Krakengreifer

Die Ein­fahrt zur Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge.

Im Juni 2011 stell­te die Abfall­wirt­schafts­ge­sell­schaft vor der Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge auf Kor­zert einen aus­ge­dien­ten Kran­ken­grei­fer in leuch­tend oran­gem Farb­ton auf, damit er als Wahr­zei­chen der Müll­ver­bren­nung die­ne.1


Der Kra­kenk­grei­fer dient dem Umschich­ten des Mülls und beför­dert sel­bi­gen zum Ofen­schacht.

Posi­ti­on des Objekts auf der Kar­te


Die Unterbarmer Findlinge

Der Find­ling aus Rich­tung Elber­feld.

Im Juli 2011 stell­te der Unt­er­bar­mer Bür­ger­ver­ein an den Gren­zen des Stadt­teils in der Mit­te der B7 zwei Find­lin­ge mit einem her­aus­ge­ar­bei­te­ten Logo auf, die die Pas­san­ten und Pas­sa­gie­re dar­auf hin­wei­sen sol­len, dass sie nun in den Stadt­teil zwi­schen Elber­feld und Bar­men-Mit­te kom­men. Gleich­zei­tig soll es die Prä­senz des Stadt­tei­les stär­ken. Die Kos­ten von 8000 Euro über­nah­men zu 80%  öffent­li­chen Mit­tel (Stadt­um­bau West und Ziel-2-För­de­rung der EU). Die Stei­ne ste­hen am Has­pel am Ende des Grün­strei­fens und am Grün­strei­fen in Höhe der Adler­brü­cke.1


Stand­ort am Has­pel

Stand­ort am Engelshaus/Adlerbrücke

Posi­ti­on des Find­lings am Has­pel


Posi­ti­on des Find­lings am Engels­gar­ten


Denkmal für das alte Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg

Die neue Ret­tungs­wa­che Süd.

Am Ende des Jah­res  2006 zog die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg von ihrem alten Gerä­te­haus an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße zur neu­en Ret­tungs­wa­che Süd an der Theis­hah­ner Stra­ße. Das alte Gerä­te­haus wur­de 2007 abge­bro­chen und wich einem Dis­coun­ter. Seit dem 9. April 2011 erin­nert die alte Uhr und eine Gedenk­ta­fel am neu­en Stand­ort der FFW Hah­ner­berg an die alte Hei­mat. Das städ­ti­sche Gebäu­de­ma­nage­ment und zahl­rei­che Spon­so­ren sorg­ten nicht für das neue Denk­mal, son­dern auch für die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit der Uhr, die seit­dem läuft und läuft und läuft… 1


Das Denk­mal

Eine drei­tei­li­ge klei­ne Gedenk­ta­fel erklärt über einem Bild des alten Gerä­te­hau­ses:

Das alte
Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus

Hah­ner­ber­ger Stra­ße 99–101

Die Geschich­te der
Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Hah­ner­berg

Als im Som­mer des Jah­res 1883 ein herr­li­cher Tag zu Ende ging, spie­gel­te sich die unter­ge­hen­de Son­ne glut­rot in einem Hah­ner­ber­ger Dach­fens­ter. Spa­zier­gän­ger glaub­ten an ein Feu­er und eil­ten zur ver­meint­li­chen Brand­stel­le. Erst dort erkann­ten sie die opti­sche Täu­schung. Aus die­ser Schreck­si­tua­ti­on wuchs der Gedan­ke, den Mit­bür­gern in einem Brand­fall all­zeit Hil­fe leis­ten zu kön­nen. Am 06.07.1883 wur­de daher die Grün­dung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Hah­ner­berg beschlos­sen. Vie­le Jahr­zehn­te stan­den den Feu­er­wehr­leu­ten nur Ver­eins­lo­ka­le für ihre Ver­samm­lun­gen zur Ver­fü­gung. Erst am 02.05.1931 konn­te das lang ersehn­te Feu­er­wehr­haus an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße ein­ge­weiht wer­den.
Mit stets bes­ser wer­den­der Tech­nik und immer moder­ne­ren Fahr­zeu­gen rück­ten die Flo­ri­ans­jün­ger von nun an aus der Fahr­zeug­hal­le des impo­san­ten Gebäu­des aus. Auch der 2. Welt­krieg konn­te dem Gebäu­de — bis auf klei­ne­re Schä­den — nichts anha­ben. Die Bewoh­ner der Miet­woh­nun­gen des Feu­er­wehr­hau­ses und die in der Umge­bung leben­den Kame­ra­den wur­den lan­ge Zeit durch die auf dem Dach mon­tier­te Sire­ne alar­miert. 75 Jah­re lang beher­berg­te das Gebäu­de die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg.
Im Jahr 2005 wur­de das gesam­te Gelän­de an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße ver­kauft und ein moder­nes Gebäu­de an der Theis­hah­ner Stra­ße errich­tet. Die Wehr muss­te Abschied neh­men von ihrem bis­he­ri­gen Stand­ort und  zog schließ­lich am 21.12.2006 in ihre neu­en Räum­lich­kei­ten um. Im Früh­jahr 2007 erfolg­te sodann der Abriss der orts­prä­gen­den “Alten Wache”. Übrig geblie­ben ist allei­ne die gro­ße Uhr, die am Siren­en­turm auf dem Dach des Feu­er­wehr­hau­ses ange­bracht war.

Neh­men Sie sich also etwas Zeit
für eine kur­ze Erin­ne­rung
an das alte Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus
an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße 99 — 101.”


Die Gedenk­ta­feln.

 

Turmkreuz zur Erinnerung an das Cronenberger Rathaus

Das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, 1900–1943. Es wur­de 1953 trotz der Mög­lich­keit des Wie­der­auf­baus und gro­ßer Pro­tes­te der Cro­nen­ber­ger abge­ris­sen.

