Otto-Schüller-Denkmal

Otto-Schül­ler-Denk­mal im Jahr 1910. Foto­gra­fie im Besitz des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins.

Am 28.April 1902 weih­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein in den unte­ren Bar­mer Anla­gen in Anwe­sen­heit des Bar­mer Ober­bür­ger­meis­ters Dr.Lentze das Denk­mal für Otto Schül­ler ein. Die­ser wur­de am 5.Oktober 1829 in Bar­men gebo­ren und spä­ter “Chef eines bedeu­ten­den Com­mis­si­ons- und Export­ge­schäf­tes”, das sei­nen Namen trug. 1867 wur­de er zum Stadt­ver­ord­ne­ten gewählt, 1869 wur­de er Bei­geord­ne­ter. Die­ses Amte übte bis in das Jahr sei­nes Todes aus und wur­de auf eige­nen Wunsch am 28.März 1899 ent­las­sen. Zu die­sem Anlass wur­de er zum Ehren­bür­ger ernannt. Vom preu­ßi­schen König erhielt er den Roten Adler Orden IV.Klasse und den Kro­nen­or­den III.Klasse. Seit der Grün­dung des BVV 1864 gehör­te er die­sem an und stand ihm vie­le Jah­re als Vor­sit­zen­der vor. Am 30.November 1899 ver­starb Otto Schül­ler.


Aus­schnitt des obi­gen Bil­des.

Sein lang­jäh­ri­ger Freund und Mit­ar­bei­ter im Vor­stand, Hugo Hoesch, war nur weni­ge Mona­te zuvor gestor­ben und hat­te in sei­nem Tes­ta­ment Mit­tel für die Errich­tung eines Denk­mals bereit­ge­stellt. Die Kos­ten von 4000 Gold­mark für die Büs­te aus wei­ßem Marmor.vom Bild­hau­er Wil­helm Gies­ecke und für das Pos­ta­ment aus wei­ßem Seye­nit vom Bild­hau­er Adolf Bröck­ler wur­den davon zu drei Vier­teln gedeckt.


Die Inschrift auf dem Pos­ta­ment lau­te­te:
“Otto Schül­ler
Ehren­bür­ger
der
Stadt Bar­men
Vor­sit­zen­der
des
Ver­schö­ne­rungs-
ver­eins
1880–1899”
Ober­bür­ger­meis­ter Dr.Lentze erklär­te in sei­ner Anspra­che zur Ein­wei­hung des Denk­mals, wel­ches öst­lich des Weges lag, der die bei­den Tei­che trennt:
“Möge das Bild­nis von Otto Schül­ler einem Jeden der zahl­lo­sen Besu­cher unse­rer Anla­gen zum Bewußt­sein brin­gen, daß hier Alles aus Bür­ger­sinn und unei­gen­nüt­zi­ger Arbeit im Diens­te der Gesammtheit[sic!] geschaf­fen ist, möge sein Anblick einen Jeden zu ähn­li­chem Thun begeis­tern und vor allen Din­gen die kom­men­den Geschlech­ter anfeu­ern, es ihm gleich zu thun in der selbst­lo­sen Arbeit und Sor­ge für das Gemein­wohl!”

1946 wur­de das Denk­mal, das den Welt­krieg über­stan­den hat­te, zer­stört. Im August 1953 fand man bei Rei­ni­gungs­ar­bei­ten im Schlamm des was­ser­lo­sen Tei­ches den Kopf und brach­te ihn am Denk­mal wie­der an. Im April 1957 kam es erneut zu einer Atta­cke auf das Denk­mal, bei der am Hin­ter­kopf der Büs­te Mar­mor abplatz­te. Im Mai 1968 konn­te eine Nach­bil­dung auf dem Pos­ta­ment befes­tigt wer­den. Sie wur­de von Otto Pie­per geschaf­fen. Im Som­mer 1983 wur­de das Denk­mal so zer­stört, dass eine erneu­te Instand­set­zung nicht in Fra­ge kam.1


Res­te der Umfrie­dung des Denk­mals?

