Stolpersteine (2002)

2002 enga­gier­te sich der Cro­nen­ber­ger Bezirks­ju­gend­rat für die Akti­on “Stei­ne gegen das Ver­ges­sen” und leis­te­te mit der Ver­le­gung von zwei selbst­her­ge­stell­ten Stol­per­stei­nen für das Ehe­paar Gerszt, die aus Beton, Monier­ma­te­ri­al und einer Mes­sing­plat­te bestehen, sowie einer ergän­zen­den, selbst­kon­zi­pier­ten Aus­stel­lung einen Bei­trag zur Erin­ne­rungs­kul­tur.1


Heu­te sind die Stol­per­stei­ne kaum noch les­bar: Links: HIER WOHNTE / RITA GERST / 14.12.1907 / 8.5.1945 / RAVENSBRUEK Rechts: HIER WOHNTE / IZCHOK GERST / 3.10.1901 / 12.1.1945 / AUSCHWITZ

Am 26. Okto­ber 2002 wur­den vor dem Haus Karl-Theo­dor-Stra­ße 4 unweit von Haus Num­mer 6 in Anwe­sen­heit der Schirm­her­ren, dem Bür­ger­meis­ter Peter Jung und dem Vor­sit­zen­den der Jüdi­schen Gemein­de Wup­per­tal, Leo­nid Gold­berg die Stol­per­stei­ne ver­legt. Die Idee war den Cro­nen­ber­gern bei einer Ber­lin-Rei­se gekom­men, die Anlei­tung hat­te man von der Home­page Gun­ter Dem­nigs, dem Schöp­fer der Stol­per­stei­ne. So ging man im Jugend­haus in der Hän­de­ler­stra­ße ans Werk und ver­leg­te dann die Stei­ne — zum Ärger von Dem­nig, der wei­te­re Aktio­nen unter­sag­te und die Anlei­tung zu sei­nem Pro­jekt von der Home­page lösch­te. Exklu­si­vi­tät war mehr wert als das Erin­nern in Wup­per­tal. Seit 2007 arbei­tet der Ver­ein Stol­per­stei­ne in Wup­per­tal e.V. mit dem Künst­ler zusam­men, der jeden Stein per­sön­lich ver­legt. Ganz exklu­siv. 2
An das Ehe­paar Gerszt erin­nern nun je zwei Stol­per­stei­ne, in der Rei­ter­stra­ße und in der Karl-Theo­dor-Stra­ße. Die 2008 an der Rei­ter­stra­ße ange­brach­te Gedenk­ta­fel wur­de bereits 2012 zer­stört.


Schwebebahnuhr auf dem Rott

Die Rot­ter Uhr.

Am 9. Novem­ber 2002 wur­de im Zen­trum des Quar­tiers Rott, an der Kreu­zung zwi­schen Eschen­stra­ße und Ulmen­stra­ße, eine öffent­li­che Uhr auf­ge­stellt, ein Geschenk des Rot­ter Bür­ger­ver­eins aus Anlass sei­nes 100jährigen Bestehens. Das beson­de­re an die­ser Uhr: Sie besteht aus einer ehe­ma­li­gen Stüt­ze des Schwe­be­bahn­ge­rüs­tes, die beim Aus­bau ent­fernt und ersetzt wur­de. Im März des Vor­jah­res kam in der Jah­res­haupt­ver­samm­lung die Idee auf, eine Uhr auf­zu­stel­len, nach­dem fünf Jah­re zuvor mit dem Ende des Opti­ker­ge­schäfts des ver­stor­be­nen Rolf Dre­cker die eins­ti­ge Uhr ver­schwun­den war. Einen Monat spä­ter schlug Bei­rats­mit­glied Elke Frie­de-Flen­der vor, ein Stück der Schwe­be­bahn zu ver­bau­en und man nahm Kon­takt zu den WSW auf. Die Kos­ten der Her­stel­lung und Auf­stel­lung ver­riet der Vor­sit­zen­de Karl-Heinz Emde nicht, schließ­lich wäre die Uhr ja ein Geschenk.1 Im März 2003 wur­de die Uhr kurz­fris­tig noch ein­mal ent­fernt, um mehr Zif­fern auf­zu­tra­gen und so die Les­bar­keit zu erhö­hen.2


Eine klei­ne Metalla­fel an der Uhr erklärt den Hin­ter­grund.