Am 8. Mai 2011 wur­de neben dem alten Cro­nen­ber­ger Rat­haus an der Ecke Haupt­stra­ße und Herich­hau­ser Stra­ße ein kom­pak­tes, stei­ner­nes Kreuz auf­ge­stellt. Es han­delt sich hier­bei um das Turm­kreuz des im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten neu­en Rat­hau­ses. Die Geschich­te des Kreu­zes begann im Jahr 1900, als das Rat­haus in Cro­nen­berg errich­tet wur­de und mit sei­nem hohen Turm weit­hin sicht­bar die Stadt Cro­nen­berg ver­trat. Zehn Jah­re nach dem ver­hee­ren­den Bom­ben­an­griff im Jahr 1943 konn­te Horst Don­ner, Metz­ger und Gast­wirt, das Turm­kreuz beim Abriss des Bau­werks vor der Zer­stö­rung bewah­ren und stell­te es in sei­ner Gast­wirt­schaft an der Schor­fer Stra­ße aus. 2002 wur­de das Kreuz von den Nach­fol­gern Don­ners, den Ehe­leu­ten Kauf­mann, an den Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein über­ge­ben.


Das Cro­nen­ber­ger Rat­haus­kreuz.

An die­se Geschich­te des Kreu­zes erin­ner­te der Vor­sit­zen­de des CHBV, Rolf Tesche, bei Ein­wei­hung des klei­nen Denk­mals am 8. Mai 2011 und bedank­te sich für die Hil­fe bei Dr. Heinz Häus­chen, dem Besit­zer des Grund­stücks, dem Archi­tek­tur­bü­ro Flig­ge für den Ent­wurf der Hal­te­rung, die der Form des eins­ti­gen Tur­mes ent­spricht, der Fir­ma Gis­bert Krä­mer für die Aus­füh­rung der­sel­bi­gen und der Fir­ma Schoe­nen Bau­stof­fe für die Bereit­stel­lung des Mate­ri­als hier­für. Wal­ter Fried­rich erhielt den Dank für die Gestal­tung der Infor­ma­ti­ons­ta­feln, die neben dem neu­en Denk­mal ange­bracht wur­den. Der Cro­nen­ber­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter, Micha­el-Georg von Wen­c­zow­sky, begrüß­te in einer Anspra­che die Auf­stel­lung des Denk­mals und wies dar­auf­hin, dass dies in einem Jahr gesche­he, in dem städ­ti­schen Spar­maß­nah­men die Öff­nungs­zei­ten des Cro­nen­ber­ger Bür­ger­bü­ros wei­ter ein­schränk­ten.1


Neu und Alt. Im Hin­ter­grund das alte Cro­nen­ber­ger Rat­haus, im Vor­der­grund das Kreuz der Turm­spit­ze des neu­en.

1876 wur­de das Haus an der Haupt­stra­ße 61 erbaut und dien­te als ers­tes Cro­nen­ber­ger Rat­haus. Der fol­gen­de rasan­te Auf­schwung der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­in­dus­trie ermög­lich­te und erfor­der­te den Bau eines neu­en Rat­hau­ses am heu­ti­ge Rat­haus­platz. Das alte Gebäu­de dien­te nun einer höhe­ren Töch­ter­schu­le, die 1932 in die Real­schu­le am Len­z­haus inte­griert wur­de. Spä­ter zog das Café Trel­le ein2, heu­te haben hier Ärz­te ihre Pra­xen.

Bereits 2001 war das Sand­stein­re­li­ef mit dem Cro­nen­ber­ger Wap­pen, wel­ches das Rat­haus geziert hat­te, zur Erin­ne­rung an die­ses Gebäu­de und Sym­bol Cro­nen­ber­ger Eigen­stän­dig­keit am Rat­haus­platz auf­ge­stellt wor­den.


Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2018:

Am 10. März 2017 wur­de das Turm­kreuz auf den Rat­haus­platz zum Sand­stein­re­li­ef ver­setzt. Der CHBV erhofft sich am his­to­ri­schen Ort mehr Auf­merk­sam­keit.3


Ob der Ort nun wirk­lich bes­ser ist?

Gedenktafel für die Vohwinkler Opfer des Nationalsozialismus

Am links im Bild zu sehen­den Pfei­ler hing die Gedenk­ta­fel von Novem­ber 2011 bis Mai 2012.

Ende Janu­ar 2012 ent­deck­te ich am mitt­le­ren Pfei­ler der Schwe­be­bahn­sta­ti­on Voh­win­kel eine klei­ne metal­le­ne Gedenk­ta­fel, die an die Voh­wink­ler Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­nert. Ers­te Recher­chen zum Hin­ter­grund ver­lie­fen erfolg­los. Die WSW wuss­ten selbst nichts von der Gedenk­ta­fel, auch die Bezirks­ver­tre­tung Voh­win­kel war nicht infor­miert.1 Am 23.Mai 2012 ent­schied die Geschäfts­füh­rung der WSW die Gedenk­ta­fel zu ent­fer­nen, da sie ohne jede Kon­takt­auf­nah­me instal­liert wor­den war.2 Die ein­zi­ge Spur, die von einer Gedenk­ta­fel in Voh­win­kel berich­tet, fin­det sich in einer Ter­min­an­kün­di­gung zu einer Demons­tra­ti­on am 9.November 2011 auf der Home­page des Anti­fa-Cafés Wup­per­tal. Dort heißt es:


“17:00 Uhr Kaiserstrasse/ Ecke Edith-Stein Stras­se:
Gedenk­kund­ge­bung für die Voh­wink­ler NS-Opfer mit Gedenk­ta­fel­ent­hül­lung“3

Ob damit die­se Gedenk­ta­fel gemeint ist, bleibt unklar. Die Schwe­be­bahn­sta­ti­on fin­det sich nicht an der Kai­ser­stra­ße/E­dith-Stein-Stra­ße, son­dern an der Voh­wink­ler Stra­ße in Höhe der Ein­mün­dung der Rubensstra­ße. Alle wei­te­ren Recher­chen blie­ben erfolg­los.


Die Gedenk­ta­fel.

