Josef-Keusch-Gedenkstein

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Der Gedenk­stein

Am 1. Okto­ber 1934, so steht es auf der Gedenk­pla­ket­te, wur­de im Rosen­gar­ten des Zoo­lo­gi­schen Gar­tens ein Gedenk­stein für Josef Keusch gesetzt, der am 14. Sep­tem­ber 1934 nach 34 Jah­ren im Dienst der Akti­en­ge­sell­schaft in den Ruhe­stand getre­ten war. An jenem 1. Okto­ber 1934 über­nahm sein Nach­fol­ger, der ehe­ma­li­ge Post­be­am­te Wil­helm Seiff­ge den Direk­to­ren­pos­ten, nicht auf­grund sei­ner Qua­li­fi­ka­ti­on, son­dern auf­grund sei­nes NSDAP-Par­tei­bu­ches.


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Die Gedenk­pla­ket­te

Josef Keusch, am 1. Mai 1900 als Gar­ten­in­spek­tor ein­ge­stellt, hat­te ein Examen als könig­li­cher Ober­gärt­ner und bau­te den Zoo­lo­gi­schen Gar­ten zu der Anla­ge aus, die wir heu­te im Grun­de auch noch ken­nen, wenn auch sich die Gehe­ge teil­wei­se ver­än­dert haben. Er setz­te nach dem Vor­bild Hagen­becks in Ham­burg auf git­ter­lo­se Frei­an­la­gen, wie beim Nord­land­pan­ora­ma für Rob­ben, Eis­bä­ren und Ren­tie­re, das heu­te noch in Tei­len exis­tiert. Er steu­er­te den Zoo durch die schwie­ri­gen Jah­re des Ers­ten Welt­kriegs und der Nach­kriegs­zeit. Keusch war auch kein Freund der neu­en Macht­ha­ber im Jahr 1934. So berich­tet der ehe­ma­li­ge Zoo­di­rek­tor, Ulrich Schü­rer, in sei­ner Jubi­lä­ums­schrift, dass Keusch kurz vor sei­ner Pen­sio­nie­rung das Was­ser des gro­ßen Tei­ches im Vor­feld eines Gon­d­el­fes­tes der SA ein­fach abge­las­sen habe. Josef Keusch starb 1945.1

Die Inschrift der Gedenk­pla­ket­te am Gedenk­stein lau­tet:

Dem lang­jäh­ri­gen Lei­ter des Gar­tens
Direk­tor Josef Keusch
für treue und ver­dienst­vol­le Arbeit
Wup­per­tal, den 1.10.1934
Akti­en­ge­sell­schaft Zoo­lo­gi­scher Gar­ten
der Auf­sichts­rat und Vor­stand”


Carl-Duisberg-Büste

Die Carl-Duis­berg-Büs­te. Foto­gra­fie von Ruth Mey­er-Kahr­weg, 1990. Ent­nom­men aus: RMK, S. 308.

Am 24. Febru­ar 1934 wur­de in Anwe­sen­heit von Schü­lern, Leh­rern und Freun­den der Ober­re­al­schu­le Bar­men bei einer Fest­ver­an­stal­tung eine Büs­te ein­ge­weiht, die zu Ehren des Che­mi­kers und Indus­tri­el­len Geheim­rats Carl Duis­berg ange­fer­tigt wor­den war. Her­ge­stellt hat­te sie der Bar­mer Archi­tekt, Maler und Bild­hau­er Hein­rich Röder nach dem leben­den Vor­bild und hat­te zu die­sem Zweck Carl Duis­berg mehr­fach in Lever­ku­sen auf­ge­sucht. Stif­ter war der Ver­ein der Freun­de der Ober­re­al­schu­le. Die Büs­te fand ihren Platz in der Nähe des Che­mie­saa­les im Schul­ge­bäu­de an der Dies­ter­weg­stra­ße, spä­ter im Neu­bau an der Max-Plank-Stra­ße (Schul­zen­trum Ost).

