Brunnen auf dem Beyenburger Kirchplatz

Brun­nen auf dem Bey­en­bur­ger Kirch­platz

1984 fei­er­te man in Bey­en­burg end­lich das lang ersehn­te Ende der Restau­rie­rungs­ar­bei­ten am Klos­ter­kom­plex, nach 27 Jah­ren. Ein letz­ter Schritt war die Neu­ge­stal­tung des Kirch­plat­zes und des­sen Fina­le war wie­der­um die Ein­wei­hung des Brun­nens am 3. Novem­ber 1984. In einer gepflas­te­ren Mul­de steht eine vier Meter hohe stei­ner­ne Sechs­kant­säu­le, die von einer Nach­bil­dung eines Kie­fern­zap­fen gekrönt wird. Drei bron­ze­ne Was­ser­spei­er, Stein­bö­cken nach­emp­fun­den, las­sen das Was­ser in die Mul­de plät­schern. Sie sind Nach­bil­dun­gen von Ori­gi­na­len, die frü­her Regen­was­ser am Klos­ter ablei­te­ten.1


Stein­bock­spei­er.

Nächstebrecker Blumenbrunnen

Der “Blu­men­brun­nen” im Nächs­te­bre­cker Bür­ger­park.

Es war der 13. Juni 1982, als im Nächs­te­bre­cker Bür­ger­park zwi­schen Wit­te­ner und Lin­der­hau­ser Stra­ße der soge­nann­te Blu­men­brun­nen ein­ge­weiht wur­de. Sowohl Park als auch der Blu­men­brun­nen waren mit den Mit­teln der sechs Nächs­te­bre­cker Ver­ei­ne geschaf­fen wor­den. 1979 begann man mit dem Bür­ger­park, 1982 mit den Arbei­ten am Blu­men­brun­nen, der von Dr. Ulrich Wit­zel ent­wor­fen wor­den war. Der zehne­cki­ge Beton­kü­bel, aus dem von Anfang an immer nur die Blu­men “spru­deln” soll­ten, hat einen Durch­mes­ser von drei Metern und soll­te an den zehn Sei­ten­flä­chen zehn Bron­ze­re­li­efs zur Nächs­te­bre­cker Geschich­te erhal­ten, 1984 wur­de aller­dings nur sechs nach Ent­wür­fen von Wit­zel rea­li­siert und bei der Glo­cken­gie­ße­rei Rin­ker in Sinn bei Her­born gegos­sen. Sie wur­den am 16. Sep­tem­ber die­ses Jah­res ein­ge­weiht. Die Bron­ze­ta­feln zei­gen fol­gen­de Sze­nen:1


Die­se Tafel zeigt den Bar­mer Löwen, der das Nächs­te­bre­cker Wap­pen in sei­nen Hän­den hält. Dazu der Schrift­zug “Wup­per­tal”.

Die­ses Reli­ef zeigt die Kohl­en­trei­ber, die von Hat­tin­gen ab 1784 die Wit­te­ner Stra­ße hin­un­ter durch Nächs­te­breck zogen. Im Hin­ter­grund ist die Schu­le am Hot­ten­stein zu sehen.

Die­se Tafel wur­de 2006 von Metall­die­ben ent­wen­det, aber vor der Ver­wer­tung sicher­ge­stellt.2


Weber­schiff­chen, Sheds und Garn­spu­len — auch in Nächs­te­breck waren Band­we­ber zu Hau­se.

Das Wap­pen im unte­ren lin­ken Teil der Bron­ze­ta­fel ver­rät das The­ma: Der MGV Bra­cken und der Hot­ten­stei­ner Kir­chen­chor wer­den hier vor­ge­stellt.

Ret­ten, Löschen, Ber­gen, Schüt­zen — eine Denk­mal für die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr.