Die Gedenk­ta­fel selbst ver­zeich­net unter der Inschrift:

In Erin­ne­rung an die Voh­wink­ler NS-Opfer”

24 Namen von Opfern der NS-Dik­ta­tur, dar­un­ter Juden, Eutha­na­sie-Opfer, KZ-Häft­lin­ge und Zwangs­ar­bei­ter. Wie die­se Namen zustan­de kom­men und ob die Lis­te voll­stän­dig ist, konn­te auch nicht geklärt wer­den. Ver­gleicht man die Namen mit dem Gedenk­buch Wup­per­tal, fällt auf, dass z.B. die Zwangs­ar­bei­te­rin Valen­ti­na Bori­sen­ko fehlt. Dafür fin­det sich zu Mar­ga­re­te Stri­cker im Gedenk­buch kein Ein­trag. Die Tafel schließt mit dem Ver­spre­chen:

Nichts und nie­mand ist ver­ges­sen!
9.November 2011”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenksteine für Zwangsarbeiter und russische Kinder an der Ehrengrabanlage auf dem Friedhof Krummacher Straße

Einer der bei­den Find­lin­ge mit einer Bron­ze­ta­fel an der Trep­pe zur Ehren­grab­an­la­ge.

Auf Anre­gung einer Pri­vat­per­son brach­te die Stadt Wup­per­tal im März oder April 2001 an der Ehren­grab­an­la­ge für rus­si­sche, hol­län­di­sche und fran­zö­si­sche Zwangs­ar­bei­ter und rus­si­sche Kin­der auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof Krum­ma­cher Stra­ße wei­ße Alu­mi­ni­um-Schil­der mit schwar­zer Schrift an.


Eines der bei­den Alu­mi­ni­um-Schil­der, die von 2001 bis 2011 an der Ehren­grab­an­la­ge stan­den. Das Foto wur­de freund­li­cher­wei­se von San­dra Schel­ter zur Ver­fü­gung gestellt. Dan­ke.

Im Zuge der Sanie­rung der Anla­ge vom Novem­ber 2010 bis Febru­ar 2011 wur­den die­se durch zwei Bron­ze­ta­feln auf Find­lin­gen ersetzt.1 Außer­dem wur­den Wege- und Platz­flä­chen neu gestal­tet und wie­der­her­ge­stellt, sowie die Bepflan­zung erneu­ert und ergänzt. Die Mit­tel dazu in Höhe von rund 33.000 Euro stamm­ten aus Lan­des­mit­teln. 127 Zwangs­ar­bei­ter sind auf der Ehren­grab­an­la­ge bestat­tet.2


Eine der Bron­ze­ta­feln

Die Inschrift der Bron­ze­ta­feln, die mit der der Alu­mi­ni­um-Schil­der iden­tisch ist, lau­tet:

“Grä­ber­an­la­ge
zur Erin­ne­rung
an rus­si­sche, hol­län­di­sche und fran­zö­si­sche
Zwangs­ar­bei­ter sowie rus­si­sche Kin­der,
die wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs
in Wup­per­tal gestor­ben sind.”
Ansicht der Anla­ge

Die Grab­stel­len

Ein Grab­stein

Ein Mehr­per­so­nen­grab

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Das Drei-Kaiser-Denkmal und die Freiheitseiche

Am 9. Novem­ber 1814 wur­de auf dem Elber­fel­der Neu­markt eine Eiche gepflanzt, die dar­an erin­nern soll­te, dass genau ein Jahr zuvor die Stadt von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft befreit wor­den war. Dem vor­aus­ge­gan­gen war ein Auf­ruf “zahl­rei­cher ächt deutsch gesinn­ter Män­ner” im Nie­der­rhei­ni­schen Anzei­ger (Nr. 37 vom 2.November 1814), einer Bei­la­ge der Pro­vin­zi­al-Zei­tung Elber­feld. In dem Auf­ruf wur­den die stol­zen Gefüh­le der wie­der­ge­won­nen deut­schen Frei­heit beschwo­ren. Die auf­ru­fen­den Män­ner konn­ten “unmög­lich umhin, den Wunsch, der in ihrer See­le ruht, laut aus­zu­spre­chen, daß man doch auch hier zum ewi­gen Andenken der ret­ten­den Schlacht bei Leip­zig ein Denk­mal stif­ten möch­te[…]”. Die­ses Denk­mal soll­te um die zu pflan­zen­de Eiche ent­ste­hen, wes­we­gen das Denk­mal auch den Namen “Frei­heits­ei­che” trägt. Auf vier Qua­der­stei­nen soll­ten die drei ver­bün­de­ten Mäch­te geehrt und der Grund der Errich­tung erklärt wer­den. Der Ober­bür­ger­meis­ter Brü­ning stimm­te in der nächs­ten Aus­ga­be am Fol­ge­tag der Errich­tung zu und reg­te an, dem Denk­mal eine “Fon­tai­ne” hin­zu­zu­fü­gen, da für kla­res, hel­les Was­ser auf dem Markt­platz ein drin­gen­des Bedürf­nis bestand. Schließ­lich über­leg­te man einen Tag spä­ter sogar, hei­len­des Mine­ral­was­ser zuzu­füh­ren und so “sie­chen Kör­pern” Gene­sung zu ver­schaf­fen. Doch zunächst wur­de die Eiche gepflanzt.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf dem Neu­markt, vor dem 21.6.1894, an dem der Düs­sel­dor­fer Hof (das Haus an der rech­ten Sei­te hin­ter dem der Schorn­stein zu sehen ist) abge­ris­sen wur­de. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/7/2

Am 3.Januar 1815 grün­de­ten dann 46 Män­ner mit “ächt deut­scher Gesin­nung” die Eichen­ge­sell­schaft und began­nen mit der Pla­nung des Denk­mals. Am 29.August 1817 konn­te der Grund­stein gelegt wer­den, am 26.September erklär­te der König sei­ne Zustim­mung zu dem Denk­mal und am 9.November 1817 fand die Ein­wei­hung statt.


Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts vor 1894. Links vom Mit­tel­punkt des Bil­des die Frie­dens­ei­che und ihre Ein­he­gung. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Post­kar­te mit der Ansicht des Neu­markts aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve vor 1894. Im Zen­trum die Frie­dens­ei­che. (Bild ergänzt am 9. Juli 2018)

Im Jahr 1894 wur­de der Neu­markt umge­stal­tet und das Denk­mal muss­te an einen neu­en Stand­ort ver­setzt wer­den. Man ent­schied sich für die Alte Hardt. Am 9.November 1894 rief der “Hülfs-Ver­ein für gedien­te Wehr­män­ner” zur Teil­nah­me an einer neu­en Pflan­zung einer Eiche am sel­ben Tag um 10:30 Uhr auf.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal um 1910 auf der Hardt. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 2.11.2

Der genaue Stand­ort ist ein wenig schwer zu bestim­men, da die Hardt ja auch mehr­fach umge­baut und ver­än­dert wur­de. Auf jeden Fall erkennt man im Hin­ter­grund der Post­kar­te die Kirch­tür­me von Sankt Mari­en. Ruth Mey­er-Kahr­weg loka­li­siert das Denk­mal ober­halb des Suid­bert-Denk­mals, wel­ches wie­der­um auf dem heu­ti­gen Spiel­platz­be­reich der Alten Hardt stand.


Die Inschrif­ten der Säu­len lau­ten:
“Franz
dem I.
Kai­ser
von
Oes­ter­reich”
“Alex­an­der
dem I.
Kai­ser
aller
Reus­sen.”

Fried­rich
Wil­helm
dem III.
König
von Preus­sen.”

 “Zum Andenken
des IX.Novembers
MCCCXIII
des Ein­zugs­ta­ges
der ers­ten
ver­bün­de­ten
Trup­pen
Errich­tet
von der
Eichen
Gesell­schaft

Nach­dem das Denk­mal an sei­nem neu­en Stand­ort auf­ge­stellt wur­de, ergänz­te man, ohne dass sich heu­te ein Datum ermit­teln lie­ße, eine Tafel, wie auf dem fol­gen­den Foto zu erken­nen ist. Die Tafel exis­tiert nicht mehr.


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/9/15

Die Inschrift lau­te­te:

Errich­tet
auf dem Neu­markt
A.D.1817
————
Über­ge­führt
nach der Hardt
im Novem­ber
1894”

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Eiche beschä­digt und muss­te ent­fernt wer­den, der Rest blieb zunächst erhal­ten, bis man das Denk­mal (in den 50er Jah­ren 1) wegen der Erwei­te­rung des Spiel­plat­zes demon­tier­te und auf dem Lager­platz auf der Hardt depo­nier­te.2


Das Drei-Kai­ser-Denk­mal 2011.
Am 13.Januar 1990 erin­ner­te Ulla Dah­men-Ober­bos­sel in der West­deut­sche Zei­tung an das Denk­mal und beklag­te, dass es auf der Hardt ver­gam­me­le. Ein bereits zwei­ein­halb Jah­re zuvor durch die WZ ange­reg­te Auf­stel­lung im Hof des His­to­ri­schen Zen­trums wur­de aus Platz­grün­den vom Gar­ten­amt abge­lehnt.3 Erst fünf Jah­re spä­ter konn­te die WZ einen neu­en Sach­stand ver­mel­den: am 4.März 1995 pflanz­te Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau einen neu­en Baum, der eben­so wie das Fun­da­ment des Denk­mals vom Bezirks­ver­band Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land gestif­tet wor­den war. Als Stand­ort bot das Gar­ten- und Forst­amt die ehe­ma­li­ge Kut­schen­auf­fahrt des Ber­gi­schen Hau­ses an. Minis­ter­prä­si­dent Rau bezeich­ne­te die Pflan­zung als “gute Tra­di­ti­on” und Bäu­me als “Sinn­bild des Lebens”. Das Pflan­zen von Bäu­men habe er in Isra­el gelernt, gleich­wohl war er froh, dass er ange­sichts der Grö­ße des Bau­mes die Pflan­zung nur sym­bo­lisch vor­neh­men muss­te. Die Ober­bür­ger­meis­te­rin Ursu­la Kraus freu­te sich über einen neu­en Anzie­hungs­punkt auf der Hardt, aller­dings fehl­ten noch 50.000 DM zur Sanie­rung der Säu­len.4 War­um die WZ in ihren Arti­keln 1995 den Baum hart­nä­ckig als Frie­dens­ei­che bezeich­net, ist unklar, die Moti­va­ti­on war 1814 ein­deu­tig ein Sym­bol der Frei­heit zu schaf­fen.
Wei­te­re vier Jah­re spä­ter konn­te die WZ end­lich die Ret­tung des Denk­mals berich­ten. Die Fir­ma Vor­werk & Co. schenk­te der Stadt zum 70jährigen Stadt­ju­bi­lä­um am 1.August 1999 die Restau­rie­rung der Säu­len in Höhe von 50.000 DM.5 Zunächst muss­te jedoch ein Rück­schlag ver­kraf­tet wer­den, Unbe­kann­te hat­ten im Früh­jahr 2000 die von Johan­nes Rau gepflanz­te Eiche zer­stört. Der Bezirks­ver­ein Gar­ten- u. Land­schafts­bau Ber­gisch Land stif­te­te erneut eine Eiche für das Denk­mal. Am 9.November 2000 — ent­spre­chend der his­to­ri­schen Tra­di­ti­on — wur­de das restau­rier­te Denk­mal vom Ober­bür­ger­meis­ter Hans Kre­men­dahl in Anwe­sen­heit des Stif­ters Dr.Jörg Mit­tels­ten Scheid (der per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­ter der Fir­ma Vor­werk & Co.) sei­ner Bestim­mung über­ge­ben.6 Am 15.November 2001 muss­te die WZ erneut ver­kün­den, dass die Eiche ersetzt wer­den muss­te, da man sie gefällt hat­te.7

Zur Neu­errich­tung wur­de auch eine neue Tafel ange­fer­tigt, die am Rand des klei­nen Plat­zes über das Denk­mal und sei­ne Geschich­te auf­klärt:


Die neue Tafel unweit des Denk­mals.

