Hindenburg-Gedenkstein am Lazarett des Vaterländischen Frauenvereins auf der Hardt

Am 10.November 1915 berich­te­te der Täg­li­che Anzei­ger der Stadt Elber­feld:


“Aus Dank­bar­keit für genos­se­ne treue Pfle­ge haben Ver­wun­de­te des Laza­retts des Vater­län­di­schen Frau­en­ver­eins an der Hardt die­sem ein schö­nes Geschenk gemacht und zwar einen
Hin­den­burg-Gedenk­stein

der in dem Gar­ten des Hos­pi­tals Auf­stel­lung gefun­den hat, und in eini­gen Tagen sei­ner Bestim­mung über­ge­ben wer­den soll. Der Gedenk­stein hat eine Höhe von etwa drei Metern und ist aus schwe­ren Fels­blö­cken, die in der Var­res­beck gefun­den wur­den, errich­tet. Im obe­ren Teil wird eine wohl­ge­lun­ge Hin­den­burg-Pla­ket­te in Bron­ze ange­bracht, wäh­rend am Fuße des Hügels, auf dem der Gedenk­stein auf­ge­baut ist, eine Tafel mit ent­spre­chen­der Wid­mung ein­ge­las­sen ist.
Der Ent­wurf des Denk­steins stammt von dem Kriegs­frei­wil­li­gen Ewald Schmahl, der sich eben­falls als Ver­wun­de­ter im Laza­rett an der Hardt befin­det. Jeder, der das Kunst­werk sieht, wird erstaunt sein dar­über, daß es nur von Ver­wun­de­ten errich­tet wur­de, die auch die schwe­ren Blö­cke aus­wähl­ten und zusam­men­füg­ten.”


Spu­ren des Gedenk­steins oder eine Abbil­dun­gen konn­ten bis­lang nicht gefun­den wer­den. Der Gedenk­stein selbst muss­te ver­mut­lich dem Erwei­te­rungs­bau des spä­te­ren Rot-Kreuz-Kran­ken­hau­ses und heu­ti­gen Pfle­ge­zen­trums Haus Hardt wei­chen.

In einem Nach­ruf auf den Bild­hau­er Ewald Schmahl am 5.September 1931 wird eine von die­sem geschaf­fe­ne Hin­den­burg-Pla­ket­te erwähnt, die in zahl­rei­chen Wup­per­ta­ler Häu­sern zu fin­den sei. Ob die­se mit der Pla­ket­te auf dem Gedenk­stein iden­tisch war, ist unklar.1

Anmer­kung: In einer frü­he­ren Ver­si­on die­ses Ein­trags vom heu­ti­gen Tage wur­de das Laza­rett und spä­te­re Rot-Kreuz-Kran­ken­haus mit dem zur Zeit leer­ste­hen­den Mari­en­heim ver­wech­selt. Dies ist falsch. Vie­len Dank an Cesa­re Bor­gia für den Hin­weis.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Nagelbild Eiserner Ritter

Am 21. Okto­ber 1915, es der Hohen­zol­lern-Gedenk­tag, an dem an die Über­nah­me der Herr­schaft über die Mark Bran­den­burg durch die Hohen­zol­lern gedacht wur­de, begann im Elber­fel­der Kai­ser-Wil­helm-Muse­um, dem heu­ti­gen Von der Heydt-Muse­um, die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters. Mit die­sem Nagel­bild, einer aus Öster­reich-Ungarn stam­men­den Akti­on, sam­mel­te der Ver­ein “Kriegs­hül­fe” im Ers­ten Welt­krieg spen­den für in Not gera­te­ne Bür­ger. Dazu konn­te man eiser­ne, sil­ber­ne und gol­de­ne Nägel erwer­ben und die­se in das Bild­nis nageln. Die Prei­se began­nen bei einer Mark und lagen deut­lich über dem Mate­ri­al­wert des Nagels. Ver­ei­ne und Schu­len leis­te­ten sich auch Schil­der mit Sinn­sprü­chen zu ent­spre­chen­den Prei­sen.1 Der All­ge­mei­ne Turn­ver­ein 1860 Elber­feld zahl­te bei­spiels­wei­se 100 Mark und brach­te ein Schild mit der Inschrift “Einig­keit macht stark — All­ge­mei­ner TV 1860 Elber­feld” an.2 Der Ver­ein erhoff­te sich einen Rein­ge­winn von 8.000 — 15.000 Mark, erziel­te aber bereits am ers­ten Tag die Sum­me von 11.000 Mark. Am Ende der Akti­on, am 30.April 1916 betrug der Rein­ge­winn 70.000 Mark.3
Abbil­dung des Nagel­bilds Zur Erin­ne­rung an die Nage­lung des Eiser­nen Rit­ters von Elber­feld, Kriegs­hül­fe, 1915, Akte S XIII 176, Stadt­ar­chiv Wup­per­tal