Für die Ehrung hat­te es zwei Anläs­se gege­ben: Carl Duis­berg, der am 29. Sep­tem­ber 1861 in Bar­men gebo­ren wur­de, war von der Sex­ta bis zur Sekun­da Schü­ler der Vor­gän­ger­schu­le, der Real­schu­le II. Ord­nung in Bar­men-Wup­per­feld gewe­sen. Spä­ter wech­sel­te er zur Ober­re­al­schu­le am Döp­pers­berg, da ihm ein Arzt auf­grund einer Herz­schwä­che täg­li­che Bewe­gung ver­schrie­ben hat­te, was man durch den ver­län­ger­ten Schul­weg zu errei­chen ver­such­te.1 Anschlie­ßend stu­dier­te er Che­mie in Göt­tin­gen und Jena und trat 1883 in die Far­ben­fa­brik Bay­er in Elber­feld ein. 1895 orga­ni­sier­te und plan­te er den Umzug des Betriebs nach Lever­ku­sen, da der Stand­ort im Wup­per­tal zu klein gewor­den ist. 1900 wur­de er Vor­stands­mit­glied der Bay­er AG, 1912 Vor­stands­vor­sit­zen­der.2 Wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs war er maß­geb­lich an der Ent­wick­lung von Che­mi­schen Kampf­stof­fen betei­ligt und for­der­te mit Erfolg den Zwangs­ein­satz der bel­gi­schen Zivil­be­völ­ke­rung in der deut­schen Rüs­tungs­in­dus­trie, was eben­so wie die Kampf­gas­ent­wick­lung völ­ker­rechts­wid­rig war.3 1925 war Duis­berg füh­rend an der Grün­dung der I.G. Far­ben betei­ligt, von 1925–1931 war er Prä­si­dent des Reichs­ver­bands der deut­schen Indus­trie.4 Für sei­ne alte Schu­le hat­te Carl Duis­berg — das war der zwei­te Grund der Ehrung — ein Schü­ler-Sti­pen­di­um ins Leben geru­fen, wel­ches mit­tels einer Stif­tung von 10.000 Mark begab­ten Schü­lern einen Stu­di­en­auf­ent­halt am Deut­schen Muse­um in Mün­chen ermög­lich­te. Anläss­lich der Auf­stel­lung der Büs­te erhöh­te Duis­berg, der bei der Ein­wei­hung anwe­send war, die Sum­me der Stif­tung auf 25.000 Mark. 5

Ein Jahr spä­ter starb Carl Duis­berg am 19. März 1935 in Lever­ku­sen, wor­auf­hin der Wup­per­ta­ler Rat am 16. Juli des Jah­res beschloss, sei­ne alte Schu­le nach ihm zu benen­nen.6 In der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sorgt die Benen­nung des Gym­na­si­ums nach ihm auf­grund sei­ner Tätig­keit im Ers­ten Welt­krieg und dem damit ver­bun­de­nen Bruch des Völ­ke­re­rechts wie­der für Dis­kus­sio­nen.7
Im Neu­bau im Schul­zen­trum Ost befand sich lan­ge Zeit eine stän­di­ge Aus­stel­lung zum Namens­ge­ber der Schu­le, wo auch die Büs­te unter­ge­bracht war. Am 24. Novem­ber 1999 wur­de die Büs­te samt Sockel von Unbe­kann­ten ent­wen­det. 8Spä­ter wur­de sie von der Poli­zei sicher­ge­stellt und an das CDG zurück­ge­ge­ben. Jedoch ist sie so zer­stört, dass sie nicht mehr aus­ge­stellt wer­den kann. 9


Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs der lutherischen Gemeinde am Kolk

Mit einem fei­er­li­chen Got­tes­dienst weih­te die luthe­ri­sche Gemein­de der Kir­che am Kolk am 23. Novem­ber 1934 ihr Krie­ger­eh­ren­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. Das Ehren­mal fand in zwei Nischen an den Sei­ten des Altars sei­nen Platz und bestand aus vier Bron­ze­ta­feln, die die 1576 Namen der Gefal­le­nen tru­gen. Zwi­schen den jeweils zwei Tafeln in einer Nische befand sich eine Dar­stel­lung des gekreu­zig­ten Chris­tus (links) und des in den Him­mel auf­fah­ren­den Chris­tus (rechts). Davor befand sich ein Sar­ko­phag ähn­li­cher Vor­bau aus Stein, der das Eiser­ne Kreuz trug. Geschaf­fen hat­te das Ehren­mal der Elber­fel­der Bild­hau­er Fritz Lücken.