Die Inschrift lau­tet:

 “Drei-Kai­ser-Denk­mal
Die Frei­heits­ei­che
Denk­mal der Eichen­ge­sell­schaf­tAm 9.November 1814 Jah­res­tag der Befrei­ung Elber­felds von der napo­leo­ni­schen Herr­schaft auf dem Neu­markt in Elber­feld gepflanzt. Am 9.November 1817 mit einem stei­ner­nen Denk­mal umge­ben.
1894 zur Hardt über­führt
1943, im 2.Weltkrieg, stark zer­stört
Am 4.März 1995 vom Bezirks­ver­band Gar­ten- und Land­schafts­bau Ber­gisch Land unter der Schirm­herr­schaft  des Minis­ter­prä­si­den­ten von Nord­rhein-West­fa­len, Johan­nes Rau, als neu­er Baum gepflanzt.
Rekon­struk­ti­on des Denk­mals unter Ver­wen­dung der his­to­ri­schen Stein­frag­men­te mit einer gross­zü­gi­gen Spen­de der Fami­lie Mit­tels­ten Scheid anläss­lich des 70.Jahrestages der Grün­dung der Stadt Wup­per­tal im Jahr 1999 und Wie­der­eröff­nung des Denk­mals am 9.November 2000.”
[Es fol­gen die Inschrif­ten der vier Säu­len.]
Im Dezem­ber 2011 wur­de bekannt, dass rus­si­sche Poli­ti­ker der Stadt ange­bo­ten haben, die Instand­set­zung des gesam­ten Denk­mals zu finan­zie­ren.8 Urhe­ber des Vor­schlags war das Wup­per­ta­ler Deutsch-Rus­si­sche Kul­tur­zen­trum “Applaus”.9  Laut Radio Wup­per­tal zwei­felt die Stadt aber am Wil­len, die Sanie­rung ent­spre­chend dem deut­schen Denk­mal­schutz-Richt­li­ni­en durch­zu­füh­ren.10 Ende Dezem­ber erklär­te die Ver­wal­tung zum Vor­ha­ben des rus­si­schen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten Gen­adj Kli­mow, dass kei­ne denk­mal­schutz­recht­li­chen Beden­ken vor­lä­gen. Aller­dings mahn­te man eine gründ­lich über­leg­te poli­ti­sche Ent­schei­dung an, schließ­lich besitzt eine Instand­set­zung die­ses Denk­mals, das drei auto­ri­tä­re Herr­scher ehrt, erheb­li­chen Sym­bol­cha­rak­ter — eben­so wie die Ableh­nung die­ses Vor­schlags.11 Ergän­zung vom 29.November 2012:
Am 21. Mai 2012 stell­te die Kom­mis­si­on der Kul­tur des Erin­nerns fest:

Dr. Ill­ner erläu­tert die his­to­ri­sche Aus­gangs­si­tua­ti­on des Drei-Kai­ser-Denk­mals. Wie ande­re Denk­mä­ler sei auch das Drei-Kai­ser-Denk­mal auf der Hardt als Hin­weis auf die Macht des rus­si­schen Zaren zu ver­ste­hen. Aus sei­ner Sicht ist es frag­lich, das Denk­mal in sei­nen ursprüng­li­chen Zustand zurück­zu­ver­set­zen. Auf­grund einer Restau­rie­rung des Denk­mals vor acht Jah­ren mit Unter­stüt­zung von Dr. Mit­tels­ten Scheid befin­det es sich in einem gepfleg­ten Zustand. Eine Hin­weis­ta­fel zur Bedeu­tung des Denk­mals ist vor­han­den.
Die Kom­mis­si­on ist sich einig, dem Anlie­gen der Initia­to­ren nicht zu ent­spre­chen.”
12


Im Juni 2012 fand auf Ein­la­dung des Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Kul­tur­fo­rums im Deutsch-Rus­si­schen Kul­tur­zen­trums “Applaus” eine Podi­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge der Restau­rie­rung des Denk­mals statt. Teil­neh­mer waren der Lei­ter des His­to­ri­schen Zen­trums, Dr. Ill­ner, der Wup­per­ta­ler His­to­ri­ker Micha­el Oko­ry, Lud­mil­la Guti­na, die Geschäfts­füh­re­rin von “Applaus”, Jew­ge­nij Schma­gin, Gene­ral­kon­sul der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on in Bonn und der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Rein­hard Grätz. Wäh­rend Schma­gin und Guti­na die rus­si­sche Initia­ti­ve als Bei­trag zur deutsch-rus­si­schen Völ­ker­ver­stän­di­gung  und eine Erin­ne­rung an deutsch-rus­si­sche Gemein­sam­keit (der Kampf gegen Napo­le­on) ver­stan­den wis­sen woll­ten, lehn­ten die His­to­ri­ker Okroy und Ill­ner die Ein­mi­schung Russ­lands in eine Denk­mal der Elber­fel­der Bür­ger­schaft ab. Außer­dem ver­deut­li­che der jet­zi­ge Zustand die wech­sel­vol­le Geschich­te des Denk­mals und der Stadt und eben­so die Geschich­te der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen.13
Im Juli 2012 beton­te Lud­mil­la Guti­na noch ein­mal den Wil­len, das Denk­mal mit Hil­fe von Spen­den, unter ande­rem aus Russ­land, zu restau­rie­ren, da es ein­zig­ar­tig in Euro­pa sei. Im Vor­der­grund ste­he das Geden­ken an die Befrei­ung Elber­felds von den Fran­zo­sen und nicht das Geden­ken an die Mon­ar­chen. Die Moti­va­ti­on der rus­si­schen Initia­ti­ve, die das Kul­tur­zen­trum ver­trat, sei die Erin­ne­rung an die Rus­si­sche Geschich­te.14
Im Novem­ber 2012 star­te­ten dann 15 Wup­per­ta­ler Bür­ger einen neu­en Auf­ruf zur Restau­rie­rung des Denk­mals, unter ihnen die His­to­ri­ker Klaus Goe­bel, Ruth Mey­er-Kahr­weg und der ehe­ma­li­ge Kul­tur­de­zer­nent Heinz Theo­dor Jüch­ter. Idea­ler­wei­se soll­te die Restau­rie­rung des Bür­ger­denk­mals von den Wup­per­ta­ler Bür­gern auch finan­ziert wer­den.15
Am 28. Novem­ber 2012 beschloss über­ra­schen­der Wei­se der Kul­tur­aus­schuss der Stadt auf einen am sel­ben Tag ein­ge­reich­ten Antrag der CDU und der SPD, dass die Ver­wal­tung das Denk­mal restau­rie­ren soll­te und die Finan­zie­rung dafür ver­trag­lich mit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on geklärt wer­den soll­te. Begrün­det wur­de der Antrag damit, dass die Hardt-Anla­ge als Gar­ten­denk­mal ins Euro­päi­sche Gar­ten­netz­werk auf­ge­nom­men wur­de und dabei auch das Denk­mal als eines der ältes­ten in Deutsch­land eine Rol­le gespielt habe. Die­se Sach­ver­hal­te sei­en der Kom­mis­si­on für die Kul­tur des Erin­nerns bei ihrer gegen­tei­li­gen Ent­schei­dung nicht bekannt gewe­sen.16
Im Okto­ber 2013 berich­te­te die West­deut­sche Zei­tung, dass Gaz­prom Ger­ma­nia 70.000 € für die Restau­rie­rung des Denk­mals zur Ver­fü­gung stel­le. Den Kon­takt her­ge­stellt habe der Duma-Abge­ord­ne­te Vla­di­mir Sche­mya­kin. Obwohl damit augen­schein­lich die 71.000 € teu­re Sanie­rung des Denk­mals bis zum 200. jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Denk­mals am 9. Novem­ber 2014 erfol­gen könn­te, sah Lud­mil­la Guti­na eine Finan­zie­rungs­lü­cke, da man die “dile­t­an­ti­sche” Teil­re­stau­rie­rung aus dem Jahr 2000 kor­ri­gie­ren müs­se, um eine ori­gi­nal­ge­treue Wie­der­her­stel­lung zu errei­chen.17

