Von der Heydt-Turm

Der Von der Heydt-Turm auf dem weitgehend baumlosen Kiesberg. Postkarte, Stadtarchiv Wuppertal, 19.5.5.

Am 24. September 1892 wurde auf dem Kiesberg der Von der Heydt-Turm eingeweiht. Anwesend waren Vertreter der Familie von der Heydt, Stadtverordnete der Stadt Elberfeld, Mitglieder des Elberfelder Verschönerungsvereins, zahlreiche Bürger und Oberbürgermeister Jaeger, der den Turm in die Obhut der Stadt übernahm. Zu den Kosten trugen die Stadt Elberfeld 10.000 Mark aus einer Stiftung Karl von der Heydts und der Elberfelder Verschönerungsverein 5.000 Mark bei.

Entworfen wurde der Turm von Stadtbauinspektor Schaumann in “mittelalterlicher Burgenmanier.” Er verfügt über eine zweiläufige Außentreppe, Erker und einen auf vier Kragsteinen gelagerten Altan. Einst konnte man von der Plattform in 20 Meter Höhe ungehindert über das Wuppertal bis nach Hagen gucken, heute haben die Bäume des Burgholz den Turm an Größe eingeholt.


Der Von der Heydt-Turm auf einer Fotografie 1896. Stadtarchiv Wuppertal, 19.5.5

Über dem Eingang fand sich bis zum Zweiten Weltkrieg eine Bronzetafel mit Reliefbildnissen der Brüder von der Heydt, die von Gustav Eberlein modelliert und von Schäffer & Walckcker in Berlin gegossen wurden. Die dazugehörige Inschrift lautete:

“Dem Andenken der Brüder Karl von der Heydt, Geh. Kommerzienrat, geb. 1806, gest.1881: Freiherr August von der Heydt, Königl. preuß. Handels- und Finanzminister, geb. 1801, gest. 1874: Daniel von der Heydt, Geh. Kommerzienrat, Vorsitzender der Elberfelder Armenverwaltung, geb. 1802, gest. 1774.”

Außerdem befand sich über dem Eingang das Wappen der Von der Heydts in Bronze und das der Stadt Elberfeld in den Stein gehauen. Die Bronzetafel kostete 6.000 Mark und wurde mit Spenden der Bürgerschaft finanziert.1


Fotografie der Einweihung des Von der Heydt-Turms am 24.September 1892. Stadtarchiv Wuppertal, 19.5.5

Ein Ausschnitt des obigen Fotos.

August von der Heydt wurde am 15.Februar 1801 in Elberfeld geboren und trat 1824 in das Bankhaus “Gebrüder Kersten” ein und heiratete Julie Blank. Ab 1827 wurde das Bankhaus unter dem Namen “von der Heydt-Kersten und Söhne” weitergeführt. Im selben Jahr wurde August von der Heydt Scholarch der reformierten Gemeinde und rettete in dieser Position das reformierte Gymnasium. 1833 wurde er in den Elberfelder Stadtrat gewählt und im selben Jahr zum Richter am Königlichen Handelsgericht. 1840 wurde zum Präsidenten des Handelsgericht ernannt und ab 1841 war er Abgeordneter im Provinziallandtag. Ab 1847 war er Landtagsabgeordneter in Berlin und ab 1848 Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten und kümmerte sich um den Ausbau von Post, Telegrafenwesen und der Eisenbahn.  Später wurde er zweimal Finanzminister in den Jahren 1862 und 1866-1869. Für seine Verdienste wurde er in den Freiherren-Stand erhoben und erhielt den Schwarzen Adlerorden. Am 13.Juni 1874 verstarb er in Berlin.2 1884 wurde ein kleines Denkmal zu seinen Ehren im Burgholz angelegt.