Am 2. August 1915 hat­te der Zen­tral­vor­stand des Ver­eins “Kriegs­hül­fe” beschlos­sen, die Gestal­tung des Nagel­bilds Prof. Lou­is Heitsch zu über­tra­gen. Sein Ent­wurf wur­de dann von den Holz­bild­hau­ern Paul Krau­se und Vik­tor Szlo­wo­da aus­ge­führt. Das Nagel­bild war 4,20 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Es zeigt einen gepan­zer­ten, mit­tel­al­ter­li­chen Rit­ter mit Schwert und Schild, auf dem ein Adler zu sehen ist. Die Ritterfi­gur wird umdrängt von Schlan­gen. Über ihm steht in gro­ßen Let­tern “Gott mit uns”, sein Kopf wird an den Sei­ten flan­kiert von zwei Wap­pen, die den Ber­gi­schen Löwen und das Elber­fel­der Stadt­wap­pen zei­gen. Dar­un­ter fin­den sich Eiser­ne Kreu­ze. Das Podest, auf dem das Nagel­bild ange­bracht ist, zeigt den Schrift­zug “Kriegs­hül­fe” und dar­un­ter die Jah­res­zahl “1915”.4
Foto­gra­fie des Eiser­nen Rit­ters unbe­kann­ten Datums. Post­kar­ten­samm­lung His­to­ri­sches Zen­trum.

Nach Abschluss des Krie­ges soll­te die Figur in eine Wand der Kir­che am Kolk ein­ge­las­sen wer­den, aber die Figur blieb bis März 1934 im Muse­um und kam dann ins Rat­haus am Neu­markt. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Nagel­bild zer­stört.5
In Voh­win­kel wur­de im Jahr 1916 ein “Eiser­nes Schwert” als Nagel­bild auf­ge­stellt.

Hindenburg-Denkmal auf der Königshöhe

Am 15.Oktober 1915 — seit einem Jahr und zwei Mona­ten tob­te der Ers­te Welt­krieg — weih­te man auf der Königs­hö­he zwi­schen dem Som­mer­sitz der von der Heydts und dem gleich­na­mi­gen Turm auf dem Kies­berg ein Denk­mal für den Gene­ral­feld­mar­schall und dama­li­gen Ober­be­fehls­ha­ber Ost, Paul von Hin­den­burg, ein. Gestif­tet hat­te es ein­mal mehr Frei­herr August von der Heydt, sei­nes Zei­chens Pro­tek­tor des Elber­fel­der Krie­ger­ver­ban­des, Ritt­meis­ter der Land­wehr-Kaval­le­rie a.D. und Gehei­mer Kom­mer­zi­en­rat, “in dank­ba­rer Ver­eh­rung dem sieg­ge­wohn­te Schlach­ten­len­ker”, wie der Gene­ral-Anzei­ger bemerk­te. Der Tag der Ein­wei­hung war zugleich Hin­den­burgs 68. Geburts­tag.
Das Hin­den­burg-Denk­mal auf einer Post­kar­te aus dem Jahr 1916. Stadt­ar­chiv Wup­per­tal, 19.6.

Das Denk­mal bestand aus einem andert­halb Meter hohen Sockel aus Sand­stein­blö­cken, auf denen ein eben­so hoher Sand­stein­block in Pris­men­form mit einem Gewicht von 50 Zent­nern ange­bracht war. An den Ecken des Sockels befan­den sich vier gro­ße Gra­na­ten aus einer Elber­fel­der Geschoss­fa­brik. An der Vor­der­sei­te war ein Bron­ze­re­li­ef des Feld­her­ren ange­bracht, dar­un­ter war in den Stein “Hin­den­burg Platz” gemei­ßelt. An der Rück­sei­te befand sich ein Eiser­nes Kreuz unter dem fol­gen­de Inschrift ange­bracht wor­den war: “1915 errich­tet von August Frei­herr von der Heydt.”


