Gedenktafel zur ersten urkundlichen Erwähnung Cronenbergs

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Der alte Cro­nen­ber­ger Bahn­hof am Ende der Sam­ba­tras­se.

Am 19. April 2013 wur­den am alten Cro­nen­ber­ger Bahn­hof, heu­te im Besitz der Spe­di­ti­on Digass, zwei Metall-Tafeln auf­ge­stellt, die einst im Cro­nen­ber­ger Alten­heim zu Hau­se waren. Sie erin­ner­ten an einen alten Baum, der 1982 dem Bau des Alten­heims wei­chen muss­te und an die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung Cro­nen­bergs. Als 2005 das Foy­er des Alten­heims umge­stal­tet wur­de, soll­ten die Tafeln ver­schrot­tet wer­den. Harald Bie­de­bach und der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein sicher­ten die Tafeln und lager­ten sie ein. Nach­dem sich Digass-Chef Karl-Wer­ner Gass bereit erklär­te, die Tafeln auf­zu­stel­len, fan­den sich mit Fir­ma Gis­bert Krä­mer, Jochen Rade­ke, Inha­ber des Stahl­han­dels Juli­us Greis KG, und dem Maler­be­trieb Tesche Spon­so­ren, die die Tafeln auf­ar­bei­te­ten und für den Auf­en­halt im Frei­en prä­pa­rier­ten.1


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Die Tafel am Lager­haus der Spe­di­ti­on.

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Die Tafel mit Baum und Gedicht am Bahn­hof

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Entelechie II

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Die Skulp­tur

Am 13. Dezem­ber 2005 schenk­te Eber­hard Rob­ke, lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der des Kunst- und Muse­ums­ver­eins und Mit­grün­der der “Rena­te und Eber­hard Rob­ke-Stif­tung”, die das Von der Heydt-Muse­um unter­stützt, der Stadt die Skulp­tur Entel­echie II des Bar­mer Künst­lers Fried­rich Werth­mann, die seit­dem im Foy­er des Bar­mer Rat­hau­ses steht.1


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Ande­re Per­spek­ti­ve

Germinal

Rückansicht
Rück­an­sicht

Seit 2005 steht am dama­li­gen Art Far­bik Hotel, der­zeit umge­baut zur nicht bezugs­fä­hi­gen Flücht­lings­un­ter­kunft, die Skulp­tur “Ger­mi­nal” des Ber­gisch Glad­ba­cher Künst­lers Eugen Igna­ti­us. Der Name bezieht sich auf den ers­ten Monat des Früh­lings­quar­tals des fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on­s­ka­len­ders. Die Pla­ket­te am Sockel trägt die Inschrift:


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“Ger­mi­nal / Apo­ka­lyp­se und Neu­be­ginn / Die Dia­lek­tik der mensch­li­chen Exis­tenz / 2005”

Vorderansicht
Vor­der­an­sicht

Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Gedenktafel Bahnbetriebswerk Langerfeld

Die bei­den Tor­pfos­ten als Über­rest des Bahn­be­triebs­werks. Im Hin­ter­grund Fern- und S-Bahn-Glei­se der Gegen­wart.

Zwei Tor­pfos­ten und ein 2005 vom Bür­ger­ver­ein Lang­er­feld restau­rier­tes Schild, mehr ist es nicht, was vom Bahn­be­triebs­werk Lang­er­feld übrig geblie­ben ist. Seit wann genau das Ensem­ble an der Koh­len­stra­ße steht, ist nicht bekannt. Das ab 1910 als Ersatz für die Anla­gen am Ober­bar­me­ner Bahn­hof errich­te­te Bahn­be­triebs­werk bestand aus zwei gro­ßen Halb­rund­schup­pen, einer Bekoh­lungs­an­la­ge und einer Kran­an­la­ge zum Ent­schla­cken der Dampf­loks. Zusam­men mit den Bahn­be­triebs­wer­ken in der Stein­beck in Elber­feld und in Voh­win­kel bespann­ten die Loks des Wer­kes Lang­er­feld die Züge des Nah­ver­kehrs in und um Wup­per­tal.



