Hermann-Herberts-Gedenkstein

Am 7. Juni 1997 wur­de die tra­di­ti­ons­rei­che, 1788 gegrün­de­te Schu­le Am Dohr an der Cro­nen­fel­der Stra­ße nach dem ehe­ma­li­gen Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann Her­berts benannt. Zur fei­er­li­chen Umbe­nen­nung erschie­nen Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau (nach­dem inzwi­schen eben­falls eine Schu­le benannt ist), Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hans Kre­men­dahl und die Wit­we des SPD-Poli­ti­kers. Den gan­zen Tag fei­er­ten Leh­rer, Schü­ler und Eltern ein Fest auf den bei­den Schul­hö­fen der Schu­le. Der Gedenk­stein, in Cro­nen­berg natür­lich ein alter Schleif­stein, wur­de von der CDU gestif­tet.1


Her­mann-Her­berts-Gedenk­stein

Her­mann Her­berts wur­de am 4. April 1900 in Cro­nen­berg gebo­ren und mach­te eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung. Nach dem Ers­ten Welt­krieg war er als Jour­na­list tätig, bis ihm 1933 von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ein Berufs­ver­bot erteilt wur­de. Er grün­de­te dar­auf­hin eine klei­ne Werk­zeug­fa­brik in Cro­nen­berg, nach dem Zwei­ten Welt­krieg war er Redak­teur beim Rhein-Echo und ab 1953 beim Deut­schen Gewerk­schafts­bund als Pres­se­spre­cher und spä­ter als Geschäfts­füh­rer tätig. 1952 wur­de er zum ers­ten Mal in den Wup­per­ta­ler Stadt­rat gewählt und gehör­te ihm bis 1969 an. 1956 — 1961 und 1964 — 1969 war er Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt und ver­trat sie von 1964 — 1969 eben­falls im Bun­des­tag. Der Wup­per­ta­ler Ehren­bür­ger ver­starb am 25. Dezem­ber 1995.


Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau beton­te die Hilfs­be­reit­schaft, Mensch­lich­keit und weit­rei­chen­de Bil­dung des Cro­nen­ber­gers und Schul­lei­ter Oskar Strie­de wür­dig­te ihn als Poli­ti­ker, der sich an Sach­ar­beit ori­en­tiert habe.2

Bereits seit 1983 trägt ein Brun­nen am Cro­nen­ber­ger Alten­heim zum Teil sei­nen Namen: Her­mann-Her­berts-und-Hans-Rau­haus-Brun­nen

Plastik: “Wupper”/ “Lebensader”

Tony Craggs “Lebens­ader Wup­per”

Am 21. Okto­ber 1997 wur­de vor den neu errich­ten Fried­rich-Arka­den, gegen­über vom Elber­fel­der Rat­haus und der Rat­haus-Gale­rie, die damals drit­te Plas­tik von Tony Cragg in Wup­per­tal auf­ge­stellt, nach den “Cola-Dosen” am Von der Heydt-Muse­um und der Zufuhr am Spar­kas­sen­neu­bau am Johan­nis­berg. Die Skulp­tur besticht durch ihre außer­ge­wöhn­li­che Form, die an einen Baum erin­nert, aber den Weg der Wup­per und ihrer Zuflüs­se als Lebens­ader des Ber­gi­schen Lan­des nach­zeich­net. Pro­jekt­ent­wick­ler Tho­mas Ger­lich hat­te dem Eigen­tü­mer, der Pro­vin­zi­al-Ver­si­che­rung, den Kauf vor­ge­schla­gen und die­se hat­te ein­ge­wil­ligt. In sei­ner Anspra­che wür­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hans Kre­men­dahl die Ent­wick­lung des Stadt­bilds an der Fried­rich­stra­ße und natür­lich den in Wup­per­tal leben­den Künst­ler.1 Im fol­gen­den Jahr muss­te Cragg die Skulp­tur wegen begin­nen­der Oxy­da­ti­on aus­bes­sern und nach­bei­zen,2 im Lau­fe der Repa­ra­tur ent­schloss sich der Künst­ler aber zu einer kom­plet­ten Neu­erstel­lung, die sta­bi­ler gefer­tigt wur­de und so gestal­tet ist, dass sich nie­mand dar­an ver­let­zen kann. Wegen einer des­halb nöti­gen neu­en Geneh­mi­gung ver­zö­ger­te sich die Auf­stel­lung bis zum März 1999.3 Im März 2002 muss­te die Plas­tik einer Säu­be­rung unter­zo­gen wer­den.4