Ergän­zung vom 15. Novem­ber 2014
Die für den 9. Novem­ber 2014 geplan­te Ein­wei­hung wur­de auf­grund eines Beschlus­ses des Ältes­ten­ra­tes des Stadt­ra­tes ver­scho­ben. Grund hier­für war die Ankün­di­gung des rus­si­schen Bot­schaf­ters aus Ber­lin anrei­sen zu wol­len, was vor dem Hin­ter­grund des wei­ter schwe­len­den, undurch­sich­ti­gen Ukrai­ne-Kon­flikts für pro­ble­ma­tisch gehal­ten wur­de. “Es sah so aus, als ob das eine groß­rus­si­sche Ver­an­stal­tung wer­den könn­te”, sagt Kul­tur­de­zer­nent Mat­thi­as Nocke der Süd­deut­schen Zei­tung.18 “Ich wün­sche mir, dass Russ­land zu einer inne­ren Sou­ve­rä­ni­tät zurück­fin­det, die es ihm gestat­tet, die äuße­re Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät sei­ner Nach­barn zu ach­ten”, äußer­te Nocke gegen­über der WZ. Andern­falls gibt es dem­nach kei­ne Ein­wei­hungs­fei­er mit dem rus­si­schen Bot­schaf­ter.19 Die­ser beschwer­te sich dar­auf­hin bei der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung, die die­sen Brief nach Rück­spra­che mit der Stadt­ver­wal­tung beant­wor­te­te. Die Ent­hül­lung erfolg­te nun am 9.11 infor­mell, die Arbei­ten sind abge­schlos­sen. Eine Ein­wei­hung wird es erst 2015 geben — wenn über­haupt.20

Ergän­zung vom 16. Febru­ar 2015
So sieht das reno­vier­te Denk­mal aus.


Win­ter auf der Hardt
Blick von der ande­ren Sei­te.
Inschrift für Alex­an­der I.

Ergän­zung vom 3. Janu­ar 2017:
Am 18. Novem­ber 2017 wur­de eine Infor­ma­ti­ons­ste­le gegen­über dem Denk­mal ein­ge­weiht. Sie erklärt die Geschich­te des Denk­mals und sei­ner Restau­rie­rung. Finan­ziert wur­de sie von der Spar­kas­se. Damit wur­de der Streit um das Denk­mal in Anwe­sen­heit des rus­si­schen Gene­ral­kon­suls und in Abwe­sen­heit des Ver­eins Applaus e.V. abge­schlos­sen. “Erin­nern ist gar nicht so ein­fach”, erklärt Ste­fan Seitz von der Wup­per­ta­ler Rund­schau.21


Reno­vier­tes, besprüh­tes Denk­mal mit Ergän­zungs­ta­fel aus dem Jahr 2000 (li.) und 2017 (re.)

Die Ste­le, mit QR-Code für mehr­spra­chi­ge Über­set­zung.

Der Märchenbrunnen im Zoo-Viertel

Unda­tier­te Foto­gra­fie des Mär­chen­brun­nens, auf­grund der spär­li­chen Bebau­ung ver­mut­lich zwi­schen 1897 und 1905 ent­stan­den. Es ist gut zu sehen, dass die Brun­nen­be­cken frü­her in den Stein gehau­en waren. Samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum, 010/15/34 (Bild ergänzt am 27.12.2011)

Am 13. Novem­ber 1897 über­gab der Archi­tekt Rudolf Her­manns in sei­nem und im Namen sei­nes Kom­pa­gnons Kuno Rie­mann den Mär­chen­brun­nen als Geschenk an die Stadt Elber­feld. Für die Stadt nahm Ober­bür­ger­meis­ter Jäger, nach dem heu­te eine der Stra­ßen dort benannt ist, den Brun­nen in Anwe­sen­heit zahl­rei­cher Gäs­te und Stadt­ver­ord­ne­ter in deren Obhut. 23.000 Mark hat­ten sich die Archi­tek­ten, die ver­ant­wort­lich für den Aus­bau des Tier­gar­ten­vier­tels gewe­sen waren, den Brun­nen kos­ten las­ten.


Der Mär­chen­brun­nen heu­te mit den Brun­nen­be­cken in der Ver­si­on 2006.