Daniel von der Heydt wurde am 31.Oktober 1802 in Elberfeld geboren und wurde 1827 Teilhaber des Bankhauses Vvon der Heydt-Kersten und Söhne. 1854 schied er aus diesem aus und eröffnete ein Geschäft “in Rohseide”. Er engagierte sich für kirchliche Belange und städtische Angelegenheiten. So gründete er aus Protest gegen die Kirchenordnung für evangelische Kirchen 1847 die niederländisch- reformierte Gemeinde. Für die Stadt Elberfeld machte er sich vor allem um das Armenwesen verdient. Nähere Informationen dazu finden sich im Eintrag zum Armenpflegedenkmal (errichtet 1903, erneuert 2011), auf dem auch er verewigt wurde. Außerdem förderte er die Gründung der Dampfschiffahrtsgesellschaft Mittel- und Niederrhein, die 1836 gegründet wurde und die Bergisch Märkische Eisenbahn, der er in leitender Position angehörte. Am 7.Juli 1874 starb er in Folge einer schweren Krankheit.3
Karl von der Heydt, geboren 1806, war der jüngste der drei Brüder und trat öffentlich nicht so stark in Erscheinung. Er kümmerte sich um die Leitung des Bankhauses und war Abgeordneter für Elberfeld im Provinziallandtag und wurde zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Er starb 1881.4


Der Von der Heydt-Turm im Winter 2010.

1953 wurde der Turm saniert, aber 1977/78 wegen Baufälligkeit gesperrt.5
Für Gruppen ist der Turm nach telefonischer Anmeldung zugänglich. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Wuppertal.

 

Hindenburg-Denkmal auf der Königshöhe

Am 15.Oktober 1915 – seit einem Jahr und zwei Monaten tobte der Erste Weltkrieg – weihte man auf der Königshöhe zwischen dem Sommersitz der von der Heydts und dem gleichnamigen Turm auf dem Kiesberg ein Denkmal für den Generalfeldmarschall und damaligen Oberbefehlshaber Ost, Paul von Hindenburg, ein. Gestiftet hatte es einmal mehr Freiherr August von der Heydt, seines Zeichens Protektor des Elberfelder Kriegerverbandes, Rittmeister der Landwehr-Kavallerie a.D. und Geheimer Kommerzienrat, “in dankbarer Verehrung dem sieggewohnte Schlachtenlenker”, wie der General-Anzeiger bemerkte. Der Tag der Einweihung war zugleich Hindenburgs 68. Geburtstag.


Das Hindenburg-Denkmal auf einer Postkarte aus dem Jahr 1916. Stadtarchiv Wuppertal, 19.6.

Das Denkmal bestand aus einem anderthalb Meter hohen Sockel aus Sandsteinblöcken, auf denen ein ebenso hoher Sandsteinblock in Prismenform mit einem Gewicht von 50 Zentnern angebracht war. An den Ecken des Sockels befanden sich vier große Granaten aus einer Elberfelder Geschossfabrik. An der Vorderseite war ein Bronzerelief des Feldherren angebracht, darunter war in den Stein “Hindenburg Platz” gemeißelt. An der Rückseite befand sich ein Eisernes Kreuz unter dem folgende Inschrift angebracht worden war: “1915 errichtet von August Freiherr von der Heydt.”


Ein Ausschnitt einer Karte des “Burgholz”, die im Jahr 1916 entstand und von Arthur Riemer veröffentlicht wurde. Sie ist nicht genordet, sondern “gesüdet”, d.h. Süden ist oben, Westen rechts, Osten links und Norden ist unten. Der Maßsstab beträgt 1:10000. Wir sehen dem Kiesberg, den Ehrenfriedhof links, unten die Bahnlinie, den von der Heydt-Turm und oberhalb davon das Denkmal mit dem Hindenburg-Platz.Stadtarchiv Wuppertal, Kartensignatur: 55

Zwei Jahre später, am 2.Oktober 1917, beschloss die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Elberfeld aus Anlass des 70.Geburtstages des Generalfeldmarschalls, der inzwischen die Oberste Heeresleitung übernommen hatte, die Straße des in der Entwicklung befindlichen “Landhausviertels” “Hindenburgstraße” zu nennen. Deren Fortführung zum Ehrenfriedhof sollte “Hindenburgweg” heißen und der Kiesberg in “Hindenburghöhe” umbenannt werden. Zusammen mit einer Spende von 25.000 Mark zu “Heereswohlfahrtszwecken” wurde Hindenburg in einem Telegramm um Erlaubnis gebeten. Während Hindenburghöhe und -weg in Vergessenheit geraten sind, besteht die Hindenburgstraße bis heute.

