Gedenktafel für Carl Riedel

Am 6. Okto­ber 1827 wur­de in Cro­nen­berg “An der Hüt­te” im Haus des Apo­the­kers Gus­tav Rie­del und sei­ner Frau Wil­hel­mi­ne (geb. Schlie­per) Carl Rie­del gebo­ren. Er erlern­te spä­ter das Sei­den­fär­ber­hand­werk, ent­schloss sich aber 1848 das Stu­di­um der Musik auf­zu­neh­men. Nach einem Vor­be­rei­tungs­kurs in Kre­feld ging er im Herbst 1849 an das Kon­ser­va­to­ri­um in Leip­zig und ließ sich dort spä­ter nach drei­jäh­ri­gem Stu­di­um (unter ande­rem auch der Phi­lo­so­phie, Natur­wis­sen­schaf­ten und Lite­ra­tur) als Musik­leh­rer nie­der. Sei­ne beson­de­re Lei­den­schaft war der Chor­ge­sang. 1854 grün­de­te er ein Män­ner­quar­tett, das sich spä­ter zum gemisch­ten Chor und anschlie­ßend zum welt­be­kann­ten Rie­del-Ver­ein mit 300 Mit­glie­der ent­wi­ckel­te. 1868 wur­de Carl Rie­del Prä­si­dent des All­ge­mei­nen Deut­schen Musik­ver­eins, außer­dem war er Vor­sit­zen­der des Leip­zi­ger Wag­ner-Ver­eins und Mit­be­grün­der der Beet­ho­ven-Sti­fung. Am 400. Todes­tag Mar­tin Luthers erhielt er die Ehren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Leip­zig, Her­zog von Alten­burg ernann­te ihn zum Pro­fes­sor und 1884 wur­de er Groß­her­zog­lich Wei­ma­ri­scher Kapell­meis­ter. Sei­ner Hei­mat­stadt, sei­nen Freun­den und sei­ner Fami­lie blieb Zeit sei­nes Lebens ver­bun­den und war hier oft zu Gast. Am 3. Juni 1888 starb er in Leip­zig.


Gedenk­ta­fel für Prof. Dr. Carl Rie­del, Hüt­ter Str. 4

1976 fei­er­te der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein sein 25jähriges Bestehen und erin­ner­te zu die­sem Anlass an den Sohn der ehe­ma­li­gen Stadt Cro­nen­berg. Am Geburts­haus im Cro­nen­ber­ger Orts­kern (heu­te Hüt­ter Str. 4, damals Schul­str. 117) brach­te man eine Gedenk­ta­fel an, die ein Enkel des Musi­kers, Wer­ner Schnei­der, gestif­tet hat­te. Die Inschrift lau­tet:1


Geburts­haus von
Pro­fes­sor Dr. Carl Rie­del
* 6.Oktober 1827
+ 3.       Juni 1888
Begrün­der und Lei­ter des Rei­del­ver­eins
in Leip­zig, einer spä­ter welt­be­rühm­ten
Chor­ge­mein­schaft.
———————-
Prä­si­dent des All­ge­mei­nen Deut­schen
Musik­ver­eins 1868 — 1888”

Das Brunnenhäuschen am Born

Unter­halb des Ehren­mals in Cro­nen­berg und eben­so unter­halb der Refor­mier­ten Kir­che, dem Cro­nen­ber­ger Wahr­zei­chen, fin­det sich in der Kur­ve der Bor­ner Stra­ße ein klei­ner Platz, auf dem eines der Denk­mä­ler mit der ältes­ten Bau­sub­stanz Wup­per­tals steht.  Das Brun­nen­häus­chen am Born ent­stand um 1650 und ver­sorg­te die umlie­gen­den Häu­ser und ihre Bewoh­ner mit kla­ren und rei­nem Was­ser aus der Quel­le des Herich­hau­ser Baches.1


Das Brun­nen­häus­chen am Born.