Der lin­ke Teil des Krie­ger­denk­mals in der Kir­che am Kolk. Ent­nom­men aus: Gene­ral-Anzei­ger vom 17.11.1934.

Bereits am 21 .Janu­ar 1923 hat­te man eine Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen ein­ge­weiht, mit der Absicht die­se spä­ter zu erset­zen.

Beim Bom­ben­an­griff auf Elber­feld im Juni 1943 wur­de das Ehren­mal ein Opfer der Flam­men. Ledig­lich ein zwei­ter Bron­ze­guss des gekreu­zig­ten Chris­tus exis­tiert und befin­det sich im Besitz der Fami­lie des Bild­hau­ers. (Stand: 1991)1

Nagelbild Eiserner Ritter

Am 21. Okto­ber 1915, es der Hohen­zol­lern-Gedenk­tag, an dem an die Über­nah­me der Herr­schaft über die Mark Bran­den­burg durch die Hohen­zol­lern gedacht wur­de, begann im Elber­fel­der Kai­ser-Wil­helm-Muse­um, dem heu­ti­gen Von der Heydt-Muse­um, die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters. Mit die­sem Nagel­bild, einer aus Öster­reich-Ungarn stam­men­den Akti­on, sam­mel­te der Ver­ein “Kriegs­hül­fe” im Ers­ten Welt­krieg spen­den für in Not gera­te­ne Bür­ger. Dazu konn­te man eiser­ne, sil­ber­ne und gol­de­ne Nägel erwer­ben und die­se in das Bild­nis nageln. Die Prei­se began­nen bei einer Mark und lagen deut­lich über dem Mate­ri­al­wert des Nagels. Ver­ei­ne und Schu­len leis­te­ten sich auch Schil­der mit Sinn­sprü­chen zu ent­spre­chen­den Prei­sen.1 Der All­ge­mei­ne Turn­ver­ein 1860 Elber­feld zahl­te bei­spiels­wei­se 100 Mark und brach­te ein Schild mit der Inschrift “Einig­keit macht stark — All­ge­mei­ner TV 1860 Elber­feld” an.2 Der Ver­ein erhoff­te sich einen Rein­ge­winn von 8.000 — 15.000 Mark, erziel­te aber bereits am ers­ten Tag die Sum­me von 11.000 Mark. Am Ende der Akti­on, am 30.April 1916 betrug der Rein­ge­winn 70.000 Mark.3
Abbil­dung des Nagel­bilds Zur Erin­ne­rung an die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters von Elber­feld, Kriegs­hül­fe, 1915, Akte S XIII 176, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal

Am 2. August 1915 hat­te der Zen­tral­vor­stand des Ver­eins “Kriegs­hül­fe” beschlos­sen, die Gestal­tung des Nagel­bilds Prof. Lou­is Heitsch zu über­tra­gen. Sein Ent­wurf wur­de dann von den Holz­bild­hau­ern Paul Krau­se und Vik­tor Szlo­wo­da aus­ge­führt. Das Nagel­bild war 4,20 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Es zeigt einen gepan­zer­ten, mit­tel­al­ter­li­chen Rit­ter mit Schwert und Schild, auf dem ein Adler zu sehen ist. Die Ritterfi­gur wird umdrängt von Schlan­gen. Über ihm steht in gro­ßen Let­tern “Gott mit uns”, sein Kopf wird an den Sei­ten flan­kiert von zwei Wap­pen, die den Ber­gi­schen Löwen und das Elber­fel­der Stadt­wap­pen zei­gen. Dar­un­ter fin­den sich Eiser­ne Kreu­ze. Das Podest, auf dem das Nagel­bild ange­bracht ist, zeigt den Schrift­zug “Kriegs­hül­fe” und dar­un­ter die Jah­res­zahl “1915”.4
Foto­gra­fie des Eiser­nen Rit­ters unbe­kann­ten Datums. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Nach Abschluss des Krie­ges soll­te die Figur in eine Wand der Kir­che am Kolk ein­ge­las­sen wer­den, aber die Figur blieb bis März 1934 im Muse­um und kam dann ins Rat­haus am Neu­markt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Nagel­bild zer­stört.5
In Voh­win­kel wur­de im Jahr 1916 ein “Eiser­nes Schwert” als Nagel­bild auf­ge­stellt.

