Stolpersteine (2002)

2002 enga­gier­te sich der Cro­nen­ber­ger Bezirks­ju­gend­rat für die Akti­on “Stei­ne gegen das Ver­ges­sen” und leis­te­te mit der Ver­le­gung von zwei selbst­her­ge­stell­ten Stol­per­stei­nen für das Ehe­paar Gerszt, die aus Beton, Monier­ma­te­ri­al und einer Mes­sing­plat­te bestehen, sowie einer ergän­zen­den, selbst­kon­zi­pier­ten Aus­stel­lung einen Bei­trag zur Erin­ne­rungs­kul­tur.1


Heu­te sind die Stol­per­stei­ne kaum noch les­bar: Links: HIER WOHNTE / RITA GERST / 14.12.1907 / 8.5.1945 / RAVENSBRUEK Rechts: HIER WOHNTE / IZCHOK GERST / 3.10.1901 / 12.1.1945 / AUSCHWITZ

Am 26. Okto­ber 2002 wur­den vor dem Haus Karl-Theo­dor-Stra­ße 4 unweit von Haus Num­mer 6 in Anwe­sen­heit der Schirm­her­ren, dem Bür­ger­meis­ter Peter Jung und dem Vor­sit­zen­den der Jüdi­schen Gemein­de Wup­per­tal, Leo­nid Gold­berg die Stol­per­stei­ne ver­legt. Die Idee war den Cro­nen­ber­gern bei einer Ber­lin-Rei­se gekom­men, die Anlei­tung hat­te man von der Home­page Gun­ter Dem­nigs, dem Schöp­fer der Stol­per­stei­ne. So ging man im Jugend­haus in der Hän­de­ler­stra­ße ans Werk und ver­leg­te dann die Stei­ne — zum Ärger von Dem­nig, der wei­te­re Aktio­nen unter­sag­te und die Anlei­tung zu sei­nem Pro­jekt von der Home­page lösch­te. Exklu­si­vi­tät war mehr wert als das Erin­nern in Wup­per­tal. Seit 2007 arbei­tet der Ver­ein Stol­per­stei­ne in Wup­per­tal e.V. mit dem Künst­ler zusam­men, der jeden Stein per­sön­lich ver­legt. Ganz exklu­siv. 2
An das Ehe­paar Gerszt erin­nern nun je zwei Stol­per­stei­ne, in der Rei­ter­stra­ße und in der Karl-Theo­dor-Stra­ße. Die 2008 an der Rei­ter­stra­ße ange­brach­te Gedenk­ta­fel wur­de bereits 2012 zer­stört.


Gedenktafel zur Erinnerung an die Erschießung von Zwangsarbeitern im Burgholz

Die Gedenk­ta­fel mit sehr ein­fa­chem Schild am ehe­ma­li­gen Schieß­stand im Burg­holz

Am 9. Mai 2004 wur­de vom Ver­ein Spu­ren­su­che NS-Geschich­te in Wup­per­tal e.V. tief im Burg­holz am ehe­ma­li­gen Schieß­stand der Wup­per­ta­ler Poli­zei eine klei­ne Gedenk­ta­fel ent­hüllt, die dar­an erin­nern soll, dass dort im Früh­jahr 1945 30 ost­eu­ro­päi­sche Zwangs­ar­bei­ter von der Wup­per­ta­ler Poli­zei und Gesta­po ermor­det wur­den. Mit unter den Tätern war der Vater von Lie­se­lot­te Bha­tia, die sich als “Täter­kind” für das Geden­ken im Ver­ein Spu­ren­su­che ein­setzt. Die klei­ne Gedenk­fei­er am Ort, der heu­te auch noch mit Blu­men geschmückt ist und wo ein ewi­ges Licht brennt, wur­de kom­plet­tiert durch eine Anspra­che von Micha­el Okroy von der Begeg­nungs­stät­te Alte Syn­ago­ge.1


Die Inschrift.

Die Inschrift lau­tet:

“Zur Erin­ne­rung an die hier ermor­de­ten Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangsarbeiter/ Hier befand sich der Schieß­stand der Wup­per­ta­ler Polizei/ Im Febru­ar 1945 wur­den an die­sem Ort  6 Frau­en und 24 Män­ner aus der Sowjetunion/ die zur Zwangs­ar­beit nach Wup­per­tal ver­schleppt wurden/ unter Bei­hil­fe der Wup­per­ta­ler Polizei/
von der Gesta­po ermor­det / Von den Opfern des Mas­sa­kers ist nur der Name von Hele­na Matro­so­wa über­lie­fert.”
Der letz­te Weg der Zwangs­ar­bei­ter führt vom Kül­len­hahn die­se Stra­ße ent­lang.

