Gedenktafeln der Deutschen Fussball Route

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Elf Tafeln müsst ihr sein. (frei nach dem Sepp Her­ber­ger zuge­spro­che­nem  Spruch) Dies ist eine davon.

Im Vor­feld der Fuss­ball-Welt­meis­ter­schaft 2006 in Deutsch­land ent­wi­ckel­te der West­deut­sche Fuss­ball­ver­band nach einer Idee sei­nes Geschäfts­füh­rers Gre­gor Gda­wi­etz die “Deut­sche Fuss­ball­rou­te NRW”, einen Erleb­nis-Rad­weg, der auf 825 km 15 Städ­te in NRW ver­bin­det und dort Schau­plät­ze der Fuss­ball­ge­schich­te anfährt. Auch Wup­per­tal ist Ort der Fuss­ball-Rou­te und ins­ge­samt 11 Gedenk­ta­feln erin­nern an Orte mit loka­ler und natio­na­ler fuss­ball­ge­schicht­li­cher Bedeu­tung. Am 1. Juli 2006 wur­de die am Rat­haus ange­brach­te Tafel stell­ver­tre­tend für alle ande­re von Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung, dem dama­li­gen Prä­si­den­ten des Wup­per­ta­ler SV Borus­sia, Fried­helm Run­ge, dem Prä­si­di­ums­mit­glied des WFLV, Die­ter Stäg­lich und dem Geschäfts­füh­rer des WFLV, Gre­gor Gda­wi­etz ein­ge­weiht. Als Bei­spiel sei hier aus­ge­wählt die Gedenk­ta­fel an der Bezirks­sport­an­la­ge Uel­len­dahl, auf der sich die Welt­meis­ter­mann­schaft von 1990 auf die Welt­meis­ter­schaft in Ita­li­en vor­be­rei­te­te. Erfolg, made in Wup­per­tal.1


Die ande­ren Sta­tio­nen fin­den sich am Sta­di­on am Zoo, an den Zoo-Gast­stät­ten, an der Uni-Hal­le, an der His­to­ri­sche Stadt­hal­le, am Ver­wal­tungs­haus Elber­feld, an der Wickü­ler City, am Haupt­bahn­hof Elber­feld, an der Schwe­be­bahn­sta­ti­on Ober­bar­men, und am Hotel Hora­ther Schan­ze. Die Bedeu­tung der ein­zel­nen Orte kann auf der Web­sei­te der Deut­schen Fuss­ball Rou­te NRW nach­ge­schaut wer­den.


Für das dezen­tra­le Denk­mal gibt es hier kei­ne Kar­te.


Pingiunale

Der Pinguin des Gymnasiums Bayreuther Straße
Der Pin­gu­in des Gym­na­si­ums Bay­reu­ther Stra­ße

2006 wur­de der Zoo­lo­gi­sche Gar­ten Wup­per­tal 125 Jah­re alt. Der Zoo-Ver­ein orga­ni­sier­te zum Zoo Jubi­lä­um die soge­nann­te Pin­gui­na­le; 200 Kunst­stoff Pin­gui­ne von 1,80 Metern Höhe konn­ten als Roh­lin­ge gekauft und indi­vi­du­ell gestal­tet wer­den. Vom 1. April 2006 stan­den sie bei ihren 175 Spon­so­ren und fuh­ren dann am 19. August mit der Schwe­be­bahn in den Zoo und nah­men an einer acht­wö­chi­gen Para­de teil. Anschlie­ßend wur­den sie den Pin­gui­nis­ten zurück­ge­ge­ben und ste­hen noch heu­te zahl­reich im Stadt­bild Wup­per­tals.1


Der Pinguin der Barmenia Versicherung
Der Pin­gu­in der Bar­me­nia Ver­si­che­rung

Eine voll­stän­di­ge Doku­men­ta­ti­on der Pin­gui­ne bie­tet http://www.herberts-eisenbahnbilder.de


Da dies ein dezen­tra­les Kunst­werk ist, gibt es kei­nen Link zur Kar­te


Historische Tafeln der Geschichtswerkstatt Wuppertal

Eine von vie­len his­to­ri­schen Geschichts­ta­feln im Stadt­ge­biet. Hier an der Müh­len­brü­cke.

Seit der Regio­na­le 2006 sind sie in ganz Wup­per­tal zu fin­den und immer wie­der tau­chen neue auf, nun zum Bei­spiel an der Nord­bahn­tras­se. Die Rede ist von den qua­dra­ti­schen blau­en Tafeln, die mit Bild und Text die Geschich­te eines Ortes erklä­ren; wer in einem Haus wohn­te, wel­che Per­sön­lich­keit dort gebo­ren wur­de, oder was dar­in pro­du­ziert wur­de, aber auch wel­che Bedeu­tung ein Ver­kehrs­weg hat­te oder wel­che Pro­duk­ti­ons­stät­ten mitt­ler­wei­le in der Natur kaum noch zu erken­nen sind. The­men­schwer­punkt ist “Wup­per­tal im Indus­trie­zeit­al­ter”. Erstellt und rea­li­siert wer­den die Tafeln von der Geschichts­werk­tstatt Wup­per­tal 1, die getra­gen wird vom Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein und dem His­to­ri­schen Zen­trum. Sie  wur­de von der NRW-Stif­tung für Natur­schutz, Hei­mat- und Kul­tur­pfle­ge unter­stützt. Als man 2006 das 2003 begon­ne­ne Pro­jekt der Öffent­lich­keit vor­stell­te, hat­te man für jeden Stadt­teil unter dem Ober­the­ma „Fäden – Far­ben – Was­ser – Dampf“ min­des­tens eine Rou­te erstellt:

  • Rou­te 1: Cro­nen­berg: „Vom Erz­ab­bau zur Werk­zeug­in­dus­trie“
  • Rou­te 2: Bey­en­burg: „Nut­zung der Was­ser­kraft und Ent­wick­lung des Wege­net­zes“
  • Rou­te 3: Hecking­hau­sen-Öhde: „Vom Blei­chen zur „Kunst­sei­de“ – 500 Jah­re Tex­til­ge­schich­te
  • Rou­te 4: Rons­dorf: „Auf den Spu­ren der Band­wir­ker und einer vor­in­dus­tri­el­len Stadt­grün­dung“
  • Rou­te 5: Fried­rich-Ebert-Stra­ße/Arren­berg: „Pracht­stra­ße mit Fabri­ken / Arbei­ter­vier­tel und Armen­hil­fe“
  • Rou­te 6: Wich­ling­hau­sen: „“Bar­mer Arti­kel” — Spit­zen, Lit­zen und Bän­der in aller Welt“
  • Rou­te 7: Unt­er­bar­men: „Gesell­schaft­li­ches Leben an der reprä­sen­ta­ti­ven Allee“
  • Rou­te 8: Elber­fel­der Nord­stadt-“Ölberg: „“Mit uns zieht die neue Zeit…” — All­tag und Poli­tik im Arbei­ter­vier­tel“
  • Rou­te 9: Elber­fel­der Nord­stadt-Osters­baum: „Sozia­ler Fort­schritt im Spie­gel sozia­ler und kul­tu­rel­ler Ein­rich­tun­gen“
  • Rou­te 10: Voh­win­kel: „Vom frü­hen Ver­kehrs­kno­ten­punkt zur Stadt­grün­dung“
  • Rou­te 11: Lang­er­feld: „Vom Dorf zur Stadt – Urba­ni­sie­rung im Umland“
  • Rou­te 12: Zoo­vier­tel: „Vil­len­vier­tel vor den Toren der Stadt“
  • Rou­te 13: Sedans­berg: „“Licht – Luft – Son­ne” — Genos­sen­schaft und „Reform-Woh­nungs­bau“ der 1920er Jah­re“ 2

Die Tafeln gehö­ren zwar auch zu den Erin­ne­rungs­zei­chen, wer­den hier aber als ein Denk­mal behan­delt, zumal sie eher auf­klä­re­ri­schen als memo­rie­ren­den Cha­rak­ter haben. Lei­der gibt es online kei­ne Über­sicht der ein­zel­nen (auch rou­ten­un­ab­hän­gi­gen) Tafeln.


 

Schwebebahnbrücke “Mühlenbrücke”

Die Müh­len­brü­cke von Nor­den.

Am 12. Sep­tem­ber 2005 beschloss der Rat der Stadt Wup­per­tal den Neu­bau einer Brü­cke über die Wup­per, um die Sack­gas­sen der Warndt­stra­ße zu ver­bin­den und so für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer eine Ver­bin­dung zwi­schen der B7 und der Hüne­feld­stra­ße in Unt­er­bar­men zu schaf­fen. Durch Ein­spa­run­gen bei der Sanie­rung der Stütz­mau­er an der Schloß­blei­che konn­ten 200.000 € für das mit 554.000 € geplan­te Pro­jekt gesi­chert wer­den, den Rest erle­dig­ten Finanz­mit­tel vom Land NRW im Rah­men der Regio­nal­e­för­de­rung 2006. Der beson­de­re Clou an der Brü­cke ist, dass sie von einer alten Schwe­be­bahn­brü­cke (so hei­ßen die Längs­trä­ger des Gerüs­tes zwi­schen zwei Stüt­zen) getra­gen wird. Bei einer Spe­zi­al­fir­ma in Duis­burg wur­de die 30 Meter lan­ge und 30 Ton­nen schwe­re Brü­cke von Rost gerei­nigt und mit neu­em Kor­ro­si­ons­schutz ver­se­hen.1 Am 22. Sep­tem­ber 2005 kehr­te die Brü­cke saniert aus Duis­burg zurück2 und war somit schon beim Spa­ten­stich zu den Bau­ar­bei­ten am 8. Novem­ber zuge­gen.3 Damit ende­te eine lan­ge Vor­ge­schich­te, die bereits im Novem­ber 2001 mit einer Zustim­mung der Bezirks­ver­tre­tung Bar­men zu dem Pro­jekt begon­nen hat­te.4 Die Idee stammt von Hans-Her­mann Lücke, der als CDU-Ver­tre­ter der BV ange­hör­te.5 In der Nacht auf den 1. April 2006 wur­de die Brü­cke und die an der Sei­te ein­ge­häng­ten je 1,50m brei­ten Geh­we­ge dann von zwei Auto­krä­nen auf ihre neue Posi­ti­on geho­ben.6 Am 14. Juli 2006 waren schließ­lich auch die Zuwe­ge und Trep­pen fer­tig­ge­stellt und die Brü­cke wur­de für die Nut­zung frei­ge­ge­ben. 569.000 € kos­te­te die Brü­cke am Ende, wovon die Stadt 30% und das Land 70% zu stem­men hat­ten.7 Beim Talach­sen­fest am 9. Sep­tem­ber 2006 wur­de die Brü­cke schließ­lich fei­er­lich ein­ge­weiht und die ehe­ma­li­ge Schwe­be­bahn­brü­cke Nr. 320 erhielt einen neu­en Namen: “Müh­len­brü­cke” nach der Cleff’schen Korn­müh­le neben der Brü­cke.8


An bei­den Sei­te wur­de je eine Metall­ta­fel ange­bracht.

Ein paar wei­te­re Impres­sio­nen die­ser ein­zig­ar­ti­gen Brü­cke:
Wei­te­re Impres­sio­nen …

…die­ser ein­zig­ar­ti­gen Brü­cke.