1964 wur­de das Bahn­be­triebs­werk geschlos­sen, nach­dem die Elek­tri­fi­zie­rung den Ein­satz der Dampf­lo­ko­mo­ti­ven obso­let gemacht hat­te. Die Schup­pen dien­ten aber noch zum Unter­stel­len von Mate­ri­al und Loks, die nicht mehr im akti­ven Dienst waren. Anfang der 1980er Jah­re wur­den die Gebäu­de abge­ris­sen, mit der Ein­füh­rung der S-Bahn wur­den die Tras­sen­ver­läu­fe in Lang­er­feld geän­dert, sodass sich die Lage des Bahn­be­triebs­werks vor Ort nicht mehr gut rekon­stru­ie­ren lässt.1 Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen und his­to­ri­sche Auf­nah­men fin­det man auf bahnen-wuppertal.de


Denkmal für Willy und Gerda Wehrmann

Das Denk­mal-Ensem­ble.

Seit 2005 — das genaue Datum ist nicht bekannt — erin­nert ober­halb des Refor­mier­ten Gemein­de­stif­tes an der Blank­stra­ße ein Grab­stein an das Ehe­paar Wil­ly und Ger­da Wehr­mann. Deren Stif­tung unter­stützt bis heu­te die Arbeit des Gemein­de­stifts. 1 Neben dem Grab­stein wur­de noch eine Gedenk­ta­fel mit Foto­gra­fi­en und Lebens­da­ten der bei­den Stif­ter ange­bracht.


Die Gedenk­ta­fel

Gegen­über befin­det sich das Denk­mal für Wil­ly und Sel­ma Blank.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Lichtinstallation am Landgericht

Licht­in­stal­la­ti­on am Land­ge­richt

Im Febru­ar 2005 schu­fen die Künst­ler Clau­dia Wiss­mann und Kazuo Kata­se an der klas­si­zis­ti­schen Fas­sa­de des alten Land­ge­richts eine Licht­in­stal­la­ti­on, die des Nachts an eine Waa­ge erin­nern soll — und damit an die abwä­gen­de Jus­ti­tia als Ver­kör­pe­rung der Gerech­tig­keit. Finan­ziert wur­de die Instal­la­ti­on vom Minis­te­ri­um für Städ­te­bau und Woh­nen, Kul­tur und Sport des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, aus­ge­wählt von einem Gre­mi­um aus Ver­tre­tern des Minis­te­ri­ums, des Bau- und Lie­gen­schafts­be­triebs, der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf, des Prä­si­den­ten des Land­ge­richts, Josef Schul­te, und des Design-Zen­trums NRW aus Essen. Die Instal­la­ti­on besteht aus zwei gebo­ge­nen Leucht­stoff­röh­ren aus Acryl­glas, die unter­schied­lich gro­ße Waag­scha­len andeu­ten und einer Ellip­se unter dem mitt­le­ren Arka­den­bo­gen, die das Pen­del sym­bo­li­siert.1


Wei­te­re Ansicht.

Doppeldenkmal für Josef Neuberger und Dietrich Bonhoeffer

Die Ste­le für Dr. Josef Neu­ber­ger, im Hin­ter­grund, neben dem Hal­te­stel­le­schild, ist die zwei­te Ste­le für Diet­rich Bon­hoef­fer zu erah­nen.

Am 9. Novem­ber 2005 wur­den auf dem Außen­ge­län­de der Jus­tiz­voll­zugs­schu­le NRW auf der Hardt zwei Denk­mä­ler ent­hüllt. Sie ehren und erin­nern an Dr. Josef Neu­ber­ger, nach dem das Haus der Schu­le auch benannt ist, und Diet­rich Bon­hoef­fer. Initi­iert hat­te die Errich­tung Frank Frai­kin, der Lei­ter der Jus­tiz­voll­zugs­schu­le. Für die Aus­füh­rung wand­te er sich an Hans-Peter Osten von der JVA Her­ford, da  die­ser bereits im Rah­men der von ihm gelei­te­ten Arbeits­the­ra­pie mit Künst­lern und jugend­li­chen Straf­ge­fan­ge­nen Kunst­wer­ke geschaf­fen hat­te. Hans-Peter Osten hol­te wie­der­um hol­te den Stein­bild­hau­er Hel­mut Schön aus Bad Sal­zufflen ins Boot. Für die Gestal­tung der Schrift­ta­feln zeich­ne­te der Det­mol­der Bild­hau­er Wolf­gang Kar­ger ver­ant­wort­lich.1


