dem Luft­kur­haus ver­än­dert, 1929 wur­de anstel­le des Ron­dells der heu­te noch vor­han­de­ne Brun­nen von Paul Wyn­and errich­tet. Was mit der Flo­ra pas­sier­te, ist nicht bekannt.1


Eine Post­kar­te mit Flo­ra und Toel­le­turm, gelau­fen 1914. (Bild ergänzt am 8. Febru­ar 2013)

Steinerner Engel

Die Fried­hofs­ka­pel­le am Unt­er­bar­mer Fried­hof

Es war ein Sams­tag­nach­mit­tag, als am 1.Juni 1929 die Ver­ei­nig­te evan­ge­li­sche Gemein­de Unt­er­bar­men am Unt­er­bar­mer Fried­hof ihre neue Fried­hofs­ka­pel­le ein­weih­te. Seit­dem emp­fängt ein stei­ner­ner Engel die Besu­cher am Trep­pen­auf­gang. Geschaf­fen wur­de er vom Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Ernst Hahn nach leben­dem Vor­bild, der Gat­tin des Pia­nis­ten Harald Hell­manns­ber­ger.1


Der Stei­ner­ne Engel.

Kriegerdenkmal des 9. Lothringischen Regiments 173

Das Krie­ger­denk­mal des 9. Loth­rin­gi­schen Regi­ments 173 ist eines, das wohl schon zur Ein­wei­hung am 18. August 1929 Ver­wun­de­rung her­vor­rief. Das lag nicht dar­an, das am Freu­den­berg in unmit­tel­ba­rer Nähe zu der in den 30er Jah­ren errich­te­ten Kaser­ne (heu­te Cam­pus Freu­den­berg der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät) ein Denk­mal für ein loth­rin­gi­sches Regi­ment errich­tet wur­de, denn in die­sem Regi­ment hat­ten zahl­rei­che Elber­fel­der gedient. Die Ver­wun­de­rung galt der Aus­füh­rung des Denk­mals, des­sen Kos­ten aus Spen­den der Regi­ments­an­ge­hö­ri­gen errich­tet wur­de. Von den 8000 RM Gesamt­kos­ten fehl­ten zur Ein­wei­hung aller­dings noch 2500 RM. Über 4000 Sol­da­ten des Regi­ments waren im Ers­ten Welt­krieg gefal­len, dar­un­ter über 400 Elber­fel­der. Zur Ein­wei­hung des Denk­mals am 18.August 1929 erschien der ehe­ma­li­ge Kom­man­deur des Regi­ments, Gene­ral von Mudra, aus Schwe­rin.


Das Denk­mal des 9.Lothringischen Infan­te­rie Regi­ments 173 am Freu­den­berg

Das Denk­mal, das vom Elber­fel­der Bild­hau­er Fritz Lücken geschaf­fen wur­de, besteht aus einem Sockel und Pfei­ler aus Zie­gel­stei­nen und zwei Skulp­tu­ren aus Sand­stein. Die unte­re soll einen ster­ben­den Krie­ger dar­stel­len, die obe­re einen Löwen, der sich gera­de durch ein Auf­bäu­men von der “wel­schen” Schlan­ge befreit, die sich um sei­nen Hals gewi­ckelt hat. Ins­ge­samt hat das Denk­mal eine Höhe von sie­ben Metern.
Der Ent­wurf war bei den Stadt­ver­ord­ne­ten, die über den Antrag des Reichs­bun­des ehe­ma­li­ger 173er über die zur Ver­fü­gung­stel­lung eines Bau­plat­zes zu ent­schei­den hat­ten, sehr umstrit­ten gewe­sen. Wie der Gene­ral-Anzei­ger berich­te­te, lehn­ten die Lin­ken den Ent­wurf als ver­het­zend ab, wäh­rend die Rech­ten die Über­le­gen­heit der Schlan­ge kri­ti­sier­ten. Der Bild­hau­er Fritz Lücken erklär­te dazu, die Skulp­tur stel­le den Moment dar, in dem sich der Löwe gegen die Schlan­ge wehrt und auf­bäumt. Der gefal­le­ne Sol­dat hin­ge­gen ste­he für die Kame­rad­schaft.


Der Sol­dat

Der Löwe und die Schlan­ge

Die Inschrift am Pfei­ler lau­tet:

1914             1918

Zur
dank­ba­ren Erin­ne­rung
an sei­ne im Welt­krie­ge
gefal­le­nen
4237 Kame­ra­den
9.Lothr. Inf. Reg.173
1929”

Auf der Rück­sei­te des Pfei­lers fin­den sich fol­gen­de Wor­te, die einem Men­schen des 21. Jahr­hun­derts unver­ständ­lich blei­ben.


Rück­sei­te des Denk­mals

Lebe
Kaemp­fe
und stre­be
in unse­rem Geist!
Im Werk ist staer­ke
die uns dem Tod ent­reisst”

1977 stell­te der Offi­zier­ver­ein Wup­per­tal 3000 DM zur Sanie­rung des Denk­mals zur Ver­fü­gung.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal in Langerfeld

Das Denk­mal im Janu­ar 2010.

Das Schwert.