Die­se Tafel wur­de 2006 eben­falls gestoh­len und spä­ter ersetzt.3


So vie­le Kreu­ze auf einem Bild — hier geht es um das evan­ge­li­sche und katho­li­sche Gemein­de­le­ben, aber auch um das Ster­ben in Nächs­te­breck.

Die vier feh­len­den Tafeln soll­ten Hand­werk und Sport, die Volks­schu­le Wit­te­ner Str. und die Opfer der Welt­krie­ge the­ma­ti­sie­ren.4

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bernhard-Letterhaus-Gedenktafel

Am 14. Novem­ber 1984, dem 40.Todestag des Wider­stands­kämp­fer Bern­hard Let­ter­haus, wur­de um 17:30 Uhr in Fackel­schein in Anwe­sen­heit von Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus und Bern­hard Kep­pe­ler, Vor­sit­zen­der der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer­be­we­gung (KAB) eine Gedenk­ta­fel ent­hüllt. Die­se war am Haus Tan­nen­stra­ße 136 ange­bracht wor­den, in des­sen Vor­gän­ger­bau Bern­hard Let­ter­haus sei­ne Jugend ver­brach­te.1


Die Gedenk­ta­fel auf dem Rott am Haus Tan­nen­stra­ße 136.

Emil Bern­hard Let­ter­haus wur­de am 10. Juli 1894 in Bar­men gebo­ren. Sein Vater war Schuh­ma­cher­meis­ter und das Eltern­paar streng katho­lisch. Er absol­vier­te die Volks­schu­le, anschlie­ßend eine Leh­re als Band­wir­ker und ging dann an die Preu­ßi­sche Höhe­re Fach­schu­le für Tex­til­in­dus­trie, wo er zum Tex­til­tech­ni­ker aus­ge­bil­det wur­de. Im Ers­ten Welt­krieg erlitt er meh­re­re Ver­wun­dun­gen und erhielt das Eiser­ne Kreuz I.Klasse. 1920 ging er zum Zen­tral­ver­band der christ­li­chen Tex­til­ar­bei­ter nach Düs­sel­dorf und bil­de­te sich an der Staat­li­chen Fach­schu­le für Wirt­schaft sowie in eige­nen Stu­di­en fort.


1927 kam er zum West­deut­schen Ver­band der katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­ne,  1928 wur­de er Abge­ord­ne­ter im Rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­land­tag und im Preu­ßi­schen Land­tag für den Wahl­kreis Düs­sel­dorf-Ost, den er als Mit­glied der katho­li­schen Zen­trums­par­tei gewann. Bereits Anfang Sep­tem­ber 1930 rief er als Vize­prä­si­dent des Deut­schen Katho­li­ken­ta­ges zur Abwehr der NSDAP auf. Nach­dem die­se 1933 die Regie­rungs­ge­walt über­nom­men hat­te, warb er in katho­li­schen Krei­sen für den Wider­stand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus. Bis 1939 ver­lor er peu á peu sei­ne Beschäf­ti­gungs­fel­der in kirch­li­chen Ver­ei­nen und Orga­nen, da die­se ver­bo­ten und auf­ge­löst wur­den. 1939 wur­de er zum Wehr­dienst ein­ge­zo­gen und nahm an Kriegs­hand­lun­gen sowohl an der West- als auch an der Ost­front teil. 1942 wur­de er zum Haupt­mann beför­dert und zum Ober­kom­man­do der Wehr­macht nach Ber­lin ver­setzt.