Ein Aus­schnitt einer Kar­te des “Burg­holz”, die im Jahr 1916 ent­stand und von Arthur Rie­mer ver­öf­fent­licht wur­de. Sie ist nicht genor­det, son­dern “gesüd­et”, d.h. Süden ist oben, Wes­ten rechts, Osten links und Nor­den ist unten. Der Maßsstab beträgt 1:10000. Wir sehen dem Kies­berg, den Ehren­fried­hof links, unten die Bahn­li­nie, den von der Heydt-Turm und ober­halb davon das Denk­mal mit dem Hindenburg-Platz.Stadtarchiv Wup­per­tal, Kar­ten­si­gna­tur: 55

Zwei Jah­re spä­ter, am 2.Oktober 1917, beschloss die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung der Stadt Elber­feld aus Anlass des 70.Geburtstages des Gene­ral­feld­mar­schalls, der inzwi­schen die Obers­te Hee­res­lei­tung über­nom­men hat­te, die Stra­ße des in der Ent­wick­lung befind­li­chen “Land­haus­vier­tels” “Hin­den­burg­stra­ße” zu nen­nen. Deren Fort­füh­rung zum Ehren­fried­hof soll­te “Hin­den­burg­weg” hei­ßen und der Kies­berg in “Hin­den­burg­hö­he” umbe­nannt wer­den. Zusam­men mit einer Spen­de von 25.000 Mark zu “Hee­res­wohl­fahrts­zwe­cken” wur­de Hin­den­burg in einem Tele­gramm um Erlaub­nis gebe­ten. Wäh­rend Hin­den­burg­hö­he und -weg in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind, besteht die Hin­den­burg­stra­ße bis heu­te.

Wäh­rend der Zeit des Kapp-Put­sches im März 1920 wur­den alle Metall­tei­le des Denk­mals demon­tiert. 1935 wur­de das Reli­ef, dies­mal als Bild­nis im Pro­fil, erneu­ert und kam im Zwei­ten Welt­krieg abhan­den. Anfang 1956 wur­de eine der Gra­nat­hül­sen gewalt­sam abge­ris­sen. Im April 1959 wur­de das Denk­mal im Auf­trag der Stadt ent­fernt.1

Günther-Schmits-Gedenkstein

Es ist das ältes­te Wup­per­ta­ler Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs und es ist nur einem Sol­da­ten gewid­met: Der Gün­ther-Schmidts-Weg, der ober­halb der Sam­ba­tras­se vom Bol­ten­berg zur Sam­ba­tras­se führt, ist nach dem Sohn des ehe­ma­li­gen Elber­fel­der Stadt­ver­ord­ne­ten Juli­us Schmits benannt, der wohl am 11. Janu­ar 1915 in den Argon­nen fiel. Der Tod sei­nes Soh­nes ver­an­lass­te ihn nicht nur dazu, dem Wald­weg den Namen sei­nes Soh­nes zu geben und einen Gedenk­stein auf­zu­stel­len, son­dern er leg­te mit sei­ner Gat­tin die “Gün­ther-Schmits-Stif­tung” an, deren Kapi­tal aus 100.000 Mark bestand. Mit den Zin­sen wur­de in Not gera­te­nen Elber­fel­der Inva­li­den des Jah­res 1914/1915 gehol­fen. Juli­us Schmits starb noch vor dem Ende des Krie­ges im April 1916.1
Gedenk­stein Gün­ther-Schmits-Weg

Die Inschrift auf dem ein­fa­chen Feld­stein lau­tet:

Gün­ther Schmits
Weg
— —
1915
Dul­ce et deco­rum est
pro patria mori”

Die Latei­ner erken­nen das Zitat des Dich­ter Horaz:

Süß und ehren­voll ist es,
für’s Vater­land zu ster­ben”



