Gedenktafeln für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der jüdischen Gemeinden in Elberfeld und Barmen

Wie in den christ­li­chen Gemein­den des Wup­per­tals wur­de auch in den bei­den jüdi­schen Gemein­den in Elbe­feld und in Bar­men um die Söh­ne, Brü­der und Väter getrau­ert, die im Ers­ten Welt­krieg für das Vater­land ihr Leben lie­ßen. Und eben­so wie auf den Fried­hö­fen und in den Kir­chen gedach­ten auch die Juden im Wup­per­tal den 45 Gefal­le­nen mit zwei Gedenk­ta­feln, die in den Syn­ago­gen an der Genüg­sam­keit­stra­ße und der Stra­ße Zur Scheu­ren ange­bracht wur­den. Wann die Tafeln ein­ge­weiht wur­den, wer sie fer­tig­te und wie sie aus­sa­hen ist heu­te nicht mehr nach­zu­voll­zie­hen. Nur das Datum der Zer­stö­rung ist greif­bar: am 9. Novem­ber 1938 wur­den sie zusam­men mit den Syn­ago­gen in der Reichs­po­grom­nacht ver­nich­tet.1


Posi­ti­on des Denk­mals in Bar­men


Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs des Offizier-Vereins Barmen

Im Jahr 1932 schuf der in Elber­feld gebo­re­ne und in Ber­lin leben­de Bild­hau­er Paul Wyn­and eine bron­ze­ne Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Offi­zier-Ver­ein des ehe­ma­li­gen Land­wehr­be­zirks Bar­men. Sie zeigt ein Reli­ef eines Sol­da­ten zu Pferd mit Stahl­helm und weit aus­ho­len­dem Schwert­arm. Dar­un­ter folgt der ers­te Teil der Inschrift, ein Zitat von Ernst Moritz Arndt.

Wir sieg­ten und wir star­ben hier
den süs­sen Tod der Frei­en”

Die Jah­res­zah­len des Krie­ges flan­kie­ren ein Eiser­nes Kreuz, dann wer­den die 29 Namen der Gefal­le­nen auf­ge­lis­tet. Abge­schlos­sen wird die Gedenk­ta­fel mit den Wor­ten:

Der Offi­zier-Ver­ein im ehem. Land­wehr-
bezirk Bar­men sei­nen gefal­le­nen Hel­den.”


Abbil­dung der Gedenk­ta­fel. Depo­si­tum des Offi­zier-Ver­eins Wup­per­tal. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal.

Am 20. Novem­ber 1932 wur­de die Gedenk­ta­fel in der Ruh­mes­hal­le in Bar­men ein­ge­weiht und fand hier auch ihren Platz in einer Nische der zen­tra­len Kup­pel­hal­le neben dem Denk­mal Kai­ser Fried­richs III. Major d. Res. a.D. Moli­neus erin­ner­te an das Opfer der Gefal­le­nen für ein “gro­ßes frei­es Deutsch­land” und erklär­te, die Jüng­lings­fi­gur der Gedenk­ta­fel ste­he für den, der sei­ne Kame­ra­den zum Kampf und zum Sieg füh­re.


“Möge die­ser Gedan­ke Wur­zeln schla­gen in den Rei­hen unser Kame­ra­den und aus ihren Rei­hen Füh­rer erste­hen, die unser armes geplag­tes Volk auf­wärts füh­ren zu den Zie­len, für die ihr, Kame­ra­den, das Herz­blut gabt, auf dass die­ses nicht ver­geb­lich war.”

Mit die­sen Wor­ten über­gab er die Gedenk­ta­fel in die Obhut der Stadt Wup­per­tal.

Beim Luft­an­griff auf Bar­men wur­de die Tafel 1943 zer­stört.1

Fliegerehrenmal des Wuppertaler Aeroclubs

Am 21. August 1932 weih­te der Wup­per­ta­ler Aero­club neben der damals bestehen­den Flug­zeug­hal­le am Fuchs­park ein klei­nes Ehren­mal für die im Ers­ten Welt­krieg Gefal­le­nen Flie­ger ein. Die “Jung­flie­ger” des Clubs hat­ten einen gro­ßen Find­ling am Lind­chen in Nevi­ges gefun­den und her­ge­schafft, der Vater eines Jung­flie­gers fer­tig­te die ova­le Gedenk­ta­fel aus Mar­mor. Zur Ein­wei­hung erschie­nen Ver­tre­ter des Rings deut­scher Flie­ger, des Aero­clubs, des Stahl­helms (eines deutsch­na­tio­na­len Wehr­ver­bands) und Ver­tre­ter von Offi­zier­ver­ei­nen. Man beton­te in den Anspra­chen deut­sche Treue, Hin­ga­be und Pflicht­er­fül­lung. Wer­te, ohne die Deutsch­land sei­ne Frei­heit nicht wie­der erlan­gen kön­ne. Ein Jahr spä­ter, am 23.April 1933, hielt man am Gedenk­stein eine Gedenk­fei­er für die Flie­ger­le­gen­de Man­fred Frei­herr von Richt­ho­fen ab, der am 21. April 1918 an der Som­me fiel.