Während der Zeit des Kapp-Putsches im März 1920 wurden alle Metallteile des Denkmals demontiert. 1935 wurde das Relief, diesmal als Bildnis im Profil, erneuert und kam im Zweiten Weltkrieg abhanden. Anfang 1956 wurde eine der Granathülsen gewaltsam abgerissen. Im April 1959 wurde das Denkmal im Auftrag der Stadt entfernt.1

Der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz

Dieses Bild zeigt die Einweihungsfeier des Sportplatzes Freudenberg am 30.Juli 1910 und die zu diesem Anlass aufgeführten “Freiübungen der Schülern und Schülerinnen”. Fotograf: Carl Schäfer. Entnommen aus: Offizielle Festwoche zur Dreihundertjahr-Feier der Stadt Elberfeld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Als im Jahr 1910 dreihundert Jahre Stadt Stadtrechte in Elberfeld gefeiert werden konnten, wurde im Rahmen der Feierlichkeiten am 30.Juli gegen 15 Uhr der von der Heydt-Sportplatz am Freudenberg der Öffentlichkeit übergeben. Freiherr August von der Heydt hatte das Gelände der Stadt zur Pacht überlassen und seine Frau spendete dem Verein für Körperpflege die erforderliche Pachtsumme. Die Kosten für die Einebnung und Herrichtung des Platzes teilte sich die Stadt Elberfeld und der Verein der Freunde des Vereins für Körperpflege. Der Sport- und Spielplatz für die Schuljugend des Elberfelder Südens war damals der größte im Bergischen Land und Selma von der Heydt stiftete ihm auch einen Brunnen:


Der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz

Er besteht aus einem mächtigen Steinblock und drei halbrunden Becken, die heute bepflanzt sind und damals das Wasser aufnahmen. An der Vorderseite kündet die Inschrift:

“v.d.Heydt-Platz
eingeweiht bei
Gelegenheit der
Dreijahrhun-
dertfeier am 30.Juli
1910”

Besitzerin
Selma Freifrau v.d.Heydt.


Der Brunnen

1966 wurde der Brunnen nach dem Bau des Sportplatzhauses restauriert.Im Rahmen der Dreihundertjahrfeier wurden auch der Goldschmiedebrunnen, die Anlagen der Villa Freytag, der Gerechtigkeitsbrunnen und die Gedenktafel für die gefallenen Söhne der Stadt Elberfeld eingeweiht. 1

Der Gerechtigkeitsbrunnen (1910)

Der Gerechtigkeitsbrunnen auf einer undatierten Fotografie. Stadtarchiv Wuppertal, 19.4

Am 30. Juli 1910, es war der dritte Festtag der Dreihundertjahrfeier der Stadt Elberfeld, wurde auf dem Exerzierplatz am Ostersbaum der Gerechtigkeitsbrunnen enthüllt. Der Platz trägt heute den Namen Platz der Republik. In den Tagen zuvor waren bereits der Goldschmiedebrunnen und die Anlagen der Villa Freytag eingeweiht worden. Der noble Stifter des Brunnens war einmal mehr Freiherr August von der Heydt, in dessen Auftrag der Bildhauer Bernhard Hoetger die Figur des Brunnens schuf. Der Freiherr hatte den Bildhauer in Paris kennen gelernt und schätzte seine Arbeit. Die Figur wurde nach einer Aktzeichnung von 1905 mit dem Titel “Wägende” entworfen. Den Brunnen selbst schuf Regierungsbaumeister Riemann.