Den drei­ge­scho­ßi­gen Auf­bau aus Sand­stein ent­war­fen sie selbst, die Aus­ge­stal­tung der Figu­ren aus Zink­guß über­nahm der Köl­ner Bild­hau­er Wil­helm Alber­mann. In den vier Nischen sind Sze­nen aus Dorn­rös­chen, Schnee­wit­chen, Rot­käpp­chen und Aschen­put­tel dar­ge­stellt, auf der Spit­ze erzählt eine Groß­mut­ter Kin­dern Mär­chen. Frü­her waren zwi­schen den Figu­ren­grup­pen noch wei­te­re Figu­ren ange­bracht, die Rei­ne­cke Fuchs, den gestie­fel­ten Kater, Swi­ne­gel und König Nuß­kna­cker dar­stell­ten. 1939 wur­den die Becken des Brun­nens, des­sen Was­ser aus Löwen­köp­fen unter­halb der Figu­ren­grup­pen floß, aus “ver­kehrs­tech­ni­schen Grün­den” ent­fernt und durch klei­ne­re Blu­men­bee­te ersetzt.1


Dorn­rös­chen

Rot­käpp­chen

Groß­mut­ter erzählt den Kin­dern ihre Lieb­lings­mär­chen.

Schnee­witt­chen

Aschen­put­tel

Der Bür­ger­ver­ein Sonn­born-Zoo-Var­res­beck stieß 2006 die Restau­rie­rung des Brun­nens an, an deren Ende er auch wie­der sei­ne urspüng­li­che Funk­ti­on aus­üben soll­te. Ermög­licht wur­de die Restau­rie­rung durch Spen­den der NRW-Stif­tung (15.000 €), Eugen Traut­wein (30.000 €) und wei­te­ren Spen­den, die der Bür­ger­ver­ein gesam­melt hat­te.2, 3


Am 30.Juni 2011 wur­den am Mär­chen­brun­nen die neu­en Was­ser­be­cken ange­bracht und seit dem spru­delt er wie­der. Zum Mär­chen­fest am 24.September 2011 wird der restau­rier­te Brun­nen ein­ge­weiht.4 Die Stadt­wer­ke über­neh­men die Kos­ten für Was­ser und Beleuch­tung, sodass der Brun­nen werk­tags von 13 Uhr bis 21 Uhr und an den Wochen­en­den von 10.30 Uhr bis 21 Uhr spru­delt. Vom Beginn der Däm­me­rung bis 22 Uhr, im Juli sogar bis 22.30 Uhr wird der Brun­nen nun beleuch­tet. 5


Der Mär­chen­brun­nen aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve.

Der Mär­chen­brun­nen spru­delt wie­der. (Alle Bil­der vom 2.August 2011)

Armenpflege-Denkmal (2011)

Anmer­kung: Die­ser Ein­trag wur­de am 23.April 2012 in drei Arti­kel geteilt, sodass nun das Ori­gi­nal von 1903, die Erin­ne­rungs­ta­fel von 1973 und das neue Armen­pfle­ge-Denk­mal von 2011 je einen eige­nen Ein­trag besit­zen. Die­ser Ein­trag wur­de dabei kom­plett neu bear­bei­tet.


“Hül­f­reich und gut” nann­te Neu­mann-Tor­borg sei­nen Ent­wurf, mit dem er 1903 im Wett­be­werb antrat.

1903 stif­te­te die Stadt Elber­feld den Begrün­dern des 50 Jah­re zuvor ein­ge­rich­te­ten Elber­fel­der Sys­tems, einer damals moder­nen Sozi­al­für­sor­ge in der boo­men­den Indus­trie­stadt Elber­feld, das soge­nann­te Armen­pfle­ge-Denk­mal. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de es zer­stört. Seit 1973 erin­nert eine Bron­ze­ta­fel an der City­kir­che (Kirch­stra­ße) an das zer­stör­te Denk­mal, von dem nur Fotos und ein Bron­ze-Modell, das der Stadt Elber­feld 1903 gestif­tet wur­de, übrig geblie­ben waren.


Das Armen­pfle­ge­denk­mal am 20.06.2011 auf dem Kirch­platz. Im Unter­schied zum Ori­gi­nal ist das Denk­mal heu­te um 180 Grad gedreht.

Weni­ge Mona­te, nach­dem der Elber­fel­der Rit­ter am Rat­haus sei­nen Wie­der­ein­zug gefei­ert hat­te, war der Mäzen und Orga­ni­sa­tor der Spen­den­ak­ti­on, Hans-Joa­chim Cam­p­hau­sen, schon weit in den Pla­nun­gen einer neu­en Rück­kehr. Das Armen­pfle­ge-Denk­mal soll­te wie­der auf­ge­stellt wer­den. Von den benö­tig­ten 175.000€ waren bereits 90% gesam­melt, um die zwei Ton­nen schwe­re Figu­ren­grup­pe wie­der auf sei­nem alten Sockel anzu­brin­gen.1 Vor allem 24 Ein­zel­spen­den2 und eine Spen­de der NRW-Stif­tung Natur, Hei­mat und Kul­tur in Höhe von 10.000€ hal­fen das Pro­jekt zu rea­li­sie­ren.3


Der Gene­ral­an­zei­ger sprach am 26.9.1903 von einer Alle­go­rie der Wohl­tä­tig­keit. (RMK S.138)

Das Denk­mal steht heu­te auf dem acht Ton­nen schwe­ren Ori­gi­nal­so­ckel des Denk­mals von 1903. Die­ser war nach dem Zwei­ten Welt­krieg im Bereich um die City-Kir­che ver­gra­ben wor­den, 1953 kurz wie­der­ent­deckt und erneut ver­gra­ben wor­den. Erst 2003 kam er bei Aus­gra­bun­gen auf dem Kirch­platz in einem ver­schüt­te­ten Kel­ler wie­der zum Vor­schein und wur­de zum Pfle­ge­zen­trum der Dia­ko­nie an der Blank­stra­ße ver­bracht und dort auf­ge­stellt. (Ein Bild davon fin­det sich auf Wiki­pe­dia.) 2011 wur­de er restau­riert, behielt aber eini­ger Narben[3], die von sei­ner Geschich­te zeu­gen. 4


Am 18. Juni 2011 konn­te die neue Figu­ren­grup­pe, die nach his­to­ri­schen Foto­gra­fi­en von der Kunst­gie­ße­rei Kay­ser in Düs­sel­dorf ange­fer­tigt wor­den war, nach einer kur­zen Andacht in der City-Kir­che im Bei­sein von Ober­bür­ger­meis­ter Jung5 auf dem Kirch­platz ein­ge­weiht wer­den.6 Zwei Ur-Enke­lin­nen der geehr­ten Män­ner ent­hüll­ten das Denk­mal von sei­nem wei­ßem Tuch. 7 Im Vor­feld beton­te Cam­p­hau­sen den Sym­bol­wert des Denk­mals: “Das Denk­mal ist ein Bei­spiel für posi­ti­ve Stadt­ge­schich­te. Es steht für das Elber­fel­der Sys­tem aus Mit­ein­an­der, Hil­fe und Ver­ant­wor­tung.“8


Drei Bron­ze­plat­ten schmü­cken den Sockel mit den Reli­efs der Män­ner, die das Elber­fel­der Sys­tem ein­ge­führt hat­ten.