Das Flie­ger­eh­ren­mal am Fuchs­park. Post­kar­te aus dem Jahr 1939. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Die Inschrift des Ehren­mals lau­te­te:

Wir toten Flie­ger
blei­ben Sie­ger
durch uns allein.
Volk, flieg Du wie­der
und du bleibst Sie­ger
durch dich allein.”

Noch lan­ge Zeit nach dem Zwei­ten Welt­krieg stand der Find­ling in einem Gebüsch auf dem Gelän­de der Gast­stät­te “Am Fuchs­park”, doch vor eini­ger Zeit zer­brach er und wur­de ent­fernt.1

Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Barmer Volksschule an der Blankstraße

Wäh­rend der 50-Jahr-Fei­er der Volks­schu­le Blank­stra­ße (heu­te: Ober­wall) in Bar­men ent­stand die Idee, den im Ers­ten Welt­krieg Gefal­le­nen eine Gedenk­ta­fel zu stif­ten. Ein Jahr spä­ter war es dann so weit. Am 20. Juli 1930 wur­de in einer Fei­er­stun­de im Luther­heim in der Bar­mer Luther­kir­che die Gedenk­ta­fel ein­ge­weiht. Sie fand anschlie­ßend ihren Platz im Schul­ge­bäu­de. Die Mit­tel hier­für kamen aus der Schul­ge­mein­de, gestal­tet wur­de sie von Mit­glie­dern der städ­ti­schen Kunst­ge­wer­be­schu­le. In der Nacht auf den 30. Mai 1942 wur­de das Schul­ge­bäu­de und mit ihm die Gedenk­ta­fel beim Luft­an­griff auf Bar­men zer­stört. Eine Abbil­dung ist nicht bekannt.
1954 wur­de das Gelän­de von der Stadt ver­kauft und bebaut.1

Denkmal für die in der Kriegsgefangenschaft gestorbenen Soldaten

Am 19. Juli 1930 weih­te die Ver­ei­ni­gung ehe­ma­li­ger Kriegs­ge­fan­ge­ner im zehn­ten Jahr ihres Bestehens an der Hacke­stra­ße in Cro­nen­berg zwi­schen den Häu­sern 30 und 34 ein Denk­mal für die in der Kriegs­ge­fan­gen­schaft gestor­be­nen Kame­ra­den ein. Die Ver­ei­ni­gung setz­te sich dafür ein, dass die ehe­ma­li­gen Kriegs­ge­fan­ge­nen von den Staa­ten, in denen sie gefan­gen genom­men wor­den waren, für ihre Arbeit eine ange­mes­se­ne Ent­loh­nung beka­men. Außer­dem küm­mer­te sie sich um wirt­schaft­li­che Bei­hil­fe und Ent­schä­di­gung und setz­te sich für die Befrei­ung der Nach­kriegs­ge­fan­ge­nen ein. Von Janu­ar 1920 — Dezem­ber 1922 kehr­ten die deut­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen aus der Gefan­gen­schaft heim, die ers­ten über ein Jahr nach den Front­sol­da­ten. 1925 grün­de­te man in Cro­nen­berg einen Spar- und Bau­ver­ein, um den in Not gera­te­nen Kame­ra­den preis­güns­ti­gen Wohn­raum, z.B. in der Hacke­stra­ße, anzu­bie­ten.


Das klei­ne Denk­mal für die in der Kriegs­ge­fan­gen­schaft gestor­be­nen Sol­da­ten.