 “- 9.November 2002 -
100 Jah­re
Rot­ter Bür­ger­ver­ein 1902 e.V.

Die­se Uhr ist ein Geschenk des Bür­ger­ver­eins
für die Rot­ter Bevöl­ke­rung.
Die Uhr wur­de auf einem Teil­stück
der Ori­gi­nal­stüt­ze Nr. 376 der Schwe­be­bahn mon­tiert.
Der Bür­ger­ver­ein dank der WSW AG und der BV Bar­men.”


Gedenktafel zur Erinnerung an die Geschichte des Alten Markts

Am 13. Sep­tem­ber 2002 wur­de der Alte Markt in Bar­men nach sei­ner Umwand­lung von einem zen­tra­len Bus­bahn­hof in einen auto­frei­en Platz ein­ge­weiht. Die Kos­ten für den Umbau betru­gen 360.000 DM 1, die mit Hil­fe des Lan­des auf­ge­bracht wur­den. Seit­dem fin­det sich im neu­en Pflas­ter eine klei­ne Tafel, die an die Geschich­te des Ortes erin­nert:


Die Gedenk­ta­fel

Der Text der Metall­ta­fel lau­tet:

Alter Markt
Hier wur­de 1579 die ers­te Bar­mer Schu­le gegrün­det
Die Ent­wick­lung die­ses Plat­zes zu
einem zen­tra­len Stadt­platz begann im Jah­re 1706.
1722 wur­de hier der Grund­stein für die ers­te
katho­li­sche Kir­che Bar­mens gelegt, 1728 folg­te der
Bau­be­ginn für ein Rat­haus samt Gefäng­nis.
1874 hielt erst­mals die Pfer­de­bahn am “Alten­markt”,
ab 1895 die elek­tri­sche Stra­ßen­bahn und seit 1903
auch die Schwe­be­bahn.
Die his­to­ri­sche Bebau­ung fiel 1943 dem Krieg zum Opfer.
Seit 1963 ist hier der Ein­gang zu ers­ten
Fuß­gän­ger­zo­ne Deutsch­lands, dem Bar­mer Werth.
2002 wur­de der Alte Markt umge­stal­tet
und am 13.September 2002 als auto­frei­er Stadt­platz
für Wup­per­tal und sei­ner Gäs­te eröff­net.”


Fol­gen­de Bil­der illus­trie­ren die Ver­än­de­rung des Alten Markts:
Blick in Rich­tung Alter Markt und Gemar­ker Kir­che, vor 1900. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/2

Häu­ser und Glei­se am Alten Markt, vor 1900. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/4

Schwe­be­bahn­sta­ti­on Rat­haus­brü­cke, Stra­ßen­bahn und im Hin­ter­grund der Alten Markt. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Ansichts­kar­te des Alten Markts um 1909. Im Hin­ter­grund rechts die Schwe­be­bahn­sta­ti­on Rat­haus­brü­cke. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum 020/5/57

Blick vom Alten Markt in Rich­tung Rat­haus­brü­cke, ca. 1930. Die Bron­ze­so­ckel der drei Licht­mas­ten, von denen einer hier zuse­hen ist, ste­hen heu­te an ande­ren Orten. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

Blick von der Schwe­be­bahn­sta­ti­on auf den Ver­kehrs­kno­ten Alter Markt, 1959. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 12.6.1

Eine Post­kar­te aus den 1950er Jah­ren. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

1954. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

1963. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

Der Alte Markt kurz vor dem Umbau 1963, bei dem die Ver­kehr­in­sel und die Stra­ßen­bahn­glei­se ent­fernt wur­den. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung

Der Bus­bahn­hof auf dem Alten Markt am 10.Mai 1980. Das Bild wur­de freund­li­cher Wei­se zur Ver­fü­gung gestellt von Bern­hard Ter­jung.

