Gedenkstein für das Fernmeldebataillon 810

Ein Find­ling erin­nert an das Fern­mel­de­ba­tail­lon 810.

Die Zeit der Bun­des­wehr in Wup­per­tal ist Geschich­te. Die vier Kaser­nen auf Licht­scheid, einst in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus errich­tet, nach dem Krieg von der eng­li­schen Besat­zungs­ar­mee genutzt, die­nen nun der Uni­ver­si­tät (Saar­burg-Kaser­ne/ Bangor Bar­racks / Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne), dem Tech­no­lo­gie­zen­trum W-Tec (Sagan-Kaser­ne / Ang­le­sey Bar­racks / Man­ches­ter Bar­racks) oder als Bau­grund für Ein­fa­mi­li­en­häu­ser und Gewer­be­be­trie­be (Col­mar-Kaser­ne / Har­ding Bar­racks und Dieden­ho­fen-Kaser­ne / Wald­ka­ser­ne / Keight­ley Bar­racks / Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne (ab 1994)).1


Die Denk­mal-Anla­ge.

Als 1993 die Sagan-Kaser­ne und die Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne von der Bun­des­wehr ver­las­sen wur­de, leg­te man vor dem ehe­ma­li­gen Stabs­ge­bäu­de der Sagan-Kaser­ne eine klei­ne Anla­ge mit den Denk­mä­lern der Kaser­nen an. Hier fan­den das Denk­mal für Gene­ral­oberst Hoep­ner und die Krie­ger­denk­ma­le des Artil­le­rie-Regi­ments 76 und des Pan­zer-Artil­le­rie-Regi­ments 76 eine neue Hei­mat. Neu hin­zu kam nun ein Gedenk­stein, der an das hier sta­tio­nier­te und zeit­gleich mit der Kaser­ne auf­ge­lös­te Fern­mel­de­ba­tail­lon 810 erin­nert. Die Inschrift lau­tet schlicht:

Fm-BtL
810
Sagan Kaser­ne
1993”


Generaloberst-Hoepner-Denkmal

Das Denk­mal für Gene­ral­oberst Hoep­ner am heu­ti­gen Stand­ort am W-Tec, der ehe­ma­li­gen Sagan-Kaser­ne.

Am 18. Okto­ber 1969 wur­de die Saar­burg-Kaser­ne am Freu­den­berg in einer Fei­er­stun­de in Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne umbe­nannt und zu die­sem Anlass wur­de auch das Denk­mal für den neu­en Namens­ge­ber im Ein­gangs­be­reich der Kaser­ne ein­ge­weiht. Auf­trag­ge­ber war die Kame­rad­schaft der 6. Pan­zer­di­vi­si­on, die Kos­ten in Höhe von 9.280 DM über­nahm die Stadt Wup­per­tal. Hoep­ner dien­te vom 12. Okto­ber 1937 bis Dezem­ber 1938 in Wup­per­tal als Kom­man­deur der 1.leichten Divi­si­on, der spä­te­ren 6. Pan­zer­di­vsi­on, sein Stabs­quar­tier befand sich in der Vil­la Wal­des­ruh am Bol­ten­berg. Er selbst wohn­te er im Haus Adolf-Vor­werk-Stra­ße 29, wo 1990 eine wei­te­re Gedenk­ta­fel ange­bracht wur­de. In der Bun­des­re­pu­blik wur­de er vor allem wegen sei­ner Betei­li­gung am Wider­stand des 20. Juli 1944 geehrt. Im zwei­ten Halb­jahr 1938 war Claus Graf Schenk von Stauf­fen­berg, die zen­tra­le Figur des mili­tä­ri­schen Wider­stands, sein Ver­sor­gungs­of­fi­zier. Für ihn wur­de 1984 ein Gedenk­stein von der CDU Wup­per­tal gestif­tet.