Der Brunnen am Tag der Einweihung am 30.Juli 1910. Sammlung Historisches Zentrum, 010/10/13

Sammlung Historisches Zentrum, 010/10/15

Der Brunnen besteht auf der untersten Ebene aus drei gußeisernen und aus dem Mund wasserspeienden Löwen, der eine trägt vor der Brust das Wappen des Stifters, der andere das Wappen der Stadt Elberfeld und der dritte trug das Stiftungsschild und heute das Wappen der Stadt Wuppertal (s.u.). Darauf ist ein große Brunnenschale aus Kirchheimer Muschelkalk angebracht, deren Rand aus Kupfer war. Byzantinische Ornamente und “verwandte Blattwellen” zieren die Schale, die auf einige wie ein Opfer- oder Taufbecken wirkt. Das Fußband gibt einen Bibelvers aus Sprüche Salomos 10, 11 wieder:


“Des Gerechten Mund ist ein lebendiger Brunnen”


Brunnenlöwe

In der Mitte der Brunnenschale erhebt sich ein Podest, darauf fand sich ein wasserspeiender Basilisk. Auf ihm wiederum stand die Figur in Form einer Adorantin, deren Blick in den Himmel gerichtet war und deren Arme weit ausgebreitet waren. Der Oberkörper war unbedeckt, ein um die Hüfte gewickeltes rockartiges Gewand fiel bis zu den Fersen und war vorne offen.


Zur Einweihung übergab Freiherr August von der Heydt den Brunnen mit den Worten:

“Als ein Erinnerungszeichen an den heutigen Ehrentag habe ich mir erlaubt, diesen Gerechtigkeitsbrunnen zu stiften mit dem Motto ‘des gerechten Mund ist ein lebendiger Brunnen’: Möge der Geist der Gerechtigkeit walten auch unter den spätesten Geschlechtern dieser Stadt.”


Am selben Tag wurde auch die Gedenktafel für die gefallenen Söhne der Stadt Elberfeld im Rathaus und der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz eingeweiht.In der Zeit des Nationalsozialismus galt die Kunst Hoetgers als entartet und die Figur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.


Der Rest des Brunnens mit zwei funktionstüchtigen Löwen im August 2011

1957 war der Brunnen abgestellt, die Widmungstafel war verloren und die Löwen verrotteten. Die Stadt Wuppertal beauftragte den Bildhauer Fritz Bernuth mit der Restauration, die im Frühjahr 1959 abgeschlossen wurde. Die Widmungstafel wurde dabei fälschlicherweise durch eine Tafel mit dem Wappen der 1929 geformten Stadt Wuppertal ersetzt. Dieser Fehler konnte aufgrund mangelnder Mittel auch bei der folgenden Generalüberholung 1989 aufgrund der Kosten von 6.000 Mark nicht rückgängig gemacht werden. Der Platz der Republik wurde zu dem Zeitpunkt neugestaltet und der Brunnen um wenige Meter versetzt. Der Anschluss an die Wasserversorgung wurde erneuert.1


Das Elberfelder Wappen (Bild hinzugefügt am 26.Juni 2012)

Das Wappen des Stifters (Bild hinzugefügt am 26.Juni 2012)

Das falsche Wuppertaler Wappen (Bild hinzugefügt am 26.Juni 2012)

Im Oktober 2011 kündigte der bekannte Mäzen Hans-Joachim Camphausen nach den erfolgreichen Sammlungen zur Rekonstruktion des Elberfelder Ritters und des Armenpflegedenkmals die Rückkehr der Figur des Gerechtigkeitsbrunnen für den Sommer 2012 an. 175.000 Euro sind für die Rekonstruktion gespendet worden. 2 Am 24.Juni 2012 wurde der neue Gerechtigkeitsbrunnen eingeweiht.


Der Platz der Republik mit dem Gerechtigkeitsbrunnen im Zentrum auf einer Luftbildaufnahme zwischen 1919 und 1939 Sammlung Historische Zentrum, 010/10/79

Flaggenmast und Löwe vor dem Elberfelder Rathaus

Flaggenmast und Bergischer Löwe auf dem Neumarkt. Im Hintergrund das Rathaus mit seinem Figurenschmuck. Sammlung Historisches Zentrum, 010/7/47

Am 1. Oktober 1904 wurde das Bankhaus von der Heydt, Kersten & Söhne stolze 150 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums stiftete Freiherr August von der Heydt der Stadt Elberfeld einen imposanten Flaggenmast. Entworfen wurde er von Prof. Louis Heitsch, der an der Elberfelder Kunstgewerbeschule lehrte. Der Wert der Stiftung lag bei 27.600 Mark.