Die Ste­le für Diet­rich Bon­hoef­fer, im Hin­ter­grund das Gebäu­de der ehe­ma­li­gen Jus­tiz­voll­zugs­schu­le.

Die bei­den Denk­mä­ler sind in der Gestal­tung bewusst ähn­lich gewählt. Bei­de basie­ren auf auf­rech­ten Stahl­röh­ren, die die Unbeug­sam­keit, den auf­rech­ten Gang und bei­der Män­ner in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus dar­stel­len sol­len, die sich allein ihrem gewis­sen ver­pflich­tend fühl­ten. An bei­den Tor­si, für deren Her­stel­lung Hans-Peter Osten ver­ant­wort­lich war, soll eine gro­ße stei­ner­ne Por­traitbüs­te den Blick des Betrach­ters ein­fan­gen, erklär­te Hel­mut Schön anläss­lich der Ein­wei­hung:


Die­se mas­si­ven Köp­fe aus einem Stein­block geschla­gen sind unge­heu­er gegen­wär­tig. Sie sind Mah­nung gegen das Ver­ges­sen des Nazi-Ter­ror­re­gimes, das den Einen ermor­det hat, dem der Ande­re nur knapp ent­kom­men konn­te. Sie hal­ten Geschich­te und die Aus­ein­an­der­set­zung damit leben­dig.
Sie kön­nen Stol­per­stein sein, Stein des Ansto­ßes, aber auf jeden Fall
ein Mahn­mal für mehr Tole­ranz und Ach­tung, mehr Mut und Auf­rich­tig­keit. In die­sem bes­ten Sin­ne ein Denk-Mal.“2


Das Por­trait Josef Neu­ber­gers.

Über die geehr­ten Per­sön­lich­kei­ten geben die bei­den Schrift­ta­feln Aus­kunft.

Josef Neu­ber­ger
Jus­tiz­mi­nis­ter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len
vom 8.12.1966 — 12.9.1972

Josef Neu­ber­ger wur­de am 11.Oktober 1902 in Antwerpen/Belgien als Sohn jüdi­scher Eltern gebo­ren.
Zu Beginn des 1.Weltkriegs muss­te Josef Neu­ber­ger zusam­men mit sei­nen Eltern Bel­gi­en ver­las­sen. Die Fami­lie sie­del­te 1914 nach Düs­sel­dorf um, nach dem Abitur im Jah­re 1922 begann er ein Dop­pel­stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaft und der Öko­no­mie an der Uni­ver­si­tät in Köln.
1925 pro­mo­vier­te Josef Neu­ber­ger in Köln zum Dr. jur., zwei Jah­re spä­ter zum Dr.rer.pol. Nach Abschluss der Stu­di­en- und Refe­ren­dar­zeit erhielt er 1932 die Zulas­sung als Rechts­an­walt beim Amts- und Land­ge­richt Düs­sel­dorf, doch bereits im Juni 1933 wur­de ihm, weil er Jude war, die Zulas­sung als Rechts­an­walt wie­der ent­zo­gen. Kurz dar­auf eröff­ne­te er ein Treu­hän­der­bü­ro für Aus­wan­de­rungs­an­ge­le­gen­hei­ten, das er bis 1938 führ­te.
In der Pogrom­nacht des 9./10.November 1938 ris­sen SA-Män­ner Josef Neu­ber­ger aus dem Schlaf, zerr­ten ihn aus sei­ner Woh­nung und miss­han­del­ten ihn schwer.
In der für die Fami­lie lebens­ge­fähr­li­chen Lage ent­schlos­sen sich die Neu­ber­gers, Deutsch­land zu ver­las­sen. Die Fami­lie emi­grier­te zunächst nach Hol­land, wenig spä­ter nach Paläs­ti­na.
1952 kehr­te Josef Neu­ber­ger nach Deutsch­land zurück.
Josef Neu­ber­ger, der bereits als Gym­na­si­ast mit 16 Jah­ren der SPD bei­getre­ten war, wur­de 1956 Mit­glied des Rates der Stadt Düs­sel­dorf. Von 1959 bis 1975 gehör­te er dem Land­tag des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len an. Als Jus­tiz­mi­nis­ter in den Jah­ren 1966 bis 1972 leg­te Josef Neu­ber­ger wesent­li­che Grund­la­gen für die Ent­wick­lung eines moder­nen Straf­voll­zu­ges. Mit sei­nem Namen ver­bun­den sind vor allem:
- Die grund­le­gen­de Ver­bes­se­rung der Aus­bil­dung der Voll­zugs­be­diens­te­ten
— Die Errich­tung der ers­ten sozi­al­the­ra­peu­ti­schen Anstal­ten in NRW
— Die Ein­füh­rung des Ein­wei­sungs­ver­fah­rens
— Die Ver­selbst­stän­di­gung des Straf­voll­zu­ges durch Schaf­fung einer Straf­voll­zugs­ab­tei­lung im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um und Errich­tung der Jus­tiz­voll­zugs­äm­ter.