Die Inschrift der Gedenk­ta­fel lau­tet:

“Eine Heim­kehr ward euch nim­mer,
Ein Geden­ken sei euch immer!
Den in frem­der Erde ruhen­den Kame­ra­den
zum Gedächt­nis
gewid­met
Die Ver­ei­ni­gung ehem. Kriegs­ge­fan­ge­ner
Cro­nen­berg”

Der Wunsch der Gedenk­ta­fel nach dem immer wäh­ren­den Geden­ken hielt nur bis zum August 1976, dann wur­de sie ent­fernt, weil sie beschä­digt war.1

Kriegerdenkmal für die Beyenburger Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Am 1. Dezem­ber 1929 weih­te man in Bey­en­burg nach sechs Jah­ren des Pla­nens und Spa­rens an der dama­li­gen Kirch­stra­ße das Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs ein. Schon 1923 hat­te man begon­nen das nöti­ge Geld hier­für zu sam­meln und man hat­te Prof. Erich Cleff mit der Her­stel­lung einer Gedenk­ta­fel betraut. Doch die Geld­ent­wer­tung mach­te den ers­ten Ver­such zu Nich­te. Am 10. Janu­ar 1928 beschloss die Stadt Lüttring­hau­sen, zu deren Gemein­de Bey­en­burg damals gehör­te, den Ankauf des ehe­mals Schnei­der­schen Grund­stücks an der Kirch­stra­ße (heu­te: Am Krie­ger­mal) und stell­te die Mit­tel für die Her­rich­tung des Ortes bereit. Ein Jahr spä­ter stell­te die neu gegrün­de­te Stadt Wup­per­tal, in die Bey­en­burg im August 1929 ein­ge­mein­det wor­den war, 1000 RM zur Fer­tig­stel­lung des Denk­mals zur Ver­fü­gung.


Das Bey­en­bur­ger Krie­ger­denk­mal. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal 18.6.8

Prof. Erich Cleff hat­te eine Gedenk­ta­fel aus Kirch­hei­mer Blau, einem Muschel­kalk­stein, geschaf­fen, auf der in ver­gol­de­ter Schrift die Namen der 91 Gefal­le­nen ver­zeich­net waren. Die Gesamt­an­la­ge wur­de vom Bar­mer Stadt­bau­di­rek­tor Rück­le ent­wor­fen und in ber­gi­scher Grau­wa­cke aus­ge­führt. Die Gedenk­ta­fel fand am fünf Meter hohen Pfei­ler ihren Platz.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war das Denk­mal bereits repa­ra­tur­be­dürf­tig und man ent­schloss sich es durch ein neu­es Denk­mal für die Gefal­le­nen bei­der Welt­krie­ge zu erset­zen.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des SSV 04 Elberfeld

Gedenk­ta­fel des SSV 04 Elber­feld. Abbil­dung aus: Gene­ral-Anzei­ger vom 02.04.1929.

Am Oster­sonn­tag des Jah­res 1929, es war der 31. März, fand mor­gens wäh­rend der Fei­er­lich­kei­ten zum 25jährigen Jubi­lä­um des Sport- und Spiel­ver­eins Elber­feld (SSV) die fei­er­li­che Ein­wei­hung der Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Mit­glie­der statt. Die Kup­fer­ta­fel, die vom Ver­eins­mit­glied Karl Mar­ren­bach ent­wor­fen und in der Kunst­schlos­se­rei Hein­rich Issin­ger her­ge­stellt wur­de, gedach­te den 49 gefal­le­nen Sport­ka­me­ra­den. Der Vor­sit­zen­de, Wer­ner Clos­ter­hal­fen, hielt die Wei­he­re­de und der Leh­rer­ge­sang­ver­ein beglei­te­te die Fei­er. Die Tafel wur­de in die West­wand des Sta­di­ons am Zoo ein­ge­las­sen und ist heu­te ver­schol­len. Bereits 1932 brann­te das Tri­bü­nen­ge­bäu­de aus. 1954 fusio­nier­te der 1904 gegrün­de­te SSV Elber­feld mit der Turn- und Sport­ge­mein­schaft (TSG) Voh­win­kel zum Wup­per­ta­ler Sport­ver­ein (WSV).1


Aus­schnitt der obi­gen Abbil­dung.

Die Kup­fer­ta­fel zeigt oben das Wap­pen des SSV Elbe­feld, dar­un­ter ste­hen gerahmt von zwei Eiser­nen Kreu­zen die Inschrift und die Namen des Gefal­le­nen:

Unse­ren 1914–18 Gefal­le­nen
Kame­ra­den zum Gedächt­nis
[49 Namen]
Sport- und Spiel­ver­ein 04 Elber­feld”


 