Die Femlinde in den Barmer Anlagen

Die Lin­de in den Bar­mer Anla­gen ober­halb der Otto­stra­ße. (Bild ergänzt am 13.Juni 2012)

1893 erhielt der Bar­mer Dich­ter Emil Rit­ters­haus als Schöp­fer des West­fa­len­lie­des von der Stadt Dort­mund einen Lin­den­schöss­ling zum Geschenk. Es han­del­te sich dabei um einen Wur­zel­sproß der Dort­mun­der Fem­lin­de, die 1838 zum ers­ten Mal als “Vem­lin­de” erwähnt wur­de und deren “Ahnen” zum seit dem 13.Jahrhundert bekann­ten Feme­ge­richt in Dort­mund gehör­ten und damit Teil des höchs­ten Gerichts West­fa­lens waren. Emil Rit­ters­haus gab das Geschenk in die Obhut des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins, der die­se im Okto­ber 1894 unter­halb der Bar­mer Stadt­hal­le ein­pflanz­te.

Im Janu­ar 1903 bemüh­te sich Albert Heu­ser, Mit­glied im Vor­stand des BVV, um eine schüt­zen­de und zugleich künst­le­risch gestal­te­te Umzäu­nung der Fem­lin­de. Sein Antrag wur­de ver­tagt, da die Mehr­heit der Ansicht war, dass eine bereits vor­han­de­ne Kup­fer­plat­te mit Inschrift genüg­te. Anfang 1908 ver­an­lass­te Heu­ser schließ­lich gemein­sam mit dem Direk­tor der Kunst­ge­wer­be­schu­le Wer­del­mann ein Preis­aus­schrei­ben. Es gewann der Bild­hau­er Wil­helm Gies­ecke mit sei­nem Ent­wurf “Stein und Eisen”, der bekann­te Bar­mer Archi­tekt Peter Klotz­bach beleg­te mit zwei Ent­wür­fen die Plät­ze zwei und drei.
Die Fem­lin­de zwi­schen 1908 und 1914. Bild ent­nom­men aus der Fest­schrift: Ver­schö­ne­rungs­ver­ein zu Bar­men zum 50jährigen Jubi­lä­um am 8.Dezember 1914, S. 27.

Albert Heu­ser über­nahm anschlie­ßend die Kos­ten für die Aus­füh­rung des Ent­wurfs. Vier obe­lis­kar­ti­ge behaue­ne Begren­zungs­stei­ne umge­ben die Lin­de und wer­den von einem eiser­nen Band ver­bun­den.  Erhal­ten sind auch noch die Res­te von Bruch­stei­nen, die dem gro­ßen Stein mit der Inschrift vor­ge­la­gert waren. Die Gedenk­ta­fel wur­de im Zwei­ten Welt­krieg ein­ge­schmol­zen.  Ihre Inschrift lau­te­te:

Fem­lin­de
Wur­zel­spross
d. Dort­mun­der Fem­lin­de
Emil Rit­ters­haus
geschenkt z. Dank für sein
West­fa­len­lied
Hier gepflanzt im Okto­ber
1894”


Die Umfrie­dung heu­te. Die Stei­ne sind ein­ge­sun­ken. (Bild ergänzt am 13.Juni 2012) 

Als 1908 die Umfrie­dung gestal­tet wur­de, war die Lin­de 9,85 m hoch und hat­te einen Stamm­um­fang von 49cm. Heu­te ist der Schöss­ling von damals ein statt­li­cher Baum und mitt­ler­wei­le weit über 100 Jah­re alt.1


Die Spu­ren der alten Tafel sind noch zu erken­nen. (Bild ergänzt am 13.Juni 2012)

Zum Feme­ge­richt in Dort­mund sie­he:  Ein­trag „Feme“ in der Wiki­pe­dia.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Bergbahn-Denkmal

Das Denk­mal für die Bar­mer Berg­bahn in den Bar­mer Anla­gen.

