Zwei Skulpturen an der Barmenia Hauptverwaltung

2x Tony Cragg, 2x ohne Titel

Neben der rei­nen Aus­stat­tung der Räum­lich­kei­ten för­dern wir zugleich die Begeg­nung der Mit­ar­bei­ter mit moder­ner Kunst. Denn: Kunst kom­mu­ni­ziert. Unser Enga­ge­ment für die Kunst ist ein Aus­druck unse­rer Unter­neh­mens­kul­tur. „Wir ver­ste­hen uns als ein inno­va­ti­ves und krea­ti­ves Unter­neh­men“, äußert sich Dr. Josef Beu­tel­mann, Bau­herr und Vor­sit­zen­der der Vor­stän­de der Bar­me­nia Ver­si­che­run­gen, der auch exter­ne Kunst­in­ter­es­sier­te an Prä­sen­ta­tio­nen in der Bar­me­nia teil­ha­ben lässt. „Kunst zu sam­meln und zu för­dern hat in unse­rem Hau­se Tra­di­ti­on.“


So stellt sich die Bar­me­nia-Ver­si­che­rung in einer Bro­schü­re zur neu­en Haupt­ver­wal­tung selbst dar. Auch auf dem Außen­ge­län­de fin­den sich wei­te­re Skult­ptu­ren im klei­nen Park zwi­schen Dürer­stra­ße und der Haupt­ver­wal­tung an der Kron­prin­zen­al­lee. Neben einer Arbeit von Erwin Hee­rich ste­hen ins­ge­samt drei Arbei­ten von Tony Cragg dort. Nach “Boy” und “Sun­der” wur­de das jüngs­te Werk am 15.11.2009 und am  01.03.2010 über der Lüf­tungs­an­la­ge des Neu­baus plat­ziert.1


Posi­ti­on des Kunst­werks auf der Kar­te


Gedenktafel für Dr. Alfred Heimann

Nur noch Text­frag­men­te sind vom Schild zu lesen, in der Spie­ge­lung noch weni­ger.

Im Som­mer 2010 führ­te Till Söling die Enkel­töch­ter des frü­he­ren Wup­per­ta­ler Kin­der­arz­tes Dr. Alfred Hei­mann durch die alte Hei­mat­stadt ihres Groß­va­ters. Die Rou­te führ­te zur neu­en Syn­ago­ge, der Begeg­nungs­stät­te Alte Syango­ge, zu einem jüdi­schen Fried­hof und zum Haus, in dem Dr. Hei­mann sei­ne Pra­xis hat­te. Zur Über­ra­schung aller, waren dort auf dem Stein die Über­res­te des alten Pra­xis­schil­des zu sehen. Till Söling, der selbst Pati­ent hier gewe­sen war und das Haus kennt, erklär­te sich die plötz­li­che Ent­de­ckung mit dem Aus­zug eines Haus­be­woh­ners und der damit ein­her­ge­hen­den Demon­ta­ge eines Schil­des, das den Über­rest des alten ver­deckt hat­te.1

Dr. Hei­mann und sei­ne Fami­lie konn­ten vor der Ver­fol­gung durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten zunächst 1938 nach Hol­land und 1940 in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten flie­hen.

Im Anschluss an die­se Ent­de­ckung bemüh­te sich Till Söling um den Schutz des Schil­des mit einer Glas­plat­te und einer klei­nen metal­le­nen Gedenk­ta­fel.


Die Gedenk­ta­fel

Die Inschrift lau­tet:

“Zur Erin­ne­rung an den
bekann­ten und belieb­ten Kin­der­arzt
Dr. Alfred Hei­mann,
der in die­sem Hau­se leb­te und prak­ti­zier­te
bis zu sei­ner Ver­trei­bung im Jah­re 1938.

Gestif­tet von sei­nen Kin­dern und Enkeln”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bernhard-Letterhaus-Ehrengrab

Das Ehren­grab.

Am 1. Novem­ber 2010 weih­te die Kir­chen­ge­mein­de St. Anto­ni­us auf dem Fried­hof an der Schüt­zen­stra­ße ein Ehren­grab für den Wup­per­ta­ler Wider­stands­kämp­fer Bern­hard Let­ter­haus ein.1 Es ist das jüngs­te Denk­mal für Let­ter­haus, an den bereits ein Gedenk­stein, zwei Gedenkt­fa­len und ein Reli­ef erin­nern und nach­dem eine Schu­le und eine Stra­ße benannt ist. Daher wird an die­ser Stel­le auf eine Erläu­te­rung der Per­son ver­zich­tet und ver­wie­sen auf

Der Gedenk­grab­stein.