Spä­tes­tens seit 1942 war Let­ter­haus Mit­glied des sog. “Köl­ner Krei­ses” in dem sich Geg­ner der NS-Regimes aus den ehe­ma­li­gen katho­li­schen Arbei­ter­ver­ei­nen, christ­li­chen Gewerk­schaf­ten und der Zen­trums­par­tei tra­fen. Er hat­te enge Kon­tak­te zu den Atten­tä­tern des  20.Juli 1944 und war von ihnen als “Poli­ti­scher Beauf­trag­ter” des Wehr­krei­ses VI mit Sitz in Müns­ter vor­ge­se­hen und soll­te im Kabi­nett Goer­de­ler Auf­bau­mi­nis­ter wer­den. Eine per­sön­li­che Betei­li­gung am Hit­ler-Atten­tat lehn­te Let­ter­haus aller­dings ab. Auf eine Flucht in die Nie­der­lan­de nach dem Schei­tern des Atten­tats ver­zich­te­te er. Am 25.7.1944 wur­de er ver­haf­tet. Am 13.11.1944 wur­de Bern­hard Let­ter­haus vom berüch­tig­ten Volks­ge­richts­hof zum Tode ver­ur­teilt und am nächs­ten Tag im Straf­ge­fäng­nis Ber­lin-Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.2



Die bron­ze­ne Gedenk­ta­fel wur­de von der Glo­cken- und Kunst­gie­ße­rei Petit & Gebr. Edel­b­rock GmbH & Co. in Gescher (West­fa­len) gestal­tet und gegos­sen.3 Die Inschrift lau­tet:


““Wenn nur die Arbei­ter­schaft am Den­ken bleibt”
Aus­spruch von Bern­hard Let­ter­haus,
gebo­ren am 10.07.1894 in Bar­men-Hecking­hau­sen,
auf­ge­wach­sen in einem Haus, das frü­her hier stand.
Ver­bands­se­kre­tär der Katho­li­schen Arbei­ter­be­we­gung (KAB),
Mit­glied des preus­si­schen Land­tags. Wegen Wider­stand
gegen das NS-Regime am 14.11.1944 hin­ge­rich­tet.”
In Wup­per­tal wur­de nach Bern­hard Let­ter­haus eine Stra­ße benannt, es gibt ein Bern­hard-Let­ter­haus-Archiv und außer­dem einen Bern­hard-Let­ter­haus-Gedenk­stein, ein Let­ter­haus-Reli­ef an der nach ihm benann­ten katho­li­schen Haupt­schu­le, eine Gedenk­ta­fel in der Kir­che St. Johann Bap­tist und ein Ehren­grab auf dem Fried­hof Schüt­zen­stra­ße.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bergbahn-Denkmal

Das Denk­mal für die Bar­mer Berg­bahn in den Bar­mer Anla­gen.

1,6 Kilo­me­ter Stre­cke, bis zu 16,8 Pro­zent Stei­gung, 12 Minu­ten Fahr­zeit und 65 Dienst­jah­re, das sind, in Zah­len gefasst, die Leis­tungs­da­ten der Bar­mer Berg­bahn, die seit dem 16.April 1894 die Bar­mer Innen­stadt mit dem Toel­le­turm ver­band, als ers­te zwei­glei­si­ge, elek­trisch betrie­be­ne Zahn­rad­bahn der Welt. Am 4.Juli 1959 wur­de sie still­ge­legt, da sie den Stadt­vä­tern zu teu­er wur­de und man viel hät­te inves­tie­ren müs­sen, um die Stre­cke und Fahr­zeu­ge zu sanie­ren. Am 22.Oktober 1984 wur­de ein Stück der Berg­bahn wie­der in Dienst gestellt: Die Bar­mer Ersatz­kas­se stif­te­te aus Anlass ihres 100jährigsten Geburts­tags und des 50jährigen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se ein Denk­mal. Dafür stell­te man in den Bar­mer Anla­gen gegen­über der BEK-Ver­wal­tung auf einem auf­ge­pflas­ter­tern, mit Kies gefüll­tem Fun­da­ment ein altes Gleist­sück mit Zahn­stan­ge auf, die beim Aus­bau aus dem Stra­ßen­pflas­ter der Stra­ße “An der Berg­bahn” sicher­ge­stellt wur­de. Dar­auf mon­tier­te man einen Rad­satz und einen Zahn­kranz der Stutt­gar­ter Zahn­rad­bahn “Zacke”, da von der Bar­mer Berg­bahn nichts übrig geblie­ben ist. Der Ide­en­ge­ber war Heinz Reis­ten­bach, gestal­tet hat das Denk­mal der Archi­tekt Max R. Wen­ner.1