In sei­ner Anspra­che beschrieb Micha­el Okroy die Vor­gän­ge, die zur Ermor­dung der 24 Män­ner und sechs Frau­en aus der Sowjet­uni­on im Burg­holz führ­ten. Je nach Quel­len wird als Tat­zeit­punkt der Monats­wech­sel Ende Februar/Anfang März 1945 oder der 21. März 1945 genannt, die Tat gehört damit zu den soge­nann­ten Kriegs­end­pha­se­ver­bre­chen. Im Janu­ar 1945 waren über 80 Zwangs­ar­bei­ter von der Wup­per­ta­ler Poli­zei fest­ge­nom­men wor­den, da im zuneh­mend desta­bi­li­sier­ten Drit­ten Reich mit dem Nähern der Front aus Wes­ten Zwangs­ar­bei­ter flo­hen oder frei­ge­las­sen wur­den und die­se sich durch Über­fäl­le und Plün­de­run­gen Nah­rungs­mit­tel beschaf­fen muss­ten. 32 Män­ner und sechs Frau­en wur­den schließ­lich als Haupt­ver­ant­wort­li­che der Gesta­po Außen­stel­le Wup­per­tal über­ge­ben und im Poli­zei­prä­si­di­um gefol­tert und miss­han­delt. Hele­na Matro­so­wa wur­de zum Bei­spiel Papier zwi­schen ihre Zehen gesteckt und ange­zün­det. Hier wur­de schließ­lich für die 30 Opfer auch das Todes­ur­teil — ohne Gerichts­ver­fah­ren — ver­hängt. Nach­dem aus dem Reichs­si­cher­heits­haupt­amt (RSHA) in Ber­lin die for­mel­le Bestä­ti­gung des Todes­ur­teils ein­ge­trof­fen war, wur­den die Vor­be­rei­tun­gen der Tat getrof­fen und die­se in der Abge­schie­den­heit des Burg­holz aus­ge­führt und die Lei­chen vor Ort ver­gra­ben.

Am 14. April 1945, knapp vier Wochen nach der Ermor­dung der 30 Zwangs­ar­bei­ter, wur­de Wup­per­tal durch ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen befreit. Die noch im Prä­si­di­um anwe­sen­den Poli­zis­ten wur­den dann mit LKWs zu einem Gefan­ge­nen­la­ger an den Rhein­wie­sen gebracht. Ende August 1945 führ­ten Ermitt­lun­gen zur Fest­nah­me der betei­lig­ten Poli­zis­ten und zu Hin­wei­sen auf den Tat­ort. Eini­ge inhaf­tier­te Tat­be­tei­lig­te muss­ten auf Anord­nung der nun bri­ti­schen Mili­tär­re­gie­rung die Lei­chen exhu­mie­ren und sämt­li­che Ange­hö­ri­gen der Wup­per­ta­ler Poli­zei­dienstel­le hat­ten an den außer­halb des Mas­sen­gra­bes auf­ge­bahr­ten Ermor­de­ten vor­bei­zu­ge­hen. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas, sein Stell­ver­tre­ter, füh­ren­de Ver­tre­ter der deut­schen Poli­zei und ein Abge­sand­ter des sowje­ti­schen Mar­schalls Schu­kow waren eben­falls vor Ort. Vier­zehn Täter wur­den 1947 in Ham­burg im soge­nann­ten Burg­holz-Case ver­ur­teilt, sechs zum Tode. Die Stra­fen wur­den aller­dings nicht in der aus­ge­spro­che­nen Här­te voll­streckt, die letz­ten Täter wur­den bereits 1953 aus der Haft ent­las­sen. Der Haupt­ver­ant­wort­li­che, der Lei­ter der Gesta­po­leit­stel­le Düs­sel­dorf Hensch­ke, wur­de 1948 zu einer 12jährigen Haft ver­ur­teilt, aber schon 1955 vor­zei­tig auf frei­en Fuß gesetzt. Die ermor­de­ten Män­ner und Frau­en wur­den im August 1945 auf Anord­nung der bri­ti­schen Mili­tär­re­gie­rung auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof an der Schor­fer Stra­ße in Cro­nen­berg beer­digt und im Okto­ber wur­de das Mahn­mal dort als eines der ers­ten in Wup­per­tal, das an die Unta­ten der Natio­nal­so­zia­lis­ten erin­nert, errich­tet.2
Im Herbst 2014 ist der Ver­ein Spu­ren­su­che NS-Geschich­te in Wup­per­tal e.V.  sei­nem Ziel, eine Stra­ße im Burg­holz nach der ukrai­ni­schen Leh­re­rin  Hele­na Matro­so­va zu benen­nen, einen klei­nen Schritt wei­ter­ge­kom­men, die Bezirks­ver­tre­tung Cro­nen­berg stimm­te dem Vor­ha­ben zu. Aller­dings ist die­se nicht final zustän­dig, son­dern der Lan­des­be­trieb Wald und Holz, da der Weg zum Schieß­stand im Staats­forst liegt.3