Nach sei­nem Rück­tritt als Jus­tiz­mi­nis­ter wirk­te Josef Neu­ber­ger als Hoch­schul­leh­rer an der Gesamt­hoch­schu­le Wup­per­tal.

Am 12.1.1977 ver­starb Josef Neu­ber­ger in Düs­sel­dorf, wo er auf dem jüdi­schen Fried­hof sei­ne letz­te Ruhe­stät­te fand.”


Seit 1991 ver­leiht die Jüdi­sche Gemein­de Düs­sel­dorf, in der Neu­ber­ger Mit­glied, Vor­sit­zen­der des Gemein­de­ra­tes sowie Vor­stands­vor­sit­zen­der war, die Josef-Neu­ber­ger-Medail­le an nicht­jü­di­sche Men­schen, die sich um das jüdi­sche Leben ver­dient gemacht haben.3


Das Por­trait Diet­rich Bon­hoef­fers.

Diet­rich Bon­hoef­fer
Theo­lo­ge und Wider­stands­kämp­fer
1906–1945

Diet­rich Bon­hoef­fer wird am 4.Februar 1906 in Bres­lau (heu­te: Wroclaw/Polen) gebo­ren.
Im Jah­re 1923 beginnt er ein evan­ge­li­sches Theo­lo­gie­stu­di­um, legt 1928  sein ers­tes und 1930 sein zwei­tes theo­lo­gi­sches Staats­ex­amen ab. Seit 1931 lehrt Diet­rich Bon­hoef­fer als Pri­vat­do­zent an der Uni­ver­si­tät Ber­lin und ist Stu­den­ten­pfar­rer an der Ber­li­ner Tech­ni­schen Hoch­schu­le.
Von 1933 bis 1935 betreut er die deut­sche evan­ge­li­sche Gemein­de in Lon­don-Syder­ham.
Bon­hoef­fer wird 1935 von Ver­tre­tern der “Beken­nen­den Kir­che”, die die NS-Ras­sen­ideo­lo­gie als mit dem Chris­ten­tum unver­ein­bar erklärt, gebe­ten, die Lei­tung des Pre­di­ger­se­mi­nars in Zingst und Fin­ken­wal­de zu über­neh­men. Obwohl er sich des damit ver­bun­de­nen Risi­kos bewusst ist, folgt er die­sem Ruf. Ein Jahr spä­ter wird ihm die Lehr­erlaub­nis für Hoch­schu­len ent­zo­gen und 1937 wird die Schlies­sung des Fin­ken­wal­der Pre­di­ger­se­mi­nars ver­fügt. Sei­ne Arbeit setzt Bon­hoef­fer im Unter­grund fort. 1940 wird das Pre­di­ger­se­mi­nar zum zwei­ten Mal geschlos­sen und Bon­hoef­fer erhält Rede- und Schreib­ver­bot.
1940 erhält Diet­rich Bon­hoef­fer über sei­nen Schwa­ger Hans von Dohn­anyi Anschluss an den poli­tisch-mili­tä­ri­schen Wider­stand um Admi­ral Wil­helm Cana­ris, der ihm im Amt Ausland/Abwehr im Ober­kom­man­do der Wehr­macht (OKW) beschäf­tigt. Als Ver­trau­ens­mann knüpft Bon­hoef­fer mit Hil­fe sei­ner öku­me­ni­schen Kon­tak­te Ver­bin­dun­gen zwi­schen den west­li­chen Regie­run­gen und dem deut­schen Wider­stand.
Am 5.April 1943 wird Diet­rich Bon­hoef­fer von der Gehei­men Staats­po­li­zei (Gesta­po) unter der Beschul­di­gung der Wehr­kraft­zer­set­zung ver­haf­tet und ist bis 1945 Gefan­ge­ner im Mili­tär­ge­fäng­nis Ber­lin-Tegel, im Ber­li­ner Gesta­po­ge­fäng­nis in der Prinz-Albrecht-Stras­se und im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger (KZ) Buchen­wald.
Am 8.April 1945 ver­schleppt ihn die “SS” in das KZ Flos­sen­bürg, wo er am 9.April, einen Monat vor Kriegs­en­de und kurz vor der Befrei­ung des Lagers, zum Tode ver­ur­teilt und am glei­chen Tag hin­ge­rich­tet wird.”
Ein Teil der Inschrift

