Otto-Michel-Gedenktafel

Das Geburts­haus des Theo­lo­gen Otto Michel.

Anfang Juli 2004 über­ga­ben Mit­glie­der des Wup­per­ta­ler Denk­mal­pfle­ge­aus­schus­ses eine Gedenk­ta­fel, die an den Theo­lo­gen Otto Michel erin­nert, an des­sen Toch­ter. Die­se wohnt in zwar in Osna­brück, besitzt aber das Geburts­haus ihres Vaters in der Wie­sen­stra­ße, Haus­num­mer 64. Der Sohn des Kauf­manns Ernst Michel und sei­ner Frau Hed­wig wur­de in Elber­feld am 28. August 1903 gebo­ren. 1922 begann er dann ein Theo­lo­gie-Stu­di­um in Tübin­gen. Sei­ne Pro­mo­ti­on ver­fass­te er in Hal­le, wo er auch nach sei­ner Habi­li­ta­ti­on 1929 als Pri­vat­do­zent an der Uni­ver­si­tät lehr­te. Er war Mit­glied der Beken­nen­de Kir­che, die sich — ver­geb­lich — gegen den Ein­fluss der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deut­schen Chris­ten auf die Evan­ge­li­sche Kir­che wehr­te. Im Mai 1946 wur­de er als ordent­li­cher Pro­fes­sor nach Tübin­gen beru­fen und wur­de dort 1957 Direk­tor des Insti­tu­tum Judai­cum, für des­sen Grün­dung er lan­ge gewor­ben hat­te. Es wid­me­te sich der Erfor­schung des Juden­tums und der För­de­rung des christ­lich-jüdi­schen Dia­logs. Er starb am 28. Dezem­ber 1993 in Tübin­gen.


Als 2002 in Wup­per­tal die neue Syn­ago­ge ein­ge­weiht wur­de, erin­ner­te sei­ne Toch­ter, Ange­la Müllen­bach-Michel an den in Wup­per­tal ver­ges­se­nen Sohn der Stadt, der sich schon sehr früh nach dem Zwei­ten Welt­krieg für einen Dia­log mit  dem Juden­tum ein­ge­setzt hat­te. Unter­stützt wur­de sie dabei von Klaus Haa­ker, Pro­fes­sor an der Kirch­li­chen Hoch­schu­le in Wup­per­tal.1


Die Gedenk­ta­fel

Die Inschrift erklärt:

“Wie­sen­tr. 64
Das Haus Wie­sen­stra­ße 64 wur­de zwi­schen 1890 und 1895 in
Mas­siv­bau­wei­se erbaut.
Das Gebäu­de ist ein anschau­li­ches Bei­spiel für die
Archi­tek­tur­auf­fas­sung der Grün­der­zeit.
Hier wur­de am 28.8.1903 der ev. Theo­lo­ge und Grün­der des
Insti­tu­tum Judai­cum Tpbin­gen Prof. Otto Michel gebo­ren.
Dar­über hin­aus ist der Denk­mal­wert des Gebäu­des im
Zusam­men­hang mit der weit­ge­hend erhal­te­nen Bebau­ung
die­ses Stra­ßen­zu­ges inner­halb der Elber­fel­der Nord­stadt zu
sehen.
Das Objekt wur­de aus städt­bau­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und
stadt­his­to­ri­schen Grün­den am 11. Novem­ber 1994 in Gän­ze
unter Denk­mal­schutz gestellt.”

Ferdinand-Lassalle-Gedenktafel

Nach­dem der SPD-Unter­be­zirk Wup­per­tal bereits 2003 im Lui­sen­vier­tel eine Gedenk­ta­fel für den Wup­per­ta­ler SPD-Mit­be­grün­der Hugo Hill­mann ein­ge­weiht hat­te, ergänz­te man ein Jahr spä­ter,  am 22. Mai 2004, an der Rem­schei­der Stra­ße 24 eine Gedenk­ta­fel für Fer­di­nand Lass­alle, einen wei­te­ren Pio­nier der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Arbei­ter­par­tei. In einer Gast­stät­te, die einst an die­ser Stel­le stand, hat­te Lass­alle am 22. Mai 1864 bei einem Stif­tungs­fest des ört­li­chen Allgmei­nen Deut­schen Arbei­ter­ver­eins (ADAV) sein pro­gram­ma­ti­sche Rons­dor­fer Rede gehal­ten. Die Ein­wei­hung nahm der Alt­ober­bür­ger­meis­ter Hans Kre­men­dahl vor.1


Rem­schei­der Stra­ße Nr. 24 in Rons­dorf.