2003 wur­de der Platz noch mit einem Zelt­dach ver­se­hen. Das Bild stammt vom 30. Sep­tem­ber 2011.

Gedenktafel zur Erinnerung an die Arbeit der Borromäerinnen im Petrus-Krankenhaus

Anfang Okto­ber 2002 wur­de im Ein­gangs­be­reich des Petrus-Kran­ken­hau­ses in Bar­men eine Gedenk­ta­fel aus Glas ange­bracht, die an das Wir­ken der Schwes­tern des Ordens “Barm­her­zi­ge Schwes­tern vom hl. Karl Bor­ro­mä­us” (SMCB), oft Bor­ro­mäe­rin­nen genannt, erin­nern soll. Anlass war das 350jährige Bestehen des Ordens, deren Mit­glie­der zu dem Zeit­punkt 146 Jah­re im Kran­ken­haus tätig waren. Die Gedenk­ta­fel, die vom Geschäfts­füh­rer der Kli­ni­ken St. Anto­ni­us, Micha­el Kauf­mann, und der Gene­ral­obe­rin des Trie­rer Mut­ter­hau­es, Schwes­ter Eli­sa­beth, ein­ge­weiht wur­de, erklärt:1


Die Gedenk­ta­fel

1652 — 2002

350 Jah­re Borr­mäe­rin­nen

Die Kon­grea­ti­on der Barm­her­zi­gen Schwes­tern vom Hl. Karl Bor­ro­mä­us zu Trier ist / her­vor­ge­gan­gen aus einer Wohl­fahrts­stif­tung des Emma­nu­el Chau­ven­el, des Herrn von / Xou­dail­les. Er errich­te­te am 18.Juni 1652 in Nan­cy eine soge­nann­te Cha­rité, um den / letz­ten Wil­len sei­nes ver­stor­be­nen Soh­nes Josef zu erfüllen./Der Stif­ter stell­te sei­ne Grün­dung unter den Schutz der Hei­li­gen Fami­lie — Jesus, Maria / und Josef — und gab ihren Mit­glie­dern den Namen “Schwes­tern von der Hei­li­gen / Fami­lie”. Nach einem ihnen zuge­wie­se­nen Haus “St. Charles”, das also den Namen des / Hl. Karl Bor­ro­mä­us trug, wur­den sie vom Volk und spä­ter in ganz Deutsch­land / Bor­ro­mäe­rin­nen genannt.

Seit fast 150 Jah­ren wir­ken Bor­ro­mäe­rin­nen in Wup­per­tal. 1856 erbat sich Dechant / Peter Meis­loch, Pfar­rer der Kir­chen­ge­mein­de St. Anto­ni­us, vom Mut­ter­haus in Trier / Schwes­tern für das Mari­en­hos­pi­tal in Bar­men, aus dem sich spä­ter das Petrus- / Kran­ken­haus ent­wi­ckel­te. So über­nah­men am 23.April 1856 die ers­ten Bor­ro­mäe­rin­nen / die Pfle­ge und Betreu­ung von Kran­ken und Wai­sen­kin­dern.