Zur Ein­wei­hungs­fei­er erschien neben Ver­tre­ten von Kir­che, Jus­tiz und Stadt­rat auch die Nich­te Bon­hoef­fers, Renathe Beth­ge.4

Auf der Rück­sei­te der Ste­le für Josef Neu­ber­ger wur­de inzwi­schen eine Ple­xi­glas­ta­fel mit einer Erklä­rung des Arbeits­felds des Jus­tiz­voll­zugs­schu­le ange­bracht.


Die Ple­xi­glas­ta­fel. Undank­bar für den Foto­gra­fen.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Freiplastik von Erich Hauser am Justizhochhaus

Die Frei­plas­tik am Land­ge­richt auf einer Foto­gra­fie unbe­kann­ten Datums, deren Urhe­ber unbe­kannt ist. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.8.17

Im Juli 1964 wur­de am Land­ge­richt an der Fuß­gän­ger­brü­cke von der Jus­ti­zin­sel zum Hof­kamp, unmit­tel­bar am im glei­chen Jahr errich­te­ten Jus­tiz­hoch­haus, eine Frei­plas­tik des renom­mier­ten Bild­hau­ers Erich Hau­ser aus Dun­nin­gen (Kreis Rott­weil)  auf­ge­stellt. Vor­aus­ge­gan­gen war dem eine Aus­schrei­bung des Staats­hoch­bau­am­tes Wup­per­tal, das einen beschränk­ten Wett­be­werb durch­ge­führt und neben Erich Hau­ser auch Karl Ehlers, Gui­do Jen­dritz­ko und Fried­rich Werth­mann  ein­ge­la­den hat­te. Eine Bedin­gung war, dass die Frei­plas­tik von allen Sei­ten gese­hen wer­den kön­nen und eine all­sei­tig befrie­di­gen­de Sil­hou­et­te haben soll­te. Außer­dem soll­te sie auch den Fahr­gäs­ten der Schwe­be­bahn als Berei­che­rung der Anla­ge erkenn­bar sein. Man begrüß­te auch die Aus­füh­rung in Edel­stahl und leg­te Wert dar­auf, dass die Ober­flä­chen­rei­ze  mit Kan­ten, Krüm­mun­gen, Buckeln und Wöl­bun­gen erhal­ten blie­ben und durch Schliff- und Schleif­spu­ren Rei­ze gesetzt wur­den.


Die Plas­tik im Sep­tem­ber 2012 im Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach.