Armin-T.-Wegner-Büste

Zum 120. Geburts­tag des in Wup­per­tal gebo­re­nen Dich­ters und Kämp­fer gegen Unter­drü­ckung, Armin T. Weg­ner, stif­te­te die Armin-T.-Wegner Socie­ty of USA eine Büs­te ihres Namens­ge­bers. Sie wur­de am 16. Okto­ber 2006 in Anwe­sen­heit sei­nes Soh­nes Miche­le im Gym­na­si­um an der Bay­reu­ther Stra­ße auf­ge­stellt. 1 und mit einem Fest­akt ein­ge­weiht. Vor­aus­ge­gan­gen war die Annah­me der Schen­kung durch den Rat der Stadt Wup­per­tal am 11. Sep­tem­ber 2006.2Geschaf­fen wur­de die Büs­te von der in Los Ange­les leben­den arme­ni­schen Bild­haue­rin Ali­ce Meli­ki­an. Bevor Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung die Büs­te ent­hüll­te, hielt Prof. Klaus- Micha­el Bog­dal aus Bie­le­feld einen Vor­trag mit dem Titel “Maschi­nen im Mär­chen­land — Armin T.Wegner und der Ori­ent nach der Ent­de­ckung des Öls”, außer­dem wur­den die Ver­to­nun­gen von Wer­ken Weg­ners aus dem inter­na­tio­na­len Armin T. Weg­ner-Musik- und Ver­stän­di­gungs­pro­jekt „Pic­tu­re of a voice (2003 – 2007) urauf­ge­führt.3


Die Armin T. Weg­ner-Büs­te der arme­ni­schen Bild­haue­rin Ali­ce Meli­ki­an.

Neben der Büs­te erklärt eine klei­ne Tafel aus Glas:

Armin T. Weg­ner
geb 16.10.1886 in Elber­feld    gest. 17.05.1978 in Rom

Schrift­stel­ler und Pazi­fist

Weg­ner brach­te als Augen­zeu­ge den Völ­ker­mord an
den Arme­ni­ern ins Bewusst­sein der Öffent­lich­keit.

Die Gedenk­stät­te Yad Vashem ehrt ihn mit dem Titel
“Gerech­ter der Völ­ker”


Armin T. Weg­ner wur­de am 16.Oktober 1886 als Sohn eines Eisen­bahn­be­am­ten in der dama­li­gen Gus­tav­stra­ße gebo­ren. Seit 1986 exis­tiert am Haus Nr. 11 in der Stra­ße, die seit 1935 den Namen Von-der-Tann-Stra­ße trägt, eine Gedenk­ta­fel. Weg­ner blieb nicht lan­ge in sei­ner Geburts­stadt, nach drei Jah­ren wur­de sein Vater nach Ber­lin ver­setzt. Spä­ter ging er in Bres­lau zur Schu­le,
wäh­rend die­ser Zeit erschie­nen auch sei­ne ers­ten Gedich­te im Pri­vat­druck. 1909 folg­te dann der Gedicht­band “Zwi­schen zwei Städ­ten”. 1914 schloss er sein Jura­stu­di­um nach Sta­tio­nen in Bres­lau, Zürich und Ber­lin mit einer Dis­ser­ta­ti­on über den Streik im Straf­recht ab. Nach Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs nahm er als kriegs­frei­wil­li­ger Kran­ken­pfle­ger am Win­ter­feld­zug in Polen und bis Herbst 1915 am Feld­zug in der Tür­kei teil, wo er Zeu­ge des Völ­ker­mords an den Arme­ni­ern wur­de. Die­ses Erleb­nis ver­ar­bei­te­te er in sei­nen expres­sio­nis­ti­schen Gedich­ten, Erzäh­lun­gen und Rei­se­be­rich­ten und mach­te ihn zu einem Kämp­fer gegen jedes Unrecht. 1919 berich­te­te er in einem offe­nen Brief an den US-Prä­si­den­ten Woo­d­row Wil­son von sei­nen Erleb­nis­sen und der Not der Arme­ni­er. In Reden und Auf­ru­fen ver­ur­teil­te er Unter­drü­ckung und Krieg. So war es für ihn selbst­ver­ständ­lich, 1933 ein Pro­test­schrei­ben gegen die Juden­ver­fol­gung an Adolf Hit­ler zu rich­ten. Als Kon­se­quenz wur­de er im August 1933 ver­haf­tet und gefol­tert, sei­ne Bücher ver­bo­ten und ver­brannt. Nach sei­ner Frei­las­sung im Dezem­ber des Jah­res emi­grier­te er und leb­te ab 1936 in Posi­ta­no in Ita­li­en. Er erklär­te, “nie mehr die Hän­de die­ses Vol­kes zu berüh­ren, die mei­nen jüdi­schen Brü­dern und mir so Unaus­denk­ba­res ange­tan haben.”

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg galt Weg­ner zunächst als ver­schol­len. Im  Novem­ber 1948 las er bei einem deut­schen Auto­ren­tref­fen in Zürich erst­mals wie­der aus sei­nen Wer­ken. 1956 erhielt er in Nea­pel das Bun­des­ver­dienst­kreuz I. Klas­se, 1962 den Edu­ard von der Heydt-Preis der Stadt Wup­per­tal. 1968 wur­de er vom Staat Isra­el zu einem Gerech­ten unter den Völ­kern ernannt. Am 17. Mai 1978 starb er in Rom.4
Seit 2002 gibt es in Wup­per­tal die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft, 2003 wur­de in Los Ange­les die Armin-T.-Wegner-Society of USA gegrün­det.


Gedenkstein und Gedenkbaum für die in der Landesfrauenklink gestorbenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen

Im Jahr 2000 grün­de­ten die Bun­des­re­pu­blik und die Stif­tungs­in­itia­ti­ve der deut­schen Wirt­schaft die Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­ant­wor­tung und Zukunft“ und stat­te­ten sie mit je 10 Mil­li­ar­den DM aus, um ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter, die im Zwei­ten Welt­krieg von Deutsch­land aus­ge­beu­tet wur­den, zu ent­schä­di­gen. Im Rah­men die­ser Maß­nah­me bekam das Archiv des Land­schafts­ver­bands Rhein­land, als recht­li­cher Nach­fol­ger der Pro­vin­zi­al­ver­wal­tung der preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz den Auf­trag ent­spre­chen­de Doku­men­te zu sich­ten und die Namen der Zwangs­ar­bei­ter an die Natio­na­len Stif­tun­gen, die die Ver­tei­lung der Gel­der über­nah­men, zu über­sen­den. Ca. 400 Namen wur­den in den Doku­men­ten gefun­den und wei­ter­ge­lei­tet. Es stell­te sich her­aus, dass von ihnen noch 20 Per­so­nen in der Ukrai­ne,  Weiss­russ­land und Russ­land leb­ten. Ledig­lich aus der Ukrai­ne erhielt der LVR eine Rück­mel­dung, von Frau­en, deren Namen in den Geburts- und Ope­ra­ti­ons­bü­chern der dama­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik Wup­per­tal ver­zeich­net waren. Heu­te gehört die Kli­nik zur “Stif­tung der Cel­li­tin­nen zur hl. Maria” und trägt seit 2012 den Namen St.-Anna-Klinik, nach­dem sie von 1985 — 2011 Kli­nik Vogel­s­ang­stra­ße hieß. 1