Suidbert-Denkmal

Bereits im Jahr 1817, kurz vor Weih­nach­ten, wur­de der Grund­stein für das ers­te Suid­bert-Denk­mal auf der Hardt gelegt. Der Begrün­der der Anla­gen, Dr.Diemel, dem spä­ter ein eige­nes Denk­mal errich­tet wur­de, hat­te es initi­iert. Im nächs­ten Jahr konn­te das Denk­mal ein­ge­weiht wer­den. Das sehr schlich­te und ein­fa­che Denk­mal bestand aus einem qua­dra­ti­schen Block aus Bruch­stei­nen, auf dem eine “Urne in den schwuls­ti­gen For­men des Roko­ko prank­te. Eine dar­auf ange­brach­te Tafel belehr­te über den Zweck.“1 Die Urne hat­te ursprüng­lich auf dem Tor­pfei­ler eines Hau­ses gestan­den, ins­ge­samt, so Ruth Mey­er-Kahr­weg, hat­te das Denk­mal eine unwür­di­ge Form. Die Trau­er um das Denk­mal, das Mit­te des 19.Jahrhunderts bereits ver­wit­tert und schließ­lich zer­stört war, hielt sich ver­mut­lich in Gren­zen.2
Eine Abbil­dung des ers­ten Suid­bert-Denk­mals exis­tiert in RMK, S.23. Als Quel­le dafür gibt Ruth Mey­er-Kahr­weg die Samm­lung des His­to­ri­schen Zen­trums an. Die Abbil­dung habe ich nicht fin­den kön­nen.

Suid­bert (auch Suid­bert, Swit­bert oder Swid­bert genannt, der Name bedeu­tet: der star­ke Glän­zen­de) war ein angel­säch­si­scher Mis­sio­nar, der 690 mit dem Mis­sio­nar Wil­li­brord von Eng­land zum Kon­ti­nent über­setz­te. Prä­zi­se und glaub­wür­di­ge Infor­ma­tio­nen über den um 637 gebo­re­nen Kir­chen­mann fin­den sich vor allem in der His­to­ria eccle­si­asti­ca gen­tis Anglo­rum (Kir­chen­ge­schich­te des eng­li­schen Vol­kes) des angel­säch­si­schen Theo­lo­gen Beda Venera­bi­lis. 693 wur­de er in Eng­land zum Mis­si­ons­be­schof geweiht. Suid­bert wid­me­te sich zunächt der Mis­sio­nie­rung der frän­ki­schen Bruk­te­rer, die zwi­schen Ruhr und Lip­pe wohn­ten. Um 695 wur­de die­ser Stamm von den Sach­sen unter­wor­fen. Suid­bert erhielt dar­auf­hin von Pip­pin dem Mitt­le­ren die Erlaub­nis auf der Rhein­in­sel Kai­sers­werth ein Klos­ter zugrün­den. Er gilt als Apos­tel des Ber­gi­schen Lan­des, auch wenn für eine Mis­si­ons­tä­tig­keit Suid­berts nach der Klos­ter­grün­dung kei­ne ein­deu­ti­gen Bele­ge vor­lie­gen. Am 1.März 713 starb der Angel­sach­se, sei­ne Reli­qiu­en fin­den sich bis heu­te in der ehe­ma­li­gen Stifts­kir­che im Suit­ber­tus­schrein.3