Kriegerdenkmal Sonnborn | Katholischer Friedhof

Anschei­nend gab es in Sonn­born auf bei­den Fried­hö­fen, auf dem alten evan­ge­li­schen und auf dem alten katho­li­schen (bei­de lie­gen an Kirch­hof­stra­ße), Denk­mä­ler für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs. Bis­her war ich davon aus­ge­gan­gen, dass es nur ein Denk­mal gibt. Heu­te konn­te ich nur rasch ein Han­dy-Foto von dem Find­ling neben dem Ein­gang des katho­li­schen Fried­hofs machen.1


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Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Kriegerdenkmäler des Vaterländischen Frauenvereins Elberfeld

Am 3.November 1871 weih­te der Vater­län­di­sche Frau­en­ver­ein auf den Fried­hö­fen an der Hoch­str. in Elber­feld drei Denk­mä­ler ein und zwar je eins auf dem katho­li­schen, refor­mier­ten und dem luthe­ri­schen Fried­hof. Sie sind den in Elber­fel­der Laza­ret­ten gestor­be­ne Sol­da­ten (“Krie­ger”) gewid­met. Die Gestor­be­nen sind auch auf die­sen Fried­hö­fen bestat­tet.
Im Vor­der­grund das unge­pfleg­te Denk­mal, im Hin­ter­grund die impo­san­te Fried­hofs­kir­che.

Der drei Jah­re zuvor gegrün­de­te Vater­län­di­sche Frau­en­ver­ein unter­hielt selbst ein Laza­rett, dass sich anfangs in einer Turn­hal­le auf der Hardt befand. Für die Errich­tung der drei weit­ge­hend iden­ti­schen Denk­mä­ler gab der Ver­ein 815 Taler aus.


Erneut das Denk­mal auf dem refor­mier­ten Fried­hof.
Inschrift des Stein­metz’.

Auf dem obi­gen Bild sieht man noch zwei Eisen­stan­gen aus dem Denk­mal ragen. Sie ver­wei­sen auf die Zer­stö­rung der in Zink gegos­se­nen preu­ßi­schen Adler, die bis 1979 über jedem Denk­mal thron­ten.

Ange­fer­tigt wur­den die Denk­mä­ler vom Elber­fel­der Stein­metz Alex­an­der Dungs.


Das Denk­mal auf dem luthe­ri­schen Fried­hof.

Die Denk­mä­ler sind aus Sand­stein und ver­jün­gen sich nach oben, gekrönt wur­den sie, wie schon erwähnt, von preu­ßi­schen Adlern. An den vier Sei­ten wur­den Mar­mor­ta­feln ein­ge­las­sen, die jeweils vorn und hin­ten mit einer Inschrift ver­se­hen sind und an den Sei­ten die Namen der Gestor­ben ver­zeich­nen. Durch die Ver­wit­te­rung und das Zuwach­sen kann man die kom­plet­te Inschrift nur erken­nen, wenn man sie aus allen Denk­mä­lern zusam­men­setzt.


Die Inschrift auf dem Denk­mal auf dem katho­li­schen Fried­hof.

Die Inschrif­ten der Denk­mä­ler auf den evan­ge­li­schen Fried­hö­fen zei­gen am Kopf der Tafel das Eiser­ne Kreuz mit einem “W” in der Mit­te, nur bei dem Denk­mal auf dem katho­li­schen Fried­hof ist ein christ­li­ches Kreuz zu sehen.Die Inschrift (ehe­mals in ver­gol­de­ter Schrift aus­ge­fer­tigt) lau­tet:


“Ruhe­stät­te
für
unse­re tap­fe­ren
Krie­ger
aus dem Feld­zu­ge von 1870/71
gestor­ben in den Laza­re­then
von Elber­feld”
Die Rück­sei­te des Denk­mals auf dem luthe­ri­schen Fried­hof.

Die Inschrift der Rück­sei­te lau­tet:

“Ihrem
Andenken gewid­met
von dem
vater­län­di­schen
Frau­en­ver­ein
zu
Elber­feld”
Die noch halbs­wegs les­ba­re Sei­ten­ta­fel des Denk­mals auf dem luthe­ri­schen Fried­hof.

Die Tafel ver­zeich­net 6 Namen, Hei­mat­ort, Regi­ment und das Ster­be­da­tum.

Das Denk­mal auf dem katho­li­schen Fried­hof, mit vor­ge­la­ger­ter Stein­ta­fel.