Ober­halb liegt heu­te das Ehren­mal und das Alten­heim, frü­her war hier eine gro­ße Wie­se, in der der ber­gi­sche Land­re­gen ver­si­cker­te und von einer was­ser­un­durch­läs­si­gen Fels­schicht dann hin­ab gelei­tet wur­de, bis es sich an einer Fels­bar­rie­re stau­te und nach oben gedrückt wur­de. Selbst in hei­ßen Som­mer­ta­gen gab es an die­sem Brun­nen im Zen­trum Cro­nen­bergs immer Was­ser, was auf einem Berg­rü­cken nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Um das Jahr 1650 leg­te man hier einen Schacht und ein Brun­nen­häus­chen an und mon­tier­te eine höl­zer­ne Wel­le, an der man mit Seil und Schöpf­ei­mer das küh­le Nass schöp­fen konn­te.2


Brun­nen­häus­chen und Schleif­steinspring­brun­nen.

1888 wur­de am Hah­ner­berg der Drei-Kaiser-(Wasser)Turm gebaut, der flie­ßen­des Was­ser nach Cro­nen­berg brach­te und den Brun­nen über­flüs­sig mach­te. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg waren die Lei­tun­gen zer­stört und der Brun­nen wur­de wie­der genutzt. 1971/72 wur­de das Brun­nen­häus­chen restau­riert, 1980 wur­de eine klei­ne Grün­an­la­ge mit einer Trep­pe zum Ehren­mal ange­legt. Seit­dem fin­det sich hier auch ein neu­er Brun­nen, in dem aus einem alten Schleif­stein das Was­ser spru­delt. Der nöti­ge Elek­tro­mo­tor ist im Brun­nen­häus­chen unter­ge­bracht.3

Heu­te infor­miert dort auch eine Tafel des BGV über den Brun­nen.

Das Cronenberger Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1864, 1866 und 1870/71

Am 18.April 1896 — dem Jah­res­tag der Schlacht an den Düp­pe­ler Schan­zen — leg­ten die Cro­nen­ber­ger Bür­ger den Grund­stein für ihr Krie­ger­denk­mal, das die Gefal­le­nen des Deutsch-Däni­schen Krie­ges, des Deut­schen Krie­ges und des Deutsch-Fran­zö­si­schen Krie­ges ehren soll­te. 12.400 Mark kos­te­te das Denk­mal, 30 Mark erhielt jeder der 108 Vete­ra­nen, bzw. die Krie­ger­wit­wen als Ehren­ge­schenk. Zusam­men mit den Kos­ten der Fei­er muss­te man 16.650 Mark auf­brin­gen. Stol­ze 15.700 Mark ging als Spen­de ein, den Rest über­nahm die Stadt Cro­nen­berg.
Das Krie­ger­denk­mal gegen­über der luthe­ri­schen Kir­che. Aus dem Archiv des Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins e.V.

Am 10.Mai 1896 wur­de das Denk­mal dann mit einer gro­ßen Fei­er ein­ge­weiht. Kano­nen­don­ner und gro­ßer Zap­fen­streich kün­dig­ten schon am Abend vor­her das Ereig­nis an, Reveil­le und erneu­ter Kano­nen­don­ner eröff­ne­ten dann den Fei­er­tag. In allen drei Cro­nen­ber­ger Kir­chen (katho­lisch, luthe­risch, refor­miert) wur­den Fest­got­tes­diens­te abge­hal­ten, am Nach­mit­tag setz­te sich der Fest­zug mit den patrio­ti­schen Ver­ei­nen, Schul­klas­sen, den Vete­ra­nen und Ehren­jung­frau­en zum Denk­mal in Bewe­gung. Der Prä­ses des Krie­ger­ver­eins, Apo­the­ker Schnei­der hielt die Wei­he­re­de und der Bür­ger­meis­ter Kem­man über­nahm das Denk­mal in den Schutz der Stadt. Dem folg­te ein Fest­essen und am Abend eine Illu­mi­na­ti­on des Denk­mals.
Das Denk­mal wur­de ent­wor­fen von Prof.Keil aus Wies­ba­den, der die Figur bereits 1875 für ein Bre­mer Denk­mal ver­wand­te. (Bild des Bre­mer Krie­ger­denk­mals in Wiki­pe­dia) Gegos­sen wur­de die Figur bei AG.Gladenbeck & Sohn in Fried­richs­ha­gen, der Sockel stamm­te von Woelf­fel & Herold aus Bay­reuth. Die Stu­fen und Zaun­pfei­ler stif­te­te Hein­rich Höh­mann aus Hah­ner­berg, die Ket­ten ein unbe­kann­ter Stif­ter aus Hagen.
Das Krie­ger­denk­mal Hauptstr./Holzschneiderstr. Aus dem Archiv des Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins e.V.