Die Inschrift des Grab­steins lau­tet:

 “Ihr sollt mei­ne Zeu­gen sein”
Zum Geden­ken an
Bern­hard Let­ter­haus
Mar­ty­rer des 20.Jahrhunderts
geb. 10.7.1894 in Hecking­hau­sen
Wegen Wider­stand gegen
das NS-Regimes
am 14.11.1944
in Ber­lin hin­ge­rich­tet”

Denkmal für den Hochbunker am Platz der Republik

Das letz­te Stück­chen Bun­ker.

Am 19. Juni 2010 wur­de am Osters­baum der neu­ge­stal­te­te Platz der Repu­blik ein­ge­weiht. Mög­lich wur­de die Umge­stal­tung durch den Abriss des dor­ti­gen Hoch­bun­kers, der bis auf einen klei­nen Über­rest abge­tra­gen wur­de. Das ver­blie­be­ne Stück wur­de auf Wunsch von Jut­ta Schul­tes vom städ­ti­schen Pro­jekt Sozia­le Stadt an Ort und Stel­le gelas­sen und mit einer Gedenk­ta­fel ver­se­hen, die vom His­to­ri­schen Zen­trum erstellt wur­de. 1
Die Tafel erzählt die Geschich­te des Bun­kers: vom Bau in den Jah­ren 1941 bis 1944, von sei­nem Fas­sungs­ver­mö­gen für tau­send Per­so­nen, von sei­ner Bedeu­tung als Ersatz für zer­stör­ten Wohn­raum in der Nach­kriegs­zeit, von der Grün­dung des Nach­bar­schafts­heims im April 1948 und von sei­ner Zeit als Jazz-Bun­ker Ende der 1950er Jah­re.


Die Geschich­te des Bun­kers.

Engel der Kulturen (2010)

Der Engel der Kul­tu­ren (in blau­em Asphalt als Sil­hou­et­te sicht­bar)

Am 24. März 2010 instal­lier­ten Schü­ler des Berufs­kol­legs am Has­pel auf dem dor­ti­gen Schul­hof im Boden einen soge­nann­ten “Engel der Kul­tu­ren”. Die Skulp­tur zeigt die Sym­bo­le der drei Welt­re­li­gio­nen: Kreuz, David­stern und Halb­mond und wirbt für Tole­ranz. Je nach Blick­win­kel kann der Betrach­ter auch eine Engels-Sil­hou­et­te erken­nen. Mit der Skulp­tur gewan­nen die Schü­ler den Wett­be­werb Schü­ler­tal.1 Der ers­te Wup­per­ta­ler Engel der Kul­tu­ren wur­de damit Teil des Pro­jekts des Künst­ler­paars Car­men Diet­rich und Gre­gor Mer­ten. Dabei wird zunächst eine ver­grö­ßer­te Ver­si­on der Skulp­tur durch eine Stadt gerollt und macht Sta­ti­on an Got­tes­häu­sern der Reli­gio­nen. Anschlie­ßend wird die Boden­in­tar­sie nach einem fes­ten Mus­ter in den Boden ein­ge­bracht und an Ort und Stel­le aus einer Stahl­plat­te eine wei­te­re Boden­in­tar­sie erstellt, die dann in einer ande­ren Stadt ver­wen­det wird. Mit den aus der Mit­te der Stahl­plat­te aus­ge­brann­ten Engeln soll eines Tages eine Skulp­tur in Jeru­sa­lem errich­tet wer­den.2


Inschrift

Am Has­pel stammt die ver­wen­de­te Boden­in­tar­sie von der Pes­ta­loz­zi-Real­schu­le Bochum und die am Has­pel aus­ge­brann­te Intar­sie wur­de in Marl genutzt. Die Sta­tio­nen in Wup­per­tal waren die Wup­per­fel­der Kir­che, das Rat­haus, die Syn­ago­ge, St. Anto­ni­us und die DITIB-Moschee. Die Got­tes­häu­ser waren von Schü­lern im Rah­men des Pro­jek­tes „Gott in Wup­per­tal – Weg der Hoff­nung“ bereits auf­ge­sucht wor­den, um dort Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de der drei
abra­ha­mi­ti­schen Welt­re­li­gio­nen zu erfor­schen.3 Fotos dazu fin­den sich auf der Home­page des Pro­jekts.
Im Jahr 2014 wur­de erneut ein Engel der Kul­tu­ren in Wup­per­tal ver­legt.
Her­kunfts­nach­weis.