P1570378-1


Die Inschrift­ta­fel erklärt:

“1894                   Die Berg­bahn               1959
Zur Erin­ne­rung gestif­tet von der Pen­si­ons­kas­se für
die Ange­stell­ten der Bar­mer Ersatz­kas­se anläss­lich
des 50-jäh­ri­gen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se und des
100-jäh­ri­gen der Bar­mer Ersatz­kas­se Novem­ber 1984
Idee-Gestal­tung: Heinz Reis­ten­bach — Archi­tekt Max R. Wen­ner”

Wuppertal | 04.07.09 | Barmen | Bergbahntrasse |


2006/2007 wur­de das Denk­mal um eini­ge Meter nach Wes­ten ver­setzt und steht heu­te genau auf der Tras­se der Bar­mer Berg­bahn2. His­to­ri­sche Bil­der der Berg­bahn gibt es auf bahnen-wuppertal.de



Emil-Rittershaus-Denkmal

Das Emil Rit­ters­haus Denk­mal in den Bar­mer Anla­gen.

Als Dich­ter und Kauf­mann, Bür­ger und Künst­ler, Schwär­mer und Idea­list, Frei­mau­rer und Christ wur­de der am 3.April 1834 in Bar­men gebo­re­ne Emil Rit­ters­haus beschrie­ben. Als er am 8.März 1897 in der Beck­manns­hof­stra­ße starb, wur­de die­se kurz nach sei­nem Tod mit sei­nem Namen bedacht. Das viel­leicht bekann­tes­te Werk des Dich­ters und Red­ners Rit­ters­haus ist das West­fa­len­lied (s.Wikipedia). Nach sei­nem Tod führ­te man in ganz Deutsch­land eine Samm­lung zur Schaf­fung eines Denk­mals durch, die 26.162,12 Mk erlös­te, sogar aus Mos­kau und Zürich tra­fen Spen­den in Bar­men ein. Den noch feh­len­den Betrag zur Deckung der Aus­ga­ben in Höhe von 30.132,949 Mk steu­er­te die Loge “Les­sing” bei, deren Ehren­meis­ter und Meis­ter vom Stuhl Rit­ters­haus gewe­sen war.


Die Signa­tur des Bild­hau­ers Fried­rich Scha­per

Am 20.Juni 1900 wur­de das Denk­mal, geschaf­fen von Rit­ters­haus’ Schwie­ger­sohn Prof. Fried­rich Scha­per, unter Beglei­tung einer gro­ßen Men­schen­men­ge ein­ge­weiht. Das Stand­bild zeigt den Dich­ter “lebens­wahr und über­ra­schend ähn­lich”, wie der Bericht der Stadt Bar­men fest­hielt. Den Kra­genm­na­tel umge­hängt, den Hut in der Hand, die Rech­te auf den Stab gestützt, bewohnt er seit­dem die Bar­mer Anla­gen, auf dem Sockel aus schwe­di­schem Gra­nit ste­hend.


Das Emil-Rit­ters­haus-Denk­mal vor dem Ers­ten Welt­krieg. Bild ent­nom­men aus der Fest­schrift: Ver­schö­ne­rungs­ver­ein zu Bar­men zum 50jährigen Jubi­lä­um am 8.Dezember 1914, S.13. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


Wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus muss­ten die Zei­chen der Frei­mau­re­rei am Denk­mal ver­schwin­den, wäh­rend des Welt­kriegs soll­te das Stand­bild ein­ge­schmol­zen wer­den. Doch mit­hil­fe eines Mit­glieds der Fami­lie Rit­ters­haus wur­de das Denk­mal auf einem städ­ti­schen Bau­hof ver­steckt und konn­te am 50.Todestag des Dich­ters 1947 wie­der sei­nen Platz neben dem inzwi­schen zer­stör­ten Pla­ne­ta­ri­um ein­neh­men. 1954 wur­de der im Krieg beschä­dig­te Stock durch ein Gas­rohr ersetzt.


Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


1960 wur­de das Denk­mal an sei­nen heu­ti­gen Stand­ort ober­halb der Unte­ren Lich­ten­plat­zer Stra­ße ver­setzt. Dabei wur­de der beschä­dig­te Sockel gedreht, sodass die eins­ti­ge vor­der­sei­ti­ge Inschrift

Emil Rit­ters­haus
1834–1897”

nun auf der Rück­sei­te steht.
Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus

Die ehe­ma­li­ge Inschrift auf der Rück­sei­te wur­de nun noch um den Namens­zug des Dich­ters ergänzt, sodass sie heu­te lau­tet:

Emil Rit­ters­haus
Dem Dich­ter
und Men­schen­freun­de
errich­tet im Jah­re
1900”


Wuppertal | 17.06.10 | Barmen | Barmer Anlagen | Denkmal Emil Rittershaus


1984, zum 150. Geburts­tag Rit­ters­haus’ wur­de eine Gedenk­fei­er abge­hal­ten, die von der Gesell­schaft Con­cordia, der Johan­nis­lo­ge “Her­mann zum Lan­de Ber­ge” und dem Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein ver­an­stal­tet wur­de. Anschlie­ßend wur­de am Denk­ta­fel eine wei­te­re Gedenk­ta­fel ent­hüllt, deren Inschrift lau­tet:

“Ihrem Meis­ter vom Stuhl
1877–79 u.1883–89
Frei­mau­rer­lo­gen
Her­mann zum Lan­de der Ber­ge
Les­sing
im Wup­per­ta­le
als Stif­te­rin­nen”

Dar­un­ter ist das Sym­bol der Frei­mau­rer zu sehen, Win­kel­maß und Zir­kel. Gefer­tigt wur­de die Tafel im Auf­trag der Logen von Wal­ter Bar­do­lat­zy.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenkstein für Claus Graf Schenk von Stauffenberg

Der 20. Juli 1944 steht seit vie­len Jah­ren stell­ver­tre­tend für jeden Wider­stand gegen das NS-Regime und als Figur des Wider­ständ­lers hat sich Ritt­meis­ter Claus Graf Schenk von Stauf­fen­berg durch­ge­setzt, sogar bis nach Hol­ly­wood. Jener Stauf­fen­berg, der am Hit­ler-Atten­tat vom 20.Juli 1944 ent­schei­dend betei­ligt war, leb­te vom 1.Januar 1939 bis zum 30.Juni 1943 mit sei­ner Fami­lie in der Lönsstr.25 in Bar­men. Er gehör­te damals als zwei­ter Gene­ral­stabs­of­fi­zier zur 1.Leichten Divi­si­on unter dem Kom­man­do von Gene­ral­leut­nant Hoep­ner, der eben­falls zum Kreis des Wider­stands gehör­te.


Gedenk­stein mit Gedenk­ta­fel für Claus Graf Schenk von Stauf­fen­berg.

Am 19.Juli 1984 weih­te der Kreis­ver­band der Wup­per­ta­ler CDU zum 40.Jahrestag des Atten­tats den Gedenk­stein an jenem Wohn­haus ein. Einer der bei­den ältes­ten Söh­ne Stauf­fen­bergs, der in Bar­men die Volks­schu­le Klee­stra­ße besucht hat­te, war dabei anwe­send. Die bron­ze­ne Gedenk­ta­fel hat Hans-Her­mann Lücke ent­wor­fen.1 Die Inschrift lau­tet