Das Denk­mal hat im gan­zen eine Höhe von 6,70m, wovon der Sockel 3,60m ein­nimmt. Der stür­men­de Krie­ger aus Bron­ze trägt in der rech­ten das Sei­ten­ge­wehr, in der lin­ken Hand die zer­schos­se­ne Fah­ne. Er tritt den fran­zö­si­schen Adler mit Füßen. Die Figur wiegt 14 Zent­ner. Der Sockel, gefer­tigt aus schwe­di­schem Gra­nit, zeigt an der Vor­der­sei­te unter der Inschrift den Eichen­kranz und an den Sei­ten Reli­efs von Kai­ser Wil­helm I und Fried­rich III. Auf der Rück­sei­te befin­det sich eine Bron­ze­ta­fel, die die Namen der Gefal­le­nen und Todes­ort und -datum ver­zeich­net.

Die Inschrift, lau­tet:

Ihren
Gefal­le­nen
Söh­nen
die
dank­ba­re
Vater­stadt
Cro­nen­berg”


32 Jah­re spä­ter hat­ten die Cro­nen­ber­ger ein zwei­tes Krie­ger­denk­mal ein­zu­wei­hen, dass in ungleich grö­ße­ren Dimen­sio­nen geschaf­fen wer­den muss­te. Im Zwei­ten Welt­krieg (1941/42) wur­de die Figur ein­ge­schmol­zen und das Denk­mal ent­fernt.1
Ich bedan­ke mich an die­ser Stel­le beim Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein e.V. für die Geneh­mi­gung oben­ste­hen­de Bil­der zu ver­öf­fent­li­chen.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Die Friedenseiche in Cronenberg

Es war der Geburts­tag des deut­schen Kai­sers, Wil­helm I., als man in Cro­nen­berg, gegen­über dem bekann­ten Wahr­zei­chen der eins­ti­gen Stadt auf den Süd­hö­hen, der refor­mier­ten Kir­che mit dem mar­kan­ten Zwie­bel­turm, am 22.März 1871 eine Eiche pflanz­te, um den Frie­den nach dem gewon­ne­nen Deutsch-Fran­zö­si­schen-Krieg zu fei­ern und um ein “Sym­bol deut­scher Kraft und Stär­ke” zu haben.


Ver­gan­ge­ne Woche hat­te die Eiche lei­der schon ihr schö­nes Herbst­kleid abge­wor­fen.

Man fei­er­te, ernann­te einen “Eichen­meis­ter”, der sich um die Eiche zu küm­mern hat­te (Wirt Neu­mann und sei­ne Nach­fol­ger waren erfolg­reich, wie man sieht), ver­teil­te 2200 Stu­ten an die Kin­der und begab sich zu einem Fest­essen ins Hotel zur Post.1 Nach dem letz­ten Umbau die­ses Are­als (2002?) liegt die Stein­ta­fel, die von dem Ereig­nis kün­det, vor der Eiche, nach­dem sie jah­re­lang an einem Later­nen­so­ckel ange­bracht war.


Cro­nen­berg
Frie­dens­ei­che
1870/71″


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Denkmäler für die Gefallenen des Kapp-Putsches (3): Cronenberg

Am Sonn­tag dem 18. März 1923 wur­de auf dem evan­ge­li­schen-refor­mier­ten Fried­hof in Cro­nen­berg ein Gedenk­stein fünf gefal­le­ne Kämp­fer gegen den Kapp-Putsch ein­ge­weiht. Bereits 1921 waren auf den Ehren­fried­hö­fen in Elber­feld und Bar­men Denk­mä­ler ein­ge­weiht wor­den.
Denk­mal des Kapp-Put­sches auf dem Cro­nen­ber­ger ev.-ref. Fried­hof

Die obe­re Inschrift lau­tet:

“Hier ruhen die Opfer
des März-Put­sches 1920”

Dann fol­gen die fünf Namen und jeweils das Geburts­da­tum. Die unte­re Inschrift zitiert eben­so wie das Bar­mer Denk­mal das Lied “Tord Fole­son” von Per Siv­le, in einer drit­ten Vari­an­te.1

Das Ban­ner kann ste­hen
wenn der Mann auch fällt.”