Ehrenmal für die Gefallenen der Oberrealschule Süd

Am 4. Okto­ber 1925 wur­de um 11 Uhr an der Ober­re­al­schu­le Süd in der West­stra­ße ein Ehren­mal für die 111 gefal­le­nen Schü­ler und einen gefal­le­nen Leh­rer ein­ge­weiht. Der Fest­akt in der Aula glie­der­te sich ein in die 100-Jahr-Fei­er, die vom 2.–6. Okto­ber 1925 began­gen wur­de. Ein ers­ter Ver­such zur Errich­tung eines Ehren­mals muss­te abge­bro­chen wer­den, da die vom Ver­ein der Schü­ler und Freun­de gesam­mel­ten 48.050 RM in der Infla­ti­on von 1923 wert­los wur­den. Beim zwei­ten Ver­such konn­te man Prof. Fah­ren­krog von der Kunst­ge­wer­be­schu­le in Bar­men für die Gestal­tung gewin­nen, der für das Ehren­mal ein Gemäl­de schuf. Es soll­te “den über­wun­de­nen Kampf, die Idee der Befrei­ung und das Stre­ben nach dem Ide­al ver­kör­pern”. Das Gemäl­de, das heu­te ver­schol­len ist, war 1,70 Meter breit und 3 Meter hoch. Ein Gedenk­ta­fel mit den Namen der Gefal­le­nen voll­ende­te das Ehren­mal. Im Bericht über das Schul­jahr 1925/26 wird das Gemäl­de im Stil der Zeit wie folgt beschrie­ben:


Aus einer nebel­um­zo­ge­nen Nie­de­rung steigt ein stei­ler Fel­sengrat in die Höhe, auf der ein Jüng­ling, mit empor­ge­ho­be­nem Ant­litz zum Lich­te empor­schau­end, die Arme nach der Höhe aus­brei­tet; eine lich­te Wol­ke schwebt im Blau des Him­mels, das Licht tri­um­phiert über die Fins­ter­nis, der Geist über die Mate­rie. Neben die­sem lebens­gro­ßen Jüng­ling, der eine sym­bo­li­sche Dar­stel­lung des deut­schen Idea­lis­mus ist, wer­den zwei Män­ner sicht­bar, die eben­falls den Blick nach der Höhe rich­ten. Ganz im Hin­ter­grund erschaut man in Wol­ken­schat­ten Gestal­ten, die das hin­ter uns lie­gen­de schwe­re Schick­sal sym­bo­li­sie­ren. Die Jüng­lin­ge haben sich von ihnen los­ge­löst, um den schwe­ren Weg zur Höhe und zur Frei­heit zu fin­den.”


Ober­stu­di­en­rat Prof. Hüb­ler hielt vor den Ver­sam­mel­ten die Wei­he­re­de des Ehren­mals, es wur­den die Namen der Gefal­le­nen ver­le­sen (sie fin­den sich auch in der Fest­schrift) und dann fiel die Hül­le von dem Gemäl­de. Anschlie­ßend rief man die Jugend zur Hin­ga­be an das Vater­land auf, dank­te den Hel­fern der Fei­er und Prof. Fah­ren­krog für sein Werk und been­de­te mit einem Hoch auf das Vater­land und dem gemein­sa­men Sin­gen des Deutsch­land­lie­des die Fei­er.
Am 30. April 1932 wur­de in einem Fest­akt die Ober­re­al­schu­le Süd mit der Ober­re­al­schu­le Nord an der Hum­bold­stra­ße (heu­te Helm­holtz­stra­ße) zur Ober­re­al­schu­le Elber­feld ver­ei­nigt. Man schuf dort ein neu­es Ehren­mal, in das das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krog ein­be­zo­gen wur­de. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg blieb es ver­schol­len. Der Ver­bleib der Gedenk­ta­fel mit den Namen der Gefal­le­nen im Gebäu­de an der West­stra­ße ist eben­falls unge­klärt, wenn sie aller­dings im Schul­ge­bäu­de ver­blieb, ist sie höchst­wahr­schein­lich beim Luft­an­griff auf Elber­feld zer­stört wor­den.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Gedenktafel für die gefallenen Lehrer und Schüler der Realschule Cronenberg

Die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen der Real­schu­le Cro­nen­berg.