Figuren-Relief: Menschen in der Stadt

Wil­ly Dirx Reli­ef zum The­ma “Men­schen in der Stadt” im Fuß­gän­ger­tun­nel am Alten Markt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.8.1

Im Juni 1966 wur­de im süd­li­chen Fuß­gän­ger­tun­nel der Kreu­zung am Alten Markt das Figu­ren-Reli­ef des Wup­per­ta­ler Bild­hau­ers Wil­ly Dirx ange­bracht. Der Künst­ler schuf es zum The­ma “Men­schen in der Stadt” und die Kul­tur­kom­mis­si­on hat­te sich im Febru­ar 1965 für das Kunst­werk ent­schie­den. Hier­bei han­delt es sich um “Kunst am Bau” im Rah­men der auto­ge­rech­ten Umge­stal­tung der Kreu­zung. Das Reli­ef misst sie­ben Meter in der Brei­te, 2,40 Meter in der Höhe und wur­de aus Alu­mi­ni­um gefer­tigt. Als Ergän­zung wur­den zwei eben­falls aus Alu­mi­ni­um gegos­se­ne Stadt­plä­ne ange­fügt, die den Alten Markt 1939 und 1965 zei­gen. Sie wur­den im Juni 1967 ange­bracht.


Das Haupt­kunst­werk besteht aus 18 Alu­mi­ni­um­güs­sen, die in der Gie­ße­rei von Rudolf West­kott im Sand­guß­ver­fah­ren gefer­tigt wur­den, nach­dem der Bild­hau­er Ernst Kreetz, der mit Dirx befreun­det war, in Duis­burg 18 nega­ti­ve Hohl­for­men aus Gips erstellt hat­te. Zuvor hat­te Wil­ly Dirx das Reli­ef in Ton model­liert. Am Ende des Ver­fah­rens hat­te das Reli­ef 8 Tei­le, die im Febru­ar 1966 im Haus der Jugend der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wur­den.1


Der lee­re Platz des Reli­efs im Febru­ar 2012.

1997 befand sich das Reli­ef wie­der im Haus der Jugend und war inzwi­schen restau­riert wor­den. Dafür gesorgt hat­ten Schü­le­rIn­nen der Gesamt­schu­le Bar­men, die im Rah­men eines Schul­pro­jekts 19962 Im Dezem­ber 1997 stimm­te die Bezirks­ver­tre­tung Bar­men dem Vor­ha­ben mit den Stim­men der Grü­nen und der SPD zu, die CDU lehn­te es ab, da man die 5. Gesamt­schu­le nicht mit noch mehr Pracht im Ver­gleich zu ande­ren Schu­len (und sicher auch Schul­for­men) aus­stat­ten wol­le. Statt­des­sen schlug man vor, das Reli­ef im Ein­gangs­be­reich des Haus der Jugend anzu­brin­gen.3


Wil­ly Dirx Reli­ef gegen­über der Men­sa in der Bar­mer Gesamt­schu­le.

Was aus den Stadt­plä­nen wur­de, ist unklar. Ein Bild fin­det sich bei RMK, S. 412.