Die Namen der ers­ten Schwes­tern waren Phi­lo­me­ne, Anast­ha­sia und Ludo­wi­ne. Sie / stan­den am Anfang einer Tra­di­ti­on, die prä­gend für das Selbst­ver­ständ­nis des Petrus- / Kran­ken­hau­ses gewe­sen ist und bis in die Gegen­wart hin­ein fort­wirkt. Bor­ro­mäe­rin­nen / leis­ten hier und in wei­te­ren Häu­sern der Kli­ni­ken St. Anto­ni­us ihren Dienst am Nächs­ten. /

Wup­per­tal-Bar­men, im Okto­ber 2002”


Das Petrus-Kran­ken­haus ist eine Ein­rich­tung des Kli­nik­ver­bun­des St. Anto­ni­us und St. Josef, einer Gesell­schaft der Stif­tung der Cel­li­tin­nen.
Am 28. Juni 2015 wur­de die Arbeit der Bor­ro­mäe­rin­nen in Wup­per­tal been­det, da kein Nach­wuchs mehr zur Ver­fü­gung steht. Die letz­ten fünf Schwes­tern keh­ren in das Mut­ter­haus in Trier zurück.2

Heinrich-Hogrebe-Gedenkstein

Der Gedenk­stein im Burg­holz, an der Stra­ße, die zum Arbo­re­tum führt.

Anfang Juni 2002 wur­de im Burg­holz ein Gedenk­stein für den Förs­ter und ehe­ma­li­gen Revier­lei­ter im Staats­forst Burg­holz, Hein­rich Hogre­be, vom Vor­sit­zen­den des Kül­len­hah­ner Bür­ger­ver­ein und spä­te­ren Ober­bür­ger­meis­ters Peter Jung ein­ge­weiht. Anwe­send waren Ange­hö­ri­ge Hogre­bes und sein Nach­fol­ger, Forst­amt­mann Her­bert Daut­zen­berg, der dar­an erin­ner­te, dass Hogre­be als “Vater des Arbo­re­tums” ein “Mek­ka für Wis­sen­schaft­ler, Wald­fach­leu­te und Wald­freun­de” geschaf­fen habe. Gestif­tet wur­de der Gedenk­stein vom Bür­ger­ver­ein Kül­len­hahn.1


Die Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift der klei­nen bron­ze­nen Gedenk­ta­fel lau­tet:

Zum Geden­ken an den Initia­tor
der Anpflan­zung aus­län­di­scher
Baum­ar­ten im Burg­holz.

Forst­amt­mann Hein­rich Hogre­be
Geb. 1913 Gest.1998

Bür­ger­ver­ein Kül­len­hahn e.V.”


Der 1913 in Bochum gebo­re­ne Hogre­be kam 1955 als Revier­förs­ter zum Staats­forst ins Burg­holz, nach­dem er zuvor in der Wehr­macht gedient und den Zwei­ten Welt­kriegs als deko­rier­ter Offi­zier über­lebt hat­te. Vor dem Enga­ge­ment im Burg­holz war er als Revier­lei­ter in Ost­west­fa­len tätig, wo er bereits Erfah­run­gen mit unter­schied­li­chen Baum­ar­ten und ihren wald­bau­li­chen Mög­lich­kei­ten gesam­melt hat­te. Auf Anre­gung des “Forst­ein­rich­ters” begann Hogre­be fremd­län­di­sche Baum­ar­ten zu erpro­ben. Er wur­de Mit­glied in der Deut­schen Den­dro­lo­gi­schen Gesell­schaft (DDG) und er erwarb auf meh­re­ren aus­ge­dehn­ten Aus­lands­rei­sen fun­dier­te Kennt­nis­se über die Wald­ver­hält­nis­se in ande­ren Kon­ti­nen­ten, Stand­ort­an­sprü­che und Leis­tungs­ver­mö­gen ande­rer Bäu­me. Durch den Kauf von Fremd­par­zel­len erwei­ter­te er den Staats­forst wesent­lich. Mit Bil­li­gung des Minis­te­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten NRW, aber gegen erheb­li­che Beden­ken und Wider­stän­de sei­ner Vor­ge­setz­ten schuf Hein­rich Hogre­be groß­flä­chi­ge Kul­tu­ren frem­der Baum­ar­ten im Burg­holz — das heu­ti­ge Arbo­re­tum.  Der Burg­holz wur­de all­mäh­lich zu einem Anzie­hungs­punkt für Den­dro­lo­gen und wald­bau­lich Inter­es­sier­te, erhielt aber auch wei­ter­hin viel Kri­tik. 1972 waren ca. 170 Baum­ar­ten im Burg­holz ange­pflanzt. 1973 wur­de Hogre­be pen­sio­niert, 1977 erhielt er das Bun­des­ver­dienst­kreuz. 1998 starb Hein­rich Hogre­be.