1,6 Kilo­me­ter Stre­cke, bis zu 16,8 Pro­zent Stei­gung, 12 Minu­ten Fahr­zeit und 65 Dienst­jah­re, das sind, in Zah­len gefasst, die Leis­tungs­da­ten der Bar­mer Berg­bahn, die seit dem 16.April 1894 die Bar­mer Innen­stadt mit dem Toel­le­turm ver­band, als ers­te zwei­glei­si­ge, elek­trisch betrie­be­ne Zahn­rad­bahn der Welt. Am 4.Juli 1959 wur­de sie still­ge­legt, da sie den Stadt­vä­tern zu teu­er wur­de und man viel hät­te inves­tie­ren müs­sen, um die Stre­cke und Fahr­zeu­ge zu sanie­ren. Am 22.Oktober 1984 wur­de ein Stück der Berg­bahn wie­der in Dienst gestellt: Die Bar­mer Ersatz­kas­se stif­te­te aus Anlass ihres 100jährigsten Geburts­tags und des 50jährigen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se ein Denk­mal. Dafür stell­te man in den Bar­mer Anla­gen gegen­über der BEK-Ver­wal­tung auf einem auf­ge­pflas­ter­tern, mit Kies gefüll­tem Fun­da­ment ein altes Gleist­sück mit Zahn­stan­ge auf, die beim Aus­bau aus dem Stra­ßen­pflas­ter der Stra­ße “An der Berg­bahn” sicher­ge­stellt wur­de. Dar­auf mon­tier­te man einen Rad­satz und einen Zahn­kranz der Stutt­gar­ter Zahn­rad­bahn “Zacke”, da von der Bar­mer Berg­bahn nichts übrig geblie­ben ist. Der Ide­en­ge­ber war Heinz Reis­ten­bach, gestal­tet hat das Denk­mal der Archi­tekt Max R. Wen­ner.1


P1570378-1


Die Inschrift­ta­fel erklärt:

“1894                   Die Berg­bahn               1959
Zur Erin­ne­rung gestif­tet von der Pen­si­ons­kas­se für
die Ange­stell­ten der Bar­mer Ersatz­kas­se anläss­lich
des 50-jäh­ri­gen Bestehens der Pen­si­ons­kas­se und des
100-jäh­ri­gen der Bar­mer Ersatz­kas­se Novem­ber 1984
Idee-Gestal­tung: Heinz Reis­ten­bach — Archi­tekt Max R. Wen­ner”

Wuppertal | 04.07.09 | Barmen | Bergbahntrasse |


2006/2007 wur­de das Denk­mal um eini­ge Meter nach Wes­ten ver­setzt und steht heu­te genau auf der Tras­se der Bar­mer Berg­bahn2. His­to­ri­sche Bil­der der Berg­bahn gibt es auf bahnen-wuppertal.de



Ernst-Günter-Plutte-Denkmal

Am 24. Febru­ar 1981 weih­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein auf dem Pan­ora­ma­platz in den Bar­mer Anla­gen — auf der Wie­se ober­halb der Gast­stät­te “Zum Fut­ter­platz” — zum 65. Geburts­tag des Vor­stands­vor­sit­zen Ernst-Gün­ter Plut­te ein Denk­mal mit sei­nem Namen ein. Dazu hat­te man zwei Fels­bro­cken aus Grau­wa­cke, die beim Bau der Dhünn­tal­sper­re aus dem Fels gesprengt wor­den waren mit sei­nem Namen (“E.G.Plutte”) und dem Datum der Auf­stel­lung ver­se­hen.


Der Stein mit der Inschrift.