Das vom Bild­hau­er Albert Maz­zot­ti geschaf­fe­ne Denk­mal besteht aus einer zwei Meter hohen und 90cm brei­ten Plat­te aus Ibben­bü­re­ner Sand­stein, die sich nach oben hin ver­jüngt, sodass dort die Brei­te nur noch 80cm beträgt. Die Tie­fe beträgt 30cm. An ihr befin­det sich eine 90x60cm gro­ße Bron­ze­plat­te mit einem Reli­ef­bild­nis Hoep­ners sowie dar­un­ter die Inschrift in Bron­ze­buchtsta­ben:1

Gene­ral­oberst
Hoep­ner
*14.9.1886 + 8.8.1944”

Spä­ter, Urhe­ber und Zeit­punkt konn­ten bis­lang nicht recher­chiert wer­den, wur­de zwi­schen Reli­ef und Inschrift eine Bron­ze­ta­fel ange­bracht, die die­se ergänzt. Ihr Text lau­tet:


Die Zusatz­ta­fel unbe­kann­ten Datums.

 “Gene­ral­oberst
Erich Hoep­ner

Gebo­ren am 14. Sep­tem­ber 1886 in Frankfurt/Oder
1937 stell­te er die 1.Leichte, spä­te­re 6.
Pan­zer­di­vi­si­on in Wup­per­tal auf. Am 8.Januar
1942 wur­de er wegen Befehls­ver­wei­ge­rung
aus der Wehr­macht aus­ge­stos­sen.
Er schloss sich dem Wider­stand gegen
Hit­ler an, und wur­de am 8. August 1944 in
Plöt­zen­see hin­ge­rich­tet.”

Das Denk­mal ver­schweigt die Rol­le Hoep­ners beim Ver­nich­tungs­feld­zug der Wehr­macht in Russ­land. Am 2. Mai 1941 erklär­te er in sei­ner „Auf­marsch- und Kampf­an­wei­sung” für den Über­fall auf die Sowjet­uni­on:


“Der Krieg gegen Ruß­land ist ein wesent­li­cher Abschnitt im Daseins­kampf des deut­schen Vol­kes. Es ist der Kampf der Ger­ma­nen gegen das Sla­wen­tum, die Abwehr des jüdi­schen Bol­sche­wis­mus.
Die­ser Kampf muß die Zer­trüm­me­rung des heu­ti­gen Ruß­land zum Zie­le haben und des­halb mit uner­hör­ter Här­te geführt wer­den. Jede Kampf­hand­lung muß in Anla­ge und Durch­füh­rung von dem eiser­nen Wil­len zur erbar­mungs­lo­sen, völ­li­gen Ver­nich­tung des Fein­des gelei­tet sein. Ins­be­son­de­re gibt es kei­ne Scho­nung für die Trä­ger des heu­ti­gen rus­sisch-bol­sche­wis­ti­schen Sys­tems.“2

Hoep­ner ging im sel­ben Jahr sogar noch über den sog. Kom­mis­sar­be­fehl hin­aus und ord­ne­te neben den Erschie­ßun­gen der poli­ti­schen Kom­mis­sa­re der Roten Armee die “glei­che Behand­lung von Zivil­kom­mis­sa­ren” an. Hoep­ner befahl somit nichts ande­res als tau­send­fa­che Kriegs­ver­bre­chen.3 Der Aus­stoß aus der Wehr­macht ging auf die Ent­schei­dung Hoep­ners zurück, im Janu­ar 1942 einem aus­drück­li­chen Füh­rer­be­fehl Hit­lers zu igno­rie­ren und sei­ner 4. Pan­zer­ar­mee den ret­ten­den Rück­zug auf vor­be­rei­te­te Stel­len zu befeh­len.4

Nach dem die Bun­des­wehr 1993 die Kaser­ne auf­gab, ging ihr Name auf die Dieden­ho­fen-Kaser­ne an der Park­stra­ße über, die wie­der­um 2004 auf­ge­ge­ben wur­de. Heu­te steht das Denk­mal zusam­men mit den ande­ren Bun­des­wehr-Denk­mä­lern  in der ehe­ma­li­gen Sagan-Kaser­ne, die als Tech­no­lo­gie­zen­trum W-Tec eine neue Nut­zung erfah­ren hat. Die ehe­ma­li­ge Gene­ral­oberst-Hoep­ner-Kaser­ne beher­bergt heu­te den Cam­pus Freu­den­berg der Uni­ver­si­tät.