Eine Beson­der­heit neben dem nicht vor­han­de­nen Eiser­nen Kreuz über der Inschrift der Mar­mor­ta­fel hat das katho­li­sche Denk­mal noch. Nach dem Ers­ten Welt­krieg wur­de eine ein­fach Stein­ta­fel dem Denk­mal hin­zu­ge­fügt:1


Auch hier ist die Schrift nur noch schlecht erkenn­bar. Sie ist auch denk­bar ein­fach:

Welt­krieg
1914–1918”

 Dar­un­ter fol­gen in alpha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge neun Namen.

Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Eingang der Sonnborner Hauptkirche

Die Sonn­bor­ner Haupt­kir­che, die 1917 abbrann­te und bis 1926 wie­der errich­tet wur­de, erhielt irgend­wann danach im Ein­gang Stuck­ta­feln, die die Namen der Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs der Sonn­bor­ner Gemein­de ver­zeich­ne­ten.


Die Sonn­bor­ner Haupt­kir­che wäh­rend des Umbaus der Sonn­bor­ner Kur­ve schwe­be­bahn­los. Hin­ter den bei­den Säu­len liegt der offe­ne Ein­gangs­be­reich mit den Gedenk­ta­feln.

1962 wur­de der Ein­gangs­be­reich vom Wup­per­ta­ler Künst­ler Wil­fried Recke­witz kom­plett umge­stal­tet. Seit­dem gibt es dort zwei Kup­fer­ta­feln, die den Gefal­le­nen der bei­den Welt­krie­ge gedenkt. Ober­halb davon ist von der ehe­ma­li­gen Stuck­aus­füh­rung nur noch ein Bibel­spruch übrig geblie­ben. (2.Samuel, Kapi­tel 1, Vers 27.)1

Wie sind die Hel­den gefal­len und die Streit­ba­ren umge­kom­men!”


Die Tafel für den Ers­ten Welt­krieg.

Die Tafel für den Zwei­ten Welt­krieg.

Bei­de Tafeln sind sich ähn­lich. Abge­se­hen von dem Kreuz und den Jah­res­zah­len sind nur ver­streu­te Stri­che zuse­hen, die ohne Ord­nung auf den Tafeln ange­bracht sind.


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 8. Westfälischen Inf.Reg.57

Es war ein Sonn­tag­mor­gen im Okto­ber 1872, genau­er der 27., als das 8.Westfälische Infan­te­rie-Regi­ment Nr.57 auf der Hardt ihr Krie­ger­denk­mal ein­weih­te. Wenig spä­ter wird im Osten der heu­ti­gen Stadt  das Krie­ger­denk­mal auf dem Lang­er­fel­der Markt ein­ge­weiht. Das Krie­ger­denk­mal des West­fä­li­schen Infan­te­rie­re­gi­ments steht ober­halb des Ein­gangs zur Wald­büh­ne, ober­halb der Kreu­zung Zie­gen­burg und Hardt­str.
Krie­ger­denk­mal des 8.westfälischen Inf.Reg. 57

Das Fun­da­ment wur­de vom Elber­fel­der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein gespen­det, dazu umgab man das Denk­mal mit einem eiser­nen Git­ter, an dem Tafeln mit dem Namen der gefal­le­nen ein­fa­chen Sol­da­ten ange­bracht waren. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krieg wur­de es beschä­digt und ent­fernt. Die rest­li­chen Kos­ten für das Denk­mal, das genau 29 Fuß hoch ist, wur­de aus Spen­den der Bevöl­ke­rung erbracht.

An allen vier Sei­ten des Sand­stein-Denk­mals sind Inschrif­ten ange­bracht.
“Wenn einst die Fah­ne weht / Die Trom­mel ruft zum Streit / Dann seid wie Eure Brü­der / Zu Kampf und Tod bereit.”

Die Inschrift ruft den Betrach­ter dazu auf, dem Bei­spiel der Gefal­le­nen zu fol­gen. Der tote Sol­dat wird als Held dar­ge­stellt. Mit die­sem Bild des Krie­ges wer­den vie­le jun­ge Sol­da­ten in den Ers­ten Welt­krieg zie­hen und den Krieg und vor allem dem Tod dort ganz anders ken­nen ler­nen.


Die Inschrift.