2005 wur­de Dr. Bet­ti­na Bou­resh, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin des Archivs, die sich bereits um die Recher­che der Zwangs­ar­bei­ter geküm­mert hat­te, damit beauf­tragt, ein Besuchs­pro­gramm für das Jahr 2006 vor­zu­be­rei­ten. Eine der Frau­en, die Wup­per­tal besu­chen woll­ten, bat dar­um das Grab ihres Soh­nes sehen zu kön­nen, der als Säug­ling in Wup­per­tal ver­starb. Das Grab konn­te nicht gefun­den wer­den und so mach­ten sich der LVR, die Aka­de­mie für Gesund­heits­be­ru­fe (AFG) als Nach­fol­ge­rin der Heb­am­men­schu­le und die Kli­nik St. Anna Gedan­ken, wie man dem Wunsch des Geden­kens Rech­nung tra­gen könn­te. 2


Gedenk­stein und Gedenk­baum vor der ehe­ma­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik.

Am 20. März 2006 war es schließ­lich soweit: zwei ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­te­rin­nen (Lidiya Chy­gy­ra und Ali­na Morus3) und eine Toch­ter einer Zwangs­ar­bei­te­rin, die in Wup­per­tal gebo­ren wur­de, (Lju­ba She­wa­ki­no-Seme­nov Niko­lai­ew­na4) kamen in Köln an und wur­den vom LVR dort emp­fan­gen. Sie wur­den von je einem Ver­wand­ten und die Grup­pe wie­der­um von einem Mit­ar­bei­ter der Ukrai­ni­schen Natio­nal Stif­tung beglei­tet. Im Rah­men des 7-tägi­gen Besuchs­pro­gramms besuch­ten sie am 22. und 23. März Wup­per­tal. Am ers­ten Tag wur­den die ehe­ma­li­gen Zwangs­ar­bei­te­rin­nen von Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung im Rat­haus begrüßt, der beton­te, dass man Schuld und Ver­ant­wor­tung für das, was den Frau­en gesche­hen war, emp­fin­de. Er bat um Ver­söh­nung der bei­den Län­der. Anschlie­ßend tru­gen sich die Frau­en ins Gol­de­nen Buch der Stadt ein. Da die Gedenk­stun­de, und die Erwar­tung des Kom­men­den die Damen mit­nahm, wur­de kur­zer Hand eine Unter­su­chung in der Kli­nik St. Anto­ni­us ange­ord­net, die ja eben­falls zum Kli­nik­ver­bund der “Stif­tung der Cel­li­tin­nen zur hl. Maria” gehört. Man emp­fahl ange­sichts hohen Blut­drucks eine Ent­span­nungs­pau­se und nutz­te die­se zu einer Schwe­be­bahn­fahrt. Anschlie­ßend wur­de es wie­der ernst. Man besuch­te das Gelän­de des ehe­ma­li­gen Bara­cken­la­gers “In der Fleu­te”, wo heu­te eine Klein­gar­ten­sied­lung zu fin­den ist. Eine der Zwangs­ar­bei­te­rin­nen, Lidiya Chy­gy­ra, hat­te hier als 20jährige gelebt und für die Flug­zeug­fa­brik Espen­laub in einem Tun­nel Flug­zeug­tei­le gerei­nigt.  In der Nähe der Bahn-Unter­füh­rung Clau­se­witz­stra­ße, in die jun­ge Frau bei Bom­ben­alarm Schutz such­te, war sie mit ihrem Sohn Vik­tor in einer Mut­ter-Kind-Bara­cke unter­ge­bracht, bis die­ser vor ihren Augen starb und wie ande­ren ver­stor­be­ne Säug­lin­gen dort ver­scharrt wur­de. Als 84jährige kehr­te sie nun an den Ort zurück. In die­ser Mut­ter-Kind-Bara­cke leb­te auch auch Lju­ba She­wa­ki­no-Seme­nov Niko­lai­ew­na mit ihrer Mut­ter.
Danach besuch­te man das Gelän­de an der Rons­dor­fer Stra­ße, wo Ali­na Morus nach der Geburt ihres Kin­des als 15jähriges Mäd­chen gelebt hat­te. Zuvor hat­te sie in einer Sei­fen­sie­de­rei in Düs­sel­dorf arbei­ten müs­sen.5Sie war bei ihrer Rück­kehr nach Wup­per­tal gera­de 79 Jah­re alt gewor­den.6


Foto­gra­fie: Nico­le Schä­fer LVR-ZMB.

Am 23. März stand ein Besuch in der ehe­ma­li­gen Lan­des­frau­en­kli­nik an, wo die Geschäfts­füh­rer Herr Kauf­mann und Herr Breuck­mann, sowie der Chef­arzt Dr. Falb­re­de die Gäs­te begrüß­ten. Dar­auf folg­te ein Rund­gang durch die Geburts­sta­ti­on, bevor man vor dem Gebäu­de an der Wie­se zur Vogel­s­ang­stra­ße zur Ein­wei­hung des Gedenk­steins schritt. Der Gedenk­stein soll an alle in Wup­per­tal ver­stor­be­nen Kin­der von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen erin­nern und natür­lich auch an das ver­stor­be­ne Kind von Lidiya Chy­gy­ra. In einer klei­nen Zere­mo­nie wur­de der Gedenk­stein ent­hüllt und der Baum gepflanzt, zu des­sen Wur­zeln die ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­te­rin ein wenig ukrai­ni­scher Erde hin­zu­füg­te und deut­sche Erde mit in ihre Hei­mat nahm.7


Foto­gra­fie: Nico­le Schä­fer LVR-ZMB.