Der Gedenk­stein im Som­mer 2012.

Heu­te beher­bergt das Arbo­re­tum auf 250ha ca. 100 Baum­ar­ten aus fast allen Kon­ti­nen­ten, die auf kur­zen Wan­der­we­gen vor­ge­stellt wer­den.3


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Freiplastik von Erich Hauser am Justizhochhaus

Die Frei­plas­tik am Land­ge­richt auf einer Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums, deren Urhe­ber unbe­kannt ist. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.8.17

Im Juli 1964 wur­de am Land­ge­richt an der Fuß­gän­ger­brü­cke von der Jus­ti­zin­sel zum Hof­kamp, unmit­tel­bar am im glei­chen Jahr errich­te­ten Jus­tiz­hoch­haus, eine Frei­plas­tik des renom­mier­ten Bild­hau­ers Erich Hau­ser aus Dun­nin­gen (Kreis Rott­weil)  auf­ge­stellt. Vor­aus­ge­gan­gen war dem eine Aus­schrei­bung des Staats­hoch­bau­am­tes Wup­per­tal, das einen beschränk­ten Wett­be­werb durch­ge­führt und neben Erich Hau­ser auch Karl Ehlers, Gui­do Jen­dritz­ko und Fried­rich Werth­mann  ein­ge­la­den hat­te. Eine Bedin­gung war, dass die Frei­plas­tik von allen Sei­ten gese­hen wer­den kön­nen und eine all­sei­tig befrie­di­gen­de Sil­hou­et­te haben soll­te. Außer­dem soll­te sie auch den Fahr­gäs­ten der Schwe­be­bahn als Berei­che­rung der Anla­ge erkenn­bar sein. Man begrüß­te auch die Aus­füh­rung in Edel­stahl und leg­te Wert dar­auf, dass die Ober­flä­chen­rei­ze  mit Kan­ten, Krüm­mun­gen, Buckeln und Wöl­bun­gen erhal­ten blie­ben und durch Schliff- und Schleif­spu­ren Rei­ze gesetzt wur­den.


Die Plas­tik im Sep­tem­ber 2012 im Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach.

Die Gut­ach­ter emp­fah­len ein­stim­mig den Ent­wurf von Erich Hau­ser zur Aus­füh­rung.1 Die Plas­tik ist 2,80 Meter hoch2 und  besteht aus drei flä­chi­gen, raum­grei­fen­den Hohl­kör­per­ele­men­ten3, von denen sich die Gut­ach­ter ein fei­nes Licht­spiel erwar­te­ten. Die Bevöl­ke­rung hin­ge­gen war, wenn man den Leser­brie­fen glau­ben darf, nicht sehr ange­tan von dem Werk.


Ein ande­re Per­spek­ti­ve

Im Jahr 20024 wur­de das Jus­tiz­hoch­haus auf­grund gra­vie­ren­der Sta­tik- und Brand­schutz­män­gel5 abge­ris­sen und bis zum Früh­jahr 20056 durch einen Neu­bau ersetzt. Die Plas­tik fand hier kei­nen neu­en Stand­ort und wur­de des­halb am 20. August 2009 im Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach am Nord­park unweit des Borus­sia Parks an sei­nem neu­en Platz im Innen­hof des Gebäu­des fei­er­lich über­ge­ben. Vor der Auf­stel­lung wur­de die Plas­tik des 2004 ver­stor­be­nen Erich Hau­ser in der “Schmie­de” in Duis­burg von Fach­leu­ten restau­riert.7


Eine wei­te­re Per­spek­ti­ve

Die letz­te Per­spek­ti­ve.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Bild­hau­er Erich Hau­ser fin­den sich auf der Home­page der Kunst­stif­tung Erich Hau­ser.