Schilder zur Erinnerung an 950 Jahre Cronenberg

Das 950-Jah­re-Cro­nen­berg-Schild, schon deut­lich aus­geb­li­chen, an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße.

Im Jahr 2000 fei­er­te man in Wup­per­tals süd­lichs­tem Stadt­teil Cro­nen­berg die ers­te bekann­te Erwäh­nung des Ortes als “Cron­ber­ga” in den Regis­tern des Stifts Wer­den an der Ruhr.1 Drei Tage lang fei­er­te man eben­so den 400. Jah­res­tag des Sen­sen­pri­vi­legs, das einen wich­ti­gen Schritt zur Selbst­stän­dig­keit und wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung dar­stellt.2 Die geplan­te Auf­stel­lung von vier Schil­dern an den Orts­ein­gän­gen mit der stol­zen Dar­stel­lung des Wap­pens und des Alters des Stadt­teils ver­zö­ger­te sich aller­dings bis zum Ende des Jah­res. Die Gel­der hier­für stell­te die Bezirks­ver­tre­tung auf Vor­schlag des Vor­sit­zen­den der CDU, Gerd Weis­beck, zur Ver­fü­gung.3


An der Rhön­stra­ße ist es bes­ser zu erken­nen: Das Wap­pen zeigt in sil­ber­nem Schil­de mit sand­stein­far­be­ner Mau­er­kro­ne den auf grü­nem Berg ste­hen­den blau bekrön­ten, blau­zün­gi­gen und blau bekrall­ten roten Ber­gi­schen Löwen mit der Sen­se in den Pran­ken.

Denkmal für das alte Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg

Die neue Ret­tungs­wa­che Süd.

Am Ende des Jah­res  2006 zog die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg von ihrem alten Gerä­te­haus an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße zur neu­en Ret­tungs­wa­che Süd an der Theis­hah­ner Stra­ße. Das alte Gerä­te­haus wur­de 2007 abge­bro­chen und wich einem Dis­coun­ter. Seit dem 9. April 2011 erin­nert die alte Uhr und eine Gedenk­ta­fel am neu­en Stand­ort der FFW Hah­ner­berg an die alte Hei­mat. Das städ­ti­sche Gebäu­de­ma­nage­ment und zahl­rei­che Spon­so­ren sorg­ten nicht für das neue Denk­mal, son­dern auch für die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit der Uhr, die seit­dem läuft und läuft und läuft… 1


Das Denk­mal

Eine drei­tei­li­ge klei­ne Gedenk­ta­fel erklärt über einem Bild des alten Gerä­te­hau­ses:

Das alte
Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus

Hah­ner­ber­ger Stra­ße 99–101

Die Geschich­te der
Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Hah­ner­berg