Fer­di­nand Lass­alle wur­de am 11. April 1825 in Bres­lau gebo­ren. Von 1843 bis 1846 stu­dier­te er in Bres­lau Phi­lo­so­phie und Geschich­te und begeis­ter­te sich für demo­kra­ti­sche und sozia­lis­ti­sche Ide­en. So begrüss­te er auch den Auf­stand der schle­si­schen Weber 1844. Von 1846 bis 1856 ver­trat er die Grä­fin Sophie von Hatz­feldt (1805–1881) in einem jah­re­lan­gen Rechts­streit um ihre Schei­dung. Durch den Erfolg erhielt sie den Groß­teil des in die Ehe ein­ge­brach­ten Ver­mö­gens und Lass­alle von ihr eine Jah­res­ren­te, die ihn finan­zi­ell unab­hän­gig mach­te. Wäh­rend der Revo­lu­ti­on 1848/49 lernt er Karl Marx und Fried­rich Engels ken­nen. In Düs­sel­dorf wur­de er ver­haf­tet und ange­klagt, mit sei­nem Auf­ruf zum bewaff­ne­ten Kampf für die Natio­nal­ver­samm­lung zum Kampf gegen die könig­li­che Gewalt auf­ge­ru­fen zu haben. Er wur­de frei­ge­spro­chen, aber wegen des Vor­wurfs der Auf­for­de­rung zum gewalt­sa­men Wider­stand gegen Staats­be­am­te zu sechs Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Von 1860–1862 besuch­te er die Schweiz und Ita­li­en und lern­te dabei Gui­sep­pe Gari­bal­di ken­nen. Am 23. Mai 1863 gehört er — wie Hugo Hill­mann — zu den Mit­be­grün­dern des All­ge­mei­nen Deut­schen Arbei­ter­ver­eins (ADAV) in Leip­zig und wur­de zum Prä­si­den­ten gewählt. Am 31. August 1864 ver­starb Fer­di­nand Lass­alle in Genf an den Fol­gen einer Ver­wun­dung, die er sich bei einem Duell im Streit um Hand Hele­ne von Dön­ni­ges zuge­zo­gen hat­te.2


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel erklärt unter einem Foto Lass­al­les:

Fer­di­nand Lass­alle
Mit­be­grün­der der deut­schen Sozi­al­de­mo­kra­ten
* 11.4.1825 + 31.8.1864
An die­ser Stel­le stand die Gast­stät­te Abra­ham Mesen­holl,
spä­ter Kim­pel, dann Meis­ter.
Hier hielt Fer­di­nand Lass­alle anläss­lich des 1. Stif­tungs­fes­tes des
All­ge­mei­nen Deut­schen Arbei­ter­ver­eins am 22. März 1864 die weg­wei-
sen­de “Rons­dor­fer Rede”.
“Das Arbei­ter­volk des Wup­per­tal wur­de aus sei­ner Lethar­gie
auf­ge­rüt­telt”, berich­tet der Zeit­zeu­ge Her­mann Enters.
Das Stif­tungs­fest war Lass­al­les letz­ter gro­ßer öffent­li­cher Auf­tritt.
Weni­ge Mona­te spä­ter starb er bei einem Duell

SPD Wup­per­tal 2004”

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel zur Erinnerung an die Erschießung von Zwangsarbeitern im Burgholz

Die Gedenk­ta­fel mit sehr ein­fa­chem Schild am ehe­ma­li­gen Schieß­stand im Burg­holz

Am 9. Mai 2004 wur­de vom Ver­ein Spu­ren­su­che NS-Geschich­te in Wup­per­tal e.V. tief im Burg­holz am ehe­ma­li­gen Schieß­stand der Wup­per­ta­ler Poli­zei eine klei­ne Gedenk­ta­fel ent­hüllt, die dar­an erin­nern soll, dass dort im Früh­jahr 1945 30 ost­eu­ro­päi­sche Zwangs­ar­bei­ter von der Wup­per­ta­ler Poli­zei und Gesta­po ermor­det wur­den. Mit unter den Tätern war der Vater von Lie­se­lot­te Bha­tia, die sich als “Täter­kind” für das Geden­ken im Ver­ein Spu­ren­su­che ein­setzt. Die klei­ne Gedenk­fei­er am Ort, der heu­te auch noch mit Blu­men geschmückt ist und wo ein ewi­ges Licht brennt, wur­de kom­plet­tiert durch eine Anspra­che von Micha­el Okroy von der Begeg­nungs­stät­te Alte Syn­ago­ge.1


Die Inschrift.