Posi­ti­on des Kunst­werks am Alten Markt


Posi­ti­on des Kunst­werks in der Gesamt­schu­le Bar­men


Atoll

Ein Atoll in Wup­per­tal

1997 zog der Wup­per­ta­ler Bild­hau­er Prof. Wil Sen­sen nach Süd­frank­reich und über­gab sei­ne bis­her im Gar­ten ste­hen­de Skulp­tur “Atoll”, die er im Jahr 1975 fer­tig­te, als Dau­er­leih­ga­be der Stadt Wup­per­tal, nach­dem das Von der Heydt-Muse­um sich nicht in der Lage sah, die Skulp­tur zu erwer­ben. Sie fand dar­auf­hin ihren Platz vor dem Haupt­ein­gang der Stadt­hal­le, mitt­ler­wei­le steht sie an der Stra­ße Am Johan­nis­berg zwi­schen der Pal­las Athe­ne und den Himm­li­schen Stür­zen.

Die Skulp­tur misst 75 x 90 x 85 cm und besteht aus Gra­nit aus dem Fich­tel­ge­bir­ge, der in Schei­ben gesägt wur­de, die durch­lö­chert und mit Stahl­stan­gen ver­bun­den wur­den. Die West­deut­sche Zei­tung schrieb 1997:


“ ‘Es han­delt sich um ein sen­si­bel gestal­te­tes Werk mit reiz­vol­len Lini­en­ver­läu­fen und Mate­ri­al­wir­kun­gen, die im natür­li­chen Licht der Außen­dar­stel­lung am bes­ten zur Gel­tung kom­men’, heißt es in einer Emp­feh­lung des Muse­ums, die den der­zei­ti­gen Platz der Auf­stel­lung für ide­al hält. Auf Rea­lis­mus bedach­te Gemü­ter könn­ten in dem Gra­nit- Stahl­ge­bil­de auch einen ver­frem­de­ten Fahr­rad­stän­der erken­nen.“1

Atoll” ist Teil des Skul­pu­ren­parks Johan­nis­berg. 


Gedenktafel zur Geschichte des Hauses Friedrich-Ebert-Straße 13

Das Haus Fried­rich-Ebert-Stra­ße 13.

Heu­te befin­den sich im Haus Fried­rich-Ebert-Stra­ße 13 das Café Engel und das Eis­ca­fé Man­do­li­ti. Doch als es gebaut wur­de, war es eine typi­sches groß­bür­ger­li­ches Haus der Zeit an der Königs­stra­ße. Seit August 1997 erin­nert dar­an eine 85 x 56 cm gro­ße Gra­nit­ta­fel an die Geschich­te des Haus. In Auf­trag gege­ben hat­te die­se Tafel der Inha­ber Alfred Voll­mer, sei­nes Zei­chens Geschäfts­füh­rer der Alfred Voll­mer Immo­bi­li­en KG, der das Haus gehört.1


Die Tafel.

Die­ses Haus wur­de vor 1840 für Dani­el von der Heydt
(1802–1874) und sei­ne Fami­lie im Sti­le eines
ita­lie­ni­schen Palaz­zo errich­tet und ent­spre­chend
aus­ge­stat­tet. Die Räu­me und die inne­re Gestal­tung
ent­spra­chen der Wohn­wei­se des Groß­bür­ger­tums im
frü­hen 19. Jahr­hun­dert. Dani­el von der Heydt war
Mit­ei­gen­tü­mer des Bank­hau­ses “von der Heydt, Kers­ten
& Söh­ne” und Mit­be­grün­der des sog. “Elber­fel­der
Sys­tems”, des­sen Kon­zep­ti­on als Vor­bild für den
Moder­nen Sozi­al­staat gewer­tet wird.