Der Geehr­te wur­de am 24. Febru­ar 1916 in Düs­sel­dorf gebo­ren, besuch­te das Real­gym­na­si­um in Kre­feld und anschlie­ßend die Tex­ti­l­in­ge­nieur­schu­le in Wup­per­tal. Dar­an schloss sich eine kauf­män­ni­sche Leh­re in Her­de­cke an. Im Zwei­ten Welt­krieg war er Sol­dat und stieg zum Ritt­meis­ter auf. Nach dem Krieg war er Geschäfts­füh­rer und Gesell­schaf­ter der Bar­mer Fir­ma Peter August Lücken­haus GmbH & Co. 1970 wur­de er Vor­sit­zen­der der Arbeit­ge­ber­ver­bän­de Wup­per­tals und des Arbeit­ge­ber­ver­bands der rechts­rhei­ni­schen Tex­til­in­dus­trie. 1980 wur­de er Prä­si­dent des Gesamt­ver­bands Tex­til­wirt­schaft und wur­de nach sei­nem Aus­schei­den aus dem Amt 1986 Ehren­prä­si­dent. 1981 erhielt er das Ver­dienst­kreuz der BRD, 1989 wähl­te ihn die Leser der West­deut­schen Zei­tung zum “Wup­per­ta­ler” des Jah­res.1

Der eigent­li­che Grund für die Ehrung Plut­tes war aber sei­ne Tätig­keit für den Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein, bei dem er seit 1964 im Vor­stand saß2 und von 1967–1992 Vor­stands­vor­sit­zen­der war.3


Das Ernst-Gün­ter-Plut­te-Denk­mal, mit der am 24. Nov. 1981 gepflanz­ten Stie­lei­che.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Wilhelm-Vorwerk-Anlage

Die Wil­helm-Vor­werk-Anla­ge in den Bar­mer Anla­gen.

Am 4. Novem­ber 1967 starb Wil­helm Vor­werk, Sohn Adolf Vor­werks, der die Erschlie­ßung des Gelän­de um den Toel­le­turm ange­sto­ßen hat­te, und Uren­kel des Begrün­ders Fir­ma Vor­werk & Sohn. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg hat­te man ihm den Vor­sitz des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins ange­tra­gen und er nahm die Her­aus­for­de­rung an, die Bar­mer Anla­gen von den Spu­ren des Zwei­ten Welt­kriegs zu befrei­en und die Wun­den zu hei­len. Am 8. April 1971 weih­te der BVV die Wil­helm-Vor­werk-Anla­ge am Höhen­weg im Bar­mer Wald ein, für die der Bild­hau­er Eugen Bus­mann im Auf­trag des BVV eine Bron­ze­ta­fel anfer­tig­te.1


Die Bron­ze­ta­fel.

Ihre Inschrift lau­tet schlicht:

Wil­helm Vor­werk
För­de­rer des Bar­mer
Ver­schö­ne­rungs­ver­eins”

Heu­te wirkt die Wil­helm-Vor­werk-Anla­ge auf den Besu­cher ver­nach­läs­sigt.

Emil-Röhrig-Gedenktafel

Am 31. Okto­ber 1858 wur­de in Bar­men Emil Röh­rig gebo­ren. Sein Vater Wil­helm besaß an der Mit­tel­str. 23 (heu­te Teil des west­li­chen Werth) eine Kon­di­to­rei und war seit der Grün­dung des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein des­sen Mit­glied. Emil Röh­rig arbei­te­te spä­ter als Pro­ku­rist bei der Bar­mer Tex­til­fir­ma Bart­hels-Feld­hoff und ging für die­se 1898 nach Nord­ame­ri­ka. 1937 kehr­te er nach Wup­per­tal zurück, am 25. Okto­ber 1941 starb er in der Schweiz, sei­ne Asche wur­de auf dem Fried­hof an der Hecking­hau­ser Str./Freiligrathstr. bei­gesetzt. Zeit sei­nes Lebens war er Mit­glied des BVV 1928 wur­de er sogar zum Ehren­mit­glied ernannt. Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs über­gab Röh­rigs Nef­fe, Paul Döp­per, der in den USA leb­te, 25.000 DM aus dem Nach­lass Röh­rigs an den BVV. Im Mai 1954 einig­te man sich, mit dem Geld einen Platz nahe der Hal­te­stel­le Tal­blick der Bar­mer Berg­bahn anzu­le­gen.