Die Inschrift lau­tet:

“Zur Erin­ne­rung an die hier ermor­de­ten Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangsarbeiter/ Hier befand sich der Schieß­stand der Wup­per­ta­ler Polizei/ Im Febru­ar 1945 wur­den an die­sem Ort  6 Frau­en und 24 Män­ner aus der Sowjetunion/ die zur Zwangs­ar­beit nach Wup­per­tal ver­schleppt wurden/ unter Bei­hil­fe der Wup­per­ta­ler Polizei/
von der Gesta­po ermor­det / Von den Opfern des Mas­sa­kers ist nur der Name von Hele­na Matro­so­wa über­lie­fert.”
Der letz­te Weg der Zwangs­ar­bei­ter führt vom Kül­len­hahn die­se Stra­ße ent­lang.

In sei­ner Anspra­che beschrieb Micha­el Okroy die Vor­gän­ge, die zur Ermor­dung der 24 Män­ner und sechs Frau­en aus der Sowjet­uni­on im Burg­holz führ­ten. Je nach Quel­len wird als Tat­zeit­punkt der Monats­wech­sel Ende Februar/Anfang März 1945 oder der 21. März 1945 genannt, die Tat gehört damit zu den soge­nann­ten Kriegs­end­pha­se­ver­bre­chen. Im Janu­ar 1945 waren über 80 Zwangs­ar­bei­ter von der Wup­per­ta­ler Poli­zei fest­ge­nom­men wor­den, da im zuneh­mend desta­bi­li­sier­ten Drit­ten Reich mit dem Nähern der Front aus Wes­ten Zwangs­ar­bei­ter flo­hen oder frei­ge­las­sen wur­den und die­se sich durch Über­fäl­le und Plün­de­run­gen Nah­rungs­mit­tel beschaf­fen muss­ten. 32 Män­ner und sechs Frau­en wur­den schließ­lich als Haupt­ver­ant­wort­li­che der Gesta­po Außen­stel­le Wup­per­tal über­ge­ben und im Poli­zei­prä­si­di­um gefol­tert und miss­han­delt. Hele­na Matro­so­wa wur­de zum Bei­spiel Papier zwi­schen ihre Zehen gesteckt und ange­zün­det. Hier wur­de schließ­lich für die 30 Opfer auch das Todes­ur­teil — ohne Gerichts­ver­fah­ren — ver­hängt. Nach­dem aus dem Reichs­si­cher­heits­haupt­amt (RSHA) in Ber­lin die for­mel­le Bestä­ti­gung des Todes­ur­teils ein­ge­trof­fen war, wur­den die Vor­be­rei­tun­gen der Tat getrof­fen und die­se in der Abge­schie­den­heit des Burg­holz aus­ge­führt und die Lei­chen vor Ort ver­gra­ben.