Nähe­re Ansicht

Das Denk­mal scheint die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schaft schad­los über­stan­den haben.

Seit 2003 gibt es in der Nord­stadt ein wei­te­res Kapp-Putsch-Denk­mal.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Denkmal für ermordete russische Zwangsarbeiter auf dem ev.-ref. Cronenberger Friedhof

Es war der 28.August 1945, als man nach Ver­hö­ren von drei Poli­zis­ten im Burg­holz ein Mas­sen­grab mit 28 ermor­de­ten Rus­sen, Polen und Bel­gi­ern fand. Es waren Zwangs­ar­bei­ter, dar­un­ter fünf Frau­en, die in den letz­ten Tagen des Krie­ges getö­tet wur­den. Am 31.August 1945 wur­den sie ein­zeln auf dem Refor­mier­ten Fried­hof in Cro­nen­berg an der Schor­fer Str. beer­digt. Anwe­send waren deut­sche Poli­zis­ten, fran­zö­si­sche, eng­li­sche und rus­si­sche Sol­da­ten.
Der genaue Tat­her­gang ist im Ein­trag zur 2004 am Ort des Ver­bre­chens errich­te­ten Gedenk­ta­fel beschrie­ben.

Im Okto­ber des Jah­res wur­de eine Anord­nung des eng­li­schen Mili­tär­re­gie­rung aus­ge­führt und vom Bar­mer Stein­bild­hau­er Hugo Wes­sel­mann nach einem Ent­wurf rus­si­scher Offi­zie­re ein Denk­mal errich­tet.


Denk­mal für ermor­de­te rus­si­sche Zwangs­ar­bei­ter

Die rus­si­sche Inschrift lau­tet in Über­set­zung laut einer Infor­ma­ti­ons­ta­fel:

“Ewi­ges Geden­ken den Kämp­fern
gegen den Faschis­mus.
Hier lie­gen die Lei­chen von
30 sowje­ti­schen Patrio­ten.
Erschos­sen von deut­schen
faschis­ti­schen Hen­kern.”

Die Grä­ber, die sich unmit­tel­ba­rer Nähe befin­den, stam­men von 23 rus­si­schen Zwangs­ar­bei­tern, die bei Luft­an­grif­fen auf Cro­nen­berg ums Leben kamen.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­te­rin

Die Grab­plat­ten ver­zeich­nen in der Regel Namen und Lebens­da­ten der Ver­stor­be­nen. Unter den Toten waren auch zwei Kin­der.


Grab einer rus­si­schen Zwangs­ar­bei­ters

Die­ses anony­me Grab ist eine Aus­nah­me. Die Grab­mä­ler wur­den 1987 erneu­ert.

Schon wäh­rend des Krie­ges wur­den auf dem evan­ge­lisch-refor­mier­ten Fried­hof, rus­si­sche (viel­leicht ortho­do­xe, viel­leicht athe­is­ti­sche) Zwangs­ar­bei­ter bestat­tet.1 2004 wur­de am Ort des Ver­bre­chens eine Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht.
2015 wur­de die Anla­ge saniert.2

 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal Cronenberg


Das Krie­ger­denk­mal in Cro­nen­berg (Am Ehren­mal) wur­de am 14. Okto­ber 1928 ein­ge­weiht. Vor­an­ge­gan­gen waren der Beschluss zur Errich­tung eines sol­chen Denk­mals der Cro­nen­ber­ger Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung am 10.Februar 1925, eine Sam­mel­ak­ti­on unter den Cro­nen­ber­ger Bür­gern, die die finan­zi­el­len Mit­tel erbrach­te, eine Aus­ein­an­der­set­zung um die Fra­ge, ob das Denk­mal mit­ten in der Stadt errich­tet wer­den soll­te oder lie­ber im Wald, wel­cher Bild­hau­er es aus­füh­ren soll­te und die Grund­stein­le­gung am 17. Juli 1927 anläss­lich der Fei­er 100 Jah­re Stadt­rech­te.