Skulpturen der Trauerstätte für verstorbene Kinder

Gedenk­stät­te für gestor­be­ne Kin­der auf dem Fried­hof Voh­win­kel. Links im Grün ver­steckt der Engel mit Posau­ne.

2003 ent­stand bei fünf1 Voh­wink­ler Frau­en der evan­ge­li­schen Gemein­de, deren Kin­der früh gestor­ben waren, die Idee, auf dem Fried­hof an der Ehren­hain­stra­ße eine Trau­er­stät­te für ver­stor­be­ne Kin­der ein­zu­rich­ten. Von Pfar­re­rin Syl­via Wie­der­spahn unter­stützt, stell­te die Evan­ge­li­sche Gemein­de eine Flä­che neben der Kapel­le zur Ver­fü­gung. Am 20. Sep­tem­ber 2003 wur­de das 20.000 Euro teu­re Pro­jekt ein­ge­weiht. Im Zen­trum der Gedenk­stät­te ste­hen Skulp­tu­ren von Chris­tia­ne Pütt­mann, die auf einem stäh­ler­nen Säu­len vie­le ver­schie­de­ne ver­stei­ner­te Gesich­ter zei­gen. Die Trau­er­stät­te soll betrof­fe­nen Eltern und Ange­hö­ri­gen “Raum für ihre Trau­er” geben.2 Jedes Jahr gibt es im Sep­tem­ber einen beson­de­ren Got­tes­dienst.


Die Skulp­tu­ren von Chris­ti­ne Pütt­mann.

Wei­te­re Ansich­ten.

Wei­te­re Ansich­ten.

Am 19. Sep­tem­ber 2010 wur­de die Trau­er­stät­te um einen 82 Zen­ti­me­ter hohen, an einem 2,50 hohen Mast ange­brach­ten Engel mit Posau­ne ergänzt. Das Wind­spiel, das Hoff­nung auf die Ewig­keit machen soll, wur­de aus Spen­den finan­ziert.3


Engel mit Posau­ne.

Der zen­tra­le Grab­stein der “Trau­er­stät­te zur Erin­ne­rung ver­stor­be­ner Kin­der”

Denkstein und Eiche zur Mahnung für Nachhaltigkeit in den Ronsdorfer Anlagen

Der Gedenk­stein und die Eiche zur Mah­nung für Nach­hal­tig­keit

Am 4. Juli 2010 wur­de in den Rons­dor­fer Anla­gen ein Denk­stein mit der Mah­nung nach Nach­hal­tig­keit zu stre­ben durch das Team Wup­per­tal der Siel­manns Natur-Ran­ger ein­ge­weiht. Anläss­lich der Ein­wei­hung wur­de auch eine im Jahr 2000 gekeim­te Eiche gepflanzt. Der Denk­stein soll nicht an etwas Ver­gan­ge­nes geden­ken, wie die meis­ten Denk­mä­ler, son­dern Mah­nen, dass unse­re Welt auch in Zukunft noch lebens­wert bleibt. Die Ein­wei­hung wur­de durch einen Got­tes­dienst und eine Thea­ter­auf­füh­rung der Natur-Ran­ger gestal­tet.1 Die Denk­stein­set­zung bil­de­te den Abschluss eines Pro­jek­tes zur Nach­hal­tig­keit, bei dem die Siel­mann Natur-Ran­ger und inter­es­sier­te Rons­dor­fer “Brie­fe an die Zukunft”, genau­er an die im Jahr 2200 leben­den Rons­dor­fer, schrei­ben konn­ten. Die­se Brie­fe wur­den von den Natur-Ran­gern gesam­melt und am Ende des Pro­jek­tes dem Archiv der Evan­ge­li­schen Kir­che über­ge­ben.2 Vor­bild für die­se Akti­on waren die nord­ame­ri­ka­ni­schen Iro­ke­sen, die Ent­schei­dun­gen immer im Hin­blick auf die nächs­ten sie­ben Gene­ra­tio­nen tra­fen.3