Als im Som­mer des Jah­res 1883 ein herr­li­cher Tag zu Ende ging, spie­gel­te sich die unter­ge­hen­de Son­ne glut­rot in einem Hah­ner­ber­ger Dach­fens­ter. Spa­zier­gän­ger glaub­ten an ein Feu­er und eil­ten zur ver­meint­li­chen Brand­stel­le. Erst dort erkann­ten sie die opti­sche Täu­schung. Aus die­ser Schreck­si­tua­ti­on wuchs der Gedan­ke, den Mit­bür­gern in einem Brand­fall all­zeit Hil­fe leis­ten zu kön­nen. Am 06.07.1883 wur­de daher die Grün­dung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Hah­ner­berg beschlos­sen. Vie­le Jahr­zehn­te stan­den den Feu­er­wehr­leu­ten nur Ver­eins­lo­ka­le für ihre Ver­samm­lun­gen zur Ver­fü­gung. Erst am 02.05.1931 konn­te das lang ersehn­te Feu­er­wehr­haus an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße ein­ge­weiht wer­den.
Mit stets bes­ser wer­den­der Tech­nik und immer moder­ne­ren Fahr­zeu­gen rück­ten die Flo­ri­ans­jün­ger von nun an aus der Fahr­zeug­hal­le des impo­san­ten Gebäu­des aus. Auch der 2. Welt­krieg konn­te dem Gebäu­de — bis auf klei­ne­re Schä­den — nichts anha­ben. Die Bewoh­ner der Miet­woh­nun­gen des Feu­er­wehr­hau­ses und die in der Umge­bung leben­den Kame­ra­den wur­den lan­ge Zeit durch die auf dem Dach mon­tier­te Sire­ne alar­miert. 75 Jah­re lang beher­berg­te das Gebäu­de die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg.
Im Jahr 2005 wur­de das gesam­te Gelän­de an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße ver­kauft und ein moder­nes Gebäu­de an der Theis­hah­ner Stra­ße errich­tet. Die Wehr muss­te Abschied neh­men von ihrem bis­he­ri­gen Stand­ort und  zog schließ­lich am 21.12.2006 in ihre neu­en Räum­lich­kei­ten um. Im Früh­jahr 2007 erfolg­te sodann der Abriss der orts­prä­gen­den “Alten Wache”. Übrig geblie­ben ist allei­ne die gro­ße Uhr, die am Siren­en­turm auf dem Dach des Feu­er­wehr­hau­ses ange­bracht war.

Neh­men Sie sich also etwas Zeit
für eine kur­ze Erin­ne­rung
an das alte Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus
an der Hah­ner­ber­ger Stra­ße 99 — 101.”


Die Gedenk­ta­feln.

 

Hermann-Herberts-Gedenkstein

Am 7. Juni 1997 wur­de die tra­di­ti­ons­rei­che, 1788 gegrün­de­te Schu­le Am Dohr an der Cro­nen­fel­der Stra­ße nach dem ehe­ma­li­gen Wup­per­ta­ler Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann Her­berts benannt. Zur fei­er­li­chen Umbe­nen­nung erschie­nen Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau (nach­dem inzwi­schen eben­falls eine Schu­le benannt ist), Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Hans Kre­men­dahl und die Wit­we des SPD-Poli­ti­kers. Den gan­zen Tag fei­er­ten Leh­rer, Schü­ler und Eltern ein Fest auf den bei­den Schul­hö­fen der Schu­le. Der Gedenk­stein, in Cro­nen­berg natür­lich ein alter Schleif­stein, wur­de von der CDU gestif­tet.1


Her­mann-Her­berts-Gedenk­stein

Her­mann Her­berts wur­de am 4. April 1900 in Cro­nen­berg gebo­ren und mach­te eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung. Nach dem Ers­ten Welt­krieg war er als Jour­na­list tätig, bis ihm 1933 von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ein Berufs­ver­bot erteilt wur­de. Er grün­de­te dar­auf­hin eine klei­ne Werk­zeug­fa­brik in Cro­nen­berg, nach dem Zwei­ten Welt­krieg war er Redak­teur beim Rhein-Echo und ab 1953 beim Deut­schen Gewerk­schafts­bund als Pres­se­spre­cher und spä­ter als Geschäfts­füh­rer tätig. 1952 wur­de er zum ers­ten Mal in den Wup­per­ta­ler Stadt­rat gewählt und gehör­te ihm bis 1969 an. 1956 — 1961 und 1964 — 1969 war er Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt und ver­trat sie von 1964 — 1969 eben­falls im Bun­des­tag. Der Wup­per­ta­ler Ehren­bür­ger ver­starb am 25. Dezem­ber 1995.


Minis­ter­prä­si­dent Johan­nes Rau beton­te die Hilfs­be­reit­schaft, Mensch­lich­keit und weit­rei­chen­de Bil­dung des Cro­nen­ber­gers und Schul­lei­ter Oskar Strie­de wür­dig­te ihn als Poli­ti­ker, der sich an Sach­ar­beit ori­en­tiert habe.2

Bereits seit 1983 trägt ein Brun­nen am Cro­nen­ber­ger Alten­heim zum Teil sei­nen Namen: Her­mann-Her­berts-und-Hans-Rau­haus-Brun­nen

Hermann-Herberts-und-Hans-Rauhaus-Brunnen

Der Her­mann-Her­berts-und-Hans-Rau­haus-Brun­nen.