Das Erd­ge­schoß dien­te als Bank­ge­schäf­te und von 1901
bis 1994 als “Engel-Apo­the­ke”. Um die
Jahr­hun­dert­wen­de war Kai­ser Wil­helm II. mehr­mals
Gast in die­sem Hau­se.”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kreuzherren-Denkmal (Theodorus-de-Celles-Denkmal)

Das Denk­mal zur Erin­ne­rung an 700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg zeigt den Grün­der und Hei­li­gen Theo­do­rus de Cel­les bar­fü­ßig mit lan­gem Gewand, Kreuz und Bibel.

Am Wochen­en­de des 13. und 14. Sep­tem­ber 1997 begann man in Bey­en­burg mit den Fei­er­lich­kei­ten zum 700. Jubi­lä­um der Klos­ter­grün­dung durch die Mön­che des Ordens der Kreuz­brü­der, auch Kreuz­her­ren oder Orden vom Hei­li­gen Kreuz genannt. Im Jahr 1298 über­trug der Köl­ner Dom­probst, Kon­rad von Berg, mit Zustim­mung sei­ner Mut­ter die unab­hän­gi­ge Kapel­le Maria Mag­da­le­na zu Stein­haus im heu­ti­gen Bey­en­burg den dort bereits leben­den Kreuz­brü­dern. Bereits Graf Adolf V. von Berg hat­te die Kreuz­brü­der ins Ber­gi­sche Land geholt, ver­starb aber vor der Grün­dung des Klos­ters. Ver­mut­lich wur­de er auf die Kreuz­brü­der auf­merk­sam, nach­dem Bru­der Johan­nes von Eppa in Paris die Reli­qiu­en der hei­li­gen Odi­lia, einer Gefähr­tin der Hei­li­gen Ursu­la von Köln auf­ge­fun­den hat­te. Am Anfang leb­ten die Brü­der auf dem Her­ren­hof Stein­haus hoch über der Wup­per und küm­mer­ten sich um die Seel­sor­ge der Hofan­ge­hö­ri­gen und der Rei­sen­den und Pil­ger. Graf Wil­helm von Berg schenk­te ihnen dann 1302 den Bey­en­berg, um dort ein neu­es Klos­ter in grö­ße­rer Abge­schie­den­heit zu bau­en. 1307 erklär­te sich auch Erz­bi­schof Hein­rich von Vir­ne­burg mit der Ver­le­gung des Klos­ters von der beleb­ten Heers- und Han­sa­stra­ße ins Tal der Wup­per ein­ver­stan­den.1


In ihrer Hand hält die Figur ein Kreuz.

Der Orden vom Hei­li­gen Kreuz wur­de 1210 durch den Kano­ni­ker Theo­do­rus de Cel­les in Huy an der Maas gegrün­det und 1248 von Papst Inno­zenz  IV. bestä­tigt. Die Kre­zuz­brü­der leben nach den Regeln des hei­li­gen Augus­ti­nus und wähl­ten als Devi­se “In Cruce Salus” — Im Kreuz ist Heil.2

1485 und 1497 wur­de das Klos­ter und die Kir­che der hei­li­gi­en Maria Mag­da­le­na neu errich­tet. Im Jahr 1481 bezeich­ne­te eine Urkun­de die Brü­der erst­mals als “Kreuz­her­ren”. 1615 brann­ten Kon­vent und Kir­che und der Drei­ßig Jäh­ri­ge Krieg stürz­te das Klos­ter in tie­fe Finanz­not. In den 1690er Jah­ren erhielt die Kir­che dann, nach­dem 1678 das Klos­ter aber­mals nie­der­ge­brannt war, sei­ne Barock­aus­stat­tung. 1804 wur­de das Klos­ter auf­ge­ho­ben und die Klos­ter­kir­che zur Pfarr­kir­che erho­ben.3


In den bron­ze­nen Man­tel des Ordens­grün­der hat die Künst­le­rin Ulle Hees Sze­nen des Klos­ter­le­bens ein­ge­ar­bei­tet. Hier das Kopie­ren von Büchern.