Oben, am Hang des Hedt­bergs und am Ende der Wil­helm-Hedt­mann-Stra­ße leg­ten die Lang­er­fel­der im Jahr 1929 ihr Krie­ger­denk­mal an. Die Plä­ne dafür leg­ten der Archi­tekt Peter Klotz­bach und Regie­rungs­bau­meis­ter Flie­t­her vor. Es besteht aus einer 12,50m hohen stei­ner­nen Säu­le aus Ruhr­koh­len­sand­stein, auf der frü­her ein vier Meter hohes Bron­ze­schwert mit Johan­ni­ter­kreuz sei­ne Spit­ze in den Him­mel streck­te, und einem Pla­teau, auf dem eine sar­ko­pha­g­ähn­li­cher Gedenk­stein aus Muschel­kalk auf­ge­stellt ist. Zur Ein­wei­hung am 24.November 129 erschie­nen fast 10.000 Bür­ger, um zusam­men mit Ange­hö­ri­gen, dem Posau­nen­chor und den Mit­glie­dern der Lang­er­fel­der Gesang­ver­ei­ne den Toten zu geden­ken. Nach Abschluss der Fei­er ließ man tau­send Brief­tau­ben die Nach­richt von der Ein­wei­hung in die Stadt tra­gen.


Am 24.November 1929 wur­de das Denk­mal ein­ge­weiht. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.5


Der Sar­ko­phag trägt an sei­nem “Deckel” die Namen berühm­ter Schlacht­fel­der des Ers­ten Welt­kriegs: “Ska­gerak, Ypern + Kow­no, Arras, Tan­nen­berg + Ver­dun”. Außer­dem ist an einer Längs­sei­te der Auf­schrei “Sie wer­den auf­er­ste­hen!” ein­ge­mei­ßelt. Die Inschrift am Auf­gang zum Pla­teau lau­te­te frü­her:

Den im Welt­krie­ge 1914–18 gefal­le­nen Soeh­nen
der ehe­ma­li­gen Gemein­de Lang­er­feld
zum ewi­gen Gedächntis”



Heu­te ver­kün­det eine Bron­ze­ta­fel:

Den Toten zum Geden­ken,
den Leben­den zur Mah­nung.”



Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Schwert ein­ge­schmol­zen und das Denk­mal durch Bom­ben beschä­digt. Am 22.November 1953 konn­te das Denk­mal wie­der ein­ge­weiht wer­den, anstel­le des Schwer­tes wur­de ein 3,50 m hohes, mit Kup­fer umman­tel­tes Kreuz auf­ge­stellt. Am Pfei­ler wur­den die Nach­bil­dung eines Stahl­helms und die Jah­res­zah­len der Welt­krie­ge ange­bracht.1


Der obe­re Teil des Denk­mals im Mai 2010.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal im Ehrenhain Vohwinkel

Das Ehren­mal auf einer Foto­gra­fie vor 1943. Bild ent­nom­men aus: RMK, S. 269. Dor­ti­ge Quel­len­an­ga­be: Samm­lung Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Am 7. Juli 1929, ein Sonn­tag im letz­ten Monat der Selbst­stän­dig­keit Voh­win­kels, weih­te Bür­ger­meis­ter Dr. Land­wehr das Voh­wink­ler Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. 345 von 3000 Voh­wink­ler Sol­da­ten hat­ten ihr Leben im Fel­de gelas­sen. Ent­wor­fen hat­te die Anla­ge Prof. Hans Fischer aus Bar­men. Auf einer halb­run­den Ter­ras­se, zu der sechs Stu­fen hin­auf führ­ten, stand im Schei­tel auf einem Pos­ta­ment mit einer unbe­kann­ten Inschrift ein dunk­les Holz­kreuz. Davon aus­ge­hend waren acht fla­che Stein­so­ckel auf dem Boden im Halb­rund ange­ord­net, die Bron­ze­ta­feln mit den Namen der Gefal­len tru­gen.


Das Denk­mal um 1929. Bild ent­nom­men aus: Zieg­ler, Geschich­te der Stadt Voh­win­kel, 1929, Neu­druck 1982, Ver­lag Ute Kier­dorf, Rem­scheid, S. 160.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Ehren­hain und das Denk­mal zer­stört. Auf Antrag des Bezirks­ver­eins Wup­per­tal-Voh­win­kel-Süd wur­de die Anla­ge 1950 not­dürf­tig her­ge­rich­tet. Am 1.Juli 1956 wur­de der Ehren­hain erneut der Bevöl­ke­rung im Rah­men der 600-Jahr-Fei­er über­ge­ben. Auch dies­mal hielt Dr. Land­wehr die Anspra­che am Krie­ger­denk­mal, das seit­dem den Toten bei­der Welt­krie­ge gewid­met ist. Es besteht nun nur noch aus einem Holz­kreuz und einer davor im Boden ein­ge­las­se­nen Inschrift: 1



Die Inschrift.

Den Toten
bei­der
Welt­krie­ge”


Die Grund­form des Denk­mals ist noch erkenn­bar.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:
Im Okto­ber 2017 wur­de das Kreuz ent­fernt, da es maro­de und z.T. durch­ge­fault war. Die Stadt bemüht sich um Ersatz im Jahr 2018.2 Vor dem Volks­trau­er­tag 2017 wur­de vom Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten ein 3 Meter hohes Pro­vi­so­ri­um erstellt und auf­ge­stellt.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te