Der vier Meter hohe Unterbau aus Muschelkalk trug zwei Bronzetafeln, von denen eine den Preußischen Adler und die andere den Bergischen Löwen zeigte. Auf der Rückseite war über einem Laufbrunnen das Wappen des Stifters zu sehen. Auf dem Unterbau war der mit vielen Ornamenten geschmückte Bronzeschaft mit der Stadtkrone als Abschluss angebracht. Aus ihr erhob sich der 26 Meter hohe aus Eisen geschmiedete Flaggenmast, der von der Laurahütte in Schlesien hergestellt wurde und von Schlossermeister C.H.Schmidt aus Elberfeld geliefert wurde. Vor dem Flaggenmast wachte in aufrechter Position sitzend der mächtige Bergische Löwe.


Am 23. Mai 1908 wurde der noch unvollendete Flaggenmast zum ersten Mal genutzt und trug das Stadtbanner, als das Kronprinzenpaar durchfuhr, nachdem es in Barmen zur Hundertjahrfeier den Grundstein für das neue Rathaus gelegt hatte. Vor 1940, vermutlich 1939, wurde der Flaggenmast entfernt, als der Luftschutzbunker unter dem Neumarkt gebaut wurde.1


Der Flaggenmast in der Rückansicht. Links ist der Jubiläumsbrunnen zu sehen. Sammlung Historisches Zentrum, 010/7/19.

Position des Kunstwerks auf der Karte


Gedenkstein für Freifrau von der Heydt-Boeddinghaus

Am 23. März 1899 starb Maria Helene Freifrau von der Heydt-Boeddinghaus in Elberfeld. Ihr Sohn ließ ihr daraufhin im selben Jahr neben dem Sommersitz der Familie auf der Königshöhe einen Gedenkstein errichten, um ihr Andenken zu ehren. Außerdem spendete in ihrem Namen beträchtliche Summen an die Angestellten des Elberfelder Verschönerungsvereins und verschiedene weltliche und kirchliche Vereine.


Gedenkstein für Maria Helene Freifrau von der Heydt-Boeddinghaus.

Die Inschrift ist heute nur schwach zu erkennen und findet sich über dem Steinkranz, der von verschlungenen Ornamenten umrahmt wird. In Zentrum fand sich ein rundes, vermutlich metallenes Medaillon, das verloren gegangen ist. Darunter wird das Datum  der Errichtung des Gedenksteins angegeben:
ANNO MDCCCLXXXXVIIII. JAHR.1


Die Inschrift, inzwischen an einer Stelle mit Blattgold wieder hervorgehoben.

Die Inschrift lautet:

“Dem Andenken der Freifrau
von der Heydt-Boeddinghaus”

Irgendwann in der nahen Vergangenheit wurde der Gedenkstein umgestürzt und teilweise begraben. Seit einem Eigentümerwechsel um das Jahr 2000 steht der Gedenkstein wieder.


Maria Helene Boeddinghaus wurde am 25.Mai 1828 in Elberfeld geboren, ihre Eltern waren der Stadtrat, Fabrikant und Teilhaber der Hauses “J.H.Funcke Eydam Boeddinghuas & Co.”, Karl Heinrich Boeddinghaus und dessen Frau Sophie, geb.Seibel. Am 22.Mai 1849 heiratete sie den Bankier Freiherr August von der Heydt. Das Paar bekam zwei Kinder, die Tochter Mathilde heiratete später Emil Weyerbusch, der anlässlich ihres Todes in ihrem Namen dem städtischen Waisenhaus und der Anstalt für verlassene Kinder großzügig Mittel zukommen ließ. Der Sohn August wurde Geheimer Kommerzienrat, Stadtverordneter, Bankier und Teilhaber des Bankhauses von der Heydt, Kersten & Söhne.