Erst im Mai 1907 wur­de das leer­ste­hen­de und ver­fal­le­ne Klos­ter von Augus­ti­ne­rin­nen in Besitz genom­men und reno­viert. 1948 nahm Pfar­rer Joseph Schul­te Kon­takt zu dem in Deutsch­land in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Kreuz­her­ren­or­den auf, am 28.April 1963 kehr­ten dann die ers­ten Brü­der des Ordens zurück. 1968 ver­lie­ßen die Non­nen das Klos­ter aus Alters­grün­den.4


Ein Mönch küm­mert sich um einen Gläu­bi­gen.

Am Sockel der Figur steht die Inschrift: “Theo­do­rus von Cel­les Fun­d­a­tor Ordi­nis St. Cru­cis”

Am Sams­tag­abend des 13. Sep­tem­ber 1997 zogen die Kreuz­her­ren vom ers­ten Stand­ort des Klos­ters auf Stein­haus hin­ab zur Kir­che auf der Wup­per­halb­in­sel. Mit dabei war das Ober­bar­men Blas­or­ches­ter, 300 Bey­en­bur­ger Bür­ger und die Reli­qiu­en der hei­li­gen Odi­lia, die 1964 der Klos­ter­kir­che über­tra­gen wor­den waren. Dort wur­de nach einer kur­zen Andacht und der Seg­nung der über einen Meter hohen Jubi­lä­ums­ker­ze durch Pater Gene­ral Rein Vaan­hold das Kreuz­her­ren-Denk­mal vor der Kir­che ent­hüllt. 5


Die Bron­ze­ta­fel im Pflas­ter vor dem Denk­mal erin­nert an den Anlass der Stif­tung: “700 Jah­re Kreuz­her­ren in Bey­en­burg 1298–1998”


1998 wur­de auf dem Fried­hof Stein­haus eine wei­te­re Gedenk­ta­fel zur Erin­ne­rung an die Kreuz­her­ren auf­ge­stellt, seit 1999 doku­men­tie­ren zwei von ins­ge­samt 23 Ste­len den Ver­lauf des Jakobs­we­ges von Bey­en­burg nach Aachen. Bereits 1986 erhielt der Klos­ter­hof eine Bron­ze­fi­gur der Namens­ge­be­rin des Kir­che, Maria Mag­da­le­na.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenkstein für das Barmer Planetarium

Der Gedenk­stein für das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um in den Bar­mer Anla­gen nahe der Unte­ren Lich­ten­plat­zer Stra­ße.

Am 4.Juni 19971, einem Mitt­woch, wur­de in den Bar­mer Anla­gen der Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um ein­ge­weiht. Er steht zwi­schen dem  Bar­mer Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen der Krie­ge von 1864 und 1866 und dem Berg­bahn-Denk­mal. Initi­iert hat­te die Auf­stel­lung Mar­got Sun­dermann, die Toch­ter des ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Lei­ters des Pla­ne­ta­ri­ums, Dr. Erich Hoff­mann. Der Gedenk­stein, den sie im Bar­mer Nord­park auf einem Platz vol­ler Find­lin­ge aus­such­te, wur­de vom Stein­metz Paul Heinz Schmitz bear­bei­tet und mit der Bron­ze­ta­fel ver­se­hen, die ein Herr Fratz gefer­tigt hat­te. Der Text stammt von Mar­got Sun­dermann. Einen Teil der Kos­ten des Gedenk­steins über­nahm das Gym­na­si­um Sedan­stra­ße, wo Dr. Erich Hoff­mann sei­nem Haupt­be­ruf als Leh­rer nach­ge­gan­gen war, was auf Wunsch der Schu­le auch auf der Gedenk­ta­fel ver­merkt wur­de.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel, in deren Zen­trum eine Abbil­dung des Gebäu­des zu sehen ist, trägt fol­gen­de Inschrift:

Hier stand das
Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um

Erbaut                                   Zer­stört
1926                                        1943

Es war das ers­te Gross­pla­ne­ta­ri­um der Welt.
Unter Lei­tung von Dr. Erich Hoff­mann
Leh­rer am Real­gym­na­si­um Sedan­stras­se
wur­de es eine Stät­te
der Beleh­rung und Besin­nung.”


Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um war das ers­te sei­ner Art und setz­te einen neu­ar­ti­gen opti­schen Pro­jek­ti­ons­ap­pa­rat der Fir­ma Carl Zeiss ein, des­sen Pro­to­typ spä­ter im Deut­schen Muse­um in Mün­chen stand. Im Herbst 1924 hat­ten sich Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hart­mann und der Bei­geord­ne­te Prof. Dr. Greß­ler die­sen Pro­to­typ im Pla­ne­ta­ri­um auf dem Gelän­de der Zeiss-Wer­ke ange­se­hen und emp­fah­len der Stadt­verod­ne­ten-Ver­samm­lung dar­auf­hin die Anschaf­fung eines Pla­ne­ta­ri­ums. Der Bau und die Ein­rich­tung schlu­gen mit 350.000 RM zu Buche und wur­de trotz der wirt­schaft­li­che schwie­ri­gen Lage nach der galop­pie­ren­den Infla­ti­on von 1923 durch­ge­führt. Nach­dem nach eini­ger Dis­kus­si­on auch ein Stand­ort gegen­über der Stadt­hal­le in den Bar­mer Anla­gen gefun­den wur­de, konn­te der Bau begin­nen. Am 18.Mai 1926 wur­de das Pla­ne­ta­ri­um ein­ge­weiht. Es fass­te mit sei­ner 1000 km² gro­ßen Kup­pel 600 Besu­cher und wur­de nur vom Düs­sel­dor­fer Pla­ne­ta­ri­um über­trof­fen.


Das Bar­mer Pla­ne­ta­ri­um mit sei­ner mar­kan­ten Kup­pel, der Ein­gang wur­de von zwei Sta­tu­en “Mars” und “Venus” flan­kiert. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Zum wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter wur­de der Leh­rer Dr. Erich Hoff­mann beru­fen, der haupt­be­ruf­lich die Fächer Mathe­ma­tik und Phy­sik am Real­gym­na­si­um Sedan­stra­ße unter­rich­te­te. Erich Hoff­mann stamm­te aus Thü­rin­gen und stu­dier­te von 1907 bis 1912 an der Uni­ver­si­tät Jena und kam bereits wäh­rend sei­ner Dis­ser­ta­ti­on aus dem Bereich der Optik in Kon­takt mit den Zeiss-Wer­ken.

Im Jahr 1929 wur­den im Pla­ne­ta­ri­um 150 Vor­trä­ge gehal­ten, davon 104 vom wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter, der auch die Kur­se der Volks­hoch­schu­le lei­te­te. Acht Aben­de kos­te­ten 1927 3,20 RM. Die Vor­trags­rei­hen wid­me­ten sich ver­schie­de­nen The­men, so kamen zum Bei­spiel in der Weih­nachts­zeit so vie­le Besu­cher zum Vor­trag “Unter dem Stern von Beth­le­hem”, dass nicht alle dar­an teil­neh­men konn­ten. Doch nicht nur die Bevöl­ke­rung sorg­te für ein vol­les Haus, auch die Schu­len aus Bar­men und der Umge­bung kamen zahl­reich und wur­den in Lehr­stun­den in die Welt der Astro­no­mie ein­ge­führt. 1929 fan­den 87 Schul­ver­an­stal­tun­gen statt. Dr. Erich Hoff­mann über­nahm zwei Drit­tel die­ser Lehr­stun­den selbst, was sei­nen gro­ßen Ein­satz und sei­ne Lei­den­schaft für das Pla­ne­ta­ri­um doku­men­tiert.