Tal­blick vom Emil-Röh­rig-Platz

Am 30. Okto­ber 1955 weih­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein in Anwe­sen­heit Paul Döp­pers den Platz ein, indem zunächst Ober­bür­ger­meis­ter Schmeiß­ing und der 1. Vor­sit­zen­de des BVV Wil­helm Vor­werck eine Metall­kap­sel mit einer Urkun­de und Zeit­do­ku­men­ten in einer Aus­spa­rung der Mau­er ableg­ten. Anschlie­ßend setz­te man die Gedenk­ta­fel davor:1


Wuppertal | 12.07.2011 | Barmer Anlagen | Emil-Röhrig-PLatz

Sie trägt die Inschrift:

Emil Röh­rig
Platz
1955”

Johannes-Langermann-Denkmal

Am Höhen­weg in den Bar­mer Anla­gen weih­te der Pro­vin­zi­al­ver­band Rhein­land des Deut­schen Leh­rer­ver­bands am 9.April 1926 das von Prof. Peter Klotz­bach gestal­te­te Denk­mal für den ver­stor­be­nen Kol­le­gen Johan­nes Lan­ger­mann ein. Jener Lan­ger­mann, gebo­ren am 24.Oktober 1848 in Broock, voll­ende­te 1878 das Leh­rer-Semi­nar und arbei­te­te von 1880 bis 1906 in Bar­men. Der enga­gier­te Leh­rer wur­de zum Schul­re­for­mer und träum­te von einer Schu­le, in der die Schü­ler frei die eige­ne Per­sön­lich­keit ent­wi­ckeln könn­ten, ohne dass Staat oder Kir­che in die Erzie­hung ein­grif­fen. Er sah es als Auf­ga­be des Leh­rers an, die Talen­te eines Kin­des zu för­dern und zu ent­wi­ckeln. Sei­ne Ide­en brach­ten ihm zahl­rei­che Anhän­ger auch im fer­nen Aus­land ein, so sand­te ihm der japa­ni­sche Kul­tus­mi­nis­ter, der in Deutsch­land stu­diert hat­te, um 1900 ein wert­vol­les Schwert. Sein Erzie­hungs­prin­zip for­mu­lier­te Lan­ger­mann in knap­pen The­sen:


“Nicht Stoff­an­häu­fung — son­dern Kraft­ent­wick­lung
nicht Wis­sen — son­dern Kön­nen
nicht Zwang  — son­dern frei­es, freu­di­ges Wol­len
nicht Kon­kur­renz — son­dern Ergän­zung
nicht Iso­lie­rung — son­dern orga­ni­sche Ein­glie­de­rung
nicht Ler­nen zu Prü­fungs­zwe­cken — son­dern Erle­ben zum Zweck des Lebens.“1

Lan­ger­mann bekam nach 1906 die Mög­lich­keit sei­ne Ide­en in Darm­stadt (Stein-Fich­te-Schu­le) und Oberst­dorf (Stil­lach-Schu­le) zu ver­wirk­li­chen. Er starb am 28.Juli 1923 und wur­de in Lüden­scheid bei­gesetzt, wo ihm der West­fä­li­sche Leh­rer­ver­ein zu sei­nem 100.Geburtstag 1948 auf Berg­fried­hof ein Grab­mal errich­te­te.


Das Lan­ger­mann-Denk­mal. Heu­te fehlt eine halb­kreis­för­mi­ge Mau­er, die den Denk­mal­platz nach hin­ten abschloss.