Die Inschrift der bron­ze­nen Gedenk­ta­fel

“Denkstein’Unsere größ­te Her­aus­for­de­rung in die­sem Jahr­hun­dert besteht dar­in, die nach­hal­ti­ge
Ent­wick­lung zu einer täg­li­chen Rea­li­tät für alle Men­schen zu machen.’
Kofi Ann­an (Gha­na, Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen von 1997 bis 2006)+++ Kalk­stein vor fast 350 Mio. Jah­ren ent­stan­den +++ Eiche 2000 gekeimt +++ Denk­stein: 4.Juli 2010 errich­tet +++Im Archiv der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Rons­dorf lie­gen die Brie­fe der Rons­dor­fer Natur-Ran­ger, / die im Früh­ling 2010 ihre Sicht der Welt und ihre Wün­sche und Hoff­nun­gen auf eine nach­hal­ti­ge / Ent­wick­lung bis zum 1.Januar 2200 nie­der­ge­schrie­ben haben. Die­ser Denk­stein soll dar­an erin­nern. /
www.denkmodelle.de/denkstein.htmlEine Akti­on der Siel­manns Natur-Ran­ger Deutsch­land e.V., Team Wup­per­tal /mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Stif­tung Kalk­wer­ke Oetels­ho­fen / und des Rons­dor­fer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins.”

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges der Gemeinde Nächstebreck-Schellenbeck

Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges der ehemaligen Gemeinde Nächstebreck-Schellenbeck.
Das Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­krie­ges
der ehe­ma­li­gen Gemein­de Nächs­te­breck-Schel­len­beck.

Am Volks­trau­er­tag des Jah­res 2010 (14.November) wur­de auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof Bra­cken das Krie­ger­denk­mal der Gemein­de Nächs­te­breck-Schel­len­beck für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs ein­ge­weiht. Auf­grund star­ken Regens fand die Ein­wei­hung in der Fried­hofs­ka­pel­le statt.1 Es ist eines der weni­gen Denk­mä­ler, das für die Gefal­le­nen des Krie­ges neu errich­tet wur­de. Ange­sto­ßen hat­te die Errich­tung Inge Kuhl­mann, die bei einem Gespräch 2006 mit einem Mit­glied des Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge (VDK), Mat­thi­as Kreb­bers, auf den Tod ihres Vaters zu spre­chen kam. Am 19.Mai 1943 war Ober­feld­we­bel Wal­ter Kuhl­mann, fünf Mona­te vor der Geburt sei­ner Toch­ter, in Russ­land gefal­len. Die­se erhielt spä­ter den Wehr­pass ihres Vaters und mit die­sem konn­te sich Mat­thi­as Kreb­bers auf die Suche nach dem Grab von Wal­ter Kuhl­mann machen.


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Detail

Am 15.Januar 2007 erhielt sie dann die Nach­richt, dass ihr Vater auf dem Sol­da­ten­fried­hof in Antrop­schi­no, 25 Kilo­me­ter süd­lich von St. Peters­burg bestat­tet wor­den war. Im Juli 2008 besuch­te sie das Gelän­de des Sol­da­ten­fried­hofs, den bereits die deut­schen Sol­da­ten bei ihrem Rück­zug dem Erd­bo­den gleich gemacht hat­ten und der heu­te von Gär­ten und Häu­sern teil­wei­se über­baut ist. Da eine Umbet­tung auf den Sol­da­ten­fried­hof Solo­gu­bow­ka geplant war, beschloss Inge Kuhl­mann die sterb­li­chen Über­res­te ihres Vaters nach Hau­se zu holen. Im Herbst 2009 [nicht 2008 wie im WZ-Arti­kel ange­ge­ben] erhielt sie die Erken­nungs­mar­ke ihres Vaters.2


Am 17.Dezember 2009 konn­te sie den Gebei­ne­sarg in Ros­tock in Emp­fang neh­men und am 28.Dezember 2009 auf dem Fried­hof Bra­cken neben sei­ner Frau und Inges Kuhl­mann Mut­ter bestat­ten. Nach 66 Jah­ren war ihr Vater zurück­ge­kehrt.3 Aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen über die Rück­ho­lung ihres Vaters fin­den sich in einem Inter­view mit Inga Kuhl­mann durch Mat­thi­as Kreb­bers.


Eine der vier Stelen mit den Namen der Gefallenen.
Eine der vier Ste­len mit den Namen der Gefal­le­nen.

Durch die­se Erfah­rung sen­si­bi­li­siert, fand sie bei ihrer Arbeit im Gemein­de­bü­ro drei Büch­lein, in denen der Pfar­rer Dan­nert damals alle 111 Gefal­le­nen ver­zeich­net hat­te. Inge Kuhl­mann hat­te nun einen Ort zur Trau­er, doch ande­re nicht. Sie ent­schloss sich, das zu ändern und warb mit Unter­stüt­zung des Bür­ger­ver­eins Nächs­te­breck um Spen­den für ein Krie­ger­denk­mal. Dafür hol­te sie auch die Erlaub­nis des Fried­hofs­ver­bands und der Stadt ein und erreich­te, dass der VDK die Pfle­ge des Denk­mals finan­ziert.4