Post­kar­te mit Innen­an­sicht des Pla­ne­ta­ri­ums. (Bild ergänzt am 16.11.2012)

Von 1927 bis 1933 trug sich das Pla­ne­ta­ri­um durch die Ein­tritts­gel­der — Schu­len muss­ten nichts zah­len — selbst und erwirt­schaf­te­te sogar zwei­mal Über­schüs­se. Spä­ter ebb­te der Besu­cher­strom ab. Wäh­rend die Schu­len wei­ter zahl­reich ihre Schü­ler schick­ten — 1936 kamen 24.063 Schü­ler — kamen in eine öffent­li­che und zwölf gebuch­ten Son­der­ver­an­stal­tun­gen im sel­ben Jahr nur noch 2360 Besu­cher.3


Beim Luft­an­griff auf Bar­men in der Nacht auf den 30.Mai 1943 wur­de das Gebäu­de schwer beschä­digt und 1955 wur­de die Rui­ne abge­bro­chen.4 Dr. Erich Hoff­mann erleb­te die Zer­stö­rung “sei­nes” Pla­ne­ta­ri­ums nicht mehr mit, er starb im August 1938 an einem schwe­ren Herz­lei­den.5


Offenes Quadrat II (AIDS-Denkmal)

Offe­nes Qua­drat II.

Am 31.Oktober 1997 voll­ende­te Ober­bür­ger­meis­ter Hans Kre­men­dahl das “Offe­ne Qua­drat II”. Die­se Instal­la­ti­on auf dem Wil­ly-Brandt-Platz in Elber­feld erin­nert an 41 (1997 nur 37) Men­schen, die in Wup­per­tal, Solin­gen und Rem­scheid an AIDS gestor­ben sind. Initi­iert hat­te das Pro­jekt “Namen und Stei­ne” 1992 die Deut­sche AIDS-Stif­tung in Bonn  zusam­men mit dem Künst­ler Tom Fecht.1 Zum 10jährigen Bestehen der Wup­per­ta­ler AIDS-Hil­fe ent­schloss sich der Ver­ein die­se Instal­la­ti­on auch nach Wup­per­tal zu holen. Ober­bür­ger­meis­ter Kre­men­dahl hat­te die Schrim­herr­schaft über­nom­men, über 40 Pri­vat-und Geschäfts­leu­te ermög­lich­ten mit ihren Spen­den und ihrer Arbeits­kraft die Aus­füh­rung des Pro­jekts.2


Die Inschrift auf einem Stein: “Mémoi­re nomade/ Namen und Steine/ Wup­per­tal 1997”

Zusam­men mit den Ange­hö­ri­gen setz­te der Ober­bür­ger­meis­ter den letz­ten Stein und erklär­te, das die Form des Geden­kens den Ver­stor­be­nen wür­dig sei. Er ver­sprach sich wei­ter für die Betrof­fe­nen und die Besei­ti­gung der Miss­stän­de bei der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung ein­zu­set­zen. Micha­el Jäh­me von der Wup­per­ta­ler AIDS-Hil­fe bedank­te sich bei den Unter­stüt­zern dafür, dass das Pro­jekt durch­ge­führt wer­den konn­te.3 Im Okto­ber 2000 wur­den vier wei­te­re Stei­ne dem Denk­mal hin­zu­ge­fügt. 4


Metall­pla­ket­te am Denk­mal.

Eine klei­ne metal­le­ne Pla­ket­te erklärt die Instal­la­ti­on:

Offe­nes Qua­drat II
Wup­per­tal 1997
Die­se Instal­la­ti­on erin­nert an Men­schen,
die an AIDS ver­stor­ben sind.
Sie ist Teil des Pro­jek­tes
“Denk­raum NAMEN und STEINE
der Deut­schen AIDS_Stiftung Bonn und
des Künst­lers Tom Fecht.
AIDS-Hil­fe Wup­per­tal e.v.

Die­se Tafel wur­de von der Bay­er AG finan­ziert.”