Die Kar­te kenn­zeich­net den alten Stand­ort der Plas­tik in Wup­per­tal und nicht den neu­en im Hof des Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach am Nord­park.


Mahnmal für Zwangsarbeiter der Reichsbahn in Langerfeld

Mahn­mal für die Zwangs­ar­bei­ter der Reichs­bahn in Lang­er­feld.

Im Jahr 1999 initi­ier­te Pfar­rer Uwe Leicht von der evan­ge­li­schen Gemein­de Lang­er­feld zusam­men mit der katho­li­schen Gemein­de St. Rapha­el / St. Paul eine Arbeits­grup­pe, die sich mit der Geschich­te der Zwangs­ar­bei­ter in Lang­er­feld beschäf­tig­te. Aus­gangs­punkt waren die Ehren­grä­ber auf dem katho­li­schen Fried­hof Zu den Doli­nen. Die Arbeits­grup­pe wer­te­te die Gefal­le­nen-Lis­te des Fried­hofs aus dem katho­li­schen Fried­hofs­amt aus, befrag­te Zeit­zeu­gen, recher­chier­te im Stadt­ar­chiv und im Archiv des Bür­ger­ver­eins Lang­er­feld und sich­te­te die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Lite­ra­tur. Bereits im fol­gen­den Jahr fand eine ers­te öku­me­ni­sche Gedenk­fei­er, als “Süh­netag” bezeich­net, auf dem Fried­hof statt.1
Als am 6. Mai 20012 meh­re­re ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter, die im Zwei­ten Welt­krieg in Lang­er­feld “beschäf­tigt” waren, den öst­lichs­ten Wup­per­ta­ler Stadt­teil besuch­ten, gedach­ten auch sie den ver­stor­be­nen Zwangs­ar­bei­tern auf dem Fried­hof. Außer­dem besuch­ten sie das Gelän­de der Fir­ma Mein­hardt-Rei­sen, auf deren Fir­men­stand­ort unweit des Fried­hofs wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ein Bara­cken­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter der Reichs­bahn ange­legt wor­den war. 102 Frau­en und vier Män­ner waren hier unter­ge­bracht.3


Das Mahn­mal am ehe­ma­li­gen Ein­gang des Lagers im Janu­ar 2012.

Der Fir­men­ha­ber, Har­ro Mein­hardt, hat­te bereits bei dem Bezug des Gelän­des 1960 durch sei­ne Eltern von Nach­barn mehr über die Hin­ter­grün­de des Gelän­des und die Schick­sa­le ein­zel­ner Per­so­nen erfah­ren.4 Am 3. Novem­ber 2002 fand eine öku­me­ni­scher Gedenk­fei­er in der Wagen­hal­le statt. Anschlie­ßend wur­de am ehe­ma­li­gen Ein­gang des Lagers ein Mahn­mal ein­ge­weiht, dass der Fir­men­grün­der selbst ange­legt hat­te. Danach zog man mit einer Lich­ter­pro­zes­si­on zur Ehren­grab­an­la­ge auf dem Fried­hof Zu den Doli­nen.5


Die Gedenk­ta­fel

Das ein­fa­che Mahn­mal besteht aus eini­gen Stei­nen und zwei in den Boden geramm­ten Schie­nen­stü­cken. Dar­über gibt eine am Zaun ange­bracht DIN-A4 gro­ße Gedenk­ta­fel, die von Pfar­rer Leicht erstellt wur­de, Aus­kunft:


An die­ser Stel­le befand sich von 1941–1945
ein Bara­cken­la­ger für Zwangs­ar­bei­ter.
Die 102 Frau­en, 3 Män­ner aus Ost­eu­ro­pa und ein
Fran­zo­se wur­den bei der Reichs­bahn ein­ge­setzt.