Die Gut­ach­ter emp­fah­len ein­stim­mig den Ent­wurf von Erich Hau­ser zur Aus­füh­rung.1 Die Plas­tik ist 2,80 Meter hoch2 und  besteht aus drei flä­chi­gen, raum­grei­fen­den Hohl­kör­per­ele­men­ten3, von denen sich die Gut­ach­ter ein fei­nes Licht­spiel erwar­te­ten. Die Bevöl­ke­rung hin­ge­gen war, wenn man den Leser­brie­fen glau­ben darf, nicht sehr ange­tan von dem Werk.


Ein ande­re Per­spek­ti­ve

Im Jahr 20024 wur­de das Jus­tiz­hoch­haus auf­grund gra­vie­ren­der Sta­tik- und Brand­schutz­män­gel5 abge­ris­sen und bis zum Früh­jahr 20056 durch einen Neu­bau ersetzt. Die Plas­tik fand hier kei­nen neu­en Stand­ort und wur­de des­halb am 20. August 2009 im Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach am Nord­park unweit des Borus­sia Parks an sei­nem neu­en Platz im Innen­hof des Gebäu­des fei­er­lich über­ge­ben. Vor der Auf­stel­lung wur­de die Plas­tik des 2004 ver­stor­be­nen Erich Hau­ser in der “Schmie­de” in Duis­burg von Fach­leu­ten restau­riert.7


Eine wei­te­re Per­spek­ti­ve

Die letz­te Per­spek­ti­ve.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Bild­hau­er Erich Hau­ser fin­den sich auf der Home­page der Kunst­stif­tung Erich Hau­ser.


Die Kar­te kenn­zeich­net den alten Stand­ort der Plas­tik in Wup­per­tal und nicht den neu­en im Hof des Finanz­amts­zen­trum Mön­chen­glad­bach am Nord­park.


Pater Victor Dillard-Gedenktafel an der Kirche St. Konrad

Nach­dem bereits seit Janu­ar 2002 eine klei­ne Gedenk­ta­fel im St. Josef-Kran­ken­haus an Pater Vic­tor Dil­lard erin­nert, folg­te im August 2005 eine wei­te­re an der Kir­che St. Kon­rad auf Hatz­feld. Im Rah­men des katho­li­schen Welt­ju­gend­ta­ges in Köln wur­de am 19.August 2005 vor einem Kreuz­weg die Gedenk­ta­fel für Pater Vic­tor Dil­lard ein­ge­weiht.1 Zur Ein­wei­hung kam auch der Bischof von Dil­lards Hei­mat­stadt Blois.2


Rechts neben dem Ein­gang von St.Konrad befin­det sich die bron­ze­ne Gedenk­ta­fel.

Vic­tor Dil­lard wur­de am 24.Dezember 1897 in Blois (Dépar­te­ment Loir-et-Cher) gebo­ren. Im Alter von 12 Jah­ren besuch­te er die Schu­le Not­re-Dame des Aydes in Blois. Nach­dem er im Ers­ten Welt­krieg als Sol­dat dien­te, trat er 1920 den Jesui­ten bei. Stu­di­en zur den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten führ­ten den jun­gen Jesui­ten nach Groß­bri­tan­ni­en, Öster­reich und Deutsch­land. Im Jahr 1931 zele­brier­te er sei­ne ers­te Mes­se in der Kapel­le des Inter­nats und Gym­na­si­ums Not­re-Dame des Aydes und arbei­te­te anschlie­ßend als Geist­li­cher in einem Haus des Ordens, wo er auch Stu­den­ten betreu­te. Außer­dem betrieb er wei­ter sei­ne Stu­di­en und traf im Wei­ßen Haus in Washing­ton den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Roo­se­velt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de er wie­der Sol­dat in der fran­zö­si­schen Armee, wur­de gefan­gen genom­men und konn­te flie­hen.3Danach ent­schloss er sich ange­sichts des Auf­rufs fran­zö­si­scher Bischö­fe zur Aus­lands­seel­sor­ge 4, um damit sei­nen zur Zwangs­ar­beit nach Deutsch­land ver­schlepp­ten Lands­leu­ten zu hel­fen. Er nahm als Elek­tri­ker getarnt im Okto­ber 1943 5 einen Job bei der Wup­per­ta­ler Dampf­kes­sel- und Appa­ra­te­bau­fa­brik Sil­ler & Jamart auf Hatz­feld6an. Hier führ­te auch der Kreuz­weg am 19.August 2005 vor­bei. Neben sei­ner Arbeit dort kom­mu­ni­zier­te er mit fran­zö­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen und fei­er­te Got­tes­diens­te, unter ande­rem in der Kapel­le des Kran­ken­hau­ses St.Josef. 7 Im April 1944 8 wur­de er ver­ra­ten und kam ins Poli­zei­ge­fäng­nis Ben­dahl, wo er unter ande­rem mit Maria Huse­mann und Hans Carls in Kon­takt kam. Am 12.November 1944 wur­de er ins KZ Dach­au gebracht, wo er am 12 Janu­ar 1945 an einer Krank­heit in Fol­ge der Lager­be­din­gun­gen starb.9