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Kameraden des Panzer-Artillerie-Regiments 76

Am 5. Okto­ber 1957 ent­hüll­te Gene­ral­leut­nant a.D. Forst, ehe­ma­li­ger Kom­man­deur des Pan­zer-Artil­le­rie-Regi­ments 76, auf dem Gelän­de der Sagan-Kaser­ne am Freu­den­berg den Gedenk­stein für die gefal­le­nen Kame­ra­den die­ses Regie­ments. Es fand dort zunächst sei­nen Platz am Ein­gang der Kaser­ne neben dem aus Sagan mit­ge­brach­ten Krie­ger­denk­mal für die Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs des schle­si­schen Artil­le­rie Regi­ments 76, den jenes beim Bezug der Kaser­nen am 10.Mai 1938 mit­ge­bracht hat­te. Das neue Denk­mal besteht aus einem fla­chen Stein, auf dem eine Bron­ze­ta­fel des Müns­te­ra­ner Bild­hau­ers Albert Maz­zot­ti ange­bracht wur­de:


Krie­ger­denk­mal des Pan­zer-Artil­le­rie-Regi­ments 76

Die Inschrift unter dem von den Jah­res­zah­len des Krie­ges flan­kier­ten Eiser­nen Kreuz lau­tet:

“Unse­ren im Zwei­ten Welt­krieg
gefal­le­nen + ver­miss­ten Kame­ra­den
Pan­zer-Artil­le­rie-Regie­ment-76
Wup­per­tal
1957”

Als die Freu­den­ber­ger Stra­ße zur L418 aus­ge­baut wur­de, ver­legt man bei­de Gedenk­stei­ne 1983 vor das Stabs­ge­bäu­de des Fern­mel­de­ba­tal­li­ons 810 inner­halb der Kaser­ne. Seit dem Ende der Wup­per­ta­ler Kaser­nen kamen noch zwei Denk­mä­ler — eines für Gene­ral­oberst Hoep­ner aus der gleich­na­mi­gen Kaser­ne und ein Gedenk­stein der Fern­mel­der — hin­zu. Heu­te gehö­ren die Kaser­nen­ge­bäu­de der 1993 auf­ge­lös­ten Sagan-Kaser­ne zum Tech­no­lo­gie­zen­trum W-Tec.1



Der Brunnen auf dem von der Heydt-Sportplatz

Die­ses Bild zeigt die Ein­wei­hungs­fei­er des Sport­plat­zes Freu­den­berg am 30.Juli 1910 und die zu die­sem Anlass auf­ge­führ­ten “Frei­übun­gen der Schü­lern und Schü­le­rin­nen”. Foto­graf: Carl Schä­fer. Ent­nom­men aus: Offi­zi­el­le Fest­wo­che zur Drei­hun­dert­jahr-Fei­er der Stadt Elber­feld, Heft III, 2.August 1910. (Bild ergänzt am 04.August 2012)

Als im Jahr 1910 drei­hun­dert Jah­re Stadt Stadt­rech­te in Elber­feld gefei­ert wer­den konn­ten, wur­de im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten am 30.Juli gegen 15 Uhr der von der Heydt-Sport­platz am Freu­den­berg der Öffent­lich­keit über­ge­ben. Frei­herr August von der Heydt hat­te das Gelän­de der Stadt zur Pacht über­las­sen und sei­ne Frau spen­de­te dem Ver­ein für Kör­per­pfle­ge die erfor­der­li­che Pacht­sum­me. Die Kos­ten für die Ein­eb­nung und Her­rich­tung des Plat­zes teil­te sich die Stadt Elber­feld und der Ver­ein der Freun­de des Ver­eins für Kör­per­pfle­ge. Der Sport- und Spiel­platz für die Schul­ju­gend des Elber­fel­der Südens war damals der größ­te im Ber­gi­schen Land und Sel­ma von der Heydt stif­te­te ihm auch einen Brun­nen:


Der Brun­nen auf dem von der Heydt-Sport­platz

Er besteht aus einem mäch­ti­gen Stein­block und drei halb­run­den Becken, die heu­te bepflanzt sind und damals das Was­ser auf­nah­men. An der Vor­der­sei­te kün­det die Inschrift:

v.d.Heydt-Platz
ein­ge­weiht bei
Gele­gen­heit der
Drei­jahr­hun-
dert­fei­er am 30.Juli
1910”

Besit­ze­rin
Sel­ma Frei­frau v.d.Heydt.