Am 15. Juni 1983 wur­de am städ­ti­schen Alten­heim am Ehren­mal in Cro­nen­eberg ein klei­ner Brun­nen im Gar­ten­hof ein­ge­weiht. Er besteht aus einer 2,60 m brei­ten Kup­fer­schwin­ge, die auf einem schwar­zen Mar­mor­so­ckel ruht und einem Becken­rand aus polier­tem schwar­zem Mar­mor. Aus fei­nen Düsen zwi­schen Sockel und Kup­fer­schwin­ge wird das Was­ser in das Brun­nen inne­re gesprüht. Gestal­tet wur­de der Brun­nen von Wil­fried Recke­witz.

Mit die­sem Brun­nen ehr­te die Gemein­nüt­zi­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Wup­per­tal (GWG) zwei lang­jäh­ri­ge Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de und enga­gier­te Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, Her­mann-Her­berts, ehe­mals Ober­bür­ger­meis­ter und Hans Rau­haus, lang­jäh­ri­ger Bezirks­bür­ger­meis­ter von Cro­nen­berg. Auf dem Becken­rand ver­kün­det ein Bron­ze­schrift­band:1


Gewid­met Her­mann Her­berts, Ober­bür­ger­meis­ter-Ehren­bür­ger, Hans Rau­haus, Bür­ger­meis­ter-Bezirks­vor­ste­her, Auf­sichts­rä­te der GWG.”


Seit 1997 trägt die Cro­nen­fel­der Schu­le den Namen Her­mann Her­berts’ und ein Gedenk­stein steht vor dem Gebäu­de.

Brunnen am Cronenberger Altenheim

Der Brun­nen

Am 15. Juni 1982 wur­de das neue Cro­nen­ber­ger Alten­heim am Ehren­mal ein­ge­weiht, an die­sem Tag wur­de auch in den Außen­an­la­gen ein klei­ner, 20.000 DM teu­rer Brun­nen ein­ge­weiht, der aus einem gro­ßen Find­ling besteht, aus des­sen Mit­te das Was­ser plät­schert.1 Von den Bewoh­nern erhielt er nach kur­zer Zeit einen Spitz­na­men in Cro­nen­ber­ger Mund­art: “Bünn-Äpel” — Pell­kar­tof­fel.2

Schleifsteinbrunnen am Born

Der Schleif­stein­brun­nen.

1980 wur­de die klei­ne Grün­an­la­ge “Am Born” in Cro­nen­berg ange­legt. Seit­dem ver­bin­det eine Trep­pe die Bor­ner Stra­ße und jene Am Ehren­mal, eine Natur­stein­mau­er, zwei Bän­ke und der Schleif­stein­brun­nen bie­ten einen klei­nen Ruhe­platz am alten Brun­nen­häus­chen. Aus der Mit­te des Schleif­steins, ein Sym­bol der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­indus­trie, spru­delt im Som­mer das küh­le Nass, der hier­für nöti­ge Elek­tro­mo­tor ist im alten Brun­nen­häus­chen unter­ge­bracht. 170.000 DM kos­te­te die kom­plet­te Maß­nah­me, die das Land NRW im Rah­men des Stadt­ver­schö­ne­rungs­pro­gram­mes finan­zier­te.1


Denkmal für die in der Kriegsgefangenschaft gestorbenen Soldaten

Am 19. Juli 1930 weih­te die Ver­ei­ni­gung ehe­ma­li­ger Kriegs­ge­fan­ge­ner im zehn­ten Jahr ihres Bestehens an der Hacke­stra­ße in Cro­nen­berg zwi­schen den Häu­sern 30 und 34 ein Denk­mal für die in der Kriegs­ge­fan­gen­schaft gestor­be­nen Kame­ra­den ein. Die Ver­ei­ni­gung setz­te sich dafür ein, dass die ehe­ma­li­gen Kriegs­ge­fan­ge­nen von den Staa­ten, in denen sie gefan­gen genom­men wor­den waren, für ihre Arbeit eine ange­mes­se­ne Ent­loh­nung beka­men. Außer­dem küm­mer­te sie sich um wirt­schaft­li­che Bei­hil­fe und Ent­schä­di­gung und setz­te sich für die Befrei­ung der Nach­kriegs­ge­fan­ge­nen ein. Von Janu­ar 1920 — Dezem­ber 1922 kehr­ten die deut­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen aus der Gefan­gen­schaft heim, die ers­ten über ein Jahr nach den Front­sol­da­ten. 1925 grün­de­te man in Cro­nen­berg einen Spar- und Bau­ver­ein, um den in Not gera­te­nen Kame­ra­den preis­güns­ti­gen Wohn­raum, z.B. in der Hacke­stra­ße, anzu­bie­ten.