Der Gedenk­stein wur­de von der dama­li­gen Assis­ten­tin der Geschäfts­lei­tung, Imbritt Neu­mann, mit einem abge­wan­del­ten chi­ne­si­schen Sprich­wort ver­se­hen:

Denkst Du an ein Jahr,
dann säe ein Korn.
Denkst Du an ein Jahr­zehnt,
dann pflan­ze einen Baum.
Denkst Du an ein Jahr­hun­dert,
dann sor­ge für eine Zukunft
der Kin­der.

Wup­per­tal, 23.März 2006“8


Die Inschrift

Die Kos­ten für den Gedenk­stein und den Gedenk­baum (ein Cart­a­e­gus lae­vi­ga­ta — Ech­ter Rot­dorn9) über­nahm die Kli­nik St. Anna. 10

Nach dem Mit­tag­essen folg­te ein Gespräch zwi­schen den Zeit­zeu­gen und Schü­le­rin­nen der Heb­am­men­schu­le. Den Abschluss des Tages und des Besu­ches in Wup­per­tal bil­de­ten ein Besuch in der Ortho­do­xen Kapel­le der Kli­nik und anschlie­ßend ließ man blaue Luft­bal­lons mit Zukunfts­wün­schen in den Him­mel stei­gen.11
Im Anschluss an den Besuch der Zwangs­ar­bei­ter ent­stan­den eine Aus­stel­lung (“Riss durchs Leben”), die seit dem 4.Dezember 2012 eine dau­er­haf­te Hei­mat im Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau gefun­den hat, eine DVD und ein Buch über die Besu­che des LVR in der Ukrai­ne. Eine Inter­net­sei­te über die Aus­stel­lung “Riss durchs Leben” ist Anfang Dezem­ber 2012 online gegan­gen.
Zwei wei­te­re Besuchs­grup­pen aus der Ukrai­ne kamen im Juni 2009 und Sep­tem­ber 2010 nach Wup­per­tal und zur Kli­nik. In der Fol­ge ent­stand zwi­schen dem Ganz­tags­gym­na­si­um Johan­nes Rau und der Schu­le Nr. 10 in Chmel­nyzkyj eine Part­ner­schaft zur Erfor­schung der Zwangs­ar­beit im Rah­men des Jugend­for­schungs­pro­jek­tes “Ges­tern ist heu­te nicht vor­bei. Mor­gen viel­leicht.

Gedenkstein für Georgi Ivanov Dobrev

Am 29. März 2006 wur­de der Burg­holz­tun­nel ein­ge­weiht, der vom Ruten­be­cker Bach­tal zum Hah­ner­berg die A 46 an die L 418 anschließt.1 Im Juni des sel­ben Jah­res wur­de ober­halb des West­por­tals von den Bür­ger­ver­ei­nen Kül­len­hahn, Hah­ner­berg-Cro­nen­feld und vom Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein ein Gedenk­stein zur Erin­ne­rung an den Mineur Geor­gi Iva­nov Dobrev auf­ge­stellt. Der Bul­ga­re gehör­te zu den Arbei­tern, die den Burg­holz­tun­nel bau­ten und ver­un­glück­te töd­lich am 8.Mai 2003 bei Tun­nel­me­ter 800. Bei einem LKW hat­ten sich auf der abschüs­si­gen Bau­stra­ße im Tun­nel die Brem­sen gelöst und durch das füh­rer­lo­se Fahr­zeug wur­de der 23jährige am Abend des 8.Mai töd­lich ver­letzt. Er wur­de in sei­ner Hei­mat bei­ge­setzt.


Der Gedenk­stein für Gero­gi Iva­nov Dobrev.

Am 24.Juni 2006 berich­te­te die WZ von den letz­ten Vor­be­rei­tun­gen des Gedenk­steins. Die­ser besteht aus zwei Ton­nen ber­gi­scher Grau­wa­cke und stammt aus dem Abraum des Tun­nel­baus. Stein­metz­meis­ter Bernd Kai­ser sorg­te für die Ver­an­ke­rung der Bron­ze­ta­fel, auf der fol­gen­de Inschrift zu sehen ist:2


Die Gedenk­ta­fel.

Zum Geden­ken an

Mineur
Geor­gi Iva­nov Dobrev
+ 8.Mai 2003

Die Bür­ger­ver­ei­ne
Kül­len­hahn — Hah­ner­berg — Cro­nen­berg”

Die Arbeits­ge­mein­schaft Tun­nel Burg­holz stell­te eine Bank am Gedenk­stein auf.


Blick vom Gedenk­stein auf die L 418.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmal für den Ronsdorfer Stadtbahnhof

Das Denk­mal am ehe­ma­li­gen Stadt­bahn­hof

Am 25. März 2006 wur­de neben dem Rons­dor­fer Schwimm­bad ein Denk­mal ent­hüllt, das an den Rons­dor­fer Stadt­bahn­hof erin­nert. Bis dahin war nur die Stra­ße und die Hal­te­stel­le “Am Stadt­bahn­hof” als Spur die­ser Ver­kehrs­an­la­ge übrig geblie­ben. Bür­ger­meis­te­rin Syl­via Kraut, der Vor­sit­zen­de des Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins Alex­an­der Schmidt und Bezirks­vor­ste­her Lothar Nägel­krä­mer ent­hüll­te zunächst die Stra­ßen­bahn­ach­se und anschlie­ßend die zuge­hö­ri­ge Tafel. Eben­falls anwe­send waren die Vor­sit­zen­de des Ber­gi­schen Geschichts­ver­eins, Dr. Lecke­busch, vom Stadt­ver­band der Bür­ger- und Bezirks­ver­ei­ne, Dr. Bau­mann, von den Ber­gi­schen Muse­um­bah­nen die Her­ren Schu­mann und Bei­ers­mann und von den WSW Herr Cap­pel.1 Den Ber­gi­schen Muse­ums­bah­nen dank­te Alex­an­der Schmidt für die Spen­de einer Stra­ßen­bahn­ach­se, den WSW für die Auf­ar­bei­tung der­sel­ben, der Bezirks­ver­tre­tung für die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung und der Fir­ma Schuch­hardt für die Her­stel­lung von Sockel und Fun­da­ment.2


Ein groß­zü­gi­ge Erin­ne­rungs­ta­fel erklärt dem Betrach­ter die Geschich­te des Ortes.