Das Denk­mal besteht aus einem Stein­wür­fel auf einem klei­nen, run­den Platz. Über der Inschrift­ta­fel befand sich bis zum Zwei­ten Welt­krieg ein Bron­ze­bild­nis Lan­ger­manns von Wil­helm Koop­mann. Am 1.April 1951 konn­te das Denk­mal erneut ein­ge­weiht wer­den, nach­dem die Kriegs­schä­den besei­tigt wor­den waren. Im Herbst 1985 erneu­er­te der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein die ver­wit­ter­te Inschrift­ta­fel und änder­te die­se dabei leicht ab.


Die Inschrift seit 1985.

Die alte Inschrift lau­te­te:

“Joh.Langermann
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern unse­res Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te”
Heu­te lau­tet die Inschrift:
“Johan­nes
Lan­ger­mann
1848–1923
Volks­ge­sun­dung
durch Erzie­hung
Lie­be zur Jugend
Lie­be zu allen
Kin­dern des Vol­kes
Stein — Pes­ta­loz­zi — Fich­te“2

Die Jahrhunderteiche in den Barmer Anlagen

1908 fei­er­te die Stadt Bar­men ihr hun­dert­jäh­ri­ges Stadt­ju­bi­lä­um, die Stad­wer­dung ging zurück auf die “Fran­zo­sen­zeit”, als der Groß­her­zog Joa­chim Murat, Schwa­ger Napo­le­ons, die Stadt­rä­te bestimm­te, die schließ­lich am 8.Februar 1808 mit dem ers­ten “Mai­re” Carl Bredt ver­ei­digt wur­den. Damals hat­te die Stadt 14.000 Ein­woh­ner. Hun­dert Jah­re spä­ter fei­er­te die Stadt ihr gro­ßes Jubi­lä­um und die Fei­er­lich­kei­ten began­nen am 1.April 1908 mit der Pflan­zung einer Eiche auf dem “Jahr­hun­dert­platz” in den Bar­mer Anla­gen. Damals konn­te man von hier auf die umlie­gen­den Wäl­der und sogar bis nach Rade­vormwa­ld sehen, heu­te ist der Platz voll­stän­dig zuge­wach­sen. Der Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein hat­te die Eiche selbst­ge­zo­gen und sie war am Tag ihrer Pflan­zung 17 Jah­re alt und 7,77 m hoch. Der Stamm­durch­mes­ser betrug einen Meter über dem Boden 16 cm, der Stamm­um­fang 51 cm.
Rechts im Bild: Die Jahr­hun­der­tei­che.

Die fei­er­li­che Pflan­zung begann mit einer Anspra­che des Vor­sit­zen­den des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins, Robert Bart­hels, anschlie­ßend sprach Dr.Hartmann, Bei­geord­ne­ter, in Ver­tre­tung des Bür­ger­meis­ters und dank­te dem Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein für sei­ne aktu­el­len und ver­gan­ge­nen Bemü­hun­gen um die Stadt. Anschlie­ßend füll­ten die Anwe­sen­den die Pflanz­gru­be mit einem kur­zen Spruch und drei Schau­feln Erde. Mit einem Hoch­ruf auf die Stadt schloss die Ver­an­stal­tung, spä­ter wur­de die Pflanz­gru­be voll­stän­dig ver­füllt.1
Die Holz­ta­fel mit Inschrift.

An der Eiche hängt bis heu­te eine Holz­ta­fel, die auf den Anlass der Her­rich­tung des Plat­zes und der Pflan­zung hin­weist. Die Inschrift lau­tet:

“Jahr­hun­dert
Platz
Zur Erin­ne­rung
an das 100 jäh­ri­ge
Bestehen der Stadt
Bar­men
am 3.2.1908”

Denkmal gegen Vivisektion

Denk­mal gegen Vivi­sek­ti­on.