Das zwei­te Suit­ber­tus-Denk­mal auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Der Inha­ber der Far­ben­hand­lung Gebr. Lüttring­hau­sen, Johann Jakob Lüttring­hau­sen, initi­ier­te 1857 die Errich­tung eines zwei­ten Suid­bert-Denk­mals. Am 26.März 1857 trat die Kom­mis­si­on unter dem Vor­sitz des Ober­bür­ger­meis­ters Lisch­ke zusam­men. Der Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Juli­us Bay­er­le wur­de mit dem Auf­trag bedacht und fer­tig­te 1858 das Denk­mal, wel­ches am 12.Mai 1859 in Elber­feld ein­traf und spä­ter ein­ge­weiht wur­de. Es stand auf dem heu­ti­gen Spiel­platz­ge­län­de auf der Alten Hardt. Das Denk­mal aus Sand­stein war ins­ge­samt 3,40 Meter hoch, die Figur stell­te Suid­bert über­le­bens­groß dar. Er trug ein lan­ges, wal­len­des Gewand, in der lin­ken Hand hielt er ein Buch, die rech­te war zur Pre­digt erho­ben.


Die Inschrift auf dem Sockel lau­te­te:

Dem ers­ten Boten des
Evan­ge­li­ums
im Lan­de der Ber­ge
Suid­bert
Gebo­ren in Eng­land, gestor­ben
in Kai­sers­werth
am 1.November DCCXII


Offen­sicht­lich waren die 1859 ver­wen­de­ten Quel­len zu Suid­bert feh­ler­haft, sei­ne Bedeu­tung zur Mis­sio­nie­rung des Ber­gi­schen Lan­des wur­de über­schätzt und sein Todes­da­tum falsch ange­ge­ben.


Das Suid­bert-Denk­mal mit sei­ner Ein­fas­sung auf der Alten Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Finan­ziert wur­de das Denk­mal aus pri­va­ten Spen­den. Die Kos­ten betru­gen 1326 Taler, 1 Sil­ber­gro­schen und 8 Pfen­ni­ge. 800 Taler erhielt der Bil­hau­er Bay­er­le, die schmie­de­ei­ser­ne Umfas­sung schlug mit 360 Talern und 15 Sil­ber­gro­schen zu Buche. Bereits im Juli 1859 war das Denk­mal Opfer von “Unfug”, im Mai 1934 berich­te­te die Ber­gisch-Mär­ki­sche Zei­tung, dass das Denk­mal mut­wil­li­ge Beschä­di­gung auf­wies. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­den die Beschä­di­gun­gen ver­mehrt, doch erst in den 1960er wur­de es ent­fernt, als man das Spiel­platz­ge­län­de umge­stal­te­te. Das Denk­mal wur­de auf den Lager­platz auf der Hardt ver­bracht.4

Hermann-Löns-Denkmal

Das Her­mann-Löns-Denk­mal auf dem Nüt­zen­berg

Am 29.September 1934 weih­te der Ber­gi­sche Jagd­club im Gar­ten sei­nes Jagd­hau­ses an der Gren­ze zu Nevi­ges (noch heu­te heißt die nächs­te Hal­te­stel­le Jagdhaus/Grenze) sein Denk­mal für Her­mann Löns ein. Her­mann Löns kam am 29.August 1866 in Kulm (West­preus­sen) zur Welt und wur­de nach anfäng­li­chen medi­zi­ni­schen und natur­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en und Tätig­kei­ten als Schrift­lei­ter in Han­no­ver und Bücke­burg frei­er Schrift­stel­ler. Einem brei­ten Publi­kum wur­de er durch sei­ne Hei­de-Erzäh­lun­gen und gefühl­vol­le Lyrik bekannt, außer­dem schil­der­te er Tier- und Pflan­zen­be­ob­ach­tun­gen mit natur- wis­sen­schaft­li­cher Prä­zi­si­on. Am 26.September 1914 fiel Her­mann Löns als 48jähriger Kriegs­frei­wil­li­ger bei Reims. Durch sei­ne patrio­ti­sche und natio­na­lis­ti­sche Hal­tung wur­de er post­hum zum Vor­bild der Natio­nal­so­zia­lis­ten1, die mehr­fach nach 1934 sei­ne ver­meint­li­chen Gebei­ne umbet­te­ten und mit Pomp bestat­te­ten. Ver­mut­lich ent­stand die Idee zur Errich­tung die­ses Denk­mals in die­sem Zusam­men­hang, vor allem ab 1935 wur­den ver­mehrt Löns-Denk­mä­ler in Deutsch­land, Öster­reich und ande­ren Län­dern errich­tet, heu­te gibt es ca. 140.2


Die schlich­te Inschrift.