Die am 19. August 2005 ein­ge­weih­te Gedenk­ta­fel aus Bron­ze wur­de von der Lind­la­rer Bild­haue­rin Chris­tia­ne Tyrell geschaf­fen, der Kon­takt zum Auf­trag­ge­ber Pfar­rer Stein von St. Kon­rad (Pfarr­ver­band Bar­men-Nord­ost) kam über Pfar­rer Uedel­ho­ven zustan­de.


Die Gedenk­ta­fel für Vic­tor Dil­lard.

Die Bron­ze­ta­fel zeigt ein Reli­ef des Paters, wel­ches fast drei­di­men­sio­nal aus­fällt. An der rech­ten Sei­te der ca. 45 cm hohen Tafel sind vier Sym­bo­le zu sehen. Die fein­glied­ri­ge Pflan­ze sym­bo­li­siert die “geis­ti­ge Beweg­lich­keit” Dil­lards, der Kelch steht für die lei­den­schaft­li­che Aus­übung des Pries­ter­am­tes, die Lüs­ter­klem­me für sei­ne Arbeit als Elek­tri­ker auf Hatz­feld und das Kreuz für den Tod in Dach­au.10

Unter dem Reli­ef fin­den sich schlicht der Name “Père Vic­tor Dil­lard” und die Lebens­da­ten “* 24.12.1897 Blois + 12.1.1945 Dach­au”.


Eine wei­te­re Ansicht

Am 12. Janu­ar 2006, dem 61.Todestag Dil­lards, wur­de an der Schu­le Not­re-Dame des Aydes ein Dupli­kat der Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht.

Pallas Athene am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium

Es war der 2.Mai 1957, als die über­le­bens­gro­ße Bron­ze­sta­tue “Pal­las Athe­ne” von Arno Breker vor dem Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­um zum ers­ten Mal auf­ge­stellt wur­de. Zwei Tage spä­ter nahm die Schu­le bei einer Fei­er­stun­de für ihren Namens­ge­ber Wil­helm Dör­pfeld die Sta­tue in ihre Obhut.Wilhelm Dör­pfeld war selbst Schü­ler des Bar­mer Gyman­si­ums gewe­sen, das 1931 mit dem Elber­fel­der Gym­na­si­um zusam­men­ge­legt wur­de und 1938 sei­nen Namen erhielt.

Arno Brekers Sta­tue für den Neu­bau des Gym­na­si­ums am Johan­nis­berg ging aus einem beschränk­tem Wett­be­werb her­vor, der Metall­bild­hau­er Wer­ner Gabel fer­tig­te die grie­chi­schen Buch­sta­ben am Sockel der Kriegs-, Weis­heits, Stra­te­gie-, Hand­werks und Hand­ar­beits­göt­tin.1


Pal­las Athe­ne

Am 20.März 20032,  der Nacht in der die US-Ame­ri­ka­ner den Krieg gegen den Irak Sad­dam Hus­seins eröff­ne­ten, wur­de die Sta­tue von Unbe­kann­ten vom Sockel gestürzt und dabei beschä­digt. “Weg mit Brekers Kriegs­göt­tin” sprüh­ten die Täter auf den Sockel.3