Zur ehren­den Erin­ne­rung
an den Mann des Wider­stand
gegen die Gewalt­herr­schaft
Claus Graf Schenk
von
Stauf­fen­berg
15.11.1907 — 20.7.1944
Der vom 1.Januar 1939 — 30.Juni 1943
hier im Hau­se Lönsstr.25 wohn­te
zum
40.Jahrestag
des 20.Juli 1944

Gestif­tet
vom Kreis­ver­band der CDU Wup­per­tal
1984”


Es ist nicht die Auf­ga­be die­ses Blogs, Geschich­te jen­seits der vor­ge­stell­ten Denk­mä­ler dar­zu­stel­len. Ich möch­te den­noch auf zwei Arti­kel mit und über den Lei­ter der Gedenk­stät­te Deut­scher Wider­stand Peter Stein­bach hin­wei­sen:
sowie auf einen Arti­kel der Süd­deut­schen Zei­tung:

Mahnmal zur Erinnerung an die Barmer Theologische Erklärung

Mahn­mal zur Erin­ne­rung an Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung.

Am 27. Mai 1984  — heu­te vor 27 Jah­ren — wur­de auf dem Werth Ecke Röder­gas­se aus Anlass des 50.Jahrestages der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung ein Denk­mal zur Erin­ne­rung dar­an von Ober­bür­ger­meis­ter Gur­land und Super­in­ten­dent Pil­der ent­hüllt. Es soll an die muti­gen und auf­rech­ten Kir­chen­män­ner erin­nern, die in der Erklä­rung sich gegen den Ein­fluss die natio­nal­so­zi­lais­ti­schen Ideo­lo­gie wand­ten und die Beken­nen­de Kir­che grün­de­ten.

Das Mahn­mal wur­de geschaf­fen von Ulle Hees, die auch das Mahn­mal zur Erin­ne­rung an die Gewerk­schafts­pro­zes­se schuf. Die Kos­ten betru­gen 27.000 DM, wovon die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che 6.000 DM trug und den Rest die Stadt Wup­per­tal über­nahm. Ulle Hees ver­zich­tet auf ein Hono­rar.

Das Denk­mal besteht aus einem Bron­ze­ku­bus, der auf einem 1,50 m hohen Sockel ange­bracht ist. Es zeigt über den Bron­ze­plat­ten, die die Inschrift tra­gen, eine Grup­pe Men­schen, von denen die vor­de­ren den Hit­ler­gruß zei­gen und die hin­ter sich abwen­den und in Rich­tung der Gemar­ker Kir­che bli­cken, wo die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung ver­fasst wur­de. Sie wider­set­zen sich der Ver­füh­rung und dem blin­den Glau­ben an die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gie.1


Ansicht aus Rich­tung Alter Markt.

Ansicht aus Rich­tung Rat­haus.

Ansicht von vorn.

An der “Vor­der­sei­te” trägt die Bron­ze­ta­fel fol­gen­de Inschrift:

Des Herrn Wort bleibt
in Ewig­keit”


Die bei­den Sei­ten tra­gen die gleich­lau­ten­de Inschrift:

Jesus Chris­tus, wie er uns in der
hei­li­gen Schrift bezeugt wird, ist das
eine Wort Got­tes, das wir zu hören,
dem wir im Leben und Ster­ben
zu ver­trau­en und zu gehor­chen haben.”


Auf der “Rück­sei­te”, also der Gemar­ker Kir­che zuge­wandt, steht:

Am 31. Mai 1934 beschloß die ers­te Bekennt­nis-
syn­ode der Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­che die
Bar­mer Theo­lo­gi­sche Erklä­rung in der Gemar­ker
Kir­che. Sie bekann­te sich damals zu den in 6 The­sen
aus­ge­spro­che­nen bibli­schen Wahr­hei­ten und wies
mit die­ser Erklä­rung “ange­sichts der die Kir­che
ver­wüs­ten­den Irr­tü­mer” einen kla­ren Weg.”