Man ent­schloss sich schließ­lich Edu­ard Timaeus aus Kas­sel mit dem Bau des Denk­mal zu beauf­tra­gen, dass inner­halb eines neu­en Parks zwi­schen den Stra­ßen Hüt­ter­str, Am Ehren­mal und Auf dem Eigen ent­ste­hen soll­te. Timä­us hat­te bereits 1925 die Gedenk­ta­fel der Cro­nen­ber­ger Real­schu­le gestal­tet. Die Anla­ge selbst plan­ten Prof. Peter Klotz­bach aus Bar­men und der Cro­nen­ber­ger Stadt­bau­rat Sie­den­topf.



Der Bild­hau­er wähl­te die unge­wöhn­li­che Form einer Pyra­mi­de für das Ehren­mal. Vor­ge­la­gert ist eine schlich­te, kni­en­de, trau­ern­de Frau­en­fi­gur, auf der lin­ken, vor­de­ren und rech­ten Sei­te sind die Namen der Gefal­len (über 400) ange­bracht. Auf der Spit­ze der Pyra­mi­de pran­gen die Wor­te “1914–18”, “Cro­nen­berg”, “sei­nen”, “Hel­den”. Am Fun­da­ment links neben der Frau­en­fi­gur: “Ihr starbt”, rechts: “Ihr lebt!”. Unter­halb der Frau­en­fi­gur brach­te man am 26.Juli 1956 eine ergän­zen­de Tafel für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs an, die der Bild­hau­er Harald Schmahl schuf. In den 1980er Jah­ren wur­de das Denk­mal von Stein­metz­meis­ter Barnd Wald restau­riert.1


Das Band, wel­ches die Namen ent­hält, ist an den Sei­ten zwei­mal durch Sym­bol­ta­feln unter­bro­chen, die Sym­bo­le von Krie­ge und Frie­den zei­gen.

Zu sehen sind Reichs­ad­ler, Schwert mit Blät­tern, Artil­le­rie­ge­schoss, Cro­nen­ber­ger Wap­pen (Ber­gi­scher Löwe mit Sen­se)

Zu sehen sind Frie­dens­tau­be, Stahl­helm, Eiser­nes Kreuz, Sie­ger­kranz

Die Inschrift des Denk­mals ist nicht leicht zu erken­nen. An der Spit­ze der Pyra­mi­de steht an drei Sei­ten: “Cro­nen­berg — sei­nen — Hel­den — 1914- 1918” Unter dem Band der Namen steht ein­ge­mei­ßelt in den Stein links und rechts der Figur “Ihr starbt — Ihr lebt”

In Cro­nen­berg fan­den sich kurz nach dem Volks­trau­er­tag die meis­ten Krän­ze. Es ist inter­es­sant, wel­che Insti­tu­tio­nen und Ver­ei­ne heu­te noch der Toten geden­ken: Die Stadt Wup­per­tal, Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein, CDU Cro­nen­berg, DRK Bereit­schaft Cro­nen­berg, RSC Cro­nen­berg, Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Cro­nen­berg, SSV 07 Sud­berg, Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Hah­ner­berg, Sozi­al­ver­band VdK Cro­nen­berg, Cro­nen­ber­ger Sport­club, Bür­ger­ver­ein Hahnerberg/Cronenfeld, Ski-Club Cro­nen­berg 1929, Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge e.V.


Am 26. Juli 1958 wur­de zum Geden­ken der Opfer des Zwei­ten Welt­krie­ges eine Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die vom Bild­hau­er Harald Schmahl gestal­tet wur­de. Plä­ne für ein eigen­stän­di­ges Denk­mal wur­den ver­wor­fen. Über dem Eichen­blatt steht die schlich­te Inschrift: “Den Toten des Welt­kriegs 1939–1945”

Ergän­zung vom 06.Juni 2012:
In der Nacht auf Diens­tag, den 5.Juni 2012 haben Bron­ze­die­be die Tafeln mit den Namen der Gefal­le­nen und die Sym­bol­ta­feln ent­wen­det. Mit gro­ßer Bru­ta­li­tät wur­den die ein­ze­men­tier­ten ver­an­ker­ten Tafeln her­aus­ge­bro­chen, die Wie­der­her­stel­lungs­kos­ten lie­gen bei 30.000 Euro. Nur eine der 22 Tafeln wur­den an Ort und Stel­le gelas­sen.2


Eine der nun gestoh­le­nen Gedenk­ta­feln.