Gus­tav Schlie­per

Dani­el von der Heydt.

David Peters.

Das Ori­gi­nal: Die Inschrift am Gra­nit­so­ckel von 1903

Die his­to­ri­sche Inschrift lau­tet:

Den Begrün­dern der Neu­ord­nung
des Armen­we­sens
in dank­ba­rer Erin­ne­rung
errich­tet von der Stadt
Elber­feld
1853–1903”


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Das Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus im Deweerth­schen Gar­ten.

Am 15.November 1958 wur­de im Deewerth­schen Gar­ten das Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus in Wup­per­tal ein­ge­weiht. Es war der Abend vor dem Volks­trau­er­tag. Bereits seit 1949 plan­te man an der Stel­le des Denk­mals eine Erin­ne­rungs­stät­te “für die Opfer des Nazi-Regimes”. Das Mahn­mal am west­li­chen Ende des Lui­sen­vier­tels besteht aus einer Skulp­tur des Bie­le­fel­der Bild­hau­ers Her­bert Vol­wah­sen und dem ehe­ma­li­gen Denk­mal­so­ckel des Kai­ser-Wil­helm-Denk­mals. Die Skulp­tur von vier Metern Höhe besteht aus Würz­bur­ger Muschel­kalk und stell­te eine lei­den­de, gebeug­te Per­son dar.


Skulp­tur von Her­bert Voh­wah­sen. Dahin­ter die Auf­schrift: “Der Mensch sei Mensch.”

Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann Her­berts erin­ner­te bei der Ein­wei­hung an die Wup­per­ta­ler Ver­folg­ten, wie dem Sozi­al­de­mo­krat Fritz Sen­ger, Bern­hard Let­ter­haus und auch an die 3000 Mit­glie­der zäh­len­de jüdi­sche Gemein­de. Ihnen allen wur­de der Stein gewid­met, der zugleich mah­nen soll­te, dass Men­schen nicht unge­straft den Miß­brauch der Macht dul­den dürften.Im Mai 1950 wur­de der Sockel bereits mit zwei Inschrif­ten ver­se­hen:



Der
Mensch
sei
Mensch”

Den Opfern des
Natio­nal­so­zia­lis­mus
die
Stadt Wup­per­tal”


1957 wünsch­te die SPD-Frak­ti­on im Rat dann eine Erwei­te­rung des Mahn­mals und der Rat stell­te 12.500 DM zur Ver­fü­gung. Man ent­schied sich für Vol­wah­sens Skulp­tur und der Rat bewil­lig­te die Mehr­kos­ten von 26.000 DM.

Am 5. Juli 1973 beschloss der Rat dem Mahn­mal eine Inschrift zum KZ Kem­na hin­zu­zu­fü­gen. Sie lau­tet:
“K-Z Kem­na
5.Juli 1933-
19.Jan. 1934“1
Gesamt­an­sicht des Mahn­mals vor dem Deweerth’schen Gar­ten. An die­ser Sei­te befin­det sich Inschrift zum KZ Kem­na.

Das Mahn­mal steht am Deweerth’schen Gar­ten in unmit­tel­ba­rer Nähe der Vil­la Fro­wein, in der von 1938 — 1945 der Sitz der Kreis­lei­tung der NSDAP war.


Mahn­mal und Vil­la Fro­wein.

Ergän­zung vom 25.07.2011:
Inzwi­schen wur­de das Denk­mal um eine Gedenk­ta­fel erwei­tert. (Sie­he Ein­trä­ge zur Pla­nung und zur pro­vi­so­ri­schen Ent­hül­lung am 15.April 2011) An der noch frei­en Sei­te zum Deweerth­schen Gar­ten hin wur­de die Tafel mit 3100 Namen der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus ange­bracht und von Ober­bür­ger­meis­ter Jung am 20. Juli 2011 ein­ge­weiht. In der Fei­er­stun­de erin­ner­te man mit Kranz­nie­der­le­gun­gen an den Wider­stand gegen das Nazi-Regime. Ein­ge­la­den wur­de zu der Gedenk­ver­an­stal­tung von der Stadt Wup­per­tal, der jüdi­schen Kul­tus­ge­mein­de und der Gesell­schaft für Christ­lich-Jüdi­sche Zusam­men­ar­beit.2Der Rat der Stadt hat­te die Anbrin­gung am 18.07.2011 ein­stim­mig gebil­ligt.3


Das Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus mit der neu­en Tafel, 25.07.2011.

Die Auf­stel­lung der Tafel wur­de initi­iert vom Ver­ein zur Erfor­schung der Sozia­len Bewe­gun­gen im Wup­per­tal e.V. und finan­ziert von Zuwen­dun­gen der Stif­tung Erin­ne­rung, Land­au, der Stif­tung Kalk­wer­ke Oetels­ho­fen, des Bun­des­pro­gram­mes „Viel­falt tut gut“ und der Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal. 4 Das Beson­de­re und Ein­zig­ar­ti­ge an der Tafel, die 2,20 Meter in der Höhe und 1,20 Meter in der Brei­te misst,  ist die unein­ge­schränk­te und unsor­tier­te Auf­zäh­lung der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, das ein­zi­ge Ord­nungs­kri­te­ri­um war das Alpha­bet.


Jeder Name steht für ein Schick­sal.

Detail­an­sicht

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te