Der Brun­nen

1966 wur­de der Brun­nen nach dem Bau des Sport­platz­hau­ses restauriert.Im Rah­men der Drei­hun­dert­jahr­fei­er wur­den auch der Gold­schmie­de­brun­nen, die Anla­gen der Vil­la Frey­tag, der Gerech­tig­keits­brun­nen und die Gedenk­ta­fel für die gefal­le­nen Söh­ne der Stadt Elber­feld ein­ge­weiht. 1

Gedenkstein zur tausendjährigen Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich

Der Find­ling im Freu­den­ber­ger Wald.

925 erkann­ten die Mäch­ti­gen des Her­zog­tums Loth­rin­gen, wel­ches sich von der Nord­see den Rhein ent­lang bis zu den Alpen erstreck­te (Sie­he Kar­te bei Wiki­pe­dia), die Herr­schaft Königs Hein­rich I. anstel­le der des west­frän­ki­schen Königs an. Tau­send Jah­re spä­ter fei­er­te das Rhein­land und damit auch die Stadt Elber­feld im Bewusst­sein der schwie­ri­gen Lage Deutsch­lands nach dem Ers­ten Welt­krieg (Ruhr­be­set­zung 1923, Beset­zung des lin­ken Rhein­ufers 1918–1926) das Jubi­lä­um der Zuge­hö­rig­keit des Rhein­lands zum Deut­schen Reich. Es ist natür­lich zwei­fel­haft, dass die Zeit­ge­nos­sen den Zusam­men­schluss der Sach­sen, Fran­ken, Schwa­ben, Bay­ern und eben der Loth­rin­ger unter einem König als die Geburt des Deut­schen Rei­ches emp­fan­den. Aber die Errich­tung die­ses Denk­mals und die drei­tä­gi­gen Fei­er­lich­kei­ten stan­den vor allem unter dem Ein­druck der Gegen­wart des Jah­res 1925.


Gedenk­stein zur tau­send­jäh­ri­gen Zuge­hö­rig­keit der Rhein­lan­de zum Deut­schen Reich

Am 25.Mai 1925, einem Sams­tag, began­nen die Fei­er­lich­kei­ten mit Mor­gen­fei­ern in den Schu­len Elber­felds, spä­ter weih­te man im Freu­den­ber­ger Wald den “Gedenk­stein zur tau­send­jäh­ri­gen Zuge­hö­rig­keit der Rhein­lan­de zum Deut­schen Reich” und den dazu­ge­hö­ri­gen Ehren­hain ein. Der Ehren­hain war von der Elber­fel­der Jugend ange­legt wor­den, dazu waren auf 1.80 Hekt­ar 1000 Eichen, 1000 Buchen und 1000 Tan­nen süd­lich des Freu­den­ber­ger von-der-Heydt Sport­plat­zes gepflanzt wor­den. Zu die­sem Zweck waren unter den Schul­kin­dern 2.732,12 Mk gesam­melt wor­den.

Der gewal­ti­ge Find­ling von 3 Metern Brei­te und 1,5 Metern Höhe liegt heu­te ver­steckt im Gebüsch, die Inschrif­ten sind nicht leicht zu ent­zif­fern.1


Die Inschrift auf dem Find­ling (Bild ersetzt am 16.01.2012)

Die Inschrift auf dem Find­ling lau­tet:

Ehren­hain
Gestif­tet von der Elber­fel­der Jugend
zur Erin­ne­rung an die tau­send­jäh­ri­ge
Zuge­hö­rig­keit der Rhein­lan­de
zum Deut­schen Reich
am 23.Mai 1925”

An der rech­ten Sei­te des Find­lings ist der Treu­schwur aus Schil­lers Wil­helm Tell in den Stein getrie­ben wor­den:
“Wir wol­len sein
ein ein­zig
Volk von Brü­dern,
in kei­ner Not
uns tren­nen
und Gefahr!”
Die Inschrift auf der rech­ten Sei­te. (Bild hin­zu­ge­fügt am 16.01.2012)

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal des Artillerie-Regiments 76

Dort wo heu­te heu­te der Deutsch­land­sitz des Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rers Del­phi und das Tech­no­lo­gie­zen­trum W-Tec ist, wur­den ab dem 10.Mai 1938 Befeh­le gebrüllt und der Boden erzit­ter­te unter Stie­fel­trit­ten. Es war die Hei­mat des Artil­le­rie-Regi­ments 76, das aus der schle­si­schen Stadt Sagan in die neu­en Kaser­nen auf dem Freu­den­berg ver­legt wur­de. Mit sich führ­te man einen Gedenk­stein, der vor­her in der dor­ti­gen Kaser­ne Groß-Göschen-Kaser­ne auf­ge­stellt war. Auf dem fol­gen­den Bild ist es der lin­ke:


Die Gedenk­stei­ne des Artil­le­rie-Regi­ments 76 (links), der Gedenk­stein für Gene­ral­oberst Hoep­ner und der Gedenk­stein des Fer­ne­mel­de­ba­tail­lons 810 vor dem ehe­ma­li­gen Stabs­ge­bäu­de der Kaser­nen.

Der Gedenk­stein trägt die Inschrift:

Zur Erin­ne­rung
an die sieg­rei­chen
Artil­le­rie Regi­men­ter
von Pod­biel­ski
1.Niederschlesisches Nr. 5
2.Niederschlesisches Nr. 41″



Zunächst stand der Gedenk­stein am Ein­gangs­be­reich  der Kaser­ne an der Zufahrt von der Stra­ße Her­manns­hö­he. Mit dem Aus­bau der Freu­den­ber­ger Stra­ße zur L418 wur­de das Denk­mal 1983 vor das Stabs­ge­bäu­de des Fern­mel­de­ba­tal­li­ons 810 ver­legt und dort mit dem Gedenk­stein für die Opfer des Zwei­ten Welt­kriegs ver­ei­nigt.

1988 ließ der ehe­ma­li­ge Ange­hö­ri­ge des Regi­ments, Karl-Heinz Grams, am Sockel des Gedenk­steins ein Mes­sing­schild mit einer Erläu­te­rung zur Geschich­te und dem Bezug des Regi­ments zur alten Gar­ni­si­on in Sagan anbrin­gen.


Die 1988 ange­brach­te Mes­sing­ta­fel.

Die Tafel erklärt:

“Der Gedenk­stein wur­de in den Zwan­zi­ger Jah­ren der Gross­gör­schen-Kaser­ne von der Saga­ner Bür­ger­schaft  und der Rei­ten­den Artil­le­rie — Abtei­lung Sagan in Erin­ne­rung an den tap­fe­ren Ein­satz der bei­den Regi­men­ter im Ers­ten Welt­krieg ein­ge­weiht. Vie­le Saga­ner und Schle­si­er haben in die­sen Regi­men­tern Dienst getan. Die Wah­rung der Tra­di­ti­on und die Pfle­ge des Steins über­nahm die 16.Reitende Bat­te­rie, deren Chef ab Okto­ber 1935 die 1. Bat­te­rie des Artil­le­rie-Regi­ments 76 (Mot) auf­stell­te. Sie über­führ­te im Früh­jahr 1938 den Gedenk­stein von Sagan — Schle­si­en nach Wup­per­tal-Elber­feld, als das Regi­ment in die neu errich­te­ten Sagan- und Saar­burg-Kaser­nen auf dem Freu­den­berg ver­legt wur­de. Wup­per­tal wur­de dadurch in sei­ner Geschich­te zum ers­ten Mal Gar­ni­si­onstadt eines gan­zen Regi­ments im Ver­band der neu auf­ge­stell­ten Rhei­nisch-West­fä­li­schen 6.Panzer-Division (urspüng­lich 1.leichte Div.)”

1993 wur­de die Sagan-Kaser­ne auf­ge­löst.1


Kriegerdenkmal des 9. Lothringischen Regiments 173

Das Krie­ger­denk­mal des 9. Loth­rin­gi­schen Regi­ments 173 ist eines, das wohl schon zur Ein­wei­hung am 18. August 1929 Ver­wun­de­rung her­vor­rief. Das lag nicht dar­an, das am Freu­den­berg in unmit­tel­ba­rer Nähe zu der in den 30er Jah­ren errich­te­ten Kaser­ne (heu­te Cam­pus Freu­den­berg der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät) ein Denk­mal für ein loth­rin­gi­sches Regi­ment errich­tet wur­de, denn in die­sem Regi­ment hat­ten zahl­rei­che Elber­fel­der gedient. Die Ver­wun­de­rung galt der Aus­füh­rung des Denk­mals, des­sen Kos­ten aus Spen­den der Regi­ments­an­ge­hö­ri­gen errich­tet wur­de. Von den 8000 RM Gesamt­kos­ten fehl­ten zur Ein­wei­hung aller­dings noch 2500 RM. Über 4000 Sol­da­ten des Regi­ments waren im Ers­ten Welt­krieg gefal­len, dar­un­ter über 400 Elber­fel­der. Zur Ein­wei­hung des Denk­mals am 18.August 1929 erschien der ehe­ma­li­ge Kom­man­deur des Regi­ments, Gene­ral von Mudra, aus Schwe­rin.