Ergän­zung vom 18.06.2012:
Der Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein und der SPD-Stadt­ver­ord­ne­te Oli­ver Wag­ner haben 1200 € Beloh­nung für sach­dien­li­che Hin­wei­se aus­ge­setzt, davon stam­men 1000 € vom CHBV.3 Die Befürch­tun­gen, dass die Namen nicht mehr rekon­stru­iert wer­den kön­nen (s.Kommentare), haben sich zum Glück auf­ge­löst. Die Namen sind im Stadt­ar­chiv in der Akte S VII 65, “Gedenk­ta­fel der im Welt­krieg 1914–1918 gefal­le­nen…, Ein­wei­hung des Ehren­mals, 14.10.1928” ent­hal­ten.4

Der CHBV sam­melt nun Spen­den zur Wie­der­her­stel­lung der Bron­ze­ta­feln: Das Kon­to des CHBV: „Stadt­spar­kas­se Wup­per­tal, Kon­to-Num­mer 219 0 14, BLZ 330 50 000.[3]Ergän­zung vom 01.11.2012:

Wie die Cro­nen­ber­ger Woche berich­tet, beant­wor­te­te die Stadt eine Anfra­ge der Bezirks­ver­tre­tung Cro­nen­berg zur Wie­der­her­stel­lung der Tafel nega­tiv, es ist kei­ne Geld dafür vor­han­den. 30.000 Euro ver­an­schlagt das Res­sort Grün­flä­chen für die Her­stel­lung und dieb­stahl­si­che­re Anbrin­gung. Dage­gen sag­te das Res­sort zu, im Win­ter die Bäu­me und Sträu­cher im Bereich zurück­zu­schnei­den, um das Are­al bes­se­re ein­seh­bar zu gestal­ten.5


Zum Volks­trau­er­tag am 18.11.2012 stell­te man als pro­vi­so­ri­schen Ersatz für die gestoh­le­nen Namen­s­ta­feln die­se Tafel auf

Ergän­zung vom 21.11.2012 :
Am Volks­trau­er­tag 2012 sorg­te der Dieb­stahl der Namen­s­ta­feln für eine Ver­än­de­rung im übli­chen Ritu­al. Neben Schü­lern und Pfar­rer Mon­hof ergriff auch der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Cro­nen­be­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins, Ste­phan Ries, das Wort und erklär­te den 150 Teil­neh­mern, dass die Wei­ge­rung der Stadt, die Tafeln zu erset­zen, eine “wei­te­re Schan­de” sei. 94 Jah­re nach Kriegs­en­de und 84 Jah­re nach der Errich­tung des Denk­mals beton­te er, dass die­ses kein “anony­mes, nack­tes Bau­werk aus Stein” sei, und die Namen­s­ta­feln der Trau­er und Erin­ne­rung ein Gesicht geben wür­de. Sie sei­en tra­gen­de Säu­len des Erin­nerns. Mitt­ler­wei­le bezif­fert die Stadt die Kos­ten der Wie­der­her­stel­lung und dieb­stahl­si­che­ren Anbrin­gung auf 65.000 €.6


Das Pro­vi­so­ri­um

Ergän­zung vom 02.01.2013:
Am Neu­jahrs­tag 2013 wur­de die­se pro­vi­so­ri­sche Ehren­ta­fel zer­stört auf­ge­fun­den. Ob die Ursa­che Van­da­lis­mus oder Wind­bö­en waren, war unklar. Rolf Tesche, Vor­sit­zen­der des CHBV, erklär­te, das Pro­vi­so­ri­um mög­lichst schnell repa­rie­ren zu las­sen, da es nicht nur die Toten ehren, son­dern auch mah­nen, dass die Stadt die gestoh­le­nen Tafeln ersetzt.7


