Gedenktafeln für die Gefallenen der Gemeinde Gemarke

Am 5.Dezember 1878 wur­de die zwei­te der bei­den Gedenk­ta­feln der Gemein­de Gemar­ke an der süd­li­chen Kir­chen­wand ent­hüllt, in der Pre­digt des “Don­ners­tag-Abend­ge­be­tes” ging Pas­tor Bol­huis dar­auf ein. Wann die ers­te Tafel ent­hüllt wur­de, ist unbe­kannt. Ruth Mey­er-Kahr­weg nimmt auf­grund von Unstim­mig­kei­ten mit den Infor­ma­tio­nen aus der Bar­mer Zei­tung vom 6.Dezember 1878 an, dass bei­de Tafel spä­ter noch ein­mal neu gestal­tet wur­den. Die ein­zi­gen exis­tie­ren­den Abbil­dun­gen stam­men aus dem von Adolf Werth begon­nen und nach 1912 von Pas­tor Adolf Lauffs bis 1927 fort­ge­setz­ten Werk “Geschich­te der Evan­ge­lisch-Refor­mier­ten Gemein­de Bar­men-Gemar­ke 1702–1927”, wel­ches zum 225jährigen Jubi­lä­um der Gemein­de erschien.


Die bei­den Gedenk­fa­feln für die Gefal­le­nen der Gemein­de Gemar­ke der Krie­ge von 1815, 1866 und 1870/71.

Bei­de Abbil­dun­gen wur­den ent­nom­men aus: Geschich­te der Evan­ge­lisch-Refor­mier­ten Gemein­de Bar­men-Gemar­ke 1702–1927, erst­ma­lig zum 200jährigen Jubi­lä­um geschrie­ben von Adolph Werth, Archi­var der Gemein­de, und von dem­sel­ben wei­ter­ge­führt bis zum Jah­re 1912. Zum Gedenk­ta­ge ihres 225 jäh­ri­gen Bestehens neu her­aus­ge­ge­ben und abge­schlos­sen von Adolf Lauffs, Pas­tor und Archi­var, Bar­men 1927, S. 329.

Die bei­den Tafeln bestan­den ver­mut­lich aus dunk­lem Holz, auf dem mit wei­ßer Schrift die Inschrift

Aus die­se Kirch­spie­le star­ben für König und Vater­land:”

und der Name, der Todes­ort und das Todes­da­tum der 14 Gefal­le­nen ver­zeich­net ist.

Bern­hard Roß­hof starb in der Schlacht bei Ligny in Bel­gi­en zwei Tage vor der letz­ten Schlacht Napo­le­ons bei Water­loo. Er ist ver­mut­lich der ein­zi­ge nament­lich bekann­te Gefal­le­ne der Befrei­ungs­krie­ge aus dem Ber­gi­schen Land. Er war der ältes­te Sohn des Leh­rers Johann Her­mann Roß­hof (1768–1823), der an der Refor­mier­ten Amts­schu­le 28 Jah­re unter­rich­tet.
Zwei wei­te­re Gefal­le­ne gab es 1866 zu bekla­gen, einer fiel in der berühm­ten Schlacht bei König­grätz. Elf Bar­mer fie­len vier Jah­re spä­ter im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg. Auch hier wur­den Bar­mer bei berühm­ten Schlach­ten zum Opfer des Krie­ges, so starb W.Ludwig Boecker in der Schlacht bei St.Privat (18.August 1870), die in Deutsch­land eher als Schlacht bei Gra­ve­lot­te bekannt ist. Abge­hend von der Tan­nen­berg­stra­ße gibt es in Elber­feld bis heu­te die Gra­ve­lot­te­stra­ße. Zwei Tage zuvor hat­te die Schlacht bei Mars-la-Tour bereits zwei Bar­mer Gefal­le­ne gefor­dert.1

Gedächtniskapelle der Reformierten Gemeinde Gemarke

Auch die Kir­chen, genau­er die ein­zel­nen Gemein­den im Tal, betei­lig­ten sich dar­an, den Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­kriegs zu geden­ken. Die evan­ge­lisch-refor­mier­te Gemein­de Gemar­ke ent­schied sich dazu, ihren Gefal­le­nen in der Fried­hofs­ka­pel­le des Fried­hofs Hugo­stra­ße eine Sei­ten­ka­pel­le ein­zu­rich­ten, um dort einen Ort der Trau­er zu haben. Das Fens­ter der Kapel­le ver­weist auch auf das Jahr der Ein­wei­hung:



Am 13.Juni 1926 wur­de die von Prof. Klotz­bach aus Bar­men ent­wor­fe­ne Kapel­le ein­ge­weiht. Die Gedächt­nis­hal­le ist schlicht gestal­tet. Schma­le Pfei­ler unter­tei­len den Raum, in den Zwi­schen­räu­men wur­de Mar­mor­ta­feln ange­bracht, die 700 Namen ver­zeich­nen.1


 

Namen­s­ta­feln fin­den sich auch an der lin­ken und rech­ten Wand. Gegen­über des Ein­gangs fin­det sich eine Tafel:



Die Inschrift lau­tet:

“Welt­krieg 1914–1918
Ihren gefal­le­nen Mit­glie­dern zum
Ehren­ge­dächt­nis in Dank­bar­keit
die Refor­mier­te Gemein­de Gemar­ke
*
Jes. 55,8–9
Mei­ne Gedan­ken sind nicht Eure
Gedan­ken, und Eure Wege sind
nicht mei­ne Wege, spricht der
Herr; Son­dern soviel der Him­mel
höher ist denn die Erde, so sind
auch mei­ne Wege höher denn
Eure Wege und mei­ne Gedan­ken
denn Eure Gedan­ken”

 


Posi­ti­on des Denk­mals auf der Kar­te