Das Denk­mal des 9.Lothringischen Infan­te­rie Regi­ments 173 am Freu­den­berg

Das Denk­mal, das vom Elber­fel­der Bild­hau­er Fritz Lücken geschaf­fen wur­de, besteht aus einem Sockel und Pfei­ler aus Zie­gel­stei­nen und zwei Skulp­tu­ren aus Sand­stein. Die unte­re soll einen ster­ben­den Krie­ger dar­stel­len, die obe­re einen Löwen, der sich gera­de durch ein Auf­bäu­men von der “wel­schen” Schlan­ge befreit, die sich um sei­nen Hals gewi­ckelt hat. Ins­ge­samt hat das Denk­mal eine Höhe von sie­ben Metern.
Der Ent­wurf war bei den Stadt­ver­ord­ne­ten, die über den Antrag des Reichs­bun­des ehe­ma­li­ger 173er über die zur Ver­fü­gung­stel­lung eines Bau­plat­zes zu ent­schei­den hat­ten, sehr umstrit­ten gewe­sen. Wie der Gene­ral-Anzei­ger berich­te­te, lehn­ten die Lin­ken den Ent­wurf als ver­het­zend ab, wäh­rend die Rech­ten die Über­le­gen­heit der Schlan­ge kri­ti­sier­ten. Der Bild­hau­er Fritz Lücken erklär­te dazu, die Skulp­tur stel­le den Moment dar, in dem sich der Löwe gegen die Schlan­ge wehrt und auf­bäumt. Der gefal­le­ne Sol­dat hin­ge­gen ste­he für die Kame­rad­schaft.


Der Sol­dat

Der Löwe und die Schlan­ge

Die Inschrift am Pfei­ler lau­tet:

1914             1918

Zur
dank­ba­ren Erin­ne­rung
an sei­ne im Welt­krie­ge
gefal­le­nen
4237 Kame­ra­den
9.Lothr. Inf. Reg.173
1929”

Auf der Rück­sei­te des Pfei­lers fin­den sich fol­gen­de Wor­te, die einem Men­schen des 21. Jahr­hun­derts unver­ständ­lich blei­ben.


Rück­sei­te des Denk­mals

Lebe
Kaemp­fe
und stre­be
in unse­rem Geist!
Im Werk ist staer­ke
die uns dem Tod ent­reisst”

1977 stell­te der Offi­zier­ver­ein Wup­per­tal 3000 DM zur Sanie­rung des Denk­mals zur Ver­fü­gung.1

Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te


Kriegerdenkmal Elberfelder Sportclub 08 e.V.

Den Elber­fel­der Sport­club 08 gibt es schon lan­ge nicht mehr, sein Nach­fol­ger ist der SSV Ger­ma­nia. Die Wir­kungs­stät­te war (und ist) der Sport­platz am Freu­den­berg, wo auch ein Krie­ger­denk­mal auf­ge­stellt wur­de. Wer -wie ich- frü­her häu­fi­ger da war, wird sich jetzt viel­leicht wun­dern, denn er hat das Denk­mal schon öfter gese­hen, doch nie mit dem Ers­ten Welt­krieg in Ver­bin­dung gebracht, die Inschrift ist näm­lich nicht mehr les­bar und das Denk­mal ver­fügt auch über kei­ne For­men­spra­che. Es steht auf Höhe der Mit­tel­li­nie des Kunst­ra­sen­plat­zes gegen­über des Club­hau­ses.



Frü­her soll die Inschrift mal gelau­tet haben:

“Elber­fel­der Sport­club 08e.V.

Unse­ren im Welt­krie­ge
Gefal­le­nen Sports­ka­me­ra­den”

28 Namen sol­len hier ver­zeich­net gewe­sen sein.1


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te