Einen Frem­den sollst du nicht
Aus­nut­zen oder aus­beu­ten, denn ihr selbst
seid in Ägyp­ten Frem­de gewe­sen.”
2.Mose 22,20

Ev. Kir­chen­ge­mein­de Lang­er­feld
Kath. Kir­chen­ge­mein­de St.Raphael / St.Paul.”


Dar­un­ter sind zwei Foto­gra­fi­en zu fin­den, von denen eine ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter “Auf Spu­ren­su­che” im Mai 2001 im “Dicken Hain” zeigt und die ande­re eine Bara­cke in der Fleu­te, die den Bara­cken zu den Doli­nen ähn­lich war.

Pater Victor Dillard-Gedenktafel im St.Josef-Krankenhaus

Am 12. Janu­ar 2002, dem 57.Todestag Vic­tor Dil­lards, wur­de an der Wand zur Haus­ka­pel­le im Kran­ken­haus St.Josef in Elber­feld eine klei­ne, ein­fa­che Gedenk­ta­fel für den Jesui­ten-Pater Vic­tor Dil­lard in Anwe­sen­heit von Wer­ner Zim­mer­mann, dem Vor­sit­zen­den des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes St. Anto­ni­us, dem Bar­mer Dechant Gün­ter Stein, Her­bert Otters­bach und Schwes­ter Obe­rin Hil­de­gar­de (sic!) ange­bracht.1

Vic­tor Dil­lard wur­de am 24. Dezem­ber 1897 in Blois (Dépar­te­ment Loir-et-Cher) gebo­ren. Im Alter von 12 Jah­ren besuch­te er die Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois. Nach­dem er im Ers­ten Welt­krieg als Sol­dat dien­te, trat er 1920 den Jesui­ten bei. Stu­di­en zur den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten führ­ten den jun­gen Jesui­ten nach Groß­bri­tan­ni­en, Öster­reich und Deutsch­land. Im Jahr 1931 zele­brier­te er sei­ne ers­te Mes­se in der Kapel­le des Inter­nats und Gym­na­si­ums Not­re-Dame des Aydes und arbei­te­te anschlie­ßend als Geist­li­cher in einem Haus des Ordens, wo er auch Stu­den­ten betreu­te. Außer­dem betrieb er wei­ter sei­ne Stu­di­en und traf im Wei­ßen Haus in Washing­ton den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Roo­se­velt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de er wie­der Sol­dat in der fran­zö­si­schen Armee, wur­de gefan­gen genom­men und konn­te flie­hen.2 Danach ent­schloss er sich ange­sichts des Auf­rufs fran­zö­si­scher Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge (sie­he Text der Gedenk­ta­fel), um damit sei­nen zur Zwangs­ar­beit nach Deutsch­land ver­schlepp­ten Lands­leu­ten zu hel­fen. Er nahm als Elek­tri­ker getarnt im Okto­ber 1943 (sie­he Text der Gedenk­ta­fel) einen Job bei der Wup­per­ta­ler Dampf­kes­sel- und Appa­ra­te­bau­fa­brik Sil­ler & Jamart auf Hatz­feld3 an. Neben sei­ner Arbeit dort kom­mu­ni­zier­te er mit fran­zö­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen und fei­er­te Got­tes­diens­te, unter ande­rem in der Kapel­le des Kran­ken­hau­ses St.Josef.4 Im April 1944 (sie­he Text der Gedenk­ta­fel) wur­de er ver­ra­ten und kam ins Poli­zei­ge­fäng­nis Ben­dahl, wo er unter ande­rem mit Maria Huse­mann und Hans Carls in Kon­takt kam. Am 12.November 1944 wur­de er ins KZ Dach­au gebracht, wo er am 12 Janu­ar 1945 an einer Krank­heit in Fol­ge der Lager­be­din­gun­gen starb.5


Die Gedenk­ta­fel für Pater Vic­tor Dil­lard.