Am 14. April 1945, knapp vier Wochen nach der Ermor­dung der 30 Zwangs­ar­bei­ter, wur­de Wup­per­tal durch ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen befreit. Die noch im Prä­si­di­um anwe­sen­den Poli­zis­ten wur­den dann mit LKWs zu einem Gefan­ge­nen­la­ger an den Rhein­wie­sen gebracht. Ende August 1945 führ­ten Ermitt­lun­gen zur Fest­nah­me der betei­lig­ten Poli­zis­ten und zu Hin­wei­sen auf den Tat­ort. Eini­ge inhaf­tier­te Tat­be­tei­lig­te muss­ten auf Anord­nung der nun bri­ti­schen Mili­tär­re­gie­rung die Lei­chen exhu­mie­ren und sämt­li­che Ange­hö­ri­gen der Wup­per­ta­ler Poli­zei­dienstel­le hat­ten an den außer­halb des Mas­sen­gra­bes auf­ge­bahr­ten Ermor­de­ten vor­bei­zu­ge­hen. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas, sein Stell­ver­tre­ter, füh­ren­de Ver­tre­ter der deut­schen Poli­zei und ein Abge­sand­ter des sowje­ti­schen Mar­schalls Schu­kow waren eben­falls vor Ort. Vier­zehn Täter wur­den 1947 in Ham­burg im soge­nann­ten Burg­holz-Case ver­ur­teilt, sechs zum Tode. Die Stra­fen wur­den aller­dings nicht in der aus­ge­spro­che­nen Här­te voll­streckt, die letz­ten Täter wur­den bereits 1953 aus der Haft ent­las­sen. Der Haupt­ver­ant­wort­li­che, der Lei­ter der Gesta­po­leit­stel­le Düs­sel­dorf Hensch­ke, wur­de 1948 zu einer 12jährigen Haft ver­ur­teilt, aber schon 1955 vor­zei­tig auf frei­en Fuß gesetzt. Die ermor­de­ten Män­ner und Frau­en wur­den im August 1945 auf Anord­nung der bri­ti­schen Mili­tär­re­gie­rung auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof an der Schor­fer Stra­ße in Cro­nen­berg beer­digt und im Okto­ber wur­de das Mahn­mal dort als eines der ers­ten in Wup­per­tal, das an die Unta­ten der Natio­nal­so­zia­lis­ten erin­nert, errich­tet.2
Im Herbst 2014 ist der Ver­ein Spu­ren­su­che NS-Geschich­te in Wup­per­tal e.V.  sei­nem Ziel, eine Stra­ße im Burg­holz nach der ukrai­ni­schen Leh­re­rin  Hele­na Matro­so­va zu benen­nen, einen klei­nen Schritt wei­ter­ge­kom­men, die Bezirks­ver­tre­tung Cro­nen­berg stimm­te dem Vor­ha­ben zu. Aller­dings ist die­se nicht final zustän­dig, son­dern der Lan­des­be­trieb Wald und Holz, da der Weg zum Schieß­stand im Staats­forst liegt.3

Gedenktafel zur Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung und Bibliothekssäuberung

Am 23. April des Jah­res 2004, dem “UNESCO Welt­tag des Buches”, wur­de von Bür­ger­meis­ter Peter Jung — in Ver­tre­tung des Ober­bür­ger­meis­ters Dr. Kre­men­dahl1 — und Kul­tur­de­zer­nen­tin Mar­lis Dre­ver­mann2 an der Zen­tral­bi­blio­thek in der Kol­ping­stra­ße eine Gedenk­ta­fel (“Denk-Zei­chen”) zur Erin­ne­rung an die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Bücher­ver­bren­nung und “Säu­be­rung” der Biblio­the­ken ent­hüllt. Anwe­send war als Ver­tre­ter der jüdi­schen Gemein­de auch Rab­bi­ner Bar­ruch Rabi­no­witz.3 Vor­her hat­te die Schau­spie­le­rin Judith Gen­s­ke in einer lite­ra­ri­schen Lesung unter ande­rem Tex­te von Hein­rich und Tho­mas Mann, Kurt Tuchol­sky, Irm­gard Keun, Else Las­ker-Schü­ler und Armin T. Weg­ner vor­ge­tra­gen.4 Zur Ent­hül­lung erklär­te Bür­ger­meis­ter Peter Jung, Ver­nich­tung von Lite­ra­tur sei das Schlimms­te, was einer Gesell­schaft pas­sie­ren kön­ne. Die Besu­cher der Zen­tral­bi­blio­thek soll­ten dar­an erin­nert wer­den, dass sie die Frei­heit besä­ßen, an die­sem Ort aus­zu­lei­hen, was immer sie woll­ten.5


Die Gedenk­ta­fel

Unter zwei zeit­ge­nös­si­schen Bil­dern, die die Bücher­ver­bren­nung auf dem Brau­sen­wert­her Platz in Elber­feld und dem Rat­haus­platz in Bar­men, sowie einen Biblio­the­kar bei der “Säu­be­rung” der Buch­be­stan­des zei­gen, erklärt die schlich­te Tafel:

“Am 1.April insze­nier­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten auf dem Rat­haus­vor­platz in Bar­men und am Döp­pers­berg in Elber­feld öffent­li­che Bücher­ver­bren­nun­gen, die von Leh­rern und Schü­lern der Wup­per­ta­ler Ober­schu­len orga­ni­siert und durch­ge­führt wur­den. Die Stadt­bi­blio­thek Wup­per­tal war ab Früh­jahr 1933 mehr­mals Schau­platz natio­nal­so­zia­lis­ti­scher “Säu­be­rungs­ak­tio­nen”. Damit soll­te die soge­nann­te “undeut­sche” Lite­ra­tur aus den Büche­rei­be­stän­den “aus­ge­merzt” wer­den. Anfang 1936 wur­den bei einer sol­chen Akti­on mit Hil­fe von “Schwar­zen Lis­ten” mehr als 26.000 Bücher aus­ge­son­dert.
Der ideo­lo­gi­sche Hass und die Ver­bo­te rich­te­ten sich grund­sätz­lich gegen Autoren jüdi­scher Her­kunft sowie gegen alle Schrift­stel­ler, deren Wer­ke die Ide­en der Moder­ne ver­kör­per­ten und die pazi­fis­tisch oder poli­tisch links ori­en­tiert waren. Zu den ver­folg­ten Intel­lek­tu­el­len gehör­ten u.a. Ber­tolt Brecht, Alfred Döblin, Sig­mund Freud, Erich Käst­ner, Irm­gard Keun, Hein­rich und Tho­mas Mann, Erich Maria Remar­que, Anna Sag­hers, Kurt Tuchol­sky und die Wup­per­ta­ler Autoren Else Las­ker-Schü­ler und Armin T. Weg­ner.
Die Bücher­ver­bren­nun­gen und Biblio­theks­säu­be­run­gen der Natio­nal­so­zia­lis­ten ziel­ten auf die Zer­stö­rung einer an Huma­ni­tät und Auf­klä­rung ori­en­tier­ten deut­schen und euro­päi­schen Kul­tur. In ihrer Fol­ge wur­den zahl­rei­che Schrift­stel­ler, Künst­ler, Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten geäch­tet, zur Emi­gra­ti­on gezwun­gen, ermor­det oder in den Selbst­mord getrie­ben”
Die Stadt Wup­per­tal, im April 2004”

Bereits 1998 hat­te die Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft einen Antrag an den Stadt­rat gestellt, auf dem Rat­haus­vor­platz in Bar­men eine Licht­in­stal­la­ti­on des Münch­ner Künst­lers Wolf­ram Kast­ner auf­zu­stel­len, um so an die Bücher­ver­bren­nung zu erin­nern. Eine Mehr­heit konn­te man damit nicht für sich gewin­nen.6 Am 12.Mai 2003 griff die PDS-Rats­frak­ti­on das The­ma erneut auf und stell­te den Antrag, am Rat­haus­vor­platz eine Gedenk­ta­fel anzu­brin­gen.7 Die FDP-Rats­frak­ti­on bean­trag­te am 9.Juli 2003 die Erstel­lung des Mahn­mals, wel­ches die Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft 1998 vor­ge­schla­gen hat­te. Es wird im Antrag so beschrie­ben:


 “Wir möch­ten den Vor­schlag der Else-Las­ker-Schü­ler-Gesell­schaft e.V. auf­neh­men und bean­tra­gen, den Text “Wo man Bücher ver­brennt, ver­brennt man auch Men­schen” (Hein­rich Hei­ne) mit­ten in einem schwar­zen Brand­fleck auf eine bruch­fes­te Glas­plat­te vor dem Rat­haus zu pla­zie­ren. Die Glas­plat­te soll von unten bei Dun­kel­heit beleuch­tet wer­den, damit die Schrift im schwar­zen Fleck noch bes­ser sicht­bar ist.“8

Am 24. Sep­tem­ber 2003 beschloss dann der Kul­tur­aus­schuss einen Ver­wal­tungs­vor­schlag zur Auf­stel­lung einer Tafel an der Zen­tral­bi­blio­thek und lehn­te die Anträ­ge von PDS und FDP ab. Am 13.Oktober 2003 dürf­te der Rat der Stadt Wup­per­tal der Emp­feh­lung von Kul­tur- und Haupt­aus­schuss gefolgt sein.9