Am 27.September 1925 weih­te man in der Real­schu­le Cro­nen­berg an der Berg­hau­ser Stra­ße die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler des Ers­ten Welt­kriegs ein. Geschaf­fen wur­de sie von Edu­ard Timä­us aus Kas­sel, der spä­ter auch das Cro­nen­ber­ger Krie­ger­denk­mal ent­wer­fen soll­te. Um 11.30 Uhr begann die kur­ze Fei­er, die Teil­neh­mer waren die Eltern und Geschwis­ter der Gefal­le­nen, der Land­rat Wal­ter zur Nie­den, der Bür­ger­meis­ter Maxi­mi­li­an Reif­arth und Ver­tre­ter des Kura­to­ri­ums und des Eltern­bei­rats der Schu­le. Der Schü­ler­chor eröff­ne­te die Wei­hefei­er mit dem Psalm “Herr, Dei­ne Güter reicht so weit”. Es folg­te das Duett “Roman­ze von Beet­ho­ven für Gei­ge und Kla­vier”, wel­ches zwei ehe­ma­li­ge Schü­ler vor­tru­gen. Dar­auf­hin kamen meh­re­re Dekla­ma­tio­nen und der Schul­chor sang das Sol­da­ten­lied “Rei­ters Mor­gen­sang”. Anschlie­ßend über­gab der Bild­hau­er die Tafel, die in einer Wand im Trep­pen­haus ein­ge­las­sen ist und größ­ten­teils von Emil Bau­er gestif­tet wor­den war. Wie­der ein­mal wur­de gesun­gen, dies­mal “Ich hatt’ einen Kame­ra­den”, danach über­nahm Stu­di­en­di­rek­tor Mein­ecke das Ehren­mal in die Obhut der Schu­le und gedach­te der Gefal­le­nen und mahn­te die Schü­ler eben­so wie die­se ihre Pflicht zu erfül­len. Mit dem Lied “Über den Ster­nen” wur­de die Fei­er abge­schlos­sen.1


Das Reli­ef

Die Gedenk­ta­fel zeigt in der obe­ren Hälf­te ein Reli­ef mit der “sym­bol­haf­ten Dar­stel­lung der  Begeis­te­rung unse­rer Jugend von 1914“2, wie die Cro­nen­ber­ger Zei­tung fest­stell­te. Man sieht einen Jung­ling mit einem lose umge­wor­fe­nen Man­tel hoch zu Roß, eine Faust geballt und die Hand zum Streit erho­ben. Unter dem Pferd ist das Wap­pen der damals noch selbst­stän­di­gen Stadt Cro­nen­berg ein­ge­las­sen.


Unte­re Hälf­te der Gedenk­ta­fel.

Die Inschrift der Gedenk­ta­fel lau­tet schlicht:

Unse­ren gefal­le­nen
Hel­den”

Dar­un­ter fol­gen dann die Namen des Leh­rers (H.Cronenberg), der 13 Schü­ler und ihre Todes­da­ten. Unter ihnen fin­det sich auch H. Bau­er, der Sohn des Fabri­kan­ten Emil Bau­er, der einen Groß­teil der Kos­ten der Gedenk­ta­fel trug. Sein Sohn fiel im Alter von 16 1/2 Jah­ren im Febru­ar 1915 bei Craon­ne.3



Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Knaben-Mittelschule-Nord

Von die­ser Gedenk­ta­fel ist kei­ne Abbil­dung bekannt.

Am 22. April 1923 wur­de in der Kna­ben-Mit­tel­schu­le-Nord in Elber­feld (heu­te Real­schu­le Neue Fried­rich­stra­ße) die Gedenk­ta­fel für die im Ers­ten Welt­krieg Gefal­le­nen der Schu­le ein­ge­weiht. Sie fand an jenem Sonn­tag ihren Platz im nörd­li­chen Trep­pen­haus und ent­hielt außer den Namen der gefal­le­nen Schü­ler auch den Namen des ein­zi­gen im Fel­de geblie­be­nen Leh­rers, Rudolf Piel­sti­cker. Zur Ein­wei­hung spra­chen der Bei­geord­ne­te Dr. Gen­sel, Leh­rer Koch und Rek­tor i.R. Köl­ker und Kru­se.
Initi­iert wur­de die Auf­stel­lung der Gedenk­ta­fel von der Ver­ei­ni­gung ehe­ma­li­ger Schü­ler, die im Febru­ar 1923 auch die Ange­hö­ri­gen der Gefal­le­nen in der Pres­se auf­rief, der Ver­ei­ni­gung die Namen der Gefal­le­nen mit­zu­tei­len. Ansprech­par­te­ner war Ernst Mey­er in der Gesund­heits­tr. 97a, der als Maler im Ate­lier des Kunst­ma­ler Carl Salo­mon arbei­te­te und wohl die Tafel als ehe­ma­li­ger Schü­ler der Schu­le schuf. Weder Mate­ri­al und noch Ver­bleib der Gedenk­ta­fel sind bekannt.
Die Kna­ben-Mit­tel­schu­le-Nord betei­lig­te sich mit einem eige­nen Bei­trag an den Kos­ten der Erstel­lung der Gedenk­ta­fel und der Gestal­tung der Fei­er.1