Vor der Denk­mal­ein­wei­hung war Wolf­gang Hell­mig mit vie­len der ca.100 Anwe­sen­den von der ehe­ma­li­gen Hal­te­stel­le Was­ser­turm durch die Rons­dor­fer Anla­gen über den Kai­ser­platz und durch den Asche­weg zum Stadt­bahn­hof gewan­dert. Mit von der Par­tie war Theo Ben­ning­ho­ven, der an vie­len Stel­len des Weges Anek­do­ten erzäh­len konn­te. Nach der Ein­wei­hung erzähl­te dann Win­fried Arenz, ehe­ma­li­ger Bezirks­vor­ste­her, der lan­ge Jah­re im Ver­wal­tungs­ge­bäu­de der Rons­dorf-Müngs­te­ner Eisen­bahn gewohnt hat­te, von den Bom­ben­näch­ten des Zwei­ten Welt­kriegs, bei dem der Stadt­bahn­hof ver­schont geblie­ben war und von den Ent­schei­dungs­pro­zes­sen, die zum Denk­mal in der heu­te bestehen­den Form geführt hat­ten. So muss­te zum Bei­spiel das Auf­stel­len einer Loko­mo­ti­ve oder von Güter­wag­gons auf Meter­spur-Roll­wa­gen aus Sicher­heits­grün­den und wegen hoher Fol­ge­kos­ten ver­wor­fen wer­den. Auch die Idee eines Modells der Anla­ge, das im Kas­sen­raum des Stadt­ba­des auf­ge­stellt wer­den soll­te, wur­de wegen feh­len­der Trans­pa­renz und den Öff­nungs­zei­ten ver­wor­fen.3 Neben Win­fried gehör­ten auch das Ehe­paar Lenz und Hel­mut Schü­ne­mann zu den Initia­to­ren des Denk­mals.4 Abschlie­ßend hielt Gün­ther Kon­rad einen Dia-Vor­trag in den Räu­men der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in der Fach­schu­le.5


Am Tag der Ein­wei­hung wur­de von den Anwe­sen­den direkt ein Feh­ler in der oben ste­hen­den Zeich­nung erkannt: Die Lok stand im Fahr­be­trieb grund­sätz­lich mit Schorn­stein berg­wärts, also genau anders her­um.

Der Stadt­bahn­hof war die Zen­tra­le des Güter­ver­kehrs der Rons­dorf-Müngs­te­ner-Eisen­bahn, die auf meter­spu­ri­gem Gleis ab 1891 den Staats­bahn­hof Rons­dorf (des­we­gen die Unter­schei­dung zum “Stadt­bahn­hof”), den Toel­le­turm auf Licht­scheid und das Mors­bach­tal bis Müngs­ten ver­band und für die zahl­rei­chen Fir­men, Häm­mer und Kot­ten ent­lang des  Mors­ba­ches den Ver­kehr besorg­te.6Der Weg vom Stadt­bahn­hof zum heu­te noch bestehen­den (Staats-)Bahnhof führ­te über Asche­weg, In der Krim, kreuz­te die Erb­schlö­er Stra­ße und ging dann wei­ter über die Stra­ßen Am Kraft­werk, Gera­ni­en­stra­ße, Lüttring­hau­ser Stra­ße und Nibe­lun­gen­stra­ße.
Zum Toel­le­turm exis­tier­te ein Ring­ver­kehr. In Rich­tung Licht­scheid gelang­te man über die Rem­schei­der Stra­ße, am Markt vor­bei, über Eli­as-Eller- und Stau­ben­tha­ler Stra­ße nach Licht­scheid, von dort führ­te der Weg am Was­ser­turm vor­bei durch die Rons­dor­fer Anla­gen, über den Kai­ser­platz, die Stra­ße in der Krim mit­hil­fe einer Brü­cke über­que­rend zum Asche­weg. Vom Stadt­bahn­hof nach Müngs­ten ging es über die Rem­schei­der Stra­ße durch die Ort­schaf­ten Hüt­te und Gra­ben nach Rem­scheid, dort durch Hal­bach, Stol­len und Cla­ren­bach auf die Mors­bach­t­al­stra­ße. 15,6 Kilo­me­ter war die Stre­cke lang, über­wand 186 Höhen­me­ter und besaß 20 Hal­te­stel­len für den Per­so­nen­ver­kehr.7 1908 wur­de für den Per­so­nen­ver­kehr die Stre­cke von Müngs­ten hin­auf nach Solin­gen-Kra­hen­hö­he ver­län­gert. Die dort fah­ren­de Stra­ßen­bahn ren­tier­te sich aber nicht und wur­de bereits 1917 ein­ge­stellt.8


Eine sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung des Bedie­nungs­ge­biets ist auf der Tafel ange­bracht.

Die­se Stre­cke so weit ab von den Bewoh­nern Rons­dorfs, Rem­scheids, Cro­nen­bergs und Solin­gens ist eine typi­sche für die Zeit der Indus­tria­li­sie­rung. Sie bau­te auf den Güter­ver­kehr und schaff­te die drin­gend benö­ti­ge Koh­le für die neu­en Dampf­ma­schi­nen her­an und trans­por­tier­te die durch die maschi­nel­le Pro­duk­ti­on immer grö­ßer wer­den­den Waren­men­gen ab. Neben den genann­ten Städ­ten betei­lig­ten sich auch Lüttring­hau­sen und 25 Pri­vat­ak­tio­nä­re an der Grün­dung der RME im Jahr 1887. Eine Mil­li­on Mark kos­te­te der Bau, dop­pelt so viel wie ver­an­schlagt (frü­her war eben nicht alles bes­ser). Im Volks­mund bekam sie dafür den Spitz­na­men Mil­lio­nen­bahn. Der wirt­schaft­lich erwar­te­te Erfolg blieb aus, dafür konn­te der Per­so­nen­ver­kehr dop­pelt soviel erwirt­schaf­ten — Dank des Publi­kums­ma­gne­ten Müngs­te­ner Brü­cke. Im Jahr 1902 wur­de die Stre­cke von der Bar­mer Berg­bahn über­nom­men (bereits zwei Jah­re zuvor hat­te die West­deut­sche Klein­bahn AG die RME gekauft) und elek­tri­fi­ziert. Zwi­schen 1917 und 1921 muss­te der Per­so­nen­ver­kehr zwi­schen Cla­ren­bach und Müngs­ten ein­ge­stellt wer­den.9


Der Zustand um 1950. Gut sind die Roll­wa­gen zu erken­nen.