Schwebebahndenkmal im Nordpark

Das Schwe­be­bahn­denk­mal im Bar­mer Nord­park

Am Sams­tag, dem 6.November 2004, wur­de mit einem Fest­akt ein klei­nes aber fei­nes Schwe­be­bahn­denk­mal im Bar­mer Nord­park der Öffent­lich­keit über­ge­ben. Ein Jahr zuvor hat­te der ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de des Nord­städ­ter Bür­ger­ver­eins Bar­men, Wer­ner Zan­ner, dem Vor­stand vor­ge­schla­gen ein Stück der Schwe­be­bahn, deren Gerüst seit 1995 Schritt für Schritt erneu­ert wird, als tech­ni­sches Denk­mal im Nord­park zu prä­sen­tie­ren. Im Früh­jahr 2004 nahm der NBV Kon­takt zum För­der­ver­ein His­to­ri­sche Schwe­be­bahn auf, der zahl­rei­che Relik­te des Ori­gi­nal­ge­rüs­tes für eine spä­te­re Ver­wen­dung lagert. Zusam­men mit dem stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den Prof. Hans Fried Schierk wur­de ein Schwe­be­bahn­ele­ment gewählt, dass sich beson­ders für ein tech­ni­sches Denk­mal eig­ne­te, der Eigen­tü­mer über­gab es dem För­der­ver­ein als Geschenk. Die Wup­per­ta­ler Stadt­wer­ke erklär­ten sich bereit das Gerüst­teil auf­zu­ar­bei­ten und das Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten küm­mer­te sich um die Prä­sen­ta­ti­on auf einer Klin­ker­schu­le, deren Kos­ten aller­dings der NBV zu tra­gen hat­te.1


Ein his­to­ri­sches Ele­ment der Schwe­be­bahn: Ein Ober­gurt­kno­ten.

Am 6. Novem­ber 2004 konn­te dann das Denk­mal bei hef­ti­gem Regen in Anwe­sen­heit von 40 Mit­glie­dern des Nord­städ­ter Bür­ger­ver­eins, des Ober­bür­ger­meis­ters und Ver­eins­mit­glieds Peter Jung, des evan­ge­li­schen Pfar­rers der Gemein­de Wich­ling­hau­sen-Nächs­te­breck, Tho­mas Kroemer, des Vor­sit­zen­den des För­der­ver­eins His­to­ri­sche Schwe­be­bahn, Frank Lind­gren, und Ver­tre­tern der benach­bar­ten Bür­ger­ver­ei­ne vom Rott, aus Lang­er­feld und aus Hecking­hau­sen der Öffent­lich­keit über­ge­ben wer­den. Der Vor­sit­zen­de des NBV, Ulrich Föh­se, wies dar­auf hin, dass der NBV in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich an der Auf­bes­se­rung und “Möblie­rung” des Nord­parks gear­bei­tet habe.  Der von den WSW ent­gra­te­te und gestri­che­ne Ober­gurt­kno­ten war Teil des Schwe­be­bahn­ge­rüsts in Höhe des Arbeits­am­tes zwi­schen den Sta­tio­nen Völk­lin­ger Stra­ße und Land­ge­richt. 2


Ein Tafel erklärt die Her­kunft des Gerüst­teils und ver­an­schau­licht sie anhand eines Schau­bilds.

Auf einem ein­fa­chen Metall­schild wird am Denk­mal anhand eines Schau­bilds die Her­kunft des Ober­gurt­kno­tens als Teil des Schwe­be­bahn­ge­rüsts erklärt. Die Inschrift lau­tet:

Ober­gurt­kno­ten des his­to­ri­schen
Schwe­be­bahn­ge­rüs­tes
Ehe­ma­li­ge Stand­ort:
gegen­über dem Arbeits­amt — Hüne­feld­stras­se

[Schau­bild]

Die­ser Teil des Schwe­be­bahn­ge­rüs­tes wur­de 2004
vom Nord­städ­ti­schen Bür­ger­ver­ein Bar­men auf­ge­stellt.
Der Kno­ten wur­de dem NBV vom För­der­ver­ein
His­to­ri­sche Schwe­be­bahn Wup­per­tal e.V. über­las­sen”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te