Das Jahr in Römischen Zahlen.

Position des Denkmals auf der Karte


Denkmal zum 25jährigen Jubiläum des Elberfelder Verschönerungsvereins auf dem Goetheplatz

Freiherr August von der Heydt schenkte dem Elberfelder Verschönerungsverein, dessen Vorsitzender er war, zum 25jährigen Jubiläum am 23.Mai 1895 nicht nur das Denkmal im Mirker Hain, sondern auch eines auf dem Goetheplatz in den Anlagen am Friedrichsberg.


Das Denkmal zum 25jährigen Bestehen des Elberfelder Verschönerungsvereins auf dem Friedrichsberg. Sammlung Untere Denkmalbehörde, um 1956.

Das Denkmal bestand aus einem zweistufigen Fundament, auf dem sich ein Postament erhob, das eine reich verzierte Vase aus Zinkguß trug. Am Postament scheinen sich in den Nischen Tafeln mit Inschriften befunden zu haben, die 1936 wohl noch vorhanden waren, aber nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden. Somit ging auch der Sinn des Denkmals verloren, sodass der General-Anzeiger 1956 vermutete, dass es ein Denkmal für Johann Wolfgang von Goethe sei, da es auf dem Goetheplatz stehe. Ob ein solcher Bezug mit dem Denkmal hergestellt werden sollte, ist unbekannt.
Im April 1959 wurde das Denkmal entfernt.1

Ergänzung vom 14.März 2012 :


Der Goethe-Platz auf einer Karte der Friedrichsberger Anlagen. Oben ist Osten (Ravensberger Str.), links Norden. Die Friedrichsberger Treppe ist links auch zu erkennen. Maßstab 1:2500. Karte “Anlagen am Friedrichsberg mit Villa Freytag”, Stadt Elberfeld 1913. Stadtarchiv Wuppertal, Kartensignatur: 30/83

Denkmal für Helmuth Graf von Moltke

Am 2.September 1895 weihte der Elberfelder Kriegerverband auf dem Viktoriaplatz im Briller Viertel das zum 25.Jahrestages der Schlacht von Sedan gestiftete Denkmal für Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke ein. Viele patriotische Vereine nahmen mit ihren Fahnen und Standarten daran teil, die Festrede hielt der “Protektor” des Kriegerverbands, Freiherr August von der Heydt.


Postkarte mit dem Moltke-Denkmal. Stadtarchiv Wuppertal, 19.6.

Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke (*1800) war preußischer Generalfeldmarschall und hatte als Chef des Generalstabs entscheidenden Anteil an den preußischen Siegen im Deutsch-Dänischen (1864), Deutschen (1866) und im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71). Am 24.Mai 1891 starb er in Berlin.


Der Viktoriaplatz mit dem Moltke-Denkmal um 1900 Stadtarchiv Wuppertal, 19.6.

Fotografie des Denkmals vom August 1940. Sammlung Untere Denkmal Behörde, Nr. 2732

Das Denkmal bestand aus einem zwei Meter hohen Postament aus rotem Granit (geliefert von der Firma Schräp aus Rostock) und einer Bronzebüste Moltkes, die vom Bildhauer Eugen Challier geschaffen wurde. Gegossen wurde die Büste bei Schäffer & Walcker in Berlin. Insgesamt war das Denkmal 3,20m hoch. An der Vorderseite des Postaments war eine bronzene Tafel mit folgender Inschrift angebracht:

“General
Feldmarschall
Graf von Moltke
zur 25 jährigen
Wiederkehr
des Tages von
Sedan
errichtet von dem
Elberfelder
Krieger Verband
1895”