Das klei­ne Denk­mal für die in der Kriegs­ge­fan­gen­schaft gestor­be­nen Sol­da­ten.

Die Inschrift der Gedenk­ta­fel lau­tet:

“Eine Heim­kehr ward euch nim­mer,
Ein Geden­ken sei euch immer!
Den in frem­der Erde ruhen­den Kame­ra­den
zum Gedächt­nis
gewid­met
Die Ver­ei­ni­gung ehem. Kriegs­ge­fan­ge­ner
Cro­nen­berg”

Der Wunsch der Gedenk­ta­fel nach dem immer wäh­ren­den Geden­ken hielt nur bis zum August 1976, dann wur­de sie ent­fernt, weil sie beschä­digt war.1

Denkmal zur Erinnerung an die Cronenberger Eisenbahnlinie (Samba)

Am 13. Novem­ber 2008 wur­de auf Neu­kuch­hau­sen in Cro­nen­berg unmit­tel­bar an der ehe­ma­li­gen Neben­bahn zwi­schen Wup­per­tal-Stein­beck und -Cro­nen­berg ein Trieb­wa­gen auf­ge­stellt. Eben­je­nes Fahr­zeug war meh­re­re Jah­re auf die­ser Stre­cke im Ein­satz, die inzwi­schen nur noch als Rad- und Wan­der­weg dient. Der VT 95, auch Roter Brum­mer, Fer­kel­ta­xi oder Ret­ter der Neben­bah­nen genannt, wur­de in Wup­per­tal vor allem als Cro­nen­ber­ger Sam­ba bezeich­net. Der Grund hier­für lag in der kur­ven­rei­chen Stre­cke, die am Bahn­hof Stein­beck von der Tal­li­nie (BME) abzweig­te und durch das Burg­holz nach Kül­len­hahn und nach Cro­nen­berg führ­te.1


Der Sam­ba auf Neu­kuch­hau­sen

Am 1. April 1891 wur­de die 10,5 km lan­ge Stre­cke in Betrieb genom­men, ihr pri­mä­rer Zweck war die Belie­fe­rung der Cro­nen­ber­ger Werk­zeug­indus­trie, aber auch der Aus­flugs­ver­kehr zum Staats­forst oder dem Zoo­lo­gi­schen Gar­ten. Ab 1955 kamen statt der Dampf­lo­ko­mo­ti­ven die roten Schie­nen­bus­se vom Typ VT 95/98 zum Ein­satz. Am 22. Febru­ar 1988 wur­de die Stre­cke auf­grund von Schä­den an der Tras­se still­ge­legt, die for­ma­le Still­le­gung folg­te am 27.5.1989. Mit ein Grund für die Still­le­gung war der umfang­rei­che und dich­te pral­le­le Bus­ver­kehr der WSW auf die Süd­hö­hen. 2006/2007 wur­de  die Stre­cke ab dem Hal­te­punkt Hin­den­burg­stra­ße zu einem viel­ge­nutz­ten Rad- und Wan­der­weg umge­baut. 2His­to­ri­sche Foto­gra­fi­en und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Stre­cke gibt es auf bahnen-wuppertal.de


Kenn­da­ten des Zuges.

Die Fir­ma Kni­pex sorg­te dafür, dass seit Novem­ber 2008 ein VT 95 an die­se Stre­cke und ihre Bedeu­tung für Cro­nen­berg und sei­ne Indus­trie erin­nert. Der Wagen, der einst auf der Stre­cke gefah­ren war, wur­de nach inten­si­ven Recher­chen bei der Hoch­wald­bahn in Her­mes­keil gefun­den, die ihn für Muse­ums­zwe­cke oder als Ersatz­teil­la­ger vor­ge­se­hen hat­te. Der Geschäfts­füh­rer der Kni­pex AG, Ralf Putsch, hol­te den Wagen zurück, ließ ihn reno­vie­ren und auf einem eigens her­ge­stell­ten Gleis­bett auf dem Kni­pex-Park­platz an der Stre­cke auf­stel­len. Außer­dem wur­den ein Vor- und ein Haupt­singal auf­ge­stellt. Eben­falls an der “Heim­kehr” betei­ligt waren Pro­jekt­lei­ter Andre­as Mer­ker und Bah­n­in­ge­nieur Karl-Heinz Schu­mann.3


Beleuch­tung bei Nacht.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te