Die Gedenk­ta­fel im ein­fa­chen Bil­der­rah­men zeigt eine Foto­gra­fie des Pries­ters und einen län­ge­ren Text, der erklärt:

Die Inschrift

In die­ser Kapel­le fei­er­te
Pater Vic­tor Dil­lard
am 10.Oktober  1943
sei­ne ers­te hei­li­ge Mes­se in Wup­per­tal.

Gebo­ren wur­de er am 24.Dezember 1897 in Blois.
1920 trat er in den Jesui­ten­or­den ein
und wur­de 1931 zum Pries­ter geweiht.
Sein beson­de­res Inter­es­se galt der Jugend­ar­beit
sowie der sozia­len Fra­gen.
Zahl­rei­che Rei­sen boten ihm die Mög­lich­keit,
ande­re Län­der ken­nen­zu­ler­nen.
Wäh­rend des 2.Weltkrieges nahm er den Auf­ruf der
fran­zö­si­schen Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge an.
Er ver­schaff­te sich gefälsch­te Papie­re und ging
als “Elek­tri­ker” nach Wup­per­tal.
So konn­te er den fran­zö­si­schen Fremd­ar­bei­tern nahe sein.
Neben sei­ner Tätig­keit als Elek­tri­ker betreu­te er sei­ne Lands­leu­te und
fei­er­te mit ihnen in die­ser Kran­ken­haus­ka­pel­le und
in ande­ren Kir­chen des Ber­gi­schen Lan­des Got­tes­diens­te.
Eini­ge Wochen wohn­te er hier im St. — Josephs — Hos­pi­tal.
Im April 1944 wur­de er denun­ziert und kam ins
Gesta­po-Gefäng­nis Ben­dahl.
Die Bor­ro­mäe­rin­nen des “Kapell­chen” sorg­ten auch dort
— so gut es mög­lich war — für ihn.
Am 12.November 1944 wur­de Pater Dil­lard — schon zer­mürbt von der
mona­te­lan­gen Haft — ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au ein­ge­wie­sen.
Dort ist er am 12.Januar 1945 gestor­ben.
Sein Leich­nam wur­de unter der Häft­lings­num­mer 134064 im
Kre­ma­to­ri­um ver­brannt.”


Im August 2005 wur­de an der Kir­che St. Kon­rad sowie im Janu­ar 2006 an der Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois im Rah­men des katho­li­schen Welt­ju­gend­ta­ges eine wei­te­re Gedenk­ta­fel für Pére Dil­lard ange­bracht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Die Friedenseiche in Cronenberg

Es war der Geburts­tag des deut­schen Kai­sers, Wil­helm I., als man in Cro­nen­berg, gegen­über dem bekann­ten Wahr­zei­chen der eins­ti­gen Stadt auf den Süd­hö­hen, der refor­mier­ten Kir­che mit dem mar­kan­ten Zwie­bel­turm, am 22.März 1871 eine Eiche pflanz­te, um den Frie­den nach dem gewon­ne­nen Deutsch-Fran­zö­si­schen-Krieg zu fei­ern und um ein “Sym­bol deut­scher Kraft und Stär­ke” zu haben.


Ver­gan­ge­ne Woche hat­te die Eiche lei­der schon ihr schö­nes Herbst­kleid abge­wor­fen.

Man fei­er­te, ernann­te einen “Eichen­meis­ter”, der sich um die Eiche zu küm­mern hat­te (Wirt Neu­mann und sei­ne Nach­fol­ger waren erfolg­reich, wie man sieht), ver­teil­te 2200 Stu­ten an die Kin­der und begab sich zu einem Fest­essen ins Hotel zur Post.1 Nach dem letz­ten Umbau die­ses Are­als (2002?) liegt die Stein­ta­fel, die von dem Ereig­nis kün­det, vor der Eiche, nach­dem sie jah­re­lang an einem Later­nen­so­ckel ange­bracht war.


Cro­nen­berg
Frie­dens­ei­che
1870/71″


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te