25.000 Euro wur­den gespen­det. Der Schwel­mer Bild­hau­er Wal­ter Kess­ler schuf auf dem Platz um eine Buche vier Ste­len, auf denen Name, Geburts- und Todes­jahr der 117 Gefal­le­nen ver­zeich­net sind. Um den Platz her­um befin­den sich ein­zel­ne Grab­stel­len von Gefal­le­nen aus dem Ers­ten Welt­krieg, aber auch eines aus dem Zwei­ten Welt­krieg. Zwei der Stel­len tra­gen ein schlich­tes Eiser­nes Kreuz, auf den bei­den ande­ren steht die Inschrift: (Ein Zitat von Ador­no)

“Wenn du nicht weisst, was gewe­sen ist”

“kannst du nicht wis­sen, was wer­den kann.”

Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (2010)

Im Jahr 2008 rief der Wup­per­ta­ler Mäzen Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen Unter­neh­men und Bür­ger dazu auf, für eine neue Ver­si­on des Rit­ters von Elber­feld zu spen­den. Die­se Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals hat­te bis zum Zwei­ten Welt­krieg eine stei­ner­ne Nische am Elber­fel­der Rat­haus geschmückt. (Zum Vor­bild sie­he fol­gen­den Ein­trag: Figu­ren­schmuck des Elber­fel­der Rat­hau­ses (1901/02) 


Der neue Rit­ter von Elber­feld.

Der Anlass für die Rekon­struk­ti­on war einer­seits die Erin­ne­rung des 81jährigen Cam­p­hau­sen an das Ori­gi­nal, ander­seits aber auch die bevor­ste­hen­de Fei­er zu 400 Jah­ren Stadt­rech­ten für Elber­feld im Jahr 2010. 250.000 € wur­den für die Rekon­struk­ti­on ver­an­schlagt, drei Groß­spen­der garan­tier­ten gleich zu Beginn der Kam­pa­gne für 70.000 €. Schirm­herr der Spen­den­brief­ak­ti­on, in der 100 Brie­fe an Unter­neh­mer und Bür­ger ver­schickt wur­den, war Ober­bür­ger­meis­ter Peter Jung. Par­al­lel zur Spen­den­samm­lung mit Hil­fe des Kunst- und Muse­ums­ver­eins Wup­per­tal lief davon unab­hän­gig die Sanie­rung der Sand­stein­fas­sa­de des Rat­hau­ses seit 2006.1


Seit dem Beginn der Kam­pa­gne wur­de die Figur des Rit­ters von Elber­feld als Rit­ter Arnold bezeich­net. Der mir aktu­ell vor­lie­gen­den Quel­len­la­ge nach ist die­ses Bezeich­nung pro­ble­ma­tisch. Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung des his­to­ri­schen Vor­bilds nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings ist in den Stadt­rats­pro­to­kol­len von 1900/1901 die­ser Name nicht zu fin­den. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau  gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter namens Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Worrin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” bezeich­net, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2

Bereits im Okto­ber 2008 waren genü­gend Mit­tel zusam­men gekom­men, um die Fer­ti­gung der Figur, die Instal­la­ti­on und die Beleuch­tung zu decken. Hans-Uwe Flun­kert vom Gebäu­de­ma­nage­ment und Bezirks­bür­ger­meis­ter Hans Jür­gen Viteni­us reg­ten dar­auf­hin die Rekon­struk­ti­on der alle­go­ri­schen Figu­ren an, die den Ein­gang flan­kier­ten: Wahr­heit und Gerech­tig­keit. Ein ers­ter Kos­ten­vor­anschlag belief sich auf 80.000 €, aller­dings war man auf­grund des Mate­ri­al­werts der Figu­ren um deren Sicher­heit besorgt.3


Das his­to­ri­sche Vor­bild auf einer Foto­gra­fie. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die Auf­trag zur Rekon­struk­ti­on wur­de schließ­lich an die Düs­sel­dor­fer Kunst­gie­ße­rei Kay­ser ver­ge­ben. Das Gips-Modell des Pfer­des war im Juli 2009 fer­tig und wur­de bei einem Pres­se­be­such vor­ge­stellt. Ledig­lich mit einem Foto als Vor­bild wur­de die Figur des Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera nach­ge­bil­det. Aller­dings ent­schied man sich für einen Bron­ze­guss und nicht für eine Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer, abwei­chend vom Vor­bild.4


Die Nach­bil­dung des Rit­ters von Elber­feld. Es sind im Ver­gleich mit der obi­gen Foto­gra­fie eini­ge deut­li­che Unter­schie­de aus­zu­ma­chen. So hält der Knap­pe die Arm­brust enge am Kör­per, die Streit­axt des Rit­ters ist bes­ser zu sehen, das Schwert ist kür­zer und die Kopf­hal­tung des Pfer­des ist deut­lich anders.