Eine sehr leb­haf­te  Dis­kus­si­on um die Wie­der­auf­rich­tung der Sta­tue ent­stand. Sie war vor allem durch die tie­fe Ver­bin­dung des in Elber­feld gebo­re­nen Bild­hau­ers Arno Breker zur NS-Dik­ta­tur geprägt. Die Schu­le ent­schied sich nach inten­si­ver Aus­ein­an­derst­zung dazu, die Sta­tue, deren Repa­ra­tur­kos­ten (restau­riert von Mar­tin Möbus) in Höhe von 3000 €4 von einem anony­men Spen­der bezahlt wur­den, wie­der auf­zu­stel­len und mit Hil­fe einer neu­en Tafel die Hal­tung der Schu­le zu erklä­ren. Am 8.April 2005 wur­de die Sta­tu­te nach Schul­schluss ohne Zere­mo­nie auf­ge­stellt.


Seit 2005 ergänzt die­se Tafel die Sta­tue von Arno Breker.

Auf der Tafel ist fol­gen­de Inschrift ange­bracht:

“Pal­las Athe­ne
Von Arno Breker

Kunst­werk und Zeit­do­ku­ment
1956 in einer öffent­li­chen Aus­schrei­bung
der Stadt Wup­per­tal gewähl­ter Ent­wurf
1957 Auf­stel­lung der Plas­tik vor dem
Haupt­ein­gang des Schul­neu­baus
2003 Sockel­sturz als “Breker Sta­tue”
und “Kriegs­göt­tin”
Bera­tung der Schul­ge­mein­de und der
Stadt Wup­per­tal
2005 Wie­der­auf­stel­lung durch die
Stadt Wup­per­tal nach posi­ti­vem Votum
der Schu­le

Leit­ge­dan­ken der Schul­ge­mein­de
Wir distan­zie­ren uns von Brekers Rol­le
als füh­ren­dem Bild­hau­er im NS-Staat.
Wir leh­nen Bil­der­stür­me­rei als Mit­tel geis­ti­ger
und poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zung ab.
Wir sehen in Athe­ne eine Reprä­sen­tan­tin
der Weis­heit, der Wis­sen­schaf­ten und
der Küns­te, Vor­bild auch für das Ler­nen
in der Schu­le.
Wir ver­ste­hen die Dar­stel­lung der Athe­ne
als Sym­bol für das zeit­über­grei­fen­de
geis­ti­ge Erbe der Anti­ke, nicht für die
zeit­ge­bun­de­ne Wehr­haf­tig­keit der
der Stadt­göt­tin Athens.
Wir schät­zen “die Athe­ne” als Wahr­zei­chen
unse­rer Schu­le.
Wir erken­nen in dem Kunst­werk auch ein
Zeit­do­ku­ment, das Schu­le und Öffent­lich-
keit zum Nach­den­ken über das Ver­hält­nis
von Kunst, Moral und Poli­tik auf­for­dert.”

Pal­las Athe­ne ist heu­te Teil des Skulp­tu­ren­parks Johan­nis­berg.


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Wei­ter­füh­ren­de Links
Stamm­baum des Wil­helm-Dör­pfeld-Gym­na­si­ums Wup­per­tal auf wdg.de
Restau­rie­rung der Pal­las Athe­ne
Wal­ter Grass­kamp im Gespräch mit dem Deutsch­land­ra­dio (28.06.2004)
Ste­fan Kol­de­hoff: Hit­lers Super­männ­chen, Süddeutsche.de (18.07.2006)
Antrag der PDS zur Nicht­wie­der­auf­stel­lung der Sta­tue im Rat der Stadt (21.02.2005)(PDF)
Vor­la­ge Kul­tur­aus­schuss zur Wie­der­auf­stel­lung der Sta­tue (09.06.2004)(PDF)
Anla­ge mit Schul­vo­tum der Schul­kon­fe­renz und aus­führ­li­cher Begrün­dung für die Sit­zung des Kulurauschusses(PDF)