Die Ein­wei­hung des Denk­mals — der Stein aus dem Stein­brü­chen der Fir­ma J.Mai & Co. an der Var­res­be­cker Str. wur­de vom Elber­fel­der Bild­hau­er Otto Schmidt bear­bei­tet und mit dem Schrift­zug “LÖNS” ver­se­hen — kurz nach dem 20.Todestags des Schrift­stel­lers, Dich­ters und Sol­da­ten wur­de vom Jagd­club mit einer Fei­er­stun­de und einem Her­mann-Löns-Erin­ne­rungs­schie­ßen abge­schlos­sen. Der Vor­sit­zen­de Kritz­mann und der Poli­zei­prä­si­dent Habe­nicht beton­ten die Vor­bild­funk­ti­on Löns, da die­ser Hei­mat und Natur geliebt und ihnen die Treue gehal­ten hat­te.

In der Elber­fel­der und auch in der Bar­mer Stad­hal­le zeig­te die Kreis­film­stel­le bei Gedenk­fei­ern Fil­me über die Hei­de­kul­tur, Ernst Löns erzähl­te aus dem Leben sei­nes Bru­ders und in einer Aus­stel­lung wur­den die Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Schrift­stel­lers prä­sen­tiert. Die­se Gegen­stän­de befan­den sich im Besitz der Wit­we Wil­helm Hor­ri­on, die als Haus­häl­te­rin für Löns gear­bei­tet und so die Aus­stel­lungs­stü­cke geerbt hat­te. Weni­ge Jah­re nach des­sen Tod war sie nach Bar­men gezo­gen.
1973/74 wur­de das Jagd­haus abge­ris­sen (und durch einen Kin­der­gar­ten ersetzt) und das Denk­mal auf dem Nüt­zen­berg, in der Nähe des Wey­er­busch­turms, auf­ge­stellt.3
Ver­mut­lich 1935 wur­de im Mar­schei­der Tal die Quel­le eines klei­nen Bachs nach Her­mann Löns benannt.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal der Elberfelder Fleischerinnung

Auf dem Vieh­hof in Elber­feld weih­te man am 16. Sep­tem­ber 1934 ein Denk­mal für 42 gefal­le­ne Kame­ra­den der Elber­fel­der Flei­scher­innung. Das Denk­mal besteht aus einem Halb­rund aus Kalk­stein in des­sen Mit­te ein Gedenk­stein ein­ge­las­sen ist, auf dem die Namen der Gefal­le­nen ver­zeich­net sind. Frü­her sol­len hier Bän­ke zum Ver­wei­len ein­ge­la­den haben.



Das Krie­ger­denk­mal wirkt wie ein über­di­men­sio­nier­tes Grab­mal. Auf dem Gedenk­stein hat man sym­bo­lisch einen Stahl­helm auf Eichen­laub nie­der­ge­legt: Geschaf­fen wur­de es vom Stein­bild­hau­er und Archi­tek­ten Aretz.1


“1914 Unse­ren Gefal­le­nen 1918 Die Flei­scher­innung W=Elberfeld”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal der ev. Volksschule am Opphof

Am 28. März 1934 weih­te man am Schul­ge­bäu­de der evan­ge­li­schen Volks­schu­le am Opp­hof am Osters­baum eine Ehren­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Leh­rer und ehe­ma­li­gen Schü­ler ein. Der dama­li­ge Rek­tor nutz­te die Gele­gen­heit der Ein­wei­hung um eine flam­men­de Rede auf Adolf Hit­ler zu hal­ten, der nun Deutsch­land, für das die Sol­da­ten im Ers­ten Welt­krieg gefal­len waren, ret­ten wer­de.


Die Ehren­ta­fel fin­det sich hin­ter dem roten Sko­da an der Haus­wand.

Die Inschrift:

1914               1918
Unse­ren Gefal­le­nen
zum Gedächt­nis“1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te