In der Nacht auf den 26.Mai 2010 wur­de die kom­plet­te Figu­ren­grup­pe dann per Schwer­trans­port nach Wup­per­tal gebracht und in sei­ner Nische auf­ge­stellt.5 Die drei Meter hohe Figur wiegt 1,5 Ton­nen und kos­te­te am Ende 270.000 €. Nach der Anlie­fe­rung wur­de die Figur mit einem Tuch bis zur offi­zi­el­len Ent­hül­lung vor neu­gie­ri­gen Bli­cken geschützt.6 Am fol­gen­den Sams­tag, den 28.Mai 2010, wur­de die Figur um 13 Uhr ent­hüllt und von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen der Stadt als Geschenk über­ge­ben.


Der Ein­gang des Rat­hau­ses mit Wahr­heit und Gerech­tig­keit, sowie der Elber­fel­der Rit­ter in sei­ner Nische.

Die Figu­ren Wahr­heit und Gerech­tig­keit wur­den zusam­men mit dem Rit­ter von Elber­feld ange­bracht und der Stadt am sel­ben Tag zum Geschenk gemacht. Die Kos­ten von je 30.000 € wur­den eben­falls von Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen über den Kunst- und Muse­ums­ver­ein gesam­melt. Die Figu­ren bestehen abwei­chend vom Ori­gi­nal aus Bron­ze­guss und nicht aus getrie­be­nen Kup­fer, auch die Rekon­struk­ti­on wur­de sehr frei aus­ge­führt und erin­nert im Grun­de kaum an das Vor­bild von Hein­rich Gün­ther-Gera, auch wenn man sich auf die­se Vor­la­ge berief.8


Die Wahr­heit heu­te — der Ober­kör­per ist frei von Stoff, das lin­ke Bein ist ent­blößt,  den Spie­gel hält sie in der lin­ken Hand hoch über dem Kopf, sodass sie die Wahr­heit dar­in wohl kaum erken­nen kann.  Dazu kommt noch eine Schlan­ge, die auf dem Foto des Ori­gi­nals nicht zu erken­nen ist.

Die Wahr­heit im Ori­gi­nal. Züch­tig beklei­det, den Spie­gel in der rech­ten Hand — und sie schaut auch hin­ein. Auch der Gesichts­aus­druck ist ein ande­rer. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Die Gerech­tig­keit heu­te: Sie trägt eine Art Brust­pan­zer, dazu Buch oder Schild und Schwert in der lin­ken. Mit der rech­ten Hand hält sie eine Wage hoch. Sie ist bar­häup­tig und trägt Zöp­fe.

Das Ori­gi­nal: Die Gerech­tig­keit trägt lan­ge, wal­len­de Gewän­der, die weib­li­che Brust ist deut­li­cher sicht­bar, sie stützt sich mit der rech­ten Hand auf ein wel­len­för­mi­ges Schwert. In der lin­ken hält sie nur ein dickes Buch. Auf dem Kopf trägt sie eine Kro­ne, Zöp­fe sind nicht zu erken­nen.

Posi­ti­on der Repli­kas auf der Kar­te


Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (1901/02)

Zur Ori­en­tie­rung: Der Betrach­ter steht auf dem Neu­markt links vom Ein­gang. Die bei­den Figu­ren stel­len Kai­ser Bar­ba­ros­sa und Her­zog Johann III. von Berg dar. Die Foto­gra­fie ent­stand im August 1940. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2740

Am 24.Oktober 1900 weih­te der Kai­ser höchst­per­sön­lich das neue Elber­fel­der Rat­haus ein, nach­dem er bereits zuvor in Bar­men die Ruh­mes­hal­le und ihre Stand­bil­der eröff­net hat­te. Im Anschluss an die Ein­wei­hung des Rat­hau­ses fuhr der Kai­ser zur Pro­be mit der Schwe­be­bahn nach Voh­win­kel, wo er den Sie­ges­brun­nen ein­weih­te. Was der Kai­ser 1900 aller­dings nicht zu Gesicht bekam, war der Figu­ren­schmuck des Rat­hau­ses, die­ser war näm­lich noch nicht fer­tig und wur­de erst im fol­gen­den Jahr ange­bracht, die heu­te bekann­tes­te und wie­der­be­leb­te Figur des Rit­ters von Elber­feld kam sogar erst 1902 an ihren Platz.