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal zerstört.1


Standbild der Diana auf der Friedenshöhe

Im April 1879 wurde auf dem Dianaplatz auf der Friedenshöhe im Wald am Freudenberg  auf einem 2,25 Meter hohen Postament ein Standbild der römischen Göttin Diana aufgestellt. Dieser Platz ist heute kaum noch erkennbar, aber auf alten Karten verzeichnet. Er liegt oberhalb der Kronprinzenallee (siehe Karte am Ende des Eintrags). Die ebenfalls 2,25 Meter hohe Statue war dem Elberfelder Verschönerungsverein von August Freiherr von der Heydt geschenkt worden. Hergestellt wurde sie im Atelier A.Castner und Komp. in Berlin als Zinkguß, der anschließend einen marmorartigen Anstrich erhielt. Als Vorbild diente die Diana von Versailles. Das Postament hatte Baurat Kayser entworfen.1


Das Standbild der Diana auf der Friedenshöhe, eine Kopie der Diana von Versailles. Stadtarchiv Wuppertal, 19.6.

Diana von Versailles im Louvre, Wikipedia. fotografiert von Marie-Lan Nguyen (Januar 2005)

Die Diana von Versailles ist eine römische Marmorstatue, die im 1. oder 2.Jahrhundert n.Chr. ihrerseits als Kopie einer griechischen Bronzestatue entstand. Das Original wurde um 325 v.Chr. vom griechischen Bildhauer Leochares geschaffen und war demnach der griechischen Göttin Artemis gewidmet, dem Pendant zur römischen Diana. Nachdem die Statue in Italien entdeckt wurde, schenkte sie Papst Paul IV. 1556 dem französischen König Henry II., heute findet sich die Statue unter dem Tiel “Artemis Chasseresse” (Die jagende Artemis) im Pariser Louvre.2


Die leicht überlebensgroße Diana/Artemis trägt eine Tunika und ist als Schützerin des Wildes und nicht als Jagdgöttin festgehalten. Sie stellt sich vor einen unterlebensgroßen Hirsch, dessen Geweih sie mit der linken Hand hält, während sie mit der rechten nach den Pfeilen in ihrem Köcher greift. Einen Bogen hat sie nicht. 1937 wird sie als noch vorhanden in einer Liste der Bergisch-Märkischen Zeitung (vom 05.03.1937) aufgeführt. Bei einer Bestandsaufnahme 1956 war nur noch das Postament vorhanden, welches 1959 entfernt wurde.3


Ergänzung vom 14.März 2012:
Kartenausschnitt der Anlagen an der Friedenshöhe. Im Zentrum dieses Ausschnitts ist der Diana-Platz zu sehen. Die Straße im Osten ist die Ronsdorfer Straße, davon abzweigend die heutige Kronprinzenstr. Anlagen Friedenshöhe, Städtische Parkverwaltung Elberfeld 1913. Stadtarchiv Wuppertal, Kartensignatur 30/73.

Gedenktafel für Minister August von der Heydt auf der Königshöhe

Im Burgholz findet sich, oberhalb der Sambatrasse und “hinter” der ehemaligen Sommerresidenz der Familie von der Heydt ein kleines Denkmal für August von der Heydt, das dessen Enkel gleichen Namens 1884 errichtete.


Denkmal für Minister August von der Heydt

August von der Heydt, der hier geehrt wurde, war am 15.Februar 1801 in Elberfeld geboren worden. Er machte eine Lehre in der Bank seiners Vaters Daniel und wurde schließlich Mitinhaber des Bankhauses von der Heydt, Kersten und Söhne. 1824 heiratete er Julie Blank und wohnte am Kerstenplatz. 1848 übernahm er ein Mandat für den Wahlkreis Elberfeld-Barmen im preußischen Landtag und zog nach Berlin. Im gleichen Jahr, im Dezember, wurde er Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten und kümmerte sich um den Ausbau von Post, Telegrafenwesen und der Eisenbahn. 1862 wurde er Finanzminister, trat aber nach dem Amtsantritt Bismarcks zurück. 1863 wurde er in den Freiherrenstand erhoben. Von 1866-1869 war er unter Bismarck dann erneut Finanzminister. 1874 verstarb er in Berlin.1


Gedenktafel

Die Gedenktafel zeigt oben links das Wappen des Freiherren, darunter folgt die Inschrift:

“Dem Andenken
des Ministers Freiherrn
August von der Heydt
gewidmet von seinem Enkel
1884”