Unweit des Rin­gel-Denk­mals, an der Kur­ve der Josef-Haydn-Stras­se, wo ein Weg in die Bar­mer Anla­gen führt, steht ein klei­ner unschein­ba­rer Sand­stein, den Johann Cas­par Engels, der in der Nähe wohn­te, vemut­lich vor dem Jahr 1930 errich­ten ließ. Im Namen des Wup­per­ta­ler Tier­schutz­ver­eins, der 1862 von Johann Carl Fuhl­rott gegrün­det wor­den war, mahnt er mit Hil­fe eines Zita­tes des Phi­lo­s­o­hen Scho­pen­hau­er den Kampf gegen Tier­miss­hand­lung und vor allem die Vivi­sek­ti­on an. Die Inschrift lau­tet:


Mot­to
“Tue Dei­nen Mund auf
für die Stum­men und für
die Sache aller, die ver-
las­sen sind”

Arthur Scho­pen­hau­er
1788–1860

In sei­nem Kamp­fe gegen
die “scheuss­li­che Tier­miss-
hand­lung” und gegen die
“ruch­lo­se Vivi­sek­ti­on”.

Der Wup­per­ta­ler Tier­schutz-
ver­ein”


Johann Cas­par Engels war auch der Stif­ter des ver­lo­re­nen Bron­ze­re­li­efs “Jesus heilt ein miß­han­del­tes Tier”, das an der Dicke-Ibach-Trep­pe zu fin­den ist.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Ernst-von-Eynern-Gedenkstein

Im Juli 1907  errich­te­te der Bar­mer Grot­ten­bau­er Fried­rich Sauer­zapf im Auf­trag des Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­eins in den Bar­mer Anla­gen einen Gedenk­stein für den Bar­mer Abge­ord­ne­ten Ernst von Eynern. Sauer­zapf türm­te Hau­stei­ne zu einem etwa drei Meter hohen Hügel und plat­zier­te im Zen­trum einen Gra­nit­stein, der damals wie heu­te die Inschrift trug:

Ernst
v.Eynern
Platz”


Der Ernst von Eynern Gedenk­stein im Ursprungs­zu­stand. Die Auf­nah­me ent­stand vor 1914. Bild ent­nom­men aus der Fest­schrift: Ver­schö­ne­rungs­ver­ein zu Bar­men zum 50jährigen Jubi­lä­um am 8.Dezember 1914, S.26. (Bild hin­zu­ge­fügt am 27.12.2011)

Heu­te ist von dem “Stein­hau­fen” fast nur noch der Gra­nit­stein übrig geblie­ben.


Ernst v. Eynern Gedenk­stein.

Ernst von Eynern wur­de 1838 in Wup­per­feld gebo­ren und war der Sohn des Bar­mer Kauf­manns, Stadt­ver­ord­ne­tem und Abge­ord­ne­ten des preu­ßi­schen Land­tags, Fried­rich von Eynern. Der Sohn schick­te sich an den Pfa­den sei­nes Vaters zu fol­gen und wur­de 1875 Stadt­ver­ord­ne­ter auf Sei­ten der Natio­nal­li­be­ra­len. 1879 wur­de er in den Pro­vin­zi­al­land­tag und als Abge­ord­ne­ter für Len­nep-Rem­scheid-Solin­gen in den preu­ßi­schen Land­tag gewählt. 1894 ver­lieh ihm Wil­helm II. den erb­li­chen Adel. Ernst von Eynern galt als duld­sam und hilfs­be­reit und war Anhän­ger Bis­marcks und folg­lich Geg­ner des demo­kra­ti­schen Fort­schritts, des Ultra­mon­ta­nis­mus und des Mar­xis­mus. Außer­dem kämpf­te er gegen den Ein­fluss der Kir­chen und war auf­grund sei­ner schlag­fer­ti­gen Rede gefürch­tet. Er starb durch einen Unglücks­fall in der Nacht vom 1. auf den 2.November 1906 in Bar­men. Sei­ne Wit­we übewies dem Bar­mer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein 1907 20.000 Mk zum Andenken an ihren Mann, der lan­ge Jah­re Mit­glied des Ver­eins gewe­sen war.1

In unmit­tel­ba­rer Nähe zum Gedenk­stein steht das Krie­ger­denk­mal des Reser­ve-Infan­te­rie-Regi­ments 53 .