Unter zwei ange­deu­te­ten, gekreut­zen Fackeln steht eine Wid­mung:

“Sei­nen
Gefal­le­nen Waf­fen­brü­dern
das Offi­cier-Corps
des 8ten West­phä­li­schen
Infan­te­rie-Regi­ments II-57
 Zwei wei­te­re Tafel ver­zeich­nen wei­te­re Gefal­le­ne, die eine unter der Über­schrift: “Den Stra­pa­zen des Feld­zu­ges sind erle­gen:” Dar­un­ter fol­gen die Namen eines Oberst-Leut­nants, eines Leut­nants und eines Dok­tors. Pau­schal wird “6 Unter­of­fi­zie­ren” und “60 Mann” gedacht. Die ande­re Tafel sieht so aus:
Namen der Gefal­le­nen
Dazu kom­men am unte­ren Ende der Tafel noch: “27 Unter­of­fi­zie­re” und “272 Mann”.
Im fol­gen­den möch­te ich noch kurz auf die Sym­bo­lik des Denk­mals ein­ge­hen:
An der Spit­ze ist das Bal­ken­kreuz ange­bracht, in dem eine Kro­ne und der Buch­sta­be “W” ange­bracht sind.

Da das Wap­pen­tier des Deut­schen Kai­ser­rei­ches und Preu­ßens jeweils der Adler ist (wenn­gleich in unter­schied­li­cher Aus­füh­rung), ist zu ver­mu­ten, dass es eben­falls Adler sind.

Ein­deu­ti­ger ist es bei dem wei­ter unten ange­brach­ten Wap­pen: Ein Adler mit aus­ge­brei­te­ten Schwin­gen und her­aus­ge­streck­ter Zun­ge hält in den Kral­len ein Zep­ter und den Reichs­ap­fel, klas­si­sche herr­schaft­li­che Sym­bo­le:

Ein wei­te­res Sym­bol sind ein Lor­beer­kranz und die­ses Wap­pen, das schon recht ver­wit­tert ist:

Lei­der ist die Figur nicht mehr gut zu erken­nen. Viel­leicht ist es ein west­fä­li­sches Pferd, mög­lich wäre auch ein Ber­gi­scher Löwe.
Im Jahr 1935 wur­de das Krie­ger­denk­mal des west­fä­li­schen Regi­ments durch die Kame­rad­schaft der ehe­ma­li­gen 57er des Infan­te­rie­re­gi­ments Her­zog Fer­di­nand von Braun­schweig ergänzt. Eine Bron­ze­ta­fel gedenkt seit dem den Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs.
Die ergän­zen­de Tafel.

Unter dem Eiser­nen Kreuz und zwei Eichen­blät­tern beschreibt die Inschrift nun­mehr nüch­tern und ohne Hel­den­ver­eh­rung die Fol­gen des Krie­ges, auch wenn das Wort Hel­den­tod auf­taucht. Und wenn man die Zah­len der Gefal­le­nen ver­gleicht, erhält man einen trau­ri­gen Ein­druck von der Wir­kung eines indus­tria­li­sier­ten Krie­ges.

Zum Geden­ken
an die im Welt­krie­ge
1914–1918 Gefal­le­nen
des Inf. Regi­ments 57.
Es star­ben den Hel­den­tod:
168 Offi­zie­re
5465 Unter­of­fi­zie­re u.
Mann­schaf­ten“1

Ehrentafel der Oberrealschule Elberfeld

Im Jahr 1932 wur­den die bei­den Ober­re­al­schu­len in Elber­feld, die bis dahin als Ober­re­al­schu­le Nord und Süd in der Hum­boldt­stra­ße und in der West­stra­ße getrennt exis­tier­ten, zur Ober­re­al­schu­le Elber­feld zusam­men­ge­legt. Am 30.April 1932 fei­er­te man die Ver­ei­ni­gung im Schul­ge­bäu­de an der dama­li­gen Hum­boldt­stra­ße, wo heu­te an der gleich­na­mi­gen Stra­ße die Helm­holtz-Real­schu­le zu Hau­se ist. Aus Anlass der Ver­ei­ni­gung schuf man eine Gedenk­ta­fel aus Holz, die mit pri­va­ten Spen­den finan­zier­te wur­de, die in Schwarz und Gold  fast drei­hun­dert Namen der gefal­le­nen Leh­rer und Schü­ler bei­der Schu­len auf­zählt. Ober­stu­di­en­di­rek­tor a.D. Prof. Hüb­ler sprach die Wei­he­re­de und über­gab die Tafel in die Obhut der Schu­le.