Ein Stück wei­ter rechts, unge­fähr vom Jubi­lä­ums­brun­nen, ent­stand die­se Auf­nah­me, eben­falls im August 1940. Sie zeigt die Figu­ren von König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und den Rit­ter von Elber­feld mit sei­nem Knap­pen. Samm­lung Unte­re Denk­mal­be­hör­de, Nr. 2739

Der Ver­ga­be der Auf­trä­ge an die Bild­hau­er ging eine lan­ge und inten­si­ve Debat­te über die Qua­li­tä­ten der Künst­ler und der Aus­ge­stal­tung der Figu­ren vor­aus. Unter ande­rem stritt man sich, ob die Figu­ren in Wart­hau­er Sand­stein, in Gal­va­no-Bron­ze oder Bron­ze­guß aus­ge­führt wer­den soll­ten, am Ende ent­schied man sich für die Aus­füh­rung in getrie­be­nem Kup­fer. Ver­ant­wort­lich für die Anfer­ti­gung aller Figu­ren war die Fir­ma Knodt aus Frank­furt am Main. Alle dar­ge­stell­ten Figu­ren ver­wie­sen auf die Geschich­te (und eine Legen­de) Elber­felds. Zusätz­lich wur­den am Ein­gang noch zwei alle­go­ri­sche Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit ange­bracht.


Figur des Kai­sers Bar­ba­ros­sa (Fried­rich I.) Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/80

Kai­ser Bar­ba­ros­sa (ca.1122–1190) wur­de vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. In des­sen Herr­schaft wur­de der Hof Elber­feld als Tafel­gut des Köl­ner Erz­bis­tums erst­mals erwähnt. 1176 fiel der Hof als erb­li­cher Pfand­be­sitz an Graf Engel­bert von Berg, was der Kai­ser zwei­mal, 1179 und 1189 bestä­tig­te.


Figur des Her­zog Johann III. von Berg Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/81

Her­zog Johann III. (1490–1539) wur­de eben­falls vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Der ers­te Her­zog der ver­ei­nig­ten Her­zog­tü­mer Jülich-Kle­ve-Berg gewähr­te 1527 gegen eine Zah­lung von 861 Gold­gul­den das Garn­pri­vi­leg an die Bewoh­ner Bar­mens und Elber­felds, sodass im Her­zog­tum nur im Wup­per­tal Garn gebleicht und gezwirnt wer­den durf­te. Die Garn­nah­rung gilt als Beginn der Wup­per­ta­ler Tex­til­in­dus­trie.


Die Figur des König Fried­rich Wil­helm III. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/59

König Fried­rich Wil­helm III. (1770–1840) stamm­te aus der Hand des Düs­sel­dor­fer Bild­hau­ers Hein­rich Bau­ke. Zu sei­ner Leb­zeit wur­de das Wup­per­tal von der fran­zö­si­schen Fremd­herr­schaft befreit (1813) und gelang­te 1815 zum König­reich Preu­ßen.


Die Figur Kai­ser Wil­helms II. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/58

Kai­ser Wil­helm II. (1859–1941) wur­de vom Düs­sel­dor­fer Bild­hau­er Fried­rich Cou­bil­lier geschaf­fen. Der Anlass, die­se Figur am Rat­haus anzu­brin­gen, war schlicht, dass das neue Rat­haus in sei­ner Regie­rungs­zeit gebaut und von ihm ein­ge­weiht wur­de.


Der Rit­ter von Elber­feld und sein Knap­pe. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/53