Der Wort­laut der Bar­mer Theo­lo­gi­schen Erklä­rung fin­det sich hier.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bernhard-August-Thiel-Gedenktafel

Am Pfarr­haus, an der Lau­ren­ti­us-Kir­che und an der West­sei­te des ehe­ma­li­gen Kol­ping-Hau­ses fin­den sich drei bron­ze­ne Gedenk­ta­feln für drei bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten, die in einer klei­nen Serie vor­ge­stellt wer­den sol­len.
Mehr als sieb­zig Jah­re nach der Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel für Adolf Kol­ping folg­te am 8. Dezem­ber 1984 die Gedenk­ta­fel für Bern­hard August Thiel an der West­sei­te der Lau­ren­ti­us­kir­che, vis-a-vis mit Kol­pings-Gedenk­ta­fel. Anwe­send waren unter ande­rem Erz­bi­schof Arrie­ta, Pater San­cho und der Bot­schaf­ter von Cos­ta Rica, was schon auf den Haupt­wir­kungs­ort die­ses Man­nes hin­weist. Stif­ter der Tafel war die Gemein­de St. Lau­ren­ti­us.

Bern­hard August Thiel wur­de am 1. April 1850 in Elber­feld gebo­ren, sein Vater war jener Josef Thiel, mit dem Johann Gre­gor Breu­er und Adolf Kol­ping den kath. Gesel­len­ver­ein grün­de­ten. 1874 wur­de er in Paris (er muss­te 1872 das Land wegen Bis­marcks Kul­tur­kampf ver­las­sen) im Alter von 24 Jah­ren zum Pries­ter geweiht. Er lehr­te zunächst am Pries­ter­se­mi­nar in Qui­to, Ecua­dor und floh nach der Revo­lu­ti­on 1877 nach Cos­ta Rica. Dort wur­de er drei Jah­re spä­ter in San José zum Bischof geweiht. 1884 floh er vor poli­ti­schen Unru­hen nach Euro­pa und leg­te in Elber­feld die Grund­stei­ne der Kir­chen St.Marien und Herz Jesu. 1885 kehr­te der ange­se­he­ne Seel­sor­ger und Wis­sen­schaft­ler nach Cos­ta Rica zurück, wo er 1901 starb. Er wur­de in der Kathe­dra­le von San José bei­ge­setzt.



Die Bron­ze­ta­fel von Heinz Vel­ten ent­spricht im Auf­bau der Adolf Kol­pings. Das Reli­ef zeigt Thiel im Alter von 40 Jah­ren. Der Bogen wird auf der rech­ten Sei­te von Tabak­stau­de und Orchi­dee geschmückt, auf der lin­ken von Stech­pal­me und Efeu. Auch hier sind fünf Sym­bol zu fin­den. Oben das Elber­fel­der Wap­pen, dar­un­ter die Lau­ren­ti­us­kir­che (li.) und die Kathe­dra­le in San José. Unten links zeigt ein Wap­pen den hei­li­gen Josef (San José), das Kreuz der Vin­zen­ti­ner und in Lie­be ent­brann­te Her­zen. Auf der rech­ten Sei­te fin­det sich das Wap­pen Cos­ta Ricas. Es zeigt vier Vul­ka­ne zwi­schen zwei Ozea­nen und sie­ben Ster­ne, die für die sie­ben Pro­vin­zen ste­hen.1


Die Inschrift lau­tet:

Dem Bischof von San José/Costa Rica
Vin­zen­ti­ner — India­ner­mis­sio­nar
Kir­chen­his­to­ri­ker — Sprach­wis­sen­schaft­ler
BERNHARD AUGUST THIEL
* Am 1.April 1850 in Elber­feld
Getauft am 6.April in St.Laurentius
+ am Sep­tem­ber 1901 in San José
in Cos­ta Rica
als “Hoch­ver­dien­ter um das Vater­land” geehrt”