Ergän­zung vom 08.12.2013:
Im Dezem­ber 2013 wur­de zwi­schen dem CHBV und der Stadt Wup­per­tal auf­grund des hart­nä­cki­gen Nach­ha­kens sei­tens des Bür­ger­ver­eins ver­trag­lich ver­ein­bart, dass die Stadt bei der Wie­der­her­stel­lung der Gedenk­ta­feln die Hälf­te der Kos­ten über­nimmt, die ande­re Hälf­te in Höhe von 18.000 € wird vom CHBV (3.000 €), von der Spar­kas­se (3.000 €), der Ein­zel­han­dels­ge­mein­schaft W.I.C (1.000 €), dem Ver­si­che­rungs­bü­ro Gross & Co (3.000 €) und sowie Pri­vat­spen­dern getra­gen, wes­we­gen erneut ein Spen­den­auf­ruf getä­tigt wur­de. Im Dezem­ber 2013 begann die kos­ten­freie Sanie­rung des Denk­mals durch den Maler­be­trieb Tesche und die Gerüst­bau­fir­ma Klaus Hobels­ber­ger.8


Ergän­zung 16.10.2015
Am 12. Okto­ber 2015 teil­te die Stadt mit, dass eine Ste­le mit einer Info­ta­fel am nord­west­li­chen Zugang zum Denk­mal auf­ge­stellt wur­de. Der Text vom His­to­ri­schen Zen­trum erklärt die Geschich­te des Denk­mals bis in die jüngs­te Zeit, her­ge­stellt wur­de sie vom Res­sort Grün­flä­chen und Fors­ten, die Auf­stel­lung über­nah­men durch Kräf­te des zwei­ten Arbeits­mark­tes der GESA.9
Seit April 2014 ist das Denk­mal auch wie­der voll­stän­dig, nach­dem die gestoh­le­nen Namen­s­ta­feln durch Repli­ken ersetzt wur­den. Die­se bestehen aber nicht aus Bron­ze, son­dern aus Kunst­guß und wur­den von der Fir­ma EGO3D aus Mül­heim her­ge­stellt. Damit konn­ten die Kos­ten von 65.000 € auf 35.000 € redu­ziert wer­den.10


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal des Städt. Realgymnasiums Elberfeld

Am 18. Janu­ar 1923 wur­de in der Aue, auf dem Schul­hof des Städt. Real­gym­na­si­ums Elber­feld (heu­te dient das Gebäu­de der Städt. Kath. Sankt-Lau­ren­ti­us-Schu­le), ein Krie­ger­denk­mal ent­hüllt. Es war der Jah­res­tag der Grün­dung des Deut­schen Kai­ser­reichs in Ver­sailles (18.Jan.1871), der wie­der­um ein Zitat der Erhe­bung des bran­den­bur­gi­schen Kur­fürs­ten Fried­rich III. zum König Fried­rich I. in Preu­ßen am 18. Janu­ar 1701 gewe­sen war. Es war zugleich die Zeit der Ruhr­be­set­zung und somit war die Ein­wei­hung die­ses Denk­mals, das heu­te auf dem Ost­hof des Schul­zen­trum Süd steht, hoch poli­tisch. Das Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um steht heu­te in der Tra­di­ti­on des Real­gym­na­si­ums. 1975 wur­de das Denk­mal vom Schul­hof an der Aue zum Schul­zen­trum umge­setzt.


Das Denk­mal, geschaf­fen vom Elber­fel­der Bild­hau­er Erich Cleff, ist ein recht­ecki­ger, auf­recht ste­hen­der Block aus Muschel­kalk, der an drei Sei­ten 176 Namen ver­zeich­net und an der Vor­der­sei­te eine Reli­ef zeigt, auf dem ein knie­en­der, geschla­ge­ner Krie­ger zu sehen ist, der sein Schwert in den Boden gesto­ßen hat und sich mit der lin­ken Hand ans Herz fasst. Es folgt die Inschrift:


“Unse­ren Toten
1914–1918.
Städt.Realgymnasium
Elber­feld”

Dazwi­schen ist noch ein Eiser­nes Kreuz ange­bracht.1



Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te