Nach­dem das Stück­gut lan­ge Jah­re müh­sam von Hand aus den Güter­wa­gen der Staats­bahn in Güter­wa­gen der RME umge­la­den wer­den muss­te, da die Staats­bahn auf Nor­mal­spur unter­wegs war (und bis heu­te ist), kam man 1932 auf die Idee, ein­fach die Güter­wa­gen auf Roll­wa­gen zu ver­la­den, sodass die­se auf der Meter­spur trans­por­tiert wer­den konn­ten.10 Nach dem Zwei­ten Welt­krieg folg­te der end­gül­ti­ge Nie­der­gang der Bahn. Ab 1951 fuhr auf den zer­schlis­se­nen Glei­sen nur noch ein Güter­zug pro Tag, mit dem Bus­ver­kehr, dem LKW und dem Ende der Bar­mer Berg­bahn kam der letz­te Betriebs­tag am 30. August 1959. Mit­te der 1960er Jah­re wur­den die Gebäu­de und Betriebs­ein­rich­tun­gen abge­ris­sen und das Stadt­bad wur­de an der Stel­le errich­tet.


Noch ein­mal die kom­plet­te Tafel.

Die Chro­nik der Tafel führt auf:

Lin­ke Sei­te: (Auf eine Wie­der­ga­be des Lay­outs wird ver­zich­tet.)

1887  Grün­dung der Rons­dorf-Müngs­te­ner- Eisen­bahn-Akti­en­ge­sell­schaft. Fest­ge­setz­tes Grund­ka­pi­tal von 500 000 Mark Aktio­nä­re: die Stadt­ge­mein­den Cro­nen­berg Lüttring­hau­sen, Rem­scheid, Rons­dorf und Solin­gen sowie 25 Pri­vat­ak­tio­nä­re.

1888  Beschluß des Rons­dor­fer Stadt­ra­tes über eine Betei­li­gung von 180 00 Mark
1889  Ertei­lung der Kon­zes­si­on. 1890 Bau­be­ginn
1891  Im Mai Eröff­nung der Teil­stre­cke von Rons­dorf Stadt­bahn­hof nach Rons­dorf Staats­bahn­hof (1,56 km).
1891  Im Novem­ber Eröff­nung der Stre­cke von Rons­dorf Stadt­bahn­hof nach Cla­ren­bach (4,62 km)
1894  Erwei­te­rung der Stre­cke von Asche­weg bis Toel­le­turm.
1902  Über­nah­me der R.M.E A.G durch die Bar­mer Berg­bahn AG.

Rech­te Sei­te:
1902  Erwei­te­rung der Stre­cke von Cla­ren­bach nach Rem­scheid Schö­ne Aus­sicht. Ein­bau eines Gleis­bo­gens an der Fach­schu­le und Auf­nah­me des Ring­ver­kehrs (Wald­stre­cke Kai­ser­platz, Stadt­bahn­hof, Fach­schu­le, Markt, Eli­as-Eller-Stra­ße, Stau­ben­tha­ler Stra­ße, Jäger­hof).
1903  Elek­tri­fi­zie­rung aller Stre­cken­ab­schnit­te.
1903  Letz­te Dampf­zug­fahrt von Rons­dorf nach Müngs­ten.
1908  Erwei­te­rung der Stre­cke von Müngs­ten nach Solin­gen Kra­hen­hö­he mit Anschluß nach Schloß Burg an der Wup­per.
1932  Ein­füh­rung des Roll­wa­gens zum Trans­port von Nor­mal­spur­wa­gen auf der Meter­spur
1940  Ver­ei­ni­gung der Wup­per­ta­ler Ver­kehrs­be­trie­be zur Wup­per­ta­ler Bah­nen AG.
1944  Stu­fen­wei­se Still­le­gung der Stre­cke von Müngs­ten bis Cla­ren­bach
1959  Umstel­lung des Schie­nen­ver­kehrs auf Auto­bus und O-Bus.”


Das Denk­mal

Wer die Spu­ren der Rons­dorf-Müngs­te­ner-Eisen­bahn ent­de­cken möch­te, ist bei Tramtracks.de gut auf­ge­ho­ben.


Posi­ti­on des  Denk­mals auf der Kar­te


Hubert-Pfeiffer-Stele

Irgend­wann am Anfang des Jah­res 20061, das Datum oder der Monat konn­te von den Betei­lig­ten bis­lang nicht ermit­telt wer­den, wur­de auf dem Vor­platz der Herz-Jesu-Kir­che in Unt­er­bar­men eine Ste­le zur Erin­ne­rung an Hubert Pfeif­fer auf­ge­stellt. Anlass dafür war ein Arti­kel in der Fest­schrift zum 100jährigen Bestehen der Gemein­de im Jahr 2003, in dem an den Orga­nis­ten und Kan­tor der Gemein­de erin­nert wur­de. Der Pfarr­ge­mein­de­rat ent­schloss sich dar­auf­hin, dem “Musi­kant Got­tes” eine sicht­ba­re Ehrung zu stif­ten.2


Hubert-Pfeif­fer-Ste­le.

Hubert Pfeif­fer wur­de am 14.Oktober 1891 in der Ben­dah­ler Stra­ße Nr.2 gebo­ren. Kurz nach der Geburt ver­lor er sei­ne Seh­fä­hig­keit, ent­wi­ckel­te aber schon in sei­ner Jugend mit Hil­fe einer Zit­ter sein musi­ka­li­sches Talent. Zunächst erhielt er Pri­vat­un­ter­richt, spä­ter besuch­te er die Blin­den­schu­le in Düren, die er mit 18 Jah­ren abschloss. Zwei Jah­re spä­ter bestand er die Orga­nis­ten- und Chor­lei­ter­prü­fung. Da er kei­ne ein­zi­ge Note schrei­ben und lesen konn­te, ent­wi­ckel­te er ein phä­no­me­na­les musi­ka­li­sches Gedächt­nis und konn­te bei­spiels­wei­se ein Fuge von Johann Sebas­ti­an Bach nach ein­ma­li­gem Hören feh­ler­frei wie­der­ge­ben.