Die impo­san­te Eck­fi­gur des Rit­ters von Elber­feld mit sei­nem muti­gen Knap­pen ent­stammt eben­falls dem Werk des Ber­li­ner Bild­hau­ers Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera. Sie wur­de im Herbst 1901 fer­tig­ge­stellt und im Mai 1902 in der Nische am Rat­haus ange­bracht.1 Es ist eine Figur aus der Sagen­welt des Wup­per­tals, die für die Treue eines Knap­pen zu sei­nem Herrn steht.
Ruth Mey­er-Kahr­weg erwähnt in ihrer Erläu­te­rung nicht den Namen des Rit­ters, auch in Otto Schells Werk “Ber­gi­sche Sagen” von 1897 wird kein Name erwähnt. Heu­te ist die Figur als Rit­ter Arnold bekannt, aller­dings wur­de die­se Bezeich­nung von den Stadt­ver­ord­ne­ten 1900/1901 nicht benutzt. Es ist aber nicht unge­wöhn­lich, dass Sagen in ver­schie­de­nen For­men erzählt wer­den. Lei­der fin­den sich bei vie­len Ver­sio­nen im Inter­net kei­ne Quel­len­an­ga­ben, sodass es schwer ist, die Her­kunft zu veri­fi­zie­ren. Über­ein­stim­mend berich­ten die Erzäh­lun­gen davon, dass ein Rit­ter ver­folgt wur­de und dass sein Knap­pe von einer unbe­kann­ten Furt in einem gro­ßem Fluss, sehr wahr­schein­lich dem Rhein, wuss­te. Der Rit­ter und sein Knap­pe konn­ten sich dort sei­nen Wider­sa­chern ent­zie­hen, da die­se der Strö­mung nicht stand­hiel­ten. Eine zwei­te Geschich­te erzählt von einer unheil­ba­ren Erkran­kung der Gemah­lin des Rit­ters. Der Knap­pe eil­te dar­auf­hin fort und hol­te die Milch einer Löwin, mit deren Hil­fe die Frau gesun­de­te. Der Rit­ter wur­de dar­auf­hin miss­trau­isch und ent­ließ den Knap­pen, der als Lohn fünf Gul­den ver­lang­te. Mit die­sem Geld soll­te der Rit­ter eine Glo­cke beschaf­fen, die in der Elber­fel­der Umge­bung auf­ge­hängt wur­de. In einer ande­ren Ver­si­on der Sage wird ein Rit­ter Arnold von Elver­feld als Prot­ago­nist genannt, der bei der Schlacht von Worrin­gen (1288) flie­hen muss­te und dann von sei­nem Knap­pen durch den Rhein geführt wur­de. Die­se his­to­risch beleg­te Figur wird aller­dings bei Otto Schell als “Frev­ler” genannt, der in Feh­de mit Adolf V. von Berg lag und in Elber­feld eine Räu­ber­burg unter­hielt und sein Unwe­sen als Raub­rit­ter trieb.2 Es scheint doch sehr frag­lich, dass die Stadt­vä­ter solch eine Per­son an ihrem neu­en Rat­haus haben woll­ten.


Alle­go­ri­sche Figur der Wahr­heit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/56

Zwei wei­te­re Figu­ren wur­den vom Ber­li­ner Bild­hau­er Pro­fes­sor Hein­rich Gün­ther-Gera geschaf­fen. Sie flan­kie­ren den Ein­gang und soll­ten den Stadt­ver­ord­ne­ten und sicher auch jeden Beam­ten und Bür­ger auf ihrem Weg durch das Rat­haus beglei­ten und bei Ent­schei­dun­gen mah­nend zur Sei­te ste­hen: Die Wahr­heit und die Gerech­tig­keit. Da die alle­go­ri­schen Figu­ren bei der Ein­wei­hung durch den Kai­ser noch nicht zur Ver­fü­gung stan­den, wur­de der jun­ge Bild­hau­er Eber­hard Schä­fer damit betraut, zwei in Gips model­lier­te und bron­zier­te Figu­ren der Wahr­heit und der Gerech­tig­keit zu schaf­fen, die spä­ter dann ersetzt wur­den.


Die Figur der Gerech­tig­keit. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/57

Alle Figu­ren auf einem Bild. Kai­ser Bar­ba­ros­sa, Her­zog Johann III. von Berg, König Fried­rich Wil­helm III, Kai­ser Wil­helm II. und der Rit­ter von Elber­feld (v.l.n.r.), im Ein­gangs­por­tal sind die “Wahr­heit” und “Gerech­tig­keit” zu sehen. Das Bild ent­stand zu den Fei­er­lich­kei­ten des 300.Jahrestages der Ver­lei­hung der Elber­fel­der Stadt­rech­te am 30.Juli 1910. Bild ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Im Zwei­ten Welt­krieg gin­gen alle Figu­ren ver­lo­ren, ob sie von Bom­ben zer­stört oder bei einer Mate­ri­al­samm­lung ein­ge­schmol­zen wur­den, ist unklar.[3]32010 wur­den die Figu­ren des Rit­ters von Elber­feld und der Gerech­tig­keit und der Wahr­heit neu geschaf­fen. 
Im Juli 2013 steht die Rekon­struk­ti­on der vier Herr­scher­fi­gu­ren zur Debat­te.

Anmer­kung:
Da der ursprüng­li­che Figu­ren­schmuck sowohl alle­go­ri­sche Figu­ren als auch his­to­ri­sche Figu­ren ent­hält, wird die­ser Ein­trag sowohl unter “Denk­mä­ler” als auch unter “Stadt­schmuck” gelis­tet.