Die Ehren­ta­fel für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs.

Die Inschrift über der Gedenk­ta­fel, deren Jah­res­zah­len mit Eiser­nen Kreu­zen flan­kiert wer­den,  lau­tet:

“1914 Unse­rer teue­ren Gefal­le­nen 1918”

Zum Ehren­mal der Schu­le gehör­te neben der Gedenk­ta­fel auch das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krug, das 1925 für das Ehren­mal der Ober­re­al­schu­le Süd geschaf­fen wor­den war und mit in die neue Schu­le umzog. Eine Beschrei­bung des ver­schol­le­nen Gemäl­des fin­det sich im dor­ti­gen Ein­trag.Die Gedenk­ta­fel wur­de 1953 unver­sehrt auf dem Spei­cher der Schu­le gefun­den und mit einer Zusatz­ta­fel für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs an das Neu­sprach­li­che Gym­na­si­um Aue über­ge­ben.


Die Gedenk­ta­fel für die Opfer des Zwei­ten Welt­krie­ges.

Die Gedenk­ta­fel zeigt ein Eiser­nen Kreuz mit den Wor­ten “Zum Geden­ken” und den Jah­res­zah­len 1939/45.

1975 kamen bei­de Gedenk­ta­feln zum Schul­zen­trum Süd, wo aus dem Gym­na­si­um Aue 1986 das Carl-Fuhl­rott-Gym­na­si­um wur­de. Dort hing die Gedenk­ta­fel für die Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs über der des Ers­ten Welt­kriegs, deren Kan­ten­län­ge exakt der obe­ren Kan­te der älte­ren Gedenk­ta­fel ent­spricht. 1991 hin­gen bei­de Gedenk­ta­feln noch zusam­men dort, heu­te befin­den sie sich im Archiv der Schu­le. Das Gemäl­de von Prof. Fah­ren­krog ist ver­schol­len.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


 

Ehrentafel der Freiwilligen Feuerwehr Vohwinkel

Es war ein Sonn­tag, der 2.August 1925 als man in Voh­win­kel anläss­lich des 11. Kreis­feu­er­wehr­ta­ges die Ehren­ta­fel der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Voh­win­kel für die im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­nen Kame­ra­den ent­hüll­te. Die Tafel aus Kup­fer­blech wur­de fei­er­lich von Brand­di­rek­tor Rich­ter an den Bür­ger­meis­ter Dr. Land­wehr der damals noch selbst­stän­di­gen Stadt Voh­win­kel über­ge­ben.
Ehren­ta­fel der FFW Voh­win­kel

Die Tafel, ver­mut­lich geschaf­fen von Prof. Hans Fischer,  besteht aus Kup­fer­blech und weist unter den drei Spit­zen links und rechts zwei Hel­me auf, einen Stahl­helm mirt Eichen­laub und einen Feu­er­wehr­helm, die sym­bo­lisch die Ver­bin­dung der Feu­er­wehr­män­ner und der Sol­da­ten dar­stellt.
Stahl­helm

Feu­er­wehr­helm

Unter dem Eiser­nen Kreuz in der mitt­le­ren Spit­ze ist fol­gen­de Inschrift zu lesen:

1914 — 1918
Den im Welt­krie­ge
gefal­le­nen Kame­ra­den
der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Voh­win­kel
zum ehren­den Gedächt­nis”

Es fol­gen die Namen und Todes­da­ten der zwölf Gefal­len und anschlie­ßend folgt das Mot­to:
“Einer für Alle — Alle für Einen”
Die Tafel hing an der Außen­wand der Wache Spitz­weg­stra­ße, dann in einem Schu­lungs­raum. Heu­te ist sie in den Räum­lich­kei­ten der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr im ehe­ma­li­gen Rat­haus Voh­win­kel unter­ge­bracht.1

Ich bedan­ke mich bei Brand­in­spek­tor Eric Tribb­le für die Mög­lich­keit die Tafel zu foto­gra­fie­ren.