Von 1911–1914 stu­dier­te am Elber­fel­der Kon­ser­va­to­ri­um Pott­hof-Zim­mer­mann, anschlie­ßend arbei­te­te er als Pri­vat­mu­sik­leh­rer, Kom­po­nist und gab Kon­zer­te. Beson­ders gern spiel­te er Orgel, Kla­vier und Cel­lo. Bei der Nie­der­schrift sei­ner Kom­po­si­tio­nen half ihm der mit der Fami­lie Pfeif­fer befreun­de­te Gene­ral­mu­sik­di­rek­tor Franz von Hos­se­lin. Von 1922 bis 1926 wirk­te er als Orga­nist und Kan­tor an der Unt­er­bar­mer Kir­che Herz-Jesu und schuf Musik für Mes­sen, Vio­li­ne und Kla­vier, Orgel, Orgel und Blech­blä­ser, Kla­ri­net­te, Motet­ten und Anti­pho­ne, sowie Kla­vier­so­na­ten. Hubert Pfeif­fer erhielt zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen, dar­un­ter den Beet­ho­ven Preis und den Staats­preis der Preu­ßi­schen Aka­de­mie der Küns­te. Am Ers­ten Weih­nachts­tag des Jah­res 1932 starb er an einer Blut­ver­gif­tung.3


Foto und Inschrift

Die Ste­le ent­warf das Wup­per­ta­ler Design­bü­ro Visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on Neis­ser | Zöl­ler, gefer­tigt wur­de sie von der Kunst- und Bau­schlos­se­rei Richard Bogusch.4Sie zeigt den Musi­ker auf einer Foto­gra­fie im Pro­fil und dar­un­ter die Inschrift:


Die Rück­sei­te der Ste­le

Zur Erin­ne­rung an
den blin­den Wup­per­ta­ler
Künst­ler, Musik- und
Kom­po­si­ti­ons­leh­rer­Hu­bert Pfeif­fer
1891–1931von 1922–1926
Kan­tor und Orga­nist
unse­rer Gemein­de
Herz-Jesu”

Auf der Rück­sei­te der Stee­le ste­hen in Blin­den­schrift der Name und die Lebens­da­ten des Musi­kers. 5


Die Ein­wei­hung der Ste­le ist nach der Fer­tig­stel­lung der Neu­ge­stal­tung  des Kirch­plat­zes geplant, die nach der Sanie­rung der Kir­che in die­sem Jahr in Angriff genom­men wer­den soll.6 Hubert Pfeif­fer wur­de auf dem kath.Friedhof an der Lie­big­stra­ße begra­ben, wo heu­te noch sein Grab zu fin­den ist. Außer­dem benann­te die Stadt Wup­per­tal eine Stra­ße und einen Platz im Kom­po­nis­ten­vier­tel im Bar­mer Süden nach ihm.
Vie­len Dank an den Mit­in­itia­tor der Ste­le, Hel­mut Frink, für die Hil­fe bei der Recher­che.

Bergbahn-Denkmal

Das Denk­mal für die Bar­mer Berg­bahn in den Bar­mer Anla­gen.

1,6 Kilo­me­ter Stre­cke, bis zu 16,8 Pro­zent Stei­gung, 12 Minu­ten Fahr­zeit und 65 Dienst­jah­re, das sind, in Zah­len gefasst, die Leis­tungs­da­ten der Bar­mer Berg­bahn, die seit dem 16.April 1894 die Bar­mer Innen­stadt mit dem Toel­le­turm ver­band, als ers­te zwei­glei­si­ge, elek­trisch betrie­be­ne Zahn­rad­bahn der Welt. Am 4.Juli 1959 wur­de sie still­ge­legt, da sie den Stadt­vä­tern zu teu­er wur­de und man viel hät­te inves­tie­ren müs­sen, um die Stre­cke und Fahr­zeu­ge zu sanie­ren. Am 22.Oktober 1984 wur­de ein Stück der Berg­bahn wie­der in Dienst gestellt: Die Bar­mer Ersatz­kas­se stif­te­te aus Anlass ihres 100jährigsten Geburts­tags und des 50jährigen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se ein Denk­mal. Dafür stell­te man in den Bar­mer Anla­gen gegen­über der BEK-Ver­wal­tung auf einem auf­ge­pflas­ter­tern, mit Kies gefüll­tem Fun­da­ment ein altes Gleist­sück mit Zahn­stan­ge auf, die beim Aus­bau aus dem Stra­ßen­pflas­ter der Stra­ße “An der Berg­bahn” sicher­ge­stellt wur­de. Dar­auf mon­tier­te man einen Rad­satz und einen Zahn­kranz der Stutt­gar­ter Zahn­rad­bahn “Zacke”, da von der Bar­mer Berg­bahn nichts übrig geblie­ben ist. Der Ide­en­ge­ber war Heinz Reis­ten­bach, gestal­tet hat das Denk­mal der Archi­tekt Max R. Wen­ner.1


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Die Inschrift­ta­fel erklärt:

“1894                   Die Berg­bahn               1959
Zur Erin­ne­rung gestif­tet von der Pen­si­ons­kas­se für
die Ange­stell­ten der Bar­mer Ersatz­kas­se anläss­lich
des 50-jäh­ri­gen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se und des
100-jäh­ri­gen der Bar­mer Ersatz­kas­se Novem­ber 1984
Idee-Gestal­tung: Heinz Reis­ten­bach — Archi­tekt Max R. Wen­ner”

Wuppertal | 04.07.09 | Barmen | Bergbahntrasse |


2006/2007 wur­de das Denk­mal um eini­ge Meter nach Wes­ten ver­setzt und steht heu­te genau auf der Tras­se der Bar­mer Berg­bahn2. His­to­ri­sche Bil­der der Berg­bahn gibt es auf bahnen-wuppertal.de